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Sonntag, 24. Juni 2007

Ok,

die Späher von den oberen Plätzen verziehen sich jetzt langsam in ihre Betten, äh Nester. Endlich bin ich ungestört und unbeobachtet. Hoffe ich doch.

Diesmal hat das Wochenhorroskop

wirklich seinen Namen verdient. Absolut super!

vom 25.6.2007 bis 1.7.2007:
Ihre Seele wächst
Die aktuell laufenden Sterne verunsichern Sie. Aber: Sie lernen viel! Es passieren Dinge und Vorfälle in dieser Woche, die Sie irgendwie aus dem Konzept bringen, die Ihnen klar machen, dass man sich auf nichts und niemanden verlassen kann. Es werden zwar keine dramatischen Dinge passieren, keine Angst, aber die Energien reichen doch aus, um Sie gehörig aus der Bahn zu werfen, Sie kräftig zu verunsichern, Sie ins Wanken zu bringen. Zum Teil läuft es in der Arbeit nicht so rund, häufen sich die Probleme, andererseits aber kommt es auch auf der privaten Ebene zu einer gehörigen Verunsicherung.

Saturn und Neptun wirken in den ersten Tagen der Woche. Die Wirkung der beiden Planeten könnte unterschiedlicher nicht sein. Saturn ist konkret und Neptun löst genau das auf. Sie verlieren den Überblick und auch den Glauben an eine Sache. Sie werden so richtig verunsichert. Ende der Woche verbindet sich dann Neptun, der Bösewicht in diesem Fall, mit Venus in Ihrem Zeichen. Dann schwappt diese Verunsicherung auch auf Ihr Privatleben über. Gehen Sie also eher von einer schwierigen Woche aus!

Im übrigen tragen Saturn und Neptun ihr Gefecht auch noch genau auf meinem Mars aus. Kein Wunder, dass ich mich seit Wochen wie ein schlaffer Sack fühle, mein Energie- und Kraftlevel irgendwo am Nullpunkt hängt, was die kleinsten Handlungen zu einer Herausforderung macht und ich nicht zuletzt meine Zukunft rabenschwarz sehe, manchmal sogar gar keine mehr. Saturn begleitet mich ja nun seit über einem Jahr, was bisher noch recht glimpflich von statten ging, bis auf die Sache mit meinem Vater, schweißtreibenden Renovierungsarbeiten, bei denen er mich aber sehr gut mit Konzentration und Ausdauer unterstützt hat, und unzähligen kleineren Ärgernissen. Aber die letzten drei Monate scheint er im Verein mit Neptun die Zügel noch einmal anzuziehen.
Gerade fällt mir eine astrologische Entsprechung zu meinem heutigen Traum auf, nämlich der Feuersalamander als Symbol für Feuer=Mars und der Totenkopf auf ihm als Symbol für Saturn.

Mohn

scheint bei Vögeln sehr viel beliebter zu sein als Sesam. Wenn ich Sesambrösel ins Futterhäuschen tue, holen sie sich das Futter noch relativ gesittet und gemächlich. Sobald ich aber Mohnbrösel nehme, wirkt es, als würden sie sich am Futterhäuschen gegenseitig die Augen aushacken, zumindest hört es sich so an. Wahrscheinlich mögen sie den Opiumrausch.
Witzig ist auch, dass sie anscheinend Menschen an ihren Gesichtern erkennen, meine letzten Versuche lassen mich zu diesem Schluß kommen. Liege ich nämlich auf meiner Bank und halte ein Buch vor mein Gesicht, scheinen sie mich gar nicht zu bemerken, kommen angeflogen und lassen sich nur einen Meter entfernt am Häuschen nieder ohne sich stören zu lassen. Liege ich jedoch mit unbedecktem Gesicht auf der Bank, kommen sie zwar angeflogen, schlagen jedoch kurz vor dem Futterhäuschen einen panischen Haken in der Luft, um wild flatternd zu verschwinden. Aber vielleicht liegts ja auch nur daran, dass mein Gesicht so grauslich ist. *gg*
Außerdem habe ich festgestellt, dass die Berliner Spatzen nicht nur Kuchen aus Zimmern klauen, sondern noch ganz andere Tricks draufhaben. Setzt man sich irgendwo auf eine Bank, kommt sicherlich recht bald ein Rudel Spatzen angeflogen, welche sich rund um die Bank niederlassen, diese umzingeln und betont geschäftig auf dem Boden herumpicken. Nur ein einziger pickt nicht, sondern bleibt still sitzen, schaut nach oben und tschiept ohrenbetäubend und unaufhörlich. Hilft dieses Betteln nichts, dann fliegen die anderen fort und nur der Schreihals bleibt immer noch still sitzen, lässt seine Flügel hängen und tschiept noch kläglicher, so dass man glauben muss, er sei verletzt oder krank, vollkommen verlassen und kurz vor dem Hungertod. Hilft das aber immer noch nichts und hat er endlich die Schnauze voll von seinem Theaterspiel, sieht man ihn munter davonflattern und sich zu seinen anderen Komplizen gesellen. Ich frage mich, von wem sich die Spatzen dieses Verhalten wohl abgeschaut haben....

Samstag, 23. Juni 2007

...

Nicht Twin Peaks ist es, das mich heut erheitert,
denn der große Coopaccio hat geendet
in des Bösen dunkler Nacht, vollbracht ist es,
so hielt ich es mit den lieblich Folgen
die hier "Das Model und der Schnüffler" heißen.
Gleich vier an der Zahl tat ich mir an, o weh,
unschwer ist's zu sehen, was es hat getan,
zu sehen meinen Lieblings-Willis reimen
in shakespearlicher Manier, Lieblingsfolge,
mich deucht, ich tät besser es zu lassen,
nur eines will ich gerne noch erwähnen,
traf ich doch alte Bekannte wieder -
der Hotelchef aus Twin Peaks killte auch hier.
Spät ist es, deshalb verlasse ich nun
das tolle reimende Detektivbüro
und bis zum nächsten Male wünsche ich
eine gute Nacht allen dort und hier.

Papierfront und Studienfach Geschichte

Es ist Krieg und ich sitze mit vielen anderen zusammen tief geduckt in irgendwelchen Gräben. Seltsamerweise finden die Kämpfe nicht mit Waffen, sondern mit Papier statt. Wir haben beschriebene oder bedruckte Papierfetzen in der Hand, aus denen wir einzelne Stellen vorlesen. Anfangs konnte ich mir nicht vorstellen, wie ein Krieg geführt werden kann, in dem Massen an eine Front drängen, vollkommen abgeschottet, chaotisch und getrennt von ihrem einstigen Leben, wie das funktionieren soll. Dies sage ich auch meinem Kollegen L., der neben mir kriecht, und dieser antwortet: "Warts nur ab!". Anscheinend hat er schon etwas mehr Erfahrung. Ich kämpfe also an der Papierfront und tatsächlich, auf einmal beginne ich innere Zusammenhänge und Strukturen zu erkennen, und vor allem begreife ich fast körperlich die ungemeine Wichtigkeit des "Hinterlandes". Ohne die Personen, die hinter einem, zu einem stehen, Menschen die einen mit ihrer Liebe oder auch nur mit ihrem da sein unterstützen, mit dem Wissen darum, dass es sie gibt, wäre so ein Kampf nicht möglich. Sie geben die Kraft, die Ausdauer, das Wissen und die Ideen für die Menschen an der Front, ohne sie würde der Kampf an der Front nicht funktionieren. Aber mit ihnen lichtet sich das Frontchaos und wird klar und einfach.

In der nächsten Traumsequenz lese ich irgendwelches geschichtliches Material.Vielleicht in einem Seminar? Ein Probe-Seminar? Anders als bei dem Philosophieseminar bin ich total begeistert, von dem was ich lese, da es so unglaublich spannend und interessant ist. Ich überlege sogar im Traum, nochmal ein Studium der Geschichte zu beginnen - warum, eigentlich nicht? -, allerdings habe ich Bedenken dahingehend, dass ich durch ein Studium der Geschichte meine Offenheit für unkonventionelle Theorien und Denkweisen verliere und akademisch starr werde. Ob man die Gefahr bannen kann, wenn man sich ihrer bewußt bleibt?

Freitag, 22. Juni 2007

Wow, wie cool!

Endlich habe ich auch einen Kamin.

Für alle, die denken, dass ich im Wohnzimmer kokle - natürlich ist das nur eine Attrappe. Der Ofen ist mit beleuchteten Salzkristallen gefüllt. Für einen richtigen Kamin habe ich keinen Platz, aber dieser Terracotta-Ofen hat eine perfekte Größe, weder zu groß, noch zu klein, und passt sogar bei mir noch in die Ecke. Da er mit 50 cm Höhe auf dem Fußboden nicht so unmittelbar zur Geltung kommt, werde ich mir noch einen einfachen Holzregalwürfel besorgen und diesen mit Holzscheiten füllen, natürlich auch nur als Attrappe - fertig ist die Kaminecke.

Donnerstag, 21. Juni 2007

Das neue Bett

ist heute gekommen. Nämlich dieses hier http://www.tojo.de/cms/front_content.php?idcatart=9 .
Und ich muss schon sagen, dieses Bettsystem ist ebenso genial wie einfach. Anfangs, als ich diese drei einzelnen Teile so betrachtete, war ich ja etwas skeptisch. Sie bestehen nur aus reinstem Holz ohne das kleinste Schräubchen. Doch die beiden "Böcke" werden einfach hingelegt, mit dem Nut nach oben und den Rost legt man so drauf, dass die Ausparungen die Nute umschließen. Fertig ist das Bettgestell - und das beste daran, man kann es in jede gewünschte Breite von 90 cm bis 180 cm völlig problemlos verstellen. Genau aus diesem Grund habe ich mich für dieses System entschieden, da ich gerne auf 120 cm Breite schlafen wollte, aber ein normales 120 x 200 Bett schon nicht mehr in meine Schlafecke passt, da diese Betten IMMER ein paar Zentimeter mehr in Länge und Breite haben. Also war dies die einzige Alternative für mich, aber auch die weiteren Vorteile finde ich wirklich gut, es ist ganz ohne Metall verarbeitet und äußerst praktikabel handhabbar. Wenn man nämlich in einer kleinen Wohnung bereits Möbel räumen muss, wenn man nur mit der Leiter in irgendeine Ecke reichen will, ist es von Vorteil, wenn man die Möbel alle selbst bewegen kann und sie einem nicht als unüberwindliche Hindernisse im Weg rumstehen. Der Lattenrost ist zwar trotzdem relativ schwer, aber problemlos zusammenschiebbar und auch von mir bis an die Wand zu bewegen.
Leider habe ich jetzt noch meine ätzenden Federkernmatratzen dazu, aber die werden sofort ausgetauscht sobald ich mich entschieden habe. Federkern werde ich auf keinen Fall mehr nehmen - da ich jetzt alles vollkommen natürlich habe, hatte ich an Naturmatratzen gedacht, die es aus Naturlatex gibt. Allerdings liebäugle ich ebenfalls mit Kaltschaummatratzen, da mir hier das geringere Gewicht gut gefällt. Ich bin mir nur nicht ganz sicher, ob das Klima- und Elektrostatische Verhalten von Kaltschaum so positiv ist. Jedenfalls werde ich, sobald die neue Matratze da ist, mich endlich auf 120 cm ausbreiten können, bei meiner bevorzugten Schlafstellung "Toter Mann" ein wahrer Segen. *gg*

Mittwoch, 20. Juni 2007

Berlinzitate

Nicht dass jetzt irgendjemand denkt, ich möchte Herrn Lagerfeld mit Herrn H. vergleichen (wobei mich letzterer stark an Lord Valdemort aus den Harry Potter-Büchern erinnert, dessen Name nicht genannt werden darf - nur nicht zuviel Aufsehen erregen), es ist nur so, dass mir beide Zitate zufällig fast zeitgleich begegnet sind und sich negativ über Berlin äußern.

"Der Zauber von Florenz und Rom, Ravenna und Siena oder Perugia, wie schön die Toskana und Umbrien! Jeder Palast in Florenz oder Rom ist mehr wert als das ganze Windsor Castle. Wenn die Engländer Florenz oder Rom zerstören, so ist das ein Verbrechen. Um Moskau ist es nicht schade, und leider wäre es heute auch bei Berlin kein Verlust."
(Herr H. 1941 in der Wolfsschanze bei einem Tischgespräch, aufgezeichnet von Ministirialrat Heinrich Heim, veröffentlicht von Dr. H. Picker)

"Berlin ist zu sehr verunstaltet worden. Es gibt zu viele tote Flächen, und man hat keine guten Architekten genommen. Die Intensität der Stadt ist verloren. Der Esprit ist weg, Im Gegensatz zu Hamburg oder München."
Karl Lagerfeld 2007 in einem Interview mit der Vanity Fair)

Am kleinen großen Wasser

Eigentlich hatte ich überlegt, mal wieder einen Tag zum großen großen Wasser zu fahren, aber mit zig-Mal umsteigen ist mir das zur Zeit etwas zu anstrengend, der ICE fährt von Stralsund nur einmal am Tag durch, und wahrscheinlich kriegt man da bei diesen Temperaturen sowieso nur Bierbäuche zu sehen. Also bin ich heute zum kleinen großen Wasser gefahren, mitten in Berlin. Ich muss gestehen, dass ich in Friedrichshagen schon seit Ewigkeiten nicht mehr war. Zuletzt bei meiner witzigen Crash-Ausbildung zum Kleidungsfacharbeiter, deren praktischer Teil über zwei Wochen ging und die Herstellung eines Puppenröckchen beinhaltete. Das Gebäude stand damals fast am Wasser und ich habe versucht mich an irgendwas zu erinnern oder etwas wiederzufinden, aber umsonst. Ich muss alles total verdrängt haben.
Ansonsten bin ich als Kind öfters in Friedrichshagen gewesen, wenn wir unsere Wochenendausflüge gemacht haben, und ich weiß noch, dass es damals ein bestimmtes Cafe mit sensationell leckerem Eis gab. Aber schon zu Ausbildungszeiten gab es das nicht mehr. Doch dafür ist die fröstelige Kühle des Spreetunnels bei Temperaturen ab 30 Grad eine willkommene Erfrischung. Schließlich führt er auch tief genug unter der Spree entlang.

Dienstag, 19. Juni 2007

Eigentlich fehlt mir zu meiner psychedelischen Discowindmühle

jetzt nur noch dieser komischer Vogel, der mir regelmäßig jeden Morgen ein großartiges musikalisches Werk tiefer Sinnhaftigkeit und Tragik in drei Teilen zum besten gibt. Das Hauptthema, ich nenne es das Grillenthema, beginnt mit einem gleichmäßigen rhythmischen Zirpen, wie etwa das einer Grille mit Megaphon. Es symbolisiert meines Erachtens die kleinen Anfänge des Lebens und jeder wahren Meisterschaft. Im zweiten Teil des Werkes geht das rhythmische Zirpen in das allerschönste melodische Flöten von erstaunlichem Tonleiterumfang und mit fröhlich-sprunghaften Akkorden über, ein Ausdruck überschäumender Lebensfreude. Im dritten Teil meldet sich wieder das Grillenthema zu Wort, diesmal jedoch in seltsam entstellter Form, vollkommen unrhythmisch, abgewürgt und heiser. Genaugenommen klingt es so, als sei die zirpende Grille mit Megaphon gerade ihrem natürlichen Feind, einem Vogel, begegnet, und würde nun in allerletzter Panik noch einmal wie wild und völlig unkontrolliert zirpen, um gleich darauf auf immer im gierigen Schlund des Vogels (vielleicht sogar des Sängers?) zu verschwinden. Ich frage mich, ob das wohl ein Schlachtlied ist, oder aber eine Beschwörungsformel in der Art, wie die ersten Jäger ihre Beute auf Höhlenwände verewigt haben, nur dass hier die Beute in Form eines Liedes beschworen wird. Oder vielleicht bilde ich mir das alles nur ein und es handelt gar nicht von Grillen. Jedenfalls singt er leider nur morgens und da fällt noch keine Sonne auf die Windmühle, weshalb der Kunstgenuss gänzlich unpsychedelisch bleibt.

Montag, 18. Juni 2007

Gerade gelesen

Krieg ist reiner Menstruationsneid (schließlich wollen Männer auch mal bluten).

Sonntag, 17. Juni 2007

Wie man sich ein eigenes Naturbiotop vor dem Zimmerfenster anlegt...

Man kaufe einen großen wasserfesten Blumenkasten, fülle Erde hinein und lasse ihn den Winter über vor dem Fenster ordentlich zuschneien und -regnen, so dass das Tauwasser schließlich bis zum Rand steht. Doch auch jetzt heißt es weiter abwarten und nichts anzufassen, denn das Wasser verflüchtigt sich bei höheren Temperaturen von alleine, so dass man bald wieder einige Erdinselchen erkennen kann. Noch immer lasse man den Blumenkasten so rumstehen und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit werden sich einige wandernde Samen den Blumenkasten auserwählen, um sich darin niederzulassen. Man warte also weiter und mit etwas Glück hat man innerhalb eines Jahres solch ein niedliches, naturgetreues Sumpfbiotop vor seinem Zimmerfenster, wie man es sonst nur in der Nähe von Wald und See findet:

Ein Blick hinaus reicht, und man landet mitten in der Wildnis. Mir gefällts.

Samstag, 16. Juni 2007

Das Schauspiel,

das sich mir von der hintersten Zimmerecke vom Bett aus am Himmel bietet, ist wirklich mehr als beeindruckend. Dabei ist glücklicherweise noch die Klinkerwand meines Balkons im Weg, um den ganzen Himmel zu sehen. Aber das grellweiße, blendende Licht daneben reicht aus, um über das Weltende und das jüngste Gericht zu spekulieren. Mehr will ich auch gar nicht sehen. Überhaupt finde ich, dass Gewitter bei Tag schon beängstigend genug sind. Aber bei Nacht sind sie das bizarrste, grandioseste und erschreckenste Fegefeuer und Feuerwerk, das man sich vorstellen kann, zumindest, wenn man geradewegs hineinschaut. Und ich frage mich ernsthaft, wie Mensch bei so viel grellem Licht und Lärm schlafen soll. *wieder wach, sowie blind und taub ist*

Donnerstag, 14. Juni 2007

Es ist nicht so,

dass ich keinen Spaß hätte. Mein Kollege fragt mich aus unerfindlichen Gründen immer, wenn er eine Fliege erschlagen möchte, ob er das darf - anscheinend bin ich wohl leicht zu durchschauen - und ich antworte stets - "Nein! Hier werden keine Fliegen totgeschlagen!". Dies führt dann wiederum zu den abstrusesten Rettungsaktionen und Dialogen, die die Fliege letzten Endes an einem Herzinfarkt sterben und mich vor Lachen unter dem Tisch liegen lassen. Wäre ich zehn Jahre jünger, würde es mir da wahrscheinlich super gefallen. Bin ich aber nicht. Kann es sein, dass Schreiben alt macht?

Genau genommen

könnte ich mich jeden Tag nach der Arbeit hier auskotzen, wie genervt ich bin. In Rücksicht dessen, dass ab und an Leute mitlesen, tue ich es nicht, denn wahrscheinlich wären diese bald ebenso genervt von mir. Aber es ist einfach so, ich kann es geradezu körperlich spüren, wie sich Tag für Tag mehr Gehirnzellen von mir verabschieden und in irgendein vakuumverpacktes Gehirnzellen-Nirwana verschwinden, in das absolute Nichts. Wenn ich von einer ehemaligen Kollegin höre, wie die Kontrolle in der alten Abteilung immer mehr angezogen wird, kann ich ja vielleicht sogar froh sein, dort weg zu sein und mir hier nur den ganzen Tag sinnloses Gequassel anhören und gelangweilt in Akten blättern zu müssen. Ich habe immer über zuviel Arbeit und Stress gejammert, doch dieses ist eine ganz andere Art von Stress, die bei weitem nicht besser ist. Im Gegenteil. Mich interessiert es wie die Wasserstandsmeldung vom letzten Jahr, wer mit wem im Büro Beischlaf hatte, wer auf wen eifersüchtig ist, dass bei Fr. M. die Pobacken unterm Rock hervorgucken und sie auch ansonsten gräuslich aussieht, und was es sonst noch Wichtiges zu bereden gibt. Ich kann mich dort leider nirgendwohin zurückziehen, um mich auf etwas zu konzentrieren und um einfach meine Arbeit zu machen und dann, wenn Zeit bleibt, vielleicht auch das zu tun, was ich gerne möchte, mal ganz abgesehen davon, dass ich völlig abhängig von den anderen bin, da ich noch nicht wirklich so richtig durchsehe und diese oft fragen muss. Dadurch muss ich mich natürlich auch deren Tempo anpassen, was meine Geduld manchmal auf das Äußerste strapaziert. Mir fehlt mein ruhiges Einzelbüro und vor allem auch die Möglichkeit, meine Arbeit größtenteils unabhängig, kompetent und in meinem eigenen Tempo zu bewältigen, und dabei die Arbeitszeit so zu nutzen, wie ich es gerne täte.