Um 6:30 h statt um 7:30 h aufgestanden - zwar nur eine Stunde früher, aber mir erscheint es wie eine Ewigkeit. Im Bus meinen Bruder getroffen. Ihn wegen des Traumes gefragt, ob er seinen ersten Geldschein noch hat. Er lacht, verrät mir aber dann, dass er einen 5-DM-Schein aufgehoben hat. Da hab ich im Traum wohl wieder Tomaten auf den Augen gehabt. In der Fachhochschule einer blonden Frau hinterher getigert, die in denselben Hörsaal geht, in welchen ich muss. Ich such mir einen Platz, packe aus, schneuze mich, schaue hoch, die blonde Frau, die gegenüber Platz genommen hat, schaut ebenfalls hoch und - wir gucken uns groß an, denn sie ist meine Kollegin P. Wir haben beide voneinander nicht gewußt, dass wir in dem Kurs sind und anscheinend habe ich nicht nur im Traum Tomaten auf den Augen. Ich also meine Sachen zusammen gepackt und mich rüber gesetzt. Als der Kurs beginnt, sind wir ganze fünf Männeken. Dies steigert sich im Verlauf der ersten halben Stunde noch auf neun. Schon nach den ersten zehn Minuten des "richtigen" Unterrichts habe ich große Lust in die Tischkante zu beißen. Der Unterricht ist zwar gut strukturiert und selbst für die Dümmsten der Dummen wird der Stoff sehr verständlich rübergebracht, aber dafür ist er auch extrem langweilig und unser Seminarleiter redet so richtig schön einschläfernd laaaangsaaaaam. Dies sieben Stunden lang und man ist genauso breit, als hätte man neun Stunden Akten bearbeitet. Am interessantesten fand ich noch die eher unwichtige Story, dass in Görlitz ein Multimillionär existiert, der jedes Jahr der Stadtkasse eine Million Euro zur Sanierung alter Bauten und Denkmäler spendet, aber darauf besteht, dass sein Name nicht genannt wird. Sollte sein Name irgendwo erscheinen, würde er sofort aufhören zu spenden. Scheint so, als wären die Lotto-Jackpot-Gewinner in Görlitz beheimatet. Vielleicht sollte man da mal hinfahren...
Nach dem Kurs ein Stück mit einem "Mitschüler" gelaufen, der dann so zu mir meinte, ich hätte nicht so ausgesehen, als sei ich sehr bei der Sache gewesen. Nun ja, das ist gerade mein Problem, ich wirke nie so, als sei ich bei der Sache, selbst wenn ich es bin. In so einem Unterricht kommt wieder mein Hang zum Tagträumen durch und trotzdem habe ich alles mitbekommen. So war es schon früher in der Schule.
Dann einen kleinen Abstecher zum Tierpark gemacht, um mir eine Jahreskarte zu holen. Dafür musste ich fast geschlagene zehn Minuten in eine Webcam grinsen, weil die Bilder immer nicht gut genug waren, und bald bekam ich fast einen Krampf von diesem Dauergrinsen.
Als ich endlich den Tierpark betrat, hatte ich nur noch ca. eine halbe Stunde Helligkeit, danach wurde es in Eilzuggeschwindigkeit dunkel. Das war das erste Mal, dass ich im Finstern im Tierpark unterwegs war, und ich muss sagen, es war wirklich extrem gruselig. Ich finde es ja immer schon unheimlich, wenn ich mich bei Tageslicht dort verlaufe - und ich verlaufe mich jedesmal! -, aber wenn im Dunkeln riesige Säbelzahntiger und nachtaktive Hyänen den menschenleeren Weg säumen, einem Wildgänse über den Kopf streichen und Trauben von Pfauen in den kahlen Baumkronen hocken, man überall um sich herum ein Scharren und Gackern und Gurren und Glucksen, ein Fiepen und Knurren hört, während man seine Hand nicht vor Augen erkennt und auch nicht die aufgestellten Wegkarten, kann einem wirklich anders werden, insbesonders, wenn man sich wie immer verirrt hat und den Ausgang nicht findet. Als ich ihn schließlich fand, war das schmiedeeiserne Tor schon verriegelt und verrammelt, aber zum Glück gibt es die Ein-Weg-Drehtüren. So gern ich die Tiger mag, übernachten möchte ich dann doch nicht bei ihnen. Die haben früh bestimmt Hunger.
Ich sehe meine zweitoberste Chefin am Tisch stehen und in einem Buch blättern, bzw. lesen. Mein Kollege K. kommt herein, sieht seinen Post- und Unterlagenberg auf dem Tisch liegen, kehrt um und sagt, dass er mit einem Koffer wiederkommt.
Dann stehe ich mit meiner zweitobersten Chefin in der U-Bahn und luge über ihre Schulter, um zu erkennen, was in dem Buch geschrieben steht, in welchem sie noch immer blättert. Ich erkenne sehr viele Namen, die mit nachfolgenden kurzen Absätzen aufgeführt sind. Auf meine Frage erklärt mir Fr. St., dass in diesem Buch alle Gefängnisinsassen aufgelistet sind, die während der Haftzeit einen Roman o.ä. geschrieben haben.
Ich bemühe mich weiter, etwas in dem Buch lesen zu können und sehe den Namen "Luchterhand".
Sofort sage ich spontan: "Über den habe ich auch was geschrieben!"
Es besteht kein Zweifel, dass es der Herr Luchterhand aus meiner Geschichte ist.
Einige Bilder in Form von Fotos in den nächsten Sequenzen, u.a. einen Bär, der mit seinen Tatzen an einem Elefanten mit reich geschmücktem Überwurf hängt.
Ich finde es ja lustig, dass ich jetzt von Herrn Luchterhand schon so träume, als gäbe es ihn wirklich.
Aber gut, so lange er nicht auf mir drauf liegt.....
eher so, als sollte man getestet werden ob man behindert ist:
http://www.viquet.com/live/sites/viquet/pages/die_tests/personality.html
Praxisbezug und klare Strukturen.
Langes Herumreden ist nicht Ihre Sache. Sie packen an, sind praktisch veranlagt, arbeiten konzentriert und ernsthaft. Ungenauigkeit macht Sie nervös. Sie lieben Klarheit und Struktur. Was Sie machen ist logisch und nachvollziehbar. Am Herumphantasieren verlieren Sie schnell den Spaß. Sie wollen umsetzen, was Sie planen und sind dabei realistisch und gründlich.
Die für andere Menschen gewiß unglaublichen Schwierigkeiten, die ich beim Reden habe, haben darin ihren Grund, daß mein Denken oder besser mein Bewußtseinsinhalt ganz nebelhaft ist, daß ich darin soweit es nur auf mich ankommt, ungestört und manchmal selbstzufrieden ruhe, daß aber ein menschliches Gespräch Zuspitzung, Festigung und dauernden Zusammenhang braucht, Dinge, die es in mir nicht gibt. In Nebelwolken wird niemand mit mir liegen wollen und selbst wenn er das wollte, so kann ich den Nebel nicht aus der Stirn hervortreiben, zwischen zwei Menschen zergeht er und ist nichts.
(aus Kafkas Tasgebüchern)
Erhöhte Sonnenfleckenaktivität? Ein Leonidensturm über dem Mare Crisium? Ein sich näherndes Schwarzes Loch? Den ganzen Tag hindurch bis zum frühen Nachmittag lag das Firmennetzwerk lahm, abends war es dann Twoday, wo nichts mehr ging, und meine Surround-Anlage spielt auch verrückt, quäkt und stolpert wie ein altes Radio. Dazu kommt, dass sie bei musicload jetzt schon so verzweifelt sind, dass sie mich auffordern meinen Player neu zu installieren. Bin ich lebensmüde, dass ich irgendwas neu installiere was funktioniert und außerdem von Microsoft ist? Und dann auch noch JETZT? Nachher wollen sie vielleicht noch, dass ich Windows neu installiere?!
Jede andere Datei spielt der Player problemlos ab. Ich selbst vermute ja, dass es was mit der automatischen Lizenzinstallation zu tun hat und die vielleicht nicht mit zwei Partitionen klar kommt. Also habe ich vorsichtig nachgefragt, erhielt aber keine Antwort, bzw. halt diese. Ja, klar, es kann ja nur meine Software sein, die schuld ist, aber keinesfalls irgendwas an der Dateiinstallation. Das darf einfach nicht sein!
Erinnert mich doch alles sehr an die Probleme, die ich bei der Installation eines Stadtplans auf meinem Palm hatte. Das Ding zeigte immer eine Fehlermeldung. Als ich mich an den Service wandte, schickte man mir zwei schon abgespeicherte Lösungsvorschläge und als diese nichts halfen, schrieb man nur lapidar, ich müßte dann halt alle Programme auf dem Palm neu installieren. Natürlich hatte ich keine Lust und erst recht keine Zeit, um den ganzen Palm neu zu installieren (genausowenig, wie der "Service" Lust hatte, sich mit meinem Problem zu beschäftigen, nur dass die außerdem dafür bezahlt werden), und vermutete sowieso, dass der Fehler nur durch eine winzige Kleinigkeit hervorgerufen wird. Also versuchte ich selbst dahinterzukommen, fragte mit meinen Ideen vorher beim Service nach, aber erhielt unverschämterweise einfach keine Antwort mehr. Doch es stellte sich heraus, dass ich mit einer meiner Ideen richtig lag. Der ganze Fehler war der, dass eine Datei nur auf der Speicherkarte installiert werden durfte, aber nicht auf dem internen Speicher. Das war alles! Und es stand nirgendwo in der ominösen ausführlichen Installationsanleitung (ich habe sie mir extra hinterher noch dreimal durchgelesen). Nun stelle sich mal einer vor, ich hätte auf deren Rat gehört und das ganze Teil neu aufgesetzt, installiert und konfiguriert, doch der Stadtplan hätte noch immer nicht funktioniert. Genau das wäre eingetreten, ich wäre wahnsinnig geworden und hätte auch weiterhin keine Antwort von dem, was sich "Service" nennt, bekommen.
Toller Job! Ich möchte auch den ganzen Tag sagen: "Installieren Sie neu!" und mir dann einen Bunten machen. Das würde ich gerade noch so hinbekommen.
insbesondere der Samstag (ok, bis auf die gescheiterte Fernsehnacht). Das erste Mal seit langem hatte ich das Gefühl, Zeit zu haben, obwohl ich auch diesmal vieles zu erledigen hatte und natürlich wie immer weniger geschafft habe, als geplant. Trotzdem war gerade der Samstag ein Tag, an dem die Zeit eher stehengeblieben ist als gerannt. Vielleicht lag das ja an der entspannenden Wirkung des Bastelns. Auch beim Hören klassischer Musik und entsprechender Radiosender ist mir dieses paradoxe Phänomen aufgefallen - sobald ich nämlich diese höre, scheint die Zeit viel langsamer zu vergehen, als wenn ich die anderen "lauten" Sender höre, die ich nicht mehr ertragen kann, oder gar der Fernseher läuft. Während mir früher Musik nicht schnell genug sein konnte (am besten Technobeats), höre ich jetzt, zumindest nebenbei, am liebsten klassische Musik. Das ist genau so eine 180 Grad-Wendung wie die Veränderung der Lieblingsfarbe von Blau auf Rot. Irgendwas muss mit mir passiert sein. Man hat mich ausgetauscht, ein neues Gehirn transplantiert, mich umprogrammiert.
Was ich außerdem sehr an den Kultursendern schätze, ist nicht nur ihre meist angenehmere Musik, sondern auch die interessanten Beiträge, die man dort hören kann, wie zum Beispiel über das tragische Schicksal Antonin Dvoraks, der in Hinblick auf seine Kinder vom Unglück verfolgt war.
Es gibt Leute, die behaupten, dass man ein schweres Schicksal haben müsse, um ein guter Künstler zu sein und große Werke hervorzubringen. Ich teile diese Ansicht eigentlich nicht. Ich glaube, dass man auch mit einem relativ glücklichem Leben (irgendein Päckchen hat ja JEDER zu tragen), ein Künstler sein und große Kunst machen kann. Es ist nur so, dass zum einen wohl insbesondere solche Menschen das sehr starke Bedürfnis nach einem Ventil, einer Form des Ausdrucks haben, die viel Schweres erlebt haben, und das andererseits zwar auch völlig unbekannte und künstlerisch unambitionierte Menschen schwere Schicksale haben, dies aber nicht in der breiten Öffentlichkeit in allen Einzelheiten zur Debatte steht. Dadurch kommt es, dass man scheinbar gerade unter Künstlern überdurchschnittlich viele unglückliche Existenzen findet. Sollte es aber tatsächlich so sein, dass man vom Unglück gejagt sein muss, um ein guter Künstler zu sein, dann verzichtete ich dankend auf diese Möglichkeit und machte es mir in meinem bürgerlichen Durchschnittslehnstuhl bequem. Nur leider wird man sich auch dort nicht vor dem Schicksal verstecken können, wenn es einem an den Kragen will....
Wenn ich mit dem Kaiser sprechen könnte, so würde ich ihm die Bitte vortragen, er möge eine besondere Verordnung erlassen: Am Weihnachtsfest sollten die Leute Korn und anderes Vogelfutter vor die Häuser und Burgen auslegen, damit die Vögel, besonders unsere Schwestern Lerchen, am Festtag gut zu essen hätten.
(Franz von Assisi)
Anmerkung: Die Schwestern Elstern und die Schwestern Meisen sind ebenfalls ganz wild auf ausgelegtes Vogelfutter - nicht nur zu Weihnachten.....
Kein Wunder, wenn ich schließlich noch an abstruse Verschwörungstheorien zu glauben beginne, denn normal ist das nicht mehr. Ich kann mich auch nicht erinnern, dass es früher so gewesen wäre. Erst seit einigen Jahren scheint alles schief zu gehen, insbesondere was jede Form von Geschäften mit Handwerkern und Internetanbietern betrifft. Da lade ich mir das allererste Mal eine Musikdatei herunter und statt sie zu hören, führe ich seit Tagen Schriftverkehr mit dem Service. Da ich heute eine relativ entspannten Samstag hatte, dachte ich mir, ich schau mal wieder einen Fim, und da nichts läuft was ich nicht schon kenne, habe ich mir bei Kino Select einen bestellt. Schade nur, dass der selbst 30 Min. nach Beginn noch nicht freigeschaltet war. Von der Renovierung und was dabei alles schief gelaufen hat, sowie der Couchtischstory rede ich schon gar nicht. Es ist zum Haare raufen. Könnte nicht EINFACH mal irgendwas funktionieren? Das ganze Leben könnte so EINFACH sein. EINFACH für mich UND für die armen Leute, denen ich jetzt langsam bei den kleinsten Dingen an den Hals gehen könnte, obwohl die ja nichts dafür können, dass mich schon andere vor ihnen bis zum Ende meines Geduldfadens "bearbeitet" haben....
Über die Urticaria factitia (Dermographismus oedematosus) entnehmen wir einer Arbeit Lapinskys folgende geschichtliche Daten: 'Nach FALK waren solche Zustände der Haut bereits im Mittelalter, im Zeitalter der religiösen Verfolgungen und der Inquisition, sehr wohl bekannt. In jener Zeit mußte derjenige, bei dem dieses Phänomen beobachtet wurde, seinen Kopf auf dem Schaffot lassen oder bei lebendigem Leibe verbrannt werden, da dadurch die nahe Bekanntschaft des Trägers dieser Erscheinung mit dem Teufel als bewiesen galt. '
Na schönen Dank auch. Da kann ich ja froh sein, dass ich nicht im Mittelalter lebe, denn mit meinen grünen Augen, den kreuzförmig angeordneten "Teufelsmalen" und nun auch noch mit dieser Überempfindlichkeitsreaktion wäre ich wohl nicht sehr alt geworden. :-/
Und noch ein Link zum Urtikaria-Network:
http://www.urtikaria.net/aktuelles.html
Hier ist er:
Eigentlich wollte ich ihn erst nächste Woche machen, aber da ich den Teppichboden bekomme und die Weiterbildung habe, bin ich dann sicherlich anderweitig beschäftigt. Also wurde der heutige Vormittag zum Bastelvormittag. Und ich sage ganz bewußt "Basteln" und nicht "Werkeln" oder ähnliches, da ich glücklicherweise keine frühkindlichen Basteltraumata und somit auch nichts gegen dieses Wort habe.
Ich finde ja, für meinen ersten Versuch ist er recht gut gelungen. Natürlich ist er auch etwas krückig, das war zu erwarten, und vor allem aber riesig. Jetzt passt fast nix anderes mehr auf den Couchtisch. Aber das Bedürfnis, ihn still und heimlich zu entsorgen habe ich nicht, obwohl ich mir vorgenommen habe, im nächsten Jahr vielleicht doch lieber einen Kompromiss einzugehen: mir einen fertig gebundenen zu kaufen und ihn selbst zu dekorieren.
und den wichtigsten Vokabeln zum Sushiessen:
G Yoko - Das Spezialangebot, also Tagesgericht, des Meisters
Arigato - Danke, sehr freundlich
Arigato Gozaimashita - Dank am Ende der Mahlzeit oder beim Hinausgehen
Kanapi - Prost
Konbonwa - Guten Abend
Oyasumi nasai - Gute Nacht
O Kudasai - Bitte geben Sie mir....Nennen Sie erst den Namen des ausgesuchten Sushi und fügen Sie dann diese Bezeichnung an.
Oma ka se - bedeutet, Sie überlassen dem Meister die Auswahl. Was dann passiert, haben wir bereits beschrieben.
(Der Sushimeister fühlt sich gebauchpinselt und bauchpinselt zurück, indem er behauptet, man sei ein Sushikenner, selbst wenn man noch nie im Leben Sushi gegessen hat. Und wenn man Glück hat, bekommt man ein paar Stück gratis dazu.)
Jetzt habe ich mir vorgestern das allererste Mal eine Musikdatei bei Musicload heruntergeladen, denn da ich zuviel einer bestimmten Sorte Haselnussschnitten gegessen habe, hatte ich zwei Gutscheine für insgesamt 1,29 € übrig. Super, dachte ich, reicht genau für den "North by Northwest"-Soundtrack, der in diesem Portal allerdings nur 3 min und 21 sek lang ist. Aber egal, lädst dir trotzdem mal runter. Und was passiert? Nichts! Es lässt sich nichts abspielen. Also ich mich an die Hotline gewendet und auf deren Rat hin die Datei gelöscht und nochmals heruntergeladen. Beim Löschen ist mir jedoch gleich der ganze Computer abgeschmiert. Und es passiert immer noch nichts. Jetzt habe ich denen einen ganzen Psalm geschrieben mit allen Angaben, die sie haben wollten, und warte, was passiert. Wenn das die schöne neue Musik-gleich-aus-dem-Internet-Welt ist, dann bleibe ich doch lieber bei CDs und mitgeschnittenen MP3s.
Ich bin mit dem Mann, welchen ich zu jener Zeit kannte und in den ich viele Jahre sehr verliebt war, verheiratet und wir haben zusammen frisch geborene Fünflinge. Leider entpuppt er sich im Eheleben als ziemlicher Pascha und beteiligt sich kaum an der Hausarbeit. Statt dessen sitzt er lieber mit meinem Vater zusammen und spielt Würfelspiele. Ich sage deshalb zu ihm, er möchte sich doch wenigstens Namen für die Babys ausdenken - die haben nämlich noch keine -, doch es tut sich einfach nichts. Nicht einmal dazu ist er in der Lage. Ich dagegen bin ständig am rotieren, um den Haushalt in Ordnung zu halten und die Babys zu versorgen. Immer wenn ich das fünfte Baby gefüttert, gewaschen und gewindelt habe, fängt das erste wieder an zu schreien. Das geht so lange, bis ich mit den Nerven vollkommen fertig plötzlich aufwache. Ich bin schweißgebadet und kann es zuerst kaum fassen, dass es ein Traum war. Doch als ich es endlich glauben konnte, war ich noch NIE in meinem Leben so froh, nur geträumt zu haben. Ich habe richtiggehend körperlich gefühlt, wie eine zentnerschwere Last von mir abfiel. Eindeutig ein ANGST-Traum!
behauptet neuerdings, mein Bruder halte eine Herde Zebras in einem Stall. Wie er darauf kommt, ist uns ein Rätsel. Er spricht jetzt immer seinen Physiotherapeuten mit dem Namen meines Bruders an, anscheinend hält er ihn für meinen Bruder, weil er so ähnlich aussieht. Aber ich kann mir auch nicht vorstellen, dass der Physiotherapeut eine Herde Zebras hält. Vielleicht hat er wieder geträumt....
Im Rot-Rausch befinde ich mich zur Zeit und ich weiß selbst nicht so recht, wie das gekommen ist. Es begann schleichend, und irgendwann stellte ich fest, dass ich, so wie ich früher auf alles losgegangen bin, was blau ist, nun auf alles zuerst losgehe - manchmal mit einem kleinen, verwirrten Zögern, da sich mein Kopf noch daran klammert, dass meine Lieblingsfarbe Blau ist - was rote Farbtöne aufweist. Natürlich nicht wütend wie ein Stier mit seinen Hörnern, sondern mit einem jubelndem kleinen Herzhüpfer, unwiderstehlich angezogen und entzückt. Es ist praktisch, denn Rot steht mir zufällig so ausnehmend gut, dass ich fast nicht wiederzuerkennen bin, wenn ich es trage (und zwar wirklich - eine Kollegin hielt mich mal für eine Klientin, weil ich eine rote Regenjacke trug, und als sie den Irrtum bemerkte meinte sie: "Ich hab dich gar nicht erkannt. Das Rot steht dir so gut.") Es ist aber auch seltsam, da ich mit Rot seit meiner Jugend eher auf dem Kriegsfuß stehe und es wegen dieser Abneigung früher kaum getragen habe. Ich fand es immer die nervigste Farbe von allen, die mich regelrecht aggressiv machen konnte, und von einem reinen, leutenden Hellrot fühle ich mich teilweise auch heute noch überfordert. Ich mag vor allem die gebrochenen und dunkleren Farbtöne, sattes Dunkelrot, wie es sich in dem Funkeln von Granaten zeigt, das warme Rotbraun des Carneol und diverse Abstufungen über das Purpur der Könige bis hin zum warmen Violett und dunklem Lila. Überhaupt finde ich, dass Rot und Lila eine zauberhafte Kombination abgeben und wunderbar zusammenpassen, eine Meinung, die wenig geteilt wird. Meine Mutter belehrte mich letztens, dass laut irgendwelcher Designer und Leute, die es wissen müssen, Lila und Grün viel besser zusammenpassen. Dies ist allerdings eine Kombination, die mir sofortige Übelkeit verursacht. Deshalb pfeife ich auf alle Designer und Experten, und schwelge in Rot und Lila so lange ich es will. Denn wenn ich Rot und Lila sehe, sehe ich immer auch eine unbändige Fülle, ähnlich die eines großen und reichen Herzens, und diese Fülle ist es, die ich dann gleichermaßen fühle.
Manchmal frage ich mich, wie lange dieser Rot-Rausch wohl anhalten wird, ob er nur vorübergehend ist oder ob ich Rot zu meiner neuen Lieblingsfarbe deklarieren muss. Ich frage mich, ob dieser Wandel meiner farblichen Vorlieben nicht weiter von Bedeutung ist, oder ob er vielleicht das äußere Äquivalent eines inneren Wandels ist, der sich vollzogen hat. Man sagt, alle sieben Jahre verändere sich der Körper, warum nicht auch das Farbempfinden? So kann ein Feind ein Freund werden, und eines ist klar - mein Adventskranz muss rot werden!
Verreist bei entfernten Verwandten aus dem Westen. Der Ort beginnt mit B..... (beim Aufwachen musste ich an Berchtesgarden denken). Am letzten Tag des Aufenthalts fällt dem Sohn, einem jungen Mann, ein, uns oder mir noch etwas zu zeigen. Wir gehen eine Straße entlang, wo rechts von uns eine große unbebaute Fläche mit weißen Rechtecken liegt. Als ich genauer hinschaue, sehe ich, dass es im Vordergrund ein großer Parkplatz ist, man im Hintergrund jedoch die gesamte Stadt sehen kann, und zwar schaut man direkt von oben auf die überwiegend weißen Dächer. Der Ort muss also etwas bergig sein, wirkt aber von unserem Platz aus nicht so. Wir wenden uns jedoch nach links, lassen erst viele Autos vorbeifahren, die dort aus einer Kurve hervorkommen, und überqueren dann Bahnschienen. Mit dem Bus fahren wir eine Weile, bis wir zu einer anderen Wohnung gelangen. Die dort wohnen sind auch Verwandte von uns und anscheinend findet gerade eine Feier statt, denn das ganze Wohnzimmer ist voller Menschen, auffällig viele alte sind dabei. Da ich keine Lust habe, überall herumzukriechen und allen fremden Leuten die Hand zu geben, winke ich bloss grüßend mehrmals auffällig hinein, worauf aber kaum reagiert wird. Mit einem Mal sind sie alle weg und ich schaue mir interessiert die Wohnung an.
Beim Eintritt kommt man in einen ziemlich kleinen engen Flur und schaut direkt in das Schlafzimmer, welches linkerhand schräg gegenüber der Eingangstür liegt und keine Tür hat.
Statt dessen ist ein sehr großer, bogenförmiger, in der Mitte mit einem kleinen Schlenker spitz zulaufender Durchgang in der Wand, durch welchen man genau auf den deckenhohen gemaserten Holz-Wandschrank und das Ehebett schaut. Gegenüber vom Schlafzimmer liegt ein Raum, der am Eingang (Türrahmen?) irgendwelche technischen Geräte eingebaut hat (Radio?). Neben dem Schlafzimmer liegt das Bad und neben dem Bad, rechterhand gegenüber der Eingangstür kommt man zum Wohnzimmer. Ich schreibe "kommt man", weil man erst durch mehrere verwinkelte kleine Vorzimmer muss, bevor man das langgestreckte große Wohnzimmer erreicht, welches man durch eine Tür neben der Stirnseite betritt. Auch gegenüber der Tür zum Wohnzimmer kommt man vom Flur aus noch in ein anderes Zimmer. Und genau dort an der Zwischenwand des Flures, prangt direkt in der Mitte ein riesiges Gerät von Sprechanlage. Ich denke bei mir, dass die Wohnung zwar nicht schlecht und schön groß ist, aber von der technischen Ausstattung doch schon etwas veraltet. Die Hausherrin will uns jetzt ein Buch schenken. Doch es ist nicht für jeden ein Buch, sondern ein riesiges Buch für uns alle (drei?). Es ist bestimmt so hoch wie ein halber Mensch und sie setzt sich an den Wohnzimmertisch, um eine Widmung hineinzuschreiben. Diese Widmung wird zu einer ganzen Zeichnung, die sie mit leichter Hand dort hineinsetzt. Beim Zeichnen betrachte ich sie und ihr Gesicht aufmerksam. Sie hat aschbraune, glatte, halblang auf gleicher Höhe geschnittene Haare, trägt eine Brille mit dünnem Rand und hat ein feingeschnittenes schönes Gesicht. Im Traum ist mir, als würde ich sie schon von früher kennen - und es war eine angenehme Bekanntschaft -, kann mir aber nicht so recht klarwerden, ob ich sie vorher wirklich schon mal getroffen habe.
hat jetzt gerade unser Gruppenfoto als Abschiedsgeschenk erhalten. Genaugenommen ist es kein richtiges Gruppenfoto, sondern jeder ausgeschnitten auf einer großen bemalten Pappe und in der Mitte ein selbstgereimter Spruch. Das alles gerahmt und hinter Glas, so dass sie es sich ins Wohnzimmer hängen kann. Ich wäre ja bestimmt überglücklich, mir sowas ins Wohnzimmer hängen zu dürfen.....*würg*
Meine Kollegin sah auch nicht gerade begeistert aus, weshalb unsere Chefin meinte, sie möchte jetzt "Toll!" und "Danke!" hören. Deshalb presste sie dann ein "Ja, ja....schön." hervor.
hat mir heute den Platz an meiner Stehsäule auf dem U-Bahnhof weggenommen. Die Stehsäule ist eine bestimmte Säule, an der ich immer lehne, wenn ich auf die U-Bahn warte. Warum ich mich dabei anlehnen muss, weiß ich nicht - wahrscheinlich Altersschwäche. Aber da ich viel älter bin als er, würde es mir auch eher zustehen, dort zu lehnen, finde ich. Kurzzeitig spielte ich mit dem Gedanken, mich aus Trotz an seinen Rücken zu lehnen, den er mir zukehrte, während er auf die gegenüberliegende Bahn wartete. Ich hab's dann gelassen, sonst sieht das wieder so aus, als würde ich jüngere Männer angraben wollen....
was die da über mir auf dem Dach machen. Das rumpelt und pumpelt, als würden hundert Schlossgespenster mit ihren Eisenkugeln Kegeln spielen. Nebenbei hört man ständig so einen seltsamen Ton, zwar nicht laut, aber hoch und nervig. Wie der Lärm vom PC, aber noch zusätzlich. Inzwischen habe ich schon Kopfschmerzen von dem Gepolter. Sollte ich mich nicht mehr melden, ist wahrscheinlich die Decke auf meinem Schreibtisch gelandet....
17. (März 1915) Von Lärm verfolgt. Ein schönes viel freundlicheres Zimmer als das in der Bilekgasse. Ich bin von der Aussicht so abhängig, die ist hier schön, die Teinkirche. Aber großer Lärm der Wagen unten, an den ich mich aber schon gewöhne. Unmöglich aber mich an den Lärm am Nachmittag zu gewöhnen. Von Zeit zu Zeit ein Krach in der Küche oder am Gang. Über mir auf dem Boden gestern ewiges Rollen einer Kugel wie beim Kegeln unverständlicher Zweck, dann unten auch Klavier. Abend gestern verhältnismäßige Stille, ein wenig aussichtsvoll gearbeitet (Unterstaatsanwalt) heute mit Lust angefangen, plötzlich nebenan oder unter mir Unterhaltung einer Gesellschaft, so laut und wechselnd als umschwebe sie mich. Ein wenig mit dem Lärm gekämpft, dann mit förmlich zerrissenen Nerven auf dem Kanapee gelegen, nach 10 Uhr Stille, kann aber nicht mehr arbeiten. (Kafkas Tagebücher)
Habe ich nicht letztens sowas ähnliches geschrieben? Ob nun Baugerüste oder Lärm ist ja fast dasselbe....
schau ich so eine Dokumentation über Geisterstädte in Brasilien und frage mich, warum ich eigentlich so ein langweiliges Leben führe. Warum bin ich nicht Archäologin geworden oder Forschungsreisende? Gebuddelt habe ich schließlich schon immer gerne und dann könnte ich durch den Regenwald schippern, in den Diamantenbergen herumkraxeln oder Stammeshäuptlinge mit auberginefarbenen Topffrisuren treffen. Mein einziges Abenteuer besteht zur Zeit darin, das Geheimnis der mysteriös von selbst verschwindenden Tagclouds zu entschlüsseln. Allerdings würde es mich wohl etwas nerven, wenn ich jede Tonscherbe einzeln mit dem Pinsel freilegen müsste. Und überhaupt finde ich, dass die Museen langsam auch mal etwas entrümpeln könnten.
aus meiner dunklen DDR-Vergangenheit wiedergetroffen. Es ist seltsam, so lange man sie nicht sieht, sind sie völlig aus dem Gedächtnis gestrichen, aber fällt dann plötzlich der Blick auf sie, erkennt man sie sofort wieder und erinnert sich. Diesmal waren es die Chokis in den kleinen Pappschächtelchen mit Märchenmotiven. Ich habe sie nicht gekauft, allerdings überfiel mich, wahrscheinlich verursacht durch die plötzliche Erinnerung an die Kindheit, ein unstillbares Verlangen nach bunten Lollis, obwohl ich schon seit Ewigkeiten keinen Hunger mehr auf reines Zuckerzeug hatte. Das ist auch besser so, denn hat man erstmal damit angefangen, muss man eine Weile abstinent bleiben und gesund essen, um die Zuckergier wieder loszuwerden. Ich habe mir trotzdem eine Packung Lollis gekauft und stehe jetzt kurz vor dem Zuckerschock.
da komme ich nach dem Wochenende ins Büro und stelle fest, dass die Vögel am Futterstock wie die Vandalen gewütet haben. Alle Futterportionen vollkommen leer (während letzten Winter ein Stock für den gesamten Winter reichte) und das ganze Fenster ist voller Fettspuren. Es ist, als hätten sie sich erst in Rindertalg gewälzt und wären dann damit gegen die Fensterscheibe geflogen. Meisen können das jedenfalls nicht gewesen sein, die hätten gar nicht so viel fressen können. Sieht eher nach Aasgeiern aus...
....wirkt in etwa so, als wäre der Architekt beim Entwurf besoffen gewesen, weil überall Winkel, Schächte, wie auch der Geheimschacht, und schräge Wände. Keine Dachschrägen, die Decke ist schon gleich hoch, aber die Wände sind nicht nur in ihrer Oberfläche schief und krumm, sondern auch nirgends in der Wohnung in normalem Rechteck zusammengefügt. Das hat zwar den Vorteil, nicht langweilig zu sein, macht sich aber teilweise ziemlich blöd. Zum Beispiel kann ich im Wohnzimmer keine dekorative Gardinenstange anbringen, da die Fensterfront von zwei Schächten eingeengt wird, neben denen fast gleich ohne Wand dazwischen die Fenster beginnen. Deshalb habe ich dort nur ein Gardinenbrett mit einer Blende, die genau zwischen die beiden Schächte passt und in der gleichen Farbe wie die Wand gestrichen ist. Das wirkt dann ungefähr so, als ob die schmale Nische über dem Gardinenbrett, da es nicht ganz oben an der Decke befestigt ist, und der dazugehörige Gardinenvorbau in die Wand eingebaut ist. Allerdings stört mich diese dunkle Nische über dem Gardinenbrett immer ein bißchen, da ja dort kein Licht mehr hinkommt. Letztens kam mir nun der Einfall, dass man oben an der Gardinenleiste vielleicht drei nach oben gerichtete kleine Lichtstrahler anbringen könnte, was gleichzeitig optisch die Deckenhöhe erhöht und die Nische ausleuchtet. Allerdings müssten alle Strahler zusammenhängen und von unten einzuschalten sein, da ich nicht jedes Mal auf die Leiter kriechen kann, um jeden Strahler einzeln anzuknipsen. Leider hab ich keine Idee, wie sowas zu machen ist, weshalb ich dann auf die Idee kam, eine Lichterkette an der Gardinenblende und -leiste zu drapieren, so dass sie gleichzeitig die Nische etwas ausleuchtet. Jetzt hängt dort also eine Lichterkette mit orangen Herbstblättern, obwohl ich eigentlich kein Lichterketten-Fan bin, und irgendwie wirkt mein Zimmer nun ein bißchen wie eine Disko oder anderes Vergnügungsetablissement. Und im Fernsehen bin ich schon wieder an diesen Gerichtsmedizin-Kriminalfall-Dokumentationen hängengeblieben, obwohl ich mir sowas gar nicht anschauen wollte....
Bei meinem Streifzug durch die Blogs konnte ich mal wieder feststellen, was für ein unerschöpfliches Thema doch die Politiker sind. Ein jeder kann sich lustvoll über sie aufregen, ich nicht ausgenommen, aber auffällig ist, dass es insbesondere das äußere, repräsentative Auftreten ist, welches Kritik hervorruft. Sei es nun das Aussehen von Angela Merkel, Fernsehauftritte diverser Politiker, Wahlkampfveranstaltungen, die teilweise übermäßig aufgemachten Schlagzeilen diplomatischer Küsse, Handreichungen und protokollhöflicher, sinnleerer Gespräche oder menschlicher Ausschweifungen und Vergnügungen, über alles wird geschimpft und gewettert was das Zeug hält. Doch wenn es dann um konkrete politische Entscheidungen geht, die zwar vom ersten Eindruck nicht spektakulär sind und einen, so scheint es, nicht zu betreffen scheinen, aber von ihren Auswirkungen extrem tief in die politische Landschaft eingreifen, und zwar meist zum negativen, hört und sieht man seltsamerweise nichts von Diskussionen oder einfach auch nur dem Hinweis, dass sich jemand darüber Gedanken macht. Und das ist etwas, was MICH aufregt, mindestens ebenso wie die Politiker. Gut in Erinnerung ist mir dazu die Förderalismusreform (ein schöneres Wort für das Abschieben von Verantwortung auf die Länderebene), die clevererweise während der WM letztgültig beschlossen wurde. Ok, ich streife nun nicht durch die gesamte Blogszene und habe auch nicht alle Blogs regelmäßig gelesen, aber unter den Blogs, die ich besuchte, habe ich nicht ein einziges gefunden, das diese Reform auch nur erwähnt hätte.
Wo bleibt denn da der mündige Bürger, der sich nicht nur über die manipulative Medienpäsenz und die leeren Phrasen und Versprechungen der Politiker aufregt, sondern gleichzeitig so mündig im Denken ist, dass er nicht, ohne es zu merken, trotzdem darauf hereinfällt - genau indem er sich auf solche Dinge wie auf einen Köder stürzt, sondern auch die konkrete politische Arbeit und die praktischen Entscheidungen, seien es auch kleinere, dabei im Auge behält?
Kommt heute eine Kollegin mit einem Wisch wegen der Weihnachtsfeier, wo wir uns aussuchen sollen, was wir essen wollen. Außerdem stand da noch eine Spalte "Julclub - ja/nein".
Begriffsstutzig wie ich bin gucke ich etwas ratlos und frage : "Wat is dat denn?"
Meine Kollegin darauf: "Kannst du nicht lesen? Steht doch da. Julklapp."
"Ahhh, Julklapp!" sage ich - natürlich, das Wort hat mich doch gleich an irgendwas erinnert.
Aber besser ist schon, wenn man nochmal nachfragt. Nicht dass sie einem nachher, wenn man unterschrieben hat, jeden Monat noch Geld für einen Julclub abziehen.....
Wie ich das hasse! Manchmal denke ich, man müsste ab Mitte November bis 31.12. Urlaub nehmen und sich irgendwohin verkrümeln, wo einen keiner mehr findet, außer die, von denen man sich finden lassen will, und denn Rest der Welt der allgemeinen Hetze, Hektik und Fröhlichkeitspsychose überlassen. Allerdings wäre dann auch der gesamte Urlaub weg.
Nach langer Zeit traf ich früh den Sonnenblumenhausmeister und der sprach mich ebenfalls gleich darauf an, dass er mich ewig nicht mehr gesehen habe. Als ich antwortete, dass ich vor kurzem vier Wochen Urlaub hatte, meinte er so, dass ich ja richtig in die vollen gehe, aber das wohl auch nötig sei, wenn man nach Australien oder Indien reist. Ich erklärte daraufhin, dass ich weder in Australien noch in Indien war, sondern in meiner Wohnung gearbeitet habe, aber ich finde es irgendwie schon interessant, dass er bei mir an Australien oder Indien denkt. Ich meine, er hätte genausogut sagen können "wenn man eine Luxus-Kreuzfahrt macht" o.ä.
Er fragte mich nach diesem Themawechsel dann, ob ich schon den Tempel gesehen hätte, den sie uns auf dem Hof errichtet haben (er hat den gleichen Vermieter und den gleichen Hof wie ich). Ich musste erst kurz überlegen, wusste Sekunden später, was er meinte. Über diesen riesigen Klotz von einem Müllhäuschen, den sie uns mitten auf die grüne Wiese im Hof gestellt haben, hatte ich mich auch schon geärgert. Und "Tempel" ist wirklich der richtige Ausdruck dafür - das ist kein Müll-Häuschen, sondern ein Müll-Tempel. In unserer Müll-Gesellschaft haben wir dem Müll natürlich angemessen zu huldigen.....
Für die Einen ist es Traumschiff
Für den 2ten die Titanic
Was dem Dritten süßes Rauschgift
Wirkt beim 4ten leider gar nicht
Jeder 5te braucht Entspannung
Jeder 6te hätt's gern schneller
Was dem Siebten nur die Kür ist
Ist dem Achten schon die Pflicht
Hab ich's gern weich
Oder ganz hart?
Geht es aufwärts oder abwärts
Es ist nur eine Frage des Lichts
Und lieg ich oben
Oder unten
Es ist alles
Alles eine Frage des Lichts
Eine Frage des Lichts
Für die Einen ist es Wahrheit
Für den 2ten purer Blödsinn
Was dem Dritten Religion ist
Ist dem 4ten böses Gift
Jeder 5te mag's mit Peitsche
Jeder 6te hat kein Sex
Was dem siebten ganz normal ist
Ist dem Achten ein tabu
Hab ich's gern weich
Oder ganz hart?
Geht es aufwärts oder abwärts
Es ist nur eine Frage des Lichts
Und lieg ich oben
Oder unten
Es ist alles
Alles eine Frage des Lichts
Eine Frage des Lichts
Was dem Ersten ist der Finger
Nimmt der 2te gleich als Hand
Jeder Dritte macht's mit Porno
Nummer 4 findet's banal
Was dem 5ten ist die Liebe
Ist dem 6ten eine Qual
Was dem Siebten seine Treue
Ist dem Achten nur Verrat
Ist es Verrat?
Nur Verrat!
Geht es aufwärts oder abwärts
Es ist nur eine Frage des Lichts
Und lieg ich oben
Oder unten
Es ist alles
Alles eine Frage des Lichts
Eine Frage des Lichts
(Rosenstolz)