Alien
Es ist eine neuere Version von  AlienInsideTwoday  verfügbar!  Aktualisieren  Jetzt nicht!
© 2018-2023 NeonWilderness

Mittwoch, 24. August 2011

...

Natürlich wußte ich, dass sie ein schwieriger Fall ist, aber was hätte ich tun sollen? Sie an einen Anfänger verweisen? Ich weiß, daß ihre Liebe narzisstisch war und sie mir sicher einen Hass entgegenbrachte, der im Verhältnis zu ihrer Abhängigkeit stand. Aber ich hatte meine alte Regel vergessen: "Jeden Tag ein bewusstes und akzeptiertes Todesgelöbnis, und es braucht keine Psychoanalyse."
(aus "Marilyns letzte Sitzung" von Michel Schneider)

Witzig,

mir ist erst heute aufgefallen, daß in der Eingangshalle der Strahlenklinik ein riesiger Klapperstorch steht. Er hält eine Tafel im Schnabel, auf der wie das Tagesmenü mit Kreide geschrieben steht: Heute geboren: Datum, Uhrzeit und Vorname. Am 24.8. war es bei meiner Ankunft bisher nur ein Mädchen.
Die erste Bestrahlung hat furchtbar lange gedauert, jedenfalls kam es mir so vor, weil dauernd irgendetwas auf meinen Armen und meinem Gesicht herumgekrabbelt ist. Erst hielt ich es für Schweißtropfen, doch als es dann auch bergauf krabbelte, dachte ich mir, es müsse wohl eine Fliege sein. Auch krabbelte es immer nur an einer Stelle und sprang von einem Arm zum anderen. Während ich also regungslos darniederlag, ständig die Zähne zusammenbiß um einen Fliegenverscheuch-Reflex zu unterbinden und nicht plötzlich mit den Armen zu fuchteln, räsonierte ich darüber, wer oder was sich da einen Spaß macht, mich zu ärgern, und was die Schwestern wohl denken und warum sie nichts tun, wenn eine Fliege in meinem Gesicht herumkrabbelt. Endlich kam eine von ihnen mit den Worten, ich solle weiter liegen bleiben und schön still halten. Ich nutzte die Gelegenheit und sagte, daß da irgendetwas in meinem Gesicht sei, worauf sie nur antwortete: "Gut!" und ging. Ähm...dachte ich so bei mir, zu mehr reichte es nicht. Nach gefühlt zwanzig Minuten ging das Licht an, die andere Schwester kam herein und ich dachte, alles wäre vorbei, aber sie erklärte mir, daß bisher nur Bilder gemacht wurden und erst jetzt die eigentliche Bestrahlung beginnen würde. Die kurze Pause dazwischen nutzte ich, um immer, wenn es wieder krabbelte, schnell auf meine Arme zu schauen, aber ohne daß ich eine Fliege oder ähnliches entdecken konnte. Ich werde mir doch das Gekrabbel nicht nur eingebildet haben? Als es dann weiterging, meditierte ich zur Ablenkung darüber, was geschieht, wenn die Fliege sich auf die Brust setzten würde. Wird sie mitbestrahlt? Und wie ergeht es wohl einer Fliege, die ganzkörperbestrahlt wurde? Ist sie danach resistent gegen Krebs? Bekommen Fliegen überhaupt Krebs? Oder bleibt sie tot liegen?

Dienstag, 23. August 2011

Kriegsbemalung und Stichattacken

Kriegsbemalung

Heute durfte ich mir meine kryptische Kriegsbemalung abholen. Die muß jetzt für die nächsten 35 Termine dranbleiben. Das Rote über der Kriegsbemalung sind Mückenstiche. So sehe ich überall aus. Nachdem mich bereits die letzten Nächte eine Mücke fies traktiert hatte, sind an der Haltestelle, als ich auf den Bus wartete, ganze Rudel von Mücken über mich hergefallen, als wäre ich die einzige noch frei laufende Mahlzeit auf diesem Planeten. Und dabei standen mit mir mindestens zehn andere Personen herum, die aber anscheinend nicht weiter belästigt wurden. In der Klinik traf ich meine Mitpatientin von der Chemo und die erzählte mir von einer Mitarbeiterin dort, die total ausgerastet ist, als sie einen anderen Bestrahlungstermin wollte. Die bestrahlen dort von 7-23 Uhr und sind wahrscheinlich wie überall überarbeitet, aber wenn man 34 mal hintereinander zur gleichen Uhrzeit kommen soll, sollte der Termin schon stimmen. Ich jedenfalls fühle mich jetzt bereits überfordert, obwohl die Bestrahlungen noch nicht einmal angefangen haben. Ich versteh es ja selbst nicht, warum mir immer alles zuviel ist, schließlich fahre ich nur eine Stunde hin, eine zurück und werde zwischendurch ein paar Minuten in seltsame Geräte gelegt. Aber mir tun der Rücken, die Fersen, die Knie, die Fingergelenke und der Rippenbogen oder die Leber weh, dann muß ich mich dauernd ausziehen, obwohl ich mich nicht ausziehen will, was mich depressiv macht, und insgesamt habe ich kaum den ersten Teil des Jahres verarbeitet und es geht trotzdem dauernd Schlag auf Schlag weiter, obwohl ich mich am liebsten zurückziehen würde, und zwar lange, sehr lange. Aber wahrscheinlich ist das nur wieder meine Mimosennatur, jedoch beunruhigt es mich, weil ich denke, daß es doch langsam besser werden müßte mit der Überforderung. Nach der Klinik machte ich noch einen kurzen Ausflug in das Naturschutzgebiet, wo ich letzte Woche einige Brombeerbüsche gesichtet hatte. Diesmal hatte ich eine Dose dabei, doch die Ausbeute war trotzdem nicht viel besser, weil die Mücken auch hier wieder über mich hergefallen sind und ich den ungeordneten Rückzug aus dem Wald antrat. Allerdings nicht, ohne eine Batallion Biester dabei zu töten. Und es war mir herzlich egal, daß dies ein Naturschutzgebiet ist, in dem die Natur, zu der leider auch Mücken gehören, geschützt sein sollte. Komisch, in der letzten Woche hatte sich dort kein Schw... keine Mücke für mich interessiert.

Wald

Ebenfalls letzte Woche ist mir gleich zweimal eine Feldmaus über den Weg gelaufen, die ihren Bau neben dem Waldpfad hatte. Immer, wenn ich auf nur wenige Zentimeter herangekommen war, flitze sie schnell hinein. Heute nun traf ich eine winzig kleine Maus, vielleicht war es noch eine sehr junge, welche sich zwar schnell im Feld versteckte, aber nicht weglief. Stattdessen saß sie mucksmäuschenstill und schien geradezu die Luft anzuhalten, in der Hoffnung, daß die Tarnung wirkt und ich sie nicht sehe. Natürlich sah ich sie trotzdem. Glück für sie, daß ich nur fotografieren wollte und ansonsten Mäuse nicht auf meinem Speiseplan stehen.

Mäuschen

Montag, 22. August 2011

Shoppen für mehr Leichtigkeit

Ok, eigentlich soll man ja Entrümpeln für mehr Leichtigkeit - ich mache es genau andersherum. Jedenfalls bin ich gerade dabei, alles, was mir zu schwer ist, zu ersetzen. Die schwere alte Leiter wurde gegen eine feder- na ja, fast federleichte Aluminiumleiter ausgetauscht und mein wuchtiger, störrischer Staubsauger ebenfalls. Der neue ist ganze zwei Kilo leichter und man glaubt kaum, wieviel zwei Kilo ausmachen können. Trotzdem ist es noch nicht der perfekte Staubsauger, denn den gibt es anscheinend nicht. Der perfekte Staubsauger wäre als Kesselsauger in die Höhe gebaut, statt in Länge und Breite, so daß man sich nicht so tief bücken muß, wäre trotzdem sehr leicht und natürlich leichtgängig, und außerdem so schmal, daß er in meinen Schrank paßt. Ich habe nur einen einzigen Kesselsauger gefunden, der diese Punkte einigermaßen erfüllt, aber dafür ist er sehr rudimentär - ohne Beutel, Saugerhalter und Kabelaufrollung, weshalb ich mich doch wieder für einen - ja, wie heißen die Dinger eigentlich? -, also so einen niedrigen mit drei Rollen entschieden. Der ist im Gegensatz zu meinem vorherigen aber trotzdem sehr leichtgängig und bei weitem nicht so widerborstig, da er andere Rollen hat und wahrscheinlich auch, weil er soviel leichter ist. Und dann habe ich jetzt endlich meinen riesigen alten Bildröhrenfernseher, (ja ich hatte tatsächlich noch so einen), mit dem man sich jedesmal einen Bruch geholt hat, wenn man ihn bewegen wollte, gegen einen modernen und im Vergleich herrlich leichten Flachbildschirm ausgetauscht. Der hat alle Schikanen eingebaut, man kann mit ihm sogar surfen und twittern, allerdings scheinen diese Multimedia-TVs noch nicht sehr überlegt und ausgereift zu sein, denn als ich die ZDF-Mediathek über den Fernseher anschauen wollte, mußte ich feststellen, daß er kein Flash kann. Dabei wäre Flash ja das erste, wofür man einen surfenden Fernseher einsetzen wollen würde. Und Twittern ist auch ziemlich blöd, da zwar der Bildschirm eigentlich genug Platz für alles hätte, aber sich das Schreibfenster genau über dem Fernsehbild öffnet. Super mies ausgedachte Konstruktion, nun ja, wenn ich es bisher nicht gebraucht habe, werde ich auch ohne diese Extras weiterleben. Außerdem kann er 3D und weil das so ist, kaufte ich gleich eine Brille dazu. Er kann nicht nur 3D anzeigen, sondern auch normale 2D-Bilder in 3D umwandeln, allerdings sieht man da nicht wirklich einen großen Unterschied. Anders ist es mit speziellem 3D-Material. Ich muß zugeben, daß ich vorher noch nie einen 3D-Film gesehen habe. Immer, wenn ich im IMAX war, spielten sie gerade Bogner oder solch Zeug. Ich habe auch keinen Blueray-Player, aber über das Internet kann man mit einer App einige Trailer und Dokus in 3D ansehen. Leider ist meine Internetverbindung zu langsam, so daß jeder Film nach 5 Minuten abbricht. Trotzdem sind die Bilder, gerade in den Dokus, so faszinierend, daß ich saß und alle 5 Minuten den Film fortgesetzt habe. Unter anderem gab es eine Doku über das alte Ägypten und eine über die Ozeane, alle in Englisch, aber beim Hinschauen achtet man sowieso kaum auf die Erklärungen. Bei der Meeresdoku fuhr die Kamera zwischen Skulpturen aus Sand umher und es schien immer so, als würde sie diese Skulpturen streifen. Ich war dauernd versucht, zum Fernseher zu springen und die Hand drunter zu halten, um den Sand aufzufangen, der sonst aus dem Fernseher auf den Teppich gerieselt wäre. In der Ägyptendoku war eine Hieroglyphen-Tafel zu sehen, auf welcher ein Krokodil lebendig wird und mit aufgerissenem Maul aus dem Fernseher herauszugleiten scheint. Ich schwöre, ich habe das im ersten Moment tatsächlich geglaubt, mein Herz ist fast stehengeblieben. Für Reisedokus ist 3D geradezu prädestiniert. Vielleicht sollte ich mir doch einen Blueray-Player zulegen, aber die Auswahl an Material ist noch sehr begrenzt. Und irgendeinen sinnfreien Film möchte ich mir nicht anschauen, nur weil er 3D ist. Ansonsten hoffe ich, daß meine Bandscheiben sich über so viele Geschenke freuen. Und ich frage mich, warum ich eigentlich meinem alten Drucker noch immer eine Chance gebe, obwohl der so zickig ist. Er stammt aus WinME-Zeiten, die Treiber sind uralt, trotzdem funktioniert er noch - jedoch nur, wenn er will. Die letzten Wochen wollte er nicht mehr. Ich habe installiert und deinstalliert bis zum Erbrechen, Anschlüsse geprüft und alles ohne Erfolg. Heute habe ich einfach mal den Stecker gezogen und wieder eingesteckt und auf einmal ging er. Verstehe einer die Technik....

Sonntag, 21. August 2011

Operation Sonntagsbrötchen - Teil ?

Mit der Krume war ich ja bisher noch nicht so zufrieden, da ich sie von meinen Lieblings-Bäckerbrötchen sehr locker und luftig kenne. Im Web fand ich verschiedene Tips dazu, zum Beispiel durchgepresste rohe Kartoffeln in den Teig geben oder eine lange und kühle Teigführung, am besten im Kühlschrank. Bei diesem Versuch gab ich zu 500 g Bio-Weizenmehl zwei geriebene Kartoffeln dazu (zum Durchpressen habe ich nichts), nahm die halbe Menge Hefe als sonst, damit der Teig nicht einfällt, wenn er länger steht, und ließ nach dem Formen die Brötchen noch im Kühlschrank 'gehen'. Wie man an den Löchern in der Krume sieht, sind sie tatsächlich etwas luftiger geworden. Ist irgendwie toll, soviel Zeit zu haben, um sich mit Backrezepten zu beschäftigen. Zuletzt habe ich während meines Studiums richtig gebacken, denn das war das letzt Mal, daß ich Zeit hatte. Und das ist knapp 20 Jahre her.

Sonntagsbrötchen

Samstag, 20. August 2011

Komisch,

sobald man das Wort GUTSCHRIFT in den Mund nimmt, läuft alles wie am Schnürchen. Aber auch nur dann. GUTSCHRIFT scheint so eine Art Zauberwort zu sein. Sage GUTSCHRIFT und alles, was bisher nicht klappte, wird sofort erledigt. Geld regiert die Welt, da ist das nur logisch. Mir dagegen ist das Geld an sich egal, deshalb nervt es mich immer, wenn ich auf diesen Zug aufspringen und mit Geldentzug drohen muß, obwohl ich doch nur möchte, daß ein kleiner Auftrag reibungslos ausgeführt wird.

Und Amazon, die im übrigen nichts mit obiger GUTSCHRIFT zu tun haben, schickt mir heute zum Geburtstag Bilder von Männern in Schiesserunterwäsche. DAS nenne ich Kundenservice!

41

Im nächsten Jahr ist dann die Zahl des Lebenssinns an der Reihe. Und wenn ich gerade Nik Kershaw auf Konzert im NDR sehe, den ich mit dem Bild, das ich von ihm noch aus den 80igern im Kopf habe, überhaupt nicht mehr in Zusammenhang bringen kann, fühle ich mich mindestens genauso alt, wie er jetzt aussieht.

Edit: OMD wenigstens haben sich besser gehalten, wirken aber trotzdem ungewohnt.

Edit 0:46 h: Oh, jetzt auch noch die Simple Minds. Und alles zu meinem Geburtstag. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Aber der Sänger von denen sah immer schon alt aus.

Freitag, 19. August 2011

Dreh dich nicht um...

Spukhaus | 2
.

Premiere:

Das "Vergnügen" meines ersten Wespenstiches hatte ich gerade. Nicht nur des ersten in diesem Sommer, sondern des ersten meines Lebens. Bisher hat mich noch niemals eine Wespe oder Biene gestochen. Aber irgendwann ist ja immer das erste Mal, besonders, wenn man ein Wespennest auf dem Balkon beherbergt. Das ist dann der Dank dafür. Da ist doch eine Gestreifte durch eines der großen Löcher meiner Crocs gekrabbelt und kitzelte auf meinem zweiten Zeh herum. (Was suchte sie da wohl? Käse?) Ich rieb ganz automatisch den Zeh an der Innenseite des Schuhs und sie hat aber richtig sauer zugestochen. Klar, sie wollte ja nicht zerquetscht werden. Und das hat wirklich weh getan! Aua! Gleich auf dem Zeh daneben habe ich einen ätzend juckenden Mückenstich. Drei Zehen sind jetzt noch frei. Wer will, wer möchte, wer hat noch nicht?

Bäume ausreißen

Vor den Eingängen eines großen Vergnügungsparkes, welcher aus Zoo und einer Oper besteht. Ich habe Lust zu fotografieren und frage an den Kassen, welche sich unter weißen Toren befinden, wie teuer der Eintritt ist. Die Frauen dort schauen mich etwas ratlos an und scheinen zu überlegen. Hm, komisch, wenn sie hier arbeiten, müßten sie das ja eigentlich wissen. Oder habe ich übersehen, daß man hier gar nicht bezahlen muß? Eine fragt, wo genau ich denn hin will und ich antworte, ohne davon überzeugt zu sein: "In die Oper." Schließlich hat sich die eine entschieden und nennt einen Preis, den ich in Münzen bezahle. Außerdem gibt sie mir noch einen Packen in feine Scheiben geschnitten Fleisch-Aufschnitt mit. Während ich um das wuchtige, schwarz neben mir aufragende Operngebäude laufe, erregt zunächst einmal ein Baum meine Aufmerksamkeit. Er ist sehr hoch gewachsen und überragt sogar das Opernhaus. Die Krone beginnt erst ziemlich weit oben, so daß ich vor mir nur den relativ schlanken Stamm mit einer rauhfasrigen Rinde habe, deren Beschaffenheit ich so anziehend finde, daß ich sie mit sachter Neugier sehr leicht mit dem Zeigefinger berühre. Doch was ist das? Kaum habe ich den Baum berührt, beginnt er sich gefährlich zu neigen. Er wird doch nicht....? Nein, nein, das kann nicht sein. Mit beiden Armen umklammere ich den Stamm, um ihn wieder in solch eine senkrechte Position zu bringen, daß er sich von alleine stützt. Doch erst kommt die Krone des Baumes mit einem Ruck auf dem Dach der Oper zum Erliegen - oh, oh.....hoffentlich geht da nix kaputt, und dann, nachdem ich den Stamm etwas anheben und zur Seite drehen konnte, auf einer Straßenlaterne, deren Glas dem Gewicht sicher auch nicht lange standhält, weshalb ich weiter versuche, den Stamm in solch eine senkrechte Position zu bringen, daß er auf sich selbst balanciert. Schließlich scheint der Baum in ein trügerisches Gleichgewicht gebracht zu sein. Er liegt nirgends drauf und steht von allein, allerdings könnte die kleinste Berührung ihn wieder zum Fallen und Entwurzeln bringen. Also nichts wie weg hier und ganz unbeteiligt tun....dum di dum.....damit niemand merkt, was ich angestellt habe. *pfeifend ab*

Donnerstag, 18. August 2011

Das Spukhaus

Spukhaus
.

Die Wespen

auf meinem Balkon werden immer hektischer in ihren Bemühungen, Futter für die Königin herbeizuschaffen und achten in ihrer Hektik schon nicht mehr darauf, wo sie hinfliegen, sondern prallen ständig gegen meinen Kopf, wenn ich in ihrer Ein- und Ausflugschneise stehe. Soviel Streß kann man gar nicht mitansehen. Außerdem ist mein Balkon ständig von toten Wespen übersät. Anscheinend ist die Sterblichkeit in so einem Wespenstaat ziemlich hoch. Die meisten davon sind "nur" tot, aber einige von ihnen sind zweigeteilt, d.h. der Kopf ist abgerissen. Ich will ja nicht wissen, was die da in ihrem Bau anstellen, bzw. was die Königin mit ihnen anstellt. Waren das nicht andere Tiere, die den Männchen während der Paarung den Kopf abbeißen? Was für ein Glück, daß ich keine Wespe bin... Ich finde es faszinierend zu beobachten, wie manche Tiere sich in ein lebenslanges Joch begeben, nur um sich fortzupflanzen. Und vermutlich gibt es nicht eine Wespe, die bei sich denkt: "Ach nö, ich habe keine Lust mehr. Das ist mir hier zu blöd. Ich möchte mich lieber selbst verwirklichen, ein bißchen durch die Welt reisen - die Königin ist eh schon fett genug." Theoretisch ist der Mensch die einzige Kreatur, die sich bewußt und frei für oder gegen die Fortpflanzung entscheiden kann. Theoretisch. Praktisch ist oft wieder eine andere Sache, wenn man sich so umschaut.

Mittwoch, 17. August 2011

Heute

war also der erste vorbereitende Termin in der Strahlenklinik. Es ging relativ schnell - erst wurde ich (mal wieder) mehrmals gepiekst und dann in einen Zeittunnel geschoben. Zumindest sah das Teil aus wie ein Zeittunnel und die Lichter im Ring drehten sich genauso. Als die Schwester rausging, dachte ich, wenn das Ding stehenbleibt bin ich im Jahr 3011 gelandet. Allerdings scheint die Technik in der Klinik ein Eigenleben zu führen. Während ich wartete, ging mehrmals vor dem Anmeldungstresen die automatische Jalousie herunter und die Schwestern waren ausgesperrt, außerdem war wohl auch die automatische Tür geschlossen. Sie guckten entsprechend entsetzt, und die Ärzte, welche zufällig vorbeikamen, waren ebenso verdutzt. Eine meinte dazu: "Na solange es nicht noch Wasser von der Decke regnet...." Eine Patientin im Warteflur erzählte, daß dies der letzte Tag für sie sei und sie so etwas bisher nicht erlebt habe. Nun ja, für mich war es sozusagen der erste Tag und es könnte natürlich reiner Zufall sein. Könnte.... Genauso wie der Tag, an dem das ganze Computersystem der Charite ausgefallen ist, als ich dort zur Knochenszintigrafie war oder das Röntgengerät, das vor einigen Jahren bei mir nicht mehr arbeiten wollte und nur noch Streifen zeigte. Aber pssst.....sonst läßt man mich in kein Krankenhaus mehr rein. *lol*
Den nächsten Termin habe ich erst kommende Woche, so daß ich um meinen Geburtstag herum frei bin. Das trifft sich gut. Auf dem Rückweg waren im übrigen die Brombeeren, die letzte Woche noch rot leuchteten, gereift, nur leider hatte ich mal wieder keine Dose dabei. Und wenn ich dann eine Dose mitnehme, sind die Brombeeren alle weg. So ist es immer.

Reife Brombeeren

Letzte Woche

hatte ich den ersten Termin in der Strahlenklinik. Da sie jwd liegt (für Nichtberliner: janz weit draußen), war es gar nicht so leicht hinzufinden, zumal ab der S-Bahn-Station die Busse in beiden Richtungen diverse gleichnamige Kliniken im Angebot haben. Deshalb stand ich erst unschlüssig an der falschen Haltestelle herum, bis ich auf die Idee kam, in der Klinik anzurufen. Die Dame am Telefon meinte zwar, sie weiß das nicht, aber Hintergrund nannte jemand eine Busnummer, die an der Haltestelle gar nicht zu finden war. So suchte ich auf der gegenüberliegenden Seite und hinter der S-Bahn und wurde fündig. Der entsprechende Bus fährt nur in einer Richtung, nun ja. Die offene Anmeldung des Strahlenzentrums befindet sich in einem offenen Lichthof, der ganze fünf Stockwerke umfaßt und mit Glas überdacht ist. Man kann sozusagen in jede Station der anderen Stockwerke schauen. Anscheinend dient der Lichthof auch als interne Rohrpost, denn es wird hier schnell mal eine Krankenakte von oben nach unten befördert, d.h. geworfen. Erinnert ein wenig an indische Lichthöfe, man könnte meinen, das Gebäude ist nach Vastu-Regeln erbaut, aber das täuscht, denke ich, und ich finde es eher unvorteilhaft. Es ist doch mit fünf offenen Stockwerken sehr wuselig und zugig. Immerhin bekommt man, so wie ich es beobachtet habe, in dieser Klinik ebenfalls zwei Kompressionsstrümpfe, anders als in der Klinik, in der meine Mutter lag, wo sie, obwohl mit Thrombose, immer nur einen Strumpf für das kranke Bein erhält. Und überhaupt fällt mir, während ich das schreibe, plötzlich auf, daß ich in den letzten zwei Jahren gleich vier Berliner Kliniken von innen kennengelernt habe. Ich könnte mir ehrlich schönere Plätze für Sightseeing vorstellen. Das Vorgespräch hatte ich bei einer anderen Ärztin als meine Mitpatientin. Sie nahm sich viel Zeit, mir alles zu erklären, und die Sprache kam auf das Aussehen der Brust. Blöder- oder glücklicherweise - wie man es nimmt - sieht man von dem Loch kaum etwas wenn ich stillstehe oder -liege, sondern nur wenn ich mich bewege (und das nichtbewegte Aussehen wird in dem Maße, wie sich das Gewebe lockert, auch immer besser). Also zeigte ich ihr das und sie sah gleich, was ich meine. Beim Anziehen bemerkte ich, daß man dagegen zum Glück etwas tun könne, es sei ja keine Geh-Behinderung o.ä., worauf sie sofort erwiderte, man müsse sogar etwas tun. Ich habe sie wohl sehr verblüfft angeschaut, denn mit sowas hatte ich aus dem Munde eines Arztes nicht mehr gerechnet. Sie sagte, daß ich damit leben und mich damit wohlfühlen müsse und deshalb kann und muß man etwas tun, wenn es nicht so ist. Und dabei sei es völlig egal, ob die ganze Brust fehlt oder nur ein kleines Stück. Ich war völlig perplex und dachte, ich hätte mich verhört. Niemand der mir einen moralischen Erpresser- oder Angstmacherzeigefinger auf die Brust setzt, nach dem Motto, ich solle zufrieden und dankbar sein, daß ich noch lebe, bzw. die Brust noch dran ist (wobei jede Moral, die sich nicht am Menschen orientiert, nur eine Scheinmoral ist), keine heiligen Amputationspersönlichkeiten, mit denen ich mich vergleichen soll und verglichen werde, obwohl beides nur sehr bedingt vergleichbar ist, und das alles dann möglichst noch von Leuten, die nie etwas in der Art am eigenen Körper durchgemacht haben. Daß ich das noch erlebe....

Dienstag, 16. August 2011

...

In deinen Spielen komme ich nicht vor. Du warst immer stärker im Vorteil als ich und hast dies nicht gesehen oder sogar gegen mich verwendet. Diese Erkenntnis ist nicht neu, aber endgültiger und weniger schmerzlich.

Montag, 15. August 2011

Golden Brown

Puppenkleid

Mein früheres Kinderzimmer teile ich mir jetzt mit einem Kollegen. Es ist wie ein Büro eingerichtet und er bewohnt den hinteren, ich den vorderen Teil, wobei unsere Schreibtische genau dort zusammenstehen, wo mein Kinderschreibtisch stand. In allen Schränken und Regalen befinden sich statt Spielzeug Akten. Wer hätte gedacht, daß es sich hier so verändern würde? Auf der Seite von K. sind nur noch einige Spielzeugautos zu sehen, die wohl ihm gehören, und auf meiner Seite zwei Puppen, die zwischen den Akten stehen - eine in Spreewaldtracht und meine Hippie-Puppe. Irgendwo auf seiner Seite finde ich zwei gleiche, noch neue und eingeschweißte Puppenkleider. Da ich denke, daß die sowieso für mich sind, nehme ich mir einfach eines, um es meiner Hippie-Puppe anzuziehen. Allerdings sieht es mehr aus, wie für eine magere Barbie gemacht und die Hippie-Puppe hat etwas fülligere Formen. Ob es da paßt? Doch die Taille ist aus Gummi und elastisch, wie ich feststelle. Könnte also klappen. Aber kurz bevor ich es der Puppe überziehe, überlege ich es mir anders. K. ist wieder da, hat meinen Aktionsrückzieher mitbekommen und ich sage zu ihm: "Nee, lieber doch nicht. Damit sieht sie ja aus wie ein Gothic! Dann lieber Hippie."

Die Hippie-Puppe ist die Rechte vom Betrachter aus gesehen.