Alien
Es ist eine neuere Version von  AlienInsideTwoday  verfügbar!  Aktualisieren  Jetzt nicht!
© 2018-2023 NeonWilderness

Montag, 2. Januar 2012

Den Jahresrückblick

habe ich mir diesmal geschenkt - obwohl es durchaus positive Dinge gab, auf die ich hätte zurückblicken können, so unwahrscheinlich das im ersten Moment auch klingen mag. Doch meine Erkenntnis des letzten Jahres lautet: Das Leben ist zu kurz, um es mit langen Rückblicken auf Jahre zu verschwenden, die noch frisch in Erinnerung sind.
Wenn ich jedoch auf die letzten Tage des alten und die ersten Tage des neuen Jahres zurückblicke, dann nur, weil sie so grauenhaft waren. Jedenfalls kein guter Beginn. Zu Weihnachten sah alles noch relativ erfreulich aus. Ich sorgte mich nicht allzu viel um die Zukunft, energetisch ging es mir besser als im November und dieser ganze Weihnachtskitsch vernebelt einem das Gehirn sowieso so sehr, bis es nur noch rosa Zuckerwatte ist. Doch dann, drei Tage vor Silvester ging es mit einer fiesen Migräne los, die immer noch nicht ganz weg ist, und Rückenschmerzen, die mich beinahe veranlaßt hätten, mit Straßenschuhen ins Bett zu gehen, um mir das Bücken zu ersparen. Bloß gut, daß ich die Silvestereinladung nicht angenommen habe. Wenn ich darüber nachdenke, woher diese plötzliche gesundheitliche Talfahrt kommt, fallen mir eigentlich nur zwei Dinge ein. Zuviel Marzipan und Pfefferkuchen oder aber die Email meiner Kollegin. Genau nach dieser Email ging es los. Sie schrieb mir darin, wie sehr sich die Arbeitsbedingungen verschlechtert haben und die Belastung bei uns im Job gewachsen ist. Ok, eigentlich bemerke und höre ich das schon regelmäßig seit 15 Jahren. Und irgendwelche Aufschwünge scheinen an uns vorüberzugehen. Aber ich hatte es vorerst erfolgreich verdrängt. Als ich im November bei der Psychoonkologin war und mit ihr über dieses Thema gesprochen hatte, meinte sie zu mir, wenn ich schon nicht die Möglichkeit hätte, eine befristete Rente zu beantragen, sollte ich einen auf psychisch machen, wenn man mir bei der Reduzierung der Belastung und der Arbeitszeit nicht entgegen kommt. Wahrscheinlich muß ich da nicht einmal etwas "machen", wenn alleine eine Email bereits solche Auswirkungen hat. Aber irgendwie finde ich es kurios, daß ich mich therapieren lassen soll, während es anscheinend als völlig normal und gar nicht krank gilt, daß man in seinem Job die Arbeit für zwei bis drei Personen bis zur Erschöpfung alleine macht und dabei einen Haufen Geld verdient, mit welchem man sich bitteschön einen Haufen Müll kaufen soll, den man nicht braucht und der einen in keiner Hinsicht zufrieden und glücklicher macht. Aber wahrscheinlich ist dies die Keimzelle des Organismus der Marktwirtschaft, zumindest theoretisch. Und wenn man sagt, ich brauche nicht viel Geld, ich brauche nicht viel Müll, und ich will weniger arbeiten, ist man damit schon ein Störfaktor. Theoretisch, denn praktisch ist es zumindest bei mir so, daß ich eigentlich meist zu fertig bin, um viel zu konsumieren. Schließlich habe ich, wahrscheinlich fast schon als Bummelletzter, erst im letzten Jahr meine alte Bildröhre und diversen Uralt-Schrott ausgetauscht und damit die Wirtschaft angekurbelt. Das letzte Hemd hat keine Taschen, heißt es, und das ist wahr. Also sollte man darauf achten, daß man vielleicht ein paar andere Dinge aus dem Leben mitnimmt, zum Beispiel Zufriedenheit über die wirklich gelebten Momente, in denen man nicht allein von Geld regiert wurde. Wenn ich die Karten für 2012 befrage, was ich natürlich, wie es traditionell bei mir üblich ist, getan habe, sagen sie mir nicht viel Angenehmes voraus. Sie sind zwar auch nicht sehr beunruhigend, von Heiratsschwindlern bleibe ich diesmal ebenfalls verschont, jedoch wird eine Menge innerer Druck auf mir lasten und weit und breit ist keine Problemlösung in Sicht. Die Karten raten mir genauer gesagt, mich den kleinen, allerkleinsten und mikroskopisch winzigen Freuden des Lebens hinzugeben, denn mehr wird es wohl nicht werden. Bloß gut, daß ich darin schon Profi bin. Was Probleme betrifft, so neige ich ja dazu, sie gerne mit einem gezielten Kurzschluß und Schnitt abzuhängen. Dennoch finden sie mich früher oder später wieder und mit den jetzigen Problemen ist es ganz verzwickt. Das, welches ich wahrscheinlich noch am ehesten und leichtesten loswerden könnte, will ich eigentlich gar nicht abhängen. Das, welches ich mit Freuden sofort loswerden würde, läßt sich nicht so leicht abhängen, bzw. es würde bedeuten, das ich ein großes Problem mit einem anderen großen Problem austausche. Und das vorrangige gesundheitliche Problem, nun ja, das hat leider die unangenehme Eigenschaft, einen ständig im Ungewissen darüber zu lassen, ob man es nun abgehängt hat oder nicht. Deshalb wende ich mich erst einmal den kleineren Problemzonen zu. Bei meinem Wocheneinkauf lagen heute eine Fitnessmatte, zwei Gewichtsmanschetten (wiegen so viel wie zwei Kartoffelsäcke, zum Glück hatte ich Kartoffeln noch zu Hause) und ein Paar Bauch-weg-Slips auf dem Band. "Gab wohl gutes Essen, wa?" bemerkte der Kassierer scharfsinnig. Leider gibt es Bauch-weg-Slips anscheinend nur für große Größen und die 44 ist für mich doch etwas reichlich. Auch gegen meinen Bauch richten sie nichts aus, vielleicht ist er noch zu klein. Sind dann wohl eher Geld-weg-Slips.

Knalleffekt

Die junge Frau führt mich freundlich in das Badezimmer. Es geht um einen Test, zu welchem eine besondere Badewanne benötigt wird, um etwas darin zu versenken. Sie hat diese Badewanne, eine Eckwanne mit durchsichtiger Verkleidung. Ich bin hier zu Besuch bei einer jungen Familie, beide erst seit kurzem verheiratet, allerdings mit einem Baby, das bereits zu laufen beginnt. Als der Test abgeschlossen ist, möchte sie mir unbedingt noch eine Badewanneneinlage aus echten großen Flußsteinen zeigen. Sie legt diese unter den laufenden Wasserhahn und stellt ihr Baby darauf. Das stolpert vergnügt über die vom Wasser glitschigen Steine. Mir ist unwohl, denn das ist doch sicher nicht ungefährlich für das Baby. Aber die Mutter winkt eifrig ab. Da rutscht das Baby auch schon weg und fällt so aus der Wanne, daß es mit dem Kopf auf den Rand schlägt. Wußte ich es doch! Glücklicherweise hat das Kind nur einen Schreck bekommen, aber keine ernsthaften Verletzungen, doch die Mutter plagt nun ein sehr schlechtes Gewissen und sie versucht sich wortreich vor sich selbst und uns - ihr Mann ist inzwischen ebenfalls anwesend, sowie eine Psychologin - zu entschuldigen, ohne daß dies jemand von ihr verlangt hätte. Dazu macht sie unter anderem eine schriftliche Liste, die sie uns zu lesen gibt. Auf dieser sind alle einflußreichen Persönlichkeiten aufgeführt, mit welchen sie in ihrem Leben Bekanntschaft gemacht hat oder sogar befreundet ist. Unter diesen Persönlichkeiten finde ich unter anderem Buddha und Sri Krishnamurti. Und wie entschuldigt jetzt die angebliche und eher unwahrscheinliche persönliche Begegnung mit Buddha ihre Gedankenlosigkeit? Diese Frage behalte ich jedoch für mich und tausche nur berede Blicke mit der Psychologin aus. Diese scheint genau zu wissen, was ich denke und ganz genau dieselben Schlußfolgerungen daraus zu ziehen. "Gut, dann wäre das ja geklärt!" sagt sie übertrieben aufgeräumt und ihre Gedanken dazu ebenfalls zurückhaltend. Wir machen uns bereit zu gehen, als ich mir noch einmal den jungen Ehemann anschaue. Er wirkt sehr verwirrt und verängstigt. Anscheinend ist ihm eben gerade erst aufgegangen, daß er den Bund für den Rest seines Lebens mit einer Frau geschlossen hat, die einen Knall hat. Fast tut er mir ein bißchen leid.

Freitag, 30. Dezember 2011

Herz-Op

Irgendwo in Templin treffe ich K. in einer geselligen Runde. Ich erinnere mich, ihn schon einmal in Templin getroffen zu haben. Anscheinend hat er Verwandtschaft hier. Er freut sich mich zu sehen, aber ich muß erst nebenan etwas abstellen. Als ich die Tür wieder schließe, trete ich versehentlich auf Katzes Schwanz. Sie faucht böse, doch statt wegzulaufen, setzt sie sich mir anklagend mitten in den Weg, so daß ich nicht vorbeikomme, und hört nicht auf zu fauchen. "Ist ja gut, ist ja gut!" versuche ich sie zu beruhigen.

An einem Sandberg mit ausgeformter Spirale, daneben ein Gewässer, hocke ich mit Traumzeit. Kinder haben hier gespielt und irgendetwas oder jemand ist ins Wasser gefallen. Suchend gleiten meine Augen umher und in den klaren, aber nicht allzu tiefen Fluten mache ich zwei Gesichter aus. Doch es sind Puppengesichter. Gott sei Dank sind nur die Puppen ins Wasser gefallen. Vor mir an der Oberfläche paddelt hilflos ein kleiner Hund. Ich fische ihn heraus und setze ihn auf dem Sandberg ab.

Erwachend in meinem Bett stelle ich fest, daß die Adventskalender, die vorher ordentlich in einer Reihe an die Regale gelehnt standen, wie eine Armee zu meinem Bett vorgerückt sind. Sie stehen jetzt überall mitten im Raum herum, so daß man nur noch Slalom hindurchlaufen kann. Also entweder war nachts jemand hier und hat sie umgestellt, das schließe ich allerdings aus, oder aber sie haben sich von allein bewegt. Das würde bedeuten, daß dies hier ein Traum ist. Ziemlich sicher ist dies ein Traum. Als ich aufstehe, sehe ich nun auch mich selbst reglos wie eine Statue mit einer eingefrorenen Bewegung mitten im Zimmer stehen. Um mich aufzuwecken, bearbeite ich erst diese versteinerte Gestalt von mir, in dem ich sie hin- und herschüttele. Es hilft jedoch nichts und ich lege sie auf meinem leeren Bett ab. Dann beginne ich selbst herumzuhüpfen und zu springen. Während ich mich so bewege, um wach zu werden, frage ich mich, ob sich mein schlafendes Ich im Bett wohl ebenfalls bewegt. Vermutlich nicht, aber um es genau zu wissen, drehe ich mich um und betrachte mich. Noch immer liege ich still und reglos da. Plötzlich befinde ich mich wieder im Bett, um mich herum eine Gruppe von Ärzten und Schwestern, die an mir herumdoktorn. Zwar beschäftigen sie sich vor allem mit meinen Beinen, aber aus ihrem Gerede entnehme ich, daß mein Herz krank ist und gleich eine Herz-Op stattfindet, um es zu heilen.

Mittwoch, 28. Dezember 2011

Notiz an mich

Seit meinem letzten Krankenhausaufenthalt kann ich das Wort "Süppchen" nicht mehr ausstehen. Wenn mir jemand mit einem "Süppchen" kommt, dann renne ich schreiend weg.

Dienstag, 27. Dezember 2011

Heiße Weihnachtsgeschenke-Testphase

Erblühtee-Testung

Hab so ein Set aus Erblühtee, Kanne und Tassen bekommen, das mußte ich heute gleich ausprobieren. Von der Blüte sieht man auf dem Bild allerdings nicht viel.

Wellness statt Unterricht

Die Katze ist verschwunden! In der elterlichen Wohnung fällt mir ein, daß ich sie schon eine Weile nicht mehr gefüttert habe. Warum meldet sie sich nicht? Sie muß doch Hunger haben. Suchend schaue ich unter Couch und Schränke. Schließlich fällt mir ein in den Kachelofen eingelassener Gang auf, der direkt in ein Nest über dem Feuerloch führt. Die Katze hat sich darin zusammengerollt und nur das weiße Schnäuzchen leuchtet aus dem Kachelofen heraus. Mit meinen Rufen läßt sie sich hervorlocken und kommt vorsichtig aus dem Ofen gekrochen.

Es findet ein sehr zahlreich besuchter Unterricht statt. Massenhaft Bänke und Tische sind aufgereiht und voll besetzt. Der Unterrichtende ist jemand neues und gilt als etwas eigenartig. Leider habe ich vom Unterricht bisher nicht viel mitbekommen, da ich mich überhaupt nicht konzentrieren kann. Irgendwann bin ich an der Reihe und werde aufgerufen, weiß aber weder, wo wir sind, noch was man von mir will. Deshalb habe ich ein richtig schlechtes Gewissen und denke, daß ich gleich einen Rüffel bekomme. Doch stattdessen werde ich freundlich zu einem Schalter geschickt, um etwas zu erfragen oder zu besorgen. Während ich mich vor dem Schalter noch sammle und nach den richtigen Worten suche, dabei neugierig beobachtet von einem uniformierten Mann hinter dem Schalterfenster, fällt mir ein weißer Zettel auf, der direkt an der Wand darüber befestigt wurde. Er trägt meinen Namen und ist anscheinend ein Brief an mich. Ich nehme ihn und lese aufmerksam. Schöne und mysteriöse Worte, die ich mir unbedingt merken will, aber natürlich vergessen habe, sagen mir, daß ich sehr fertig aussehe und daß ich ein bestimmtes Zimmer suchen und betreten soll. Ich gehe los, platze fast in das falsche Zimmer, merke aber noch rechtzeitig, daß die richtige Tür die daneben ist, und trete ein. Eine junge Frau mit langen blonden Haaren erwartet mich bereits und begrüßt mich. Rechts von mir erkenne ich eine große Eckbadewanne mit Whirlpool, einige Massageliegen und andere Wellnesselemente befinden sich im Raum. Aus dem, was sie sagt, erfahre ich, daß sie Physiotherapeutin und Angestellte dieser Wellnessoase ist, und daß für mich eine Tagesbehandllung mit Rundumerneuerung vorgesehen ist. Sie fragt nach dem weißen Zettel, denn das ist gleichzeitig der Coupon für ihre Bezahlung, und nimmt ihn an sich. Dann fordert sie mich auf, mich gerade hinzustellen und ihr in die Augen zu schauen. Sie blickt mich ebenfalls sehr aufmerksam und suchend an, was sie dabei sieht, läßt sie allerdings offen. Mir wird klar, daß diese Wellnessbehandlung mein Lehrer in die Wege geleitet und mich über Umwege hierher geführt hat. Ich bin überwältigt davon, daß er sich so um mein Wohlergehen sorgt.

Sonntag, 25. Dezember 2011

Ebook-Geschenke

Jetzt ist wieder die Hoch-Zeit der kostenlosen Ebooks. Unter http://www.pageplace.de/de/ zum Beispiel gibt es nur heute gratis herunterladbar den Thriller "Illuminati" von Dan Brown. Morgen ist es ein anderer Thriller. Wenn man schon einen Telekom-Account hat, muß man sich nicht extra anmelden, sondern kann sich damit gleich einloggen. Die Ebook-Geschenke findet man unter dem dortigen Adventskalender, der sozusagen zwei Extra-Türchen hat. Zum Lesen benötigt man nicht unbedingt die dort angebotene Lese-App, sondern kann sich auch bei Adobe "Adobe Digital Editions" kostenlos herunterladen. Die acsm-Dateien dann einfach in das Programmfenster ziehen. Im übrigen hat PagePlace auch unter der Rubrik "Kostenlose Ebooks" ein recht umfangreiches Angebot an Literatur.

Amazon startet heute die Kindle-Gratis-Tage. Bis zum 06.01.2012 jeden Tag ein Buch geschenkt. Zum Lesen muß man keinen Kindle haben, es gibt auch eine kostenlose Lese-App für PC oder Android.

Und wenn man dann irgendwann zu viele Ebooks hat und nicht mehr durchsieht, findet man unter http://calibre-ebook.com/download ein kostenloses, aber trotzdem sehr umfangreiches Programm, um Ebooks zu organisieren (auch in Deutsch). Angefangen von den Metadaten die sich automatisch oder manuell ergänzen lassen bis hin zum Konvertieren in andere Formate, bekommt man so schnell einen Überblick über seine Sammlung.

Samstag, 24. Dezember 2011

Verrückte Weihnachten

sind das in diesem Jahr, wirklich verrückt. Ich habe doch tatsächlich einen Weihnachtsbaum hier im Zimmer zu stehen. Ok, das klingt für die meisten jetzt völlig normal und stinklangweilig, aber für mich ist das sehr aufregend, weil ich bisher nie einen Baum hatte. Nicht, weil ich ein Weihnachtshasser bin, im Gegenteil, ich mag Weihnachten, aber gerade deshalb lasse ich mich ungern von Weihnachtsstress anstecken und mache generell nur das, wozu ich wirklich Lust habe. Und mir einen von massenhaft abgeholzten Bäumen hinzustellen, um den mit irgendetwas zu behängen, gehörte bisher nicht dazu, zumal ich auch nicht viel Platz habe. Meist reichte mir Adventskranz und Gesteck oder ähnliches. In diesem Jahr allerdings verspüre ich einen regelrechten Heißhunger auf Tannenduft, falls man nach einen Duft hungrig sein kann. Vielleicht liegt das daran, daß ich zu wenig davon rieche - ob wohl meine Riechzellen von der Chemo lahmgelegt sind? Jedenfalls zog es mich am Mittwoch in den Baumarkt, um noch einiges frischduftendes Nadelgrün nachzukaufen, und ich kehrte mit einem ganzen Baum zurück. Zwar dem kleinsten Baum, aber ein Baum. Auf dem Nachhauseweg fiel mir ein, daß ich nicht einmal einen Baumständer besitze, aber ich dachte mir zuversichtlich, wenn das Christkind unbedingt will, daß ich in diesem Jahr mit allem Drum und Dran feiere, wird es mir hier sicher ebenfalls weiterhelfen. Tatsächlich gab es mir ein, bei Amazon schnell einen Ständer zu bestellen - ob es bis Heiligabend noch bessere Einfälle hat, darauf wollte ich nicht warten. Alles klappte prima und ich bin hellauf begeistert. Was Christbaum-Technologien betrifft, bin ich ja irgendwo im letzten Jahrhundert stehen geblieben. Ich kannte bis jetzt nur diese Ständer, in die man den Baumstamm schraubklemmen und mit Hölzchen begradigen muß. Mein Vater hat beim Sägen und Klemmen damals Stunden gebraucht und davon echt fiese Laune bekommen. In diesen supermodernen Christbaumständer stellt man den Baumstamm einfach hinein, zieht einmal kurz am Seilzugdraht und schwupps, der Baum steht in weniger als fünf Minuten. Und sogar mit Wasserreservoir, vielleicht nadelt der Baum dann nicht so schnell. Das ist phantastisch! So viel moderne Technologie treibt mir die Tränen in die Augen! Schon als der Baum so in meinem Zimmer stand, freute ich mich wie Bolle. Weniger, weil es ein Weihnachtsbaum ist, sondern mehr, weil ich das Gefühl hatte, ein Stück grünen Wald in meiner Wohnung zu haben. Sogar eine Spinne trug ich mit dem Baum mit nach Hause. Diese verzog sich gleich in die inneren Zweige und ward nicht mehr gesehen. Vermutlich hat sie sich jetzt irgendwo im Baum ein Nest gebaut. Schmuck ist da fast nebensächlich und eigentlich habe ich gar keinen, da ich nie Schmuck für einen ganzen Baum brauchte. Ich hatte mir nur etwas Feenhaar, drei weiße Vögel und eine Silbergirlande aus dem Baumarkt mitgenommen. Zuhause fanden sich noch zwei Geschenkanhänger, Glastropfen zum Anhängen und eine Sternenlichterkette, die ich einmal geschenkt bekam. Das ist recht minimalistisch, aber ich finde, der Baum sieht damit einfach perfekt aus. Und er paßt, wer hätte das gedacht, auch wirklich noch in das Zimmer. Ok, wenn ich jetzt aus dem Bett steige, falle ich fast hinein, aber wie heißt es so schön: Platz ist in der kleinsten Hütte, vor allem, wenn man wirklich will. Und so kann ich mich sogar vom Bett aus noch wie ein Schneekönig über meinen ersten eigenen Weihnachtsbaum freuen.
Zur Erbauung und Besinnung möchte ich meinen geschätzten Lesern ein paar Zeilen aus dem Buch "Simplify your life. Die Weihnachtsfreude wiederfinden" in die Festtage mitgeben:

"Die Liebe unterbricht das Backen, um das Kind zu umarmen. Die Liebe lässt das Dekorieren sein und küsst den Ehemann. Die Liebe ist freundlich trotz Eile und Stress. Die Liebe beneidet andere nicht um ihr Haus mit ausgesuchtem Weihnachtsporzellan und passenden Tischtüchern. Die Liebe schreit die Kinder nicht an, sondern ist dankbar, dass es sie gibt. Die Liebe gibt nicht nur denen, die etwas zurückgeben, sondern beschenkt gerade die mit Freuden, die das Geschenk nicht erwidern können. Die Liebe erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, erduldet alles. Die Liebe hört niemals auf. Fotohandys werden zerbrechen, Perlenketten werden verloren gehen, Golfschläger werden verrosten. Aber das Geschenk der Liebe wird bleiben."

Frohe Weihnachten!

Weihnachtsbaum

Donnerstag, 22. Dezember 2011

Tanzwut

Der Titel dieses Weblogs ist kein bloßer Zufall, sondern hat eine besondere Bedeutung für mich. Tanzen ist nämlich meine allergeheimste Leidenschaft, der ich allerdings nur in völlig talentfreier und unaufregender Weise nachgehe, wenn überhaupt. Schon in meiner Kindheit mußten durften die Spielgefährten diverse Tanzeinlagen von mir ertragen genießen, sei es nun als Can Can oder Steptanz a la Fred Astaire. Bei meinen Eltern handelte ich mir mit diesen Anwandlungen meist nur die Bemerkung ein, ich solle nicht so viel herumhampeln. In einer Familie mit sehr späten Eltern, die zudem unsportlich , bzw. gehbehindert sind, wird Bewegungsdrang nicht unbedingt gern gesehen. Sie mochten es lieber, wenn ich malte, wozu ich zugegebenerweise viel talentierter war. Auch später ist das Tanzen oft mit Frustrationen verbunden gewesen. Zum Beispiel belegte ich mit zwei Kolleginnen Salsa-Kurse, was an sich durchaus Spaß machte. Leider sind große Frauen mit großen Füßen als Tanzpartnerinnen nicht unbedingt gerne gesehen, vor allem wenn die Herren einen Kopf kleiner sind. Zwar tanze ich selbst nicht gerne mit kleinen Männern, aber wenn es dann hieß, Damen und Herren gegenüber in einer Reihe aufstellen, und mich die Männer gegenüber wie ein Kaninchen die Schlange anstarrten und schnell die Plätze wechselten, nimmt man das irgendwie schon persönlich. Bei den nach den Kursen folgenden Salsa-Partys wurde ich zwar von Herren aufgefordert, allerdings war das Tanzen nicht wirklich harmonisch, bzw. erfreulich. Meist tanze ich zu schnell und bekomme von den Männern gesagt, wie ich anders tanzen soll. Meine Kollegin, die selbst schon länger Salsa tanzte und Erfahrungen mit diversen Tanzpartnern hatte, bemerkte dazu immer: "Laß dich bloß nicht verunsichern! Wenn die Männer dir sagen, wie du besser tanzen sollst, dann tun sie es meist, weil sie es selbst nicht können." Darin mag eine tiefe Wahrheit liegen, allerdings wäre es unfair, den Männern die Schuld ganz allein in die Schuhe zu schieben. Mit komplexen Schrittfolgen habe ich tatsächlich Probleme und ebenso bin ich gerne zu schnell. Nichtsdestotrotz war und ist Tanzen für mich der Inbegriff von Lebensfreude, etwas, das ich ganz dringend benötige, nachdem es mir in den letzten Jahren abhanden gekommen ist. Deshalb fiel mir auch zuerst das Tanzen ein, als ich überlegte, wie ich wieder mehr Spaß in mein Leben bringe, und ich habe wirklich Lust dazu. Die war mir ebenfalls eine Zeit lang abhanden gekommen. In meinem laufenden Horoskop steht, daß für mich zur Zeit eine regelrechte Vergnügungspflicht (sic!) besteht und es mir meine Gesundheit danken wird. Also tue ich das doch so lange ich noch darf und bevor ich wieder zu erschöpft bin, um überhaupt zu irgendetwas Lust zu haben. Um allerdings Frustrationen mit Schrittfolgen und/oder Männern zu vermeiden, suchte ich etwas ohne beides und wurde fündig: Energy Dance! "Erleben Sie sich im Einklang von Musik, Rhythmus, Bewegung und Gefühl! Der Kurs führt Sie in abwechslungsreiche tänzerische Bewegungen. Ohne zu zählen oder Schrittfolgen üben zu müssen, trainieren Sie Kraft, Kondition, Beweglichkeit und Koordination. Sie erleben Freude an gemeinsamer Bewegung. Der Kopf kann abschalten. Die Intensität des Mitmachens können Sie selbst bestimmen. Stretching- und Kräftigungsübungen sowie Entspannung runden jeden Kurstermin ab." Das hört sich doch gut an und scheint mir auch für Bandscheibengeschädigte geeignet zu sein. Ab 19.1. geht es los mit insgesamt 11 Terminen. Ich freue mich schon darauf und hoffe, daß es diesmal wirklich nur Spaß und Freude bringt.

Mittwoch, 21. Dezember 2011

Vergelesen im Supermarkt

Auf einer Angebotstafel lese ich mit Kreide geschrieben:

"Werte Kuchen! Wir freuen uns, Ihnen ab dem soundsovielten ....(irgendetwas) anbieten zu können."

Schön, denke ich im ersten Moment, daß sie jetzt schon Kuchen anreden, aber richtiger hieß es natürlich "Werte Kunden!"

Ebenfalls im Supermarkt, aber nicht zu verkaufen, eine Seltenheit von einem Kind. Es quengelte an der Eistruhe und wollte unbedingt ein Eis (was an sich keine Seltenheit ist). Mutti läßt sich überreden und das Kind sagt laut und deutlich (O-Ton): "Danke liebe Mama!" Das hört man nicht oft, aber wahrscheinlich ist es deshalb beim Quengeln auch so erfolgreich.

Dienstag, 20. Dezember 2011

Hijo de la luna

Ich habe irgendwo ein kleines Web2.0-Spiel gefunden, das ich auch spielen will. Dazu stellt man iTunes, WinAmp, Media Player, mp3-Player, o.ä. auf “shuffle”, bzw. “zufällige Reihenfolge" und läßt für jede Frage ein Lied abspielen. Der Titel des zufällig ausgewählten Songs ist die Antwort auf die Frage:

1.Wie geht es dir?
O Holy Night
2.Wie würdest du dich selbst beschreiben?
Santa Rosa
3.Wie muss eine Frau (ein Mann) für dich sein?
Fertig
4.Bist du Okay?
Motorbiking
5.Was ist der Sinn deines Lebens?
Inside Out
6.Was ist dein Motto?
A View to a Kill
7.Was denken deine Freunde über dich?
Women of Ireland
8.Was denken deine Eltern über dich?
River of no Return
9.An was denkst du oft?
When do I get to sing my way
10.Was denkst du über deinen ersten Kuss?
Living on my own
11.Was denkst du über deinen besten Freund?
So in love
12.Was ist deine Lebensgeschichte?
Für ein paar Dollar mehr
13.Was willst du später mal werden?
The impossible dream
14.Was denkst du,wenn du Leute siehst, die du magst?
For all these years
15.Zu was wirst du bei deiner Hochzeit tanzen?
Die Träume anderer Leute
16.Was ist dein Hobby?
Mystery of tomorrow
17.Vor was hast du am meisten Angst?
An apple a day
18.Was ist dein größtes Geheimnis?
Der Erlkönig
19.Was willst du jetzt in diesem Augenblick?
Radio
20.Was denkst du über deine Freunde?
Super Trouper
21.Welchen Titel wirst du deinem Artikel geben?
Hijo de la luna

Die Antworten finde ich teilweise richtig witzig. Vor allem der Apfel am Tag macht mir wirklich Angst. :-)))

Das Christkind

hat es in diesem Jahr sehr offensichtlich darauf abgesehen, daß ich Weihnachten richtig und mit allem Schnickschnack feiere. Nachdem ich ja letztens darüber sinnierte, daß ich noch ein Strauß Tannengrün bräuchte, und dieses prompt wie für mich hingelegt neben den Mülltonnen fand, überlegte ich heute den ganzen Tag hin und her, ob ich auf den Schrank klettere und die schwere Weihnachtskiste herunterhole oder mich lieber mit der dezenten Adventsdeko und diversen Kerzen zufrieden gebe. Und was geschieht? Ich bringe meinen Müll weg und finde fein säuberlich aufgestellt eine Kiste mit diversem Weihnachtsschmuck. Immerhin eine kleine Packung mit Mini-Christbaumkugeln, die auch gut an einen Strauß passen, und einen weiß glitzernden Lampenstern habe ich mir mitgenommen. Das ist beinahe schon Nötigung.
Eigentlich wollte ich heute noch einen Eintrag über meinen neuen Tanzkurs schreiben, aber ich bin totmüde. Geschenke einpacken ist anstrengend.

Geschenke

Montag, 19. Dezember 2011

Beschädigter Balkon

Ein Zimmer in einer Wohngemeinschaft für Betreutes Wohnen, das meines ist. Eines Morgens fällt mir auf, daß der zugehörige Balkon beschädigt ist. Es fehlt die fordere Begrenzung und der Boden hängt gefährlich nach unten, so daß man theoretisch wie auf einer Rutschbahn hinunter schlittern könnte, ohne von einem Gitter aufgehalten zu werden. Zu allem Überfluß stelle ich fest, daß jemand (meine Mutter?) sämtliche Kästen mit gesundem Grün bepflanzt hat, hauptsächlich aus Salaten bestehend. Es ist zwar schön, frischen Salat auf dem Balkon zu haben, doch ich hätte lieber bunte Blumen gepflanzt. Jetzt sind sämtliche Kästen schon voll. Aber wenn ich wegen Lebensgefahr sowieso nicht auf den Balkon kann, sollte ich mich nicht zu viel darüber ärgern. Stattdessen beschließe ich, den Schaden an den Vermieter zu melden, damit der den Balkon wieder begehbar macht. Das ist zwar eigentlich nicht meine Aufgabe, sondern die der Einrichtung, doch die kümmert es nicht und da ich vorher in einer Wohnung lebte, weiß ich ja, wie das geht.

Auf der Suche

bin ich gerade nach unkonventionellen Tanzkursen, also nicht Gesellschaftstanz o.ä., sondern Tanztherapien oder folkloristischen Tanzgruppen, in denen man sich auch als unbewegliche Niete Anfänger wohl fühlen kann, wenn man einfach keine Lust mehr auf unspaßige Körperertüchtigung hat (wozu eigentlich fast alles gehört, angefangen mit Joggen, Fitnessgeräten, Wirbelsäulengymnastik und dieses ganze öde Zeug). Am idealsten wäre vielleicht so eine Art Urtanz, wo man nach Herzenslust trampeln und stampfen kann, ohne unangenehm aufzufallen. Wenn man sich so durch die Angebote wühlt, findet man tatsächlich recht kuriose und interessante Sachen. Nur leider in meiner Umgebung sind die ziemlich rar gesät.
Da gibt es z.B. "Wirbelsäulengymnastik mit orientalischem und indischem Tanz", hört sich schon mal ein bißchen spannender an, ist aber irgendwo jwd (In Rixdorf ist Musike, Musike, Musike....) oder
"Tanz einen Tag in Deinem Leben" - "Du liegst im Bett, der Wecker klingelt, Du stehst auf, gehst ins Bad, in die Küche zum Frühstück, dann zur Schule und irgendwann wieder ins Bett. Ein ganz normaler Tag in Deinem Leben soll durch Tanz, Improvisation, Bewegung und Pantomime spielerisch erarbeitet und dargestellt werden."
Leider aber nur für Kinder, dabei würde mir sofort etwas einfallen, wenn ich meinen Tag tanzen sollte. Wieso darf ich keinen Tag tanzen?
Oder "Healing Arts - Zeitgenössischer Tanz trifft Tanztherapie" - "Die Körperbewegung so gut zu kennen, dass es ein Leichtes ist, auf der Bühne in die volle Präsenz zu gehen, ist eines der großen Ziele heutiger tänzerischer Bühnenarbeit. Tanztherapie verfügt hier über fundierte Kenntnisse und langjährige Erfahrung. In diesem Kurs werden Methoden aus der Tanztherapie genutzt, um sich der Körperlichkeit des Tanzes zu nähern und so in Kontakt mit dem "kreativen Unbewussten" zu kommen." (natürlich auch jwd).
Und ""Sich im Ungeborgenen geborgen wissen..." Tanzimprovisation - Intensivwoche" - "Wir wollen uns ernsthaft dem Spielen widmen und der Spontaneität freien Lauf lassen." Gut, nur leider zu weit weg. Meine nähere und weitere Umgebung scheint beinahe tanzfrei zu sein. Schade.