Alien
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Mittwoch, 12. September 2012

Gerade

einen Persönlichkeitstest gemacht. Das Ergebnis ist bitter, paßt aber erschreckend gut:

Der introvertierte intuitive Fühltyp

Dieser Typ braucht Ruhe und Frieden (unbedingt!) und fühlt sich im Partygewühl unwohl. Er albert nicht gern herum und spielt nicht gerne Rollen. Am liebsten hält er sich in Gesellschaft von Menschen auf, die ihn verstehen. Introvertierte intuitive Fühltypen haben oft hohe moralische Werte. Nie würden sie ihren Partner betrügen und wären bitter enttäuscht, wenn sie herausfänden, dass er sie betrügt. Durch ihre Ehrlichkeit und ihr Mitgefühl haben die Haie dieser Welt mit ihnen leichtes Spiel und können auf ihren Gefühlen herumtrampeln, um selbst weiterzukommen oder sich an die erste Stelle der Schlange vorzudrängeln. Menschen des introvertierten intuitiven Fühltyps lieben geistige Arbeit und Kontemplation und sind oft gute Schriftsteller.

Ich hoffe mal, daß ich es den Haien dann doch nicht immer sooo leicht mache.

Dienstag, 11. September 2012

Manchmal

findet man auch irgendwo noch die Überreste des Weihnachtsbratens vom letzten Jahr.

Montag, 10. September 2012

Ende der historischen Berliner Straßenbeleuchtung

Zumindest ist dieses geplant und ein Abbau der alten Gas-Straßenbeleuchtung hat bereits begonnen. Noch 6 Tage lang kann man eine Petition dagegen unterschreiben:

https://www.openpetition.de/petition/online/erhaltung-der-berliner-gas-strassenbeleuchtung

Berliner Straßenbeleuchtung

Schwarzer Kater mit weißen Pfoten

Ich glaube aufgewacht zu sein, kann mich aber nicht bewegen. Eine Schlaflähmung verhindert das. Doch mit den Augen kann ich wahrnehmen, was um mich herum vorgeht und sehe an der Wand unter der Decke, etwas entfernt von mir, etwas großes Schwarzes. Was ist das? Eine Maus? Es springt herunter und sieht jetzt aus wie ein schwarzes Eichhörnchen. Schnurstracks kommt es auf mein Bett zugelaufen und springt hinauf. Es ist ein schwarzes Katerchen mit einer weißen Nase und weißen Pfötchen. Selig schnurrend läßt er sich auf meinem Bauch nieder. Und auf einmal wird mir klar: Genau so einen Kater wollte ich schon immer haben. Einen schwarzen Kater mit einer weißen Nase und weißen Pfoten.

Sonntag, 9. September 2012

Wer hätte gedacht,

daß Küchenbauen so viele Unwägbarkeiten und kleine Problemchen mit sich bringt. Ich jedenfalls nicht, aber es ist auch die erste Küche, die ich baue. Das Zusammenmontieren an sich ist ja nicht so schwer, aber Dinge wie unebene Böden, schiefe und sandige Wände machen einem immer mal einen Strich durch die Rechnung. Die neuen Stellschrauben waren schon zwei Tage nach meiner Bestellung im Briefkasten. Manchmal ist die Post so schnell, daß ich mich direkt wundere, wie die das anstellen. Mit diesen und diversen improvisierten Hilfsmitteln werde ich es sicherlich hinbekommen, die Unterschränke ausreichend zu justieren. Überhaupt bin ich zuversichtlich, daß ich, egal was sonst noch so an Überraschungen lauert, für alles eine Lösung finde und es irgendwann geschafft habe, egal ob es noch lange dauert oder schneller geht als gedacht. Und dann habe ich mir ein wirklich ehrliches Küchenbau-Diplom verdient. Am Nachmittag schnell die letzte Sonne auf Vorrat getankt, wer weiß, wie lange wir die liebe Sonne jetzt noch sehen. Die bereitet sich schon auf ihren Winterurlaub vor. Und während ich so in der Sonne saß, kam mir der Gedanke, daß ich, wenn ich noch viel mehr Glück habe, als ich zu denken und zu glauben wage, in zwei bis drei Monaten vielleicht sogar gleich drei Probleme mit einem Streich los bin. Wie gesagt, es ist eher unwahrscheinlich, aber das Leben hat mich in den letzten Jahren bereits andauernd so überrascht, zuzutrauen wären ihm solche Coups. Aber selbst wenn nicht, die dritte Sache liegt sowieso im Sterben, so wie einiges andere, da mache ich mir keine Illusionen. Das hängt wahrscheinlich damit zusammen, daß sich nun Neptun endgültig von mir verabschiedet hat. Das bedeutet auch ein Ende der Täuschungen und Selbsttäuschungen, was ich sehr deutlich spüre, und auch hier überraschenderweise ein Ende der Angst. Konkrete Ängste habe ich natürlich immer noch mehr als genug, aber diese subtile ursachenlose Grundangst, eine Art von Existenzangst, ist mit einem Schlag verschwunden. Das fühlt sich fast etwas seltsam an, so als wäre einem ein Haustier davongelaufen, das einem jetzt manchmal fehlt. Vielleicht weil man sich so daran gewöhnt hatte. Es war außerdem vorauszusehen, daß manch einer, der mich lieber schwach sieht, damit nicht zurechkommen würde. Doch egal, was nun weiter aus meinem Leben verschwindet und endet, ich bin zur Zeit sehr überzeugt davon, daß etwas Besseres folgt. Ich hoffe natürlich, daß dies aus einem inneren Wissen resultiert und nicht nur aus Einbildung. Ich habe ja nun in meinem Leben Transite aller Langsamläufer hinter mir, von Pluto, Neptun, Uranus bis Saturn, aber ich muß ehrlich sagen, obwohl Pluto auch nicht einfach war, diese neptunische Zeit fand ich von allen am schlimmsten.

Küchenchaos

letzte Sonne 046a

Freitag, 7. September 2012

Der ultimative Männertraum

begegnete mir in der letzten Nacht. Sie war makellos schön - schlank, brünett, mit golden leuchtender Haut, trug ein orange-buntes Bikini - und lag in meinen männlichen Armen. Gut, etwas unglücklich in meinen Armen, so als hätte sie sich aus Versehen drauf gelegt. Ihre Haare wehten, als wäre sie gerade einer Werbeanzeige entstiegen. Sogar im Liegen wehten sie noch. Und sie sprach: "Na, hebst du deine Keule?" Genau diese Frage verwirrte mich, denn dunkel fiel mir ein, daß ich doch eigentlich eine Frau bin. Da ich eine Hose trug, war es schwierig, genauer nachzuschaueh, was für ein Geschlecht ich nun habe, denn sie lag ja auf meinen Armen. Und bevor ich die Verwirrung noch auflösen konnte, war sie schon weg und der Traum vorbei. Aber immerhin war er für einen Lachflash nach dem Aufwachen gut.

Donnerstag, 6. September 2012

Mr. Yoga

In Träumen erschafft man manchmal die seltsamsten Gestalten. In der letzten Nacht war es ein neuer Nachbar: schmal, mit grauem Haarkranz und einem französischem Akzent wie Hercules Poirot. Auch mit ebensolcher ausgesuchter Höflichkeit, allerdings anscheinend kein Feinschmecker, denn er kaufte ein in Scheiben geschnittenes Brathuhn zu einer Festlichkeit. Er geht gerne nach 23 Uhr draußen spazieren, was ich deshalb bemerkte, weil ich ihn zweimal nach 23 Uhr vor der Haustür traf. Zu seinem Fest schrieb ich ihm eine Karte, denn nette Nachbarn haben eine Freundlichkeit verdient. Nur leider entzieht sich mir völlig, wieso ich ihn im Traum für mich selbst immer Mr. Yoga nannte.

Solche Träume nehmen einem eine Menge Arbeit ab, zum Beispiel wenn man neue handelnde Personen für einen Roman braucht, die man sich sonst mühsam ausdenken müßte. Vielleicht ist er gerade deshalb erschienen, weil ich mich zur Zeit wieder voll in die Arbeit gestürzt habe. Arbeit erdet, jedoch nur im gesunden Maß und wenn sie nicht über die eigenen Kräfte hinausgeht. Nach den vielen Schocks des vergangenen Monats bin ich irgendwie ertaubt. Das heißt, meine Gefühle sind auf ein Minimum geschrumpft, was ich aber gar nicht unangenehm finde, da es nicht nur die positiven, sondern auch die negativen Gefühle betrifft. Ich kann mich nicht entscheiden, ob das nun gut oder schlecht ist, aber was ist, das ist, und einer emotionalen Erstarrung sollte man zumindest viel mentale und körperliche Bewegung entgegen setzen. Deshalb nimmt auch die Küche langsam die Formen an, die meinem Plan entsprechen, doch bis zur Fertigstellung wird es wohl noch mindestens zwei Monate dauern, da es wie immer viel langsamer vorangeht, als ich mir vorgestellt habe, zum Beispiel weil für den schiefen Boden passende Stellschrauben fehlen und erst bestellt werden müssen. Wenn ich viel, viel Glück habe, bin ich in zwei bis drei Monaten vielleicht sogar zwei schwere Lasten mit einem Schlag los.

Montag, 3. September 2012

Geschockt

Eine Nachricht, die ich bekommen habe, nimmt mich richtig mit. Ich habe erfahren, daß die Kollegin, die bereits zwei Suizidversuche unternommen hatte, es nun wohl beim dritten Versuch "geschafft" hat. Nachdem sie zwei Tage ohne Abmeldung nicht mehr auf Arbeit erschienen war und nicht ans Telefon ging, wurde von dort die Feuerwehr alamiert. Die fanden sie dann ohne Lebenszeichen in der Wohnung vor. Genaueres weiß man nicht.
Ich bin auch deshalb so geschockt, weil es genau diese Kollegin gewesen ist, die mich sehr lieb getröstet hatte, unmittelbar nachdem ich die Diagnose erhielt. Es war ein seltsamer Zufall, als sie mir nach diesem Arztgespräch als Patientin im gleichen Krankenhaus über den Weg lief. Ich bin ihr heute noch dankbar für den Trost und die Zeit, die sie mir schenkte, denn ansonsten war außer ihr niemand wirklich in der Lage dazu. Nicht einmal meine Familie. Im Gegenteil, manche mußte ICH noch selbst trösten und beruhigen, etwas, das ich auch schon von anderen Patientinnen gehört habe. Manchmal ist es, als würden einem Engel genau zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Menschen vorbeischicken. Möge es ihr, wo immer sie ist, reich vergolten werden.

Samstag, 1. September 2012

Ein Bilderbuch für Verliebte ohne Bilder

Wer Tucholsky gelesen hat, weiß, wo ich heute gewesen bin. Nur leider hatte ich - geistig umnachtet bei nur zwei Stunden Schlafdosis - vergessen, in meine Kamera eine Speicherkarte einzulegen. Deshalb gibt es das Bilderbuch für Verliebte nun ohne Bilder. Einen Tag kann man in Rhbg. sehr gut verbringen, aber will man länger dort verweilen, muß man wahrscheinlich wirklich verliebt sein. Irgendwie wirkt alles in Rhbg. ziemlich unscheinbar. Die Häuschen, die Straßen, die Denkmäler, die Kirche und sogar das Schloß. Der Glanz des Verliebtseins färbt ja gerne auch auf die Umgebung ab und läßt sie heller leuchten. Lauschig sind dagegen die romantischen Hofcafes. Kutschfahrten kann man ebenfalls unternehmen. Auf dem Wasser läßt es sich prima über unzählige Seen schippern und das Essen auf den Schiffen ist erstaunlich gut. Unterwegs begegnen einem oft so eine Art Hausfloße - ein hölzernes Floß, mit Motorenantrieb und einer Blockhütte darauf. Einige hatten auf dem Dach der Blockhütte sogar noch ein Zelt aufgeschlagen oder nutzten es als Sonnendeck. Das ist wohl eine Antwort auf die modernen Yachten und überträgt irgendwie einen Hauch von Wildwest-Abenteuer und Freiheit. Nach so einem Besuch sollte ich mir die Erzählung von Tucholsky vielleicht noch einmal antun. Das letzte Mal ist reichlich her und damals hatte ich keine Hintergrundinformationen über die Frau, die für Claire Patin stand und später im KZ Auschwitz ums Leben kam. Elke Weil sagte über Tucholsky: „Als ich über die Damen wegsteigen musste, um in mein Bett zu kommen, ließ ich mich scheiden.“ Weniger hundemüde hätte mich Rhbg. sicher noch mehr begeistern können, doch unglücklicherweise ist mir ausgerechnet in der letzten Nacht die Idee für eine neue Kurzgeschichte gekommen, die mich so beschäftigt hat, daß ich im Kopf stundenlang Sätze formulierte und gleichzeitig immer dachte - du mußt jetzt schlafen, du mußt jetzt schlafen! Das Ergebnis war, daß es am Morgen weder eine Kurzgeschichte gab, noch ausreichend Schlaf. Cleverer wäre es gewesen, sich gleich hinzusetzen, um alles aufzuschreiben, dann hätte sich der Schlafentzug wenigstens gelohnt, zumal ich nachts so tolle Ideen und Gedanken hatte, daß ich bezweifle, diese noch einmal alle zusammenzubekommen. Das nächste, was ich tun werde, ist jedenfalls erstmal, wie tot ins Bett zu fallen. Zwei weitere positiven Dinge an diesem Tag: eines meiner Gedichte wird in der Bibliothek deutschsprachiger Gedichte erscheinen und die Planung einer Fjord-Kreuzfahrt zum Nordkap im nächsten Jahr.

Mittwoch, 29. August 2012

...

Achte gut auf diesen Tag
Denn er ist das Leben, das Leben allen Lebens
Denn das Gestern ist nichts als ein Traum
Und das Morgen nur eine Vision
Das Heute jedoch - recht gelebt -
Macht jedes Gestern zu einem Traum voller Glück
Und jedes Morgen zu einer Vision voller Hoffnung


(aus dem Sanskrit)

Generationsunterschiede

Auf einem anderen Balkon unterhalten sich gerade zwei Studenten über die grausame Mühsal, Semesterarbeiten auf dem Computer zu schreiben. Da fehlen mal irgendwelche Zeichen, der Drucker scannt und druckt nur einseitig und ähnliche Ärgernisse, während ich mir denke: DAS Problem hätte ich früher gerne gehabt, als ich meine Semesterarbeiten noch auf einer Schreibmaschine getippt habe. Natürlich mit Blaupapier für den Durchschlag, Zitate aus Büchern mühselig per Hand abschreibend, mit Tipp-Ex hantierend und bei besonders versauten Seiten, mußte auch mal alles erneut getippt werden.

Dienstag, 28. August 2012

...

In früheren Zeiten musste man königlichen Geblüts oder wenigstens Papst sein, um sich vorzeitig ins Grab zu essen. König Heinrich I. starb 1135 in der Nähe von Rouen, weil er sich an Neunaugen, seinem Lieblingsgericht, überfressen hatte. Das Neunauge ist ein seltsamer Fisch: ein aalähnlicher Parasit ohne Schuppen, Zähne oder Skelett. Klingt nach einem leichten Happen, aber das Neunauge ist sehr fett und schwer verdaulich und war somit für einen kränkelnden Menschen wie Heinrich eine gefährliche Völlerei. Wenn das englische Königshaus Anlass zum Feiern hat - zuletzt beim 50-jährigen Krönungsjubiläum der Queen -, schenkt die Stadt Gloucester dem amtierenden Monarchen traditionell eine üppige Neunaugen-Pastete. Das ist ungefähr so feinfühlig, als würde man dem amerikanischen Präsidenten zum Amtsantritt eine Fahrt durch Dallas im Cabriolet anbieten.
(aus "Genug" von John Naish)