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Sonntag, 13. April 2008

Später Frühling




Mir ist aufgefallen, daß sich dieses Jahr die Bäume ziemlich Zeit lassen mit dem Grünen. Noch immer sieht man nur da und dort ein paar grüne Puschel an den Zweigen, während ich mich an Jahre erinnern kann, in denen schon im März alles belaubt war. Heute kam mich das erste Grünfinkenpärchen besuchen. Lustig finde ich es immer, wenn die Vögel mein Futterhäuschen ansteuern und erst kurz vor der Landung mich hinter dem Mauervorsprung auf der Bank sitzen sehen. Die meisten machen dann mitten in der Luft eine Vollbremsung und Kehrtwende, daß sozusagen die Reifen quietschen. Manche landen auch, äugen mißtrauisch und mucksmäuschenstill einen Meter entfernt von mir herunter, kriegen es aber doch mit der Angst zu tun und fliegen wieder fort. Dann sammeln sie sich rings um meinen Balkon in sicherem Abstand auf den Baumwipfeln und fangen an zu schimpfen, was das Zeug hält. Empörend diese unerwartete Futterplatzbesetzung! Das Wetter war äußerst wankelmütig am Nachmittag. Erst schien die Sonne, dann regnete es leicht, die Sonne schien wieder, danach fielen erneut ein paar Tröpfchen, Sonne schien und schließlich zog eine richtige Wolkenwand auf und es gewitterte. April, April, der weiß nicht, was er will....

Wolkenwand

...

"Leben ist nicht genug", sagte der Schmetterling.
"Sonnenschein, Freiheit und eine kleine Blume muß man haben!"

(H. Chr. Andersen)

Samstag, 12. April 2008

...

Wenn im Garten die Ranunkeln
karmesinrot ferne funkeln,
sogar leuchten auch im Dunkeln
und die Falter verliebt schunkeln,
hört man leis die Rosen munkeln
"Unverschämt, diese Halunkeln!"

Tragender Stoff

Der Ort ist nicht recht verifizierbar. Es gibt Wasser, viele arbeitende Männer, mechanische Vorrichtungen. Vielleicht eine Werft. Da ist auch eine Brücke. Die Männer halten inne und rufen: "Alle Maschinen stop!" Sofort bewegen sich zwei Seiten der Brücke längsseits nach oben. Das dichte Stahlgeflecht wird wie ein Stück Stoff einmal gefaltet, in der Mitte bleibt ein kleiner Tunnel. Jeder, der sich noch auf der Brücke befindet und nicht rechtzeitig eines der beiden Ende des Tunnels erreicht, wird unweigerlich zerquetscht werden, doch darauf kann wohl keine Rücksicht genommen werden. Ich befinde mich noch auf der Brücke und jetzt mitten in dem schmalen Spalt, der gerade so breit ist wie ich. Über mir meterhohes graues Stahlgeflecht wie eine Welle. Auch die Enden des Tunnels sind nicht in Sicht. Dann ändert sich die Perspektive und ich bin wieder draußen, sehe ein ruhiges Gewässer vor mir, auf welchem Männer in bootartigen Netzen stehen. Sie sind Fischer und die Boote sind zugleich die Netze, die Netze zugleich die Boote. Es ist ein Stück Stoff, welches man auf das Wasser legt und sich hineinstellt. Der Stoff wird mit allem darin getragen, man sinkt nur leicht ein, so daß sich eine Bootsform bildet, welche mit Wasser überflutet wird. Man steht also im Wasser, geht aber nicht tiefer unter. Ich finde das äußert praktisch, weil man nur noch ein Stück Stoff zum Fischen braucht. Ein Mann reicht mir ein solches und deutet mir, mich darauf zu stellen. Das versuche ich auch, allerdings traue ich der Sache noch nicht so ganz. Wird der Stoff mich auf dem Wasser tatsächlich tragen? Ich wage einen ersten Schritt und sinke sogleich mit dem Fuß ein Stück hinunter, allerdings nicht sehr tief. Es ist ein Gefühl, als würde man auf einer wackligen Federkernmatratze zu stehen, gar nicht so einfach, das Gleichgewicht zu halten.

In einem anderen Traumfragment stecke ich ein Reh in eine Umhängetasche und versuche es zu transportieren. Das Reh ist allerdings ziemlich bockig und versucht dauernd, aus der Tasche zu entwischen. Da heißt es, die Tasche immer fest zuzuhalten.

Freitag, 11. April 2008

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Die konsequente Disziplin, die Kinder brauchen und die die Bibel anordnet(Spr 13,24; 22,15; Hebr 12,6 u.v.m.) wird jetzt »Kindesmissbrauch«genannt. Staatliche Einrichtungen nehmen christlichen Eltern ihre Kinder weg, weil diese Eltern liebevoll von der korrigierenden Rute Gebrauch gemacht haben. Was einst als Faulheit, Gleichgültigkeit, Widerspenstigkeit oder Rebellion bestraft wurde, wird jetzt als mentale »Störung« entschuldigt....
....Zeichentrickfilme und -serien im Fernsehen und auf Video sind sowohl eine Verlockung zum wie auch eine Einführung in den Okkultismus. Eltern sollten sorgsam auf das Ziel und die Bedeutung dahinter achten. Die Medien haben die Kinder der westlichen Welt in reinste Besessenheit mit dem Okkulten gebracht. Sowohl von der äußeren Erscheinung her als auch was ihre Macht betrifft, besteht eine Parallele zwischen den Helden und Drogen idolen der heutigen Jugend und den antiken heidnischen Göttern und Göttinnen. Zu den populärsten Helden gehören die »Teenage Mutant Ninja Turtles«, die ihre besondere Kraft durch fernöstliche Meditation erhalten,die sie von ihrem Guru »Splinter, die Ratte« lernten. She-Ra ist der Anführer einer Gruppe von Zauberern und Göttinnen, die das Universum von Crystal Castle aus regieren, dem Zentrum und die Quelle aller Macht....
...Wer sich gegen Homosexualität ausspricht, wird als borniert denunziert. Doch allein die Statistiken sollten bei jedem zu einer ablehnenden Einstellung führen. Der Volksprotest gegen diese tödliche Gewohnheit sollte weit lauter sein als der Protest gegen Rauchen. Das mittlere Sterbealter ist bei verheirateten heterosexuellen Männern fast doppelt so hochwie bei Homosexuellen: 75 Jahre im Vergleich zu 39. Nur 1% der Homosexuellen wird älter als 65. Die durchschnittliche Lebenserwartung bei verheirateten Frauen ist 79 Jahre, im Vergleich zu 45 Jahre bei Lesben. Die Selbstmordgefahr ist bei Homosexuellen um 87% höher als bei Heterosexuellen und sie sterben mit einer um 23% höheren Wahrscheinlichkeit an Herzinfarkt. Aufgrund dieser Fakten ist es allgemein verwerflich, für Homosexualität einzutreten...
...Man erweist Homosexuellen einen weit größeren Liebesdienst,wenn man sie korrigiert, als wenn man sie »akzeptiert«. Wer diese irregeleiteten Seelen wirklich liebt, wird sie auf die Bibel hinweisen, die ihr Verhalten als sündiges Gräuel für Gott brandmarkt. Wer sie liebt, wird sie flehentlich bitten, mit dieser Sünde zu brechen, die ihnen und ihren»Partnern« nur einen vorzeitigen und schmerzlichen Tod und letztlich die Hölle einbringen wird...
...Die homosexuelle Propaganda verbreitet zahlreiche Lügen. Der Homosexuelle wird als weit liebevoller und freundlicher dargestellt als der Durchschnittsbürger. Wenn das stimmt, warum beharren dann Homosexuelle in einem Verhalten, das sowohl für ihre »Partner« wie auch für die ganze Bevölkerung lebensbedrohlich ist?

(aus "Die okkulte Invasion" von Dave Hunt)

Bemerkung: Vielleicht ist ja bei Homosexuellen das Sterbealter niedriger und die Selbstmordgefahr höher, weil es Meinungen wie die von Hunt gibt. Das wäre mal eine Überlegung wert.

Erzähl mir was

Anscheinend trage ich zur Zeit wieder den Zettel "Erzähl mir was" an meiner Stirn. Die Kassiererin im Supermarkt wollte gestern wissen, wie ein bestimmtes Erfrischungsgetränk schmeckt, da sie sich, wie sie ausdrückte, da nicht "herantraut". Die Verkäuferin im Blumenladen plauderte heute aus, was sie tun würde, wenn sie reich wäre, nämlich auch so viele hübsche Ranunkeln kaufen wie ich (Wow, ich bin reich!). Und an der Haltestelle stehend gesellte sich ein schmächtiges Persönchen mit zerknittertem Gesicht zu mir, welche sich mit der Feststellung "Da hat man neunundneunzig Regenschirme zu Hause, aber wenn es regnet keinen dabei." an mich wandte. "Ja" antwortete ich, "so ist es immer.", worauf sie ermutigt mir erklärte, daß sie natürlich keine neunundneunzig zu Hause habe, sondern nur zwei. Dann zeigt sie auf das Werbeplakat mit einem halbgeschorenen Schaf und erzählt: "Meine Großmutter konnte sogar noch selbst Wolle spinnen." "Oh" sage ich, "das kann heute kaum noch jemand." Ja, und ihre Oma habe ihr auch Socken aus Schafwolle gestrickt, die hätten vielleicht gekratzt. Allerdings hätten sie sich ziemlich schnell in der Waschmaschine aufgelöst. Aha. In der perfekten Überleitung verkündet sie, daß sie sich heute richtig mit ihrer Betreuerin in der Wolle gehabt habe, weil diese nicht will, daß sie so viel Butter ißt. "Na ja" sage ich, zu viel Butter ist ja auch nicht unbedingt gesund." "Also wissen Sie, ich bin 67 Jahre und wiege 57 Kilo, da werde ich doch wohl ein bißchen Butter essen dürfen. Ich schmiere die ja nicht so dick auf das Brot." dabei mit den Fingern ca. zehn Zentimeter anzeigend. "Wer macht das denn schon? Sie machen das doch bestimmt auch nicht, oder?"
Ich bestätige: "Nein, sowas mache ich auch nicht.", und sie erklärt mir weiter, daß sie jeden Morgen höchsten zwei Vollkornbrote oder Toasts mit Butter esse. Das sei doch nicht zuviel? Nein, das könne sie ruhig essen, nicke ich zustimmend. Das fände ich nicht zuviel. Zufrieden zeigt sie auf einen parkenden Campingwagen: "Was für ein schöner Campingwagen! Früher sind wir mit so einem bis nach Rußland, bis nach Jerewan gefahren." "Oh, schön!" staune ich und sie antwortet: "Ja, aber da lebte mein Mann auch noch!"
Im gleichen Moment kam der Bus. Aber noch etwas anderes erlebte ich. Während ich an der Haltestelle stand, mitten im schlimmsten Freitagnachmittagverkehr, war mir längere Zeit, als höre ich ganz leise, über dem Lärm der Autos schwebend, eine Mundharmonika die Weise aus "Spiel mir das Lied vom Tod" spielen. Ich sah mich um, weil ich erst vermutete, irgendwo einen Straßenmusikanten zu erblicken, doch ich glaube, das war nur eine akustische Halluzination. Trotzdem vernahm ich es sehr deutlich, aber ich habe ja auch schon Beethoven aus anfahrenden Autos herausgehört.

Mittwoch, 9. April 2008

Schattige Zweige

Schattige Zweige

...

Träume scheinen mir wie Orchideen. -
So wie jene sind sie bunt und reich.
Aus dem Riesenstamm der Lebenssäfte
ziehn sie just wie jene ihre Kräfte,
brüsten sich mit dem ersaugten Blute,
freuen in der flüchtigen Minute,
in der nächsten sind sie tot und bleich. -
Und wenn Welten oben leise gehen,
fühlst du's dann nicht wie von Düften wehen?
Träume scheinen mir wie Orchideen. -

(Rainer Maria Rilke)

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Holistische Medizin ist eindeutig ein wichtiger Brückenkopf für die okkulte Invasion. Sie scheint die Existenz einer geheimnisvollen Heilkraft nachzuweisen, die jeder durch »Glauben« nutzen kann. Sie unterstützt die These von Al Gore, dass diese Welt »Glauben an eine höhere Macht braucht, welchen Namen auch immer man ihr gibt«. Holistische Medizin ist nur ein weiterer Riesenschritt der Menschheit hin zur künftigen Weltreligion des Antichristen...

...Der Einfluss des fernöstlichen Mystizismus im Abendland geht weiter zurück, als man erwarten würde. Er besteht sogar schon länger als die Drogenbewegung und die Invasion der Gurus aus Fernost. Wir haben bereits gesehen, dass Napoleon Hill die grundlegenden Philosophien der Bewegung des Positiven Denkens und der Erfolgs- und Motivations-Bewegung von Geistwesen empfing, die sich als antike »Aufgestiegene Meister« ausgaben, die unter dem Namen »Ehrwürdige Bruderschaftdes Alten Indien« bekannt sind. Etwa zur gleichen Zeit, als Hill die Geschäftswelt in den Okkultismus einführte, brachte Agnes Sanford denselben in die Christenheit ein. Hundert Jahre zuvor hatte der Okkultismus jedoch durch die Freimaurerei einen wichtigen Brückenkopf im Abendland aufgerichtet. In den 30er und 40er Jahren des 20. Jahrhunderts fand der Okkultismus dann durch die Anonymen Alkoholiker(»AA«) eine weite Ausbreitung.......Die ewige Hölle ist der Preis für das »Trockensein« in diesem Leben.

(aus "Die okkulte Invasion" von Dave Hunt)

Dienstag, 8. April 2008

Jewish Music of Hungary

...

Von allen Gurus, die ins Abendland kamen, hat keiner mehr für die Begründung der Glaubwürdigkeit des östlichen Mystizismus getan wie Tenzin Gyatso, der Dalai Lama, im Exil lebendes spirituelles Haupt der tibetischen Gelugpa oder »Gelben Sekte« des Mahayana-Buddhismus. Er behauptet, die 14. Reinkarnation des ursprünglichen Dalai Lama zusein, eines Gottes auf Erden, der die Macht hat, andere in ihre eigene Gottheit einzuführen. Das ist wiederum das fortdauernde okkulte Themader Vergottung des Menschen, ein Widerhall der Schlangenlüge aus dem Garten Eden...
....Wie ein klassischer Mumpitz wird uns eine der ältesten religiösen Praktiken der Welt als die »Wissenschaft des Yoga« angedreht. Der durchschnittliche Abendländer ist sich nicht im Klaren, dass Yoga in der BhagavadGita vom göttlichen Krishna als sicherer Weg zum Himmel eingeführt wurde oder dass Shiva (eine der gefürchtetsten Hindu-Gottheiten) als Yogeshwara angesprochen wird, als Meister des Yoga. Dass Yoga purer Hinduismus ist, wird zumeist geleugnet. Der Mensch des Westens hört vielleicht hin und wieder von den Yoga-Sutras von Patanjaliaus dem 2. Jahrhundert v. Chr. und meint, dieser Patanjali sei einfrüher indischer Plato oder Einstein gewesen. Tatsächlich achten Hindus ihn als einen ihrer bedeutendsten Religionsführer. In der Meinung, Gesundheit zu erwerben, verstricken sich Millionen unwissentlich in Hinduismus. Yoga-Fans glauben in wissenschaftlichen Übungen unterwiesen zuwerden, doch werden sie unbewusst in fernöstliche religiöse Lehren und Rituale eingeführt, die speziell dazu entwickelt wurden, um den Menschen für das Okkulte zu öffnen. Hatha-Yoga, bekannt als körperliches Yoga, soll angeblich frei vom Mystizismus in anderen Formen sein. Das stimmt nicht. Yoga ist Yoga,und alle Körperhaltungen und Atemübungen sind speziell dafür gestaltet,an Brahman gebunden zu werden, dem universalen »Alles« des Hinduismus.Wenn man auf körperliches Wohlbefinden aus ist, sollte man sich an ein Programm halten, das zu diesem Zweck konzipiert ist und nicht an ein Programm, das zur Erlangung der Göttlichkeit gedacht ist. In einer der maßgeblichsten Schriften zum Hatha-Yoga, der Hathayoga-Pradipika aus dem 15. Jahrhundert, führt Svatmarama den Gott Shiva(im Hinduismus als »der Zerstörer« bekannt) als ersten Lehrer des Hatha-Yoga auf. Kein Wunder, dass Yoga so destruktiv sein kann!...
....Indien, Tibet, Burma, Sri Lanka und andere Länder, in denen seit Jahrtausenden fernöstlicher Mystizismus praktiziert wird, gehören zu den ärmsten Ländern der Welt und zu den am meisten vom Aberglauben verblendeten. Doch die Abendländer, die die Bibel verworfen haben, suchen gerade bei den Ostreligionen nach Erleuchtung, die diese Länder in Elend und Armut gestürzt haben.

(aus "Die okkulte Invasion" von Dave Hunt)

Raubvogelflug

Eben flog mal wieder ein Flugzeug vorbei, als ich den einen Vogelruf deutlich vernahm, der in dieser Talkshow als Sperberwarnruf vorgestellt wurde. Dieser erklingt immer dann und wird auch von vielen verschiedenen Vögeln erkannt, wenn sich ein gefährlicher Raubvogel aus der Luft nähert. Es hat mich stutzig gemacht, daß ich den gerade dann höre, wenn ein Flugzeug unterwegs ist - sollten die Vögel etwa Flugzeuge für böse, große Raubvögel halten? *gg*

Der richtige Platz

Ich erlebe immer mal wieder das Phänomen, daß irgendwelche Dinge, seien sie gekauft oder geschenkt, sinnlos und traurig in der Wohnung herumstehen, und das, obwohl sie durchaus schön oder nützlich sein könnten. Aber sie sind es da, wo sie sind, eben nicht, sondern sie stören, wirken unpassend oder sogar häßlich. Und dann kommt einem, vielleicht beim Betrachten und Sinnieren darüber, warum man nicht recht etwas damit anfangen kann, ganz zufällig und plötzlich ein Geistesblitz, eine Vision, an welchen Platz, und nur an diesen, der Gegenstand gehört. Es ist wie eine Offenbarung und völlig selbstverständlich, so daß es kaum noch verwundert, wenn der entsprechende Gegenstand, hat man ihn erst einmal an diesen Platz gebracht, auf einmal in erstaunlichster Schönheit erstrahlt, sich sozusagen von seiner Schokoladenseite präsentiert, vielleicht sogar unentbehrlich wird. Der Ort scheint wie für dieses spezielle Ding gemacht, als wären beide einander vorbestimmt gewesen. Ich frage mich manchmal, ob es für einen Menschen auch irgendwo so einen speziellen Ort gibt, einen vorbestimmten Platz, an welchem er, sollte er ihn jemals finden, vollkommen ankommen und ganz er selbst in seiner positivsten Weise sein kann, weil seine Eigenheiten in harmonischer Weise wie das fehlende Puzzleteil mit der Umgebung verschmelzen.

Montag, 7. April 2008

Ich bin vollkommen fertig,

so fertig, daß ich nach nur drei Tagen der Wiederaufnahme meiner Tätigkeit, den Urlaubsschein von Herrn Naseplag stehlen wollte. Eigentlich wollte ich das schon am Donnerstag, denn da steckte ich ihn in die Mappe zu meinem Urlaubsschein und erst heute wagte Herr Naseplag mal nachzufragen, da er ja übermorgen Urlaub nehmen möchte, wo ich seinen Urlaubsschein gelassen habe. Ich dachte erst, er will mich auf den Arm nehmen, weil ich mir sicher war, daß da kein Urlaubsschein gewesen ist, doch dann, schon halb einer mittleren Panik nahe, fiel mir ein, daß ich einen in die Mappe getan hatte. Herr Naseplag meinte, ich dachte wohl, wenn ich Urlaubsscheine klaue, kann ich die Urlaubstage behalten. Er erzählte ja schon letztes, ich wolle ihn mobben, weil ich ihm sagte, eine bestimmte Kollegin hätte Geburtstag, die dann aber gar keinen Geburtstag hatte, aber natürlich auch nur, weil ich völlig durch den Wind bin. Oh, oh....

Sonntag, 6. April 2008

Ich habe nachgezählt -

es befinden sich zur Zeit genau zwölf Elefanten in meiner Wohnung. Ich finde, das ist eine gute Zahl. Außerdem wüßte ich gerne, was nachfolgende Schriftzeichen bedeuten. Vielleicht kann mir ja jemand helfen.

Stein mit Schriftzeichen

EDIT: Ich weiß es, ich weiß es! In einem Forum wurde mir netterweise geholfen. Auf dem Stein steht "ein langes Leben" und "glücklich, froh, zufrieden usw.".

Lass den Kopf nicht hängen,

die Welt ist ganz in Ordnung - dies ist die einzige Botschaft, die mich letzte Nacht im Traum erreichte und in Erinnerung blieb.

Samstag, 5. April 2008

Über die subtile Diskriminierung von Lang- und Vielschläfern

Jeder Frühaufsteher und Kurzschläfer würde eine solche Diskriminierung wahrscheinlich sofort verneinen, denn man muß sie selbst erleben, um sie zu erkennen. Sie ist viel zu eingeschliffen, ein allgemeingültiges gesellschaftliches Verhaltensmuster, und selbst ein damit drangsalierter Langschläfer braucht wohl eine Weile, wenn nicht sogar sein ganzes Leben, um herauszufinden, daß das schlechte Gewissen, welches ihm mit Blicken, Taten und Worten täglich eingeimpft wird, je nach Persönlichkeitsstruktur mehr oder weniger erfolgreich, im Grunde nicht sein eigenes Problem ist, sondern das der anderen.

Frühaufstehern haftet, ohne daß man sich davon bereits überzeugt hat, gerne ein Image des Fleißes und der Zuverlässigkeit an, während man Langschläfer im Gegenzug dazu mit Faulheit und Unzuverlässigkeit in Verbindung bringt. Aus meinen persönlichen Beobachtungen im Kollegenkreis hat sich aber dieses Vorurteil überhaupt nicht bestätigt. Manchmal möchte man fast vom Gegenteil ausgehen, denn wenn man zwar früh um 7 Uhr auf Arbeit ist, aber erst einmal zwei Stunden Kaffee kocht und den neuesten Büroklatsch nach der langen nächtlichen Trennungszeit austauscht, dann ist man zwar geschäftig, aber noch lange nicht produktiv. Und dies ist etwas, was ich bei den wenigen Malen, da ich bereits um 7 Uhr oder noch früher im Büro war, immer wieder beobachtet habe: in den zwei Stunden zwischen 7 und 9 Uhr wird von den wenigsten Kollegen tatsächlich etwas geleistet. Die meisten bereiten sich nur sehr geschäftig und ausgiebig auf die Arbeit vor, während die Leute, die erst um 9 Uhr kommen, sich in der Regel sofort auf ihre Akten stürzen. Dies läßt mich die Vermutung hegen, daß das oben erwähnte Vorurteil nur eine verbreitete Fehlinterpretation von Leuten ist, die den Unterschied zwischen Geschäftigkeit und Produktivität nicht erkennen können. Desweiteren läßt mich dies vermuten, daß Frühaufsteher gerne dazu neigen, ihre Energien sowohl am Tag als auch in der Nacht sinnlos zu verpulvern, während Langschläfer gelernt haben, ihre Energien zu konzentrieren, und zwar gleichermaßen bei der Arbeit als auch bei der Erholung. Mir ist klar, daß dies eine gewagte Theorie ist, zumal auf den ersten Blick immer die Frühaufsteher die Organisierteren zu sein scheinen, aber man macht sich halt so seine Gedanken.

Als Langschläfer läßt man die Frühaufsteher in der Regel Frühaufsteher sein, da man als Langschläfer, so glaube ich, intensiver der Lebensmaxime vom leben und leben lassen nachgeht, muß jedoch häufig bemerken, daß dies umgekehrt keineswegs der Fall ist. Dies beginnt schon mit dem herablassenden und nachsichtigen Lächeln, welches einem gewährt wird, wenn man es wagt, sein Bedürfnis nach spätem Aufstehen zu artikulieren. Ich kann mich nicht erinnern, jemals bei einem Frühaufsteher, der mir von seinen Schlafgewohnheiten erzählte, meinen Mund ironisch verzogen oder verzeihend gelächelt zu haben, so nach dem Motto, sowas könne ja vorkommen, kein Problem - es gibt schließlich immer Leute, die anfälliger sind für den Schlafvirus.
Weiter geht es dann mit spitzzüngigen Bemerkungen, die man sich ab jetzt bei jeder passenden Gelegenheit anhören darf. Hat man zum Beispiel aus dringenden Gründen einen Termin sehr früh am Tag, wird man mindestens einmal unterschwellig ironisch gefragt, ob man das schaffe. Hallo? Nur weil ich sehr ungern früh aufstehe, heißt das noch lange nicht, daß ich nicht in der Lage dazu wäre. Andere Bemerkungen sind solche wie: "Tja, jetzt ist nichts mehr mit lange schlafen.", "Jetzt mußt du auch mal früh aufstehen." und viele weitere. Täusche ich mich, oder höre ich da eine Mischung aus Schadenfreude und Neid heraus? Mir als Langschläfer käme es natürlich nie in den Sinn, wegen eines Frühaufstehers, der gezwungen wird lange zu schlafen, schadensfroh oder neidisch zu sein. Wenn man Pech hat, kann man sogar an Zeitgenossen geraten, die meinen, es wäre doch lustig, einem an frühen Morgenstunden mit gezielten Telefonanrufen und unter fadenscheinigen Vorwänden den Schlaf zu vergällen.

Desweiteren ist es diese Art wie mit anderen über die eigene Person geredet wird, wobei es anscheinend unerläßlich ist, hinzuzusetzen "Die kommt immer erst um 9 Uhr." Ok, die Aussage ist zwar grob gesehen und mit beiden Augen zugedrückt richtig, denn in der Regel bin ich 10 vor 9 und manchmal auch 20 vor 9 auf Arbeit, aber allein der Tonfall, mit dem solche Informationen weitergegeben werden, läßt an ein unauslöschliches Stigma denken, welches man auch dann nicht mehr los wird, wenn man ab sofort täglich um 6 Uhr im Büro erscheinen würde. Frühaufsteher dagegen, insbesondere hartgesottene Kurzschläfer, werden wie die Helden gefeiert - je kürzer der benötigte Schlaf, um so taffer und unbesiegbarer. Schließlich hat auch Napoleon nur vier Stunden in der Nacht geschlafen. Acht Stunden sind da schon hart an der Grenze, besser sollte man bis unter sechs Stunden kommen. Das nötigt jedem Respekt ab, sogar den Vielschläfern, die sich sogleich recht erbärmlich fühlen. Die meisten kommen deshalb irgendwann an den Punkt, an dem sie es den anderen zeigen wollen - niemand möchte gerne ein belächelter Schwächling sein - und so reduzieren sie ihren Schlaf dementsprechend. Dies macht aber alles nur noch schlimmer, denn nur weil man nach fünf Stunden mit zusammengebissenen Zähnen und Mordgelüsten aus dem Bett wankt, heißt das noch lange nicht, daß sich der Schlaf so leicht abschütteln ließe. In solchen Fällen überrascht er einen gerne mitten am Tag, was zu unerfreulichen Personalgesprächen führt. Wurde man vorher als potentieller Faulenzer mißtrauisch beäugt, ist man jetzt untragbar und dabei wollte man doch nur ebenso anerkannt wie ein Frühaufsteher und Kurzschläfer sein und sich disziplinieren.

Letztendlich wird man als Viel- und Langschläfer sein Leben lang sogar doppelt benachteiligt sein, nicht nur wegen der schleichenden Diskriminierung, sondern auch durch die Tatsache, daß man an einem Tag stets weniger Stunden zur Verfügung hat, um seinen Verpflichtungen, aber auch seinen Freizeitfreuden nachzugehen, als ein Kurzschläfer. An sich ist das schon Strafe genug, finde ich, und deshalb habe ich diese Art, wie mit Lang- und Vielschläfern umgegangen wird, langsam satt. Ich finde sogar, es wäre an der Zeit, den Spieß umzudrehen. Wenn künftig von emsigen Kollegen berichtet wird, die immer schon um 7 oder früher auf Arbeit sind, werde ich ab jetzt ebenfalls ironisch und nachsichtig den Mund verziehen, ihnen einen Blick zuwerfen nach dem Motto "immer diese spießigen und hektischen Frühaufsteher" und sagen: "Na ja, ist ja nicht so schlimm." Ich fordere alle Lang- und Vielschläfer dazu auf, mitzumachen, bis dieses kranke Muster durchbrochen ist!

Pax, Mars und Victoria

nenne ich seit gestern mein eigen, und zwar in Form von angeblichen Original-Münzen aus dem römischen Kaiserreich des 3.Jh. nach Christus. Das liegt daran, daß meine Mutter zur Zeit versucht, die riesigen Münzberge meines Vaters zu sondieren, zu sortieren und teil auch zu verkaufen. Dazu griff sie sich einen ganzen Beutel voll, derer sie mehrere hat, und schleppte den schweren Geldsack zu einem Münzhändler. Dieser bot ihr dafür 1 Euro. Also schleppte sie das Teil wieder nach Hause und jetzt wird wohl auf dem nächsten Flohmarkt eine neue Münzabteilung eröffnet. Ich selbst habe von Münzen gar keine Ahnung und weiß auch nicht, ob sowas bei Liebhabern und Sammlern "geht". Wenn man aber sieht, wieviel Geld mein Vater für das Zeug herausgeschmissen hat, das man jetzt gerade noch als Altmetall handeln kann, könnte man fast heulen. Natürlich gibt es aber auch einiges an wertvolleren Münzen, denn echtes Gold oder Silber behält ja immer einen gewissen Wert, egal in welcher Form. Diese Münzen will meine Mutter auch aufheben, gab mir aber gestern diese drei römischen Münzen in einem Etui, für die mein Vater einstmals 350,00 Euro bezahlt hat. Bei diesem Preis ist davon auszugehen, daß es sich wohl tatsächlich um echtes Silber handelt, wie in dem Angebot angegeben, obwohl ich trotzdem ein wenig skeptisch bin. Die Münzen ähneln diesen hier, nur daß halt andere Götter dargestellt sind, und wurden auch beim gleichen Anbieter gekauft. Eigentlich klingt das auf der Seite alles ziemlich vertrauenswürdig, vielleicht sind es ja wirklich original römische Silbermünzen. Trotzdem kommt es mir komisch vor, daß die seit 2006 so überhaupt nicht angelaufen sind. Nun ja, einen Safe werde ich wohl dafür nicht brauchen.

Das Puppenhaus

In meiner Kindheit spielte ich bei ausreichendem Wetter am liebsten draußen oder in den Hausfluren, wozu ich nicht viel Spielsachen brauchte, doch an langen grauen Winternachmittagen gab es da etwas anderes, worauf ich mächtig stolz war - eine gigantische Puppenstube. Obwohl ich eigentlich wenig mit Puppen spielte, war die Puppenstube etwas, an dem ich sehr hing, im Gegensatz zu der Sammlung von geschenkten Puppen, die ich besaß. Seltsamerweise kann ich mich nicht mehr an den Moment erinnern, als ich sie, es muß wohl zu Weihnachten gewesen sein, geschenkt bekam. Sie war für meine Begriffe riesig groß, hatte vier Zimmer und auf der anderen Seite eine echte Hausfassade mit geklinkerten Säulen, kleinem Vorgarten mit grünem Rasen, auf welchem man auch ein Spielzeugauto abstellen konnte. An der zweiten Etage verlief ein langer Balkon über zwei Seiten des Hauses. Praktischerweise besaß sie ein Flachdach, praktisch deshalb, weil man sie so ohne Probleme erweitern konnte. Dies tat ich mit zwei einzelnen Puppenzimmern, einem Puppenbad, welches man - Schande über den Architekten - im Haus vergessen hatte, sowie einem alten Schulzimmer inklusive Schulbank, Tafel mit Kreide und Lehrerpult. Selbstverständlich erhielten die Kinder des vornehmen Hauses ausschließlich Privatunterricht. Zur Freude aller Kinder, die an dem Puppenhaus mitspielen durften, besaß das Bad an der Außenwand zwei große Wassertanks. Diese konnte man mit Leitungswasser füllen und dann die kleine Wasserhähne über Wanne und Waschbecken aufdrehen, aus denen jetzt das Wasser wieder herauslief. Außerdem gab es ein echtes kleines Klo, bei dem man den Deckel hochklappen und an der Spülung ziehen konnte. Auch wenn ich alleine wenig mit den Puppen spielte, beschäftigte ich mich doch Stunden damit, das Haus umzuräumen, zu dekorieren und mit allen erdenklichen Annehmlichkeiten auszustatten. Ich fertigte aus alten Fellen Teppiche, aus Stoffen Gardinen und Vorhänge für die Rundbogentüren an der Balkonseite, malte Bilder zum Aufhängen und bastelte kleine Faltbücher für die Puppenbildung. Mein Cousin bastelte ein Batteriereservoir für verschiedene Lampen mit echten kleinen Glühbirnen, die man an und wieder ausschalten konnte. Das Wohnzimmer in der zweiten Etage, mit einer riesigen Fensterwand und einer davor befindlichen Blumenbank ausgestattet, aus der bunte Plastikblumen sprossen, besaß sogar einen Fernseher, und zwar einen, in dem man tatsächlich etwas sehen konnte, allerdings nur, wenn man ihn an das Auge hielt. Es war nämlich ein Touristenmitbringsel, das mir einmal geschenkt wurde, mit einem kleinen Guckloch. Wenn man auf einen kleinen Knopf an der Unterseite drückte, konnte man im Fernseher selbst diverse Bilder von feschen Schwarzwaldmädels sehen. Ok, vielleicht war das Fernsehprogramm etwas einseitig, aber doch weit fortschrittlicher als in manch anderer Puppenstube. Unter dem Wohnzimmer lag das Schlafzimmer, in ihm befand sich auch die Eingangstür des Hauses. Es ist zwar sicher etwas ungewöhnlich, sich nach dem Eintritt sofort im Schlafzimmer zu befinden, aber die breiten Puppenbetten brauchten einfach viel Platz und es schien auch keinen der Bewohner wirklich zu stören. Über das gesamte Haus verteilt waren witzige kleine Dinge, wie winzige Haarbürsten, bunte Schalen, klitzekleine Weinflaschen, Wanduhren, in der Küche waren die Schränke voll mit winzigen Tellern, Tassen und Kännchen, sogar Eßbares gab es, wie kleinste Käseecken und Brote. Dies alles wurde von einem Porzellan-Bernhardiner beschützt, dem Hund des Hauses, der einstmals aus einer Glasvitrine dorthin umgezogen war und schon leicht angeschlagene Pfoten hatte. Und auch ein Eichhörnchen durfte nicht fehlen. Das Plastiktierchen fand seinen Platz auf dem Balkon. Dies war das erste eigene Haus in meinem Leben und wird wohl das einzige bleiben.

Freitag, 4. April 2008

Total faszinierend

finde ich ja, daß Uwe Westphal, der gerade zu Besuch bei der Talkshow im NDR ist, nicht nur die Vogelstimmen der einzelnen Arten verstehen und nachahmen kann, sondern sogar noch unterschiedliche Warnrufe und "Dialekte" der Vögel unterscheiden kann, wie zum Beispel den Sperber- und den Katzenwarnruf der Amsel. Er meinte gerade in der Sendung, daß er es nicht verstehen kann, daß er, wenn er gerade an einer Haltestelle steht und ein Wildgänseschwarm fliegt vorbei, immer der einzige ist, der diese auch hört und nach oben schaut. Da kann ich ihn beruhigen, zumindest ich würde ebenfalls nach oben schauen, und mir geht es genauso wie ihm, daß ich zwar überall Vögel entdecke, aber stets den Eindruck habe, daß ich die einzige Person bin, die diese Vögel sieht oder hört. Die meisten Leute scheinen diese gefiederten Geschöpfe völlig auszublenden und gar nicht zu beachten, warum auch immer. Ich erlebe ständig, daß ich irgendwo stehenbleibe, weil ich gerade einen Vogel beobachte und andere daran vorbeieilen und ihn erst beachten, wenn ich sie darauf hinweise. Das getraue ich mich inzwischen aber nur noch sporadisch, weil ich befürchte, die anderen auf Dauer damit zu nerven und so richtig zu interessieren scheint sie es eh nicht, ob da eine Amsel gerade einen fetten Regenwurm abschleppt oder eine Meise ihr Nest beschützt. Dabei sind Vögel doch ganz erstaunliche Kreaturen, die immer wieder für Überraschungen gut sind. Diese Vogel-Audio-Exkursion ist jetzt jedenfalls auf meiner Wunschliste gelandet, damit ich die Vögel nicht nur wahrnehme, sondern künftig auch noch ihre Sprache verstehe.

Mittwoch, 2. April 2008

Die ersten Stare

haben heute das Futterhäuschen unsicher gemacht und sehr interessiert den kleinen Nistkasten inspiziert. Da dieser aber eigentlich für Meisen und andere kleinere Vögel gedacht ist und der Star gerade einmal seinen Kopf durch das Loch bekommt, wird die Wohnungssuche wohl weitergehen müssen.

Hörgeschichten

Mit den unerforschlichen Weiten der Radiofrequenzen kam ich zum ersten Mal während einer Krankheit in Berührung. Radio kannte ich bisher nur aus den Nachmittagsstunden im Wohnzimmer oder dem Arbeitszimmer meines Vaters. Dieser hörte regelmäßig SFB und Deutschlandfunk, meistens Jazz- oder Swingsendungen. Nachmittags, wenn meine Mutter nach Hause kam und wir oft am Tisch saßen, um gemeinsam Tee zu trinken, lief stets Swing. Eines Tages, ich musste das Bett hüten, war jedoch nicht krank genug, um mich nicht zu langweilen, stellte mir meine Mutter, nebst dem Pfefferminztee, ihr wenig benutztes Kofferradio aus der Küche neben das Bett. Dieses lief auf Batterien, war ein echter Plärrer und besaß eine Antenne, sowie zwei große Knöpfe, einen für die Lautstärke und einen für die Sender. Nun beschäftigte ich mich durch Drehen an letzterem den ganzen Tag damit, interessante Neuigkeiten, kurzweilige Geschichten und schöne Musik zu finden.

Meine Mutter überredete meinen Vater, daß ich ein eigenes Radio bekommen sollte, was in der Praxis dann so aussah, daß ich einen uralten 50iger Jahre Weltempfänger, den er noch irgendwo in einer Rumpelkammer aufgehoben hatte, in das Zimmer gestellt bekam. Mit diesem empfing ich weniger Sender, als mit dem Kofferradio, aber er hatte den unschätzbaren funktionalen Vorteil, so riesig zu sein, daß man darauf Vasen und anderen Nippes abstellen konnte. Trotzdem war er für mich damals ungefähr so eine Attraktion wie für heutige Kinder ein eigener Fernseher (den ich nie besaß) oder ein eigener Computer (die es damals noch nicht gab). Ich frönte mit Eifer dem Frequenzenerforschen und dem Heben von Rundfunkschätzen, von denen ich vorher nicht wußte, daß es sie gibt. Natürlich war dieses Radiogerät im Vergleich zu denen, die andere Kinder in der Klasse besaßen, ein Witz, aber immerhin, in einer Zeit als die privilegiertesten Mitschüler schon einen Walkman besaßen, hatte sich meine Mutter so weit durchgesetzt, daß mich aus dem Westen ein Paket in Form eines Radioweckers ereilte. Dies war nicht das erste, denn einige zuvor hatte mein Vater schon in Gebrauch oder in Aufbewahrung genommen, so daß ich bei einem Besuch des entsprechenden Spenders wahrheitsgemäß auf die Frage, wie mir mein neuer Radiowecker gefalle, antworten mußte, daß ich gar keinen besäße, da mein Vater die alle habe. Der nächste, der geschickt wurde, kam dann an und landete neben dem Weltempfänger. Im Grunde war der Radiowecker nicht viel anders, nur sehr viel kleiner, und er konnte, was der Name schon sagt, mit Radio wecken, was mich wenig begeisterte, so wie alles, was mit Wecken zu tun hat. Auch heute noch ertrage ich eher selten am frühen Morgen Musik oder Radio. Aber er besaß außerdem so eine geniale Sleeptaste, was bedeutete, man konnte abends Radio hören, ohne daß dieses die ganze Nacht plärrte, wenn man dabei einschlief. Es wurde nun zu einem regelmäßigen Ritual vor dem Einschlafen noch Musik oder bestimmte Rundfunksendungen zu hören. Unvergessen bleibt der Donnerstag, denn Donnerstagabend lief im Ostfunk eine humoristische Spaßsendung, die bewirkte, daß ich, vollkommen untypisch, schon um 21 Uhr freiwillig im Bett lag. In dieser Sendung wurde besonders gerne der Hit „Ich bin der letzte Kunde und immer noch nicht blau“ gespielt, aber ansonsten war sie wohl weniger komisch, als ich erhoffte, denn in der Regel war ich in weniger als einer halben Stunde eingeschlafen, obwohl die Sendung über zwei Stunden lief.

Mit dem Donnerstag verknüpfe ich überhaupt sehr spezielle Erinnerungen an das Hören und die Körperpflege. Das liegt daran, dass der Donnerstag väterlich verordneter Badetag war. Mein Vater pflegte sich an diesem Tag hingebungsvoll und auf sehr spezielle Weise der Körperpflege zu widmen. Und weil es deshalb der einzige Tag war, an welchem der Gasheizer im Bad angeschmissen wurde, in welchem sonst im Winter so um die 10 Grad herrschten, wurde dieser Tag möglichst von allen Familienmitgliedern ebenfalls dazu genutzt, zumal es auch ungern gesehen wurde, wenn man an anderen Tagen das Bad blockierte. Als ich mich noch nicht wehren konnte, wurde ich dabei in das benutzte Badewasser meines Vaters gesteckt (Hatte ich schon erwähnt, dass mein Vater sehr sparsam war?), aber irgendwann weigerte ich mich und erklärte meiner Mutter, dass ich neues Badewasser wolle. Mein Vater nahm dies mit einem Donnerwetter, tausend Beteuerungen, dass sein Badewasser nicht dreckig sei, ich aber viel zu verwöhnt, zur Kenntnis und fügte sich schließlich kopfschüttelnd meinem unverschämten Eigensinn. Ab da badete er immer sehr viel später, was dazu führte, dass in diesen Abenden kein Fernseher lief, der ebenfalls der alleinigen Verwaltung meines Vaters unterstand. Da er nicht nur badete, sondern hinterher auch noch lange „abdünstete“, was bedeutete, dass er sich bis über beide Ohren zugedeckt ins Bett packte – wozu das diente, ist mir verschlossen geblieben, aber wenn er eingepackt im Bett lag, hieß es immer „Papa, dünstet ab.“ – und sich später sorgfältig dem Pudern und Cremen widmete, blieb mehr als genug Zeit für meine Mutter und mich, endlich einmal im Wohnzimmer alte Schlagerplatten zu hören. Auch meine ersten Märchenplatten hörte ich immer Donnerstags, wenn mein Vater dadurch nicht gestört wurde. Als ich schon älter war, nutzte ich diese Zeit gerne, um die neuesten Charts im Wohnzimmerradio zu hören. Das war ungefähr zu der Zeit, als „Maria Magdalena“ von Sandra auf Platz 1 gelangte. Natürlich hatte meine Freundin schon längst einen Kassettenrekorder, wie es ihn damals aus DDR-Produktion gab und damit ich nicht die letzte ohne bliebe, sorgte meine Mutter dafür, dass ich zur Jugendweihe von den Großeltern und von ihr so viel Geld erhielt, um mir ebenfalls einen zu besorgen. Ab diesem Zeitpunkt konnte ich meine eigenen Kassetten aufnehmen und abspielen, was ich auch fleißig tat. Das war zwar alles Mono, aber das RFT-Teil leistete mir trotzdem gute und treue Dienste bis weit nach der Wende und war von der Qualität sogar den ersten billigen Stereo-Recordern aus dem Westen überlegen, bis ich mir irgendwann die erste Sony-Minianlage aus selbst erarbeitetem Geld leisten konnte.