Auf einem Bahnhof sitzend und wartend, sehe ich hinter mir auf dem Bahnsteig eine weiß-graue, frei herumlaufende Katze mit ihrem Besitzer. Nur aus Spaß rufe ich sie leise, so leise, daß es zwischen den Menschenmassen gar nicht zu hören sein dürfte, doch sie spitzt die Ohren, schaut aufmerksam zu mir herüber und schleicht zielstrebig durch die Beine der wartenden Leute hindurch zu mir. Neugierig beschnuppert sie mich, sich mit den Vorderpfötchen auf meinen Knien aufstützend, um sich dann ohne jedes Zögern wie ein Hund zu meinen Füßen zusammenzurollen. Upps...
Meine Großmutter hob in ihrer Rumpelgarage einen uralten Kinderherd auf. Wahrscheinlich hatte sie Anfang des letzten Jahrhunderts noch selbst damit gespielt. Er sieht zwar aus wie ein großes Stück Schrott, war für uns Kinder jedoch ein funkelnder Schatz, der immer dann geborgen wurde, wenn ich zu Besuch bei den Großeltern war. Man konnte viele raffinierte Sachen damit machen, zum Beispiel in die ovale Blechdose (den Wasserspeicher) Wasser füllen, welches vorne an einem kleinen Wasserhahn wieder herauslief, wenn man den Hahn aufdrehte. An der Vorderseite befanden sich kleine Klappen, in die normalerweise die Holzfeuerung gehört hätte, so wie man damals noch auf Holzherden gekocht hat.
Im Traum habe ich einen gepflegten schwarzen Vollbart, der mir im ersten Teil des Traumes auch ganz natürlich vorkommt und gut gefällt. Doch kurz (rechtzeitig?) bevor ich aus dem Haus gehen will, fällt mir plötzlich ein, daß Bärte ja eigentlich nur Männer tragen. Es könnte also etwas seltsam ankommen, wenn ich mit Bart nach draußen gehe. Vielleicht sollte ich Männerkleidung dazu tragen, aber meine Stimme würde mich trotzdem verraten. Deshalb greife ich schließlich zum Rasierer und entferne den Bart.
auf dem Weg zur Post, traf ich heute, na wen wohl, den Sonnenblumenhausmeister. Der fragte gleich wegen meiner Erkrankung, aber ich hatte überhaupt keine Lust, ausgerechnet mit ihm über Brustkrebs zu reden, weshalb ich relativ kurz angebunden war und schnell das Thema wechselte. Ich wußte nicht, ob er es weiß, fragte aber lieber gar nicht erst. Da ich jedoch die stille Post im Büro kenne, würde ich mal vermuten, daß es auch bis zu ihm vorgedrungen ist, zumal er mich fragte, ob es mit mir "noch einmal etwas wird". Na ich hoffe doch...
In der Strahlenklinik mußte ich in ein anderes Gerät, weil bei dem, in dem ich sonst bin, wohl eine Physiker-Schulung stattfand. Die Schwester warnte mich auch gleich vor, daß sich das Gerät anders anhören könnte. Merkwürdig hören sie sich alle an, ein bißchen zahnarztmäßig, wenn sie so wie ein R2D2 um einen herumwuseln, fauchen und pfeifen. Vor der Tür wartete ein alter Mann in einem Rollstuhl und hatte schließlich wohl keine Lust mehr zu warten, hievte sich selbst aus dem Rollstuhl heraus und versuchte, auf diesen gestützt, irgendwie vorwärts zu kommen, aber mit sehr wackeligen Beinen, so daß ich skeptisch war, ob das etwas wird. Gerade wollte ich schon aufspringen und fragen, ob ich helfen soll, als eine Schwester kam, sehr mißbilligend auf seine Bemühungen schaute und ihn mit schönster Schnodderschnauze fragte: "Na, wolln Se stiften jehen? Садите, пожалуйста!" Man stelle sich vor, ich hätte ihm beim Stiften gehen geholfen, an besten noch bis vor die Klinik...auweia!
PS: Wieso funktioniert der blöde Ticker da oben eigentlich nicht?

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den ich heute auf der Hinfahrt hatte, erzählte, daß er mal bei der Regierung gearbeitet und deren Limousinen gefahren hat. Während er so aus dem Nähkästchen plauderte, was ich hier nicht wiedergeben will, erwähnte er, daß sie alle, die gesamte Politprominenz, in seinem Wagen saßen. Tja, meinte ich zu ihm, und jetzt haben Sie mich...worauf er antwortete, das wäre ihm auch lieber, denn die Politiker seien alle irgendwo fernab der Realität. Das kann ich mir gut vorstellen. Bei der Rückfahrt mußte ich auf einen anderen Fahrer warten und hatte noch etwas Zeit, weshalb ich kurz in den Altbau der Klinik ging, um zu schauen, ob ich mich an etwas erinnere, da ich ja als Kind in diesem Gebäude gewesen sein muß. In meinen Krankenhauserinnerungen tauchen immer kugelrunde Deckenleuchten in hohen Fluren auf und diese Kugelleuchten hängen dort tatsächlich. Allerdings kommen mir die Flure und Fenster viel kleiner vor als in meiner Erinnerung, aber das ist ja eigentlich immer so. Der Fahrer, der mich zurückfuhr, ist bei der freiwilligen Feuerwehr und erzählte, wie er nachts aus dem Bett geholt wird, um Leute vom Asphalt zu kratzen und dafür nichts weiter als eine Aufwandsentschädigung bekommt. Als ich ihn fragte, warum er so etwas macht, meinte er nur, andere spielen in der Freizeit halt Fußball und er sei gewöhnt, dieses zu tun. Schon merkwürdig, was manche unter Freizeitvergnügen verstehen, aber das muß es ja auch geben, sonst müßte der Staat eine ganze Menge mehr Geld locker machen. Für mich wäre das jedoch kein Lieblingshobby...
Ein junger Mann in den Zwanzigern, dessen Aufmerksamkeit ich suche, jedoch in allen Annäherungsversuchen ohne Erfolg. Er ist ziemlich uninteressiert und greift sich lieber einen Buddeleimer, um in den Sandkasten spielen zu gehen. Nun ja, vielleicht ist er einfach wirklich viel zu jung. Und mit diesen blauen Lockenwicklernresten in meiner Perücke sehe ich wahrscheinlich sowieso sehr derangiert aus.
Auf der Bergspitze von einer Menschenmenge umgeben. Ich bin barfuß unterwegs und trage meine Schuhe in der Hand. Eine Lautsprecheransage ertönt, daß sich bitte alle unverzüglich auf der gegenüberliegenden Seite des Berges wieder hinunterbegeben sollen, da irgendeine Gefahr drohe. Ich mache mich bereit, hinunterzusteigen, denke mir aber, daß es besser wäre, meine Schuhe anzuziehen, wenn ich dort durch Gestrüpp, Dornen und Steine laufen muß. Etwas erstaunt stelle ich fest, daß meine Schuhe nur aus einer gerade einmal pappeähnlichen Sohle bestehen, an der mittels Löcher in den Seiten ein breites Band befestigt wurde. Dieses muß ich nun um Fuß und Knöchel schlingen, damit die Sohle am Fuß hält. Blöderweise ist das Band ziemlich kurz, so daß mir zwar ein erster Knoten gelingt, aber der zweite verdammte Knoten, der dem ganzen Halt geben soll, den kriege ich einfach nicht hin. Sieht so aus, als müßte ich doch barfuß laufen.
Bemerkung: Ich glaube, meine Haut ist so dünn, wie die Sohle an meinen Füßen.
sucht auf meinem Blog nach "schöner Mann schwarze Haare". Hey, so einen suche ich auch. Wußte nicht, daß man die per Google finden kann.

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Eine alte neue Wohnung, die ich vernachlässigt und noch nicht fertig eingerichtet hatte. Vielleicht die Wohnung zu meinem neuen Balkon, von welchem ich gestern träumte und den ich mir vornahm mit Blumen zu schmücken. Durch die Wohnung gehend mache ich eine Bestandsaufnahme für jedes einzelne Zimmer. Das Bad ist riesig, geradezu ein Tanzsaal, allerdings ist die Decke eigenartig niedrig und damit etwas bedrückend, wenn sie so nur eine Handbreit über meinem Kopf hängt. Die Fenster zum Bad sind nur kleine Luken in der Wand verteilt, doch wenn man hinausschaut, sieht man Dachkonstruktionen vor sich, welche wie die eines barocken Schlosses anmuten. Diese Aussichten muß ich unbedingt fotografieren und dabei nehme ich mir vor, auch gleich sämtliche anderen Fensterausblicke zu überprüfen. Zwei kleine Zimmer folgen, von denen eines ein Durchgangszimmer ist, durch welches man in das andere Zimmer gelangt. In diesem befindet sich eine Art Podest, welches den halben Raum einnimmt, mit Treppe. Wenn man von da oben aus dem Fenster schaut, sieht man einen dunklen Wald vor sich. Ich überlege mir, daß ich auf dieses Podest am besten ein Sofa stelle, welches ich aber erst kaufen muß. Irgendwie war das schon alles, aber wo ist das Schlafzimmer? Gibt es so etwas in dieser Wohnung nicht? Es scheint beinahe so, denn weitere Zimmer sind nicht aufzufinden. Wo soll ich denn hier ein Bett hinstellen? Ins Badezimmer? Das wäre zwar groß genug, aber ein Bett im Badezimmer ist genauso blöd wie im Durchgangszimmer oder in der anderen kleinen Kammer mit Podest. Und so ganz ohne Bett, das geht gar nicht. Ich lasse mich nun erst einmal im Durchgangszimmer an einem Scheibtisch nieder und beginne den Film "Manche mögens heiß" mit Marilyn Monroe zu schauen. Doch ständig latschen irgendwelche Leute durch das Zimmer bis ich komplett ausraste und schreie, sie mögen es doch bitte unterlassen, dauernd hin- und herzulatschen und mich zu stören. Dann konzentriere ich mich wieder auf den Film. Eine Frau spielt darin mit, die genauso aussieht wie meine Großmutter. Mir fällt ein, daß sie ja auch einmal Schauspielerin war, allerdings nicht lange, bevor sie sich ins Privatleben zurückgezogen hat. Sie nannte sich damals nach ihrem Mädchennamen Daisy Duck Wolff, so wie die Frau im Film. Auf einmal steht meine Großmutter hinter mir und schaut versonnen auf den Bildschirm. "Stimmts", frage ich sie direkt, "du bist Daisy Duck Wolff?" Worauf sie ohne zu antworten verschmitzt lächelt.
Da ist mir doch beim Frühstück glatt der halbe Zahn abgebrochen, den mir die Zahnärztin erst vor einem Monat gemacht hatte. Immerhin, die Plombe ist noch drin. Überhaupt habe ich nie erlebt, daß jemals eine Plombe meiner Zahnärztin herausgefallen wäre. Ich glaube, die sitzen bombenfest. Nur der Rest ist weg. Und ich hatte mich schon gewundert, warum das Brötchen so knusprig ist, dabei habe ich fleißig meinen Zahn zerkaut. Das hat mir noch gefehlt, jetzt, wo ich schon völlig am Ende bin, und dabei erst am Anfang.

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welche neben meinem Bett auf dem Nachttisch eingeschlafen ist, sieht beim Schlafen genauso aus wie meine Katze, wenn die beim Sitzen weggenickt ist - die Nase fällt bis auf den Boden. Ok, ich weiß nicht, ob Wespen Nasen haben, aber ihr Kopfende liegt auf dem Tisch. Schade nur, daß sie morgen wahrscheinlich tot sein wird, ebenso wie all die anderen, sich vor Erschöpfung kaum auf den Beinen halten könnende Wespen.

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Irgendwie fühle ich mich heute sehr deprimiert und ich weiß gar nicht warum. (Jetzt muß ich aber selbst lachen, schließlich hätte ich genug Gründe dafür, will es mir aber nicht gönnen.) Deprimiert und müde. Nachts wache ich auf und bin deprimiert, am nächsten Morgen wache ich auf und bin immer noch deprimiert, ich verlasse die Klinik und bin wieder deprimiert. Mein Balkon ist inzwischen der reinste Wespenfriedhof, man geht aber nicht nur über sie hinweg, eine Gestreifte ist auch in das Spinnennetz unter der Regenrinne geflogen. Das hat man davon, wenn man es so eilig hat. Da hat die Spinne lange zu knabbern. Und ich warte wie die Spinne den ganzen Tag, warte und telefoniere, telefoniere und warte. Ich hasse Warten, allerdings nur zu Hause. Woanders macht es mir weniger aus, wenn es nicht gerade sieben Stunden sind wie einmal bei der Orthopädin. Gleich doppelt hat sich währenddessen ein neuer Name in mein Leben geschlichen. Erst nannte mein Fahrer diesen Namen einer Onkologin, den ich noch nie gehört hatte, und gleich darauf in der Klinik, als ich die Fachärztin von der Strahlentherapie traf, wollte sie mich zu ebendieser, von der ich gerade im Taxi gehört hatte, schicken, damit ich eine "Rundum"-Betreuung bekomme. Mir soll es recht sein, zumal ich bei meiner Haus-Gynäkologin sowieso das Gefühl habe, ich bin ihre erste Patientin mit dieser Erkrankung. Aber so ein bißchen fühlt man sich als Patient auch bald herumgeschickt wie eine Postsendung. Nie im Leben wollte ich so viele Ärzte kennenlernen...