Lange Träume, die größtenteils ohne Erinnerung bleiben. Mittendrin gehe ich eine Kellertreppe hinunter. Als ich mich umsehe, steht am oberen Ende mein Vater. Sofort wird mir klar - dies hier ist ein Traum, denn er ist ja tot. Aber in einem Traum, und dann noch zu Halloween, sollte ich auf keinen Fall Kellertreppen hinunter gehen. Entschlossen kehre ich um und steige die Treppe wieder nach oben. Dort angekommen gehe ich etwas unschlüssig herum und überlege, was ich wohl mit einem luziden Traum anfangen könnte. So recht will mir nichts einfallen, nebenbei registriere ich überrascht, daß ich erstaunlich ruhig bleibe. Zumindest habe ich nicht den Wunsch, sofort aufzuwachen, was aber daran liegen kann, daß ich mich nicht in der Umgebung meines Bettes befinde. Ich erinnere mich im Traum sehr gut an meinen
letzten luziden Traum, in welchem ich noch etwas Panik geschoben hatte. Fast scheint mir, als ob mit jedem luziden Traum die Kontrolle besser funktionieren würde, und das, obwohl ich gar nichts dazu tue. Ich habe aus verschiedenen Bedenken heraus nie aktiv versucht, Luzidität herbeizuführen oder damit zu experimentieren. Jetzt scheint alles von alleine zu passieren. Fast kommt es mir vor, als wäre es irgendwie vorgesehen oder von jemandem gewollt, daß ich dies nun lerne. Langsam gehen die belanglosen Geschehnisse in den nächsten Traum über, mit welchem auch die Luzidität wieder verschwindet.
Inzwischen habe ich eine ganze Sammlung Thermoskannen und Thermosbecher zuhause, welche ich nie benutze. Und alles nur, weil sie metallicrot sind. Mein drittes Notebook, das ich eigentlich gar nicht brauche, ist übrigens auch metallicrot. Ich kaufe alles - es muß nur metallicrot sein. Dieses Metallicrot treibt mich noch in den Ruin. Oder aber meine Eigenart, mir jeden Schuh anzuziehen, wie heute wieder im Supermarkt. Ich gehe an die Kasse und bekomme mehr aus den Augenwinkel mit, wie ein Mann sich knapp hinter mir an die Kasse stellt, der da vorher bereits zwei Meter davor gestanden und irgendetwas in seinen Kartons sortiert hatte. Ebenfalls zwei Meter vor der Kasse ein irgendwie herrenlos herumstehender Einkaufswagen. Als ich mich zufällig umwende, schaut mir ein so böses Gesicht entgegen, daß ich fast zu Stein gefrieren möchte. Natürlich beziehe es gleich wieder auf mich, denn wenn der mich so böse anguckt, muß ich doch irgendetwas verbrochen haben - vielleicht vorgedrängelt? Da ich es nicht ertragen kann, solch einen Blick in den Nacken gebohrt zu bekommen und vielleicht Schuld an seiner schlechten Laune zu sein, frage ich also freundlich, ob er an der Kasse angestanden hätte. Die Antwort lautet 'Nein', wird allerdings mit einem noch etwas böserem Gesicht gegeben, so nach dem Motto "Was will die denn von mir?" Das böse Gesicht blieb mir also erhalten, aber ich hoffte doch sehr, daß ich nicht der Verursacher war, auch wenn ich es nicht lassen kann, alles auf mich zu beziehen. Manchmal möchte ich mich am liebsten nur noch unsichtbar machen. Das wird immer schlimmer und weitergehen kann es so auf keinen Fall. Ich frage mich, woher das kommt. Die (nichtvorhandenen) Hormone? Ist das vielleicht so eine Art Dauer-PMS? Normal ist das jedenfalls nicht. Wenn ich weiter noch hypersensibler werde, als ich sowieso schon bin, dann löse ich mich entweder irgendwann vor lauter Empfindsamkeit in Luft auf, oder ich werde depressiv und hänge mich schließlich auf, nur weil mich jemand schief von der Seite angeguckt hat. Ich brauche unbedingt ein sehr sehr
dickes Winterfell.
Das Tageshorroskop für morgen macht wirklich Mut:
Schlimme Sterne.
VORMITTAG
Heute hat sich der Himmel gegen die Welt verschworen. Es sieht wirklich übel aus. Lassen Sie sich nichts einreden!
NACHMITTAG
Machen Sie sich auf zu einem Spaziergang, gehen Sie über einen Friedhof. Da relativiert sich so manches.
ABEND
Teilen Sie Ihre Gefühle mit jemandem, den Sie für würdig erachten.
Ich glaube, ein Spaziergang auf dem Friedhof hätte unter diesen Umständen bei mir gegenteilige Wirkung.
fühle ich mich zur Zeit. Diese Antriebslosigkeit ist bleiern. Ich wüßte eigentlich tausend Dinge zu tun, jetzt, wo ich endlich mal Zeit habe, tue sie auch ständig in meinem Kopf, aber finde keinen Anlauf, nicht einmal zum Essen. Manchmal, wenn der Hunger zu sehr plagt, stehe ich vor dem geöffneten Kühlschrank und denke mir - das mußt du erst kochen und ein Brot mußt du erst schneiden und schmieren - dann mache ich ihn wieder zu und lutsche ein Halsbonbon, weil ich mich überfordert fühle. Ich hoffe nicht, daß dies die ersten Nebenwirkungen der Antihormontherapie sind und nun fünf Jahre lang so geht. Vielleicht ist es aber auch dieses berühmte Loch, wie es nach starken Belastungen auftritt, wenn die Spannung langsam abfällt. Auch zum Lesen hält der Antrieb, bzw. die Konzentration nicht lange, stattdessen wälze ich lieber schwarze Gedanken. Aber während das früher nur unerfreulich und erdrückend war, kommt nun eine dritte Komponente ins Spiel - die Schuldgefühle. Eine kleine neunmalkluge Stimme in meinem Kopf, die mir ständig sagt: "Na SO wird das nie etwas mit dem Gesundwerden." Eigentlich sollte ich für mich sorgen, mir gesundes Essen kochen und mich mit positiven Dingen beschäftigen. Wie ich es hasse, daß sie es schafft, mir immer noch zusätzlich Angst zu machen. Dabei dürfte es ja auch in Zukunft notwendig werden, sich mit negativen Gefühlen auseinanderzusetzen, denn ganz ohne geht es im Leben leider nicht. Und gerade im Moment fühle ich mich von Ablehnung und Feindseligkeit umzingelt. Es ist seltsam, manchmal weiß ich gar nicht mehr, was ich denken soll und was alles Einbildung ist und was nicht. Vielleicht werde ich langsam paranoid. Wenn man einen Tritt nach dem nächsten erhält, von Menschen, die einem wichtig sind und anderen, die einem egal sind, ist es ab einer bestimmten Frustrationsschwelle kaum noch wichtig, von wem das kommt, dann reicht jede kleine Andeutung, jede falsche Tonlage, um überempfindlich zu reagieren und sich noch mehr wie ein Igel einzurollen. Vielleicht sollte ich mehr Verteidigungslinien aufbauen und einfach alles an mir abprallen lassen. Das ist aber leichter gesagt als getan, vor allem, wenn einem noch nicht einmal die Chance gegeben wird zu erfahren, was man eigentlich verbrochen hat. Gerade dann scheint mir, wenn ich nichts richtig mache, und alles an mir ein Problem ist, sowohl das, was ich bin, als auch das, was ich nur in den Vorstellungen anderer bin, daß das Problem gar nicht bei mir selbst liegt.

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des
Vereins zur Verzögerung der Zeit:
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Der Zweck dieses gemeinnützigen Vereines, dessen Tätigkeit nicht auf Gewinn ausgerichtet ist, ist es, wo es sinnvoll erscheint, Zeit zu verzögern.
Seine Mitglieder verpflichten sich zum Innehalten, zur Aufforderung zum Nachdenken dort, wo blinder Aktivismus und partikulares Interesse Scheinlösungen produzieren."
Dann bin ich wahrscheinlich inoffizelles Mitglied, mit meinem natürlichen Schneckenlebenstempo mache ich das ganz automatisch.
In der vergangenen Nacht dekorierte Sonya Kraus meine Wohnung um. Das Ergebnis warf mich nicht aus den Socken, jedoch gefielen mir einige der verwendeten Accessoires: Transparente, zarte Windlichter, Schalen und Vasen - alle im gleichen Stil zueinander passend - mit einfachen Formen, aber weißen, teils vergoldeten Stuckverzierungen in Art griechischer Vasenmalereien. Um eine flache bauchige Schale herum windet sich zum Beispiel ein Band stilisierter Krokodile. Außergewöhnlich auch eine fast tischgroße ägyptische Pyramide mit Bildern aus changierend schillernden Einlegearbeiten, vermutlich aus Perlmutt und Metall, welche ziehende Karawanen und Wüstenoasen darstellen.
Ich erwache in meinem Bett mit etwas Kuscheligem im Arm, natürlich! - meine Katze. Doch irgendetwas stimmt nicht. Mir fällt ein, daß sie tot ist, also muß das hier ein Traum sein. Andererseits war sie doch gestern noch hier, meine ich mich zu erinnern. Verwirrung. Eine Welle geht durch meinen Körper, ich spüre das Auftauchen in ein neues Erwachen. Noch immer halte ich etwas Kuscheliges im Arm. Puschel, klar. Das andere war nur ein Traum, aber jetzt sollte ich aufstehen. Seltsam, mitten im Zimmer stehen drei leere Betten nebeneinander und an der Decke kleben zwei große Libellen (oder Elfen aus dem Samstagstraum?). Verflucht, ich muß schon wieder in einem Traum-Zwischenraum steckengeblieben sein. Sofort geht erneut eine Erwachenswoge durch mich. Ich liege im Bett mit Puschel neben mir. Na endlich! Doch wenn ich mir Puschel genau anschaue - warum hat sie so rote Augen? Ich beobachte die Augen genau von allen Seiten und sie bleiben rot statt schwarz. Oh nein, ich träume immer noch! So langsam reicht es mir. Die Erwachenswogen folgen so schnell hintereinander, daß mir fast schwindelig wird, aber jedes Erwachen scheint nur eine neue Illusion zu sein. Dieses Ding, das sich Realität nennt, schlägt die ausgebufftesten Haken, um mich abzuhängen, oder aber die Träume wollen mich nicht gehen lassen. Doch statt hier zu warten, daß ich endlich wach werde, könnte ich auch einfach aktiv werden. Vielleicht geht es dann schneller. Zum Beispiel könnte ich Puschel testen. Aufmerksam schaue ich ihr ins Gesicht, wenn dies ein Traum ist, dann wird sie mich gleich anblinzeln können. Erst passiert gar nichts. Sollte ich mich getäuscht haben? Sollte dies bereits die Wachebene sein? Doch dann - tatsächlich - sie blinzelt! Cool! Sie verwandelt sich in ein zweidimensionales Tuch mit einem gemalten Katzengesicht. Mit dem Mund forme ich einen Kuß und sofort formt das Katzengesicht ebenfalls einen sehr menschlichen Kuß. Cool! Vielleicht könnte ich sie etwas fragen? Nach ein paar eher dummen Fragen, die ich gleich wieder verwerfe, frage ich, ob sie mich lieb hat. Ein Satz erscheint auf dem Tuch, in welchem das Böse genannt wird, und eine Art Standbild aus einem Splatterfilm - ein hocherhobenes blitzendes Messer unter dunklen Gestalten. Oh, oh - die Botschaft ist ziemlich deutlich. Ich sollte sie schnell in Ruhe lassen und mich anderem zuwenden. Meine Aufmerksamkeit fällt auf große durchgehende Zimmerfenster. Auf der Straße laufen zwei oder drei elegante, schwarzgekleidete Menschen herum. Ich könnte mich jetzt einfach durch eines dieser Fenster werfen. Augenscheinlich ist es nicht sehr tief und da dies ein Traum ist, kann mir ja nichts passieren, egal was dort draußen ist. Doch mein Schwung ist nicht sehr groß und eher halbherzig, weshalb überhaupt nichts geschieht. Ich bemerke zwei Handwerker im Zimmer und bedeute ihnen, einen Hammer zu nehmen und in eines der Fenster ein Loch zu schlagen. Sie nicken, lassen sich jedoch Zeit, bzw. tun gar nichts. Im Zimmer steht nun eine große Tafel mit weißem Tischtuch, gedeckt mit Kuchen und Kaffeegeschirr. Einer der Handwerker setzt sich an den Tisch, während ich noch überlege, was ich für Traumunsinn anstellen kann. Ich beschließe sie zu verführen und wende mich erst an den, der noch mit seiner Arbeit beschäftigt ist, um mit ihm zu flirten. Aber er ist muffelig und springt nicht an. Nun gut, der andere ist auch noch da. Lasziv lehne ich mich auf seine Schulter und gebe ihm Feuer. Er hält meine Hand mit dem Feuerzeug fest, sehr fest, fast verbrenne ich mir die Finger, bevor er sie losläßt, sie öffnet und sich von meiner Handfläche zu meiner Ellenbogenbeuge küßt. Mitten im Geschehen höre ich meinen (realen) Fernseher knacken und sich einschalten. Gott sei Dank, denke ich enorm erleichtert, daß ich gestern die Weckfunktion eingestellt habe! Damit ist dieser Traum endlich wirklich vorbei. Der Handwerker war sowieso alt und hatte einen Bauch...
die Meisen bilden eine Warteschlange am Himmel, spionieren vom goldgefärbten Ahorn die Aktivitäten auf meinem Balkon aus, scharren mit den
Hufen Krallen und trommeln, um mir zu verstehen zu geben, daß ich gefälligst den Winter einzuläuten und etwas Eßbares in ihrem Vogelrestaurant zu hinterlegen habe. Wenn man dann, angelockt durch den Lärm, zum Fenster kommt, tun sie plötzlich ganz scheu und unschuldig, präsentieren sich (ein Schelm, der Böses dabei denkt) jedoch immer sehr gut sichtbar mit schiefgeneigtem Köpfchen - und ach so verzweifeltem, demonstrativem Picken nach einem Körnlein auf dem puren Holz. Paßt man gerade nicht auf, amüsieren sie sich in den noch immer grünen Erdbeeren, die ich wohl für dieses Jahr abhaken kann. Bisher war ich allerdings egoistisch und habe mich statt mit Vogelfutter mit Adventskalendern eingedeckt - ganze fünf Stück, so viele hatte ich noch nie. Zwei mit Marzipan, zwei mit Schokolade und einer mit frommen Bibelsprüchen. Wenn man nicht sicher sein kann, wieviele Advente man noch erlebt, muß man halt einfach in die Vollen gehen und für fünf feiern. Auch mein
Lieblingskalender ist dabei, für den ich sonst in der Regel zu spät komme, da mich Advent oder Weihnachten normalerweise erst interessiert, wenn die Zeit dafür angebrochen ist, man dann aber nur noch den übriggebliebenen Müll bekommt.
Mütter scheinen jetzt im Trend zu liegen, denn auf meinem Twitterprofil erscheint unter TopTrends der Suchlink "Meine Mutter".
Wenn man ihn klickt, bekommt man jede Menge skurrile und alltägliche Informationen über Mütter:
z.B von @Jewlz_x
"Gekocht, Schwester für die Mathearbeit fit gemacht und jetzt weiter für die Chemieklausur lernen. Meine Mutter? Ähm ja TV."
@oOtrinityOo
"03:00 Uhr Nachts. Rufe jetzt meine Mutter an. Damit Sie mal sieht wie das ist, wenn Sie sonntags 13:00 Uhr bei mir anruft."
@babyfell
"Fazit des Tages: Meine Mutter ist nicht meine Mutter,sondern ein als Frau getarnter Mann,der seine Schlüppis in der ganzen Wohnung verteilt."
@GawinVideo
"Muss wohl mein Twitter Profil SChützen -.- Meine Mutter hat den gefunden und stalkt mich nun"
@ClausHipp
"Nichtmal 30min auf der Autobahn und schon muss meine Mutter auf Klo...na das wird eine klasse Fahrt -_-"
@_itssana
"Meine Mutter fängt um 18.00 Uhr immer an zu reimen. Kann man die Uhr nach stellen."
@xSophiaBeckx
"Meine Mutter hat Blutgruppe Nutella positiv ! (Scherz):D"
@konakona84
"omg -_- meine Mutter ist mittlerweile gottseidank erwachsen geworden. Wieso schaffen das andere Eltern nicht? O_o"
@Vengeful_Fairy
"Meine Mutter und meine Tante sprachen über meine Sexualität. Privatsphäre!?"
@JaRnR
"Vermutlich verbringt meine Mutter die gesamte Woche damit, zu überlegen, welche Dinge sie mir am Samstagmorgen an den Kopf werfen kann."
@Xpaprika
"Meine Mutter verarscht mich? Da lieg 'n Zettel "Draußen ist schön, kannst du aufm Balkon frühstücken.". WTF? Es sind 5-6 Grad?!"
@2light_
"Super nacht! Meine Mutter ist fremd gegangen, mein Vater wollte sich umbrigen und ich Darf Eheberater spielen :D #Awesome"
Mitten in der Nacht erwache ich und gehe kurz raus. Als ich mich wieder in das weiß bezogene Bett legen will, fallen mir zwei große Insekten auf, die über dem Bett herum schwirren. Mit denen in der Nähe möchte ich nicht einschlafen, deshalb greife ich nach einem Handtuch und schlage nach ihnen, um sie zu verscheuchen. Da fällt mir auf einmal auf, daß es keine Insekten sind, sondern Elfen - winzige menschenähnliche Gestalten mit großen Libellenflügeln. Inzwischen entdecke ich auch andere davon im Zimmer. Sie sind, soweit ich sehen kann, alle männlich. Eine Elfe hat eine Glatze, drei tiefe Stirnfalten und schaut etwas konsterniert, als ich über ihr mit dem Handtuch herumwedele. Während ich weiter die Elfen jage, gehe ich zur Tür hinaus und einen langen dunklen Gang hinunter. Nach oben schauend nehme ich wahr, daß der Gang aus einer langen Allee endlos hoher Bäume besteht, vermutlich Kiefern, deren Kronen zwischen dunstigen Wolkennebeln verschwinden. Am Ende des Ganges laufe ich nicht weiter, sondern kehre um, denn eigentlich ist keine Elfe mehr zu sehen und mir ist unheimlich, also die besten Gründe, um zurück ins Bett zu steigen. Als ich die Baumallee hinter mir gelassen habe, wende ich mich nach links und suche dort die Tür zu meinem Zimmer. Doch als ich in die offene Tür hineinschaue, ist dahinter nicht mehr mein Zimmer, sondern ein anderer Gang zu sehen. Ich bin verwirrt. Vermutlich führen mich die Elfen jetzt an der Nase herum, sich rächend, weil ich sie verscheuchen wollte. Dann erwache ich.
Mir spukt da eine neue Krankenhausserien-Fortsetzungsgeschichte im Kopf herum - mit vielen unterirdischen Tunneln und Katakomben (so ganz ohne Grusel kann ich nicht) und einer Liebesgeschichte (so ganz ohne Liebe kann ich auch nicht). Allerdings merke ich ziemlich deutlich, daß jetzt nicht der richtige Moment ist, um mit solch einem Projekt zu beginnen. Dazu brauche ich viel zu dringend meine letzten mir verbliebenden geistigen Ressourcen (so ein Chemobrain fühlt sich an wie ein löchriger Käse und die Wortfindungsstörungen sind übelst), um mein Leben irgendwie auf die Reihe zu kriegen, was mir allerdings wie eine fast unlösbare Aufgabe erscheint. Dementsprechend bin ich fast Tag und Nacht damit beschäftigt, darüber nachzudenken.
Meine Zielsetzungen sind folgende:
Lebenordnungspunkt 1
Gesundheit - damit ich mir hier die ganze Mühe nicht völlig umsonst mache.
Lebensordnungspunkt 2
Ein Job, der mir noch Kraft zum Leben läßt, und zwar wirklich zum Leben und nicht nur zum Essen und Schlafen.
Lebensordnungspunkt 3
Menschen um mich herum, von denen ich mich angenommen fühle, die mich nicht geringschätzig behandeln, und die auch mit meinem Bedürfnis nach Zurückgezogenheit und anderen "Abartigkeiten" zurecht kommen. Es ist wohl eine ziemlich schlechte Idee, sich selbst von der Erde zu radieren, nur weil es einige Leute gibt, die mich nicht besonders schätzen und unentwegt etwas an mir auszusetzen haben.
Lebensordnungspunkt 4
Nerven wie Drahtseile, damit der Konflikt mit meiner Mutter mich nicht dauernd aus der Bahn wirft, welcher vermutlich in den nächsten Jahren noch eskalieren wird, so sehr ich auch versuche, ruhig zu bleiben und sie zu verstehen. Wenn sonst der Hauptstreßfaktor die Arbeit ist, ist es zur Zeit meine Mutter und sie begreift es nicht, ist wahrscheinlich mit 77 auch schon zu alt dafür, daß sie mir mit ihrem Verhalten nur wenig hilft. Nach jedem Telefonat geht es mir schlecht. Manchmal möchte ich nur noch in den Hörer beißen oder wie Charlie Sheen in seiner Serie den Hörer unaufhörlich auf den Tisch knallen.
Lebensordnungspunkt 5
Die nächsten fünf Jahre Tamoxifen ohne einsetzende Eierstockfunktion und ohne, daß ich ständig aussehe wie ein Streuselkuchen, zu überstehen. Aber darauf habe ich wohl eher geringen Einfluß.
Ich habe keinen Schimmer, wie ich das alles anstellen soll, aber vielleicht brauche ich einfach nur noch etwas mehr Gehirnkapazität.
Desweiteren zerbreche ich mir den Kopf über die Qualität meines Weblogs. So wie es jetzt ist, gefällt es mir nicht mehr - zu wenig Qualität, zu viel Quantität und immer dieselben doofen Themen. Ich glaube, ich brauche ein Qualitätsmanagement. Allerdings haben die anderen Dinge Vorrang und deshalb wird sich wohl (hoffentlich) erst etwas ändern, wenn ich wieder einen klaren Kopf besitze und sich weniger Lasten auf meinen Schultern befinden, die mir die Flügel stutzen. Und während ich das schreibe, fällt mir ein Satz ein, den ich letztens irgendwo gehört habe: Für jene die Geld haben und gesund sind, ist es leicht, ein guter Mensch zu sein.
Im Supermarkt fielen mir heute diese Knack&Back-Sonntagsbrötchen in die Hände. Ganz einfach zum Aufbacken aus der Dose. Ich glaubte aber meinen Augen nicht zu trauen, als ich in der Zutatenliste las, daß sich neben Zucker auch Alkohol in den Brötchen befindet. Da fragt man sich echt, was Alkohol in Brötchen zu suchen hat. Schließlich wollte ich nicht schon am Sonntagmorgen mit dem Saufen anfangen. Selbst zu backen hat doch einige unschätzbare Vorteile.
PS: Bei dieser Gelegenheit lege ich meinen geschätzten Lesern mal wieder die
Mitmach-Aktionen von Foodwatch ans treue Herzchen.