Alien
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Donnerstag, 28. Juni 2007

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Construct time again
Bäuche im Düsterfeeling
Grenoble und Paris
Hilton in Garbadge
just to laber

Mittwoch, 27. Juni 2007

Kontroll

Endlich mal wieder ein kleines Filmschätzchen nach meinem Geschmack. Düster und schrill zugleich, mit mystschen Elementen und - skurril. Natürlich skurril, denn die habe ich ja für mich abonniert. Der gesamte Film spielt in den Tunneln der Budapester Untergrundbahn. Bulcsu führt das bedauernswerte Leben eines erfolglosen Fahrkartenkontrolleurs, der allerhand Gemeinheiten der Passagiere über sich ergehen lassen muss und von diesen nicht für voll gehalten wird. Doch er arbeitet nicht nur in der U-Bahn, sondern lebt auch dort und hat schon seit Ewigkeiten nicht mehr das Tageslicht gesehen. Außerdem treibt in den Schächten aber auch ein mysteriöser Kapuzenmann sein Unwesen, der arglose Fahrgäste vor U-Bahn-Züge stößt und dabei die Überwachungskameras geschickt umgeht. Bulcsu lernt eines Tages die Tochter eines der U-Bahn-Fahrer kennen, die stets ein Teddybärenkostüm trägt, und verliebt sich in sie. Und er ist regelmäßig auf der Jagd nach einem jungen notorischen Schwarzfahrer, der die Kontrolleure immer wieder an der Nase herumführt. Als er ihn mal wieder verfolgt, wird dieser plötzlich von dem schwarzen Kapuzenmann vor die U-Bahn gestoßen. Da der Kapuzenmann auf den Kameras nicht zu sehen ist, wird nun Bulcsu als U-Bahn-Schubser beschuldigt. Dann begegnet ihm der Kapuzenmann in einer seiner Visionen erneut, er folgt ihm und bringt ihn schließlich zur Strecke - wie wird nicht verraten.
Man begegnet in dem Film diversen merkwürdigen Personen, was den Film fast mehr zu einer schwarzen Komödie macht, als zu einem Thriller. Während zum Beispiel die matschigen Überreste und Organe eines der "Selbstmordopfer" in einer Plastiktüte zusammengesammelt werden, unterhalten sie sich über die beste Art, einen Gulasch zuzubereiten. Trotzdem ist es kein Splatter oder Shocker. Alles gut verträglich.
Ein bißchen erinnert der Film in seinen skurrilen Gestalten und mit seinem Humor an Twin Peaks und in den Eulen meine ich sogar regelrechte Anspielungen auf Twin Peaks zu sehen. Aber vielleicht bin ich auch so Twin Peaks-infiziert, dass ich den Wald vor lauter Eulen nicht mehr sehe.

Systemabstürze im Bett?

Das Berichte schreiben auf http://www.ciao.de stellt einen wirklich vor unerwartete Herausforderungen. Die Herausforderung ist nicht das Schreiben an sich, sondern dieser nette Bewertungskatalog mit vorgegebenen Antworten, der sich am Ende eines jeden Berichtes befindet und ausgefüllt werden muss. Wenn ich über mein neues Bett schreibe, werde ich da zum Beispiel gefragt, was ich von den Treibern meines Bettes halte. Hm, brauche ich etwa Treiber für mein Bett? Als Antwort steht zur Auswahl: nichts als Systemabstürze, konfliktträchtig, ausreichend, stabil und ideal.

Nun, ich hoffe nicht, dass mein neues Bett konfliktträchtig ist und auch Systemabstürze hoffe ich nicht in ihm zu erleben. Ich entscheide mich für stabil, denn das ist es wirklich, wenn ich auch noch immer nicht weiß, welche Treiber mein Bett braucht.

Kein Zuhause

Ich muss aus meinem Zimmer im Pfarrhaus ausziehen, habe jedoch noch keine Wohnung. Aus diesem Grund ziehe ich wieder zu meinen Eltern, die mir extra ihr größtes Zimmer freigemacht haben. Das Zimmer ist düster, vollgestellt und hat an den Wänden ganz genau so eine schäbige Blumentapete, wie ich sie mir gestern abend beim Schreiben vorgestellt habe. Meine Sachen habe ich inzwischen zu meinen Eltern gebracht, doch dann fällt mir ein, dass doch noch einige Sachen im alten Zimmer liegen müssen. Habe ich den Schlüssel etwa schon abgegeben? Oder sind die Sachen vielleicht schon weg? Einige Zeit ist ja bereits vergangen. Ich mache mir Gedanken darüber, dass ich anscheinend kein Zuhause habe. Denn das Wohnen bei meinen Eltern empfinde ich nicht so. Meine Gedankengänge gehen in astrologische Überlegungen über. Wenn ich jetzt kein Zuhause habe, dann habe ich diesen Part hinter mir und abgehakt, danach wird es wieder besser. Mir fallen die großen Fenster im gegenüberliegenden Haus auf. Genaugenommen besteht die gesamte Front aus Glas. Ein sehr hübsche junge und blonde Frau geht direkt am Fenster nackt zu ihrem Kleiderschrank, um sich umzuziehen. Sie zieht nur eine Nylonstrumpfhose an und verschwindet wieder. Sie muss wissen, dass sie von gegenüber bei eingeschaltetem Licht zu sehen ist, doch es scheint sie nicht zu stören. Ich habe aber auch nicht den Eindruck, dass sie es darauf anlegt. Die traut sich ja was! Eine Etage tiefer ist jetzt auch ein nackter älterer Mann mit Bierbauch am Fenster zu sehen. Das kann ja heiter werden!

In der nächsten Traumfrequenz sitze ich mit anderen in einem Kellerloch. Wir versuchen über eine Leiter und einem winzigen hohen Fenster nach draußen zu sehen und auch nach draußen zu kommen. Auf der anderen Seite des Fensters geht es endlos in die Tiefe, es scheint eine Hochhausfront zu sein. Ich will es trotzdem versuchen irgendwie herauszukommen, aber die Leiter verschiebt sich immer, so dass ich nicht dort heranreiche, wo ich mich richtig festhalten könnte.

Dienstag, 26. Juni 2007

...

Prachtvoll ist die Zeitung "Das Reich". Im Frieden müssen wir noch eine dem "Reich" entsprechende Sonntagszeitung für das Land bekommen. Sie erscheint am Samstag und liegt den Bauern am Sonntag vor. Sie soll viel Bildwerk enthalten, so gesetzt sein, daß sie leicht zu lesen ist, und auch einen Roman bringen, damit die Dirndln was davon haben.
(Hr. H. am 22.2.1942, Wolfsschanze aus den Tischgesprächen von Picker)

Woran erinnert mich das bloß?

Montag, 25. Juni 2007

Die Zeit der alten Männer

Während der Dienstzeit meines Vaters als Pfarrer gehörte über einige Jahre hinweg zu seinen Aufgaben die Leitung eines Männer-Bibelkreises, von uns kurz "Männerkreis" genannt. Zu diesem Männerkreis gehörten, abgesehen von meinem Vater, ca. zehn Männer im Alter ab 70. Ich weiß nicht mehr genau, wie oft dieser Bibelkreis stattfand, ich vermute, es war einmal im Monat, aber wenn er stattfand, dann, bis auf einige Ausnahmen wie Weihnachtsfeiern, in unserer Wohnung. Ich als Kind hatte bei dem Männerkreis natürlich nichts zu suchen, aber da ich ebenfalls in der Wohnung wohnte, blieb es nicht aus, dass ich die alten Herrschaften ab und zu begrüßen musste und einige Male durfte ich auch zu besonderen Anlässen, wie sie z.B. eine Feuerzangenbowle darstellte, bei der Zusammenkunft teilnehmen. Eigentlich war ich darauf nicht wirklich sehr erpicht, aber die Feuerzangenbowle wollte ich mir nicht entgehen lassen, zumal diese doch höchst selten bei uns auf den Tisch kam. Genaugenommen kann ich mich nur an zwei bis drei Male erinnern. Überhaupt hatte ich mit alten Männern nicht viel am Hut, trotzdem wurde ich regelmäßig genötigt, bunte Weihnachtskarten aus Servietten für sie zu basteln, immerhin wurde ich durch diverse zugesteckte Tafeln West-Schokolade dafür entschädigt. Der Männerkreis bestand aus einem harten Kern, der regelmäßig teilnahm, und einigen, die nur sporadisch vorbeischauten und an die ich mich deshalb nicht mehr erinnern kann. Der harte Kern bestand zuerst aus dem "Leitwolf", der gleichzeitig der Jüngste war und noch dazu ein Clown - also kein echter Clown, aber eben immer zu Scherzen aufgelegt. Sein Sohn, ungefähr gleichaltrig mit mir und in meine Christenlehregruppe gehend, war ganz sein Vater und "Klassenkaspar". Heute ist er übrigens Konditor. Desweiteren gehörte zum harten Kern ein älterer Herr, der in seiner Wohnung wertvolles chinesisches Porzellan sammelte. Mein Vater nahm mich einmal zu einem Hausbesuch mit, außer Unmengen chinesischen Vasen gab es dort einen Porzellanchinesen gegenüber der Eingangstür, der mit dem Kopf nicken konnte, wenn man ihn anstubste. Es gibt ein Märchen von Andersen, das mich immer an diesen Porzellanchinesen erinnert, nämlich "Die Hirtin und der Schornsteinfeger".
Diese beiden Herren sind mir am stärksten in Erinnerung geblieben und ich kenne noch ihre Namen.
Der Bibelkreis war keineswegs so fromm, wie er sich anhört. Zwar wurden anfangs einige Bibelstellen und -sprüche vorgelesen, doch mit fortgeschrittenem Abend wurde es dann lustiger, es wurden Witze gerissen, geplaudert, Cocktails geschlürft, die mein Vater ab und zu mixte, oder es gab halt sogar mal eine Feuerzangenbowle. Irgendwann begann das Ende dieses Männerkreises. Es begann mit dem Abend, als einer der alten Herren schon krank bei uns ankam. Er klagte darüber, dass ihm nicht gut sei, auf der Couch sitzend übergab er sich und als schließlich der Notarzt kam und ihn abholte, verstarb er auf dem Weg ins Krankenhaus. Meine Eltern wunderten sich, dass er sich noch bis zu uns geschleppt hatte, denn es muss ihm vorher bereits nicht sehr gut gegangen sein. Natürlich habe ich davon nur aus ihren Erzählungen erfahren, denn ich lag zu dieser Zeit schon im Bett. Da mein Zimmer jedoch genau gegenüber der Wohnungstür lag, konnte ich an diesem Abend lange nicht einschlafen, weil es ständig klingelte, viele fremde Stimmen zu hören waren und es ein dauerndes Hin und Her zwischen Wohnzimmer und Eingangstür gab. Jetzt waren es nur noch neun. Der nächste war der alte Herr mit dem Porzellanchinesen. Er erhängte sich am Fensterkreuz seiner Wohnung. Meist hielt mein Vater auch die Beerdigung der Verblichenen ab, doch irgendwann gab es mehr Beerdigungen als Männerkreise. In dieser Weise ging es weiter, bis nur noch zwei übrig waren und der Männerkreis aufgelöst wurde. Immer mal wieder denke ich an die Zeit der alten Männer zurück.

Wenn ich es mir überlege, gab es in meinem Leben nur einen alten Mann, den ich wirklich sympathisch fand und das war mein Großvater väterlicherseits. Ich weiß nicht, warum ich ihn sympathisch fand, denn eigentlich hat er nie mit mir gesprochen, zumindest kann ich mich nicht daran erinnern. Dies lag zum einen wohl daran, dass ich spät geboren wurde und er früh starb, so dass dazwischen nur dreizehn Jahre lagen, in denen man sich aber nur alle zwei Jahre sah, da es weder meinen Großeltern, noch meinem Vater leichtfiel zu reisen, zum anderen hatte ich aber bereits in meinen ersten Erinnerungen an meinen Großvater den Eindruck, als hätte er eine gewisse Scheu vor mir, obwohl er selbst drei Kinder großgezogen hatte. Ich sehe ihn noch stumm auf dem Sofa in ihrer kleinen Stube sitzen, während ich mich auf dem Teppich mit der Spielkiste beschäftigte. Und auch als ich zwischen meinen Großeltern im großen Ehebett schlief, kann ich mich nicht erinnern, dass er etwas zu mir gesagt hätte. Nur dass er sehr kalte Füße hatte, worauf mich meine Großmutter lachend hinwies. Vielleicht war er ja schüchtern oder er interessierte sich nicht für Kinder. Oder vielleicht war es auch mein Neptun auf seiner Sonne und seinem Merkur, der mich für ihn nicht fassbar machte. Ich hatte aber nicht den Eindruck, dass er mich nicht mochte. Da ich als Kind ebenfalls sehr schüchtern war und nie fremde Erwachsene von alleine ansprach - fremd waren für mich fast alle außer meine Eltern - , kamen wir nie zusammen. Und trotzdem, selbst heute finde ich ihn auf Fotos noch sehr sympathisch und auf manchen von ihnen sehe ich außerdem eine andere, ausgelassene Seite an ihm, die ich nie persönlich kennengelernt habe. Ich berichtete bereits einmal, dass mein Großvater Gedichte geschrieben hat, zumindest bis zu seiner Heirat. Danach ist ihm das Dichten anscheinend vergangen. Mein Vater hat mir einmal das Heft mit seinen Gedichten gegeben und vor allem dieses eine, das im Refrain immer lautet: "Mein Mädchen hört ich singen", womit wahrscheinlich meine Großmutter gemeint ist, geht mir nicht mehr aus dem Kopf. Auch mein Vater hat früher Gedichte geschrieben, zumindest behauptet er dies, ich habe aber noch nie eines von ihm gelesen. Irgendwie scheine ich die väterliche Linie meiner Familie weiterzuführen, während mein Bruder ganz nach der mütterlichen und weiblichen Seite kommt. So kann es gehen.

Ich habe gerade

zugeschaut, wie eine Spinne ihr Opfer, einen kleinen Käfer, zugesponnen und gut verpackt mit den Hinterbeinen in ihre Vorratskammer unter meinem Balkonbalustradenabdeckblech (was für ein Wort) geschleift hat. Dem war nicht mehr zu helfen. Und wer weiß, was da noch alles gut versponnen hängt....

Wirrwarr an der Fachhochschule

Ich bin wieder an der Fachhochschule in einem Seminar. Die Dozentin meine ich zu kennen, jedoch fällt mir der Name nicht mehr ein. Sie versucht redlich, uns irgendwas zu vermitteln, jedoch macht fast der ganze Seminarraum Seins. Es ist furchtbar laut, weil alle durcheinander quatschen und keiner zuhört. Der Liebling der Seminarleiterin ist deshalb ein braunhaariges Mädchen, das außen allein an einer Bank sitzt. Anscheinend ist sie die einzige, die bei dem Seminar noch mitmacht. Allerdings scheint sie auch nicht viel Spaß dabei zu haben. Mein Kollege M. ist ebenfalls in dem Seminar. Als er mich sieht, sagt er meinen Namen und umarmt mich kurz. Wir gehen nun zu Mittagspause hinaus in die Kantine. Seltsamerweise trägt er im Traum einen langen Mantel und einen Ohrring. Auch ich trage einen langen braunen Mantel, was für mich gar nicht üblich ist. Nach der Kantine möchte ich die Fachhochschule verlassen, gehe dazu lange Treppen hinunter, die keine Stufen haben, sondern nur Fahrrampen, aber kurz vor dem Ausgang fällt mir ein, dass ich meinen Mantel irgendwo habe liegenlassen. Es ist kalt draußen, deshalb möchte ich nicht so gehen. Ich kehre also um und beginne meinen Mantel und auch meine Tasche zu suchen. Zwischendurch verwandelt sich die Fachhochschule in eine Art Krankenhaus und ich liege dort auf dem Gang und schaue in einen Spiegel an der Wand. Plötzlich höre ich laut diesen Song von Rammstein:

Man sieht ihn um die Kirche schleichen
seit einem Jahr ist er allein
die Trauer nahm ihm alle Sinne
schläft jede Nacht bei ihrem Stein
Dort bei den Glocken schläft ein Stein
ich alleine kann ihn lesen
und auf dem Zaun der rote Hahn
ist seinerzeit dein Herz gewesen
Die Furcht auf diesen Zaun gespießt
geh ich nun graben jede Nacht
zu sehen was noch übrig ist
von dem Gesicht das mir gelacht

Gleichzeitig sehe ich im Spiegel eine ganz in Schwarz gekleidete Gestalt zu mir herüberkommen. Erst ist die Situation beklemmend und angsteinflößend, da ich nicht weiß, wer das ist und was sie von mir will. Doch dann löst sich alles in Wohlgefallen auf, als mir einfällt, dass diesen Song "Die Ärzte" singen (was natürlich nicht stimmt) und die schwarzgekleidete Gestalt Bela B. von den Ärzten ist. Als er nähergekommen ist, plaudert er dann auch nur ganz locker und ich mache mich weiter auf die Suche nach meinem Mantel und meiner Tasche, welche mich noch in alle möglichen und unmöglichen Winkel führte.

Mantel
Psychologisch:
Je nach der Persönlichkeit des Träumenden ist der Mantel ein Traumsymbol für den Schutz, aber auch für die Verhüllung. Aber auch auf die Schutzbedürftigkeit von dem Träumenden bekannten Personen kann durch dieses Bild hingewiesen werden. Etwas wird verhüllt - ein Geheimnis, das man sich nicht entreißen lassen möchte, die Liebe, die man sich bewahren will. Zieht man sich einen neuen Mantel an, wird man nach außen hin glänzen und viel Verständnis für sich finden können. Ein zu weiter oder zu kurzer Mantel deutet an, daß man zwar den guten Willen hat, ein Geheimnis für sich zu behalten, daß es uns aber irgendwann einmal entfleuchen könnte. Wer sich selbst oder einen anderen mit einem Mantel zudeckt, möchte im Wachleben über irgend etwas den Mantel des Schweigens breiten. Spirituell: Der Mantel ist Sinnbild des Schutzes.

Volkstümlich:
(arab. ) : Dünkt es einen, er habe seinen Mantel verloren, wird er seines Reichtums verlustig gehen, in Not geraten und seine Macht verlieren, jemanden mit einem Mantel verhüllt sehen: Verstellung.
(europ.) : verlieren: Betrübnis und Not; man muß sein Glück zurückerobern, nachdem man bei Spekulationen zu gutgläubig war; - jemanden fest darin eingehüllt sehen: es besteht die Gefahr, durch Unaufrichtigkeit hintergangen oder geschädigt zu werden; auch Ankündigung eines Geheimnisses;

Sonntag, 24. Juni 2007

Ok,

die Späher von den oberen Plätzen verziehen sich jetzt langsam in ihre Betten, äh Nester. Endlich bin ich ungestört und unbeobachtet. Hoffe ich doch.

Diesmal hat das Wochenhorroskop

wirklich seinen Namen verdient. Absolut super!

vom 25.6.2007 bis 1.7.2007:
Ihre Seele wächst
Die aktuell laufenden Sterne verunsichern Sie. Aber: Sie lernen viel! Es passieren Dinge und Vorfälle in dieser Woche, die Sie irgendwie aus dem Konzept bringen, die Ihnen klar machen, dass man sich auf nichts und niemanden verlassen kann. Es werden zwar keine dramatischen Dinge passieren, keine Angst, aber die Energien reichen doch aus, um Sie gehörig aus der Bahn zu werfen, Sie kräftig zu verunsichern, Sie ins Wanken zu bringen. Zum Teil läuft es in der Arbeit nicht so rund, häufen sich die Probleme, andererseits aber kommt es auch auf der privaten Ebene zu einer gehörigen Verunsicherung.

Saturn und Neptun wirken in den ersten Tagen der Woche. Die Wirkung der beiden Planeten könnte unterschiedlicher nicht sein. Saturn ist konkret und Neptun löst genau das auf. Sie verlieren den Überblick und auch den Glauben an eine Sache. Sie werden so richtig verunsichert. Ende der Woche verbindet sich dann Neptun, der Bösewicht in diesem Fall, mit Venus in Ihrem Zeichen. Dann schwappt diese Verunsicherung auch auf Ihr Privatleben über. Gehen Sie also eher von einer schwierigen Woche aus!

Im übrigen tragen Saturn und Neptun ihr Gefecht auch noch genau auf meinem Mars aus. Kein Wunder, dass ich mich seit Wochen wie ein schlaffer Sack fühle, mein Energie- und Kraftlevel irgendwo am Nullpunkt hängt, was die kleinsten Handlungen zu einer Herausforderung macht und ich nicht zuletzt meine Zukunft rabenschwarz sehe, manchmal sogar gar keine mehr. Saturn begleitet mich ja nun seit über einem Jahr, was bisher noch recht glimpflich von statten ging, bis auf die Sache mit meinem Vater, schweißtreibenden Renovierungsarbeiten, bei denen er mich aber sehr gut mit Konzentration und Ausdauer unterstützt hat, und unzähligen kleineren Ärgernissen. Aber die letzten drei Monate scheint er im Verein mit Neptun die Zügel noch einmal anzuziehen.
Gerade fällt mir eine astrologische Entsprechung zu meinem heutigen Traum auf, nämlich der Feuersalamander als Symbol für Feuer=Mars und der Totenkopf auf ihm als Symbol für Saturn.

Mohn

scheint bei Vögeln sehr viel beliebter zu sein als Sesam. Wenn ich Sesambrösel ins Futterhäuschen tue, holen sie sich das Futter noch relativ gesittet und gemächlich. Sobald ich aber Mohnbrösel nehme, wirkt es, als würden sie sich am Futterhäuschen gegenseitig die Augen aushacken, zumindest hört es sich so an. Wahrscheinlich mögen sie den Opiumrausch.
Witzig ist auch, dass sie anscheinend Menschen an ihren Gesichtern erkennen, meine letzten Versuche lassen mich zu diesem Schluß kommen. Liege ich nämlich auf meiner Bank und halte ein Buch vor mein Gesicht, scheinen sie mich gar nicht zu bemerken, kommen angeflogen und lassen sich nur einen Meter entfernt am Häuschen nieder ohne sich stören zu lassen. Liege ich jedoch mit unbedecktem Gesicht auf der Bank, kommen sie zwar angeflogen, schlagen jedoch kurz vor dem Futterhäuschen einen panischen Haken in der Luft, um wild flatternd zu verschwinden. Aber vielleicht liegts ja auch nur daran, dass mein Gesicht so grauslich ist. *gg*
Außerdem habe ich festgestellt, dass die Berliner Spatzen nicht nur Kuchen aus Zimmern klauen, sondern noch ganz andere Tricks draufhaben. Setzt man sich irgendwo auf eine Bank, kommt sicherlich recht bald ein Rudel Spatzen angeflogen, welche sich rund um die Bank niederlassen, diese umzingeln und betont geschäftig auf dem Boden herumpicken. Nur ein einziger pickt nicht, sondern bleibt still sitzen, schaut nach oben und tschiept ohrenbetäubend und unaufhörlich. Hilft dieses Betteln nichts, dann fliegen die anderen fort und nur der Schreihals bleibt immer noch still sitzen, lässt seine Flügel hängen und tschiept noch kläglicher, so dass man glauben muss, er sei verletzt oder krank, vollkommen verlassen und kurz vor dem Hungertod. Hilft das aber immer noch nichts und hat er endlich die Schnauze voll von seinem Theaterspiel, sieht man ihn munter davonflattern und sich zu seinen anderen Komplizen gesellen. Ich frage mich, von wem sich die Spatzen dieses Verhalten wohl abgeschaut haben....

Samstag, 23. Juni 2007

...

Nicht Twin Peaks ist es, das mich heut erheitert,
denn der große Coopaccio hat geendet
in des Bösen dunkler Nacht, vollbracht ist es,
so hielt ich es mit den lieblich Folgen
die hier "Das Model und der Schnüffler" heißen.
Gleich vier an der Zahl tat ich mir an, o weh,
unschwer ist's zu sehen, was es hat getan,
zu sehen meinen Lieblings-Willis reimen
in shakespearlicher Manier, Lieblingsfolge,
mich deucht, ich tät besser es zu lassen,
nur eines will ich gerne noch erwähnen,
traf ich doch alte Bekannte wieder -
der Hotelchef aus Twin Peaks killte auch hier.
Spät ist es, deshalb verlasse ich nun
das tolle reimende Detektivbüro
und bis zum nächsten Male wünsche ich
eine gute Nacht allen dort und hier.

Papierfront und Studienfach Geschichte

Es ist Krieg und ich sitze mit vielen anderen zusammen tief geduckt in irgendwelchen Gräben. Seltsamerweise finden die Kämpfe nicht mit Waffen, sondern mit Papier statt. Wir haben beschriebene oder bedruckte Papierfetzen in der Hand, aus denen wir einzelne Stellen vorlesen. Anfangs konnte ich mir nicht vorstellen, wie ein Krieg geführt werden kann, in dem Massen an eine Front drängen, vollkommen abgeschottet, chaotisch und getrennt von ihrem einstigen Leben, wie das funktionieren soll. Dies sage ich auch meinem Kollegen L., der neben mir kriecht, und dieser antwortet: "Warts nur ab!". Anscheinend hat er schon etwas mehr Erfahrung. Ich kämpfe also an der Papierfront und tatsächlich, auf einmal beginne ich innere Zusammenhänge und Strukturen zu erkennen, und vor allem begreife ich fast körperlich die ungemeine Wichtigkeit des "Hinterlandes". Ohne die Personen, die hinter einem, zu einem stehen, Menschen die einen mit ihrer Liebe oder auch nur mit ihrem da sein unterstützen, mit dem Wissen darum, dass es sie gibt, wäre so ein Kampf nicht möglich. Sie geben die Kraft, die Ausdauer, das Wissen und die Ideen für die Menschen an der Front, ohne sie würde der Kampf an der Front nicht funktionieren. Aber mit ihnen lichtet sich das Frontchaos und wird klar und einfach.

In der nächsten Traumsequenz lese ich irgendwelches geschichtliches Material.Vielleicht in einem Seminar? Ein Probe-Seminar? Anders als bei dem Philosophieseminar bin ich total begeistert, von dem was ich lese, da es so unglaublich spannend und interessant ist. Ich überlege sogar im Traum, nochmal ein Studium der Geschichte zu beginnen - warum, eigentlich nicht? -, allerdings habe ich Bedenken dahingehend, dass ich durch ein Studium der Geschichte meine Offenheit für unkonventionelle Theorien und Denkweisen verliere und akademisch starr werde. Ob man die Gefahr bannen kann, wenn man sich ihrer bewußt bleibt?

Freitag, 22. Juni 2007

Wow, wie cool!

Endlich habe ich auch einen Kamin.

Für alle, die denken, dass ich im Wohnzimmer kokle - natürlich ist das nur eine Attrappe. Der Ofen ist mit beleuchteten Salzkristallen gefüllt. Für einen richtigen Kamin habe ich keinen Platz, aber dieser Terracotta-Ofen hat eine perfekte Größe, weder zu groß, noch zu klein, und passt sogar bei mir noch in die Ecke. Da er mit 50 cm Höhe auf dem Fußboden nicht so unmittelbar zur Geltung kommt, werde ich mir noch einen einfachen Holzregalwürfel besorgen und diesen mit Holzscheiten füllen, natürlich auch nur als Attrappe - fertig ist die Kaminecke.

Donnerstag, 21. Juni 2007

Das neue Bett

ist heute gekommen. Nämlich dieses hier http://www.tojo.de/cms/front_content.php?idcatart=9 .
Und ich muss schon sagen, dieses Bettsystem ist ebenso genial wie einfach. Anfangs, als ich diese drei einzelnen Teile so betrachtete, war ich ja etwas skeptisch. Sie bestehen nur aus reinstem Holz ohne das kleinste Schräubchen. Doch die beiden "Böcke" werden einfach hingelegt, mit dem Nut nach oben und den Rost legt man so drauf, dass die Ausparungen die Nute umschließen. Fertig ist das Bettgestell - und das beste daran, man kann es in jede gewünschte Breite von 90 cm bis 180 cm völlig problemlos verstellen. Genau aus diesem Grund habe ich mich für dieses System entschieden, da ich gerne auf 120 cm Breite schlafen wollte, aber ein normales 120 x 200 Bett schon nicht mehr in meine Schlafecke passt, da diese Betten IMMER ein paar Zentimeter mehr in Länge und Breite haben. Also war dies die einzige Alternative für mich, aber auch die weiteren Vorteile finde ich wirklich gut, es ist ganz ohne Metall verarbeitet und äußerst praktikabel handhabbar. Wenn man nämlich in einer kleinen Wohnung bereits Möbel räumen muss, wenn man nur mit der Leiter in irgendeine Ecke reichen will, ist es von Vorteil, wenn man die Möbel alle selbst bewegen kann und sie einem nicht als unüberwindliche Hindernisse im Weg rumstehen. Der Lattenrost ist zwar trotzdem relativ schwer, aber problemlos zusammenschiebbar und auch von mir bis an die Wand zu bewegen.
Leider habe ich jetzt noch meine ätzenden Federkernmatratzen dazu, aber die werden sofort ausgetauscht sobald ich mich entschieden habe. Federkern werde ich auf keinen Fall mehr nehmen - da ich jetzt alles vollkommen natürlich habe, hatte ich an Naturmatratzen gedacht, die es aus Naturlatex gibt. Allerdings liebäugle ich ebenfalls mit Kaltschaummatratzen, da mir hier das geringere Gewicht gut gefällt. Ich bin mir nur nicht ganz sicher, ob das Klima- und Elektrostatische Verhalten von Kaltschaum so positiv ist. Jedenfalls werde ich, sobald die neue Matratze da ist, mich endlich auf 120 cm ausbreiten können, bei meiner bevorzugten Schlafstellung "Toter Mann" ein wahrer Segen. *gg*

Mittwoch, 20. Juni 2007

Berlinzitate

Nicht dass jetzt irgendjemand denkt, ich möchte Herrn Lagerfeld mit Herrn H. vergleichen (wobei mich letzterer stark an Lord Valdemort aus den Harry Potter-Büchern erinnert, dessen Name nicht genannt werden darf - nur nicht zuviel Aufsehen erregen), es ist nur so, dass mir beide Zitate zufällig fast zeitgleich begegnet sind und sich negativ über Berlin äußern.

"Der Zauber von Florenz und Rom, Ravenna und Siena oder Perugia, wie schön die Toskana und Umbrien! Jeder Palast in Florenz oder Rom ist mehr wert als das ganze Windsor Castle. Wenn die Engländer Florenz oder Rom zerstören, so ist das ein Verbrechen. Um Moskau ist es nicht schade, und leider wäre es heute auch bei Berlin kein Verlust."
(Herr H. 1941 in der Wolfsschanze bei einem Tischgespräch, aufgezeichnet von Ministirialrat Heinrich Heim, veröffentlicht von Dr. H. Picker)

"Berlin ist zu sehr verunstaltet worden. Es gibt zu viele tote Flächen, und man hat keine guten Architekten genommen. Die Intensität der Stadt ist verloren. Der Esprit ist weg, Im Gegensatz zu Hamburg oder München."
Karl Lagerfeld 2007 in einem Interview mit der Vanity Fair)

Am kleinen großen Wasser

Eigentlich hatte ich überlegt, mal wieder einen Tag zum großen großen Wasser zu fahren, aber mit zig-Mal umsteigen ist mir das zur Zeit etwas zu anstrengend, der ICE fährt von Stralsund nur einmal am Tag durch, und wahrscheinlich kriegt man da bei diesen Temperaturen sowieso nur Bierbäuche zu sehen. Also bin ich heute zum kleinen großen Wasser gefahren, mitten in Berlin. Ich muss gestehen, dass ich in Friedrichshagen schon seit Ewigkeiten nicht mehr war. Zuletzt bei meiner witzigen Crash-Ausbildung zum Kleidungsfacharbeiter, deren praktischer Teil über zwei Wochen ging und die Herstellung eines Puppenröckchen beinhaltete. Das Gebäude stand damals fast am Wasser und ich habe versucht mich an irgendwas zu erinnern oder etwas wiederzufinden, aber umsonst. Ich muss alles total verdrängt haben.
Ansonsten bin ich als Kind öfters in Friedrichshagen gewesen, wenn wir unsere Wochenendausflüge gemacht haben, und ich weiß noch, dass es damals ein bestimmtes Cafe mit sensationell leckerem Eis gab. Aber schon zu Ausbildungszeiten gab es das nicht mehr. Doch dafür ist die fröstelige Kühle des Spreetunnels bei Temperaturen ab 30 Grad eine willkommene Erfrischung. Schließlich führt er auch tief genug unter der Spree entlang.

Dienstag, 19. Juni 2007

Eigentlich fehlt mir zu meiner psychedelischen Discowindmühle

jetzt nur noch dieser komischer Vogel, der mir regelmäßig jeden Morgen ein großartiges musikalisches Werk tiefer Sinnhaftigkeit und Tragik in drei Teilen zum besten gibt. Das Hauptthema, ich nenne es das Grillenthema, beginnt mit einem gleichmäßigen rhythmischen Zirpen, wie etwa das einer Grille mit Megaphon. Es symbolisiert meines Erachtens die kleinen Anfänge des Lebens und jeder wahren Meisterschaft. Im zweiten Teil des Werkes geht das rhythmische Zirpen in das allerschönste melodische Flöten von erstaunlichem Tonleiterumfang und mit fröhlich-sprunghaften Akkorden über, ein Ausdruck überschäumender Lebensfreude. Im dritten Teil meldet sich wieder das Grillenthema zu Wort, diesmal jedoch in seltsam entstellter Form, vollkommen unrhythmisch, abgewürgt und heiser. Genaugenommen klingt es so, als sei die zirpende Grille mit Megaphon gerade ihrem natürlichen Feind, einem Vogel, begegnet, und würde nun in allerletzter Panik noch einmal wie wild und völlig unkontrolliert zirpen, um gleich darauf auf immer im gierigen Schlund des Vogels (vielleicht sogar des Sängers?) zu verschwinden. Ich frage mich, ob das wohl ein Schlachtlied ist, oder aber eine Beschwörungsformel in der Art, wie die ersten Jäger ihre Beute auf Höhlenwände verewigt haben, nur dass hier die Beute in Form eines Liedes beschworen wird. Oder vielleicht bilde ich mir das alles nur ein und es handelt gar nicht von Grillen. Jedenfalls singt er leider nur morgens und da fällt noch keine Sonne auf die Windmühle, weshalb der Kunstgenuss gänzlich unpsychedelisch bleibt.