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Montag, 17. Dezember 2012

Erdbeben

Es war Nacht, als die Erde bebte. Aus irgendeinem Grunde beunruhigte mich das Zittern und Schwanken nicht, obwohl heftig und lange. Wird schon wieder aufhören. Doch als ich am Morgen die Fensterflügel öffnete, lag eine neue Erde vor mir. Grüne und warmbraune Hügel, dort wo vorher eine ganze Stadt lag. Diese ist fast völlig verschwunden. Es ist kein unschöner Anblick, wie die erschaffene Landschaft nagelneu in der Sonne glänzt und funkelt. Wir (mein Vater?) machen uns auf den Weg, sie zu erkunden, wobei wir uns auf Straßen bewegen, die sich um die Hügel schlängeln. Diese sind gepflastert, doch nicht mit Steinen, sondern buchstäblich mit Leichen. Wir laufen über sie hinweg, nach den alten Brücken Ausschau haltend.

Freitag, 14. Dezember 2012

Papierkrieg

Wenn man monatelang mit Küchenbauen beschäftigt ist, nutzt das Papier doch sofort die Gelegenheit (wie immer, sobald man nicht auf der Hut ist), um sich still und heimlich zu einem hinterhältigen Angriff zusammenzurotten. Und so bemerkt man es lange nicht, wenn die Papierberge immer höher und ausladender werden, bis es fast zu spät ist. Zum Glück konnte ich noch rechtzeitig die Invasion und vollständige Übernahme meiner Wohnung stoppen und die Kriegsopfer beseitigen. An der Wohnungstür habe ich strengste Kontrollen eingerichtet: Kein Papier kommt mehr über die Schwelle, welches KEIN Buch, etwas Adäquates oder absolut lebenswichtig ist. Ich werde ein großes Schild an die Tür hängen auf dem steht: "Papier muß bitte draußen bleiben!"

Donnerstag, 13. Dezember 2012

Im Himmel, unter der Erde

Noch 7 Tage lang, bzw. jetzt nur noch 6 Tage, kann man sich auf Arte kostenlos den Dokumentarfilm "Im Himmel, unter der Erde" über den Jüdischen Friedhof in Weissensee anschauen. Dort habe ich diese Fotos gemacht:

http://weltentanz.twoday.net/stories/6235667/

http://weltentanz.twoday.net/stories/6195958/

http://weltentanz.twoday.net/stories/6084681/

http://weltentanz.twoday.net/stories/6074179/

http://weltentanz.twoday.net/stories/6072359/

http://weltentanz.twoday.net/stories/6070476/

http://weltentanz.twoday.net/stories/6068054/

Donnerstag, 6. Dezember 2012

Übersetzungen im History Channel

Morgens zum Aufwachen läuft bei mir jetzt immer der History Channel. Dort gibt es nämlich um diese Zeit jede Menge Dokus mit rauhen Kerlen zu sehen: Trucker, Waldarbeiter, Alligatorenjäger und mehr. Nicht nur macht es im Bett besonders viel Spaß anderen beim Arbeiten zuzuschauen, auch wird man bei deren Herumgeschreie und Gefluche schnell so richtig munter. Man kann außerdem einiges lernen, z.B. von den Tierfängern: "Wenn ich mir einen Finger abschneide, dann nähe ich ihn mir gleich wieder an." Allerdings scheinen diese harten Männer noch nicht herausgefunden zu haben, wie man sich selbst Zahnersatz in den Mund montiert. Am witzigsten sind allerdings die Übersetzungen der deutschen Kommentatoren. Heute zum Beispiel waren es wieder die Waldarbeiter. Einer von ihnen ist ohne Entschuldigung der Arbeit ferngeblieben. Ein anderer muß seine Arbeit mitmachen und ist dementsprechend hoch erfreut. Er flucht wie ein Holzfäller: "Asshole!" und der Kommentator übersetzt: "Wie mich das nervt!" Dann erscheint der Bummler doch noch und wird angegangen, wie der deutsche Kommentator behauptet mit: "Ich hasse es, wie du meinen Tag verschwendest!" Wirklich gesagt hat er allerdings: "Son of a bitch!" Ich habe es genau gehört! Da hoffe ich doch sehr, daß wenigstens die Übersetzungen der anderen Dokumentationen etwas genauer sind.

Unfälle und Freundschaften

Es beginnt damit, daß ich unterwegs bin. Ich steige in einen Wagen und setze mich hinter das Lenkrad, doch überraschenderweise fährt das Auto rückwärts, weil es so konstruiert ist, warum auch immer. Mitten auf der Autobahn fahre ich nun wie ein Geisterfahrer den nachfolgenden Wagen entgegen. Panisch versuche ich nach hinten schauend, ihnen auszuweichen, doch dabei schere ich aus und fahre mit dem Auto in einen dicht mit Gebüsch bewachsenen Graben. Schnell habe ich mich aus dem Fahrzeug befreit und steige die Böschung hinauf, als mir schon zwei Rettungssanitäter entgegenkommen. Prüfend schauen sie mich an und fragen: "Na, irgendwo einen Kratzer?" Ich schüttle den Kopf. Nein, kein Kratzer, mir geht es gut. Der eine Sanitäter scheint sich noch weiter mit mir unterhalten und bei mir bleiben zu wollen, aber der andere zieht ihn weg, so sagt er nur zu mir: "Der ADAC ist gleich da." Als sie fortgehen, höre ich den anderen Sanitäter zu ihm sagen: "Auch wenn sie geil aussieht, von denen sollte man die Finger lassen." Toll, danke, dann warte ich halt alleine.

Oder nicht, denn der Traum geht in einem Raum weiter, vielleicht das Wartezimmer eines Arztes. Eine blonde Frau schaut mich lächelnd an, so als ob sie mich kennen würde, und auch mir kommt sie verdammt bekannt vor. Nur leider will mir nicht einfallen, wer sie ist und wo wir uns bereits gesehen haben. "Kann es sein, daß wir uns kennen?" sage ich, was sowohl eine Frage als auch eine Feststellung sein könnte. Sie nickt nur lächelnd, will aber nicht mehr verraten. Vorsichtig versuche ich ihr zu entlocken, woher wir uns kennen, allerdings so, daß sie nicht bemerkt, daß es mir überhaupt nicht einfällt und sie befremdet ist. Dies ist wieder mein (reales) Gesichterproblem und daß ich diese nicht erkennen, bzw. behalten kann, zumindest nicht in ungewohnten Kontexten oder wenn sie nicht sehr markant sind. Auch jetzt verrät sie mir nicht, woher ich sie kenne, gibt mir aber durch ihr Verhalten zu verstehen, daß sie freundschaftlichen Kontakt sucht und daß sie bereits einiges von mir weiß. Sie erzählt mir, daß sie gerade in einer Lebenskrise ist, weil vor einigen Tagen ihre Mutter starb und bittet um Rat. Das tut sie, weil ihr bekannt ist, daß ich das bereits alles mit meinem Vater durch habe und von meiner Krankheit weiß sie ebenfalls schon, scheint aber keine Berührungsängste und Probleme damit zu haben, so wie andere. Das liegt daran, daß sie bereits eine vergleichbare lebensbedrohende Krankheit und sogar ein Nahtoderlebnis hatte. Diese Ähnlichkeit unserer Erfahrungen führt zu ähnlichen Interessen, einer ähnlichen Lebenseinstellung und sympathischer Verbundenheit. Deshalb hätte ich keine Abneigung dagegen, mit ihr eine Freundschaft zu schließen. Da sie mich um Rat gefragt hat, erzähle ich ihr von meinen Erfahrungen beim Tod meines Vaters und auch sonst fällt mir viel ein, worüber ich mit ihr reden möchte. Aber auf jeden Fall sollte ich ihr von meinem Gesichterproblem erzählen, damit sie sich nicht wundert, wenn ich vielleicht mal an ihr vorbeilaufe und sie nicht erkenne. Dabei sollte ich auch gleich die Überweisung zum Neurologen wegen der Fatique erwähnen. Vielleicht findet ja der Neurologe den Grund für mein Gesichterproblem. Aber das berichte ich ihr später. Schließlich bittet sie mich, sie irgendwohin zu begleiten, wo sie etwas Verköstigung besorgen möchte. Sie führt mich in einen Raum, der vollkommen leer ist und ich frage mich schon, wo sie hier etwas zu essen finden will, als sie sich vor ein winziges Guckfenster in der Wand stellt und hindurchschaut. Nach einem kleinen Moment öffnet sich eine Tür und wir betreten einen zweiten Raum, wo sie ein Stullenpaket in die Hand gedrückt bekommt. Aha, so geht das also. Sie erklärt mir, daß es hier wirklich nur Stullen gibt, nichts anderes, und nur für eingeweihte Leute. Dann fragt sie mich, ob ich sie auch zu ihrem Kosmetiktermin begleite und dort auf sie warte. Warum nicht? Ich habe Zeit und begleite sie weiterhin. Wir betreten das Kosmetikstudio und sie zeigt mir mit der Kosmetikerin das Kleid (für die Beerdigung?), welches sie dort hinterlegt hat. Es ist ärmellos und weiß, in Etuiform geschnitten. Als ich den Stoff anfasse, bemerke ich, das es aus unzähligen, manchmal weiter, manchmal enger zusammengefügten weißen Zuckerwürfeln besteht. Nein, wie süß! Ich ulke, daß man aufpassen müßte, damit man nicht naß wird oder einem andere den Zucker wegknabbern. Wir lachen und ulken zu dritt weiter. Während ihrer Behandlung lasse ich mich daneben auf einem Stuhl nieder. Erst werden ihre Augenbrauen gezupft, dann beginnt ihre Wachsbehandlung. Das ist ja eine Rundumbehandlung, ulke ich weiter. Neue Kunden betreten den Salon, unter ihnen Kolleginnen von mir und meine ehemalige Chefin. Diese setzt sich mir gegenüber, scheint mich aber nicht zu erkennen. Erst als ich sie grüße, geht ein Erkennen über ihr Gesicht. Sie scheint sich unwohl zu fühlen, weil sie nicht weiß, wie sie sich mir gegenüber verhalten soll. Betroffen, normal oder fröhlich?
Um ihr und den anderen die Befangenheit zu nehmen, mache ich jetzt auf extra fröhlich und unbekümmert, auch auf die Gefahr hin, daß sie dann glauben, mir gehe es bestens. Schließlich sind wir fertig und meine neue Freundin fragt mich, ob ich ebenfalls beim jetzt fälligen Sprachkurs auf sie warte. Gut, mache ich. Allerdings dauert der eine dreiviertel Stunde und ich darf nicht mit hinein. Ich warte vor der Tür und überlege, ob ich in dieser Zeit vielleicht irgendetwas erledigen könnte. Kann ich, so daß der Kurs schnell vorbei ist und sie wieder herauskommt. Sie erzählt, daß man ein bißchen Yoga gemacht hätte, sie aber vergessen hat zu fragen, wann es das nächste Mal stattfindet. Ein letzter Kursteilnehmer verläßt den Raum und ich denke sofort, daß man diesen doch fragen könnte. Da sie aber keine Anstalten dazu macht, nehme ich es selbst in die Hand und spreche ihn an. Doch gleich wird klar, daß er nicht meine Sprache spricht, mich nicht versteht und anscheinend sogar glaubt, ich mache ihm ein unsittliches Angebot. Jetzt komme ich mir aber ziemlich doof vor.

Sonntag, 2. Dezember 2012

Einmalige Gelegenheit!

Nur heute habt ihr einmalig die Gelegenheit, meinen preisgekrönten Weihnachtstweet im zweiten Türchen des Adventskalenders per ecard an notorische Weihnachtshasser und Dauernörgler zu senden, natürlich auch an andere Personen, die euch am Herzen liegen: http://literaturblog-duftender-doppelpunkt.at/2012/12/02/adventkalender-zweites-fenster/.

Ich gehe natürlich mit gutem Beispiel voran und habe die erste Kerze auf einem glitzernden Adventskranz entzündet. Dazu gibt es heißen Glühwein.

Einen schönen ersten Advent!

Adventskranz 2012

E.T.

Die triste Bahnstrecke zieht sich bis weit in den grauen Horizont hinein, gesäumt von maroden Industriebauten. Mit meiner Schwägerin folge ich dem kleinen Weg neben den Bahngleisen, bis K. ein großes, leer stehendes Gebäude ansteuert. Anscheinend möchte sie unbedingt dort hinein. Ich bin davon nicht so begeistert, denn das Haus wirkt etwas unheimlich - ein quaderförmiger klobiger Kasten mit Fenstern klein wie Schießscharten, fast erinnert es an einen Bunker. Auch dort drinnen ist es unheimlich. Verfallene schummrige Gänge aus unverputzten Wänden ziehen sich labyrinthartig durch das Gebäude. Dazu kommt, daß man über das Haus sagt, hier würden Außerirdische hausen. Selbst wenn wir keine Außerirdischen treffen, fürchte ich ein wenig unnatürliche und schädliche Strahlungen, die das Haus vielleicht abstrahlen könnte. Trotzdem folge ich meiner Schwägerin weiter - sie immer einige Schritte vor mir her eilend. Mit einem Mal dringen vom anderen Ende des Ganges seltsame Geräusche zu uns. Es hört sich an, als würde uns jemand entgegenkommen, der in einer ungewöhnlichen quäkenden und schnalzenden Sprache mit sich selbst redet. Es nähert sich uns schnell und meine Schwägerin schlüpft in eine Nische, um sich dort zu verstecken. Ich bin weiter hinter ihr und kann deshalb die Nische nicht erreichen, sondern suche ein Versteck in einem größeren, am Gang liegenden Raum voller gestapelter Kisten. Trotzdem finde ich kein Versteck und höre das Quäken und Schnalzen schon hinter den Kisten sich hervorgrabend. In Schreckstarre bleibe ich hinter einer schmalen hohen Leiste regungslos stehen, als könnte mich diese, höchstens einige Zentimeter breite Leiste verbergen. Wenn es wirklich ein Außerirdischer ist, weiß man ja nicht, wie deren Augen funktionieren. Vielleicht können sie Dinge, von denen die Mitte verdeckt ist, nicht mehr erkennen, hoffe ich. Während ich noch in der Starre verweile, kommt eine merkwürdige Kreatur schlurfend und sich vorsichtig umschauend hinter den Kisten hervor. Sie sieht gruselig aus, menschengroß, aber nicht mit dem Körper eines Menschen, sondern von oben bis unten schwarzgrau, nur einige Falten sind heller abgesetzt. Nicht einmal die Augen sind in der dunklen Masse auszumachen, welche die typische Form eines E.T. hat. Trotzdem wirkt sie ebenfalls furchtsam, vielleicht hat sie hier in diesen Gängen genausoviel Angst wie ich. Sie schlurft an mir vorbei, vor sich hin schnalzend und quakend, fast denke ich, sie hat mich wirklich nicht gesehen, da sagt sie plötzlich völlig unbeeindruckt im Vorbeigehen: "Danke, Frau .....! Ich werde dann mal einen schönen Tod haben." In den ersten Sekunden wundere ich mich noch, wofür sie sich bei mir bedankt, doch dann denke ich - woher zum Teufel kennt dieses Ding meinen Namen???

Freitag, 23. November 2012

Neue Anthologie und Hauptpreis im Literatur-Twitter

Und schon steht die nächste Anthologie an, zum Thema "Geister in der Stadt", in der ich ebenfalls mit einer Kurzgeschichte vertreten sein werde. Außerdem räumte ich beim neuen Literatur-Twitter des Duftenden Doppelpunktes wieder einen der Hauptpreise ab, wie bereits beim letzten Mal. Wenn ich es richtig verstanden habe, bedeutet das, daß an einem Adventssonntag mein Gewinnertweet als Ecard versendbar ist und ich gedruckte Weihnachtspostkarten mit dem Tweet erhalte. Jetzt brauche ich nur noch notorische Weihnachtsnörgler, denen ich diese schicken kann. In der Rezensionsbranche scheint man mich allerdings weniger zu mögen, vielleicht bin ich ja nicht seriös genug. Zum Glück habe ich zum Rezensionenschreiben nur in Ausnahmefällen Lust. Irgendwie erinnert mich das immer ein bißchen zu sehr an Schulaufsätze, die ich gehasst habe. Übrigens kann man sich mit den schönsten Teilnehmertweets des Literatur-Twitter in einem Adventskalender überraschen lassen.

Ein dicker Hoscher von Kreuzspinne bettelte heute um Einlaß vor dem Küchenfenster. Vielleicht wurde ihr zu kalt, aber so tierlieb bin ich dann doch nicht. Stattdessen habe ich lieber einen wunderschönen Wirsingkohl in der Küche und ich werde ihn auch benutzen, nämlich für einen Wirsingeintopf. Und daneben liegt der Nachschub für meine Hausapotheke. Ich habe nämlich festgestellt, daß Lakritze wunderbar bei Magenbeschwerden hilft. Nicht daß ich welche hätte, aber wenn es ab und an doch mal zwickt, esse ich Lakritze und es hilft sofort. Deshalb ist bei mir jetzt immer welche im Haus.

Spinne

Lakritze und Wirsing

Sonntag, 18. November 2012

Die Spammer

sind weg, jetzt kann ich mich wieder hervorwagen und es funktioniert alles. Ich wette das Twoday.net-Team hat das ganze Wochenende fieberhaft wie die Heinzelmännchen gearbeitet. Wer Ironie in den Satz hineinlesen möchte, darf es gerne tun. Und wenn man dann noch mit einem dicken Kuchenpaket vom gestrigen Geburtstag ausgestattet ist, hat man für den heutigen Sonntag erst einmal ausgesorgt. Seltsamerweise finde ich zur Zeit ständig Schmuck. Gestern war es ein Ohrring, den ich aber im Hausflur auf die Fensterbank deponierte, da er vor der Haustür lag. Vielleicht gehört er ja einer Nachbarin. Und bei Microsoft habe ich so langsam das Gefühl, daß die, sobald ein neues Betriebssystem veröffentlicht wird, die alten Systeme mit ihren Updates absichtlich lahmlegen, damit man denkt, man braucht das neue System. Jedenfalls lief mein Computer seit Oktober immer langsamer und lauter, außerdem stürzte der Explorer dauernd ab. Jetzt habe ich die Systemupdates vom Oktober deinstalliert und siehe da, die Kiste rennt wieder.

Romantikoffizier

Freitag, 16. November 2012

Sys Sprak

Die norwegische Sprache ist wirklich ganz bezaubernd. Viele Wörter erinnern einen an das Deutsche, allerdings oft an etwas altmodisches Deutsch, doch mit genug Fantasie versteht man sie recht gut. Schiff heißt zum Beispiel 'båt', ausgesprochen ähnlich wie Boot, gut heißt 'god', und Sturm 'storm'. Einige erinnern auch an das Englische, wie 'syk' für krank. Sogar Französisch ist vertreten wie 'brudulje' für 'Zank' und 'Streit'. Aber es sind vor allem die Vokabeln, die dem seltsamen oder alten Deutsch ähneln, über die ich mich köstlich amüsieren kann. So heißt der Geldautomat 'Minibank' und der Kellner 'Hovmestere'. Dabei denke ich sofort an das Wort 'Hofmeister'. Frühstück nennt sich 'frokost' und gerade zu grandios ist der Vogel als 'fugl' und der Schmetterling als 'sommerfugl'. Nicht schwer zu erraten, daß 'sommer' Sommer heißt. Die Überschrift ist übrigens reiner Ulk, den ich mir ausdachte, aber ich mußte feststellen, daß sich Sprache tatsächlich 'språk' nennt, als hätte ich es vorher gewußt. Nur für süß müßte dort eigentlich 'søt' oder besser noch 'smukk' stehen. Smukk språk!

Donnerstag, 15. November 2012

Einhörner und Schnupfen

Zwar leuchtet meine Nase nicht rot, aber ich habe tatsächlich einen süßen kleinen Schnupfen. Der erste seit sieben Jahren, aber nicht so schlimm, daß ich mich nicht mehr darüber freuen könnte. Eigentlich fühle ich mich sogar besser als vor dem Schnupfen, seltsam. Es reichte jedenfalls, um gestern noch Balkon- und Badfenster zu putzen, und weil ich gerade so schön in Schwung war, putzte ich auch sämtliche Spiegel - das sind nicht wenig - und das ganze Wohnzimmer. Gut, daß ich es gestern tat, denn heute war mit 0 Grad Außentemperatur und Nebelsuppe das perfekte Fensterputzwetter wieder vorbei. Und es erreichten mich die letzten Blutbefunde. Der Vitamin-D-Spiegel ist jetzt von 11 ng/ml auf 21 ng/ml gestiegen und ist damit kein Mangel mehr, optimal aber erst ab 30 ng/ml. Das Tablettenessen zeigt also Erfolg. Im Knochenszintigrafie-Befund steht zwar, daß es keinen Nachweis für ossäre Metastasen gibt, jedoch auch etwas von einem dentogenen Befund im linken Oberkiefer, genau dort, wo es noch immer manchmal zieht. Witzigerweise fand ich außerdem heute an der Bushaltestelle zwei Einhörner:

Einhorn

Mittwoch, 14. November 2012

Eine Menschenkette zum Erhalt der Gaslaternen

in Berlin soll am Sonnabend, den 17. 11., um 14.30 Uhr am Amtsgericht Charlottenburg gebildet werden. Desweiteren ist geplant, morgen in die BVV Charlottenburg-Wilmersdorf ein Antrag auf Prüfung einzubringen, ob die Gaslaternen als Weltkulturerbe anerkannt werden können.

http://www.tagesspiegel.de/berlin/aktionen-der-gaslaternen-retter-eine-menschenkette-und-ein-pruefantrag-fuers-unesco-weltkulturerbe/7374126.html

http://www.gaslicht-kultur.de

Es ist kaum zu fassen, daß Berlin das Geld hat, um immerwährenden Pfusch am dauergeplanten Großflughafen zu finanzieren, während ein echtes und wertvolles Kulturgut einfach plattgemacht und abgerissen werden soll. Leider kann man ja nicht einmal alle Gaslaternen anschauen, weil man zum Beispiel zu den besonders schönen am Reichstag gar nicht mehr durchkommt, da dort alles abgesperrt ist. Wenn man zum Spreeufer will, muß man weite Umwege gehen und die Gaslaternen neben dem Reichstag bekommen wohl nur noch die Politiker zu Gesicht. Zum Glück hatte ich Fotos gemacht, als man dort noch entlanglaufen konnte. Man beachte das weit aufgerissene Fratzenmaul am oberen "Henkel":

Gaslaterne am Reichstag