Alien
Es ist eine neuere Version von  AlienInsideTwoday  verfügbar!  Aktualisieren  Jetzt nicht!
© 2018-2023 NeonWilderness

Sonntag, 7. Juli 2013

Hurtig reisen - Die Fortsetzung

Die Richard With, so hieß unser Schiff, wird als schwimmendes Kunstmuseum gehandelt. Der Grund dafür ist, daß im Schiff überall Gemälde und Zeichnungen von norwegischen Künstlern hängen. Das größte Bild dürfte sich im Restaurant-Deck befinden, nämlich eine ganze Wand voll wilder Wikinger in Booten. Doch auch in den Treppenaufgängen und sogar in den kleinsten Winkeln findet man Bilder, manche sind allerdings vervielfältigt und häufiger zu sehen, zum Beispiel die Werke in den Kabinen. In meiner Kajüte hingen diese beiden schönen Bilder, eine wilde Seeszene vor dem Torghatten, dem Berg mit Loch, und eine stille Bergszene. Die Bergszene gab es an anderen Orten mit gelben Blumen davor:

Bild in SchiffskabineBild in Schiffskabine


Neben dem Kunstgenuß wurde für leibliche Genüsse ebenfalls gut gesorgt. Zum Frühstück und Mittagessen trug man jeweils ein sehr reichhaltiges Buffet auf und zum Dinner abends ein kulinarisch verbrämtes Drei-Gänge-Menü. Wenn sich das jetzt ein wenig sarkastisch anhört, hat dies die Ursache darin, daß der äußere Anschein in allem mit dem übereinstimmte, was man von der Haute Cuisine so kennt, aber das Geschmackserlebnis dem oft leider nicht entsprach. Genauer gesagt waren die Gänge zum einen winzig (zum Beispiel gab es zum Lammfleisch genau abgezählt fünf grüne Bohnen), zum anderen sehr kunstvoll und dekorativ angerichtet, aber von der Qualität des Essens selbst kam es mir ein wenig vor wie gewollt und nicht gekonnt. Eigentlich macht es mir nichts aus, kleine Portionen zu essen, wenn ich dafür wirklich besondere und exquisite Geschmackserfahrungen machen kann, doch hier fand ich das Getue um das Essen fast lächerlich, weil sich die Passagiere dieser Haute Cuisine-Attitüde anpassten, aber oft mit ziemlich angepissten Gesichtern auf dem Essen herumkauten. Hätte ich nicht mitten unter ihnen gesessen, sondern das als Szene in einem Film gesehen, hätte ich wahrscheinlich schallend losgelacht. Ich weiß nicht, ob die Norweger generell auf Kriegsfuß mit Gemüse stehen oder nur dieser spezielle Küchenchef, aber egal welches Gemüse, ob Spargel, Bohnen, Rosenkohl oder was auch immer, es war stets so roh, als hätte man es nur im Vorbeigehen kurz in warmes Wasser getaucht, und schmeckte meistens nach gar nichts. Es ironisch "bißfest" zu nennen, wie es einige Gäste taten, war da ziemlich kompromissbereit. Wenn man allerdings weiß, daß in Norwegen kaum Gemüse angebaut wird, weil dort ab August bereits wieder die Nachtfröste beginnen, wird das Ganze verständlicher.
Glücklicherweise wurden zum Mittags-Buffet zwei bis vier warme Mahlzeiten angeboten, so daß ich mir stets mittags den Bauch vollschlug und das Dinner, den "Firlefanz" wie es mein Bruder nannte, mehr als Showeinlage genoß, denn neugierig war ich natürlich, da die Gänge sich meist viel besser und exotischer anhörten, als sie schließlich waren. Weniger schmackhaft ist in Norwegen, neben Bier und Wein, was ich bereits erwähnte, weiterhin das Brot. Sehr gut waren dagegen die Soßen, auch im Buffetangebot, und die Desserts. Es gab Passagiere, munkelte man, die sich ausschließlich vom Dessertangebot ernährten. Zu jedem Mittagsbuffet fand man bis zu zehn verschiedene Nachtische - Kuchen, Eis, Cremes, Götterspeise, Kompott, Pudding - wenn man sich da durch essen wollte, mußte man sich seine Verdauungsreserven gut einteilen. Reichlich im Angebot waren außerdem Fisch, Kaviar, Meeresfrüchte und exotisches Obst. Zu den Mahlzeiten trank man exzessiv Wasser, denn außer zum Frühstück gab es nur das schiffseigene Wasser kostenlos, welches auf dem Schiff selbst hergestellt und in Plastikkaraffen gereicht wird. Natürlich konnte man auch andere Getränke kaufen,aber bei diesen Preisen überlegte es sich die Mehrheit sehr genau, denn 0,33 l Saft kosten umgerechnet 6 EUR und 0,33 l Bier ungefähr 10 EUR. Daher sagt man wahrscheinlich, Norwegen sei teuer, was man so allerdings nur für Touristen stehen lassen kann. Die Norweger selbst verdienen im Schnitt das Dreifache von dem, was wir verdienen, und unter diesem Gesichtspunkt sind es für die Norweger humane Preise. Daher rührt sicher die Diskrepanz, daß ich für den von uns bezahlten stattlichen Preis den Service doch eher mittelmäßig fand, vergleichbar einem Zwei-Sterne-Hotel. Zudem hatten wir das Pech, daß bei unserer Fahrt nicht einmal kostenlose Wolldecken zur Verfügung gestellt wurden, wie in den Katalogen angekündigt, sondern Decken ebenfalls gekauft werden sollten, wenn man eine benötigte.

Da wir gerade von Pech reden, zwei Tage vor der Reise ereilte mich ein viel größeres, denn ich bekam mal wieder einen Hexenschuß, einen besonders gemeinen. Ich konnte mich nur noch an den Türrahmen klammern mit dem Gedanken, nie wieder irgendeine Bewegung machen zu können, und ließ mich schließlich, als ich nicht mehr klammern konnte, wie ein Käfer auf den Fußboden fallen. Dort versuchte ich mich mit Yogaübungen zu dehnen, um irgendwie auf die Beine zu kommen, allerdings sahen die Übungen mehr aus nach "Überfahrene Katze, die noch nicht ganz tot ist und hilflos herumzappelt". Wenn man so auf allen Vieren herumkriecht, weil das die einzige Fortbewegung ist, die noch geht, hat man wirklich viel Zeit darüber nachzudenken, wie bescheuert die Menschheit doch war, sich auf zwei Beine zu stellen. Ich war total fertig und dachte zuerst, ich muß die Reise sausen lassen. Zum Glück hatte ich diverse starke Schmerzmittel zu Hause, bei denen ich nur schnell schaute, wieviel ich davon nehmen kann, ohne eine Überdosis zu riskieren, und so gedopt gelang es mir doch, die Reise anzutreten und die erste Woche zu überstehen, allerdings wäre es schöner gewesen, sich frei bewegen zu können und beim Sitzen in den Ausflugsbussen und auf dem Sonnendeck nicht ständig den trotz Schmerzmitteln pochenden und ziehenden Nerv zu spüren. Der erste Ausflug am zweiten Tag dauerte gleich acht Stunden, die zum größten Teil aus Sitzen bestanden. Am Ende dieses Ausflugs war mein Rücken total steif, aber irgendwie auch taub, so daß ich scherzhaft zu den anderen sagte, ich hätte meinen Nerv wohl tot gesessen. Ich erzähle das alles nur, um nicht zu viel Neid aufkommen zu lassen. Abgesehen von diesen Unannehmlichkeiten finde ich, daß ich mir das Gute, das mir zur Zeit widerfährt, redlich verdient habe.

Aus oben genannten Gründen kaufte ich mir in Norwegen einen Schmerzbalsam (Pilegrimsbalsam), den ich als Souvenir mit nach Hause brachte, was mich jetzt ärgert, denn leider erinnert mich dieses Souvenir genau an den unschönen Teil der Reise. Wenn der Schmerzbalsam Wunder wirken würde, würde ich ja sofort wieder nach Norwegen fahren, wenn er aufgebraucht ist, aber es ist nur einer von vielen, der höchstens bei kleineren Blessuren etwas nützt. In meinem geführten Reisetagebuch, in welchem man viele Tips für besondere Andenken findet, steht der Vorschlag, man solle von seiner Reise einen beliebigen Hygieneartikel mitbringen und auf jeder weiteren Reise einen neuen Artikel dieser Art kaufen, um eine andere Art der Souvenir-Sammlung aufzubauen. Das heißt, dieser Schmerzbalsam könnte der Beginn einer großartigen Sammlung von Schmerzbalsamen aus aller Herren Länder werden, ganz gewiß eine ganz neue und heilsame Art der Andenken-Sammlung. Aber nein, ich kann mich beherrschen, solch eine Souvenir-Sammlung will ich nicht haben.
Ein etwas schöneres Andenken sind die Handstulpen, die ich mir kaufte, und die glitzernden Steine, die ich am Svaritsen-Gletscher einsammelte. Ich habe den Gletscher komplett abgeräumt, die nachfolgenden Touristen werden sich wundern, weil keine Steine mehr da sind.

Souvenir NorwegenSouvenir Norwegen


Dieses Video ist übrigens rein zufällig am Gletscher entstanden, ich muß wohl auf den Videoauslöser gekommen sein:

Freitag, 5. Juli 2013

Walwetter

Ferne Begleiter bleiben sie -
als wollten sie nicht ängstigen,
sondern schwerelose Tänzer
auf der diamantenen Bühne sein,
die ihnen die wogende Flut bereitet

Folgen meinem Weg über das Meer,
folgen mir bis an den Ort,
wo die Sonne in zwei Teile fällt,
zerbrochen von dem Spiegel,
der Welten voneinander trennt

Wo das Blau noch blau sein darf,
Vergißmeinnicht nicht vergessen sind
von Seelen, die einen Hafen suchen.
In ihren glänzenden Bäuchen
das Urwissen des Lebens, prall.

Schlafen die Riesen (sicherlich),
treiben sie in ihren Wellenkissen,
träumen von der Glut der Sonne
jenseits der Grenzen ihrer Heimat
und den Rätseln des Kontinents

Looking for the whales

Als wir vom Svaritsen-Gletscher aus mit dem Schnellboot unserem Mutterschiff folgten und zum ersten Mal Wale sahen.

Norwegen 6Norwegen 4

Norwegen 7

Norwegen 5

Donnerstag, 4. Juli 2013

Hurtig reisen

Machen wir uns nichts vor, auch die Hurtigruten-Schiffe, obwohl Postschiffe und viel kleiner als die großen Kreuzfahrtschiffe, sind im Grunde eine Art schwimmendes Altersheim. Jedenfalls dürfte mehr als die Hälfte der Passagiere das 60. Lebensjahr überschritten haben. Leute mit Krücken und Rollatoren findet man ebenfalls einige auf dem Schiff. Ein alter Herr, der mit uns an Bord ging, war so klapprig und mühte sich mit solch einem riesigen Koffer ab, daß mein Bruder feixte, der hätte bestimmt in dem Koffer seine Pflegekraft. Man kann auf so einem Schiff durchaus ganz entspannt herumgondeln, draußen sitzen oder drinnen in diversen Bars und Gesellschaftsräumen, ein bißchen gucken, sich den ganzen Tag vollfressen, Schläfchen machen und sich bespaßen lassen, denn sogar einen Bordmusiker gibt es. Dieser klimpert und singt allerdings so grauenvoll, daß es sehr von Vorteil ist, bereits schwerhörig zu sein. Ab und zu trällert auch mal die Bardame ein Liedchen, bei dieser sollte man aber besser schon ganz taub sein, wenn man es nicht werden will.

Gehört man zu den jüngeren Passagieren, die etwas mehr von Land und Leuten sehen möchten, dann ist der Name von Hurtigruten Programm. Man hat zwar oft Gelegenheit zu Landgängen, da das Schiff jeden Tag mehrmals irgendwo anlegt, und es werden sehr viele Ausflüge angeboten, so daß man theoretisch jeden Tag einen mitmachen könnte, aber alles muß immer sehr schnell gehen, hurtig eben. Das ist verständlich, denn schließlich hat das Schiff wichtige Aufgaben zu erfüllen und einen festen Fahrplan, der möglichst eingehalten werden sollte. Deshalb sind die Liegezeiten in den diversen Häfen sehr kurz, manchmal nur eine halbe Stunde, manchmal eine ganze und selten auch mal vier Stunden. Selbst die werden eng, wenn man sich eine Stadt anschauen möchte. Mit gemütlich bummeln oder sich in ein Cafè setzen ist da nicht viel, sondern man braucht flinke Füße, damit man etwas sieht und trotzdem pünktlich zur Abfahrt wieder am Hafen ist. Wenn man nicht laufen, sondern sich mit dem Bus herumfahren lassen will, muß es ebenfalls schnell gehen. Oft beginnt ein Ausflug in einem Hafen und endet in einem anderen, wo man das Schiff rechtzeitig erreichen muß. Das kann manchmal eng werden, und die Fotostopps immer kürzer. Anfangs sind es noch zehn Minuten, später fünf und irgendwann nur noch zwei Minuten, bevor der Busfahrer seinen Motor wieder anwirft als Zeichen, daß sich nun alle zum Bus zu sputen haben. Besichtigt man zwischendurch Kirchen oder Museen, reicht die Zeit nie, um alles richtig zu sehen, sondern höchstens dafür einen kurzen Überblick zu bekommen. Wenn das Schiff Verspätung hat, kann es sogar vorkommen, daß "Ausgangssperre" verhängt wird, d.h. das Schiff legt zwar irgendwo an, allerdings ist es den Passagieren untersagt, für Stippvisiten von Bord zu gehen. Einmal haben wir erlebt, daß ein Hafen überhaupt nicht angelaufen wurde, weil man feststellte, daß niemand von Bord und auch niemand auf das Schiff wollte. So holt man Verspätungen, zum Beispiel bei technischen Problemen, wieder ein.

Auf dem ganzen Schiff gibt es Lautsprecher für die Bordfunkdurchsagen, selbst in den Kabinen. Über diese Durchsagen erfährt man, welcher Hafen gerade angefahren wird, wann die Abfahrtszeit ist, Hinweise zu Sehenswürdigkeiten, die man im Moment von Bord aus sehen kann und das alles in drei bis vier Sprachen. So verpaßt man selbst dann nichts, wenn man gerade sein Mittagsschläfchen hält. Jede Kabine hat außerdem Telefone, mit denen man einfach mit der Kabinennummer in jede andere Kabine telefonieren kann. Die Kabinen der Mittelklasse sind winzig, ein Bettsofa, ein Klappbett, eine Ecke abgeteilt für die allerwinzigste Naßzelle, die aber trotzdem Fußbodenheizung, Dusche, Waschbecken, Klo und Fön hat, einige Schränke, kleiner Schreibtisch mit Stuhl und Tischchen passen gerade so hinein. Mein Klappbett war erstaunlich bequem.

Fön HurtigrutenKabine 2Kabine 3
Der Fön in den Kabinen

Kabine 1Schiff 6


Wir hatten unsere Kabine auf Deck 5, welches das einzige Deck ist, auf dem man von außen einmal um das ganze Schiff laufen kann. Das führte immer mal wieder zu diesen Ausblicken:

Schiff 5


Von außen ist es nicht gut möglich in die Kabinen schauen, weil das Glas verspiegelt ist, manches sieht man aber trotzdem, vor allem je näher es am Fenster ist, oder wenn Licht eingeschaltet wurde. Von Deck 5 bis Deck 7, dem höchsten Deck, gibt es am Heck Sonnendecks mit Stühlen, die besonders bei Sonnenschein heiß begehrt sind.

Schiff 3Schiff 2


Ich habe es nur ein einziges Mal bei dichtem Nebel und ca. um Mitternacht erlebt, daß ich alleine auf dem Deck saß, was aber durchaus angenehm war, da es es zwar nebelig doch weder kalt noch windig gewesen ist. Apropos Wetter - wir hatten bis auf Schneestürme so gut wie jedes Wetter, das man sich vorstellen kann. Und es wechselte rasant, manchmal gab es mehrere Wetterlagen an einem Tag. Zum Beispiel war es oft so, daß es tagsüber regnerisch und bewölkt war, aber abends aufklarte und eine herrliche Mitternachtssonne die ganze Nacht hindurch schien.

Das ist unser Schiff, als es von uns in Molde nach einem Ausflug heiß ersehnt wurde, aber Verspätung hatte:

Schiff 4



Und dies ist der Hinweis darauf, wo sich die Rettungsboote befinden:

Schiff 1

Im übrigen mußten wir, um überhaupt an Bord zu dürfen, zu Beginn eine Sicherheitseinweisung absolvieren, die jedoch nur aus einem englischsprachigen Film bestand, der abgespielt wurde. Dafür bekam man ein Siegel auf seinen Kabinenschlüssel geklebt. Ich glaube, in einem echten Notfall wäre das nicht sehr effektiv gewesen, aber man denkt ja immer ' bei uns wird schon nichts passieren'.

Mittwoch, 3. Juli 2013

Ouvertüre | Norwegen 2

Die erste Urlaubskarte ist heute beim Empfänger eingetrudelt, dann wird sicher auch meine bald ankommen. Ich hab mir nämlich selbst eine Trollwarnung vom Nordkap aus nach Berlin geschickt. Als Souvenir sozusagen.

Norwegen 1

Norwegen 4

Norwegen 3

Dienstag, 2. Juli 2013

Ouvertüre | Norwegen

Ouvertüre | Norwegen

Es beginnt...

Montag, 1. Juli 2013

Stockfisch und Bier

Bei mir gab es heute Gurkennudeln, ich habe einen Spiralschneider gekauft, mit dem man super Gurken, Zuccini oder anderes Gemüse zu Spaghetti verarbeiten kann. Dazu könnte man sich gut alle möglichen Soßen ausdenken, aber ich bin immer zu faul und nehme einfach Kartoffelcreme.

Gurkennudeln

Danach verspeiste ich das letzte Stück Stockfisch, welches ich noch aus Norwegen hatte, zu deutschem Bier. In Norwegen wird Stockfisch - an Gestellen getrockneter Fisch - wie Chips geknabbert und dazu gehört unbedingt Bier. Stockfisch schmeckt ein bißchen wie Stroh mit Fischgeschmack, jedenfalls gewöhnungsbedürftig, ist aber sicher gesünder als andere Snacks. Leider ist Alkohol in Norwegen nicht nur verdammt teuer, sondern schmeckt auch überhaupt nicht, sei es nun Bier oder Wein. Man weiß gar nicht, ob nun Stockfisch den Biergeschmack oder Bier den Stockfischgeschmack verbessern soll. Harte Sachen gibt es gar nicht oder selten, es ist außerdem verboten in der Öffentlichkeit Alkohol zu trinken. Das hat den Vorteil, daß man nirgends Leute mit Bierbüchsen herumlungern sieht. Einer der Reiseleiter erzählte jedoch, daß man gerne mal selbst destilliert, allerdings sollte man sämtliche Einladungen zu entsprechenden Gebräuen lieber ablehnen, denn das letzte Mal, als er dazu eingeladen wurde und davon getrunken hatte, wußte er drei Tage lang seinen Namen nicht mehr.

Bei einer anderen Spezialität, die mir in Norwegen aufgefallen ist, handelt es sich um karamellisierten Ziegenkäse. Das klingt zuerst noch nicht schlimm, aber das Witzige ist, daß er zu Kuchen oder Waffeln gereicht wird. Bei einem Ausflug durften wir das zum Kaffee ausprobieren: Waffeln mit einer Scheibe Käse oben drauf. War aber gar nicht so schlecht.

Gerne probiert hätte ich ebenfalls die Moltebeeren, habe leider jedoch nirgends eine zu Gesicht bekommen. Nur als Sirup beim Dinner und als zuckerfreie Drops, die ich mir kaufte, konnte ich den Geschmack dieser Beeren erahnen.

Stockfisch
Stockfisch

Stockfischgestelle-Lofoten
Gestelle mit Stockfischen auf den Lofoten

Samstag, 29. Juni 2013

Glossybox Juni 2013

Inzwischen ist die Glossybox für diesen Monat wieder eingetroffen und diesmal war es genau anders herum als bei der letzten Box. Auf den ersten Blick erschienen mir die Produkte relativ unspektakulär, doch beim näheren Anschauen und Probieren, stellte ich fest, daß sie wirklich toll sind. Der Yogi Flow-Duschschaum von Rituals ist angenehm auf der Haut und riecht gut. Die wasserfeste Lippen- und Wangenfarbe von Kryolan hält bombensicher und ist diesmal im perfekten Farbton für mich. Die Parfumprobe von SeeByChloè hat auch für meine Nase einen angenehmen Duft, obwohl eher blumig statt fruchtig, was ich ja lieber mag. Avène mit Thermalwasser schätze ich als Marke generell, Sonnencreme benutze ich allerdings weniger. Doch es kann sicher nichts schaden, hochwertige Sonnencreme parat zu haben, falls es mit dem Sommer doch noch etwas werden sollte. Weiterhin waren ein winziges Döschen Augenfaltencreme von Shiseido und ein Beauty-Magazin enthalten. Beides nichts, das ich benutze oder lese, aber sicher gerne andere Abnehmer findet.

Glossybox Juni 2013

PS: Mein Nachtisch ist jetzt fertig.

Erdbeertorte

Freitag, 28. Juni 2013

Überwältigt

Überwältigt bin ich von der fantastischen Landschaft Norwegens, dem Leben auf dem Meer und all den vielen neuen Erlebnissen, von denen noch ausführlich zu berichten sein wird. Die paar Tage waren so dicht gefüllt mit Sensationen und Erfahrungen, daß ich manchmal am Abend schon nicht mehr wußte, was ich am Morgen erlebt und gesehen hatte. Und dann dieses seltene Glück, sogar zweimal Wale beobachtet zu haben! Es wurde zwar eine Wal-Safari mit Wal-Garantie angeboten, aber diese habe ich nicht mitgemacht. So ganz normal auf dem Schiff und den üblichen Routen kommt es kaum vor, weshalb dieses Ereignis auch vom Käptn bei seiner Abschlußansprache gebührend gewürdigt wurde. Und endlich habe ich mir nach diesem Schiffsaufenthalt ein für alle Male eingeprägt, wo Bug, Heck, Steuerbord und Backbord ist.

Ich machte ungefähr 3000 Fotos: 1000 mit Felsklamotten jeder Art, 1000 mit Sonnenglitzer und Wolkenformation jeder Art, eigentlich total langweilige Bilder, aber wenn man live davor steht, kann man gar nicht anders, als ständig draufzuhalten. Und ich war nicht der einzige Fotograf. Eine ganze Schar davon rannte ständig rund um das Deck, immer auf der Suche nach dem schönsten Motiv. Manche fand ich ja etwas albern, wie zum Beispiel die, die tatsächlich versuchten, auf dem Schiff mit Stativ zu fotografieren. Erstmal ist das bei diesem Licht zu jeder Tageszeit, außer vielleicht bei einer sehr langen Brennweite, gar nicht nötig, und zum zweiten nützt auf einem schwankenden Schiffsboden ein Stativ rein gar nichts. Das haben sie nach ein paar Tagen dann wohl selbst eingesehen, denn die Stative waren irgendwann verschwunden. Viele Bilder sind auch bei Busfahrten im Vorbeifahren durch Glas entstanden, weil es nicht anders möglich war. Ich bin gespannt darauf, die Fotos alle durchzuschauen, denn ich schätze, einige davon kann ich vergessen. Doch es sind noch genug andere da. Macht euch auf etwas gefaßt!

Die Ankunft zu Hause war seltsam für mich, denn zuallererst, als ich meine Wohnung betrat, dachte ich: "War die Wohnung immer schon so groß?", weil sie mir plötzlich riesig erschien. Kein Wunder, nach dieser Zeit in den winzigen Kabinen, in welchen man sich eigentlich regelmäßig im Weg herumstand. Und mir fehlte sofort die See. Ich stand widerwillig vor meinem Fernseher und wollte eigentlich das Meer als Abendprogramm, so wie in den Tagen zuvor. Und mir fehlt das Schaukeln, besonders im Bett. Ohne dieses himmlische Schaukeln ist das Schlafen halb so schön, ich muß mir wohl ein Hausboot zulegen. Auch ist es merkwürdig, wenn man jetzt zu Hause ist und der Boden nicht mehr unter den Füßen schwankt, obwohl man weiter so läuft, wie man es sich angewöhnt hat, um das Gleichgewicht zu halten. Auf dem Schiff hat man nach einer Weile das Schwanken kaum noch bemerkt, aber wenn es auf einmal fehlt, spürt man den Mangel sogleich. Dazu kommt, daß in Norwegen noch Frühling war. Der Flieder blühte und all die anderen Frühblüher, die Erdbeeren standen gerade in Blüte. In Berlin zurück, deckte ich mich heute gleich mit einigen Kilos Erdbeeren ein, die es hier jetzt schon längst an den Straßenecken gibt.

Die erste Handlung, als ich nach Hause kam, war es, meine Schuhe in den Müll zu werfen. Ich hatte schwedische Qualitätsschuhe mitgenommen, in denen ich bereits drei Jahre sehr bequem gelaufen bin, aber das norwegische Salz- und Meeresklima überstanden sie nicht und gingen bereits nach einigen Tagen aus dem Leim. Ich war froh, daß sie noch einigermaßen bis zum letzten Tag zusammenhielten. Und den neu gekauften Markenschuhen meines Bruders erging es ganz genauso. Das norwegische Klima scheint für Schuhe außerordentlich gefährlich zu sein.

Überwältigt bin ich aber ebenfalls von der tollen Rezension zu meinem Ebook, die ich im Web fand. So viel ehrliche Begeisterung hätte ich gar nicht erwartet. Das macht mich total glücklich.

Dienstag, 25. Juni 2013

Flaschenpost #5

Logbuch der Polarexpedition:
Wenn der Käptn Walalarm ausruft, ist Meer gucken abendfüllendes Programm. Seit ich auf dem Schiff bin, verstehe ich zum ersten Mal den Song "We're looking for the whales" von a-ha.

Von Samsung Mobile gesendet

Sonntag, 23. Juni 2013

Flaschenpost #4

Logbuch der Polarexpedition: 
Unser Schiff hat seit dem frühen Morgen technische Probleme, weshalb wir mit so großer Verspätung in Hammerfest eingelaufen sind, daß die Sightseeingstouren ausfallen mußten, da der Aufenthalt zu kurz war. Jetzt fahren wir wegen des technischen Problems mit verminderter Geschwindigkeit und werden an den nächsten Häfen wohl auch wieder Verspätung haben. In der Nacht schwankte das Schiff richtig heftig, so daß ich mich beim Duschen an die Wand anlehnen mußte und im Schrägstand duschte. Ein neues, aber kein unangenehmes Erlebnis. Inzwischen haben wir alle den typischen breitbeinigen Seemannsgang sogar an Land drauf. Und noch schmeckt es mir - besonders das Dessert-Buffet mit bis zu zehn verschiedenen Desserts hat es mir angetan.

Von Samsung Mobile gesendet