„Der Vers beschreibt einen bekannten Mechanismus. Schon die ersten Anfänge der Initiationsarbeit zeigen dem Strebenden, daß alles, was er bisher von sich dachte, reine Illusionen waren. Sobald er anfängt, nicht mehr stumpfsinnig seinen Programmen, seinen Vorlieben und Abneigungen zu folgen, gerät er in die größten Schwierigkeiten und stellt fest, daß seine Annahme, er hätte einen freien Willen, mit dem er seine Handlungen bestimmen könnte, wie eine Seifenblase zerplatzt. Er stellt fest, daß er wie ein Roboter von diesen Programmen beherrscht wird.
...Wenn ein Strebender nun an irgendeinem Punkt dieser Entwicklung aussteigt, um ,mit der alten Süße zu spielen', zu den alten Programmen zurückzukehren, so bleibt ihm doch für den Rest seines Lebens die Erkenntnis, die er in seiner Ausbildungszeit gesammelt und erfahren hat. Unter anderem die Erkenntnis, daß er nur ein domestizierter Primat und noch lange kein freies Wesen ist. Jetzt ist er aber trotzdem wieder den Gesetzen des objektiven Universums der ,Rache', Ra-Hoor-Khuits, unterworfen. Der weitere Vers beschreibt nur die gesetzmäßigen Folgen wie sie schon jeder Psychologe voraussagen könnte. Die Intelligenz verwirrt sich, man wird sich selbst fremd, von sich selbst angewidert, ist unfähig, seinen Lebensunterhalt zu bestreiten und schließt sich fast selbst aus dem Kreis der Menschen aus, denn von den Initiierten hat man sich selbst getrennt und von den anderen ist man durch die eigene angefangene Entwicklung getrennt.“
(aus dem Crowley/Eschner-Kommentar zum Liber Al 111,43)
Ich befinde mich in meinem Bett und schlafe noch, als es unten an der Haustür klingelt. Besser gesagt, klingelt es nicht, die Klingel ist seltsamerweise eine (roboterähnliche) Stimme, die etwas sagt. Ich glaube, sie sagt "Guten Morgen!" oder "Guten Tag!" und ich wundere mich darüber. Wahrscheinlich hat die Hausverwaltung irgendwelche unnötigen technischen Finessen in die Türanlage einbauen lassen. Es klingelt, bzw. spricht also an der Haustür, ich laufe zur Sprechanlage und nehme den Hörer ab. Unten melden sich ein Herr Kluge und eine Frau Schön, die sich als Betreuer eines meiner Klienten vorstellen. Ich frage mich, was die in meiner Privatwohnung wollen. Reicht es nicht, wenn sie während der Arbeitszeiten zu mir ins Büro kommen? Müssen die mich auch noch Zuhause belästigen? Ich drücke trotzdem den Türknopf und warte, aber nichts passiert. Niemand kommt die Treppe hinauf. Vielleicht wollten sie ja nur etwas im Briefkasten einwerfen oder in eine andere Wohnung. Ich gehe wieder ins Bett, doch kaum liege ich, klingelt oder klopft es tatsächlich. Jetzt habe ich aber keine Lust mehr, ich bleibe einfach liegen und beschließe, nicht aufzumachen. Angestrengt lausche ich nach draußen, ob ich irgendwas höre. Doch statt sich entfernender Schritte höre ich Stimmengewirr, das immer lauter wird. Schließlich wird mir seltsam zumute, ich springe auf und luke kurz aus der Wohnzimmertür. Mehre Menschen drängen sich in mein kleines Zimmer, um es zu besichtigen. Schnell springe ich zurück und werfe mir eilig ein paar Sachen über, um leidlich angezogen zu sein. So eine Frechheit! Da sind Herr Kluge und Frau Schön doch einfach mit mehreren Leuten in meine Wohnung eingedrungen, ohne daß ich sie hereingelassen hätte. Dürfen die das überhaupt? Ganz sicher nicht und das werde ich ihnen auch sagen. Vorsichtig trete ich wieder hinaus - die ungebetenen Gäste befinden sich jetzt in der Küche - und zeige mich ihnen. Als ich in die Küche komme, fällt mir auf, daß diese so leergeräumt ist und aussieht, als hätte man begonnen, zu renovieren. Das überrascht mich einen Moment, doch ich lasse mich nicht aus dem Konzept bringen und beginne eine doch relativ ruhige Standpauke. Innerlich bin ich zwar sehr wütend, aber irgendwie habe ich keine richtige Lust jetzt durchzudrehen, obwohl ich es hasse, wenn man ungebeten in meinen Privatbereich eindringt. Ich erkläre ihnen, daß sie ohne meine Zustimmung in meine Wohnung eingebrochen sind, daß dies ungesetzlich ist und daß ich sie verklagen werde. Dazu reiche ich ihnen ein Blatt Packpapier, auf welchem sie ihren Namen, ihre Personalausweisnummer und ihre Unterschrift notieren sollen. Das tun sie auch, mit quietschgelbem Stift, doch vorher gehen sie mich noch mit der Bemerkung an, daß meine Wohnung nicht gerollt sei (gemeint ist damit renoviert bzw. gestrichen). Diese Bemerkung hat natürlich gar nichts mit dem Sachverhalt zu tun, trotzdem lasse ich mich provozieren und antworte, daß sie dann wohl die anderen Zimmer nicht genau angeschaut hätten. Klar, in der Küche klafft ein riesiges Loch in der Tapete, aber die anderen Zimmer sind schließlich fast frisch renoviert. Peinlicher ist mir da das herumstehende, unabgewaschene Geschirr. Zum Glück habe ich wenigstens die Töpfe in die Spüle gestellt. Als sie gegangen sind, schaue ich mir nochmal genauer an, was sie in meiner Küche getrieben haben. Auf den alten, goldgelben Wänden haben sie jeweils an den Ecken einen Streifen weißer Wandfarbe hinterlassen, welche jedoch nur wenig deckt und auch ungleichmäßig aufgetragen ist. Toll! Hätten sie das mal wenigstens gleich richtig gemacht.
In einem nächsten Fragment geht es um ein Privatkino mit einer 40 km großen Leinwand. Unglaublich, daß jemand zu Hause so eine große Kinoleinwand besitzt. Ich befinde mich wohl gerade auf einer Reise und erhalte nun einen Schlafplatz in einem Ding, welches eine Mischung aus Auto und Zelt ist. Der Innenraum besteht aus einem Auto ohne Vorder- und Hinterteil, sowie ohne Räder. Die Sitzbänke wurden abmontiert und Matratzen ausgelegt. Der Innenraum ist jetzt erstaunlich geräumig und mit schwarzen Stoffen ausgeschlagen. Da ein Unwetter im Anmarsch ist, zieht der Besitzer und Bastler dieser kuriosen Unterkunft schnell noch einige schwarzen Plastikplanen auf. Ich bin wirklich gespannt, ob die auch einen stärkeren Regenguß abhalten. Ich trete noch einmal nach draußen und bemerke nun an zwei Dachecken durchscheinende gläserne Objekte. Beinahe scheinen sie in der Luft zu schweben und wirken durch das hindurchfallende Licht, das die eingeschlossenen Luftblasen funkeln läßt, fast ätherisch, zumal beide Objekte auch noch hellblau sind und damit von meinem Blickpunkt aus mit dem Himmel verschmelzen. Das eine ist eine Kugel und das andere ein Tier, ich kann jedoch nicht erkennen, was für eines. Ich zücke meinen Fotoapparat, um das Schauspiel festzuhalten, doch als ich fotografieren will, sind beide Objekte verschwunden. Jemand muß sie von den Dachecken heruntergenommen haben, vielleicht wegen des Regens.
kann ich heute:
eine riesig dicke Baustilkunde (die finde ich super, weil dort alle möglichen Grundrisse und Fassaden von Kirchen eingezeichnet sind und ich lese ja gerade "Die Säulen der Erde"), Krsna - Die Quelle aller Freude, Der grosse Konflikt, Das Buddha-Wort, Texte der indischen Philosophie in zwei Bänden, Was man in Runden ritzte (1943), noch ein Tarot-Praxisbuch, Schlüsselworte zum Crowley-Tarot, Die hohe Kunst des Kartenlegens, Die Zigeuner-Wahrsagekarten, Heilender Atem - Chinesische Atemtherapie-Methoden, Das Runen-Handbuch, noch eine Runenkunde, eine Sanskrit-Grammatik, eine Einführung in das christlich-aramäische und das koptische Schrifttum in zwei Bänden, ein altnordisches Elementarbuch, eine indogermanische Sprachwissenschaft, Die Ortsnamen im Deutschen (1937), In der alten Sonne von Hermann Hesse und eine Goethe-Anthologie.
Drei Blogger, nämlich der_baron, Frau_ Plaget (? - den genauen Namen habe ich vergessen, weiß nur, daß er mit P begann und daß mir schon im Traum bewußt war, ihn noch nie irgendwo gelesen zu haben) und ... haben gemeinsam eine CD herausgebracht. Dazu findet eine Veranstaltung unter dem Motto: Schopenhauer, Nietzsche und....(?) statt. Hört sich recht interessant an, denke ich, doch kann mich nicht durchringen, dort hinzugehen, denn ich mag solche Veranstaltungen eigentlich nicht. Im Traum geht es nun kunterbunt mit allen möglichen Dingen weiter, aber der rote Faden ist, daß ich immer wieder auf diese Veranstaltung stoße. Dies überrascht mich selbst, es scheint wie eine seltsame Fügung zu sein. Unter anderem bin ich zwischendurch auf einer Steuerbehörde, wo ich wegen der Bloggerei irgendwas beantragen muß. Das mache ich jetzt regelmäßig und ich überlege mir, daß die Arbeit für die Beschäftigten dort doch stark zugenommen haben muß, wenn jetzt so viele bloggen und deshalb etwas beantragt werden muß. Das Personal wird aber auch nicht mehr geworden sein. Aus der Behörde heraustretend gerate ich in eine Schießerei. Dies merke ich aber erst, als ein Mann schräg vor mir in den Rücken getroffen wird und zusammensackt. Die Kugeln schwirren lautlos durch die Luft und ich versuche mich blindlinks aus dem Schußfeld zu bewegen, indem ich mich schnell nach links (lustig, daß das schon in "blindlinks" enthalten ist) durchschlage. Glücklicherweise bleibe ich von Kugeln verschont. Schließlich sitze ich an einem Schreibtisch und lese Zeitung, als mir wiederum die Veranstaltung, wie schon mehrfach, begegnet, diesmal allerdings in Form meiner Eltern, was mich besonders überrascht. Sie scheinen bei der Veranstaltung doch tatsächlich ihre Finger mit im Spiel zu haben, vielleicht als Veranstalter, und bieten mir jetzt an, obwohl die Karten vollkommen ausverkauft sind, als Statist dabei zu sein und so doch noch in deren Genuß zu kommen. Dazu muß ich nur vor dem Publikum ein Publikum spielen, indem ich demonstrativ die Arme verschränke und mich hinsetze. Ok, das erscheint mir recht einfach und machbar und ist wohl die letzte glückliche Gelegenheit, dabei zu sein, trotzdem überlege ich auch jetzt hin und her und kann mich nicht wirklich entschließen.
Bemerkung: Der Titel der Veranstaltung resultiert wohl aus dem Buchtitel "Schopenhauer, Nietzsche, Freud" von Thomas Mann, der mir gestern untergekommen ist.
In einer sehr großen, unübersichtlichen Wohnung, die eher einer Landschaft ähnelt. Aus irgendeiner Ecke höre ich Gepolter und befürchte, daß ich ungebetene Gäste habe. Ich bin also auf der Hut und versuche herauszufinden, woher das Gepolter kam. Schließlich finde ich meine verstorbene Katze unter einem Tisch sitzend, ein fetter Regenwurm baumelt in ihrem Maul. Aha, da war also wieder ein Raubtier auf der Jagd!
In einem Klassenraum mit den ehemaligen Mitschülern. Es soll ein historisches Musical eingeübt werden. Dazu hören wir im Hintergrund die Musik, die vor allem aus Gesang besteht, welcher eine alte Geschichte (einer Königin?) erzählt. Wir machen dazu nur Bewegungen, indem wir tanzen oder pantomimisch darstellen. Ich trage ein fürstliches, altertümliches Kleid aus glänzendem Goldbrokat. Eine andere Mitschülerin trägt einen ultrakurzen Faltenrock und eine Haarschleife, was sie wie ein Schulmädchen aussehen läßt, obwohl wir alle in unserem heutigen Alter sind. Die Melodie im Hintergrund ist sehr einprägsam, da sie nur aus wenigen Noten besteht, die sich in Endlosschleife wiederholen. Nach dem Aufwachen habe ich sie noch laut im Kopf, ohne daß ich aber meine, sie irgendwoher zu kennen. Anfangs tanze ich nur hinten und etwas versteckt im Klassenzimmer, dann werde ich mutiger und tänzele den Gang nach vorne, wo ich zwischen den vorne am Lehrerpult herumstehenden Mitschülern hindurchtanze. Dabei mache ich weit ausholende, aber ebenso wie die Musik abgehackte Bewegungen mit den Armen, wobei ich stets mit dem Zeigefinger irgendwohin zeige. Schließlich bleibe ich stehen und jemand erklärt uns, worauf wir bei der Aufführung achten sollen.
der Frust muß wirklich tief sitzen, wenn man mir die Sache, mich unter den ersten zehn (äh, ja.....was eigentlich - meistgelesenen, beliebtesten - ich hab keinen Schimmer mehr) Blogs bei 20six befunden zu haben, noch heute neidet, vorwirft oder was auch immer. Ich selbst denke daran gar nicht mehr, es ist Urzeiten her und nichts, was irgendwie wichtig für mein Leben gewesen wäre, und dann flattert irgendeine Mail herein, bei deren Lesen ich denke - was will der eigentlich von mir? Top Ten? Unglaublich, daß sich Leute daran erinnern! Allerdings haben die Erinnerungen der anderen einen schalen Beigeschmack, da mir diese in mehr oder weniger versteckt vorwurfsvollem oder zynischem Ton unter die Nase gerieben werden, so als hätte ich die Untat begangen, Nacktfotos im Playboy veröffentlicht zu haben. Tja, was soll ich nun dazu sagen...
Ich war jung und brauchte das Geld. *fg*
ist der Prototyp eines Werkes über ein kontroverses Thema, welches auf Grund von Muffensausen vor eben diesen Kontroversen völlig sinn-und planlos verschnippelt wurde, in der Hoffnung, es doch noch allen recht zu machen. Machen wir uns nichts vor, wer das Thema des dritten Reiches aufgreift hat GARANTIERT mit kritischen Stimmen und Diskussionen zu rechnen, selbst dann, wenn er die gesellschaftlich gebilligte, politisch korrekte Position dazu einnehmen sollte. Der Mann, der 1945 so sang- und klanglos verschwand, spaltet auch heute noch die Gemüter. Um so klarer sollte einem Regisseur sein, was auf ihn zu kommt, wenn er dieses Thema mal von einer etwas anderen, als der üblichen Betroffenheitsseite anschneidet. Ok, der Film war schlecht und ist in der zweiten Fassung noch schlechter, zumal gerade einige der besten Szenen herausgeschnitten wurden. Zum Glück befinden sich diese entfernten Szenen und die frühere, geänderte Rahmenhandlung auf der DVD, so daß man wenigstens sehen kann, was der Film hätte sein können. Es ist sicher kein Zufall, daß die herausgeschnittenen besten Szenen auch mit die zynischsten sind (und für das Verständnis der Handlung nicht unwichtig). Ohne Frage, der Film, gerade in der ersten Version, ist zynisch, aber wenn ein Film sonst keinen Witz zu bieten hat, ist Zynismus immer noch das stärkste Spannungsmittel. Natürlich kann man damit rechnen, daß es einige Leute gibt, die sich darüber aufregen, aber ebenso gibt es jetzt Leute, die sich darüber aufregen, daß der Film langweilig und witzlos ist. Und mal ehrlich - wäre ich der Regisseur und hätte die Wahl, ob man über meinen Film spricht, weil er zynisch ist, oder ob man über ihn spricht, weil er grottenschlecht ist, so würde ich doch die erstere Variante vorziehen. Das würde ich, jawoll. Im übrigen, so grottig der Film auch ist, hat mich doch die schauspielerische Leistung von Sylvester Groth als Goebbels beeindruckt, der zwar eigentlich eher frappierend Göring ähnelt, wie ich finde, aber Goebbels doch enorm überzeugend parodierte. Durch die Ähnlichkeit mit Göring machte er auf mich einen etwas verwirrenden, aber auch krank skurrilen Eindruck einer symbiotischen frankensteinschen Mutation.
Zwei Wochen muß ich jetzt wieder zur Schule gehen, weil sich unsere Oberindianer ausgedacht haben, lieber ein Open-Anwendungsprogramm statt eines Windows-Anwendungsprogramms haben zu wollen. An sich ist ja daran nichts auszusetzen, wenn das Programm auch einigermaßen funktionieren würde. Der anfängliche Optimismus ging uns allerdings schon nach der zweiten Stunde verloren. Mir und auch allen anderen ist es ein Rätsel, wie wir mit diesem Programm, in welchem wir uns wegen jedem Statistik-Pups-Haken durch meterlange Verzeichnisbäume klicken müssen, bis Ende Juni tausende von Akten eingeben sollen, denn eine automatische Übernahme funktioniert natürlich auch nicht. Mal ganz abgesehen davon, daß sich das Programm gerne mal zwischendurch einfach so beendet und die Hälfte der Daten wieder rausschmeißt. Nun gut, ich werde mir nicht den Kopf darüber zerbrechen, denn schließlich hat in der Verwaltung noch nie irgendwas funktioniert.
Interessant ist überhaupt, was wir bei der Schulung so lernen. Zum Beispiel erhalten wir die Aufforderung, "mit dem Besen den gelben Ordner zu kehren". Meine erste Reaktion war: "Hä? Wat solln wa machen?", bis bei mir endlich der Groschen fiel, daß unsere Dozentin uns damit mitteilen wollte, wir sollen den aufgerufenen Fall beenden. Ok, in dem alten Programm gibt es tatsächlich einen Button mit einem Besen, aber in dem neuen Programm ist weit und breit kein Besen zu sehen und ich würde auch nicht auf die Idee kommen wollen, mit einem Besen einen Programmordner zu kehren. Immerhin hab ich jetzt mal wieder Gelegenheit, im Tierpark nach dem Rechten zu sehen. Auch gut.
»Fleiß ist die Wurzel alles Hässlichen«, behauptete Oscar Wilde. Und man möchte ihm Recht geben, wenn man sieht, wie in vielen deutschen Städten die Bauwut der Nachkriegszeit mehr gewachsene Strukturen zerstört hat als die Bomben des Weltkriegs. Manchem Garten würde man wünschen, dass der Besitzer weniger Fleiß zum Scheren von Rasen und Hecken aufbringen würde. Der immer mehr zunehmende Verkehr muss unseren Planeten aus der Ferne aussehen lassen wie einen Termitenhügel. Und zahlreiche Arbeiten stellen sich als vollkommen überflüssig heraus, wenn man sie erst mal eine Weile liegen lässt. Schon Nietzsche bemängelt: »Lieber irgendetwas tun als nichts - auch dieser Grundsatz ist eine Schnur, um aller Bildung und allem höheren Geschmack den Garaus zu machen. Und so wie sichtlich alle Formen an dieser Hast der Arbeitenden zu Grunde gehen: so geht auch das Gefühl für die Form selber, das Ohr und Auge für die Melodie der Bewegungen zu Grunde.«
Der Fleißige will alles ändern und nach seiner Idee formen. Der Faule hat dagegen Zeit, die Schönheit im schon Vorhandenen und im organisch Wachsenden zu entdecken. Im dolce far niente, dem süßen Nichtstun, gedeiht der glückliche Augenblick oder aber wächst daraus ganz selbstverständlich die Lust zu neuen Taten. Während sich im Kleid des Fleißes häufig Raffgier verbirgt, die nie genug bekommen kann, lehrt die Faulheit, sich mit dem anzufreunden, was in erreichbarer Nähe vorhanden ist. Der Faule ist auch zu faul für Kriege und trägt daher klammheimlich zu deren Verhinderung bei.
(aus "Warum es sich lohnt, faul, unpünktlich und unordentlich zu sein" von Axel Braig)
Wie meine Mutter mir gerade erzählt hat, ist mein Vater wohl heute besonders gut aufgelegt und schäkert im Heim mit allen möglichen Pflegerinnen herum, aber natürlich nur mit den jungen. Da kam zum Beispiel eine, die sich Creme auf den Mund geschmiert hatte, wegen aufgesprungenen Lippen, da fragt er sie, warum sie denn den Mund so eingeschmiert hat. Sie schrieb ihm auf einen Zettel, daß sie zuviel geknutscht hätte, worauf er lachte und meinte, sie könne auch mit ihm knutschen. Ich glaube, meine Mutter war leicht angesäuert.*lol*
Bei allem, was du tust, verweile im Nichttun, und Ordnung wird herrschen.
(Lao-tse)
Eigentlich wollte ich mir diesen Spruch an meinen (im übrigen ordentlichen) Aktenschrank pinnen, damit ich ständig dran erinnert werde, ich habs aber doch gelassen, da ich ja eh schon immer so aussehe, als würde ich nichts tun. Das stimmt natürlich nicht, denn ansonsten würde ich meine Arbeit ja nicht schaffen, aber manche Menschen glauben noch das Märchen, daß jemand nur dann was tut, wenn er hektisch durch die Gegend flattert und schnattert oder sich verbissen durch Aktenberge quält, wo eh nichts mehr zu retten ist. Diesem Eindruck von mir möchte ich nicht noch zusätzliche Nahrung geben.
Ein Elefantenrelief, wie es ungefähr dem in meinem Traum entspricht, fand ich hier:
http://www.umdiewelt.de/photos/313/247/27/7039.jpg
in Kambodscha:
http://www.umdiewelt.de/Asien/Suedostasien/Kambodscha/Reisebericht-247/Kapitel-27.html.
Leider sind die Elefanten nicht so gut zu erkennen, aber die Größe und auch das Aussehen der Mauer sind sehr ähnlich, nur fehlt die Wüste.
Auf einer weiten Reise irgendwo in Asien oder Afrika, Richtung Australien hin. Ich besichtige mit anderen zusammen die Artefakte einer vergangenen Kultur, wie zum Beispiel eine mit Reliefs geschmückte Felswand, welche eine Seite eines langen Weges abgrenzt. Die Reliefs stellen Elefanten dar, die über die gesamte Größe des jeweiligen Felssteins herausgehauen wurden. Vor dieser Felswand sieht man ab und zu Reiter entlangjagen, während ich von meinem Blickpunkt aus mich scheinbar mitten in einer Wüste befinde. Wende ich mich nach rechts, dann erblicke ich eine Art Stelenfeld. Auch diese Stelen sind Artefakte, auf ihnen wurden die Gesetze und Verordnungen einer alten Kultur in Stein verewigt. Seltsamerweise werden sie deshalb im Traum auch "Akten" genannt. Merkwürdig ist ebenfalls, daß auf den letzten abschließenden Stelen Wandmalereien und Zeichen zu sehen sind, die eindeutig den Aboriginies aus Australien zuzuordnen sind. Aber wie sind die Aboriginies hierher gelangt? Irgendwie müssen sie es geschafft haben, so weit zu reisen. Schließlich befinde ich mich in einer Gruft oder Höhle, deren Wände von oben bis unten mit Schriften bedeckt sind. Mit mir befindet sich ein hochgewachsener Mann in der Höhle, der sehr engagiert und enthusiastisch mit mir über die Inhalte und die Entzifferung der Texte an den Wänden diskutiert, wobei er auf einzelne Zeilen deutet und diese laut vorliest. Unsere gesamte Diskussion erfolgt auf Englisch und den genauen Wortlaut habe ich vergessen, ich habe jedoch während des Gesprächs den Eindruck, daß es leichte Kommunikationsschwierigkeiten gibt, zumal ich im Englischen nur die normalen Vokabeln kenne, aber weniger geschichtlich-religiöse Fachbegriffe. Der Mann scheint deshalb etwas ungeduldig zu werden, allerdings bin ich mir sicher, daß seine Muttersprache ebensowenig Englisch ist und daß einiges, was er sagt, genauso mißverständlich ist, obwohl er besser Englisch kann als ich. Deshalb nervt es mich langsam, daß er immer ungeduldiger wird und so tut, als würden sämtliche Schwierigkeiten des Gesprächs an mir liegen, da ich denke, daß wir beide gleichermaßen da und dort Probleme mit dem Sprechen oder Verstehen haben. Ok, vielleicht dauert es bei mir ein bißchen länger, bis ich die richtigen Vokabeln aus meinem Gedächtnis gekramt habe, aber wir haben doch Zeit, bzw. man könnte sich die Zeit nehmen, um auch im Schneckentempo eine interessante Diskussion zu führen. Bei allem ist aber immer das Gefühl, daß unsere Reibung ausschließlich aus der äußeren Form des Gesprächs entsteht, nicht jedoch aus den Inhalten. Meine Ahnung sagt mir im Gegenteil, daß wir in den Inhalten übereinstimmen und daß der Mann sogar sehr angetan von meinen Äußerungen und Gedanken ist. Ansonsten würde er wohl auch kaum so enthusiastisch mit mir sprechen und mir versuchen, irgendwelche Mitteilungen zu den Texten zu machen. Schließlich reißt dem Mann der Geduldsfaden und er erteilt mir auf - wie ich finde etwas arrogante Art und Weise - den Rüffel, daß ich endlich mal mein Englisch verbessern sollte. Jetzt werde auch ich patzig, denn ich bin hier auf einer Urlaubsreise, nicht auf einer archäologischen Expedition, und wollte mich einfach nur nett unterhalten. Wenn ihm mein Englisch nicht paßt, hätte er das Gespräch ja nicht so lange fortsetzen müssen. Besonders ärgert mich aber, daß er mit seiner herablassenden Ungeduld ein wirklich interessantes Gespräch, wie ich es für mich empfand, mehr oder weniger kaputt gemacht hat, denn statt uns über die Texte zu unterhalten ist das Gespräch in ein belangloses Wortgefecht übergegangen. Während es hin und her geht, bemerke ich, daß ich nun in der Aufregung manche Worte automatisch auf Deutsch sage, so daß es mehr oder weniger ein Kuddelmuddel aus Englisch und Deutsch ist. Doch seltsamerweise scheint er genau das zu verstehen. Aber klar, bei diesem Thema muß er sich ja nur meine Körpersprache anschauen, um zu verstehen, was ich sage.
(Der Mann in dem Traum hatte, was Aussehen und enthusiastische Art betrifft, frappierende Ähnlichkeit mit Uri Geller. Dies wird mir aber erst nach dem Aufwachen bewußt.)
Im nächsten Traumfragment befinde ich mich in einem dämmrigen und verräucherten Lokal mit dunklen Tischen und Stühlen. An einem der Tische erkenne ich meine ehemalige Mitschülerin U.M., welche alleine dort sitzt. Ich setze mich zu ihr, um mich mit ihr zu unterhalten, frage, wie es ihr geht und was sie so gemacht hat, da bemerke ich, daß sie vollkommen besoffen ist und nichts mehr mitkriegt. Wahrscheinlich erkennt sie mich nicht einmal. Ich setze sie an einen der anderen Tische, wo eine Kollegin von mir sitzt, damit jemand da ist, der auf sie aufpaßt, und gehe.
Ich weiß nicht mehr, ob im dritten Traumfragment die erste Reise weitergeht oder ob es eine völlig neue Reise ist. Es regnet wie aus Kannen, denn die Regenzeit ist angebrochen. Überall sieht man Leute mit bunten Regenschirmen vorübereilen. Trotz des Regens wollen wir uns die Reise nicht vermiesen lassen und als ich meine Mutter, die jetzt neben mir läuft, frage, wo es heute hingehen soll, antwortet sie: "Zu Hundertwasser." Aha. Das wird wohl eine Ausstellung sein, oder so.
Schließlich wache ich mit dem klaren Satz in meinem Kopf auf - "Wenn man die Angst nicht kennt, könnte es auch sein, daß es die Gefahren sind, die man nicht (er)kennt." Es ist Punkt sieben Uhr.
Bemerkung: Die Aufforderung, mein Englisch zu verbessern, war ja wohl deutlich, ich frage mich nur wofür. Ich brauche fast nie Englisch.