Alien
Es ist eine neuere Version von  AlienInsideTwoday  verfügbar!  Aktualisieren  Jetzt nicht!
© 2018-2023 NeonWilderness

Mittwoch, 14. März 2012

Du-Sie-Es

Ich wurde in die Heimat der deutschen Sprache hineingeboren. Das ist etwas, was ich ganz selten, wirklich selten, bedauere, denn die deutsche Sprache ist etwas dünkelhaft und unterscheidet in der Anrede zwischen "Du" und "Sie". Solches bereitet mir gerne Probleme, die ich nicht hätte, wäre ich z.B. im englischen Sprachraum geboren worden. Nur deshalb auszuwandern wäre allerdings lächerlich und wahrscheinlich ist das Problem gar nicht die Sprache, sondern es liegt an mir, wenn ich so gerne ein Problem daraus mache. Vielleicht geht es ja anderen absolut nicht so, daß sie drei Tage unentwegt, wie ich gerade, darüber nachdenken, wie sie jemanden am Telefon bei einem einigermaßen privaten, aber auch nicht zu privatem Gespräch anreden, den sie noch nicht persönlich kennen und der nur unwesentlich älter ist. Wie ich mich kenne, endet die ganze Sache damit, daß ich gar nicht erst anrufe, mir aber trotzdem tagelang den Kopf zermartert habe. Auch scheinen viele zwar durchaus Wert auf die unterschiedlichen Anreden zu legen, aber weniger auf den Knigge, nach welchem immer die ältere Person der jüngeren das "Du" anbietet. Mir selbst wäre es ja ziemlich egal, aber woran erkennt man, ob jemand dem Herrn Knigge zugeneigt ist und sich von lockeren Umgangsformen auf den Schlips getreten fühlt? Oder ob es genau umgekehrt ist und derjenige es eher unangenehm findet, wenn man zu höfliche und korrekte Umgangsformen an den Tag legt? Überhaupt waren das noch Zeiten in den Anfängen des Internets, als es unter den Internetpionieren die strenge Regel in der Nettiquette gab, daß man sich online generell mit "Du" anzureden habe. Siezen war hochgradig verpönt. Aber heutzutage weiß man nicht einmal mehr im Internet, wen man Duzen darf und wen man lieber Siezen sollte, zumal hier oft auch die äußerlichen Erkennungsmerkmale, die bei dieser Entscheidung normalerweise unterstützend wirken, fehlen. Mir scheint, wir Deutschen lieben es kompliziert.

Alles normal

"30 EUR Belohnung für Schlaf" statt "30 EUR Belohnung für Schuhkauf" verlas ich mich gerade.

Wenn ich für Schlaf belohnt werden würde, wäre ich in nullkommanix Millionär. Als ich heute mit meiner ehemaligen Mitpatientin telefonierte, unterhielten wir uns auch über die Müdigkeit. Ich könnte tatsächlich jeden Tag zwölf Stunden und mehr schlafen, mache es aber nicht immer, obwohl ich darf, weil ich es doof finde, wenn der Tag so kurz ist. Wenn ich allerdings zwei oder drei Tage hintereinander "nur" 8 Stunden geschlafen habe, fühle ich mich schon, als hätte mich ein Panzer überrollt und als würde ich gleich auf der Stelle tot umfallen, was ich besorgniserregend finde, denn eine normale Zeiteinteilung wie früher ist so überhaupt nicht möglich. Auch ist es schwer, einen irgendwie vernünftigen Rhythmus zu finden. Inzwischen versuche ich es mit einem Rhythmus, bei dem ich einen Tag früh, also nach 7-8 Stunden, aufstehe und den Tag darauf den fehlenden Schlaf wieder nachhole, so daß das Defizit sich nicht über mehrere Tage sammelt und mich aus der Bahn wirft. So habe ich immer im Wechsel einen "ganzen" und einen "halben" Tag. Lieber hätte ich nur "ganze" Tage, denn ich mag das sensationelle Gefühl, wenn früh ein wirklich langer Tag vor mir liegt, den ich mit Leben füllen darf, wie ich es möchte. Allerdings macht das auch nur wirklich Sinn, wenn man vor Müdigkeit nicht gleich wieder umkippt. Irgendwann beginnt man bei so viel Müdigkeit an sich zu zweifeln, und hält sich für eine Schlaftablette. Tanzen, vor allem Salsa mit dem schnellen Rhythmus, und Sport helfen zwar, um munterer zu werden, aber auch nur stundenweise. Meine Mitpatientin, die ebenfalls von Müdigkeit geplagt wird, meinte, sie hätte gelesen und von ihrer Ärztin gehört, daß die Müdigkeit, medizinisch Fatigue genannt, noch bis mehrere Jahre nach der Behandlung andauern kann. Gut zu wissen, dann bin ich ja doch völlig normal. Wahrscheinlich bringt es einfach nichts, das Leben vor dem Jahr K mit dem Leben nach dem Jahr K zu vergleichen. Aber wenn ich so höre, was manche Patientinnen für große Probleme mit ihrem Arm haben, bin ich darüber sehr froh, wie die Sache mit den Lymphknoten bei mir abgelaufen ist und ich so noch die Chance hatte, sie behalten wollen zu dürfen. Bis auf zwei davon, die ich als Opfergabe dankend der Wissenschaft überließ.

VIP-Lounge

Meine ehemalige Mitschülerin U. vertraut mir ihren Kummer an, daß niemand sie mag. Das kann ich ja nun überhaupt nicht glauben, da sie doch immer der Liebling von allen ist, etwas, worum ich sie manchmal ein bißchen beneidet habe. Um sie zu trösten, streichel ich ihr über die Schulter und sie wird dabei ganz klein und zerbrechlich. R., ebenfalls ein ehemaliger Mitschüler, folgt mir überall hin und scheint meine Nähe zu suchen. Ich halte nun eine Schachtel in der Hand, in welche ich seine Zigarettenpackungen getan habe. Diese habe ich an mich genommen, um ihm die Zigaretten künftig zuzuteilen und er hat nichts dagegen. Wie er so neben mir steht, ist er auf einmal ein kleiner Junge mit einer verschmierten Nutella-Nase geworden. Wie putzig!

Mit meiner Familie reise ich in das Heimatdorf, um dort Ahnenforschung zu betreiben. Dies haben wir bereits einmal getan und während des Aufenthalts einige Interviews mit Leuten aus dem Dorf geführt. Es ist herrlichstes Wetter, die Sonne brennt heiß auf uns herab und wir überlegen, was wir nun am heutigen Tag unternehmen. Ich würde lieber herumstreifen, aber stattdessen landen wir in einem Hof, wo wir von einem Mann mit Brille in Empfang genommen werden. Dieser führt uns zu einem Portal, hinter dem ein großer Saal liegt, in welchem eine Veranstaltung stattfindet. Wir werden von dem männlichen Türöffner einzeln eingelassen, indem jeweils nur einer eintreten darf und die Tür wieder geschlossen wird, wobei der Türöffner laut den jeweiligen Namen in den Saal ruft. Vor mir ist gerade eine Person, die mit lautem Applaus und Jubel empfangen wird. Selbst hinter dem geschlossenen Portal hört es sich an, als würden tausende von Menschen im Saal toben. Wie ich dem gerufenen Namen entnehme, ist es wohl irgendein bekannter König oder Fürst, von dem ich dachte, daß es ihn gar nicht mehr gibt. Inzwischen schlottern mir die Knie, denn so viel Aufmerksamkeit bin ich nicht gewöhnt. Lieber würde ich mich wie ein Mäuschen in den Saal schleichen. Doch jetzt bin ich an der Reihe. Konzentriert starre ich auf meinen Schuh, als ich die Schwelle überschreite. Nur nicht stolpern! Wie zu erwarten fällt bei mir und der restlichen Familie der Applaus eher sehr verhalten aus. Schließlich sind wir weder berühmt noch bekannt. Wahrscheinlich wird nur geklatscht, weil die berühmte Person zu unserer Gruppe gehört und wir zusammen mit ihr eintreten. Dennoch erhalten meine Mutter und ich Plätze in der VIP-Lounge. Diese besteht aus zwei Stühlen, welche nicht normal in der Reihe mit den anderen stehen, sondern seitlich mit Blick zur Wand. Vor ihnen ein billiger weißer Plastiktisch mit zwei gefüllten Sektkelchen.

Dienstag, 13. März 2012

Stil|Bruch

Stil | Bruch
.

"Lebt denn

der alte Backenzahn noch, Backenzahn noch, Backenzahn noch. Lebt denn der alte Backenzahn noch, Backenzahn noch. Jaaaaaaaaaaaa, er lebt noch, er lebt noch, er lebt noch. Jaaaaaaaaaaaa, er lebt noch, stirbt nicht."
Wie man meinem Gesang entnehmen kann, war mal wieder Zahnarzt fällig und die Zahnärztin gönnte mir wie immer den Spaß, denn Nerv noch lebendiger zu machen als er schon ist, natürlich nur um zu testen. Überkronen wollte sie ihn erst Ende des Jahres, aber ich will so schnell wie möglich eine Krone, damit ich wieder normal auf beiden Seiten kauen kann ohne Angst haben zu müssen, daß noch mehr von dem Zahn wegbröckelt und ich von weiteren "Nerventests" verschont bleibe. Deshalb habe ich heute schon den Heil-und Kostenplan mitbekommen. Wie erwartet ein teures Vergnügen, aber man gönnt sich ja sonst keinen Luxus, zumindest fast keinen.

Sonntag, 26. Februar 2012

Mist,

jetzt ist von meinem halben, provisorisch gefüllten Backenzahn noch ein Stück von der anderen Seite abgebrochen. Ich glaube, der fällt so langsam auseinander. Es gibt da so einen Spruch, daß jede Schwangerschaft einen Zahn kostet. Den Spruch kann man wohl darauf erweitern, daß jede Schwangerschaft und jede Chemotherapie mindestens einen Zahn kostet. Denn ich bin nicht die Einzige, wie ich gerade gelesen habe: http://www.krebs-kompass.de/showthread.php?t=49744. Aber auch so etwas bekommt man von keinem Arzt gesagt.

Das ewige Leben

Das Buch "Die Katze, die einen zu langen Schwanz hatte" finde ich beim Aufräumen. Ich beschließe es wegzuwerfen, denn lesen werde ich es sicher nicht mehr. Wozu also aufheben? Allerdings gehört es meinem Vater, vielleicht wäre er nicht einverstanden.

Unweit von meinem Wohnhaus ein Observatorium der Venus gewidmet. Im Foyer kann man allerhand Souvenirs kaufen, gerade ist eine neue Kollektion von kleinen Tierfigürchen aus hellblauem und türkisem Steingut gekommen. Angetan betrachte ich die Auslagen und denke, ich sollte öfters hier vorbeischauen, denn ich liebe ja solchen Kram.

Irgendwo in einem Krankenhaus sitzend, wird mir plötzlich klar, daß ich gestorben bin. Mein Körper liegt hier in der Leichenhalle oder wurde vielleicht schon beerdigt, aber ich bin noch da, mir meiner selbst bewußt. Das Sterben ist einfach und problemlos gegangen, ich kann mich gar nicht mehr daran erinnern. Meine Güte, daß man aber auch so unzureichend auf solche Situationen vorbereitet wird! Woher soll man denn ahnen, daß es das ewige Leben tatsächlich gibt? Jetzt sitze ich hier dumm herum und weiß nicht, wie weiter.

Samstag, 25. Februar 2012

Schreibtischtat

Dann werde ich der Operation Schreibtisch einmal folgen und den meinen herzeigen. Wie man sieht, ist er zur Zeit recht gut sortiert. Das ist nicht immer so.

Schreibtisch 2

Schreibtisch 1

Freitag, 24. Februar 2012

Noch mehr Geschenke

Der Wilde Kaiser schenkt mir ein kleines Heftchen mit einem selbstgezeichnetem Comic. Das ist wirklich ein süßes Geschenk und ich bin bereits versunken in die Geschichte, als ich nur noch "Super!" hauche. Eigentlich bin ich zwar kein Comic-Fan, aber so ein selbstgemachtes Comic als Geschenk zu bekommen, ist schon außergewöhnlich. Er hat nicht verstanden, was ich gesagt habe und fragt etwas besorgt nach, vielleicht weil er befürchtet, daß es mir nicht gefällt. "Super! Das ist super!" wiederhole ich stark beeindruckt.
Ein ehemaliger Kollege lädt mich zu einem "Bäckerfest" ein. Da gibt es sicher viel Kuchen. Nicht so gut für meine Figur, aber frischem Kuchen kann ich nicht widerstehen. Als wir uns auf den Weg machen greift er sich fürsorglich Puschel, um sie mitzunehmen und zu tragen, so als würde sie wie selbstverständlich dazugehören, bzw. zu mir gehören. Wie süß, daß er daran, bzw. an mich denkt.

Donnerstag, 23. Februar 2012

Pluto Quadrat Chiron

( Pluto tr Quadrat Chiron/Mond r aktuell Januar 2012 bis November 2014):
"Die Wut äußern *** Während vieler Monate gültig: Diese Zeitqualität könnte recht widersprüchliche Gefühle in Ihnen wachrufen. Möglicherweise verspüren Sie immer häufiger eine unbändige Lust, endlich Ihren Mitmenschen Ihre wirkliche Meinung über sie ins Gesicht zu sagen. Dann wiederum schrecken Sie vielleicht vor sich selbst zurück und schämen sich Ihrer verletzenden oder rachsüchtigen Gedanken. Ihre Umwelt dürfte es derzeit nicht gerade leicht mit Ihnen haben, und deshalb sind Sie mehr als sonst auf die Geduld und Nachsicht anderer angewiesen. Am besten versuchen Sie während dieser Zeit, sich selbst genügend Mitgefühl entgegenzubringen. Die Unruhe, die Sie in Ihrem Inneren wahrnehmen, ist ein Zeichen dafür, daß etwas in Bewegung kommt, was schon sehr lange im Dunkel Ihres Unterbewußtseins versteckt ist. Wie die meisten Menschen vergraben wahrscheinlich auch Sie seelische Verletzungen, Zurückweisungen oder Bloßstellungen tief in Ihrer Psyche, ohne jemals der Wut und dem Haß Ausdruck zu verleihen, die daraus entstehen.
Schwierigkeiten im Kollegenkreis oder Unstimmigkeiten in Ihrer Familie könnten jetzt zum Auslöser für heftige Gefühle werden, die in keinem Verhältnis mehr zu deren äußerem Anlaß stehen. Wenn Sie jetzt mit Wut und Aggressionen in Kontakt kommen, so vermutlich deshalb, weil Sie nun stark genug und bereit sind, damit umzugehen. Auch das mögliche Echo seitens Ihrer Mitmenschen werden Sie jetzt viel besser verkraften. Gestehen Sie sich Ihre unbequemen Gefühle ruhig zu! Nur dann werden Sie feststellen, daß Sie nach und nach das richtige Maß finden und niemanden zu Unrecht für etwas "bestrafen", wofür er im Grunde gar nichts kann. Wut ist ein ganz natürliches Gefühl, das sich zum Schutz der eigenen Persönlichkeit nur dann bemerkbar macht, wenn Ihnen Unrecht geschieht. Wenn Sie ihr keinen Ausdruck verschaffen, weil sie Ihnen von Kindesbeinen an abtrainiert wurde, fühlen Sie sich weiterhin ausgeliefert, hilflos, benutzt oder schuldig. Damit nehmen Sie sich jedoch die Möglichkeit zur Gegenwehr. " (Deutung von Astrodienst.com)

Haargenau zutreffend. Tanzen und Bloggen sind für mich im Moment zwei Möglichkeiten, den Dampf abzulassen, um das Maß nicht zu verlieren, denn ansonsten würde ich wahrscheinlich platzen wie eine Granate. In einem Forum erzählte jemand über seine Erfahrungen mit diesem Transit und stellte fest, daß er nach diesen zwei Jahren keinem Menschen mehr getraut hat. Ich vertraue bereits jetzt einigen Personen nicht mehr, aber hoffe doch, daß es um diese Zeit nicht wirklich so schlimm bestellt ist. Ich bin schon schüchtern genug, noch mehr Schüchternheit würde mir nicht gut bekommen. Noch gibt es ein paar wenige Menschen, von denen ich nicht glaube, daß sie ein falsches Spiel mit mir treiben. Aber zwei Jahre sind eine lange Zeit, da kann viel passieren. In einem englischen Blog dagegen berichtet jemand ganz begeistert über diesen Transit: http://in2themystics.com/2010/03/25/transit-pluto-square-chiron-a-cosmic-surgeon-that-rewards-patients-with-liberation-ambrosia/.
Fest steht jedenfalls, positiv betrachtet, daß wohl auch die nächsten Jahre nicht langweilig werden. Wenn man frisch aus einem Neptun-Transit kommt, der jetzt endlich abgetreten ist, und gleich Pluto folgt, dann ist es, als würde man von einem Extrem in das andere fallen. Eine Achterbahnfahrt der Superlative. Während man unter Neptun noch träumt und voller hehrer Ideale ist, fleißig Nachsicht und Vergebung übt, wacht man unter Pluto gnadenlos auf und stellt plötzlich fest, daß Verzeihen und Verständnis zu nichts anderem geführt haben, als daß man immer und immer und immer wieder verarscht worden ist. Ich finde, wenn mir jemand ständig auf die Füße tritt, dies nicht unterläßt und auf etwaige Nachfragen und Annäherungen nicht reagiert, hat er es verdient, daß ich zurücktrampel. Ich habe keine Lust mehr, zu der Minderheit zu gehören, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, den geduldigen Prellbock für andere abzugeben. Zwar weiß ich (wie sollte es auch anders sein), daß umgekehrt niemand so viel Geduld mit mir haben wird, wie ich bisher gezeigt und geübt habe, aber mir ist es ab jetzt egal, was man von mir denkt oder hält. Wenn ich lieb, ruhig, gutmütig und angepasst bin, hat man trotzdem ständig etwas an mir auszusetzen UND verarscht mich noch dazu, wenn ich dagegen zurückschlage, empört man sich zwar erst recht über mich und quengelt an mir herum, aber überlegt es sich zwei- und dreimal, ob man mich für billige Psychoopern oder sonstige böse und mißgünstige Einfälle benutzt. Da wähle ich doch das kleinere, einzelne Übel. Das mir das nicht früher aufgegangen ist...

Abstecher zur Semperoper

Des nachts beschließe ich zu Fuß einen kleinen Abstecher zur Semperoper in Dresden zu machen. Das geht sogar recht schnell und einfach. Erstaunlich! Anscheinend ist Dresden gar nicht so weit entfernt, wie es den äußeren Anschein hat. Die Fassade der Oper wird von Lichtstrahlern beleuchtet und ragt nun vor mir in den dunklen Himmel auf. Schnell den Fotoapparat gezückt und ein paar Bilder gemacht. Gerade findet eine Veranstaltung statt, im Foyer sammeln sich Menschen in Grüppchen. Auch hier fotografiere ich, bis ich von einer Angestellten darauf hingewiesen werde, daß fotografieren verboten ist. Ich entschuldige mich und verlasse das Foyer wieder. Auf dem Rückweg komme ich an einem Platz vorbei, wo hinter einem Bauzaun alte Güterzugwaggons der Reihe nach auf einem Berg aufgestellt sind. Die Ansicht hat einen morbiden Charme, weshalb ich ebenfalls einige Fotos davon mache.

Mittwoch, 22. Februar 2012

...

Es geht doch nichts über ein ungestörtes, harmonisches und tiefgehendes Gespräch, bei welchem man sich ansehen, in die Augen schauen kann. Das kann weder eine Webcam noch ein Telefon ersetzen.

Zwei neue Kleider

Ein Paket liegt vor mir mit Geburtstagsgeschenken für mich. Darin befinden sich zwei neue, vom Schenkenden selbst genähte Kleider. Hübsche kleine Hängerchen, hauptsächlich in Blautönen. Das eine Kleid ist in gebrochenem Jeansblau mit Streublümchen in allen Schattierungen, leicht durchsichtig, das zweite Kleid aus einem satten, metallischen Blau mit abgesetzten Spitzen am Ärmel in elektrisch leuchtendem Weiß. Ich zeige die Kleider den Anwesenden um mich herum, darunter Kinker, und alle sind begeistert. Sie meinen, das eine Kleid sollte ich sofort überziehen, wenn ich das Glück habe, so ein Geschenk zu bekommen.
Irgendwo entdecke ich einen altertümlichen Stadtteil mit Kirchen und Museen. Es ist blauer Himmel und einige unansehnliche neuere Gebäude wurden mit witzigen Bildern verziert, die aussehen wie Pin-Ups aus den 50igern, die jedoch unregelmäßige Kanten haben und nicht rechteckig sind. Hier könnte ich jede Menge fotografieren und herumstromern, aber ich entscheide, daß ich ein anderes Mal wiederkommen werde, denn zur Zeit bin ich auf der Suche nach etwas und habe anderes zu erledigen.
Ich erreiche einen Hof, der tiefer liegt als die Erdoberfläche, so eine Art Kellerhof, von welchem einige Türen in dunkle Räume führen. Kinder spielen hier überall, denn dies ist eine Einrichtung für Kinder, wo laufend Veranstaltungen stattfinden. Im Moment jedoch sind hier keine Veranstaltungen, aber die Türen zu den Räumen stehen trotzdem für die Kinder jederzeit offen. Ich sehe Kinder rufen und in einen der dunklen Räume zu zeigen. Sie sagen, sie würden darin einen Geist sehen. Ich trete hinzu und suche die Dunkelheit nach diesem Geist ab, kann aber nichts entdecken.

Dienstag, 21. Februar 2012

Fehlschaltung

Die Monate Januar bis März sind einfach nicht für mich gemacht und den November könnte man auch noch in den Sack stecken. Im Februar und März müßte man mich eigentlich regelmäßig steril zwischenlagern, weil jede Vire und jede Bakterie im Umkreis von 2 km bei mir andockt. Mehr als schlafen schaffe ich in der Zeit sowieso kaum. Wenn es dann mit einigen größeren und kleineren Unpäßlichkeiten abläuft, war das noch ein gutes Jahr. Das Licht am Ende des Tunnels ist meistens erst ab April zu sichten. Dann beginnt mein richtiges Leben. Und seltsamerweise scheint diese Un-Zeit davor mit jedem Jahr prägnanter zu werden.

Waschnüsse

Ich habe inzwischen mehrere Wäschen mit einem Probesäckchen Waschnüssen gewaschen, darunter auch stark verschmutzte, bei der ich die Flecken mit Gallseife vorbehandelte, und ich muß sagen, ich sehe keinen großen Unterschied zu herkömmlichen Waschmitteln. Alles wird ausreichend sauber, allerdings vielleicht nicht so strahlend weiß. Doch da ich kaum bis keine weiße Wäsche besitze und auch die rauchigen weißen Gardinen inzwischen entsorgt habe, stört mich das nicht besonders. Meine Waschmittelvorräte gehen gerade zur Neige und ich werde mir wohl einen Vorrat von diesen grandiosen Nüsschen holen. Denn mir gefällt nicht nur, daß sie ohne aggressive Chemikalien waschen, sondern auch, daß man sie mehrmals verwenden kann und sie federleicht sind, weshalb man nicht so schwer schleppen muß wie an den Waschmittelpackungen.

Montag, 20. Februar 2012

Besuch vom Ex

K. sitzt neben mir in einem Viererabteil der S-Bahn. Uns gegenüber eine fremde junge Frau. Er, der hier im Traum kurzzeitig in die Gestalt einer ehemaligen Kollegin übergeht, erzählt mir, daß er meine früheren Liebesbriefe dazu benutzt, um irgendetwas zu verkaufen. Ich schaue ihn entsetzt an und er fügt schnell hinzu, daß er meinen Namen natürlich dabei nicht nennt. "Das ist auch gut so" antworte ich, "denn wenn du meinen Namen nennst, bekommst du von mir eine auf die Nase." Er lacht und die junge Frau gegenüber lächelt amüsiert in sich hinein, weil sie die Unterhaltung mitbekommen hat. In einem Cafe, das mehrere stufenweise angeordnete Podeste hat, sitze ich auf einem oberen Podest mit einer jungen Frau, vielleicht der aus der S-Bahn, während auf einem unteren Podest K. seinem Job am einem Verkaufstand nachgeht. Die junge Frau klagt mir, daß es ihr psychisch gerade nicht gut gehe. Seltsam, ich fühle mich hier im Cafe, so im Gespräch mit ihr, gerade sehr wohl, was ich ihr auch sage. Später gehe ich ein Stück mit K. während weit entfernt am Bahnhof eine Frau mit einem weißen Rollkoffer wartet. Ich weiß, daß sie auf ihn wartet, weil er ihr irgendwelche Zeichen macht, wahrscheinlich ist das seine neue Freundin. Dann legt er seinen Arm um mich, ich meinen um ihn und wir laufen nebeneinander her, bis er sich schließlich von mir mit den Worten: "Du weißt ja, ich brauche nichts, ich gebe nichts und ich nehme nichts." verabschiedet. Den letzen Teil des Satzes vervollständige ich scherzhaft mit ihm zusammen, denn ich kenne diese Worte bereits, weil er sie ständig sagt. Später liegt vor mir eine Packung Pastellkreiden und ein leeres Blatt Zeichenkarton. Mir fällt auf, daß die Farbskala der Pastellkreiden ausschließlich einen großen Umfang an Blautönen, einige Grüntöne und Gelb umfaßt. Ein bißchen wenig, damit kann man ja höchstens Schneelandschaften zeichen. Sofort habe ich das Bild einer Schneelandschaft mit einem igluähnlichen Eishaus vor Augen, aus dessen einem Fenster ein warmer gelber Lichtschein fällt. Nun betrete ich einen großen, etwas rümpeligen Seminarraum, in welchem eine wichtige Veranstaltung stattfinden soll. Es sind allerdings nur sehr wenig Leute dort, die man an einer Hand abzählen kann. Unter ihnen erkenne ich Iseman Namesi. Ich nicke ihm grüßend zu und sage "Du auch hier?", bevor ich Platz nehme. Er nickt zurückt. Draußen am Himmel ziehen wie bunte Wolken seine Bilder und Webseiten vorüber. Das ist eine gigantische Reklame, aber es paßt. Er macht seine Sache wirklich gut.

Sonntag, 19. Februar 2012

...

Der Freundschaftsbund, den sie geschlossen hatten, und die Worte, welche an jenem Sonntagabend zwischen ihnen gefallen waren, hatten sie ungezwungener und ganz sicher in ihren Beziehungen zueinander gemacht, und, einsam wie sie beide waren, schlossen sie eine innige, warme Freundschaft, die bald eine große Macht über sie gewann und ihren Sinn derartig beschäftigte, daß ihre Gedanken, ob sie nun getrennt oder beisammen waren, sich immer diesem Freundschaftsverhältnis zuwandten, wie Vögel, welche an demselben Nest bauen, alles, was sie sammeln und was sie verwerfen, mit dem einen heimlichen Zweck vor Augen ansehen, das Nest so recht warm und weich für den andern und für sich selbst zu machen.
(aus "Niels Lyhne" von Jens Peter Jacobsen)

Mit Gaga Nielsen im Kaufhaus

In meinem Fernsehsessel erwache ich. Ich habe dort die ganze Nacht verbracht und stelle fest, daß ich sehr gut geschlafen habe und außerdem auch über Nacht mehrere Kilos abgenommen haben muß, denn mein Bauch ist auf einmal platt wie eine Flunder. Super! Solche Auswirkungen hätte ich meinem Fernsehsessel nicht zugetraut, allerdings bin ich unsicher, ob dies nicht eher als ein Warnsignal zu werten ist, wenn man über Nacht so viel abnimmt. Doch gut sieht es aus. Den ersten Tag bin ich jetzt wieder im Büro, sitze an einem Besprechungstisch, als meine Teamleiterin und mehrere Kollegen kommen. Sie möchten, daß ich wieder nach Hause gehe, zu Hause bleibe und schreibe. Nanu? Wieso wollen die sowas? Aber es hört sich an, als wäre das ein Auftrag und schon beschlossene Sache. Ich gehe also wieder und treffe mehrere Kollegen, die ich hinter mir über mich reden höre. Sie sagen, daß ich entzückend aussehe und daß sich mein Aussehen mal meinem Körper anpassen sollte, bzw. umgekehrt. Wahrscheinlich meinen sie, daß ich für meinen Gesundheitszustand zu gut aussehe. Ok, ich bin zwar weiß wie eine Wand und habe enorm abgenommen, aber das kommt gut in meinen modischen Klamotten. Als nächstes bin ich mit Gaga Nielsen auf der Straße unterwegs. Sie trägt einen langen schwarzen Ledermantel und zeigt auf eine "grüne" Katze, die aus dem 5. Stock eines Hauses auf uns herunterschaut. Eigentlich ist sie mehr schwarz, hat in der Sonne aber einen grünlichen Schimmer und ist sehr klein und dünn. Während ich noch nach oben schaue, springt sie und es scheint, als wolle sie mir direkt ins Gesicht springen. Erschrocken weiche ich einen Schritt zurück, bevor sie auf mir landen kann und unversehrt kommt sie mit ihren Pfoten auf dem Gehweg auf, strolcht nun neben uns her. "Wow! Die traut sich ja was!" staune ich, auch erleichtert, daß ihr nichts passiert ist. "Also meine Katze hätte sich das nie getraut, von so hoch oben zu springen." Wir kommen auf den Alex, wo wir in das Kaufhaus wollen. Doch vorher kreuzt uns ein langer Zug von blassgrauen, fast durchsichtigen Personen von rechts, anscheinend eine Protestkundgebung. Wir warten, bis sie vorübergezogen sind und Gaga will schon wieder loslaufen, als nun von links noch einmal so ein Zug vorbeimarschiert und ich sie schnell am Ärmel zurückhalte. Endlich kommen wir zum Kaufhaus und Gaga weiß genau, wo es lang geht. Sie öffnet eine unscheinbare Tür, die zu einem Treppenhaus führt. Doch eigentlich ist es mehr eine Leiter, die zum offenen zweiten Stockwerk wie zu einem Heuboden führt. Leichtfüßig und elegant steigt sie die Leiter hinauf und betritt das Stockwerk, ohne die Hände zu benutzen, so als sei es tatsächlich eine normale Treppe. Ich folge ihr, habe aber Angst, von der offenen Plattform rücklings hinunter zu stürzen, weshalb ich mich sitzend wie ein gestrandeter Wal auf die Plattform wälze. Wir sind nun in einer Buch- und Zeitschriftenabteilung und ich suche nach der neuen "petra", aber auch hier ist nichts von der Zeitschrift zu sehen.