Nur heute habt ihr einmalig die Gelegenheit, meinen preisgekrönten Weihnachtstweet im zweiten Türchen des Adventskalenders per ecard an notorische Weihnachtshasser und Dauernörgler zu senden, natürlich auch an andere Personen, die euch am Herzen liegen:
http://literaturblog-duftender-doppelpunkt.at/2012/12/02/adventkalender-zweites-fenster/.
Ich gehe natürlich mit gutem Beispiel voran und habe die erste Kerze auf einem glitzernden Adventskranz entzündet. Dazu gibt es heißen Glühwein.
Einen schönen ersten Advent!

Die triste Bahnstrecke zieht sich bis weit in den grauen Horizont hinein, gesäumt von maroden Industriebauten. Mit meiner Schwägerin folge ich dem kleinen Weg neben den Bahngleisen, bis K. ein großes, leer stehendes Gebäude ansteuert. Anscheinend möchte sie unbedingt dort hinein. Ich bin davon nicht so begeistert, denn das Haus wirkt etwas unheimlich - ein quaderförmiger klobiger Kasten mit Fenstern klein wie Schießscharten, fast erinnert es an einen Bunker. Auch dort drinnen ist es unheimlich. Verfallene schummrige Gänge aus unverputzten Wänden ziehen sich labyrinthartig durch das Gebäude. Dazu kommt, daß man über das Haus sagt, hier würden Außerirdische hausen. Selbst wenn wir keine Außerirdischen treffen, fürchte ich ein wenig unnatürliche und schädliche Strahlungen, die das Haus vielleicht abstrahlen könnte. Trotzdem folge ich meiner Schwägerin weiter - sie immer einige Schritte vor mir her eilend. Mit einem Mal dringen vom anderen Ende des Ganges seltsame Geräusche zu uns. Es hört sich an, als würde uns jemand entgegenkommen, der in einer ungewöhnlichen quäkenden und schnalzenden Sprache mit sich selbst redet. Es nähert sich uns schnell und meine Schwägerin schlüpft in eine Nische, um sich dort zu verstecken. Ich bin weiter hinter ihr und kann deshalb die Nische nicht erreichen, sondern suche ein Versteck in einem größeren, am Gang liegenden Raum voller gestapelter Kisten. Trotzdem finde ich kein Versteck und höre das Quäken und Schnalzen schon hinter den Kisten sich hervorgrabend. In Schreckstarre bleibe ich hinter einer schmalen hohen Leiste regungslos stehen, als könnte mich diese, höchstens einige Zentimeter breite Leiste verbergen. Wenn es wirklich ein Außerirdischer ist, weiß man ja nicht, wie deren Augen funktionieren. Vielleicht können sie Dinge, von denen die Mitte verdeckt ist, nicht mehr erkennen, hoffe ich. Während ich noch in der Starre verweile, kommt eine merkwürdige Kreatur schlurfend und sich vorsichtig umschauend hinter den Kisten hervor. Sie sieht gruselig aus, menschengroß, aber nicht mit dem Körper eines Menschen, sondern von oben bis unten schwarzgrau, nur einige Falten sind heller abgesetzt. Nicht einmal die Augen sind in der dunklen Masse auszumachen, welche die typische Form eines E.T. hat. Trotzdem wirkt sie ebenfalls furchtsam, vielleicht hat sie hier in diesen Gängen genausoviel Angst wie ich. Sie schlurft an mir vorbei, vor sich hin schnalzend und quakend, fast denke ich, sie hat mich wirklich nicht gesehen, da sagt sie plötzlich völlig unbeeindruckt im Vorbeigehen: "Danke, Frau .....! Ich werde dann mal einen schönen Tod haben." In den ersten Sekunden wundere ich mich noch, wofür sie sich bei mir bedankt, doch dann denke ich - woher zum Teufel kennt dieses Ding meinen Namen???
Und schon steht die nächste Anthologie an, zum Thema "Geister in der Stadt", in der ich ebenfalls mit einer Kurzgeschichte vertreten sein werde. Außerdem räumte ich beim neuen Literatur-Twitter des Duftenden Doppelpunktes wieder einen der Hauptpreise ab, wie bereits beim
letzten Mal. Wenn ich es richtig verstanden habe, bedeutet das, daß an einem Adventssonntag mein Gewinnertweet als Ecard versendbar ist und ich gedruckte Weihnachtspostkarten mit dem Tweet erhalte. Jetzt brauche ich nur noch notorische Weihnachtsnörgler, denen ich diese schicken kann. In der Rezensionsbranche scheint man mich allerdings weniger zu mögen, vielleicht bin ich ja nicht seriös genug. Zum Glück habe ich zum Rezensionenschreiben nur in Ausnahmefällen Lust. Irgendwie erinnert mich das immer ein bißchen zu sehr an Schulaufsätze, die ich gehasst habe. Übrigens kann man sich mit den schönsten Teilnehmertweets des Literatur-Twitter in einem
Adventskalender überraschen lassen.
Ein dicker Hoscher von Kreuzspinne bettelte heute um Einlaß vor dem Küchenfenster. Vielleicht wurde ihr zu kalt, aber so tierlieb bin ich dann doch nicht. Stattdessen habe ich lieber einen wunderschönen Wirsingkohl in der Küche und ich werde ihn auch benutzen, nämlich für einen Wirsingeintopf. Und daneben liegt der Nachschub für meine Hausapotheke. Ich habe nämlich festgestellt, daß Lakritze wunderbar bei Magenbeschwerden hilft. Nicht daß ich welche hätte, aber wenn es ab und an doch mal zwickt, esse ich Lakritze und es hilft sofort. Deshalb ist bei mir jetzt immer welche im Haus.

sind weg, jetzt kann ich mich wieder hervorwagen und es funktioniert alles. Ich wette das Twoday.net-Team hat das ganze Wochenende fieberhaft wie die Heinzelmännchen gearbeitet. Wer Ironie in den Satz hineinlesen möchte, darf es gerne tun. Und wenn man dann noch mit einem dicken Kuchenpaket vom gestrigen Geburtstag ausgestattet ist, hat man für den heutigen Sonntag erst einmal ausgesorgt. Seltsamerweise finde ich zur Zeit ständig Schmuck. Gestern war es ein Ohrring, den ich aber im Hausflur auf die Fensterbank deponierte, da er vor der Haustür lag. Vielleicht gehört er ja einer Nachbarin. Und bei Microsoft habe ich so langsam das Gefühl, daß die, sobald ein neues Betriebssystem veröffentlicht wird, die alten Systeme mit ihren Updates absichtlich lahmlegen, damit man denkt, man braucht das neue System. Jedenfalls lief mein Computer seit Oktober immer langsamer und lauter, außerdem stürzte der Explorer dauernd ab. Jetzt habe ich die Systemupdates vom Oktober deinstalliert und siehe da, die Kiste rennt wieder.

Die norwegische Sprache ist wirklich ganz bezaubernd. Viele Wörter erinnern einen an das Deutsche, allerdings oft an etwas altmodisches Deutsch, doch mit genug Fantasie versteht man sie recht gut. Schiff heißt zum Beispiel 'båt', ausgesprochen ähnlich wie Boot, gut heißt 'god', und Sturm 'storm'. Einige erinnern auch an das Englische, wie 'syk' für krank. Sogar Französisch ist vertreten wie 'brudulje' für 'Zank' und 'Streit'. Aber es sind vor allem die Vokabeln, die dem seltsamen oder alten Deutsch ähneln, über die ich mich köstlich amüsieren kann. So heißt der Geldautomat 'Minibank' und der Kellner 'Hovmestere'. Dabei denke ich sofort an das Wort 'Hofmeister'. Frühstück nennt sich 'frokost' und gerade zu grandios ist der Vogel als 'fugl' und der Schmetterling als 'sommerfugl'. Nicht schwer zu erraten, daß 'sommer' Sommer heißt. Die Überschrift ist übrigens reiner Ulk, den ich mir ausdachte, aber ich mußte feststellen, daß sich Sprache tatsächlich 'språk' nennt, als hätte ich es vorher gewußt. Nur für süß müßte dort eigentlich 'søt' oder besser noch 'smukk' stehen. Smukk språk!
Zwar leuchtet meine Nase nicht rot, aber ich habe tatsächlich einen süßen kleinen Schnupfen. Der erste seit sieben Jahren, aber nicht so schlimm, daß ich mich nicht mehr darüber freuen könnte. Eigentlich fühle ich mich sogar besser als vor dem Schnupfen, seltsam. Es reichte jedenfalls, um gestern noch Balkon- und Badfenster zu putzen, und weil ich gerade so schön in Schwung war, putzte ich auch sämtliche Spiegel - das sind nicht wenig - und das ganze Wohnzimmer. Gut, daß ich es gestern tat, denn heute war mit 0 Grad Außentemperatur und Nebelsuppe das perfekte Fensterputzwetter wieder vorbei. Und es erreichten mich die letzten Blutbefunde. Der Vitamin-D-Spiegel ist jetzt von 11 ng/ml auf 21 ng/ml gestiegen und ist damit kein Mangel mehr, optimal aber erst ab 30 ng/ml. Das Tablettenessen zeigt also Erfolg. Im Knochenszintigrafie-Befund steht zwar, daß es keinen Nachweis für ossäre Metastasen gibt, jedoch auch etwas von einem dentogenen Befund im linken Oberkiefer, genau dort, wo es noch immer manchmal zieht. Witzigerweise fand ich außerdem heute an der Bushaltestelle zwei Einhörner:

in Berlin soll am Sonnabend, den 17. 11., um 14.30 Uhr am Amtsgericht Charlottenburg gebildet werden. Desweiteren ist geplant, morgen in die BVV Charlottenburg-Wilmersdorf ein Antrag auf Prüfung einzubringen, ob die Gaslaternen als Weltkulturerbe anerkannt werden können.
http://www.tagesspiegel.de/berlin/aktionen-der-gaslaternen-retter-eine-menschenkette-und-ein-pruefantrag-fuers-unesco-weltkulturerbe/7374126.html
http://www.gaslicht-kultur.de
Es ist kaum zu fassen, daß Berlin das Geld hat, um immerwährenden Pfusch am dauergeplanten Großflughafen zu finanzieren, während ein echtes und wertvolles Kulturgut einfach plattgemacht und abgerissen werden soll. Leider kann man ja nicht einmal alle Gaslaternen anschauen, weil man zum Beispiel zu den besonders schönen am Reichstag gar nicht mehr durchkommt, da dort alles abgesperrt ist. Wenn man zum Spreeufer will, muß man weite Umwege gehen und die Gaslaternen neben dem Reichstag bekommen wohl nur noch die Politiker zu Gesicht. Zum Glück hatte ich Fotos gemacht, als man dort noch entlanglaufen konnte. Man beachte das weit aufgerissene Fratzenmaul am oberen "Henkel":

Die Fenster in der Küche geputzt und festgestellt, daß draußen die Sonne scheint. Nachdem ich ja einige Jahre auf das Putzen aufgrund körperlicher Beeinträchtigungen verzichtet habe, sah es immer mehr aus, als sei trübes Wetter. Zur Belohnung gab es auch gleich eine neue Fensterdeko. Die Psychologin meinte gestern zu mir, ich hätte Disziplin. Eigentlich ist das die letzte Eigenschaft, die ich mir selbst zuschreiben würde, aber daran kann man mal wieder beobachten, wie unterschiedlich Selbst- und Fremdwahrnehmung manchmal sind. Zum Glück hat sie noch nicht meine dreckigen Fenster und meinen kreativ chaotischen Couchtisch gesehen. Außerdem habe ich jetzt den Terrazzoboden so weit mit Mosaikfugenmasse und mit Edding gemalten Steinchen getarnt, daß die darin befindlichen Risse kaum noch zu sehen sind. Wenn man weiß, wo sie sind, kann man sie erkennen, aber ich glaube, jemand der nichts von ihnen weiß, wird sie von oben nicht bemerken. Leider habe ich jetzt das Gefühl, daß eine fette Erkältung im Anmarsch ist, und bin hin- und hergerissen. Denn einerseits fühlt es sich nach sieben Jahren ohne jede Erkältung nach echtem Schnupfen an, was ich einerseits begrüße, denn ich denke, wenn man so gar keine Erkältungen bekommt, ist das absolut nicht gesund und ein schlechtes Zeichen, aber andererseits habe ich auch nach sieben Jahren nicht wirklich Lust darauf. Und dann die überraschende Feststellung, daß 17 Personen Gin als Vorspeise gefällt. Wer hätte gedacht, daß Gin so beliebt ist? Wenn man sich um meine Gedichte auch so reißen würde...

Fußboden davor

Fußboden danach
Auf dem Kreuzfahrtschiff quartiere ich mich mit M in einer der Kabinen ein. Danach gehen wir ins Bordrestaurant um zu Essen. Am geschlossenen Fenster sitzend kann ich Wasser und felsige Ufer sehen, finde es so von drinnen etwas langweilig. Der Kellner bringt mir die bestellte Suppe, erklärt mir aber, daß es dazu eigentlich noch eine Vorspeise gibt. Ok, dann nehme ich die Vorspeise auch, sage ich. Er bringt einen Trinkbecher und tut in diesen etwas Tonic und Eis, danach füllt er alles mit purem Gin auf. Dieser ist so stark, daß sich der Trinkbecher aus Plastik sogar verformt. Egal, ich trink das jetzt. Ist schließlich Vorspeise. Später teilt mir M ihre Sorgen mit, zwei andere Leute betreffend, die sich mit uns auf dem Schiff befinden. Sie meint, daß uns diese erpressen wollen. Doch wenn uns diese erpressen können, müssen wir wohl etwas angestellt haben. Was könnte das sein?

Eigentlich hasse ich es ja, wenn es auf meinem Couchtisch so aussieht, aber es läßt sich selten vermeiden.
sagt der Arzt, und ich durfte mich mal wieder daran erinnern, wie toll es ist, mitten im Berufsverkehr durch Berlin zu gondeln - mit ganz viel kuscheligem Körperkontakt und Autosmog. Dann auf der Rückfahrt aber herzerfrischend zu sehen, wie die vorbildlichen Ehegatten bereits im November die großen Kartons mit den neuen Pelzmänteln vorsichtig nach Hause tragen. Als weiterer Tagesordnungspunkt steht Schlafen auf dem Programm. Madonna meinte kürzlich in einem Interview, das Wichtigeste, um ihre Schönheit zu erhalten, sei Schlaf. Erzähle ich auch immer.
