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Die alten Tagebücher

Sonntag, 10. September 2017

Meine erste und einzige Wahl in der DDR

In Zeiten, in denen der Wahlkampf in vollen Gängen ist, denke ich regelmäßig an meine erste und einzige Wahl in der DDR zurück. Die werde ich garantiert nie vergessen und deshalb bin ich jedesmal wieder froh, nun tatsächlich wählen zu dürfen. Auch wenn es einem manchmal vorkommt wie die Wahl zwischen - ähm, Pest oder Cholera möchte ich hier nicht anführen, das erscheint mir doch nicht passend - eher so zwischen Grippe und Hexenschuß, mit einer Option für die Pest, falls einem das nicht reicht.
Ich bin ja trotz meines kirchlichen Hintergrunds relativ behütet und unbehelligt in der DDR aufgewachsen. Zwar hörte ich oft davon, daß man Nachteile hätte und einem Steine in den Weg gelegt würden, käme man aus einer kirchlichen Familie, doch die meiste Zeit in meiner Kindheit konnte ich so etwas nicht bemerken. Vielleicht bekommt man aber als Kind auch nicht wirklich viel davon mit. Und auf Wunsch meiner Eltern, denen das kein politisches Ansinnen war, sondern die wollten, daß ich mir keine Möglichkeiten für meinen späteren Beruf verbaue, machte ich alles brav mit: erst war ich Jungpionier, später Thälmann-Pionier und danach FDJler. Meine Schule war ansonsten ziemlich offen - wir durften Westmusik hören, sogar laut auf Hofpausen, Schul- und Sportfesten, wird durften Westkleidung tragen, nur wenn man mit westlichen Plastiktüten ankam, gab es Ärger. Das einzige Mal, als ich wirklich benachteiligt werden sollte, war, als ich nicht zum Abitur zugelassen werden sollte, obwohl ich mit zu den Klassenbesten gehörte. Nun war mein Zeugnis der zehnten Klasse etwas schlechter als die vorherigen, allerdings im Nachhinein finde ich einige Dinge da schon etwas eigenartig, so daß ich mich nicht einmal wundern würde, wenn vielleicht bei dem Zeugnis ein bißchen nachgeholfen worden ist, damit man mehr Grund hat, mich abzulehnen. Denn besonders meine Musikzensur kann ich mir überhaupt nicht erklären. Ich hatte durchweg, in der gesamten Schulzeit, im Musikunterricht immer eine "eins" und die war fest und Standard, da hab ich mir gar keinen Kopf darüber gemacht. Aber auf dem Zeugnis der zehnten Klasse war es auf einmal eine "zwei". Das habe ich schon damals nicht verstanden, aber es hat mich letzten Endes gar nicht wirklich interessiert. Ich war nie ein Schüler, den die Schule oder Zensuren interessiert hätten. In der Schule bin ich sowas von überhaupt nicht ehrgeizig gewesen, auch wenn man sich bei Leuten, die zu den Klassenbesten gehören, vielleicht etwas anderes vorstellt. Deswegen wunderte ich mich nur ein wenig und kümmerte mich dann wieder um wichtigere Dinge als Schule. Und nachdem mein Vater einen Einspruch gemacht hatte, wurde ich dann doch zum DDR-Abitur zugelassen.

So ein DDR-Abitur war noch eine ganz andere Nummer als das jetzige Abitur. Wenn ich heute Leute sehe, die Abitur haben und gleichzeitig nahezu null Allgemeinwissen, frage ich mich schon manchmal, was man da eigentlich heute lernt, aber gut, das ist wieder ein anderes Thema. Ich glaube, es war kurz vor Ende des Abiturs, als ich meine erste Wahleinladung erhielt. Nun interessierte mich auch Politik damals überhaupt nicht. Schließlich gab es ganz viel andere aufregende Veränderungen in meinem Leben, die meine ganze Kraft kosteten. Kurz vorher mit 17 Jahren war ich bei meinen Eltern ausgezogen und stand nun nahezu auf eigenen Füßen. Ich mußte ab jetzt für mich selbst sorgen, hatte aber auch sehr viel mehr Freiheit, die ich entsprechend nutzte, um möglichst viel die Schule zu schwänzen und nachts in Diskotheken abzutanzen. Ich war die erste in meiner Abiturklasse, die alleine wohnte und ich glaube, die anderen beneideten mich ziemlich darum. Von zwei Schulfreundinnen erhielt ich zum Auszug einen Wasserkessel und noch irgendetwas für den Haushalt. Der einen Schufreundin kaufte ich einen Camping-Elektrokocher ab, da ich nur zur Untermiete wohnte und keine eigene Küche hatte. Außerdem hatte ich einen Freund, mit dem ich das erste Mal länger zusammen war, als mit den anderen davor, und der häufiger auch mal zwei oder drei Tage bei mir blieb. Weiterhin mußte ich mir Gedanken darüber machen, wie es nach dem Abitur mit mir weitergeht. Das alles war genug, daß ich eigentlich überhaupt keine Ambitionen hatte, zu irgendeiner Wahl zu gehen, zumal mir sowieso keinerlei Wahlmöglichkeiten bekannt waren, aber da wurde ich zu einem "Wahlbriefing" bei meinen Eltern bestellt.

Hatte ich noch mit dem Gedanken gespielt, nicht zu der Wahl zu gehen, wurde mir dieser Zahn schnell gezogen. "Du gehst auf jeden Fall am Sonntag dort hin, egal was du sonst vorhast! Sonst wirst du nämlich abgeholt! Die stehen vor deiner Tür und nehmen dich mit!" Ich schaute meine Eltern entsetzt an und dachte "Hä? Meinen die das ernst?" Jedenfalls waren meine Eltern ernst und aufgeregt genug, daß sie mich schnell überzeugt hatten. Dann erklärten sie mir den Wahlablauf: ich solle meinen Ausweis vorzeigen, den Wahlzettel nehmen, überhaupt gar nicht erst drauf gucken, sondern ihn falten und dann in die Urne stecken. Ich schaute meine Eltern verständnislos an, denn schließlich bin ich bisher noch völlig naiv gewesen. "Hä? Falten? Aber muß ich da nicht irgendwo ein Kreuz machen?" "Nein! Gar nichts! Du guckst da gar nicht drauf! Und du überlegst auch nicht lange! - Und du gehst um Gottes Willen niemals, absolut niemals, niemals nie und nimmer in die Wahlkabine!!!" Und ich so: "Aber warum denn nicht? Wozu stellen die denn überhaupt die Wahlkabinen hin???" Meine Eltern gucken sich an, lachen gequält und wiederholen nur: "Du gehst auf keinen Fall in die Wahlkabine! Du kannst richtig Ärger bekommen, wenn die den Eindruck bekommen, du bist nicht sicher bei deiner Wahl." Nun ja, so vorbereitet, beschloß ich doch, mich an die Anweisungen meiner Eltern zu halten und nicht auszuprobieren, was passiert, wenn ich es nicht tue. Ich ging also sonntags in das Wahllokal und wurde von einigen Gestalten mit völlig steinernen Gesichtern begrüßt. Ich sehe diese Gesichter jetzt noch vor mir. Ich nahm den Wahlzettel, faltete ihn und steckte ihn in die Urne, konnte mir dabei aber ein kleines Grinsen nicht verkneifen, weil mir die ganze Situation total lächerlich vorkam. Mir schien es, als würden diese Leute hinter ihren steinernen Masken ebenfalls wissen, was für eine Farce das Ganze war. Ich habe mich so blöd dabei gefühlt, daß ich wirklich froh bin, dies nur einmal und dann nie wieder mitmachen zu müssen.
Wenn ich jetzt wähle, dann genieße ich es ein, bzw. zwei oder gar drei Kreuzchen machen zu dürfen, ganz egal, ob es im Endeffekt überhaupt etwas bringt oder verändert, aber zumindest habe ich das Gefühl, daß ich gefragt und nicht gezwungen werde und tatsächlich eine Wahl treffen darf.

Sonntag, 18. Juni 2017

After Eight

Wenn ich After Eights esse, denke ich oft an jene Zeiten, in welchen die Packungen noch mit Care-Paketen aus dem Westen zu uns ins Haus kamen. Allerdings kamen nicht alle in deren Genuß, sondern nur mein Vater, der Besitzrechte dafür in Anspruch nahm. Immer wenn ich als Kind die schwarzen leeren Tütchen im Papierkorb sah, durchsuchte ich jedes einzelne davon, ob vielleicht rein zufällig noch ein Täfelchen darin ist. Das geht nämlich ziemlich schnell, da die Täfelschen sehr dünn und genauso dunkel sind. Jedoch kann ich mich nicht mehr daran erinnern, ob ich bei diesen Müll-Schokoladensuchaktionen jemals erfolgreich gewesen bin. Aber hätte ja sein können.

Irgendwie war ich schon ziemlich merkwürdig, denn ich habe auch regelmäßig die Zwischenräume auf den Böden von Paketen durchsucht, also den Raum zwischen zwei Papplagen, weil etwas hineingerutscht sein könnte. Und einmal fand ich tatsächlich ein Heft buntes Bastelpapier. Ich war so stolz auf meine detektivische Schatzhebung! Doch heute hege ich die dunkle Vermutung, daß meine Mutter damals der Absenderin von meinem Spleen erzählt hatte und diese deshalb mit Absicht das Heft zwischen die Paketpappen legte. Das ist für mich ungefähr so, wie für andere Kinder, als sie erfuhren, daß es den Weihnachtsmann nicht gibt. Dieser war mir ja herzlich egal. Ich hab mich immer, absolut immer vor ihm versteckt und damit schließlich durchgesetzt, ihm niemals zu begegnen.

Dienstag, 10. Januar 2017

Neue Familiengeschichte

Von meiner Mutter hörte ich gestern eine neue Familiengeschichte, die ich bisher noch nicht kannte. Wieder eingefallen ist ihr diese Geschichte auch nur deshalb, weil sie verschiedene Bücher mit Lebensgeschichten von Kriegskindern las. Sie erzählte, daß ihre Großmutter, also meine Urgroßmutter, während des Krieges regelmäßig von jemandem aus der Partei besucht wurde, der kleine Holzfiguren verkaufte. Der Erlös wurde zur Kriegsfinanzierung genutzt. Es war also so eine Art Spende, für die man eine Holzfigur bekam. Meine Urgroßmutter kaufte regelmäßig etwas ab, bis zu jenem Tag schon ziemlich kurz vor dem Kriegsende. Sie hatte inzwischen einen ihrer Söhne im Krieg verloren und weigerte sich, etwas zu kaufen. Stattdessen erklärte sie sinngemäß, sie hoffe, der Krieg sei bald vorüber. Darauf wurde sie von demjenigen angeschwärzt. Sie wurde abgeholt und es fand sogar eine Gerichtsverhandlung statt. Sie hatte jedoch glücklicherweise einen guten Rechtsanwalt, der alles auf die psychische Schiene wegen des Verlusts ihres Sohnes schob. Nur deshalb wurde sie frei gelassen, mußte sich aber regelmäßig wie eine Verbrecherin auf Bewährung bei einem Polizeirevier melden.

Mittwoch, 21. September 2016

Mein Schnupftabak-Konsum

In "Sieben Jahre in Tibet" las ich darüber, wie man es dort mit dem Rauchen handhabt:
"Aber auch in diesem Fall beweist sich die autoritäre Gewalt der Regierung: Das Opiumrauchen kann nicht überhandnehmen, denn sie wacht mit strengem Auge über das Laster des Rauchens überhaupt. Man bekommt in Lhasa zwar jede Zigarettensorte der Welt zu kaufen, aber in Ämtern, auf der Straße, bei Zeremonien ist das Rauchen streng verboten. Und wenn die Mönche zu Neujahr das Regiment führen, ist sogar der Verkauf von Zigaretten unterbunden.
Dafür schnupfen alle Tibeter! Volk und Mönche benutzen selbstpräparierten Schnupftabak als Stimulans. Jeder ist stolz auf seine Mischung und wenn zwei Tibeter zusammenkommen, wird zuerst der Schnupftabak hervorgeholt und eine kleine Prise angeboten. Dabei protzt man auch gern ein wenig mit seinem Tabaksbehälter - vom billigen Jakob bis zum kostbaren, goldgefaßten Jadefläschchen kann man alle Abstufungen bewundern. Mit Genuß wird das Pulver auf den Daumennagel gestreut und dann...Sie sind wahrhaftog routiniert auf diesem Gebiet und blasen riesige Staubwolken aus ihrem Mund, ohne auch nur einmal zu niesen."

Also wenn die heutigen Raucher plötzlich wieder auf Schnupf- oder Kautabak kommen würden, hätte ich ja überhaupt nichts dagegen. Meinetwegen könnten sie Schnupfen und Schniefen und Kauen und Spucken, alles kein Problem. Nur frische Luft hätte ich gerne, gerade und insbesondere auch, wenn ich an heißen Sommertagen abends endlich die abgekühlte Luft ins Zimmer lassen möchte. Und damit meine ich eben die klare und frische Luft und nicht die ekligen Rauchschwaden vom Balkon unter mir.
Ich habe sogar gelegentlich selbst Schnupftabak geschnupft. Das ist allerdings lange her und war in meiner Kindheit. Mein Vater hatte im Schubkasten des Fernsehtischchens eine Dose mit Schnupftabak zu stehen. Wenn er sich davon etwas in die Nase zog, beobachtete ich das immer fasziniert, wahrscheinlich deshalb, weil ich mich damals bereits fragte, was Leute für ein Vergnügen daran finden, sich ekligen Tabak irgendwo einzuführen. Vermutlich aus diesem Grund fragte er mich:"Willste auch mal?" Natürlich war mir damals schon klar, daß probieren über studieren geht und der erste Versuch brachte mir einen heftigen Niesanfall ein. Allerdings merkte ich mir auch, daß Niesen durchaus nützlich sein kann, nämlich dann, wenn man eine verstopfte Nase hat. Genau deshalb ging ich ab diesem Zeitpunkt gelegentlich und heimlich an die Schnupftabakdose meines Vaters. So hatte ich die ganze Schulzeit hindurch eine freie Nase. Daß es sich um eine Droge handelt, war mir nicht wirklich bewußt, denn ich dachte, das Zeug dient nur zum Niesen. Gerade im Moment könnte ich mal wieder eine Prise vertragen, denn meine Nase ist immer noch etwas verrotzt.

Dienstag, 20. September 2016

Nachtzug nach Budapest

In einer Sendung im RBB hörte ich letztens davon, daß die Deutsche Bahn ihren Nachtzugverkehr ab dem nächsten Jahr einstellen will. Ich weiß nicht mehr, ob es dabei nur um bestimmte Strecken oder um alle Nachtzüge ging, aber doch im größeren Umfang. Es wurden Fahrgäste befragt und in Schlafwagenwaggons hineingeschaut. Einmal in meinem Leben bin ich mit einem Nachtzug gefahren, muß es jetzt also nicht dringend nachholen, zumal das Erlebnis nicht wirklich schön war. Dabei hatten wir damals in unserem Abteil sogar nur vier Betten statt wie in den heutigen Zügen sechs Betten. Da ich die Jüngste war, wurde ich nach oben verfrachtet, doch oben waren die Betten noch kürzer als unten. Mal abgesehen davon, daß es klaustrophobisch eng war, konnte ich die gesamte Nacht meine Beine nicht ausstrecken. Ich konnte sie aber auch nicht vertreten, da die Abteiltür so laut war, daß das ganze Abteil sofort wach gewesen wäre. Das hatte irgendwie etwas von Arrest in einer Sardinendose mit zusätzlicher Folterkonfiguration. Ich finde ja, daß nur Schlafen in einem Nachtzug schlimmer ist, als Schlafen im Krankenhaus (ok, bis auf das eine Mal, als die Hochstellvorrichtung meines Bettes nicht funktionierte). Dazu kommt, daß man nicht einmal aus dem Fenster sehen kann und eigentlich verreist man doch, zumindest mit dem Zug, um aus dem Fenster zu sehen. Dadurch kann man sich von allen Unannehmlichkeiten wegdenken. Nachtzüge haben irgendwie so ein romantisches Image. In Filmen besitzen die Schlafabteile meist nur zwei Betten und sehen auch völlig anders aus. Man denke an James Bond oder Alfred Hitchcock, ganz zu schweigen vom Orient-Express. Die Realität ist zwar durchaus abenteuerlich, aber weniger romantisch. Und dennoch finde ich es schade, daß es sie nicht mehr geben soll, denn wie in der Sendung festgestellt wurde, werden sie viel und gerne gebucht. Vermutlich gibt es nicht wenige Menschen, die von ihrer Körpergröße und ihrem Schlafbedürfnis her perfekt in die Schlafwagenabteile hineinpassen, und für die diese Art zu reisen sehr praktikabel und nützlich ist.

EDIT/Es geht tatsächlich um alle Nachtzüge, siehe http://www.nachtzug-bleibt.eu/:

Auf der Fahrt zum Klimagipfel nach Paris hat DB-Vorstand Ronald Pofalla verkündet, dass die DB in einem Jahr alle Nachtzüge abschaffen will. Irreführenderweise wird das zunächst als Konzept, die Nachtverbindungen auszubauen, dargestellt, und es klingt so, als habe die DB die Kritik ihrer Kunden verstanden:
"Umfragen haben klar gemacht, dass es eine Nachfrage nach solchen Verbindungen gibt", erklärte Bahn-Vorstand Ronald Pofalla am Wochenende. Es sei bereits eine Arbeitsgruppe eingerichtet worden, die Konzept und Streckenkapazitäten prüfe, so der Bahnvorstand. Das Unternehmen reagierte damit auf die anhaltende Kritik auf das Ausdünnen der Nachtverbindungen.
Aber dann erklärt Ronald Pofalla, was mit dem »Ausbau der Nachtverbindungen« gemeint ist: ICEs, die nachts durchfahren...

...Nachtzüge, um das denen zu erklären, die wie der ehemalige DB-Vorstand Ulrich Homburg noch nie einen von innen gesehen haben, sind Züge, in denen man in Betten und/oder auf Liegen schlafen kann, in den meisten findet man beides und auch noch Sitze. Sie fuhren und fahren unter Namen wie D-Nacht, CityNightLine, EuroNight, InterCity-Night, Trenhotel (»Hotelzug« auf spanisch), Intercité-Nuit, Nocturno ... und und und. Im Schlafwagen hat man Betten, Waschgelegenheit oder WC/Dusche im Abteil, es gibt einen Begrüßungstrunk und Frühstück; im Liegewagen kann man sich preiswert ausstrecken und in einem Bettbezug einwickeln – und wem die 21 Euro für die preiswerteste Liegekategorie zu teuer sind, nimmt den Sitzwagen. Getränke und kleine Speisen gibt's beim Zugpersonal, und manchmal gibt es auch ein richtiges Restaurant oder zumindest ein Bordbistro. Sie zu benutzen, ist meistens ein Vergnügen.

Ein Intercity oder ICE, der nachts durchfährt, fällt nicht in diese Kategorie. Er hat nämlich nur Sitze, das Licht brennt unbarmherzig die ganze Nacht, vor jeder Milchkanne kommt die Ansage »Wir erreichen jetzt Hintertupfingen. Ihre wichtigsten Anschlüsse: Regionalexpress nach Vordertupfingen um 3:45 Uhr von Gleis 3, Regionalbahn nach Kuhdorf um 4:20 von Gleis 4. Der Ausstieg ist in Fahrtrichtung links. Wir danken für Ihre Fahrt mit der Deutschen Bahn und wünschen Ihnen noch einen schönen Tag.« Nach jeder Milchkanne heißt es dann: »Wir begrüßen die in Hintertupfingen zugestiegenen Fahrgäste ...«
Wenn es Züge gibt, auf die der Ausspruch des früheren Bahnchefs Mehdorn »Zugfahrten über vier Stunden sind eine Tortur« zutrifft, dann sind es solche nächtlichen ICEs und ICs. Ganz nebenbei sind sie ein Paradies für Diebe....


Nochmal EDIT: Wie ich gerade las, erfolgte die Debatte während eines Fußballspiels oder sollte da erfolgen. Also an Zufälle glaube ich ja nicht mehr, nachdem mich die Förderalismusreform während der Fußball-WM 2006 stutzig gemacht hat. Es würde mich absolut überhaupt nicht wundern, wenn das "Sommermärchen" sogar von der Politik geplant und "gesponsort" wurde. Aber so lange bei solchen Veranstaltungen die Massen gerne ihr Hirn irgendwo abgeben und sich für nichts anderes mehr interessieren, wird die Politik mit Spielen als Ablenkungsmanöver wohl weiterhin Erfolg haben.

Mittwoch, 25. Mai 2016

Das Täubchen

schläft tief und fest auf ihren Eiern. Ist ja auch richtiges Schlafwetter heute. Irgendwie haben schlafende Haustiere etwas beruhigendes. Zu einer schlafenden Katze möchte man sich gleich dazulegen und so ein schlafendes Täubchen ist ebenfalls viel angenehmer als ein wild herumflatterndes. Eigentlich wäre ich in der vierten Etage prädestiniert für eine Brieftaubenzucht. Das Briefporto wird eh immer teurer. Immerhin haben Brieftauben meine Küche im Sommer schon als Zwischenstation zum Übernachten genutzt. Allerdings war die Brieftaube viel kleiner und viel weniger ängstlich. Mit dem Köpfchen und Schnabel im Gefieder, so wie sie sich zur Ruhe begeben hatte, schaute nur das Auge hervor und selbst als ich aufschrie und alles fallen ließ, weil ich sie deshalb zuerst für eine Ratte hielt, ließ sie sich gar nicht stören und hob noch nicht einmal den Kopf. Nur mit dem Auge beobachtete sie aufmerksam, was ich mitten in der Nacht für einen Lärm veranstalte. Am nächsten Morgen hat sie dann wohl noch aus der Spüle Wasser getrunken, ein bißchen an meinem Blumen herumgeknabbert, bevor sie sich wieder aus dem extra offen gelassenem Fenster davonmachte. Es kommt mir vor wie gestern und ist doch schon über zehn Jahre her.

Brieftaube in der Küche

Dienstag, 2. Februar 2016

Lügner

Bei "Popgiganten" behaupten sie gerade, vor Marusha hätte es keine grünen Augenbrauen gegeben. Völlig falsch! Ich hatte bereits 1987 grüne Augenbrauen - mit ACTION- Mascara eingefärbt. Nur bei mir hat es niemanden interessiert. Außer meine Eltern vielleicht. "Wie siehst du denn schon wieder aus? Wie eine Hexe mit 'nem Handfeger auf dem Kopf!" So nett können Eltern sein. (Der Handfeger waren die mohrrübenrot toupierten Haare.)

Mittwoch, 30. September 2015

Bei Springsteen

war ich nicht, aber bei Bob Dylan und später hier:

Konzert002

Und das fand ich auch noch, ist aber nur eine Eintrittskarte:

Konzert 003

Freitag, 10. April 2015

Alte Bilder

Hab noch ein Foto von mir und meinem Bruder herausgekramt und weil ich gerade beim Stöbern in den alten Scans war, fand ich außerdem noch das Bild wieder, welches mir mal ein jetzt Exfreund gemalt hat. Tja, nun besitze ich eine gemalte Villa mit Swimmingpool, Yacht, Hubschrauber und Tiger und das war's. Immer diese leeren Versprechungen!

Scan10001

FIL66255

Sonntag, 5. April 2015

Die Gartenparty des Musikanten oder das lustige Blasen (reload)

Aus aktuellem Anlaß suchte ich einen eingemotteten Blogbeitrag heraus:

Als ich neulich durch das Programm zappte, grinste mich wiedermal das unverkennbare Gesicht eines relativ bekannten, volkstümlichen Fernsehmoderators an, dessen wöchentliche Hitparade in einem der dritten Programme vor allem in der ehemaligen Ostzone sehr beliebt ist. Leider werde ich jedesmal, wenn ich diese überaus und überall gut aufgelegte Person sehe, an die eher unangenehme Erfahrung einer Gartenparty bei eben jenem Moderator erinnert.

Diese Gartenparty liegt schon viele Jahre zurück und fand zu Zeiten des ehemaligen DDR-Regimes statt, als ich selbst mich ungefähr in einem Alter von 14 Jahren befand. Der Fernsehmoderator war damals noch nicht Fernsehmoderator, sondern Unterhaltungsmusiker und zu der Einladung auf seine Gartenparty kamen wir durch meinen Bruder, der damals Mitglied seiner Bigband war, bevor er zu den Chansonsängerinnen überwechselte. Soweit ich mich entsinnen kann, war der Anlaß der Party wohl der Geburtstag des Gastgebers und großzügerweise durfte jeder aus der Band auch eigene Familienmitglieder mitbringen.

Der Garten gab das durchaus her, denn er war ziemlich groß, mit geräumigen Pavillionzelten und Bänken ausgestattet und hatte sogar einen kleinen Swimmingpool. Sowas stellte zur damaligen Zeit schon puren Luxus dar. Mein Cousin stürzte auch sofort in Richtung Swimmingpool und begann darauf Schiffchen schwimmen zu lassen. Ich selbst sollte es später bitter bereuen, daß ich mich nicht zu ihm gesellt habe. Hätte ich es mal getan, denn das wär bestimmt lustig geworden. Mit ihm war es immer lustig. Doch ich war damals in einem Alter, in dem ich mich etwas zu alt für solcherlei Betätigungen fühlte, zumindest unter Beobachtung, und aus diesem Grund sollte mich noch ein viel schlimmeres Schicksal ereilen.

Zu Beginn plauderte man miteinander, trank Bier oder Limonade, während die Band und der Gastgeber auf der Veranda die musikalische Untermalung lieferten. Irgendwann traf ich auf die Tochter des Gastgebers, die auch ungefähr in meinem Alter war und wir unterhielten uns ein bißchen. Nach einer Weile sahen wir Herrn.., äh...das Geburtstagskind, durch die Menge auf uns zukommen. Seine Tochter machte sich auf der Stelle aus dem Staub und ward nicht mehr gesehen (sie wußte wohl schon, was kommen würde), während ich nichts böses ahnend da blieb, wo ich war.
Und dann passierte es. Herr Unterhaltungsmusiker packte mich unverschämt gut gelaunt am Schlawittchen, drückte mir einen Luftballon in die Hand und sagte, ich müßte diesen jetzt aufblasen und wenn ich am schnellsten bin, würde ich eine Rolle Drops gewinnen.....tarääääää. Ein Widersetzen war praktisch zwecklos.

Dieses Trauma werde ich wohl nie überwinden, denn ich hasse solche Spiele. Ich habe es schon als Kind gehasst, wenn ich zu diesen Spielen gezwungen wurde. Da war ich wohl eher ein unnormales Kind, aber ich konnte mit diesen ach so lustigen Spielen einfach nichts anfangen. Wahrscheinlich kann ich noch froh sein, daß ich nicht Sackhüpfen oder Eierlaufen mitmachen mußte. Ich fand es immer furchtbar, auf Kindergeburtstagen mit verbunden Augen und Kochlöffel in der Hand auf dem Fußboden rumzukriechen um irgendwann 'nen alten Kochtopf mit 'nem angebissenen Bonbon zu finden. Einen meiner Mitschüler haben wir dabei mal in die Speisekammer eingesperrt. Ja, das war tatsächlich lustig....hahaha, weil es einen nicht selbst erwischte.
Aber der für mich absolute Höhepunkt und das gruseligste Spiel überhaupt ist "Ein Plumpsack geht um". Zu diesem wurden wir im Hort oft genötigt und ich habe nie kapiert, was die dabei eigentlich von mir wollen. Und ich glaube, ich würde es auch heute nicht kapieren. Doch glücklicherweise bin ich jetzt selbst erwachsen und muß mich nicht mehr von dämlichen Erwachsenen zu solchen dämlichen Spielen zwingen lassen.

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