sind weg, jetzt kann ich mich wieder hervorwagen und es funktioniert alles. Ich wette das Twoday.net-Team hat das ganze Wochenende fieberhaft wie die Heinzelmännchen gearbeitet. Wer Ironie in den Satz hineinlesen möchte, darf es gerne tun. Und wenn man dann noch mit einem dicken Kuchenpaket vom gestrigen Geburtstag ausgestattet ist, hat man für den heutigen Sonntag erst einmal ausgesorgt. Seltsamerweise finde ich zur Zeit ständig Schmuck. Gestern war es ein Ohrring, den ich aber im Hausflur auf die Fensterbank deponierte, da er vor der Haustür lag. Vielleicht gehört er ja einer Nachbarin. Und bei Microsoft habe ich so langsam das Gefühl, daß die, sobald ein neues Betriebssystem veröffentlicht wird, die alten Systeme mit ihren Updates absichtlich lahmlegen, damit man denkt, man braucht das neue System. Jedenfalls lief mein Computer seit Oktober immer langsamer und lauter, außerdem stürzte der Explorer dauernd ab. Jetzt habe ich die Systemupdates vom Oktober deinstalliert und siehe da, die Kiste rennt wieder.

Die norwegische Sprache ist wirklich ganz bezaubernd. Viele Wörter erinnern einen an das Deutsche, allerdings oft an etwas altmodisches Deutsch, doch mit genug Fantasie versteht man sie recht gut. Schiff heißt zum Beispiel 'båt', ausgesprochen ähnlich wie Boot, gut heißt 'god', und Sturm 'storm'. Einige erinnern auch an das Englische, wie 'syk' für krank. Sogar Französisch ist vertreten wie 'brudulje' für 'Zank' und 'Streit'. Aber es sind vor allem die Vokabeln, die dem seltsamen oder alten Deutsch ähneln, über die ich mich köstlich amüsieren kann. So heißt der Geldautomat 'Minibank' und der Kellner 'Hovmestere'. Dabei denke ich sofort an das Wort 'Hofmeister'. Frühstück nennt sich 'frokost' und gerade zu grandios ist der Vogel als 'fugl' und der Schmetterling als 'sommerfugl'. Nicht schwer zu erraten, daß 'sommer' Sommer heißt. Die Überschrift ist übrigens reiner Ulk, den ich mir ausdachte, aber ich mußte feststellen, daß sich Sprache tatsächlich 'språk' nennt, als hätte ich es vorher gewußt. Nur für süß müßte dort eigentlich 'søt' oder besser noch 'smukk' stehen. Smukk språk!
Zwar leuchtet meine Nase nicht rot, aber ich habe tatsächlich einen süßen kleinen Schnupfen. Der erste seit sieben Jahren, aber nicht so schlimm, daß ich mich nicht mehr darüber freuen könnte. Eigentlich fühle ich mich sogar besser als vor dem Schnupfen, seltsam. Es reichte jedenfalls, um gestern noch Balkon- und Badfenster zu putzen, und weil ich gerade so schön in Schwung war, putzte ich auch sämtliche Spiegel - das sind nicht wenig - und das ganze Wohnzimmer. Gut, daß ich es gestern tat, denn heute war mit 0 Grad Außentemperatur und Nebelsuppe das perfekte Fensterputzwetter wieder vorbei. Und es erreichten mich die letzten Blutbefunde. Der Vitamin-D-Spiegel ist jetzt von 11 ng/ml auf 21 ng/ml gestiegen und ist damit kein Mangel mehr, optimal aber erst ab 30 ng/ml. Das Tablettenessen zeigt also Erfolg. Im Knochenszintigrafie-Befund steht zwar, daß es keinen Nachweis für ossäre Metastasen gibt, jedoch auch etwas von einem dentogenen Befund im linken Oberkiefer, genau dort, wo es noch immer manchmal zieht. Witzigerweise fand ich außerdem heute an der Bushaltestelle zwei Einhörner:

in Berlin soll am Sonnabend, den 17. 11., um 14.30 Uhr am Amtsgericht Charlottenburg gebildet werden. Desweiteren ist geplant, morgen in die BVV Charlottenburg-Wilmersdorf ein Antrag auf Prüfung einzubringen, ob die Gaslaternen als Weltkulturerbe anerkannt werden können.
http://www.tagesspiegel.de/berlin/aktionen-der-gaslaternen-retter-eine-menschenkette-und-ein-pruefantrag-fuers-unesco-weltkulturerbe/7374126.html
http://www.gaslicht-kultur.de
Es ist kaum zu fassen, daß Berlin das Geld hat, um immerwährenden Pfusch am dauergeplanten Großflughafen zu finanzieren, während ein echtes und wertvolles Kulturgut einfach plattgemacht und abgerissen werden soll. Leider kann man ja nicht einmal alle Gaslaternen anschauen, weil man zum Beispiel zu den besonders schönen am Reichstag gar nicht mehr durchkommt, da dort alles abgesperrt ist. Wenn man zum Spreeufer will, muß man weite Umwege gehen und die Gaslaternen neben dem Reichstag bekommen wohl nur noch die Politiker zu Gesicht. Zum Glück hatte ich Fotos gemacht, als man dort noch entlanglaufen konnte. Man beachte das weit aufgerissene Fratzenmaul am oberen "Henkel":

Die Fenster in der Küche geputzt und festgestellt, daß draußen die Sonne scheint. Nachdem ich ja einige Jahre auf das Putzen aufgrund körperlicher Beeinträchtigungen verzichtet habe, sah es immer mehr aus, als sei trübes Wetter. Zur Belohnung gab es auch gleich eine neue Fensterdeko. Die Psychologin meinte gestern zu mir, ich hätte Disziplin. Eigentlich ist das die letzte Eigenschaft, die ich mir selbst zuschreiben würde, aber daran kann man mal wieder beobachten, wie unterschiedlich Selbst- und Fremdwahrnehmung manchmal sind. Zum Glück hat sie noch nicht meine dreckigen Fenster und meinen kreativ chaotischen Couchtisch gesehen. Außerdem habe ich jetzt den Terrazzoboden so weit mit Mosaikfugenmasse und mit Edding gemalten Steinchen getarnt, daß die darin befindlichen Risse kaum noch zu sehen sind. Wenn man weiß, wo sie sind, kann man sie erkennen, aber ich glaube, jemand der nichts von ihnen weiß, wird sie von oben nicht bemerken. Leider habe ich jetzt das Gefühl, daß eine fette Erkältung im Anmarsch ist, und bin hin- und hergerissen. Denn einerseits fühlt es sich nach sieben Jahren ohne jede Erkältung nach echtem Schnupfen an, was ich einerseits begrüße, denn ich denke, wenn man so gar keine Erkältungen bekommt, ist das absolut nicht gesund und ein schlechtes Zeichen, aber andererseits habe ich auch nach sieben Jahren nicht wirklich Lust darauf. Und dann die überraschende Feststellung, daß 17 Personen Gin als Vorspeise gefällt. Wer hätte gedacht, daß Gin so beliebt ist? Wenn man sich um meine Gedichte auch so reißen würde...

Fußboden davor

Fußboden danach
Auf dem Kreuzfahrtschiff quartiere ich mich mit M in einer der Kabinen ein. Danach gehen wir ins Bordrestaurant um zu Essen. Am geschlossenen Fenster sitzend kann ich Wasser und felsige Ufer sehen, finde es so von drinnen etwas langweilig. Der Kellner bringt mir die bestellte Suppe, erklärt mir aber, daß es dazu eigentlich noch eine Vorspeise gibt. Ok, dann nehme ich die Vorspeise auch, sage ich. Er bringt einen Trinkbecher und tut in diesen etwas Tonic und Eis, danach füllt er alles mit purem Gin auf. Dieser ist so stark, daß sich der Trinkbecher aus Plastik sogar verformt. Egal, ich trink das jetzt. Ist schließlich Vorspeise. Später teilt mir M ihre Sorgen mit, zwei andere Leute betreffend, die sich mit uns auf dem Schiff befinden. Sie meint, daß uns diese erpressen wollen. Doch wenn uns diese erpressen können, müssen wir wohl etwas angestellt haben. Was könnte das sein?

Eigentlich hasse ich es ja, wenn es auf meinem Couchtisch so aussieht, aber es läßt sich selten vermeiden.
sagt der Arzt, und ich durfte mich mal wieder daran erinnern, wie toll es ist, mitten im Berufsverkehr durch Berlin zu gondeln - mit ganz viel kuscheligem Körperkontakt und Autosmog. Dann auf der Rückfahrt aber herzerfrischend zu sehen, wie die vorbildlichen Ehegatten bereits im November die großen Kartons mit den neuen Pelzmänteln vorsichtig nach Hause tragen. Als weiterer Tagesordnungspunkt steht Schlafen auf dem Programm. Madonna meinte kürzlich in einem Interview, das Wichtigeste, um ihre Schönheit zu erhalten, sei Schlaf. Erzähle ich auch immer.

Heute morgen bin ich erst einmal aus dem Bett gefallen, schnell zur Arztpraxis gefahren und holte mir dort meine Spritze ab. Interessanterweiser erreichte mich noch an der U-Bahn ein zufälliger Wink mit dem Zaunpfahl, als ich einen angeschlagenen Zettel mit dem Spruch: "Das Glück deines Lebens hängt von der Beschaffenheit deiner Gedanken ab." von Marc Aurel las. Diese Erinnerung kam genau zur richtigen Zeit, denn manchmal vergesse ich, gesund zu denken. Und damit meine ich auch 'gesund' und nicht 'positiv'. Diesem zwanghaften Augenverschließen kann ich nichts abgewinnen. Wenn Vertrauen auf vielerlei Ebenen enttäuscht wurde, ist es schwieriger zu vertrauen, und dennoch ist es hin und wieder ratsam. Danach hatte ich zwei Stunden freie Zeit. Da die Arztpraxis gleich neben einem Einkaufscenter mit Bio-Abteilung liegt, frischte ich dort meine Vorräte an Dinkel-Spaghetti, Vollrohrzucker, Kartoffeln und anderem auf und schleppte alles nach Hause. Hier verschlang ich eilig ein halbes Frühstück, bevor es wieder in die Arztpraxis ging. Die Untersuchung kam mir endlos lang vor, viel länger als beim ersten Mal. Ich glaube, ich habe da bestimmt eine dreiviertel Stunde gelegen und versucht, mich nicht zu rühren. Die junge Assisstenzärztin war sehr nett und sagte mir auch gleich nach der Untersuchung, daß nichts Auffälliges zu finden sei. So konnte ich mich beruhigt ins Kino begeben und die Nachmittagsvorstellung von "Skyfall" sehen. An die Tagesvorstellungen in der Woche kann man sich wirklich gewöhnen, weil, egal wohin man geht, die Kinos so schön leer sind. Nachdem mich die letzten zwei Bondfilme nur angeödet hatten, war ich aufgrund der Betitelung "bester Bond seit langem" doch neugierig. Und eines kann man sagen - anders ist der Film ganz gewiß, schon deshalb, weil diesmal eindeutig das supersexy Haupt-Bondgirl Judi Dench ist. Allerdings mit einer grandiosen Pechsträhne. Da ist der Film nahe am Leben, denn wenn einen das Pech erst am Wickel hat, wird man es nicht mehr so schnell los und es passiert garantiert nicht nur eine dumme Sache. An Stunts und netten Feuerchen wurde nicht gespart, wenn auch zur Abwechslung altehrwürdige schottische Herrensitze dran glauben mußten, was mir persönlich ja in der Seele weh tut. Und den alten Aston Martin haben sie wieder ausgebuddelt. Das alles, einschließlich der Londoner Unterwelt, gibt dem Film, in dem man erstmals etwas von der Kindheit Bonds erfährt, eine sehr nostalgische Note. Aber noch etwas anderes ist erstmalig: Daniel Craig als Bond wird diesmal von Ralph Fiennes völlig an die Wand gespielt. Zwar tritt Fiennes als höherer Vorgesetzter nur in wenigen Szenen auf, hat aber zum einen sehr viel mehr Charisma und zum anderen ist er auch in diesen wenigen Szenen ein wirklich toller Schauspieler. Alleine wie er die Körperhaltung eines alternden Sesselpupsers einnimmt, bevor sich herausstellt, daß er doch noch nicht so altes Eisen ist, ist zum Niederknien. Außerdem ist er kein Säufer, sondern ganz Gentleman. Und sein wir mal ehrlich - wer will schon Bond als Säufer sehen? Wenn ich Säufer sehen will, dann gehe ich zur nächsten Ecke oder ins Büro. Da sehe ich überall welche. Aber wo sieht man heutzutage noch Gentlemen? Eben! Doch das ist nur meine bescheidene Meinung.
In der Anthologie "Klirrend kalter Winter" wird ein Gedicht von mir erscheinen und ansonsten geht es diese Woche wieder weiter mit Untersuchungsterminen. Morgen habe ich Knochenszintigrafie, da grauts mir vor dem Zeug, das sie einem spritzen, zumal ich mich gerade sowieso etwas merkwürdig fühle. Die Maschine finde ich nicht so schlimm, denn ich hatte die ganze Zeit die Augen geschlossen und mit Stillliegen habe ich generell kein Problem. Am Freitag dann Mammografie und Ultraschall. Mammografie ist auch oll, besonders an der operierten Brust. Ich muß daran denken, die Brust vorher so zu massieren, daß nicht zu viel Lymphflüssigkeit vorhanden ist, die das Ganze schmerzhafter macht. Aber immer noch besser als Zahnarzt, wenn auch nur knapp. Ich kann mir nicht wirklich vorstellen, daß dieses Gequetsche gesund ist. Zum Glück sind sie dort sehr nett und bemüht, mich nicht lange leiden zu lassen. Leider habe ich aber einen Termin um 8:30 Uhr genommen - weiß der Himmel, was mich da geritten hat. Weil ich eine Stunde bis dorthin brauche, muß ich um 6:30 Uhr aufstehen und das, wo ich in der letzten Zeit sowieso eher wenig Schlaf hatte und mich zur Zeit wieder enorm erschöpft und fertig fühle. Viel fertiger als durch die Anstrengungen mit der Küche erklärbar. In den letzten Tagen habe ich kaum noch etwas gebacken bekommen und war schon froh, mich fortbewegen zu können. Vielleicht liegt es ja auch an der Zeitumstellung. Außerdem nutze ich diese Termine eigentlich gerne, um hinterher ins Kino zu gehen, ins Museum oder einfach zu Bummeln, aber dazu bin ich dann zu müde, außer ich gehe am Donnerstag um 20 Uhr ins Bett.