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Sonntag, 2. Oktober 2011

Selbstverliebte Männer

Im allgemeinen gelte ich als gute Zuhörerin mit geradezu unendlicher Geduld. Ich habe für fast alles Verständnis und bin immer bereit, Bestätigung zu spendieren, wenn ich merke, daß diese dringend gebraucht wird. Diese Eigenschaften prädestinieren mich anscheinend dazu, daß ich einen ganz bestimmten Menschen- und Männerschlag überdurchschnittlich oft anziehe. An sich ist Selbstliebe ja etwas wünschenswertes, wenn sie der Ausgangspunkt für die Liebe zu anderen Menschen ist. Leider jedoch, gerade bei der fixierten Selbstverliebtheit, stecken oft eher Minderwertigkeitskomplexe dahinter. Minderwertigkeitskomplexe sind mehr oder weniger ziemlich weit verbreitet, aber es erstaunt mich immer wieder, wie unterschiedlich Frauen und Männer damit umgehen. Während Frauen diese gerne mit autoaggressivem Verhalten bearbeiten, egal ob bewußt oder unbewußt, neigen Männer doch sehr zum Kompensieren. Dann brauchen sie Statussymbole, Macht und immer wieder Menschen, die ihnen huldigen. An sich finde ich es allein nicht schlimm, wenn ein Mann viel redet und dabei am liebsten über sich selbst. Da ich nicht übermäßig gesprächig bin, entsteht dadurch sozusagen ein natürliches Gleichgewicht. Und ich mag es auch, wenn Männer aus ihrem Leben erzählen. Wenn ich trotzdem zuvorkommend und wie ein eigenständiger Mensch behandelt werde, ist das für mich ok. Noch lieber sind mir allerdings Männer, die es nicht nötig haben, sich dauernd in den Vordergrund zu stellen und das Talent besitzen, auch ein inhaltlich ausgewogenes und gleichwertiges Gespräch zu führen, und das nicht nur aus Berechnung. Wirklich schlimm sind aber diejenigen, die einem tatsächlich das Gefühl geben, daß sie einen nur als Publikum aus der zweiten Reihe brauchen. Die merken es noch nicht einmal, wenn man irgendwann völlig verstummt - nur wenn der Applaus ausbleibt, das bekommen sie mit. In solchen Situationen verfluche ich mich immer für diesen ganzen miesen Verständnisschmus und meine Gutmütigkeit, die ich nicht loswerde, dann hätte ich Lust mal so etwas richtig wirklich richtig Böses und Gemeines zu sagen. Nur leider fällt mir nie etwas ein.

Süß oder bescheuert?

Ich weiß zwar nicht, in welche Contest-Kategorie dieses Bild gehört, mag sein irgendwo dazwischen, doch jedenfalls scheine ich gerade eine ziemliche Aggression gegen meinen Ball zu hegen. Vielleicht bin ich auch nur sauer, daß man mich mit so einem langweiligen runden Ding abspeist.

Noch ein Kinderbild

Samstag, 1. Oktober 2011

Im Elfenwald

Im Elfenwald
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Freitag, 30. September 2011

Hurra, hurra -

ganze drei Tage bestrahlungsfrei. Komisch, daß dies niemanden stört, wenn es um einen Feiertag geht. Und dann ist Endspurt. Mein Aussehen gleicht sowieso immer mehr einem gegrillten Spanferkel, sogar auf dem linken Rücken bin ich rot, als würde ich auch am Rücken bestrahlt werden oder als würden die Strahlen durch mich hindurchgehen und hinten wieder austreten. Unheimlich. Die Brust scheint hingegen, statt größer zu werden täglich zu schrumpfen wie eine verbrutzelte Backpflaume. Ich frage mich, um wieviel sich wohl mein Risiko auf Hautkrebs mit diesem Strahlenbrand erhöht. Aber ich glaube, die Panthenoltabletten leisten ganz gute Dienste, denn es könnte um die Haut vermutlich schlimmer stehen.

PS: Übrigens ist morgen am 1. Oktober Weltbrustkrebstag. Hoffentlich soll das keine Aufforderung zum Feiern sein.

Freilaufendes Wildpferd gesichtet

Als ich dem Fahrer vom Kuh-Biotop erzählte, erklärte er mir, daß dieses Projekt wohl ganz neu sei und erst seit zwei Monaten existiere. Außerdem gäbe es nicht nur freilaufende Kühe als Weidetiere, sondern auch freilaufende Wildpferde. Und wie zur Bestätigung sahen wir direkt beim Vorbeifahren im Wald eines grasen. Die Wildpferde sind relativ klein und silbergrau, aber auch die hatte ich bisher nicht zu Gesicht bekommen. Das heißt jedoch, daß ich durchaus noch einige Überraschungen erleben kann, wenn ich dort spazierengehe. Nur bitte keine Wildschweine, die es dort ebenfalls gibt. Die dürfen sich ruhig weiter vor mir verstecken.

Donnerstag, 29. September 2011

Jugendsünden

Da ich mich bereits beim Bescheuertsten-Kinderbild-Contest geoutet habe, kann ich hier nun auch mein Geheimnis verraten: Eine erste und einzige Lack/Leder-Fotosession. Irgendwann kommt ja doch alles ans Licht. Ok, ich war jung und brauchte das Geld hatte keine Wahl. Eigentlich dachte ich, ich mag nur deshalb keine Lackklamotten, weil man so unsäglich drunter schwitzt, aber wer weiß, vielleicht hat diese Abneigung viel frühere Ursprünge...

Bescheuertstes Kinderfoto 4

Bescheuertstes Kinderfoto-Nachtrag

vergelesen

"Nähkätzchen"

statt

"Nähkästchen"

Wenn es staubsaugende Katzen gibt, warum sollte es dann nicht auch nähende Katzen geben?

Mittwoch, 28. September 2011

Zwei freilaufende Feiglinge

1

Ich bin ja bereits ziemlich oft auf den Wegen hinter diesem Warnschild gewandelt, aber noch niemals ist mir bisher freilaufendes Weidevieh begegnet, geschweige denn ein Bulle.
Als ich heute an dem Schild vorbeikam, dachte ich bei mir mal wieder so: "Ja, ja, alles nur leere Drohungen..." - und machte trotzdem mal ein Foto davon. Dann schlug ich die Route durch den Wald und um die Seen ein, nirgendwo ein Mensch zu sehen. Nur ganze Schwärme von Libellen schweben durch die Luft.

4

Libelle | 3

Ich bin bereits fast am Beginn des hintersten Sees als ich vor mir gleich eine ganze Herde freilaufender Kühe mitten auf dem Weg entdecke, die auch nicht so aussehen, als würden sie sich fortbewegen wollen. Sofort bleibe ich stehen und kehre auf dem Absatz um. Bisher war ich keinem einzigen Menschen begegnet, doch in diesem Augenblick kommt mir ein großer, kräftiger Mann auf seinem Fahrrad entgegen gefahren und schaut mich ein bißchen merkwürdig an, wahrscheinlich, weil ich so plötzlich kehrt gemacht hatte. Toll, der hält mich jetzt bestimmt für ein richtig feiges Huhn, weil ich vor ein paar Kühen weglaufe - geht mir durch den Kopf. Er fährt weiter, nun ja, vielleicht kennt er die Kühe schon , doch dann sehe ich, mich neugierig umschauend, wie er zwar ziemlich nah ran gefahren ist, aber dann von seinem Fahrrad absteigt. Schon höre ich ihn hinter mir wieder anradeln, er überholt mich und ruft mir zu: "Ick will se auch nich!", ich grinse und er verschwindet auf einem Umweg. Irgendwie beruhigend zu wissen, daß man nicht der einzige Feigling ist. Aber verstehe mal einer, was die da mitten auf dem Weg wollten. Vom Prinzip her war das schließlich ganz gut so, weil sie damit verhinderten, daß ich wirklich den gesamten Weg um die Seenplatte einschlug. Ich weiß nicht, ob ich es dann noch bis nach Hause geschafft hätte, denn bereits nach dem Umlaufen der beiden kleineren Seen fühlte ich mich vollkommen fertig. Immerhin war ich schon durch das Moorgebiet und quer durch ein Maisfeld gestreunt.

2

So blieb die Tour kräftemäßig im gerade machbaren Level, zumal ich sowieso im schönsten Tief bin, und auf dem Rückweg fand ich sogar ein verlorenes Herz im Sand.

Herz | 5

Murmeltier-Magie

"Und täglich grüßt das Murmeltier" ist einer der ganz ganz ganz wenigen Filme, vielleicht sogar der einzige, der mit jedem Sehen immer besser wird. Dabei hat er niemals etwas von Wiederholung an sich, obwohl darin ständig Wiederholungen vorkommen. Wie macht er das nur?

Sonntag, 25. September 2011

Ein 80 Fragen schwerer Ast

1. Dein Lieblingskissen?
Zur Zeit das Kuschelbärenkissen, das mir eine Leserin geschickt hat.
2. Dein Lieblingsspielzeug?
Notebook
3. Wo ist dein Handy?
Ausgeschaltet in der Handtasche.
4. Dein Lieblingsgetränk?
Cola.
5. Deine Haare?
Wachsen wieder, aber extrem wirbelig. Ich sehe zur Zeit aus wie Max und Moritz zusammen.
6. Dein Lieblingskosmetikartikel?
Handgesiedete Seifen
7. Was macht dich schön?
Schlaf, viel Schlaf
8. Der Raum, in dem du dich befindest?
Wohnzimmer
9. Deine Lieblingsdeko?
Kerzen
10. Dein Traum von letzter Nacht?
Anstrengend. Mußte einen Aufsatz schreiben, aber mir ist nichts eingefallen und der Lehrer konnte mich nicht leiden. Außerdem eine Dose voller gesammelter Buchstaben.
11. Dein Traumauto?
Ich mag Cabrios. Leider sind die mit langen Haaren etwas ungünstig, auch wenn es in der Werbung anders aussieht.
12. Deine Lieblingshausarbeit?
Schränke ein- und aufräumen
13. Was möchtest du in 10 Jahren sein?
Gesund
14. Mit wem verbrachtest du den gestrigen Abend?
Mit mir
15. Was bist du nicht?
Mutig
16. Das letzte was du getan hast?
Brötchen gebacken
17. Was trägst du?
Yogahose, Shirt und Crocs
18. Dein Lieblingsbuch?
Andersen-Märchen. Das hatte ich so lieb, daß es inzwischen auseinandergefallen ist.
19. Dein Lieblingsplatz in deiner Wohnung?
Balkon
20. Dein Leben?
Nie langweilig
21. Deine Stimmung?
Nachdenklich
22. Deine Freunde?
Glücklich
23. Der 3. Satz auf Seite 23 des nächsten links von dir befindlichen Buches?
"Freilich würde er nie genau herausfinden, wie dieses Parfüm auf ihrer Haut nun wirklich roch."
24. Woran denkst du gerade?
An die nächste Woche
25. Was möchtest du ganz dringlich als nächstes tun?
Ordnung auf meine Festplatte bringen, bevor ich nichts mehr wiederfinde, einen bestimmten Berg orten und erkunden.
26. Was mußt du ganz dringlich als nächstes tun?
Emails beantworten, mich um Termine kümmern.
27. Wie war dein Sommer?
Empathisch
28. Was läuft in deinem TV?
Zimmer frei
29. Wann hast du das letzte Mal gelacht?
Heute - irgendwann.
30. Das letzte Mal geweint?
Kann nicht allzu lange her sein.
31. Schule?
Mochte ich nicht.
32. Was hörst du gerade?
TV
33. Liebste Wochenendbeschäftigung?
Ausflüge, kreativ sein oder Schlafen.
34. Traumjob?
Muse
35. Ausserhalb deines Fensters?
Ist es schwarz.
36. Bier?
Am liebsten Weiße pur.
37. Mexikanisches Essen?
Immer wieder gerne.
38. Winter?
Bitte nur im Dezember. Ab Januar darf wieder Sommer sein.
39. Deine Religion?
Meine eigene.
40. Urlaub?
Schönste Zeit des Jahres.
40. Auf Deinem Tisch?
Jede Menge CDs, Bücher, Fernbedienung, ein Tarot-Deck, ein Teelichhalter, Buntstifte - jedenfalls ZUVIEL.
41. Liebe?
Die schönste Sucht
42. Der 2. Satz auf Seite 42 des nächsten links von dir befindlichen Buches?
"Das Sahneeis schmilzt ihr auf der Zunge, und der sanfte Ausdruck in ihren weit auseinander stehenden Augen kündet von der Sichtbaren Kirche Christi auf Erden."
43. Wie denkst du über die Person, die dir zuletzt geschrieben hat?
Liebe Kollegin
44. Gibt es irgendwen, der dich nicht mag, aufgrund von etwas, dass du nicht getan hast?
Sehr wahrscheinlich. Ich tue vieles nicht.
45. In was verliebst du dich ausser in Menschen?
In Orte.
46. Bist du eine eifersüchtige Person?
Kommt auf die Situation an.
47. Kannst du dich an deinen ersten Kuss erinnern?
Oh ja.
48. Weinst du leicht?
Eigentlich nicht. Ich kann jahrelang ohne ausgekommen. Nur alle zehn Jahre hole ich dann alles in einem Jahr nach.
49. Das Seltsamste an dir?
Ich bin immer sowohl das eine als auch das andere.
50. Wen hasst du so richtig?
Niemanden. Aber mich machen einige Leute wütend.
51. Isst du mehr als drei Mahlzeiten am Tag?
Nein.
52. Bist du einfach?
Eigentlich schon, aber nur wenn man versteht, wie ich ticke.
53. Wenn du im Weltall Urlaub machen könntest, würdest du?
Nein. Gibt schönere Orte.
54. Was hast du gedacht, als du heute morgen aufgestanden bist?
Ein langer, fauler und ruhiger Sonntag liegt vor mir. Herrlich!
55. Hat dir schon mal jemand gesagt, dass du schöne Augen hast?
Das wird mir ständig gesagt.
56. Was ist dir das Wichtigste in einer Beziehung?
Loyalität, Ehrlichkeit, Zusammenhalt, Akzeptanz
57. Was hast du heute gelernt?
Nicht immer ist HDMI besser als der optische Eingang
58. Dein liebstes Küchenutensil?
Silikonsieb
59. Was hast du zuletzt gegessen?
Knäckebrot mit Frischkäse und saurer Gurke
60. Was wirst du als nächstes essen?
Entweder mache ich noch der halben Packung Schoko-Gelee-Taler den Garaus oder ich warte bis morgen zum Frühstück. Da gibt es dann selbstgebackene Brötchen. Ob süß oder herzhaft entscheide ich spontan.
61. Ist dir Geld wichtig?
Nein, aber es zu haben beruhigt und schafft Freiräume.
62. Was willst du als nächstes kaufen?
Einen Kurzzeitmesser und Narbenpflaster
63. Dein Lieblingsduft?
Pfirsich, grüner Tee und Grapefruit
64. Ein Geruch, den du nicht magst?
Stinkendes Plastik oder Linoleum
65. Deine liebste Tageszeit?
Abenddämmerung
66. Beschreibe dich mit einem Songtitel
Sleeper in Metropolis
67. Beschreibe eine dir gerade wichtige Person mit einem Songtitel
Adam in chains
68. Beschreibe die Liebe mit einem Songtitel
Cloudbusting
69. Beschreibe dein Leben mit einem Songtitel
Try walking in my shoes
70. Beschreibe dich mit einem Filmtitel
The sixth sense
71. Beschreibe eine dir gerade wichtige Person mit einem Filmtitel
Wie ein Licht in dunkler Nacht
72. Beschreibe die Liebe mit einem Filmtitel
Vom Winde verweht
73. Beschreibe dein Leben mit einem Filmtitel
Das merkwürdige Verhalten geschlechtsreifer Großstädter zur Paarungszeit
74. Beschreibe dich mit einem Buchtitel
Die Bücherdiebin
75. Beschreibe eine dir gerade wichtige Person mit einem Buchtitel
Die Arroganz der Ohnmacht
76. Beschreibe die Liebe mit einem Buchtitel
Die Notwendigkeit des Zufalls in Fragen der Liebe
77. Beschreibe dein Leben mit einem Buchtitel
Die Last der Welt
78. Hast du ein Buch schon einmal nur wegen des Titels gekauft? Welches?
Ja, "Schnee der auf Zedern fällt". Ich habe es bis heute nicht gelesen.
79. Welchen gelesenen Satz findest du poetisch?
"In New York endlich hielt sie sich abseits des Verkehrs und sah zu, wie sich Schatten von Vögeln über sonnenerleuchtete Wände bewegten."
80. Und welchen gelesenen Satz möchtest du den Lesern mit auf den Weg geben?
"Eine Qualitätskontrolle der Brut nach dem Erhalt ist besonders ratsam, um sich vor unangenehmen Überraschungen zu schützen."

Die Ampeln

mit den Erdbeerpflanzen haben jetzt zum Herbst tatsächlich noch einmal eine unvermutete Fülle an Früchten hervorgebracht. Nur leider werden diese nicht mehr richtig reif, bzw. man muß elendiglich lang darauf warten.
Und beinahe hätte es heute wieder mit einem Wespenstich geklappt, doch diesmal war ich schlauer und schaute erst einmal vorsichtig nach, was da an meinem Fuß herumkrabbelte. Sie krabbelte hierhin, krabbelte dorthin über Zeh und Sohle - irgendwie scheinen die Löcher in meinen Crocs die Wespen magisch anzuziehen -, doch schließlich konnte die Begegnung ohne Stecherei und auch ohne Verluste für beide Seiten beendet werden. Aber nur zwei Minuten später geriet die Gestreifte in ein Spinnennetz und wurde sofort von der dortigen Bewohnerin freudig willkommen geheißen. Sowas nennt man mieses Karma, würde ich sagen.

Samstag, 24. September 2011

Traum-Musical (Luzid)

Ich spüre regelrecht, wie ich vom Wachsein in einen dieser bleiernen Träume gleite, in denen man wie ein Gespenst zwischen Traum und Wirklichkeit umhertappert, und erwache (natürlich!) in meinem Bett. Sofort weiß ich, daß ich träume, denn um die Konturen aller Dinge ist ein geheimnisvoller kupferfarbener Schimmer, eine Art Aura zu sehen. Und auch einige andere Details der Umgebung stimmen nicht. Ich mag solche Träume nicht, denke ich bei mir, denn man weiß nie, was als nächstes geschieht und oft sind es ziemlich gruselige Sachen. Aber so schnell werde ich hier wohl nicht wegkommen. Ich bin traurig und unglücklich, weil bestimmte Personen einen Bogen um mich machen, als hätte ich die Pest, und jeden Kontakt zu mir meiden. Was stimmt denn mit mir nicht? Diese Frage stelle ich mir unentwegt und dann fällt mir ein, daß ich vielleicht etwas dazu erfahre, wenn ich in einen Traumspiegel schaue. Eigentlich meide ich Spiegel in solchen Träumen, denn gerne zeigen sich fremde Wesen darin, um einen zu erschrecken, aber diesmal bin ich mutig und stelle mich direkt vor einen großen Wandspiegel. Was ich sehe ist nicht außergewöhnlich und bin eindeutig ich: große grüne Augen und auch sonst alles ganz normal. Nur ziemlich verhärmt und verheult sehe ich aus. Doch ich traue der Sache nicht so ganz und will es nicht auf sich beruhen lassen, weshalb ich noch einmal sehr langsam und vorsichtig um die Ecke in den Spiegel blinzel. Und da - wußte ich es doch - sehe ich tatsächlich einen kleinen weißen Alienkopf mit einem riesigen Ohr, einem lippenlosen Alienmund und völlig ohne Augen. Schnell verkrümel ich mich in mein Bett zurück und versuche angestrengt aufzuwachen. Fast scheint es mir gelungen, als plötzlich K. durch die Tür tritt und auf mein Bett zukommt. Ich bin erstaunt und weiß jetzt, daß ich noch immer träume. Ich bin keineswegs aufgewacht. Er setzt sich an mein Bett und lächelt mich liebevoll mit einem Gesicht an, welches seinem heutigem Alter entsprechen dürfte. Es ist mit feinen, winzigen Fältchen überzogen und wirkt völlig frei von Hass oder negativen Emotionen, weshalb ich mich von ihm umarmen und brüderlich auf den Mund küssen lasse. Es ist ein schönes Gefühl, fast wie ganz am Anfang, als er noch verliebt und sehr fürsorglich war. Doch lange halte ich es in seiner Umarmung nicht aus, denn mir fällt ein, daß ich mich irren und er sich in meinen Armen in ein Monster verwandeln, oder zumindest etwas Schlechtes im Schilde führen könnte. Gerade für eine Umarmung braucht es hundertprozentiges Vertrauen, da man das Gesicht des anderen nicht sehen kann und so nicht gewarnt ist. Und nicht immer konnte ich ihm trauen. Ich gehe also etwas auf Abstand, damit ich ihn ansehen kann, greife seine Hände und frage ihn ganz direkt, ob er mir irgendetwas übel nimmt oder wegen etwas grollt. Lächelnd verneint er dies und umarmt mich erneut. Ich bin erfreut darüber, daß zwischen uns alles im Reinen ist, aber nach kurzer Zeit kommen mir wieder Zweifel, so daß ich etwas Abstand suche. "Liebst du mich?" frage ich, womit ich eine positive und wohlwollende Einstellung mir gegenüber meine, und er bejaht glaubhaft. Erneut umarmen wir uns bis mir Zweifel kommen, und alles beginnt von vorn. So geht es noch mehrere Male, bis sich sein Kopf plötzlich in einem gleißenden Licht, einer Glühbirne nicht unähnlich, auflöst. Danach laufe ich etwas planlos umher, treffe diesen und jenen, und es wird deutlich, daß der gesamte Traum von einer bestimmten Hintergrund-Erkennungsmelodie begleitet wird. Wenn ich mit Personen rede, dann werden die Antworten meistens singend vorgetragen, so als wäre dies alles ein Musical. Ich öffne einige Türen, hinter denen sich immer andere Personen verbergen, und gelange schließlich in einen Raum, in welchem mich mehrere Frauen singend zu "schmutzigem" Traumsex einladen. Nicht mit ihnen, sondern sie zeigen mir den Weg um eine Ecke. Wenn ich dorthin gehe, findet das alles statt. Doch mich stört der ironische und abfällige Ton ihrer Stimmen. Ich will keinen schmutzigen Traumsex und schon gar nicht, wenn ich so schnippisch dazu eingeladen werde. Und endlich erwache ich wirklich.

Abendsonnenufo

Abendsonnenufo
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Donnerstag, 22. September 2011

Katastrophensurfen

ist zwar nichts, was mir besonders viel Spaß macht und das ich jetzt ständig tun möchte, aber wie alles im Leben können sogar existenzerschütternde Ereignisse durchaus zu positiven Dingen führen, wie zum Beispiel mehr Gelassenheit. In der Küche blieb ich heute mit einer Assiette überbackenen Fischs (der in flüssigem Fett schwamm) hängen, die Assiette federte wie ein von einem Bogen abgeschossener Pfeil und der Fisch einschließlich Soße schoß in hohem Bogen durch die gesamte Küche und auf meine Hose. In der ersten Schreckensekunde spürte ich einen nahenden Nervenzusammenbruch, doch dann lachte ich nur und sagte mir: "Nee, DARÜBER regst du dich jetzt nicht auf.". Meine Küche ist sowieso seit fünf Jahren eine stillgelegte Baustelle, jetzt halt eine Baustelle mit Fischsoße drüber. Dafür konnte aber endlich im Wohnzimmer zusammengeführt werden, was zusammengehört. Montag bekam ich zum neuen Fernseher ein passendes TV-Regal und Säulenregal. Da beide nicht besonders groß sind und auch leicht zusammenzuschrauben, dachte ich mir nichts dabei, als ich genau dies am Montag tat. Allerdings hatte ich nicht mit meinem körperlichen Zustand gerechnet. Nachdem ich fertig war, war mir mal wieder richtig fies übel und ich fiel wie tot ins Bett. Am nächsten Tag war ich immer noch total am Ende, gestern weiterhin fertig und heute fühle ich mich auch noch fertig, aber ich schätze, das kann nicht mehr an den Regalen liegen. Irgendwie verfalle ich bei solchen Beeinträchtigungen immer in leichte Panik. Krank- oder Altsein ist einfach nichts für Widdermond und Löwe-Mars/Sonne/Aszendent. Ich mein, der Löweanteil ist ja gerne und auch ausgiebig mal faul, aber wenn es dann an das Jagen geht, dann bitte mit voller Power und nicht mit Ächzen und mit Stöhnen. Na jedenfalls habe ich mich heute wieder halbwegs danach gefühlt, die Regale ganz vorsichtig einzuräumen, das überfüllte Bücherregal etwas zu lichten und dabei Ludwig und Elisabeth zusammengeführt. Warum bin ich darauf nicht eher gekommen?

Regal

Verpasster Papst

Als ich heute vom Fahrer abgeholt wurde, empfing der mich gleich mit der Nachricht, daß eine italienische Maschine mit dem Papst und zwei Kampfflugzeuge über die Straße hinweggeflogen wären. Er hätte sich erst über die Kampfflugzeuge gewundert, aber dann sei ihm eingefallen, daß das nur der Papst sein könne. "Wow", antworte ich, "dann kann ich ja jetzt sagen, der Papst ist über mein Haus geflogen!" Aber er meinte dazu, es sei etwas mehr über der Kreuzung gewesen. "Mist!" schimpfe ich darauf, "dann wird es ja doch nichts mit der Wunderheilung!"

Traumsplitter

Die tägliche Dosis eines bestimmten Stoffes für mich und für andere und dann das Bewußtsein einer drohenden Gefahr. Kann es sein, daß diese Substanz die Menschen verändert? Gefahr, Gefahr, Gefahr!

Mittwoch, 21. September 2011

Traumsplitter

Die transzendente Materialisation eines schwarzhaarigen Mädchens. Genaugenommen ist nur das Gesicht zu sehen. Die schwarzen Haare umrahmen ein blassweißes Gesicht, in dessen Weiße sich ebenfalls ein schwarzer Fleck auftut. Oder ist es Blut? Irgendwoher weiß ich, daß das Mädchen Myra heißt. Die Erscheinung verfolgt mich eine Weile überallhin, zumindest glaube ich das. Ich halte sie für eine Personalisation des Bösen, auch wenn ich nicht weiß warum. Doch schließlich ist sie verschwunden. Nach einer Weile sage ich völlig gedankenverloren: "Ich liebe dich.", ohne jemanden anzusprechen oder jemanden zu meinen. Der Satz ist einfach so da und fast genau in diesem Moment, wie nach einem Zauberwort, ebenfalls wieder die Erscheinung des Mädchens. Sie dachte, ich meine sie mit diesem Satz, und jetzt ist sie noch anhänglicher als vorher. "Bleib bei mir!" wimmert sie und klammert sich an mir fest. Mit Mühe und Not kann ich mich von ihr losreißen und sie loswerden.

Dienstag, 20. September 2011

Ebbe und Flut und Handtücher

Eine neue Wohnung irgendwo in Berlin. Des nachts stehe ich auf und öffne zwei Fensterflügel weit. Wasser erstreckt sich direkt bis an das Haus und darüber ein funkelnder klarer Sternenhimmel. Es ist wunderschön, aber trotzdem bin ich darüber erstaunt, wo das Wasser herkommt. Dann fällt es mir ein: Das Besondere an diesem Haus ist, daß zu einer bestimmten Zeit nach Mitternacht die Spree über ihre Ufer tritt bis direkt an das Haus, sich aber im anbrechenden Morgen wieder zurückzieht und in ihrem Bett strömt, als wäre nichts gewesen. Dieses Geheimnis macht die Wohnung so außergewöhnlich. Am nächsten Morgen, wenn das Wasser noch nicht weg ist, trifft sich das halbe Haus auf den Stufen des Hauseingangs, um in den Fluten zu baden und zu schwimmen, bevor das Wasser weg ist. Man muß dafür allerdings schon sehr früh aufstehen. Doch dann am Tag die böse Überraschung. Eine Familie kommt und sagt, es sei ihre Wohnung, sie hätten einen Schlüssel dafür bekommen. Das kann doch gar nicht sein, schließlich haben wir ebenfalls einen Schlüssel. Ich beschließe, zum Empfang des Hauses zu gehen und die Sache zu klären. Vielleicht hat sich nur jemand in der Wohnungsnummer geirrt.
Bei einer Art Bankett an einer langen Tafel. Als ich mich setze sind fast alle Schüsseln am Tisch bereits leergegessen. Die Frau mir gegenüber hat einen Teller voll Milchreis vor sich. Hm, Milchreis...darauf hätte ich jetzt auch Appetit. Es kann doch nicht sein, daß alles schon weg ist. Sicherlich steht außerhalb der Tafel irgendwo Nachschub. Doch so viel ich mich auch umschaue, nirgends ist etwas Eßbares zu entdecken. Dann hebt die Frau eine Schüssel hoch und darunter hat sich tatsächlich ein Teller mit einigen Erdbeeren versteckt. Na, der ist doch jetzt sicher für mich, denke ich etwas zu voreilig. Schließlich habe ich bisher nichts abbekommen und das wäre nur gerecht. Aber die Frau scheint das nicht so zu sehen, denn ohne Umschweife hat sie den größten Teil der Erdbeeren, bis auf zwei einzelne, die ich schnell stibitzen konnte, und einige grüne, unreife, weggegessen. Ein wenig fühle ich mich vor den Kopf gestoßen. Hier ist wohl nichts mehr zu holen, deshalb stehe ich auf und suche einen Raum auf, wo man sich über den Tag mit einigen Lebensmitteln und Proviant eindecken kann. Dann muß das trockene Zeug eben reichen, wenn ich Hunger bekomme. Doch auch hier kann ich statt Eßbarem nur Handtücher entdecken. Überall Handtücher, einige besonders schöne und große Badetücher sind sogar an die Wand drapiert. Aber von Handtüchern werde ich nicht satt.