Heute mal mit ganz ungewohnter Frisur. Ich weiß einfach nicht, was ich mit meinen Haaren anstellen oder anstellen lassen soll. Und im Internet gibt es zwar alles, nur so richtig umfangreiche Frisurenkataloge oder -galerien habe ich nirgends gefunden.

sind zurückgekehrt in meine Träume. Der Traumhintergrund war nicht sehr angenehm. Ich mußte mich die ganze Nacht hindurch gegen intrigante Menschen wehren, die mir fast alles wegnahmen. Später arbeitete ich einen ersten Tag im Job, wo tote Menschen komprimiert in den Akten lagen, und war nach der Hälfte der Zeit schon so erschöpft, daß ich mich nicht mehr rühren konnte. Doch überall dazwischen tauchten immer wieder die Falter auf. Entweder hatten sie sich in der Wohnung gut getarnt versteckt oder kamen auf freiem Feld plötzlich angeflogen, um sich auf meiner Hand niederzulassen, als würden sie sich erinnern. Dann konnte ich lachen, spielen, mich freuen und alles andere vergessen.
Heute war es soweit. Heute war der große Tag für die Schmetterlinge, um hinaus in die Welt zu ziehen. Distelfalter sind Wanderschmetterlinge und legen lange Strecken zurück. Ich wollte sie nicht mehr aufhalten. Es ist eine gute Loslassübung und mit den Schmetterlingen habe ich auch einiges anderes losgelassen. Nämlich meinen Wunsch zu verstehen, warum es Menschen gibt, die andere dissen, ihnen Angst machen, sie klein halten und mit ihren Gefühlen spielen. Meinen Wunsch zu verstehen, warum Menschen entweder Gefühle bekämpfen oder sich von ihnen beherrschen lassen, statt sie einfach zu fühlen, zu reflektieren und möglichst konstruktiv zu nutzen. Meinen Wunsch zu verstehen, warum Menschen, denen ein anderer Mensch angeblich etwas bedeutet, statt eines gemeinsam im Geiste lieber ein gegeneinander suchen und so alle Beteiligten schwächen statt stärken. Meinen Wunsch zu verstehen, warum Menschen gerade Menschen, die ihnen angeblich etwas bedeuten, geringschätzig, uninteressiert und anmaßend behandeln, dabei aber bei aller demonstrierten Ablehnung trotzdem so selbstsüchtig sind, nicht loslassen und weiter nur haben zu wollen. Mein Wunsch zu verstehen, warum Menschen es schon für Kommunikation halten, wenn sie selbst reden und bei anderen ausschließlich das hören, was sie hören wollen. Und mit all diesen Wünschen auch meine Vorstellung, daß Kommunizieren immer eine Lösung ist und Dinge klärt. Das funktioniert eben nur, wenn sich alle auf Augenhöhe begegnen, zuhören können und bereit sind, andere so zu behandeln, wie sie selbst behandelt werden möchten. Nicht jedem liegt dieses Modell der Interaktion. Fliegt fort, nehmt meine Fragen mit, und lebt lange und glücklich! Man muß nicht alles verstehen, nur wissen, wann es sich lohnt und wann nicht...

Ich werde gebeten, bei einer Kellerentrümpelung mitzuhelfen. Es ist nicht mein Keller, sondern der von jemandem, den ich kenne. Mehrere Männer gehen ans Werk und öffnen den Kellerverschlag. Die Tür ist aus Holzlatten mit Lücken dazwischen gezimmert, so daß man durch sie hindurchschauen kann, und an ihr dran hängt ein großes Herz aus Holz, wahrscheinlich als Namensschild. Obwohl die Tür geöffnet wurde, ist es fast unmöglich, einen Schritt in den Verschlag hineinzutun, weil er so vollgerümpelt ist und einem alles schon entgegenkommt. Ich stelle fest, daß hier im Keller auch einige Kuscheltiere und warme Decken liegen, welche die Person von mir bekommen hat. Ich sage deshalb zu den Männern, sie sollen nicht alles wegwerfen, sondern mich vorher fragen, da ich diese Dinge dann selbst wieder an mich nehme.
Nachdem ich eine neue Gladiole mit Zuckerwasser gefüllt und das Schmetterlingshaus wieder in die Sonne gestellt hatte, futterten und sonnten sich die Schmetterlinge noch friedlich. Zwischendurch ließ ich sie alleine und als ich wiederkam, herrschte auf einmal reges Treiben im Schmetterlingshaus. Zwei korpulierten ohne sich aus der Ruhe oder auseinander bringen zu lassen, während die anderen anscheinend durch dieses Beispiel nun auch Lust bekommen hatten und sich gegenseitig jagten. Ein männlicher Falter flatterte hinter dem Weibchen her, die aber nicht wollte, und als er merkte, daß er bei ihr nicht landen kann, versuchte er doch ganz frech beim korpulierenden Schmetterlingspärchen mitzumischen, indem sein Hinterteil zwischen die verkeilten Hinterteile der beiden schieben wollte oder sie prollig anrempelte, damit sie auseinandergehen. Als auch das alles nichts half, ließ er sich frustriert auf meinem Finger nieder und rührte sich nicht mehr. Das Schmetterlingspärchen ist übrigens immernoch dabei. Laut Wikipedia kann Schmetterlingssex bis zu mehreren Tagen dauern, allerdings habe ich ja den Verdacht, daß die beiden irgendwann währenddessen eingeschlafen sind.

Mit einem Mann bin ich in der Berliner Mitte unterwegs. Er behandelt mich ziemlich unfreundlich und grob, packt mich mit einer Hand am Oberarm und zerrt mich mit sich. Ich frage ihn schnippisch, ob er mich abführen wolle, da er mich anfaßt, als sei ich verhaftet. So laufen wir auf der Berliner Museumsinsel umher und suchen eine Brücke, um ins Umland zu gelangen. Zwischendurch trifft er eine blonde Frau, mit der kurz ein paar Worte wechselt, dann suchen wir weiter. Ich bin genervt von seiner genervten Art und beschließe innerlich, daß ich mich bald "selbständig" machen werde. Wir erreichen eine Brücke, müssen aber feststellen, daß diese wegen Bauarbeiten gesperrt ist. Auch eine zweite Brücke ist gesperrt. Hm, so viele Brücken gibt es ja hier nicht. Sollte tatsächlich niemand auf oder von der Insel gelangen können? Er sinniert laut über private und geheime Übergänge in irgendwelchen Häusern, während ich mich unbemerkt abseile. Die anderen Leute auf der Insel scheinen genauso genervt zu sein, anscheinend deshalb, weil niemand mehr von hier weg kommt. Als ich eine Frau nach anderen Übergängen frage, gibt sie mir nur schnippische Antworten und hält mich wohl für etwas blöd, weil ich noch nicht mitbekommen habe, was los ist. Als ich eine zweite Frau frage, ob es irgendeine Möglichkeit gibt, diese Insel zu verlassen, antwortet sie mir nebulös, es gäbe eine, nämlich dann, wenn ich zu allem "Ja!" sage. Es sieht so aus, als müßte ich hier auf der Insel übernachten, aber so schlimm finde ich es gar nicht. Es ist fast eine Art Abenteuer und die Szenerie Berlins vermischt sich mit der Szenerie Venedigs. So eine Sommernacht ohne Obdach in Venedig kann ja auch romantisch sein. Während ich herumschlendere sehe ich im Rinnstein der Straße ein kleines Tier liegen. Es ist ein winziger Hundewelpe und daneben ein flacher Korb, in dem noch mehr sind. Der Welpe, der draußen liegt, sieht tot aus, aber ich packe ihn trotzdem oben auf die anderen, vorsichtshalber. Dann nehme ich den Korb und trage ihn an der Brust vor mir her, einen Unterschlupf suchend. Ein Dachboden wäre vielleicht nicht schlecht, wenn man ein offenes Haus findet. Während ich den Korb mit dem toten Welpen obenauf an mein Herz gepreßt trage, wird mir plötzlich die Wärme bewußt, die davon ausgeht, und daß ich ein anderes Herz schlagen spüre. Es schlägt kräftig und gleichmäßig genau gegen meines. Das Hündchen lebt. Nachdem ich vergeblich einen Hausaufgang gesucht habe, treffe ich einen Mann, der mich einläd, in seine Sportgruppe zu kommen. Es ist eine Karate-Sportgruppe und dort könnte ich zumindest die nächsten zwei Stunden bleiben und gleichzeitig mal in diesen Sport hereinschnuppern. Warum also nicht? Wenn man durch den Eingang in die Übungshalle tritt, befindet man sich erst auf einer Balustrade, die man seitlich hinunterlaufen muß, bis man in eine große Halle mit einem Schwimmbecken gelangt. Auf der Treppe fragt mich eine Frau aus der Gruppe verschiedene Kampfsportarten ab, deren Namen ich noch nie gehört habe, und will wissen, ob ich sowas schon gemacht hätte. Ich gestehe, daß ich von allen null Ahnung habe und hoffe, daß dies kein Problem ist. Unten angekommen, möchte ich am liebsten sofort mit einem Kopfsprung ins Wasser springen, weil es so einladend aussieht. Das Wasser ist klar und warm und irgendwie natürlich angelegt, mit verschiedenen Wassertiefen und an der Wand einem wirbelnden Wasserfall. An manchen Stellen kann man auch über das Wasser laufen, wie es einige aus der Gruppe tun. Allerdings stellen sie sich dann alle ordentlich neben dem Becken auf und ich unterdrücke den spontanen Impuls, ins Wasser zu springen, und stelle mich dazu. Dabei fällt mir noch mehr auf, wie malerisch diese Halle mit ihrem Schwimmbecken angelegt ist. Wenn man unter der Balustrade hindurchblickt, ist es, als sähe man auf den Horizont eines Sees und auf den Himmel. Dort am Horizont ist sogar ein großes altes Segelschiff zu sehen und am dunklen Nachthimmel leuchtet ein großer bunter Stern, der langsam angeflogen kommt und sich als Stern mit dem Muster der amerikanischen Flagge entpuppt. Diese ganze Schwimmlandschaft scheint wie eine riesengroße, täuschend echte Bühne gebaut zu sein.
Als ich gestern abend in der Geburtstagsrunde von meiner Schmetterlingszucht und den Puppen erzählte, meinte mein Bruder zu mir: Also wenn du morgen früh aufwachst, dann winken dir Schmetterlingsflügel entgegen? Und ich so: Nein, nein, dazu ist es sicher noch zu früh. Schließlich stand in der Anleitung etwas von 7 - 14 Tagen. Doch die Hitze scheint da einiges zu beschleunigen, denn heute morgen saß tatsächlich ein fertiger Schmetterling im Schmetterlingshaus. Zum Glück habe ich so viele Schnittblumen geschenkt bekommen, daß ich locker welche opfern kann, um das Haus auszukleiden, ein praktischer Nebeneffekt des Geburtstages, der mir erst jetzt bewußt ist. Obst habe ich nicht sehr viel da, keine Bananen, Äpfel oder Orangen, die Schmetterlinge angeblich mögen, aber überreife Aprikosen. Dazu noch Zuckerwasser gemixt und auf die Blumen gegeben - aber essen habe ich ihn noch nicht sehen. Vor lauter Schmetterlinge beobachten bin ich noch nicht dazu gekommen, die Geburtstagsmails und den supertollen handgeschriebenen und gescannten Geburtstagsbrief zu beantworten, aber irgendeinen der nächsten Tage werde ich zum Korrespondenztag erklären: Vom Behörden- und Krankenkassenkram bis zu privaten Emails - alles muß raus!

und schon die ersten schlechten Nachrichten. Von einer Kollegin erfuhr ich, daß eine andere Kollegin zwei Suizidversuche hinter sich hat. Das schockiert mich, wundert mich aber weniger. Mich wundert es eher, daß es nicht noch mehr solche Vorfälle gibt (diejenigen, die sich zu Tode saufen, mal nicht eingerechnet), bei dem, was sie mit dem Personal machen. So richtig wird einem das erst bewußt, wenn man es mit Abstand sieht. Ist man mitten drin in der Mühle, ist man viel zu beschäftigt damit zu funktionieren, um über irgendetwas nachdenken zu können. Vielleicht ist das ja gewollt.
Und die Krankenkasse wird auch immer frecher und erhöht zum Geburtstag die Beiträge einfach mal um 10 Euro, mit der Behauptung, mein Einkommen hätte sich geändert, obwohl ich ihnen nachgewiesen habe, daß sich da nichts geändert hat. Da kommt Freude auf, wenn man wieder Einsprüche schreiben darf. Vielleicht ist Einsprüche schreiben ja der Sinn des Lebens, neben 42.
laden zu Tisch, die Grillen fideln dazu, das Wetter und die Sternschnuppen gebärden sich verheißungsvoll.

war ich mal wieder. Auf sämtlichen Wegen krabbelten Massen von Mistkäfern. Im Buch "Tierboten" von Angela Kämper steht zur Botschaft der Mistkäfer folgendes: "Der Pillendreher will dir mitteilen, dass du zurzeit mit etwas beschäftigt bist, an etwas arbeitest, was keine Aussicht auf Erfolg hat. .. Ein Plan hat sich als nicht durchführbar erwiesen. Vielleicht ist die Zeit - oder bist du oder sind es die Umstände - dafür noch nicht gekommen...Wenn du das Projekt klar und eindeutig abwählst und hinter dir lässt, wirst du sehen, dass eine neue und erfüllbare Aufgabe auf dich zukommen kann und wird." Nun gut. Auch die dummen Kühe standen wie immer im Weg herum. Am Elfenwald ließ ich mich einen Augenblick nieder, weil man da so schön und ruhig in der Sonne sitzen kann. Dazu gibt es extra gezimmerte Bänke, die von einem Zaun umgeben sind. Vielleicht, damit da kein Bulle reinkommt? Nach einer Weile näherte sich ein einsamer Wanderer, kam direkt auf mich zu und fragte: "Na, keine Angst vor freilaufenden Bullen?" "Nö", antwortete ich, "hier ist noch nie einer vorbeigekommen." Dann begann er zu erzählen, daß er aus der Landwirtschaft käme und deshalb auch keine Berührungsängste hätte, erklärte mir Wanderrouten, wo überall welche Tiere weiden, und daß die Jäger nicht sehr angetan über diese Weidebewirtschaftung sind, weil es seitdem keine Rehe mehr dort gibt. Die sind alle verschwunden. Desweiteren erfuhr ich, daß er Ausdauersportler ist und am Tag schon bis zu 75 km gewandert ist. Das halte ich ja für etwas übertrieben, meine längste Strecke war vor Jahren um die 40 km, aber gut, ich bin ja auch kein Ausdauersportler. Wir quatschten fast eine halbe Stunde, bevor er weiterzog. War ein nettes Gespräch - mit sowas rechnet man nun gar nicht, wenn man sich allein in einen einsamen Wald begibt.

Mit Raupenbabys scheint es wie mit Vogelkindern und allen anderen zu sein: Irgendeines ist immer dabei, das nicht aus dem Knick kommt und zurückbleibt. Die letzte Raupe hat es jetzt zwar doch endlich geschafft, sich zu verpuppen, allerdings sieht es aus, als würde ein kleines Stück Raupe herausschauen. Hat sie wohl nicht so richtig hingekriegt. Doch egal, heute wurden alle in das Schmetterlingshaus umgebettet.
Ich weiß ja, es ist albern, aber das viertel- bis halbstündige regelmäßige Ratzen des Feuerzeuges auf dem Balkon meiner Nachbarin, treibt mich so langsam in den Wahnsinn. Ich finde dieses Geräusch inzwischen nerviger als jedes Flugzeug, das vorbeifliegt. Hat irgendwie etwas von chinesischer Wasserfolter.
Und es ist an der Zeit, daß ich endlich über eines meiner inneren Bilder schreibe, die mich seit Jahren verfolgen. Also jetzt kein schlimmes, eher ein lustiges, aber ich werde es einfach nicht los. Es ist wie verhext. Vor zwei Jahren war ich, wie einige Leser sicher noch wissen, in Dresden. Im dortigen Hotel gab es einen etwas seltsamen, glatzköpfigen und schmierig wirkenden Hotelportier. Als er uns die Zimmer zeigte, hat er meine Schwägerin immer ganz hingerissen angeschaut, fast schon verliebt, wie mir schien. Meine Schwägerin ist sehr korpulent, um es milde auszudrücken, und er war ein kleines schmales Fähnchen von Mann, aber das tut ja nix zur Sache. Es soll Männer geben, die auf korpulent stehen. Als wir uns am übernächsten Morgen zum Frühstück trafen, stellte meine Schwägerin verärgert fest, daß die Zimmermädchen die Nachtwäsche von jedem säuberlich zusammengelegt hatten, nur ihr Nachthemd sei total zerwühlt gewesen. Sofort hatte ich eine innere Vision vor meinen Augen, wie der kleine glatzköpfige Portier sich im zeltartigen Nachtgewand meiner Schwägerin verzückt hin- und herrollt, die Nase tief in dessen Falten vergrabend. Und diese Visionen verfolgen mich bis heute, steigen immer wieder zu unmöglichsten Zeiten (wie eben gerade auf dem Klo) in mein Bewußtsein und bringen mich zum hemmungslosen Kichern. Meiner Schwägerin habe ich nie davon erzählt, ich weiß auch gar nicht, ob sie sich noch erinnern würde. Aber vermutlich würde es auch gar nichts nützen. Dieses Bild werde ich wohl für den Rest meines Lebens nicht mehr los.