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Montag, 3. November 2008

Californication -

das "Sex and the City" für Männer betitelt, ist mit Abstand witziger als "Sex and the City". Zwar habe ich von letzterer Serie nur drei oder vier Folgen gesehen, da es mir zu Kitsch- und Mädchenstorymäßig war (Schuhe, Make-up, Kleider, Frauenmagazine *gähn*), aber da ich von "Californication" bisher auch nur fünf Folgen gesehen habe, ist das vielleicht der richtige Zeitpunkt für einen Vergleich. Anfangs war ich ja skeptisch, zumal mich Sex nicht wirklich interessiert (im Fernsehen meine ich, in Büchern aber ebenfalls) und die ersten beiden Folgen noch mit mehr Californication als Witz daher kamen, doch bei den letzten Folgen habe ich sehr gelacht. Ich beginne es zu mögen. Da scheint eine vielversprechende Steigerung drin zu sein. Ok, David Duchovny sieht zwar mit zunehmendem Alter aus wie seine eigene Großmutter, aber immerhin merkt man, daß er auch komisches Talent hat. Könnte es außerdem sein, daß "Californication" die erste Serie ist, in der es ums Bloggen geht? Natürlich nur sekundär. Primär geht es um Sex, schon klar.

Mit etwas Glück

bin ich bald 1,80 m groß. Wirklich. Heute war zur Abwechslung wieder Massage fällig, aber der etwas anderen Art. Die Physiotherapeutin stand an meinem Kopfende, lehnte sich mit vollem Gewicht auf meinen Rücken und versuchte, meinen Po zu meinen Füßen runterzuschieben. Ich hatte das Gefühl, ich werde immer länger und länger, deshalb sagte ich irgendwann scherzeshalber: "Nicht daß ich hinterher noch 5 cm größer bin." Darauf antwortete sie völlig ernsthaft: "Das kann passieren. Vielleicht nicht gleich 5 cm, aber etwas weniger wäre schon drin." Gab es für sowas früher nicht Streckbänke?

Bevor es richtig zur Sache geht, muß ich jedesmal erst eine halbe Stunde auf einer heißen Moorpackung liegen. Ich werde außerdem mit einer weichen Kuscheldecke zugedeckt, das Klassikradio dudelt leise im Hintergrund und heute hat sie noch extra eine Salzkristalllampe geholt um gemütliches Licht zu machen. "Sie sollen es ja schön haben bei mir." sagt sie immer. Inzwischen habe ich es mir zur Gewohnheit gemacht, während dieser halben Stunde zu meditieren. An so eine halbe Stunde nach der Arbeit könnte ich mich gewöhnen. Theoretisch kann man sowas natürlich auch zu Hause gut machen, aber praktisch sieht das völlig anders aus. Wenn ich zur Physiotherapeutin komme, dann ist da alles schon aufgeräumt und sauber. Ich muß weder irgendwas wegräumen noch putzen, werde bedient und muß mich um nichts kümmern. Wenn ich nach Hause komme, sehe ich erst mal, was noch zu erledigen ist und wo ich aufräumen muß. Räume ich nicht auf, würde ich mich nicht so richtig wohl fühlen. Klar, die eigentliche Wellnessoase liegt im Kopf. Wenn man es drauf hat, kann man sich mitten im Chaos wie im siebenten Himmel fühlen. Aber ich mag es um mich herum lieber übersichtlich und so viele Stunden hat ein Tag leider nicht, wenn man ihn auch noch mit solchen Nebensächlichkeiten, wie Arbeiten und Schlafen füllen muß. Bei der Frage allerdings, was wohl besser ist, eine eigene Putzfrau oder eine eigene Physiotherapeutin, komme ich nicht so recht zu einem Ergebnis.

Gerade

in einem Werbeblättchen gelesen:

Kind erzählt vom Zoobesuch - "Der gefährliche Löwe im Zoo hat mir ganz toll gefallen." - "Und dem Vati?" - "Das süße Mäuschen an der Kasse."

Sonntag, 2. November 2008

Rabenkönig

An Tagen wie diesen,
wenn es nichts zu sagen gibt,
da fliegen die Worte wie Raben,
sie lassen sich nieder
und ziehen wieder fort.

An Tagen wie diesen,
wenn es nichts zu träumen gibt,
vorbei ist die Nacht, lichterbefleckt
und du bist nicht erwacht.
Schwarz beschwingt breitet er,

an Tagen wie diesen,
die fremd gewohnte Welt um dich,
den lockenden Spiegelsee der Feen
und hockt in den Poren
deiner verstaubten Sinne.

An Tagen wie diesen
hebt der Rabenkönig sein Haupt
und wartet auf Begleitung.
Auf sein Roß steig ich nicht,
doch einen Kuß behalt ich.

Samstag, 1. November 2008

Bei der Laterne

Bei der Laterne

Freitag, 31. Oktober 2008

Halloween auf dem Dachboden

Seit Monaten schon hören wir über unserem kleinen Büro in dem großen, alten Haus merkwürdige Geräusche. Es klingt, als würde etwas umherrollen oder über den Boden schleifen, als wäre jemand da oben. Über uns ist aber nur der Dachboden. Keine Kegelbahn, auch wenn es sich so anhört. Ich habe seit längerem vor, der Sache auf den Grund zu gehen, vergaß es jedoch, bis es mir drei Tage vor Halloween wieder einfiel. Hm, das trifft sich gut, dachte ich bei mir, Halloween ist am Freitag und da ist abends niemand mehr im Haus. Die doppelt passende Gelegenheit, um einmal nachzuschauen und sich gegebenenfalls zu gruseln. Also wartete ich vor meinem Dienstcomputer, bis die Laternen auf der Straße angingen und kein einziger Laut mehr aus den langen, leeren Fluren des Hauses drang. Ich beschloß, den Hinteraufgang zu benutzen, auch wenn dort das Licht nicht funktioniert. Im Dunkel des Treppenhauses, nur ab und zu durch das wenig hellere Restlicht des Abendhimmels durchbrochen, tastete ich mich eine Etage nach oben, bis auf dem obersten Treppenabsatz die Dunkelheit so undurchdringlich wurde, daß in der Schwärze absolut nichts mehr zu unterscheiden war, weder Tür noch Wand. Trotzdem spürte ich gleich darauf eine Klinke unter meinen Fingern und wußte sofort, daß die Dachbodentür nur angelehnt war.

Irgendwie hatte ich nicht wirklich damit gerechnet, sondern erwartet, daß die Tür fest verschlossen sein würde. Ich hätte daran gerüttelt, wäre unverrichteter Dinge, aber nicht unbedingt enttäuscht nach Hause gegangen und hätte die Sache vergessen. Doch die Tür stand offen und ich jetzt mitten in ihr, ohne in der Schwärze um mich herum irgendetwas ausmachen zu können. Zögernd taste ich nach einer Wand neben mir und dem möglicherweise existierenden Lichtschalter. Ich fahre mit der Hand die Wand hinauf und hinunter. Fühlt sich nach einfachem Putz an. Weiter unten treffe ich auf einen klappernden metallenen Gegenstand. Was ist das? Das werde ich im Dunkeln sicher nicht herausfinden, deshalb weiter nach dem Lichtschalter gesucht. Hoffentlich ist es hier einigermaßen sauber und es hängen nicht überall Spinnen herum. Etwas weiter in die Wand hineintastend spüre ich plötzlich etwas Pelziges. Erschrocken ziehe ich die Hand zurück. War das wirklich pelzig oder habe ich mir das nur eingebildet? Vorsichtig suche ich die Stelle noch einmal. Nein, es ist nichts Lebendes, es ist nur der Lichtschalter aus Plastik, der sich im Vergleich zum kühlen und glatten Metall pelzig anfühlt. Schnarrend springt das Licht an und es bleibt trotzdem dunkel. Nur in geschätzten hundert Metern Entfernung ist ein schaler Lichtschein auszumachen, der sich um düstere Balken herumschlängelt. Wenn ich es bis dort hin schaffe, hätte ich Licht. Aber in völlig fremdem Gelände bis zu diesem Punkt vorzudringen erscheint mir zu riskant. Schließlich möchte ich mir nicht die Beine brechen, erkläre ich mir selbst vernünftig. Andererseits ist da aber auch noch die unbestimmte Angst davor, im Dunkeln durch einen bis dahin unbekannten riesigen Raum zu stolpern, während ich keinerlei Vorstellung habe, was mich dort erwartet. Sich eine Treppe hinauf- oder hinunter zu tasten ist dagegen vergleichsweise harmlos. Ich steige also wieder hinunter und beschließe, es noch einmal auf der Vordertreppe zu probieren. Immerhin gibt es dort Licht.

Auch hier steht die Dachbodentür offen. Doch als ich sie aufstoße, stehe ich unerwarteterweiser in einem schäbigen Bürokorridor. Das Licht knallt krachend an und wirft aus Neonröhren einen grünbleichen Schein auf die gelben Wände.

Halloween auf dem Dachboden 1

Erstaunt schaue ich mich um und erschrecke, als der morsche Boden unter dem abgenutzten Linoleum verräterisch laut zu meinen Schritten knarrt. Der schmale flackernde Gang wirkt unheimlich. Ganz am Ende kann ich eine Tür mit Knauf ausmachen und meine zu erkennen, daß sie ebenfalls nur angelehnt ist.

Halloween auf dem Dachboden 2

Ob ich dort hindurch muß? An den Türen entlang des Ganges lese ich seltsame Schilder. Damit meine ich nicht die, auf welchen 'Archiv' oder 'Kasse' steht, sondern die, auf denen "Bitte nicht abschließen" steht, denn jede einzelne Tür ist - fest verschlossen. Endlich erreiche ich die allerletzte Tür und ziehe sie mit einem klumpigen Gefühl im Magen auf. Wieder erwartet mich eine Überraschung. Eine kleine hölzerne Treppe führt über Rohre und Kabel auf ein hölzernes Podest, welches sich im Dunkel zwischen alten Balken verliert.

Halloween auf dem Dachboden 3

Geht es dort hindurch zum Dachboden? Vorsichtig steige ich über Treppe und Kabel. Die Neonröhren aus dem Gang hinter mir spenden hier nur noch wenig Licht, aber immerhin mehr, als ich vorher auf der anderen Seite des Hauses hatte.

Halloween auf dem Dachboden 4

Das verlebte Holz knirscht gefährlich. Und gibt kurz darauf zu meinem Schrecken fast lautlos unter mir nach. Sekundenbruchteile später höre ich etwas dumpf und in meinen Ohren fürchterlich laut gegeneinanderprallen. Gleichzeitig halte ich mich geistesgegenwärtig an der splittrigen, aber geraden Kante des Holzbodens fest. Eine Falltür! Es muß eine Falltür sein. Mühsam rolle ich mich zur Seite, bis ich auf dem Rücken liegen bleibe. Splitter haben sich unter meine Nägel gebohrt, wie ich ganz nebenbei bemerke. Mein Blick fällt nach oben. Über mir sehe ich einen schwarzen Balken von dem herab etwas baumelt. Oh, mein Gott! Sehr langsam begreife ich und eine eisige Kälte kriecht über meine Arme bis in die schmerzenden Fingerspitzen. Ein Galgen! Es ist ein Galgen! Leise und ungerührt wiegt sich die Schlinge in eintönigen Kreisen.

Halloween auf dem Dachboden 5

Donnerstag, 30. Oktober 2008

Inland Empire

Inland Empire

Dieser Flur weckt in mir immer Assoziationen mit David Lynch-Filmen. Warum wohl?

Aufgelesen




Ein allerwinziges Blatt klebte heute mitten im strömenden Regen an der Glasscheibe einer Bushaltestelle und schien mich direkt von draußen anzuschauen. Es sah so schutzbedürftig aus, daß ich es mit nach Hause nahm.

Traumsplitter

Herr N. ist mein Wohnungsnachbar und ich kann einen Blick durch seine Tür erhaschen. Dabei sehe ich Socken auf dem Boden herumliegen. Völlig untypisch für ihn!

Ich kann mit meiner Kamera in Filme hineinsteigen und Filmsets fotografieren. Dabei lande ich im Traum in einem modernen mexikanischen Pueblo (Dorf).

Herr Schneck erzählt über einen sich unförmig ausdehnenden Saturn (oder war es Jupiter?), der dadurch ins Trudeln und Taumeln gerät.

Mittwoch, 29. Oktober 2008

So oder so

Im Büro arbeiten wir zur Zeit mit zwei Softwaresystemen. Dies noch so lange, bis die Umstellung auf die neue Datenbank abgeschlossen ist. Zu bestimmten Zeiten erfolgen für beide Systeme nachmittags die Buchungsläufe, für welche wir das Programm beenden müssen, damit es nicht zu Datenverlusten kommt. Dazu werden wir vorher über eine Netzwerknachricht informiert. Die Nachricht für das alte Programm lautet ungefähr so und wird ca. zwanzig Minuten vorher gesendet:
"Bitte denken Sie daran, daß heute um 17 Uhr (bla bla bla) und beenden Sie rechtzeitig das Programm, da es sonst zu Datenverlusten kommen kann. Einen schönen Feierabend!"

Die Nachricht für das neue Programm wird kurz vor Toreschluß, mit viel Glück zwei Minuten vorher gesendet und lautet dagegen so:

"Beenden Sie SOFORT das Programm!!!" (Terrorgefahr!!!!! Dieses Programm zerstört sich in drei Minuten von selbst!!!!)

Sollten mal wieder unsere Verbesserungsvorschläge gefragt sein, werde ich vorschlagen, daß es schon ein guter Anfang wäre, wenn wir rechtzeitiger und freundlicher vorgewarnt werden würden. Ich mag es nämlich nicht, von meinem PC angeschrien zu werden.

vergelesen

"Zentrum für Freude" statt "Zentrum für Neurologie, Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik"
Oh man, bin ich fertig.

Dienstag, 28. Oktober 2008

...

Türen

Der Feige stirbt vielmal bevor er stirbt,
die Tapfern kosten einmal nur den Tod.

(Shakespeare)

Getrennte Bänke

Getrennte Bänke

Umnachtet

Frühmorgens gewundert, warum ich den Wecker nicht gehört habe. Ich hatte ihn doch extra zehn Minuten zurück gestellt, um eher aufzuwachen. Keine Zeit, um dem weiter nachzugehen. Dann abends neuerliches Weckerstellen und ich stelle fest, daß ich den Wecker nicht zehn Minuten, sondern drei Stunden zurück gestellt hatte, genau auf vier Uhr früh. Was für ein Glück, daß ich so einen tiefen Schlaf habe.

Montag, 27. Oktober 2008

Alles nur Tarnung

Gespräch während der heutigen Krankengymnastik:

Ich, mit Beinen und Oberkörper freischwebend über Bauch zusammengeklappt (Bauchmuskeltraining).

Physio: Die Übungen strengen Sie überhaupt nicht an...

Ich: Hä? (denkend, ich hätte mich verhört)

Physio: Die Übungen strengen Sie nicht an, ne?

Ich(immer noch freischwebend): Wie bitte? Natürlich strengen mich die an!

Physio: Sie sehen aber gar nicht so aus, als ob die Sie anstrengen.

Ich: Doch! Sehen Sie nicht, wie ich zittere? (mit dem Kopf in Richtung freischwebende Beine nickend)

Physio: Wo zittern Sie? Ich sehe nichts. Also andere zittern mehr.

Ich (noch immer freischwebend): Ich zittere wirklich.

Physio: Sie können ja sogar noch sprechen!!!

Ich lache los (freischwebend, versteht sich).

Physio: Und jetzt lachen Sie auch noch! Also wenn Sie die Übungen wirklich anstrengen, dann können Sie sich aber sehr gut tarnen. Nicht mal mit der Wimper zuckt se, wenn se die Übungen macht....


Immerhin war ich nach dem Sport tatsächlich nicht fertig genug, um nicht noch den halben Lidl leer zu kaufen. Wie es der Zufall so will, fand ich genau passend zu der Nachricht, daß ab 17.11. die Rückenschule beginnt, rutschhemmende, flauschige Angora-Relax-Socken mit Gratis-Entspannungs-CD und eine Winterjacke. Eigentlich habe ich ja schon genug Winterjacken, aber für 29,90 € kann man sich auch noch die dritte oder vierte kaufen, zumal dann, wenn sie einem auf Anhieb gefällt und man schon immer so eine Jacke wollte (um mir dieselbe in Lederausführung zu suchen, wäre ich sowieso zu faul). Außerdem könnte es in diesem Winter ja seeeeeehrrrr seeeeeeeehrrrrr kalt werden. Wirklich.

Neuerwerbung

Sonntag, 26. Oktober 2008

Gabriel Garcia Marquez

schreibt in seinen Memioren, daß er den Roman "Der Herbst des Patriarchen" unter Hören des Dritten Klavierkonzertes von Bartok geschrieben habe und daß dieses dem Werk anzumerken sei. Tatsächlich ist das der Teil der Memioren, der mich am meisten beeindruckt hat und an den ich bei jeder Gelegenheit und besonders beim Musikhören immer denken muß.

Ich frage mich jetzt gerade, wie wohl ein Buch klingt, daß unter Hören der Schostakowitsch-Jazzsuiten geschrieben wurde.

Lafayette

Lafayette

Das Familiengeheimnis und Peter Quandt

Ein Haus, das nicht das unsrige ist. Ich erfahre, daß meine Mutter einmal etwas mit dem Cousin meines Vaters hatte. Wann ist das denn gewesen? Sie steht neben einer Uhr und dreht am Zeiger, um mir zu verdeutlichen, wie weit in der Vergangenheit das war. Allerdings dreht sie den Zeiger vorwärts in die Vergangenheit und nicht zurück, sehr weit sogar, also so weit in der Vergangenheit lag das. Jetzt wird mir einiges klar. Vielleicht ist mein Vater gar nicht mein Vater, sondern ich hab einen ganz anderen. Hab ich überhaupt einen Vater? Ist anzunehmen, aber ist es wirklich der, von dem ich es bisher glaubte? In einem vollgerümpelten Zimmer des Hauses finde ich eine Geschenkkiste und Liebesbriefe für meine Mutter. Alles frisch dort abgelegt, anscheinend hat sie wieder heimlich Kontakt aufgenommen. Ich möchte die Briefe zu gerne lesen, vielleicht erfahre ich darin mehr, deshalb nehme ich sie an mich und überlege mir, daß ich sie nach dem Lesen ja unauffällig wieder zurück legen kann.

Zwischendurch auf einem Hof oder Garten im Dorf meiner Großeltern. Jemand erklärt mir, daß dies nicht wirklich ein richtiger Hof sei, weil ihm ein Ententeich fehle. Jeder Hof im Dorf hat einen Ententeich, hat er keinen, ist es kein vollwertiger Hof. Ein Ententeich gehört in jeden. Aha. Der Hof ist von einem dunklen, dichten und schweigenden Wald umgeben (wieder "Hotel") und meine Begleiterin steigt barfuß über die Hecke in diesen hinein, um dort Dinge zu suchen, die wir für einen Ententeich brauchen. Die Idee, barfuß in den Wald zu laufen, halte ich nicht für so gut, trotzdem folge ich ihr ebenfalls barfuß und siehe da, eine glatt gegossene Treppe tut sich auf, auf welcher man bequem gehen kann. Wahrscheinlich wußte meine Begleiterin das schon.

Zurück zu Hause. Ich warte auf meine Mutter. Ständig klingelt es an der Tür und ich vermute, es ist ihr Liebhaber. Schließlich kommt sie, und bringt einen in Fesseln gelegten und zu einem Paket verschnürten Peter Quandt mit. Diesen legt sie im Flur ab. Was das werden soll und was sie mit ihm will, ist mir unklar.

Bemerkung: Peter Quandt - woher kenne ich nur diesen Namen? Im Halbschlaf assoziierte ich den Namen mit einem Professor für Quantenphysik, aber das war wohl nur ein Falle wegen der Namensähnlichkeit. Und warum eigentlich nicht Peter Kloeppel als Paket verschnürt?

Samstag, 25. Oktober 2008

Photograph

Photograph

Was ist Leben ?

Seit die Bekannte meines Kumpels mit 40 Jahren an Krebs gestorben ist, wird dieser immer lebenshungriger. Dies äußert sich darin, daß er wohl inzwischen sämtliche Kneipen und Cafes in Prenzelberg kennt und fast nie zu Hause ist. Seine Lieblingsbeschäftigung ist es, irgendwo mit einem Kaffee, einer Zigarette und einem ordentlichem Essen abzuchillen und Leute zu beobachten, nicht nur am Wochenende, sondern auch nach der Arbeit, meist mit seiner Basketballtruppe. Wenn wir zusammen durch Prenzelberg laufen, erzählt er mir vor jedem Laden sowas wie "Hier kenn ich den Besitzer.", "Hier und hier und hier war ich auch schon.", "Hier kenn ich die Bedienung." usw. Wenn wir uns irgendwo rein setzen, dann spricht er die Kellnerin garantiert mit "du" an und weiß auch, daß sie eine 100qm-Wohnung und einen reichen Freund hat. (Nur in der Sushibar war er noch nicht, seit ich ihm von Sushi vorgeschwärmt habe, will er da aber auch mal hin.) Jedenfalls, wenn wir uns über seine Aktivitäten unterhalten, dann breitet er meist die Arme aus und sagt: "So weiß ich wenigstens, daß ich mein Leben gelebt habe."

Komischerweise geht mir das ganz anders. Sobald ich länger als eine halbe bis dreiviertel Stunde in einer Kneipe oder einem Cafe festsitze, werde ich innerlich zappelig und habe das Gefühl, das Leben läuft an mir vorbei. Ab und zu finde ich es ok, mit jemandem zusammen zu sitzen, zu plaudern und Leute zu beobachten, aber bitte nicht mehrmals im Monat oder gar in der Woche. Dies ist eine Beschäftigung, der ich nur in kleinen und kurzen Dosen nachgehen kann, damit sie mich nicht ermüdet. Etwas mit jemanden unternehmen, also wirklich unternehmen, so mit Kino, Ausflug, Konzert, Tanzen, Sport o.ä. ist sehr schön, aber bitte nicht reden (na gut, ein kleines bißchen nebenbei ist erlaubt) und bitte nicht herumsitzen. Dabei bin ich absolut keine Person, die nicht stillsitzen kann. Ich kann sogar sehr lange faul herumsitzen, wenn ich mit mir und meinen Gedanken ungestört bin und nicht angequatscht werde. Aber sitzen und reden - gräßlich. Es ist auch nicht so, daß ich mich nicht gerne mit anderen unterhalte. Ich hatte auf Spaziergängen schon wunderbare Gespräche, allerdings haben die meist eine völlig andere Qualität, als die, die man im Sitzen führt. Ich weiß nicht, ob nur ich das so empfinde, aber ich vermute es fast, da es wohl etwas damit zu tun hat, wann ich mich lebendig fühle. Dies ist besonders dann der Fall, sobald ich von den Elementen umgeben bin, von Luft, Wasser, Erde, Feuer, möglichst weitgehend ungezähmt, dann fühle ich mich lebendig. Die Natur hat schon so manches mal eine Wunderheilung an mir vollbracht, wenn ich müde und antriebslos war. Doch gleich danach ist Leben für mich, kreativ zu sein und den Bildern, Ideen und Stimmungen meines Geistes nachzuspüren, sie vielleicht sogar Wirklichkeit werden zu lassen - die Ausdrucksmittel ändern sich dabei mit den Jahren, aber der Drang dazu bleibt - oder auch, was nicht davon zu trennen ist, Wissen, Bilder und Stimmungen aufzusaugen. Es gab Zeiten in meinem Leben, da habe ich für mich formuliert, daß das Einzige, was mich noch auf das Leben neugierig sein läßt, das Lernen ist, wobei ich nicht nur abrufbares Wissen meinte, sondern auch das tief im Leben selbst verborgene Wissen. Manchmal glaube ich, ich wußte dies bereits in meiner Kindheit, irgendwie deutet alles darauf hin, nur daß man es als Kind sehr viel schwerer hat, zu unterscheiden, was man wirklich wissen muß und was nicht.

Mein Kumpel kann mit dererlei Dingen überhaupt nichts anfangen. Immerhin wartet er geduldig bei unseren Ausflügen, bis ich mit meiner Knipserei fertig bin und stellt sich auch gerne als "Experimentier-Model" zur Verfügung, wahrscheinlich weil es seiner männlichen Eitelkeit schmeichelt. Beginne ich aber vom Schreiben zu reden (was ich eher vorsichtig mache, aber man kann sich ja auf die Frage "Was machst du so?" nicht immer sofort irgendwas anderes aus den Fingern saugen), schaut er mich an, als verstände er nur Bahnhof und halte meine Begeisterung für einen LSD-Trip. Das finde ich sowohl schade, aber immer wieder auch durchaus angenehm ausgleichend, so auf den Boden des "seßhaften" Handwerkerlebens geholt zu werden. Dafür schaue ich ihn jedesmal an und verstehe nur Bahnhof, wenn er mir von seinen vielen Kabeln, Buchsen und Steckern erzählt, deren Namen ich mir noch nicht einmal merken kann.

Festval of Lights -

the same procedure as every year...

Festival of Lights 2

Festival of Lights 5

Festival of Lights 6

Festival of Lights 4

Festival of Lights 3

Festival of Lights 1

Das Großeltern-Bett

Als einziges Traumbild in Erinnerung geblieben: Ein breites Doppelbett, in welchem alles vier Großeltern dicht nebeneinander unter weißen Federbetten liegen. In einer Bettseite die mütterlicherseits, in der anderen die väterlicherseits. Sie verbleiben dort in diesem Bett und werden von der Familie gepflegt. Zu Familienzusammenkünften wird das Bett mit in die Runde geschoben, um dann zur Abschirmung, falls die Großeltern schlafen möchten, hinter einem Vorhang zu verschwinden.

Bemerkung: Hat es etwas zu bedeuten, wenn man gleich von vier Verstorbenen träumt?