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Montag, 4. März 2013

Bücherwandklettern

Von meiner Mutter bekam ich einige alte Familienfotos, unter anderem dieses meines Vater aus dem Jahr 1958. Zu diesem Zeitpunkt gab es mich noch nicht, aber wie man sieht, bereits jede Menge Bücher.

Bücherwandklettern

Freitag, 1. März 2013

Abgetaucht

Ich weiß, ich werde vermisst, deshalb versuche ich jetzt in Worte zu fassen, was mich in den letzten Wochen beschäftigt hat. Das fällt mir nicht leicht, da mir die Worte irgendwo in den Tiefen des Labyrinths von kindlichen Verstrickungen und alten Glaubensmustern abhanden gekommen sind. In dieses bin ich nämlich abgetaucht, um die Fäden zu entwirren, habe sehr viel nachgedacht, gelesen und noch immer ist mir nicht nach leichtem Geplauder oder Internetablenkungen. Anlaß dazu war eine Reaktion meiner Mutter, die mich ziemlich schockiert hat, aber eigentlich vorhersehbar war. Doch durch die Erkenntnisse, die ich zusammen mit der Psychologin bereits gewonnen hatte, ist mir die Absurdität und Ignoranz dieser Haltung erstmals bewußt geworden, was mir dann irgendwie die Sprache verschlagen hat, während ich es als Kind immer auf mich bezogen habe, was auch die Ursache dafür war, daß ich mit meiner Mutter über gewisse Dinge generell nicht geredet habe und letzten Endes auf der emotionalen Ebene vieles mit mir allein ausgemacht habe. Die Psychologin schlug erst einmal die Hände über dem Kopf zusammen und sagte mir ganz klar, daß meine Mutter auf einer bestimmten Ebene für mich kein Ansprechpartner sei, sie mich auch niemals richtig wahrnehmen oder sehen können würde, da sie selbst zu sehr in ihre Muster verstrickt wäre, im Grunde eine Bestätigung dessen, was ich schon gespürt und gedacht habe, aber nachdem sie mir das so gesagt hat, ist es leichter für mich, meiner Wahrnehmung wirklich zu glauben. Nach der Beschäftigung mit dem Erbe der Kriegskinder-Generation und dem Wissen, daß Traumata bis in die vierte Generation weitergegeben werden können, ist das Verhalten immerhin verständlicher, trotzdem mir einiges noch immer Rätsel aufgibt. Beim Termin am Montag schmiegte sich die Psychologin an mich wie ein Kind, während ich sie tröstete und streichelte. Wenn jemand in das Zimmer gekommen wäre, der hätte wahrscheinlich geglaubt, ich therapiere die Psychologin, aber nein, sie war nur die Stellvertreterin für meine Mutter beim Stellen, während sie versuchte, Kontakt zu ihr aufzunehmen. Ich wünschte, mit mir würde jemand mal so etwas machen, aber nun ist mir klar, warum ich anscheinend als Kind bereits irgendwann beschloß, keine Kinder haben zu wollen, wo ich doch schon zwei große bedürftige Kinder bzw. Elternteile am Hals hatte, emotional und mit meiner Hochsensibilität allein gelassen und völlig überfordert war. Während sich meine Mutter gerne bei mir über ihr anstrengendes, aufopferungsvolles Leben und ihren schlimmen Ehemann ausheulte, hatte ich niemanden. Auch ist mir als Kind schon immer klar gewesen, daß ich lieber unabhängig bleibe, als '50 Jahre Krieg' zu führen, wie meine Mutter sich zur Goldenen Hochzeit ausdrückte. Mein Bruder sieht das anscheinend genauso, denn sogar nach 15 Jahren, hat er es noch nicht geschafft, mit seiner Freundin zusammenzuziehen, obwohl sie gerne möchte. Und ich würde es ganz genauso machen. Ich wollte diese kontrollierenden Beziehungsmuster, die bei meinen Eltern wie die Faust aufs Auge zusammenpaßten, nie leben, doch anscheinend ziehe ich, durch meine eigene Bedürftigkeit oder so, Menschen an, die genau diese Glaubens- und Beziehungsmuster vertreten, vielleicht suche ich sie mir auch selbst aus, wer weiß. Das ist natürlich eine völlig aussichtslose Sache, da zum einen ständig alte Gefühle und Verletzungen reaktiviert werden und ich mir zum anderen der Strategien zu bewußt bin und immer war (obwohl ich vorher nicht wußte, daß es dafür einen Fachausdruck gibt) , um mich blindlings in solch ein Muster hineinziehen zu lassen. Ich habe weder Lust, jemandem Verantwortung für sich selbst abzunehmen, noch sie mir abnehmen zu lassen. Da mir die Arbeit mit dem inneren Kind, wie mir die Psychologin es gezeigt hat, bereits in einigen Situationen erfolgreich geholfen hat, legte ich mir "Das Arbeitsbuch zur Aussöhnung mit dem inneren Kind" zu und bin gerade intensiv dabei, mich mit meinem inneren Kind zu beschäftigen. Und mein inneres Kind braucht, wie es scheint, viel Aufmerksamkeit, die es lange entbehrte.



Beim Termin am Montag stellte ich fest, daß nur eine Straßenbahnstation von der Praxis entfernt ein Bio-Supermarkt existiert. Ich bin gleich mal hinein und habe mich mit einigen Dingen eingedeckt, denn leider ist der Lidl bei mir in der Nähe von einem Tag zum anderen ausgezogen. Der hatte zumindest ein kleines Bio-Sortiment. Zwei große Wünsche für meine Wohnumgebung hätte ich: Der erste wäre, daß die endlich den Hauptstadtflughafen fertigkriegen und ich die Flugzeuge los bin, der zweite, daß in meiner Nähe ein Bio-Supermarkt eröffnet. Zwar sind die Aussichten auch für den zweiten Wunsch nicht sehr groß und daran zu glauben ist vielleicht vermessen, aber da die ehemalige Lidlhalle jetzt leer steht, könnte mit sehr sehr viel Glück dieser Wunsch doch in Erfüllung gehen. Drückt mir die Daumen, daß sich dort ein Bio-Markt niederläßt.

Samstag, 26. Januar 2013

Unklarer Befund und Winteranthologie

Im Rahmen der Nachsorge werden bei mir regelmäßig per Sonografie Leber und Galle gecheckt, da ich seit mindestens zwei Jahren immer wiederkehrende Beschwerden am rechten Rippenbogen habe. Bisher wurde allerdings nie etwas gefunden und ich dachte mir, die Beschwerden kommen vielleicht von den Knochen. Beim Termin in der letzten Woche jedoch stutzte die Ärztin plötzlich, guckte ein bißchen ratlos auf den Bildschirm und ließ mich dreimal hintereinander die Luft anhalten und den Bauch einziehen bis mir fast schwarz vor Augen wurde, um mir das Schallgerät unter die Rippe zu drücken. Als ich sie fragte, ob sie etwas sieht, bejahte sie, meinte aber, sie wüßte nicht was. Erst murmelte sie etwas von Gallenstein, verwarf das aber sofort wieder. Nein, kein Gallenstein. Dann fiel der Begriff 'Blutgefäß', wurde aber auch wieder verworfen. Das Ende vom Lied: Sie weiß nicht wirklich, was sie dort sieht, genau an der Stelle, wo es weh tut, und deshalb bekam ich eine Überweisung zu Sonographie und gegebenenfalls MRT zur Abklärung. Und da das alles so viel Spaß macht, werde ich mir auch gleich noch einen Termin bei der Humangenetik holen. Das hatte ich ja schon eine ganze Weile vor. Das Leben wird echt nicht langweilig mit diesem thrillermäßigen Nervenkitzel, was die Ärzte wohl als nächstes bei mir finden. Horrorfilme? Brauch ich nicht. Mir reicht die Phantasie...
Es gibt aber auch Positives zu berichten. Die Winteranthologie, in der ich mit einem Gedicht vertreten bin, ist jetzt herausgekommen und erwerbbar:

Samstag, 19. Januar 2013

Die neue Küche

Ohne die neue Lampe wollte ich die Küche bisher nicht fotografieren, obwohl der Rest seit zwei Monaten erledigt ist. Doch seit heute, seit auch die passende Leuchte hängt, ist sie offiziell fertig gestellt. Da ich höhergelegte Arbeitsflächen haben wollte, es in meiner Küche jede Menge Ecken gibt und alles trotzdem so einfach wie möglich zu bauen sein mußte, ließ ich über Eck zwei verschiedene Höhen, was aber gleich als Tellerregal dient, da ich die sowieso am liebsten draußen zu stehen habe. Zwischen der Spülstrecke und der Waschmaschine und dem Gerschirrspüler gibt es wegen der Höhe einen kleinen Zwischenraum, in den ich noch einen Auszug baute. Zwischen Herd und Kühlschrank gibt es ebenfalls einen schmalen Zwischenraum, für den ich ein genau passendes Flaschenregal fand. Für die Lücke dahinter bastelte ich aus den Resten der Arbeitsplatte eine kleine Ablage, so daß man als Rechtshänder dort praktisch Kochlöffel, Anzünder usw. ablegen kann. Die Mosaikwände sind einfaches Wachstuch wie Tapete verklebt. Die neuen Höhen sind wirklich sehr angenehm für den Rücken, auch an den Geschirrspüler und den großen Kühlgefrierschrank habe ich mich so schnell gewöhnt, daß ich mich jetzt schon frage, wie ich das vorher eigentlich gemacht habe.

Küche 1

Küche 2

Küche 3

Freitag, 18. Januar 2013

...

Wir brauchen uns nicht weiter vor Auseinandersetzungen, Konflikten und Problemen mit uns selbst und anderen fürchten, denn sogar Sterne knallen manchmal aufeinander und es entstehen neue Welten. Heute weiß ich, das ist das Leben!
(Charlie Chaplin)

Donnerstag, 17. Januar 2013

...

Dunkeltage
Schnee weht Licht
an den Rand der Nacht
(ihr Rabenherz
trommelt in
eisblinden Fenstern)
das Wintertier
schmiegt sich an
den Leib der Erde,
still und kalt

Dienstag, 15. Januar 2013

Norwegische Pinkel-Pause

Norwegische Toiletten
.

Montag, 14. Januar 2013

Schau mal einer an,

was ich gefunden habe. Noch alter DDR-Bestand:

Kreiden

Mittwoch, 9. Januar 2013

Alte Gewohnheiten

sind manchmal die besten. Leider habe ich vor ca. zwei Jahren den großen Fehler gemacht, eine gute und brauchbare Gewohnheit aufzugeben. Als ich hierher nach Twoday.net kam, hielt ich es von Beginn an so, daß ich nie auf die Startseite und von dort auf andere Blogs gegangen bin, sondern diese nur besucht habe, wenn sie sich auf meinem Blog bemerkbar machten und danach über die Abonnementliste aufrufbar waren. Dies hatte tiefergehende, seelenhygienische Gründe und ich bin damit immer sehr gut gefahren. Aus einer Eingebung heraus bin ich vor zwei Jahren dann doch auf die Twoday.net-Startseite gegangen, um von dort Blogs zu lesen. Dies bereue ich sehr, aber man muß ja glücklicherweise Fehler nicht fortführen, sondern kann sie auch wieder rückgängig machen. Genau das habe ich vor - ich möchte künftig erneut nur über die Abonnementliste Blogs lesen. Leider gibt es einige Blogs, die nicht abonnierbar sind, was ich sehr schade finde. Da muß ich noch sehen, wie ich das regle. Ansonsten bitte ich jeden, der von mir gelesen werden möchte und feststellt, daß er noch nicht von mir abonniert ist, sich bei mir bemerkbar zu machen, weil ich diese Blogs sonst nicht mehr sehe.

Die Begeisterung

der Psychologin ist wirklich sehr erfrischend. Als ich ihr von meinen neuesten Erkenntnissen aus dem Dezember berichtete, war sie hin und weg über diese "großartige, wundervolle und einmalige Chance", die sich da vor mir auftue. Nachdem ich ihr einige Sachen aus meiner Kindheit berichtete (und das war noch nicht einmal alles), schlug sie die Hände über dem Kopf zusammen (und zwar nicht nur metaphorisch) und meinte, ich könne so stolz auf mich sein, daß ich das alles einigermaßen unbeschadet überstanden habe, von meiner Phobie und einigen kleinen Macken mal abgesehen, aber es hätte viel viel schlimmer kommen und ich hätte richtig wahnsinnig werden können. (Tief in mir wußte ich ja schon immer, daß ich ein zähes Huhn bin.) Sie fragte nach den Jahrgängen meiner Eltern und wußte sofort Bescheid: "Oh ja, Kriegskinder. Die haben alle einen Knacks und ein Trauma weg." Und wie sie mir so die Zusammenhänge erklärte, wurde mir das plötzlich sehr verständlich, was da mit meinen Eltern abgelaufen ist. Es gibt ja verschiedene Familienerzählungen bei uns, zum Beispiel, wie die Familie meiner Mutter ausgebombt und sie mit ihrem kleinen Bruder von der Mutter getrennt wurde oder mein Vater in der Hitlerjugend, während sein Vater bei Stalingrad in russische Kriegsgefangenschaft geriet. Die Psychologin empfahl mir ein Buch über die Kiegsgeneration und erklärte mir, daß ein neues Zeitalter begonnen hätte (für mich anscheinend tatsächlich im Dezember), in welchem eine ganze Generation daran arbeite, alte Wunden, die noch aus vorherigen Generationen stammen, zu heilen. Und auch ich hätte jetzt diese wundervolle Chance und dazu noch die perfekten Lebensumstände, nicht nur meine eigenen Wunden, sondern ebenfalls die der Kriegsgeneration zu heilen (na schönen Dank auch!). In fünf bis zehn Jahren würde ich, da ist sie sich sicher, ein völlig anderes Leben führen. Ich müsse für den Borderliner, der hier bei twoday.net und Twitter sein verletzendes Spiel treibt, kein Verständnis aufbringen, wenn ich nicht könne, selbst dann nicht, bzw. insbesondere, wenn er seine Krankheit und/oder Therapie dazu benutzt, sich der Verantwortung für sein Handeln zu entziehen, statt sich ihr zu stellen, und ich müsse ihm auch nicht dankbar sein, aber ich könne dem Universum dankbar sein, daß es mir so eine wundervolle, großartige und einmalige Chance schickt. So ähnlich sehe ich das auch, wenn auch nicht ganz so ekstatisch, denn es ist schon irgendwie anstrengend. Es fühlt sich an, als würde aus heiterem Himmel ein riesiger Berg aus Arbeit auftauchen und einem die Sicht versperren, während man noch nicht einmal weiß, wo und wie man mit der Arbeit beginnen soll.

Um den Kopf frei zu pusten machte ich hinterher mal wieder einen Spaziergang über den Jüdischen Friedhof und suchte die schwarze Katze, die sich aber nicht blicken ließ. Genau als ich am hintersten Zipfel des Friedhofs war, meldete sich immer stärker ein natürliches menschliches Bedürfnis. Nun ist der Weg bis nach vorne zum Eingang und zur Verwaltung ziemlich weit, und ich war mir nicht einmal sicher, ob ich dort eine Toilette finden würde. Deshalb schaute ich mich schon während des Zurückgehens verstohlen nach etwaigen versteckten Alternativen um, dachte aber bei mir so - 'Du kannst dich doch hier nicht hinter irgendein Familienmausoleum setzen und an das Grab pinkeln! Wenn dich jemand erwischt, dann bist du wegen der Schändung jüdischer Gräber dran!' Doch diese bildliche Vorstellung allein, wie ich so hinter einem dieser prunkvollen Grabmäler hocke, mich plötzlich jemand am Schlawittchen packt und die Polizei alamiert, weil ich jüdische Gräber schände, war auf mich so erheiternd (weil ja auch nur eine Vorstellung), daß ich ab da nur noch zwangsläufig grinsend über den Friedhof lief. Glücklicherweise fand sich tatsächlich eine Friedhofstoilette, so daß ich keine Gräber schnöde entweihen mußte. Allerdings denke ich mir, daß es die Toten wahrscheinlich wenig stören würde. Ich glaube, die wären nur froh, daß sie solche Probleme nicht mehr haben.

Jüdxischer Friedhof 4

Jüdischer Friedhof 3

Jüdischer Friedhof 2

Jüdischer Friedhof  1

Montag, 7. Januar 2013

Der lächelnde Buddha

Im ruhigen Winkel eines Friedhofs, in unmittelbarer Nähe der Friedhofsmauern, befindet sich das Doppelgrab unserer Familie. Es besteht aus zwei nebeneinanderstehenden, steinernen Sarkophagen, welche bis obenhin mit Erde gefüllt sind. Aus ihnen sprießt eine bunte und wilde Pracht von Sommerblumen. Besonders fällt mir eine türkis leuchtende Kornblume auf. Es ist sonnig, aber durch die Friedhofsmauer wird einer der Sarkophage mehr mit Sonne beschienen als der andere. Ich denke bei mir, daß ich mir die sonnige Seite aussuchen würde. Allerdings gehe ich davon aus (wenn ich auch nicht unbedingt sicher bin), daß das Grab für meine Eltern bestimmt ist. Meine Mutter neben mir seufzt vorwurfsvoll: "Ach Du!", während ich noch damit beschäftigt bin, die herrliche Sonne und die wunderbaren Blumen zu genießen. Ich vermute, sie ist ärgerlich, weil ich lieber herumspiele und schaue, statt das Grab zu pflegen. Dabei wüßte ich nicht, was es hier zu tun gäbe. Alles ist bestens so wie es wild durcheinander wächst. Schöner wird es mit Grabpflege auch nicht mehr. In einem herausgeschlagenen Winkel der Mauer entdecke ich den horizontal gearbeiteten Kopf eines lächelnden Buddha. Er dient anscheinend als Grabstein, denn in ihn sind Buchstaben eingemeißelt, die ich jedoch nicht entziffern kann.