- Immer, wenn ich Angst habe, fange ich an zu putzen und wirbel wie ein Putzteufel herum, als gäbe es nichts Schöneres. Es lenkt einfach am besten ab. Tragisch wäre es allerdings, würde ich nicht aus dem Krankenhaus zurückkehren und hätte die letzten Tage meines Lebens mit Putzen verbracht.
- Sauerkraut reinigt Teppiche erstaunlich gut, ist aber auch kein Wundermittel. Wie neu wird er nicht und einge Teppichstreifen sind noch leicht zu sehen.
- Ich mag den Geruch von Chlor. Auch wenn andere ihn überhaupt nicht leiden können, versetzt er mich sogar beim Toilettenreinigen in angenehme Gefühle und Gedanken. Wahrscheinlich habe ich zuviel in Freibädern herumgelungert. Ich sollte öfter mit Chlorreiniger putzen.

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Ich merke es daran, daß meine Stimmung immer mehr in den Keller geht. Meine Mutter erzählt mir manchmal, wie ich als Kleinkind, als ich in das Krankenhaus mußte, mein Täschchen ganz tapfer und ohne zu Weinen packte, bevor der Krankentransport kam. Klar, mit zweieinhalb Jahren versteht man gar nicht, was passiert oder passieren kann, und man glaubt noch alles, was einem erzählt wird. Aber wenn man schon operiert wird, ist es schade, daß nicht gleich ebenfalls wie die Krankheit aus dem Gewebe die Operation am offenen Herzen durchgeführt wird, um die Verletzungen und Demütigungen herauszuschneiden. Ich fühle mich, als könnte mir bald das letzte, was mir noch geblieben ist, genommen werden. Das hört sich seltsam und übertrieben an, aber nur ich weiß, was damit gemeint ist. Und wenn ich anderen mitteile, daß ich Angst habe, bekomme ich ständig dieselben Sprüche und Durchhalteparolen aufgedrückt, die mir überhaupt nichts bringen. Viel mehr helfen würde es, wenn man mir sagen würde, daß ich schön bin, egal was passiert. Aber wenn es leider Gottes nicht so ist, kann ich wohl auch nicht erwarten, daß man mir das sagt.
liegt gerade eine Portion Sauerkraut verteilt. Aber nicht versehentlich, sondern mit voller Absicht, denn überall im Internet findet man den Tipp, daß sich Teppiche, vor allem verrußte, gut mit Sauerkraut reinigen lassen. Ich habe zwar keine Flecken auf dem Teppichboden, aber da, wo ein anderer Teppich drüber liegt, haben sich dunkle Ränder gebildet, bzw. der Teppichboden unter dem Teppich ist sauberer als die offenen Flächen. Nun ist der Teppich darüber aber kaputt und müßte entsorgt werden, ich habe jedoch eigentlich keine Lust, wieder einen neuen hinzulegen. Also versuche ich es halt mit Sauerkraut. Natürlich erst einmal nur an einer kleinen Stelle unter dem Schrank. Denn wenn es nicht funktioniert, kann ich mir den Rest der Arbeit sparen. Und das restliche Sauerkraut gibt es dann zusammen mit einer Pilzpfanne zum Abendessen. Zwei Gabeln hab ich schon probiert. Es schmeckt nicht schlecht, aber nicht so gut wie das Sauerkraut, welches ich vor zwei Jahren in einem Hotelrestaurant in der Lausitz aß. Das war das beste Sauerkraut meines Lebens. Ich denke heute noch oft daran und würde dort glatt bei Gelegenheit wieder Sauerkraut essen gehen.
Definitiv weiß ich jetzt, daß ich ein Wespennest auf dem Balkon habe, denn ich habe es gesehen. Passiert ist es dadurch, daß ich mich über mehrere tote Wespen auf meiner Sitzbank wunderte, sowie ein größeres Stück eines Kokons hinter dem Kissen. Dann fiel mir ein, daß ich am frühen Morgen im Halbschlaf mitbekam, wie ein großer Vogel, vielleicht eine Krähe, auf dem Balkon wütete und laut herumhackte, was sich anhörte, als würde sie auf Holz klopfen. Also schaute ich mal genauer von vorne in den Nistkasten und tatsächlich, dort ist direkt ein kleines, offenes Wespennest hinter dem Eingang zu erkennen. Anscheinend hatte es am Morgen einen Angriff darauf gegeben, bei dem das vordere Stück herausgerissen worden ist, und anscheinend hat der Angriff auch einige Tote gekostet. Um so mehr wundert es mich, daß die Wespen immer noch so friedlich sind. Sie lassen sich durch mich gar nicht stören und haben null Interesse an irgendwelchen Essereien oder Süßes. Stattdessen sind sie mehr hinter Holz her, was vielleicht der Grund ist, daß die Wespe gestern die Schleifmaschine nicht mehr loslassen wollte. Und ich vermute, daß ihr Lieblingsessen Blattläuse sind, denn ich habe ein Wespe im Himbeerstrauch herumklettern gesehen, der erst etliche Blattläuse hatte, von denen aber inzwischen nix mehr da ist. Auch in den letzten Jahren hatte ich auffällig wenig Blattläuse, was vorher nie der Fall war. Wahrscheinlich fühlten sie sich auf meinem blattlausverseuchtem Balkon wie im Schlaraffenland und so lange sie weiter fleißig die Blattläuse auffuttern und so friedlich sind, dürfen sie auch gerne bleiben. Es scheinen jedenfalls nicht die üblichen aggressiven Wespen zu sein, sondern eine kleinere, ruhige Art, welche sich lieber von Blattläusen ernährt.

Als ich das Büro betrete, sehe ich dort die taubstumme Kollegin aus meinem früheren Job. Zuerst einmal bin ich aber damit beschäftigt, den richtigen Fahrstuhl zu finden. Es gibt vier davon: Zwei auf einer Seite, jeweils wenn man nach links oder nach rechts will, und zwei auf der Längsseite, jeweils nach links oder rechts. Damit man weiß, welcher Fahrstuhl wohin führt, steht immer ein großes R oder ein großes L daran. Ich weiß trotzdem nicht so genau, den Fahrstuhl welcher Seite ich nehmen muß, entscheide mich schließlich für den an der Längsseite und drücke den Knopf. Während ich warte, fällt mir auf, daß meine Kollegin auf einem schmalen Sims an der Wand vorsichtig rund um das Zimmer balanciert, so als traue sie sich nicht den Boden zu berühren. Meine Chefin kommt herein und erklärt, daß im Büro eine Ratte gefunden wurde. Ah ja...
Heute beim Abschleifen des Balkontisches hatte ich einen zutraulichen Zuschauer. Ein kleines Wespchen war sichtlich fasziniert. Erst dachte ich, es wäre eine Biene, da sie so klein war und auch nicht wie eine normale Wespe aussah. Außerdem war sie nicht aus der Ruhe zu bringen, aber von der Kopfform her muß es wohl doch eine Wespe gewesen sein. Vielleicht eine Babywespe oder unaggressivere Art. Ich habe ja vermutlich bereits seit Jahren nistende Wespen auf meinem Balkon, denn es ist von Frühjahr bis zum Sommer hindurch jeden Tag ein geheimes Summen und Knuspern zu hören. Doch anscheinend sind es Einzelgänger, denn zu sehen ist von ihnen selten etwas und ich bin noch nie irgendwie belästigt worden. Da sind die Kreuzspinnen frecher. Jedenfalls saß die Wespe erst sehr interessiert wie ein Hase auf dem kleinen Holzzaun, dann summte sie sanft über der Tischplatte herum, als wolle sie sich das mal aus der Nähe beschauen und schließlich war sie nicht mehr von der Schleifmaschine herunter zu kriegen. Erst als ich sie auf ein Blatt streifte, ließ sie Schleifmaschine freiwillig wieder los. Ich kann mir nicht helfen, aber unwillkürlich erinnerte mich das Verhalten doch stark an das von meiner früheren Katze. Und niedlich war sie irgendwie auch.

Die Mission der engen Raumkapsel geht doch nicht in den Weltraum, sondern im Eiltempo unter die Erde, wie ich feststellen muß. In der Raumkapsel, in der ich mit zwei anderen Personen sitze, gibt es leider kein Licht, so daß nur noch Schwarz mich umgibt. Bei dem Gedanken, daß die Massen schwarzer Erde über unserem Fahrttunnel einstürzen könnten, wird mir ziemlich mulmig zumute.
Auf einer Wiese liegend lassen sich gleich neben mir zwei wirklich dicke, mächtige Hauskatzen nieder. Dabei legt sich eine auf die andere, so daß ich erst denke, sie beginnen ein Liebesspiel, aber nein, sie kuscheln nur ganz friedlich. Wie die verkuschelten Katzen so ineinander verschlungen daliegen, beide weiß mit einigen grauen Flecken, könnte man meinen, sie sind unzertrennlich. Aus den Katzen werden zwei andere Tiere und schließlich fällt mir ein, daß ich ja gerade auch erst zwei aufeinandersitzende weiße Schmetterlinge gesehen habe. Seltsam, denke ich, daß ich Tiere nur noch als kuschelnde Pärchen sehe.
mit mir selbst, bzw. meinen Organen führte ich gerade. Letztens fand ich stark verbilligt ein Kartenset "Engel weisen Wege zur Heilung" von Alexa Kriele, mit welchem man mit seinen Organen, bzw. Organvertretern kommunizieren kann.
Zu Beginn dachte ich noch, mir gehe es zu gut, denn der Koordinator aller Organsysteme bemerkte, daß er dankbar sei, ebenso wie meine Schilddrüse, wofür auch immer. Mein Immunsystem samt Thymusdrüse fühlt sich wunderbar (Vielleicht etwas zu wunderbar in Anbetracht einiger Allergien? Eventuell ist der Organvertreter des Immunsystems ja so ein kleiner größenwahnsinniger Tyrann?), meine Haut hervorragend, und meine Hirnanhangsdrüse stark, ebenso wie mein Blut und meine Leber, welche sich mehr Vertrauen wünscht und daß ich nicht aufgebe. Mein Herz fühlt sich mächtig, wünscht sich aber etwas mehr Spontanität. Meine Gelenke fühlen sich umsorgt, wünschen sich nichtsdestotrotz Bewegung. Insgesamt fordert mich die Mehrzahl der Organe auf, Sorgen und/oder Wut loszulassen und nicht zurückzublicken. Und dann kommts: Dem Herrn Dünndarm ist unwohl und Frau Bauchspeicheldrüse müde, jawohl, ebenso wie meine Knochen (Stimmt, die Müdigkeit sitzt in den Knochen.), welche Hilfsbereitschaft vermissen(Von mir?) und möchten, daß ich mich an etwas Schönem freue. Auch meine Nieren fühlen sich unwohl und mein Magen ist einsam (Was kann man dagegen tun? Ein zweiter Magen?). Die Lymphe und Zirbeldrüse dagegen sind traurig, die Lunge fühlt sich bedrängt und mein endokrines System ungeliebt (Ok, ich gebe zu, daß ich nicht gerade das beste Verhältnis zu meinen Hormonen habe). Leider gibt es keine Karte für die Bandscheiben, doch ihre Befindlichkeit hat mich ebenfalls interessiert, weshalb ich sie trotzdem befragte. Sie fühlen sich unwohl (Ja, das merke ich, denn wenn sie sich unwohl fühlen, geht es mir genauso.), wünschen sich von mir, daß ich zuversichtlicher bin und einen Traum verwirkliche. Welchen Traum sie meinen, haben sie nicht verraten. Immerhin fühlt sich keines der Organe in Not oder im Stich gelassen. Das hätte mich schon stark gewundert bei allem, was ich gerade tue....
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Kuechengoetter.de finde ich wirklich genial. Man kann nicht nur die Zutaten eingeben, die man gerade zu Hause hat, sondern zusätzlich Schwierigkeitsgrad, Zubereitungszeit bis hin zu Kalorien und vieles mehr. Und man bekommt garantiert immer ein paar brauchbare Rezepte. Auch viele recht einfache für Kochmuffel wie mich sind darunter. Allerdings stelle ich bei Schwierigkeitsgrad immer 'einfach' und bei Zubereitungszeit 'bis 30 min' ein.
Eine Karte mit Genesungswünschen von meinen Kollegen und gleich drei Briefe von Firmen, die mir Kredite andrehen wollen. Was sagt mir das?
Eigentlich bin ich ja nicht der begeisterte Heimwerker. Ich tue nur das, was ich tun muß, kann aber nichtsdestotrotz mit Schlagbohrer und Stichsäge umgehen, und habe bereits jede Menge Möbel zusammengebaut, nicht nur die vom schwedischen Möbelhaus. Nachdem ich nun mehrere Jahre lang vergeblich nach einem passenden Beistellregal gesucht habe, dachte ich mir, es kann ja nicht so schwer sein, eines selbst zu bauen. Das Problem ist einfach, daß die meisten Möbel anscheinend für Lofts gebaut sind, in meiner Miniwohnung, die dazu noch einen seltsamen Schnitt hat, aber jeder Zentimeter zählt. Im Wohnzimmer habe ich die Tür mitten im Zimmer und dazu noch schräg, so daß sich der Winkel zum Öffnen verringert. Außerdem haben die Leute von Kabel Deutschland die Kabeldose direkt hinter der Tür montiert, statt wie vorher die alte Dose gut verstreckt in der Ecke unterm Fenster. Das hört sich zwar ok an, führt aber dazu, daß bei mir, sobald die Tür geschlossen ist, die gesamte Kabelage mitten im Zimmer "prangt" und einen "schönen" Blickfang abgibt. Ich suchte also ein Art niedriges Regal zum Tarnen, welches wegen der Tür nicht tiefer als 20 cm ist (wobei 20 cm schon fast zuviel sind, aber bei den Holzbrettern zum Selberbauen gab es keine schmaleren), so gebaut, daß sich eine Öffnung für die Scheuerleiste heraussägen läßt, und außerdem mit den Maßen so, daß es mit Dose und Steckdose paßt. Im Westen gibt es doch nicht alles, wie ich wieder einmal feststellen konnte, in Erinnerung an den berühmten Spruch aus meinen DDR-Zeiten. Und irgendwann ist immer das erste Mal. Bisher hatte ich nur ein Vogelhäuschen im Werkunterricht der dritten oder vierten Klasse zusammengebaut und den Vögeln ist es ja relativ egal, ob ihr Haus krumm und schief ist. Aber ich habe es hinbekommen und für das erste Mal nicht gerade schlecht, obwohl man bei genauerem Hinschauen sieht, daß da und dort 1-2 mm zu viel oder zu wenig sind, zumal ich mit der Stichsäge die Kanten nicht wirklich exakt gerade sägen kann und auch kein passionierter Schleifer bin. Für die Körbchen mußte ich im übrigen durch die halbe Stadt fahren, da es die letzten in Berlin sind und Nachschub nicht geplant. Es sind aber die einzigen, die von der Tiefe und zu fünft von der Breite her passen. Und mittendrin beim Werkeln kamen mir einige Erleuchtungen. Zum Beispiel hatte ich mir ein Set mit Holzdübeln gekauft, in welchem der passende Holzbohrer, ein Ring zum Befestigen am Bohrer für die richtige Tiefe und so komische Kupferdinger mit Spitze drinne waren. Ich habe mich die ganze Zeit gewundert, wofür die gut sein sollen und bin selbst durch die Anleitungsbilder auf der Rückseite nicht schlauer geworden. Erst als das Regal fast fertig war und nur die Deckplatte noch fehlte, ging mir das fehlende Licht auf. Man kann die in die Dübellöcher auf einer Seite stecken und bekommt so genau an der richtigen Stelle auf dem Holz der anderen Seite eine Markierung zum Bohren. Und ich Dussel hatte die alle per Hand ausgemessen! Überhaupt finde ich, daß für ganz Dumme so ein paar Bildchen eben nicht reichen. Schließlich funktioniert das mit der Evolution auch nicht von heute auf morgen, und manche Evolution vollzieht sich in einem sehr individuellen Tempo. Aber ich denke, wenn mein Werklehrer Heckmeck (Heckmeck deshalb, weil es sich auf seinen Nachnamen reimte und er außerdem einen Heckmeckbart hatte) von meiner erfolgreichen Aktion wüßte, würde er sich vor Freude im Grab umdrehen, weil sein Leben doch nicht umsonst gewesen ist.
Das Regal mit Kabeldose dahinter

Der neue Ford jetzt mit EgoBoost...
Dabei ist es doch ein EcoBoost.
Und ganz nebenbei fiel mir auf, daß Leben rückwärts gelesen Nebel ist.
Mit langen nassen Haaren warte ich vor dem Büro einer Frau. Mir wird von anderen, die ebenfalls dort mit nassen Haaren warten, gesagt, daß sie wunderbar Perücken schneiden kann. Das ist ja schön, daß sie Perücken schneiden kann, allerdings erhoffe ich mir auch für meine ECHTEN Haare einen guten Schnitt.
An einer Art künstlichen Meeresbucht, vielleicht in einem Wellnesscenter, sehe ich meinen letzten Physiotherapeuten an einer Sprossenwand künstlerisch turnen. Ich bin beeindruckt, zumal die Sprossenwand ja normalerweise kein richtiges Turngerät ist.