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Montag, 18. Juni 2007

Gerade gelesen

Krieg ist reiner Menstruationsneid (schließlich wollen Männer auch mal bluten).

Sonntag, 17. Juni 2007

Wie man sich ein eigenes Naturbiotop vor dem Zimmerfenster anlegt...

Man kaufe einen großen wasserfesten Blumenkasten, fülle Erde hinein und lasse ihn den Winter über vor dem Fenster ordentlich zuschneien und -regnen, so dass das Tauwasser schließlich bis zum Rand steht. Doch auch jetzt heißt es weiter abwarten und nichts anzufassen, denn das Wasser verflüchtigt sich bei höheren Temperaturen von alleine, so dass man bald wieder einige Erdinselchen erkennen kann. Noch immer lasse man den Blumenkasten so rumstehen und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit werden sich einige wandernde Samen den Blumenkasten auserwählen, um sich darin niederzulassen. Man warte also weiter und mit etwas Glück hat man innerhalb eines Jahres solch ein niedliches, naturgetreues Sumpfbiotop vor seinem Zimmerfenster, wie man es sonst nur in der Nähe von Wald und See findet:

Ein Blick hinaus reicht, und man landet mitten in der Wildnis. Mir gefällts.

Samstag, 16. Juni 2007

Das Schauspiel,

das sich mir von der hintersten Zimmerecke vom Bett aus am Himmel bietet, ist wirklich mehr als beeindruckend. Dabei ist glücklicherweise noch die Klinkerwand meines Balkons im Weg, um den ganzen Himmel zu sehen. Aber das grellweiße, blendende Licht daneben reicht aus, um über das Weltende und das jüngste Gericht zu spekulieren. Mehr will ich auch gar nicht sehen. Überhaupt finde ich, dass Gewitter bei Tag schon beängstigend genug sind. Aber bei Nacht sind sie das bizarrste, grandioseste und erschreckenste Fegefeuer und Feuerwerk, das man sich vorstellen kann, zumindest, wenn man geradewegs hineinschaut. Und ich frage mich ernsthaft, wie Mensch bei so viel grellem Licht und Lärm schlafen soll. *wieder wach, sowie blind und taub ist*

Donnerstag, 14. Juni 2007

Es ist nicht so,

dass ich keinen Spaß hätte. Mein Kollege fragt mich aus unerfindlichen Gründen immer, wenn er eine Fliege erschlagen möchte, ob er das darf - anscheinend bin ich wohl leicht zu durchschauen - und ich antworte stets - "Nein! Hier werden keine Fliegen totgeschlagen!". Dies führt dann wiederum zu den abstrusesten Rettungsaktionen und Dialogen, die die Fliege letzten Endes an einem Herzinfarkt sterben und mich vor Lachen unter dem Tisch liegen lassen. Wäre ich zehn Jahre jünger, würde es mir da wahrscheinlich super gefallen. Bin ich aber nicht. Kann es sein, dass Schreiben alt macht?

Genau genommen

könnte ich mich jeden Tag nach der Arbeit hier auskotzen, wie genervt ich bin. In Rücksicht dessen, dass ab und an Leute mitlesen, tue ich es nicht, denn wahrscheinlich wären diese bald ebenso genervt von mir. Aber es ist einfach so, ich kann es geradezu körperlich spüren, wie sich Tag für Tag mehr Gehirnzellen von mir verabschieden und in irgendein vakuumverpacktes Gehirnzellen-Nirwana verschwinden, in das absolute Nichts. Wenn ich von einer ehemaligen Kollegin höre, wie die Kontrolle in der alten Abteilung immer mehr angezogen wird, kann ich ja vielleicht sogar froh sein, dort weg zu sein und mir hier nur den ganzen Tag sinnloses Gequassel anhören und gelangweilt in Akten blättern zu müssen. Ich habe immer über zuviel Arbeit und Stress gejammert, doch dieses ist eine ganz andere Art von Stress, die bei weitem nicht besser ist. Im Gegenteil. Mich interessiert es wie die Wasserstandsmeldung vom letzten Jahr, wer mit wem im Büro Beischlaf hatte, wer auf wen eifersüchtig ist, dass bei Fr. M. die Pobacken unterm Rock hervorgucken und sie auch ansonsten gräuslich aussieht, und was es sonst noch Wichtiges zu bereden gibt. Ich kann mich dort leider nirgendwohin zurückziehen, um mich auf etwas zu konzentrieren und um einfach meine Arbeit zu machen und dann, wenn Zeit bleibt, vielleicht auch das zu tun, was ich gerne möchte, mal ganz abgesehen davon, dass ich völlig abhängig von den anderen bin, da ich noch nicht wirklich so richtig durchsehe und diese oft fragen muss. Dadurch muss ich mich natürlich auch deren Tempo anpassen, was meine Geduld manchmal auf das Äußerste strapaziert. Mir fehlt mein ruhiges Einzelbüro und vor allem auch die Möglichkeit, meine Arbeit größtenteils unabhängig, kompetent und in meinem eigenen Tempo zu bewältigen, und dabei die Arbeitszeit so zu nutzen, wie ich es gerne täte.

Mittwoch, 13. Juni 2007

Scherengremlins...

Manchmal kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Scheren in meinem Haushalt ein sehr mysteriöses, mir unbekanntes, geheimes Leben führen. Während ich manchmal ewig nach ihnen suche und sie dann zum Beispiel in meiner Handtasche wiederfinde, habe ich heute gleich fünf entdeckt, an einer Stelle, wo es eigentlich nur zwei geben sollte. Da mir nicht bekannt ist, dass ich so viele Scheren besitze, bin ich nun leicht besorgt, dass sie sich in meinen Schubladen unbemerkt und unkontrolliert vermehren könnten.

vergesprochen

Sagen wollte ich "Stephen King", doch spontan herausgerutscht ist "Sting". Mein Kollege kommentierte das mit "Cool, singen kann der auch noch." Sting ist genau besehen eine schnelle Abkürzung von Stephen King.
*gg*

Dienstag, 12. Juni 2007

Seminarschwänzer mit Glaskugel

Wahrscheinlich an der Humboldt-Uni, zumindest erinnern mich die alten Gebäude an die HUB, auch wenn einiges etwas anders aussieht. Ich befinde mich mitten in einem Seminar und versuche den Stoß Seminarunterlagen zu lesen, die vor mir liegen. Es handelt sich um das Fach Philosophie und ich verstehe zu meinem Entsetzen beim Lesen der Unterlagen nur Bahnhof. Sofort erkundige ich mich bei den neben mir sitzenden Kommilitonen und stelle erschrocken fest, dass das Seminar anscheinend häufiger stattfindet als ich dachte und ich die Hälfte der Veranstaltungen gefehlt habe. Meine Kommilitonen kommentieren das mit "Du bist ja nie da.", was mir allerdings bis heute nicht bewußt war. Kein Wunder, dass ich nichts von dem kapiere, was ich lese. Noch schlimmer wird es, als ich erfahre, dass ich sämtliche Zwischenprüfungen versäumt habe, es geht jetzt schnurstracks auf die Abschlußprüfung zu. Ob die mich überhaupt zulassen? Ich versuche mich damit zu beruhigen, dass ich ja die Seminarunterlagen habe und die immer noch auswendig lernen kann, auch wenn ich nichts davon verstehe. Wirklich optimistisch bin ich allerdings nicht. Der stellvertretenden und noch jungen Seminarleiterin scheint es ebenfalls an Freude zu fehlen, denn sie schaut aus dem Fenster, sieht die richtige Seminarleiterin kommen und sagt aus tiefsten Herzen: "Gott sei Dank!", so nach dem Motto - nicht mehr lange und ich kann hier weg. Meine Schulfreundin A. ist auch in dem Seminar, später nach Seminarschluß will sie mir auf dem Uni-Gelände irgendetwas zeigen und wir laufen einige Alleen entlang, die mich an den Platz vor dem Alten Museum erinnern. Der Traum geht in ein Bild über, in welchem ich durch einen engen Straßenzug schlendere, wo sich an beiden Seiten Marktstände befinden. Auf diesen Marktständen schillern allerlei Arten Glaskugeln in den schönsten Mustern und Farben. Neugierig betrachte ich die leuchtenden bunten Kugeln und überlege, ob ich eine kaufen soll. Da stelle ich fest, dass ich schon eine Glaskugel in der Hand halte. Es ist meine eigene, die ich mit mir herumtrage, kristallklar, durchsichtig, überhaupt nicht bunt, aber mit haarfeinsten dekorativen Gravuren, die sich weiß von der Kugel abheben. Ich habe etwas Sorge, dass sie jemand in meiner Hand sieht und vielleicht denkt, ich hätte sie gestohlen.

Sonntag, 10. Juni 2007

Wieder was gelernt....

Ich weiß zwar nicht, ob ich das für mein späteres Leben mal brauchen werde, aber ich weiß jetzt, dass Wanzen nicht zu den Käfern gehören. Wer hätte das gedacht? Gekommen ist mir diese Erkenntnis bei der Internet-Recherche nach diesem Balkonbesucher, der sich sehr auffällig für meine Beine interessierte:



Was das genau ist, weiß ich zwar immer noch nicht, aber die Form spricht sehr für eine Wanzenart. Sein Interesse an meinen Beinen musste er mit einem Sturz von der Balkonbrüstung bezahlen. Ich sollte mal vier Treppen tiefer auf dem Hof schauen gehen, ob sich da inzwischen schon ein Friedhof der Krabbeltiere gebildet hat. Nicht dass die mir irgendwann noch als Untote erscheinen.

Nachtrag: Dank des besseren Google-Händchens eines fc-Mitglieds ist es heraus: es handelt sich um die rotbeinige Baumwanze. Fragt sich nur, was die bei mir auf dem Balkon suchte, wo keine Bäume wachsen (zumindest keine lohnenden).

Samstag, 9. Juni 2007

Wenn man

den Staubsauger abends neben dem Bett stehen läßt und morgens der erste Blick aus den tiefsten Träumen heraus auf den hoch aufragenden Staubsaugergriff fällt, kann es durchaus vorkommen, dass man diesen für einen Totempfahl hält und sich mitten in tiefstem Indianergebiet wähnt.

Mittwoch, 6. Juni 2007

Die an den Ecken schon eingerissene Verpackungstasche von McDonalds

trägt sie wie eine Prinzessin ihr Dior-Handtäschchen. Ängstlich hält sie sich im U-Bahn-Abteil fest, hinter ihr ihre Eltern. Erst auf deren Aufforderung hin, sich doch neben das Mädchen zu setzen, das im übrigen ein in etwa gleichaltriger Junge ist, wie seine Mutter neben mir bestimmt klarstellt, geht sie zwar zögernd, aber gehorsam zum Sitzplatz, setzt sich still neben ihn, gerade und ordentlich, die Beine nebeneinander, die Papptasche damenhaft auf dem Schoß. Den Jungen bedenkt sie mit keinem Blick, ebensowenig wie ihre Eltern. Ihre hellbraunen, mandelförmigen Augen schauen teilnahmslos unter sommerblonden Locken hervor und sind so fern, viel zu fern für ein etwa fünfjähriges Kind. Während der gesamten Fahrt sieht sie nicht ein einziges Mal zu ihren Eltern, die am anderen Ende der Sitzreihe stehen. Es ist, als wären sie gar nicht da, doch scheint sie trotzdem sehr darauf bedacht zu sein, jeder Anweisung von ihnen sofort zu gehorchen. Zaghaft öffnet sie ihr Täschchen und breitet die darin enthaltenen Gegenstände vorsichtig auf den Sitz neben sich aus. Ich erkenne einen blauen Nylonbeutel und einigen anderen Krimskrams. Mit einem Male kehrt ihr Blick zurück, als sie meinem begegnet. Lange, sehr lange, schaut sie mich aus klaren Augen an, fast ein wenig erschrocken, als wolle sie mich fragen: Was hast du gesehen? Verrätst du auch nichts?
Ihre Eltern rufen, fügsam und sorgfältig packt sie ihre sieben Sachen wieder zusammen. Dann folgt sie ihnen, mit ihrer zerfledderten Papptasche stolz in der Hand und dem einsamen Herz einer Prinzessin.

Dienstag, 5. Juni 2007

Ich will nicht mehr.

A sentence that labours. Ist heute schon wieder Vollmond, oder was? Die liebe Woche lang plapper und lache ich, tue das, was alle tun, das einzige, was ungestraft möglich ist, aber sobald ich einen Moment alleine bin, zur Besinnung komme und darüber nachdenke, was ich den ganzen Tag da mache, könnte ich nur noch heulen. Theoretisch. Praktisch kann ich nicht mal das, weil ich mich von dem vielen Geschwätz so leer fühle.