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Mittwoch, 24. Juli 2013

Eisbar|Eisgalerie

Auf den Lofoten gibt es in einem kleinen Fischerdorf eine Eisgalerie und -bar. Da sie direkt am Hafen liegt, also "um die Ecke", lohnt es sich dort hinzugehen, auch wenn das Schiff in diesem Ort nur 30 oder 45 Minuten Aufenthalt hat. Das ließen wir uns natürlich nicht entgehen. Die Metallgestelle auf den Tischen sind übrigens "Ablagen" für die Gläser, welche ebenfalls aus Eis bestehen, allerdings keinen flachen Boden haben, sondern einen spitz zulaufenden, so wie eine Schultüte. Nicht aus Eis sind die Rentierfelle, welche den Po warm halten und das erstaunlich effektiv, während man auf den Eisbänken sitzt. Die dicken dunklen Capes mußte man sich vor dem Eintritt überziehen, weil dort nämlich -6 Grad Celsius herrschen.

Norwegen - LofotenNorwegen - Lofoten

Norwegen - LofotenNorwegen - Lofoten

Norwegen - LofotenNorwegen - Lofoten

Keine Ahnung, warum ich auf dem einen Foto so eine komische Schnute ziehe oder was ich da gerade doziere, erinnert mich aber sehr an dieses gelungene kindliche Porträt von mir. Wahrscheinlich hat sich für Sekunden und ganz heimlich mein inneres Kind zu Wort gemeldet.



Norwegen - LofotenNorwegen - Lofoten

Norwegen - LofotenNorwegen - Lofoten 

Norwegen - LofotenNorwegen - Lofoten

Samstag, 20. Juli 2013

Am Gletscher

Norwegen Tag4

Mein Bruder wollte mich unbedingt auf dieser großen Felsklamotte fotografieren, keine Ahnung wieso. Also bin ich extra dort hinauf gekrochen und geklettert - was tut man nicht alles für seinen Bruder. Wahrscheinlich war es nur ein Vorwand, um diesen Herrn hinter mir zu knipsen.

Glossybox Juli 2013

Bloß gut, daß ich gestern nicht einschlafen konnte und deshalb lange wach gewesen bin, denn um ungefähr halb zwei Uhr nachts erreichte mich die Sendungsbenachrichtigung von DHL per Email. Hätte ich wie normalerweise bereits ruhig geschlummert, hätte ich gar nicht mehr rechtzeitig mitbekommen, daß ein Päckchen unterwegs ist. Anscheinend erwartet man bei DHL daß man als Kunde ebenso Nachtschichten einlegt wie die Mitarbeiter dort.
Das Auspacken der Glossybox, diesmal in erfrischender Sommer-Blue Edition mit Seesternpapier, hat wie immer Spaß gemacht. Es gibt wie immer einige Produkte, die mir weniger gefallen, aber gleichzeitig zwei Dinge, über die ich mich wirklich riesig gefreut habe, so daß der Happy-Faktor insgesamt ausgeglichen ist.
Richtig irre fand ich, daß ich diesmal den Lip Balm von Figs & Rouge "Cherry Blossom" in der Box hatte, denn ich bin darauf bereits durch die Boxen anderer Abonnentinnen aufmerksam geworden und hatte den schon auf meine Wunschliste gesetzt, um ihn eventuell mal zu kaufen. Mir gefällt, daß er hundert Prozent natürlich ist, lecker nach Kirsche riecht und schmeckt (wobei das Kirsch-Aroma nicht natürlich ist, was mich aber nicht weiter stört) und in stylischen bunten Tuben verpackt ist. Ebenfalls gefreut habe ich mich über den Bamboo Style Texture Mist von Alterna Haircare, weil mir die Aufmachung gefällt und das Spray Volumen und Wellen zaubern soll. Ob das stimmt, weiß ich noch nicht, aber ich werde es gerne herausfinden. Nicht verkehrt ist außerdem die Wimpernzange von Emite Makeup, obwohl ich meistens vergesse, die Wimpernzange zu benutzen, bevor ich mir die Wimpern tusche. Weiterhin ist ein Fläschchen mit 10 ml Nagellack enthalten gewesen, leider in einem grellen Pink oder laut Flyer angeblich Koralle, wie es in diesem Sommer total in sein soll, mir aber trotzdem nicht gefällt. Bei Nagellacken mag ich am liebsten silbern glitzernde oder glänzende Farben, Blautöne oder unauffällige transparente Rosètöne. Trotzdem bin ich froh, daß es kein roter Nagellack ist, denn den hasse ich wie die Pest. Ich weiß nicht wieso, aber knallroter Nagellack ist für mich der Inbegriff der Verzweiflung alternder, aber manchmal auch jüngerer Frauen. Neben dem Glossy-Magazin war außerdem als Goodie eine Parfumprobe von L. von Lolita Lempicka beigelegt. Wer immer das sein mag, das Parfum riecht fürchterlich, irgendwie eine Mischung aus muffig-herb und süßlich. "L. von Lolita Lempicka ist eine neue Hommage an die Weiblichkeit. Ein wildes und kostbares Parfum. Ein wahrhaftiges Elixir der Versuchung, das die Haut mit dem salzigen Kuss der Strohblume streichelt." Nee, besser nicht, da bevorzuge ich den Duft von echtem Heu.
Enttäuscht hat mich ebenfalls das Dermalogica Daytime Radiance Kit mit drei Cremes in Reisegröße, weil ich bisher in jeder Glossybox irgendwelche Cremes hatte, obwohl ich mit Cremes generell nicht viel anfangen kann und will, besonders aber dann, wenn darin Mineralöle enthalten sind, und deshalb langsam nicht mehr damit hinterher komme, die zu benutzen oder zu verschenken. Stattdessen hätte ich lieber mal ein Produkt von Lavera in der Box, wie ich es bei anderen gesehen habe, denn Lavera ist mir als Bio-Marke bisher sehr positiv aufgefallen, da meistens sogar die Gebrauchsqualität stimmt, was nicht bei allen Bio-Marken so ist. Davon würde ich gerne dieses oder jenes Produkt testen, aber auch einen neuen Lippenpinsel könnte ich gebrauchen. Alles besser als billige (aber in der Kosmetik sauteure) Mineralöle für die Haut. Im Dermalogica Kit sind diesmal "Dimethicone Crosspolymer" und "Vinyl Dimethicone" enthalten. Polymere oder Vinyle, also Kunststoffe bzw. Silikone, möchte ich nicht unbedingt im Gesicht haben, besonders seit ich die Doku "Das Experiment - Leben ohne Plastik" gesehen habe. Eine Familie versucht darin über längere Zeit so weit wie möglich ohne Plastik zu leben, was völlig natürlich heutzutage gar nicht mehr möglich ist, aber selbst die Reduktion von Kunststoffen an Lebensmitteln oder anderen Dingen, die Gifte in den Wohnraum abgeben, hatte die Schadstoffkonzentration in den Körpern enorm abnehmen lassen. Schadstoffe wie Bisphenol A oder Phthalate, die hormonähnlich im Körper wirken und dort den Hormonhaushalt durcheinander bringen. Auch wenn man nicht alles aus Plastik vermeiden kann, auf der Haut finde ich sowas nun wirklich nicht notwendig, zumal es die Haut ebenso versiegelt wie Mineralöle.

Glossybox Juli 2013

Freitag, 19. Juli 2013

Ebook-Variationen

Der Selfpublishing-Anbieter meines Ebooks schrieb mich an, weil sie sich darüber wundern, daß es sich nicht in dem Maße verkauft, wie sie es erwartet hätten. Sie finden es "erstklassig" und meinen, daß es "verdient hätte, reißenden Absatz zu finden" (ihr Wort in irgendwessen Gehörgang). Deshalb überlegten sie, woran das wohl liegt und kamen darauf, daß eventuell das Ende ja etwas dramatischer sein könnte. Hm, hätte ich vielleicht noch eine blutige Schießerei oder Messerstecherei einbauen sollen? Oder hätte ich Herrn Luchterhand, mit dem Messer sich selbst richtend, über den Zeugnissen seiner Tat tot zusammenbrechen lassen sollen? Ich bin nun mal keine Drama-Queen und mag lieber die leisen Töne, während es in anderer Art und Weise durchaus rasant zugehen darf. Außerdem schlugen sie vor, daß das Buch einen anderen Titel bekommen könnte, z. B. "Der Fluch des Zarengoldes". Oh je, das klingt verdammt nach einem B-Horror-Movie. Trotzdem finde ich es gut, daß sie sich überhaupt Gedanken darüber machen und mich unterstützen. Es ist aber natürlich auch in ihrem Interesse. Leider scheint niemand Rezensionen schreiben zu wollen, aus denen man Rückschlüsse über die Ursachen ziehen könnte. Es ist weiterhin nur eine vom Juni vorhanden, obwohl etliche Leute mehr das Buch gekauft haben. Bei mir ist es so, daß ich eigentlich nur dann Lust habe, Rezensionen zu schreiben, wenn ich entweder enttäuscht bin von einem Buch und dem, was mich stört, Luft machen möchte, oder aber, weil ich total begeistert bin. Wenn ich von mir also auf andere schließe, obwohl das sicher nicht bei jedem so ist, ist das Einordnen meines Buches weniger optimistisch, aber gleichzeitig nicht niederschmetternd genug, um wenigstens damit Aufmerksamkeit zu bekommen. Es wäre natürlich ebenfalls möglich, daß die Leser einfach alle in Schockstarre gefallen sind. Man könnte nun spekulieren, was der Auslöser für diesen Schock gewesen ist...

Komm ins Land,

wo die Abkühlung ist:

Norwegen

Norwegen

Norwegen

Mittwoch, 17. Juli 2013

Seemannsgarn - Trondheim bis Rørvik

Seemannsschmaus:
Spargel und Parmesankäse in geräucherten Schinken gewickelt
Entrecote Kalbskarree mit Kräuterbutter, grünen Bohnen, gebackenen Tomaten und Rahmkartoffeln
Orangen - Crème Brulee mit Erdbeer- & Ananas-Salsa und Pfefferminzgeschmack

In Trondheim legten wir während des Aufstehens an, nämlich um ca. 8 Uhr, aber da wir dort ganze vier Stunden Aufenthalt hatten, blieb nach dem Frühstück noch etwas Zeit, um von Bord zu gehen. Weil die Innenstadt, anders als bei vielen Hafenstädten, weiter entfernt vom Hafen ist und man länger laufen muß, braucht man auch mehr Zeit. Trondheim gefiel mir nicht auf Anhieb, aber in der Innenstadt war es um mich geschehen. Das lag nicht nur an den erstaunlich großzügigen kommunalen Bepflanzungen, die mir ähnlich in Tromsø aufgefallen sind. Verkehrsschilder, Laternen und andere Dinge werden mit bunten Blumen bepflanzt. In Trondheim gibt es sogar eine ganze Brücke, die zu beiden Seiten mit Blumenkästen bestückt und mit Stiefmütterchen begrünt ist, was den Fotos von dieser Brücke hinunter ein Aussehen gibt, als hätte man von einem Balkon fotografiert.

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Sobald man diese Brücke überquert hat, wundert man sich leicht irritiert, warum in Trondheim so viel verrosteter Schrott herumliegt, bis man realisiert, daß es sich um alte Schiffsdocks handelt, die geschickt und charmant in das Stadtbild integriert werden. Irgendwo liegt das Gerippe eines alten Schiffsrumpfes, dessen verrostete Streben hoch aufragen, doch dazwischen wurde aus Holz eine Plattform gebaut und ein Sommer-Cafè mit Tischen und Stühlen fand dort seinen Platz. Ähnliche Kombinationen entdeckt man immer wieder.

"Im Grunde war die Stadt viel zu gemütlich für Hochschulen und Forschungszentren. Besonders in Bakklandet oder auf dem Mollenberg wollte sich das Bild einer Technologiemetropole partout nicht einstellen. Inmitten der bunten Idylle aus modernisierten Holzhäusern, Parks und dörflich anmutenden Kirchen, Stelzenbauten am Fluss und pittoresken Hinterhöfen kam jedes Gefühl für Fortschritte abhanden, obschon die NTNU, Norwegens große technische Universität, gleich um die Ecke lag. Kaum eine Stadt wob Vergangenes und Kommendes so kongenial ineinander wie Trondheim..." (aus "Der Schwarm" von Frank Schätzing)

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Leider reichte die Zeit nicht mehr, um es noch bis zur alten Stadtbrücke und zum Nidaros-Dom zu schaffen, weshalb sie auf dem Foto nur in der Ferne zu sehen sind.

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Als wir von Trondheim ablegten, fuhren wir an Munkholmen vorbei, einer vor Trondheim gelagerten Insel mit einer alten Festung.

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Und noch einige andere Dinge begegneten uns auf der anschließenden ruhigen Fahrt, wie zum Beispiel ein alter Leuchtturm oder die "Lofoten", eines der frühesten Hurtigrutenschiffe vor Rørvik liegend. Doch von Bord gingen wir an diesem Tag nicht mehr.

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Dienstag, 16. Juli 2013

TV-Tip

Heute um 20.15 Uhr auf arte: "Unser täglich Gift", eine Dokumentation.

Seit 30 Jahren ist eine ständige Zunahme von Krebserkrankungen, neurodegenerativen Erkrankungen wie Parkinson und Alzheimer, Immunschwächekrankheiten sowie Diabetes und Fortpflanzungsstörungen zu beobachten. Wie lässt sich diese beunruhigende Situation erklären, die sich vor allem in den Industrieländern feststellen lässt? Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, recherchierte Filmemacherin Marie-Monique Robin zwei Jahre lang in Nordamerika, Asien und Europa. Zahlreiche wissenschaftliche Studien verdeutlichen: Die Hauptursache ist in Umwelt und Ernährung des Menschen zu suchen. Diese These bestätigen auch Vertretern der Zulassungsbehörden für Lebensmittel in den USA und Europa. Der Dokumentarfilm beleuchtet, unter welchen Bedingungen Lebensmittel produziert, verarbeitet und konsumiert werden. Und zwar vom Feld bis auf den Teller, von den verwendeten Pestiziden bis hin zu Zusatzstoffen und Kunststoffen, mit denen die Lebensmittel in Berührung kommen. Am Beispiel von verschiedenen Pestiziden, vom Süßstoff Aspartam und von der in vielen Verpackungen enthaltenen Substanz Bisphenol A wird deutlich, wie mangelhaft und ungeeignet die Bewertungs- und Zulassungsverfahren für chemische Lebensmittelzusätze sind. Der Dokumentarfilm zeigt außerdem, mit welchen Mitteln die Industrie Druck ausübt und manipuliert, um weiterhin hochgiftige Produkte vermarkten zu können. Schließlich wird vor allem deutlich gemacht, wie der Mensch sein Immunsystem durch gesunde Ernährung stärken kann. Dass dies möglich ist, beweisen zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen.

Montag, 15. Juli 2013

Trolloscope - Ein Trollshop-Nachtrag

Wie ich gerade gesehen habe, gibt es sogar Internet-Trollshops und in einem von ihnen kann man sich Trolle in das Email-Postfach holen: http://www.trolloscope.com/trolloscope/trolloscope.htm

Ich habe das allerdings nicht ausprobiert und kann deshalb nicht sagen, was die Trolle dort im Postfach für Unfug anrichten. Deshalb nur auf eigene Gefahr!

Sonntag, 14. Juli 2013

Seemannsgarn - Trollshop, Trollwarnung und Trollunfug

Der Trollshop verkauft, wie der Name schon sagt, Trolle. Trolle sind häßliche, stark behaarte und kleine Kreaturen mit vier Fingern und langen Nasen, die ihre Klopapiervorräte in großen weißen Rollen auf den Feldern aufbewahren und sich nur in der Dunkelheit aufhalten. Wenn sie bei Tagesanbruch nicht rechtzeitig in ihre finsteren Verstecke flüchten und von der Sonne getroffen werden, explodieren sie mit einem lauten Knall und bleiben als ein Felsbrocken liegen. Demzufolge muß es gerade an der Trollstigen, die sicher nicht umsonst diesen Namen hat, viele Trolle geben, denn die Felsen, die man dort sieht, sind unzählig. Im Dunkeln aber richten die Trolle sehr viel Unfug an, denn irgendjemand muß die Steine ja ins Rollen bringen, wenn sie auf die Straße prasseln und diese unpassierbar machen. Aus diesem Grund werden die Trolle gejagt, eingefangen und in Trollshops an ahnungslose Touristen verscherbelt, welche sich um diese kleinen grinsenden Dinger reißen, als hätten sie Zuhause noch nicht genug Ärger und ungekämmte Verwandte. Ich jedoch weigerte mich, so ein Ding mit in die Heimat zu nehmen, sondern schickte mir stattdessen eine Trollwarnung:

TrollwarnungTrollwarnung 2

Trolle

Die Trollwarnung ist ein echtes Verkehrsschild, das allerdings nur ein einziges Mal an der Trollstigen steht. Auf dem Dach des Trollshops ist es ebenfalls zu sehen. Das Dach ist wie viele Dächer in Norwegen mit Torf gedeckt, auf welchem allerlei Pflänzchen wachsen. Früher, erklärte uns der Reiseleiter, hatte man auf dem Dach gleichzeitig seine Apotheke, also Heilpflanzen, als auch seine Versicherung gegen Blitzeinschlag, davor sollen nämlich bestimmte Kräuter außerdem schützen.

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Ob es gewirkt hat, ist nicht überliefert bzw. wurde uns zumindest nicht erzählt. Dafür erfuhren wir, daß die rote Farbe, die man an sehr vielen Häusern und Hütten sieht, früher die billigste Farbe war, denn sie wurde aus Tierblut und Walfischtran hergestellt. Die teuerste Farbe war Weiß. So ist es zu erklären, warum es sich einbürgerte, Stallungen und Fischerhütten rot zu streichen, während die Wohnhäuser weiß aussehen sollten. Es kam jedoch vor, daß bei ärmeren Leuten das Wohnhaus zum Fjord hin weiß gestrichen war und nach hinten hinaus rot. Fassade halt. Übrigens gibt es in Norwegen keine Grundstücksgrenzen und keine Zäune, da das Gemeinrecht des Bodens gilt. Das scheint erstaunlich gut zu klappen, aber wenn man die Farbe seines Hauses wechseln will, braucht man dafür die Unterschrift der umliegenden Nachbarn, ansonsten muß es die Farbe behalten, die es bisher hatte. In den Bergen kamen wir an einem uralten Hof vorüber, auf welchem bis vor einigen Jahren drei Schwestern lebten. Als die letzte von ihnen starb, wollte man den Haushalt auflösen und fand in dem Haus Gerätschaften, wie sie im 18. Jahrhundert verwendet wurden, sowie eine noch vollständig eingepackte Waschmaschine, welche den Schwestern von Bekannten aus Amerika geschickt wurde, die damit aber nichts anfangen konnten, da sie keine Wasseranschlüsse, sondern einen Brunnen hatten. Außerdem fand man in einer Kiste 700 000 Kronen, welche die Schwestern anscheinend nicht brauchten, da sie sich ja vollständig auf ihrem Hof selbst versorgten. Norwegen ist im Grunde ein Paradies für Selbstversorger, denn das Angeln in Salzwasser ist für jeden frei und erlaubt, es gibt sogar extra eingerichtete Angelplätze für Menschen mit Einschränkungen. Und ebenso gehört alles, was in der Natur wächst, wie Beeren, Pilze usw., jedem, das heißt, jeder hat das Recht, sich davon zu ernähren. Und da ein Gemeinrecht des Bodens gilt, ist es theoretisch auch überall erlaubt zu campen. Ob das praktisch tatsächlich so ist, darin habe ich leider keine Erfahrungen.

Wenn man so durch die Berge fährt, fallen einem überall an den Wegen und auf Felsformationen kleine Türmchen von übereinandergestapelten Steinen auf. Der Reiseleiter behauptete erst, dies sei das Werk der Trolle, doch rückte dann mit der Wahrheit heraus: Diese Türmchen werden von Touristen gebaut und bedeuten, daß man gerne hierher zurückkommen möchte. Und schon war die halbe Reisegruppe angefixt und stürzte sich beim nächsten Halt auf umherliegende Steine, um sie übereinander zu stapeln. Ich nicht, denn ich wollte die kurze Zeit doch lieber dafür verwenden, mir die Landschaft anzuschauen und zu fotografieren. Überhaupt habe ich den Verdacht, daß dies einfach nur eine ganz ausgebuffte Beschäftigungstherapie für Touristen ist, um sie davon abzuhalten, zu viel Unfug anzustellen. Manchmal sind Touristen und Trolle eben dasselbe.

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Freitag, 12. Juli 2013

Seemannsgarn - Alesund bis Molde

Seemannsschmaus:
Salat mit getrocknetem Hammelfleisch und Erdbeeren
Brathähnchen mit Gemüse-Risotto, Linsenragout und Paprikasoße
Joghurt-Panna Cotta mit norwegischer Schokolade verfeinert und Erdbeersoße dazu

Doch halt! Ich durfte dieses Menü leider nicht probieren, da ich zu den Ausflüglern gehörte und Molde nicht über das Wasser, sondern über das Land erreichte. Uns wurde in einem Hotel in Molde Kabeljaufilet mit Kartoffelpüree und Speck, sowie Apfelkuchen mit Sahne zum Abendessen serviert.

Ungefähr um die Frühstückszeit herum ankerten wir in Alesund (wird übrigens eigentlich mit einem Kuller über dem A geschrieben und wie O ausgesprochen). Als die Maschinen erneut stampften und das gesamte Schiff vibrierte, wie es das immer tat, sobald es versuchte, aus einem Hafen herauszukommen, glitten wir von nun an durch sich immer höher erhebende Kulissen aus Bergen, Wald, häufig sichtbaren Wasserfällen und einsamen Holzhäuschen direkt in den Geiranger-Fjord hinein, der relativ lang ist, so daß wir an seinem Endpunkt Geiranger erst am Nachmittag eintrafen. Wenn ich die Landschaft als Kulisse bezeichne, so meine ich das auch so, denn vom Schiff aus wirkt jeder Baum wie ein kleines Streichholzbäumchen und jedes Haus wie ein Spielzeughäuschen und man mag nicht glauben, daß dort tatsächlich Menschen herumlaufen bzw. herumklettern. Es wirkt wie aufgebaut und hin gemalt und man sagt sich selbst, daß man erst persönlich dieses Ufer besucht und alles angefaßt haben muß, bevor man realisiert, daß es wirkliches Land ist. Die Anzahl der Wasserfälle steigerte sich kontinuierlich bis hinauf zu den Sieben Schwestern, die natürlich so heißen, weil es gleich sieben nebeneinander liegende Fälle sind.

Das Wetter an diesem Tag war bewölkt und regnerisch, aber das bemerkten wir kaum, als wir in Geiranger mit einem Schnellboot ausgetendert wurden und zu unserem ersten Busausflug aufbrachen, während das Mutterschiff den Fjord wieder verließ und Richtung Molde steuerte. Als sich unser Bus immer höher hinauf durch die engen Kurven der Serpentinenstraße schlängelte, konnten wir es in der Ferne auf dem glänzend tief unter uns liegenden Fjord entschwinden sehen.

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Halt gemacht wurde kurz an einer Aussichtsplattform, an einem schäumenden Gebirgsbach,

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auf einer felsigen Bergplatte, auf der teilweise noch Schnee lag,

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bis der Bus schließlich über die Trollstigen fuhr, eine spektakuläre Serpentinenstraße, welche nur im Sommer geöffnet und wegen der Steinschläge und Lawinen generell nicht ganz ungefährlich ist.

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(Man sieht hier einen unserer Busse, wie er sich die Serpentinen entlang fädelt.)

Dann ein schneller Fotostopp, um die Trollstigen von unten zu bewundern und ein weiterer Halt im Trollshop, wo ein kleiner Imbiß auf uns wartete.

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(Oben ganz klein die Brücke, über welche wir fuhren.)

Danach ging die Fahrt weiter nach Molde, wo wir schon von weitem einen Koloss im Hafen liegen sahen, nämlich die Aida, welche wie ein schwimmendes Hochhaus alle Häuser der Umgebung überragte.

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(Sitzbank am Hafen in Molde)

Unser Reiseleiter erzählte uns, daß wir jetzt ein Abendessen bekämen und unser Schiff hinter der Aida liege, dann machte er sich blitzschnell aus dem Staub. Während des Essens ahnte noch niemand etwas, doch als sich die uns durchgestellte Abfahrtzeit von 21.15 Uhr näherte, strömten die ersten zum Hafen hinunter und wunderten sich, daß dort zwar die "Trollfjord" lag, ein anderes Hurtigruten-Schiff, aber von unserem Mutterschiff weit und breit nichts zu sehen war. Irgendwann standen alle in Grüppchen verloren am Hafen herum, die Aufregung wurde immer größer, man rannte hierhin, rannte dorthin, spekulierte, schimpfte oder fragte irgendwen. Jemand erzählte, ihm wurde gesagt, man müsse zwanzig Minuten bis zu einem anderen Anlegeplatz laufen, aber glücklicherweise hörte darauf niemand. Endlich tauchte am Horizont heiß ersehnt und mit einer halben Stunde Verspätung unser Mutterschiff auf. Wir waren zwar nicht hungrig, aber durchgefroren und müde. Nun durften wir wieder in unser schwimmendes Zuhause.

Pflegenotstand in deutschen Krankenhäusern

Wenn die Feuerwehr ins Krankenhaus einrücken muß, weil ein Notfall vorliegt, aber kein Pflegepersonal anwesend ist:

http://www.ardmediathek.de/das-erste/kontraste/pflegenotstand-krankenhaeuser-gegen-personalschluessel?documentId=15819690

In dem Video kommt eine Statistik vor, nach der in Deutschland auf eine Pflegekraft 10,3 Patienten kommen, während es in Norwegen als patientenfreundlichstes Land 3,8 Patienten sind. Jetzt verstehe ich auch, warum uns vor der Reise gesagt wurde (ich glaube, es war sogar ein Mitarbeiter der Krankenkasse), daß man, sollte man während der Reise wegen eines Notfalls ins Krankenhaus müssen, es an unserer Stelle überhaupt nicht eilig haben würde, sich nach Deutschland überführen zu lassen. Lieber so lange in Norwegen bleiben und sich dort behandeln lassen wie möglich.

Ich muß sagen, daß ich höchste Achtung vor dem Pflegepersonal habe, welches trotz dieser Umstände noch versucht, die Patienten menschlich zu behandeln und zu begleiten. Aber Versuche schaffen leider kein Vertrauen, das schaffen nur Tatsachen.

Mir ist dazu dieser Traum von mir wieder eingefallen:

http://weltentanz.twoday.net/STORIES/das-automatisierte-krankenhaus/

Ich hoffe sehr, dies war keine vorausschauende Zukunftsvision.

Dienstag, 9. Juli 2013

Seemannsgarn - Die Ankunft in Bergen

Seemannsschmaus: Bergen-Buffet mit viel Obst

Auf dem Hinflug hatte ich einen Fensterplatz, so konnte ich erst Berlin unter mir entschwinden, und als die Wolkendecke nach anderthalb Stunden mit einem sehr trockenen Sandwich und einem halb gefüllten Becherchen Cola erneut aufbrach, eine völlig neue Landschaft unter mir auftauchen sehen, der man ihre Andersartigkeit und Besonderheit bereits von oben ansah. Vom Flughafen aus wurden wir mit dem Bus zum Hurtigruten-Terminal gefahren, wo wir unsere Sicherheitslektion absolvierten und eincheckten. Im Terminal bemerkt man es gar nicht richtig, wann man das Schiff betritt, denn es funktioniert wie ein Flughafen-Terminal. Erst bei den einzelnen Häfen wird ganz normal eine Gangway heruntergelassen, auf der man deutlich sieht, daß man das Schiff betritt oder verläßt. Ab 18 Uhr konnten die Kabinen bezogen werden, dann gab es Abendessen und danach waren wir damit beschäftigt, das Schiff zu erkunden und die Landschaft zu bestaunen, die noch gar nicht so großartig war, wie sie später werden sollte, aber eben für uns völlig unentdeckt. Doch da ich mich vor der Reise bereits etwas mit den Tagesstrecken und Sehenswürdigkeiten beschäftigt hatte, wußte ich, daß wir gleich am nächsten Tag früh in den Geiranger-Fjord einlaufen würden, weshalb wir relativ zeitig zu Bett gingen und uns in den Schlaf wiegen ließen, um davon nichts zu verschlafen.

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Montag, 8. Juli 2013

Unterm Rettungsboot

Unterm Rettungsboot

Im Geiranger-Fjord