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Sonntag, 20. Mai 2007

Auszug 6 Geheimlehre II - Stichworte: Unterweiser der Menschen, sieben Zustände des Bewußtseins, die Zahl Sieben, Verlagerung der Erdachse, Platos Atlantis, occulte Auslegung der Bibel, Ägyptens Alter, Atlasmythos, der Nordpol als "Drache" des Mythos, Religion und Dichtung

Aber alle diese Dogmen wuchsen aus einer Wurzel hervor, aus der Wurzel der Weisheit, welche auf dem indischen Boden wächst und gedeiht. Es giebt keinen Erzengel, der nicht auf sein Vorbild in dem heiligen Lande Âryâvarta zurückgeführt werden könnte. Diese Vorbilder sind alle verknüpft mit den Kumâras, welche auf der Bühne der Handlung mit der „Weigerung, Nachkommenschaft zu erzeugen“ auftraten - wie Sanatkumâra und Sananda. Und doch werden sie die „Schöpfer“ des (denkenden) Menschen genannt. Mehr als einmal wurden sie in Zusammenhang mit Nârada gebracht - ein anderer Haufe scheinbarer Widersprüche, aber ein Schatz philosophischer Lehren. Nârada ist der Führer der Ghandarvas, der himmlischen Sänger und Musikanten; esoterisch wird der Grund dafür durch die Thatsache erklärt, daß die Ghandarven „die Unterweiser der Menschen in der Geheimwissenschaft“ sind. Sie sind es, die, „in Liebe zu den Weibern der Erde“ diesen die Geheimnisse der Schöpfung offenbarten; oder wie im Veda, der „himmlische“ Ghandarva ist eine Gottheit, welche die Geheimnisse des Himmels und der göttlichen Wahrheiten im allgemeinen kannte und enthüllte. Wenn wir uns an das erinnern, was von dieser Klasse von Engeln im Enoch und in der Bibel gesagt ist, dann ist die Allegorie klar; ihr Führer Nârada weigert sich zu schaffen, leitet aber die Menschen an, Götter zu werden. Obendrein sind alle diese, wie in den Veden festgestellt, Chhandajas, „willengeborene“, oder in verschiedenen Manvantaras durch ihren eigenen Willen inkarniert. Nach der Darstellung in der exoterischen Litteratur existieren sie Zeitalter um Zeitalter; einige sind „verflucht, wiedergeboren zu werden“, andere inkarnieren sich aus Pflicht. Schließlich stehen sie, wie die Sanakadikas, die sieben Kumâras, welche zum Besuche des Vishnu auf die „Weiße Insel“ (Shveta-dvîpa) auf die von den Mahâ Yogins bewohnte Insel kamen - in Zusammenhang mit Shâka-dvîpa und den Lemuriern und Atlantiern der dritten und vierten Rasse.
In der esoterischen Philosophie sind die Rudras (Kumâras, Âdityas, Gandharvas, Asuras, u. s. w.) die höchsten Dhyân Chohans oder Devas in Bezug auf Intellektualität. Sie sind jene, welche, weil sie durch Selbstentwicklung die fünffältige Natur - somit die Heiligkeit der Zahl fünf - erlangt hatten, von den reinen Arûpa Devas unabhängig wurden. Dies ist ein Geheimnis, das sehr schwer zu erfassen und richtig zu verstehen ist. Denn wir sehen, daß jene, welche „dem Gesetze gehorsam“ waren, ebenso wie die „Rebellen“ verdammt sind, in jedem Zeitalter wiedergeboren zu werden. Nârada, der Rishi, wird von Brahmâ zu unaufhörlicher Peripatetik auf Erden verflucht, d. i. beständig wiedergeboren zu werden. Er ist ein Auffrührer gegen Brahmâ, und hat doch kein schlechteres Schicksal als die Jayas - die zwölf großen Schöpferischen Götter, die von Brahmâ als seine Gehilfen bei den Schöpfungsthätigkeiten hervorgebracht waren. Denn die letzteren in Betrachtung versunken, vergaßen bloß zu schaffen; und dafür wurden sie von Brahmâ gleichfalls verflucht, in jedem Manvantara geboren zu werden. Und doch wurden sie - zusammen mit den Aufrührern - bezeichnet als Chhandajas oder jene, die nach ihrem eigenen Willen in menschlicher Form geboren sind...

Wir überlassen gerne die Schale dem westlichen Sanskritisten, aber beanspruchen den Inhalt der Frucht für uns selbst. Wir thun noch mehr: wir geben zu, daß in einem Sinne vieles in diesen sogenannten „Fabeln“ sich auf astronomische Allegorien über Konstellationen, Sternbilder, Sterne und Planeten bezieht. Während jedoch der Ghandarva des Rig Veda dazu bestimmt sein mag, das Feuer der Sonne zu personificieren, sind die Ghandarva Devas Wesenheiten sowohl von einem physischen, als auch von einem psychischen Charakter, während die Asparasen (mit anderen Rudras) sowohl Qualitäten, als auch Quantitäten sind. Kurz gesagt, die Theogonie der vedischen Götter wird, wenn sie jemals entwirrt sein wird, unergründliche Mysterien der Schöpfung und des Daseins enthüllen. Richtig sagt Parâshara:
Diese Klassen von dreiunddreißig Gottheiten . . . existieren Zeitalter um Zeitalter, und ihr Erscheinen und Verschwinden geschieht auf dieselbe Art, wie die Sonne untergeht und wieder aufgeht...

Da die undifferentiierte Materie in dem Sonnensysteme - unterlassen wir es, den ganzen Kosmos zu behandeln - in sieben verschiedenen Zuständen existiert, und Prajnâ oder die Fähigkeit der Wahrnehmung gleichfalls in sieben verschiedenen Aspekten entsprechend den sieben Zuständen der Materie existiert, so muß es notwendigerweise sieben Bewußtseinszustände im Menschen geben; und je nach der größeren oder geringeren Entwicklung dieser Zustände wurden die Systeme der Religionen und Philosophien entworfen. Wenn meine Leser einmal die Thatsache begreifen, daß dieses großartige Weltall in Wirklichkeit bloß eine gewaltige Anhäufung von verschiedenen Bewußtseinszuständen ist, dann werden sie nicht überrascht sein, zu finden, daß der letzte Zustand des Unbewußtseins von den Advaitîs als Parabrahman betrachtet wird. Der Zohar ist, wenn möglich, noch occulter als das Buch Mosis; um das „Buch des verborgenen Geheimnisses“ zu lesen, bedarf man der Schlüssel, welche das echte chaldäische Buch der Zahlen liefert, das nicht mehr vorhanden ist. Um die Sieben in der Natur noch deutlicher zu zeigen, kann hinzugefügt werden, daß die Zahl sieben nicht nur die Periodizität der Lebenserscheinungen regiert, sondern daß man auch gefunden hat, daß sie die Reihe der chemischen Elemente beherrscht, und daß sie gleichermaßen in der Welt des Tones vorherrscht, und in jener der Farbe, wie sie uns durch das Spektroskop enthüllt ist. Diese Zahl ist der Faktor sine quo non in der Hervorbringung occulter astraler Phänomene. Und daher haben jene, welche jenen Zustand der Befreiung erlangen, nach den Worten jenes oben angeführten Weisen „hinfort keine Furcht.“ In diesem Zustande „kann das Ende nicht wahrgenommen werden, weil es sich nach allen Seiten erstreckt.“
„Es wohnen dort immer sieben Weiber,“ fährt er fort zu sagen, das Gleichnis ausführend. Diese Weiber - welche nach Arjuna Mishra das Mahat, Ahamkâra und die fünf Tanmâtras sind - haben immer ihre Gesichter abwärts gekehrt, da sie Hindernisse auf dem Wege des geistigen Aufsteigens sind.
In demselben [Brahman, dem Selbst] wohnen die sieben vollkommenen Weisen, zusammen mit ihren Führern, . . . und tauchen wieder auf aus demselben. Herrlichkeit, Glanz und Größe, Erleuchtung, Sieg, Vollkommenheit und Kraft - diese sieben Strahlen folgen dieser selben Sonne [Kshetrajña, dem Höheren Selbst] nach. . . . Jene, deren Wünsche eingeschränkt sind [die Selbstlosen]; . . . deren Sünden [Leidenschaften] durch Buße verbrannt sind, indem sie das Selbst in das Selbst untertauchen, ergeben sich dem Brahman. Jene Menschen, welche den Wald der Erkenntnis (Brahman oder Selbst) verstehen, preisen die Ruhe. Und indem sie jenen Wald anstreben, werden sie [wieder-]geboren, so, daß sie den Mut nicht verlieren. Also ist in der That dieser heilige Wald. . . . Und indem sie das verstehen, handeln sie [die Weisen] (dementsprechend), indem sie von dem Kshetrajña geleitet sind.
Kein Übersetzer unter den westlichen Orientalisten hat bis jetzt in der vorangehenden Allegorie irgend etwas Höheres wahrgenommen, als Mysterien, die zusammenhängen mit Opferritualismus, Buße, oder asketischen Ceremonien und Hatha Yoga. Aber wer symbolische Bildersprache versteht, und die Stimme des Selbst innerhalb des Selbst hört, wird darin etwas weit Höheres sehen, als bloßen Ritualismus, wie oft er auch in kleineren Einzelheiten der Philosophie irren mag...

Trotz des langen Verlaufes vorhistorischer Zeiten, während welcher er (der Mensch) auf Erden geblüht haben muß, findet sich kein Beweis für irgend eine merkliche Änderung in seinem Körperbau. Wenn er daher jemals von irgend einem unvernünftigen tierischen Vorfahren sich abgezweigt hat, so müssen wir annehmen, daß er in einer viel entfernteren Epoche existiert hat, möglicherweise auf irgend welchen Kontinenten oder Inseln, die jetzt versunken sind unter den Ozean. Somit werden verschwundene Kontinente offiziell vermutet. Daß Welten und auch Rassen periodisch abwechselnd durch Feuer (Vulkane und Erdbeben) und Wasser vernichtet, und periodisch wieder erneuert werden, ist eine Lehre, so alt wie der Mensch. Manu, Hermes, die Chaldäer, das ganze Altertum glaubten daran. Zweimal bereits hat sich die Oberfläche der Kugel durch Feuer, und zweimal durch Wasser verändert, seitdem der Mensch auf ihr erschienen ist. Wie das Land Ruhe und Erneuerung braucht, neue Kräfte, und eine Veränderung für seinen Boden, ebenso das Wasser. Daraus entsteht eine periodische Neuverteilung von Land und Wasser, Wechsel der Klimate, u. s. w., alles verursacht durch geologische Umwälzung, und endigend in einer schließlichen Veränderung in der Erdachse. Die Astronomen mögen die Idee von einer periodischen Veränderung in dem Verhalten der Erdachse geringschätzend beobachten und über das im Buche Enoch gegebene Zwiegespräche zwischen Noah und seinem „Großvater“ Enoch lächeln; die Allegorie ist nichtsdestoweniger eine geologische und astronomische Thatsache. Es giebt eine säkulare Änderung in der Neigung der Erdachse, und ihre bestimmte Zeit ist in einem der großen geheimen Cyklen aufgezeichnet. Wie in vielen andern Fragen bewegt sich die Wissenschaft allmählich nach der Richtung unserer Denkweise hin. Dr. Henry Woodward, F. R. S., F. G. S., schreibt in der Polpular Science Review:
Wenn es notwendig sein sollte, außerweltliche Ursachen zur Erklärung der großen Zunahme des Eises in dieser Glacialperiode anzurufen, so würde ich die von Dr. Robert Hooke im Jahre 1868, seither von Sir Richard Phillips und anderen, und zuletzt von Herrn Thomas Belt, C. E., F. G. S. aufgestellte Theorie vorziehen; nämlich eine geringe Zunahme der gegenwärtigen Schiefe der Ekliptik, ein Vorschlag, der in vollkommener Übereinstimmung mit anderen bekannten astronomischen Thatsachen steht und dessen Einführung keine Störung der Harmonie, welche für unsern zu kosmischen Zustand als einer Einheit mit dem großen Sonnensystem wesentlich ist, in sich schließt. Wenn nichts derartiges bestünde wie Entwicklungscyklen, wie einen ewigen spiralen Fortschritt in die Materie mit einer verhältnismäßigen Verdunkelung des Geistes (obwohl die beiden eins sind), gefolgt von einem entgegengesetzten Aufstieg in den Geist und von der Überwindung der Materie aktiv und passiv - wie könnten wir dann die Entdeckungen der Zoologie und Geologie erklären?

Die Geschichte von der Atlantis und alle Überlieferungen darüber werden, wie jedermann weiß, von Plato in seinen Timaeus und Kritias erzählt. Plato erfuhr sie als ein Kind von seinem Großvater Kritias, damals neunzig Jahre alt, welchem in seiner Jugend Solon davon erzählt hatte, der Freund seines Vaters Dropides - Solon, einer von den Sieben Weisen Griechenlands. Keine verläßlichere Quelle könnte gefunden werden, sollten wir meinen...

Der Tag, an welchem die Kirche finden wird, daß ihre einzige Rettung in der occulten Auslegung der Bibel liegt, mag nicht so fern sein, als einige sich vorstellen. Bereits ist so mancher Abbé und Geistliche ein eifriger Kabbalist geworden, und ebenso viele erscheinen öffentlich auf dem Kampfplatze, und brechen mit Theosophen und Occultisten eine Lanze in der Unterstützung dermetaphysischen Auslegung der Bibel. Aber sie beginnen zu ihrem Unglück am falschen Ende. Wir raten ihnen, bevor sie über das metaphysische in ihren Schriften zu spekulieren beginnen, zuerst das zu studieren und beherrschen, was sich auf das rein physische bezieht - z. B. seine Hinweise auf Geologie und Ethnologie. Denn solche Anspielungen auf die siebenfältige Konstitution der Erde und des Menschen, auf die sieben Runden und Rassen, sind sowohl im neuen, als auch im alten Testament im Überfluß vorhanden und ebenso sichtbar, wie die Sonne am Himmel, für denjenigen, welche beide symbolisch liest. Auf was beziehen sich die Gesetze im Kapitel XXIII des Leviticus. Was ist der philosophische Grund für alle derartigen wöchentlichen Opfer und symbolischen Berechnungen wie:
Darnach sollt Ihr zählen vom Tage nach dem Sabbath, da ihr die Webegarbe brachtet, sieben ganze Wochen . . . . Und sollt herzu bringen neben eurem Brot sieben jährige Lämmer ohne Wandel u. s. w.
Man wird uns ohne Zweifel widersprechen, wenn wir sagen, daß alle diese „Webe-“ und „Friedens“-Garben zur Erinnerung an die sieben „Sabbathe“ der Mysterien dienten. Diese Sabbathe sind sieben Pralayas zwischen sieben Manvantaras, oder was wir Runden nennen; denn „Sabbath“ ist ein dehnbares Wort, das eine Ruheperiode von beliebiger Natur bedeutet, wie anderwärts erklärt. und wenn dies nicht hinlänglich überzeugend ist, dann können wir uns dem Verse zuwenden, welcher hinzufügt:
Bis an den Tag nach dem siebenten Sabbath, nämlich fünfzig Tage [neunundvierzig, 7>< 7, Stadien der Thätigkeit, und neunundvierzig Stadien der Ruhe; auf den sieben Kugeln der Kette, und dann kommt die Ruhe des Sabbath, des fünfzigsten] sollt ihr zählen, und neu Speiseopfer dem Herrn opfern.
Das heißt, ihr sollt ein Opfer bringen von eurem Fleisch oder euren „Hautröcken“, und, indem ihr eure Körper ablegt, sollt ihr reine Geister bleiben. Dieses Gesetz des Opfers, welches im Laufe der Zeiten erniedrigt und materialisiert wurde, war eine Einrichtung, die von den frühesten Atlantiern herstammte; sie kam zu den Hebräern auf dem Weg der „Chaldäer“, welche die „weisen Männer“ einer Kaste, nicht einer Nation waren, eine Gemeinde von großen Adepten, die aus ihren „Schlangenhöhlen“ gekommen waren und sich Zeitalter vorher in Babylonien niedergelassen hatten. Und wenn diese Auslegung des Leviticus (der voll ist von den entstellten Gesetzen des Manu) für zuweit hergeholt befunden wird, dann wenden wir uns der Offenbarung zu. Welche Auslegung auch immer die profanen Mystiker dem berühmten siebzehnten Kapitel geben mögen, mit seinem Rätsel von dem Weibe in Scharlach und Rosenfarbe; ob nun die Protestanten auf die römischen Katholiken winken, wenn sie lesen „Geheimnis: Die große Babylon, die Mutter der Hurerei und aller Greuel auf Erden“, oder ob die römische Kirche auf die Protestanten starren; die Occultisten erklären in ihrer Unparteilichkeit, daß diese Worte vom Anfang an sich auf alles und jedes exoterische Kirchentum bezogen haben - auf die „ceremonielle Magie“ des Altertums mit ihren schrecklichen Wirkungen und auf die jetzt harmlose, weil entstellte Posse der ritualistischen Verehrung. Das „Geheimnis“ des Weibes und des Tieres sind sie Symbole des seelenmordenden Kirchentums und des Aberglaubens. Das Tier . . . ist gewesen, und ist nicht, . . . wiewohl es doch ist. Und hier ist der Sinn, da Weisheit zu gehöret. Die sieben Häupter sind sieben Berge [sieben Kontinente und sieben Rassen], auf welchen das Weib sitzt - das Symbol aller exoterischen, barbarischen, götzendienerischen Glauben, welche jenes Symbol bedeckt haben „mit dem Blut der Heiligen und dem Blut der Märtyrer“, welche protestieren und protestieren.
Und sind sieben Könige [sieben Rassen]; fünf sind gefallen [einschließlich unserer Fünften Rasse], und einer ist [die Fünfte dauert fort], und der andere [die Sechste und die Siebente Rassen] ist noch nicht gekommen; und wenn er [der Rassen „König“] kommt, muß er eine kleine Zeit bleiben....

Die von den ägyptischen Priestern erwähnte große Nation, von der die Vorväter der Griechen der trojanischen Zeit abstammten, und welche, wie behauptet, gegen die atlantische Rasse gekämpft hatte, war damals, wie wir sehen, sicher keine Rasse von paläolithischen Wilden. Nichtsdestoweniger scheint selbst in den Tagen des Platon mit Ausnahme der Priester und Initiierten niemand irgend eine bestimmte Erinnerung an die vorhergegangenen Rassen bewahrt zu haben. Die frühesten Ägypter waren von den spätesten Atlantiern um Zeitalter auf Zeitalter getrennt; sie waren selbst von einer fremden Rasse abgestammt und hatten sich in Ägypten vor etwa 400 000 Jahren niedergelassen, aber ihre Initiierten hatten alle Aufzeichnungen aufbewahrt. Selbst in den späten Tagen des Herodot hatten sie noch die Statuen von 341 Königen in ihrem Besitze, welche über ihre kleine atlanto-ârische Unterrasse regiert hatten. Wenn wir nur zwanzig Jahre als eine Durchschnittszahl für die Regierung eines jeden Königs annehmen, so muß die Dauer des ägyptischen Reiches von den Tagen des Herodot um ungefähr 17 000 Jahre zurückverlegt werden. Bunsen gestattete der großen Pyramide ein Alter von 20 000 Jahren. Modernere Archäologen wollen ihr nicht mehr als 5000 oder höchstens 6000 Jahre geben, und bewilligen dem hundertthorigen Theben großmütig 7000 Jahre seit der Zeit seiner Gründung. Und doch giebt es Berichte, welche zeigen, daß ägyptische Priester - Initiierte - in nordwestlicher Richtung zu Lande über das, was später die Straße von Gibraltar wurde, reisten; dann wendeten sie sich nordwärts und reisten durch die zukünftigen phönizischen Niederlassungen des südlichen Galliens; dann noch weiter nach Norden, bis sie Carnac (Morbihan) erreichten, wo sie sich wieder nach Westen wandten, und noch immer zu Lande reisend, auf dem nordwestlichen Vorgebirge des Neuen Kontinents anlangten. Was war der Zweck ihrer Reise? Und wie weit müssen wir die Zeit solcher Besuche zurückverlegen? Die archaischen Berichte zeigen, daß sich die Initiierten der zweiten Unterrasse der ârischen Familie von einem Lande zum andern begaben, zum Zwecke der Beaufsichtigung der Erbauung von Menhirs und Dolmen, von kolossalen Tierkreisen aus Stein, und von Begräbnisplätzen, die zur Aufnahme der Asche künftiger Generationen dienen sollten. Wann geschah dies? Die Thatsache, daß sie von Frankreich nach Großbritannien zu Lande übergingen, kann eine Vorstellung von dem Datum geben, wann eine solche Reise auf Festland ausgeführt werden konnte....

...und die Erde werden durch sein Wort gesparet, daß sie zum Feuer behalten werden . . . in welchem die Himmel vom Feuer zergehen, und die Elemente vor Hitze zerschmelzen werden. Wir warten aber eines neuen Himmels und einer neuen Erde.
Wenn es den Auslegern beliebt, darin eine Bezugnahme auf die Schöpfung, die Sintflut und die verheißene Ankunft Christi zu sehen, wodann sie in einem neuen Jerusalem im Himmel leben werden, so ist das nicht die Schuld des „Petrus“. Was der Schreiber der Episteln meinte, war die Vernichtung dieser unserer Fünften Rasse durch unterirdische Feuer und Überschwemmungen, und das Erscheinen von neuen Kontinenten für die Sechste Wurzelrasse. Denn die Verfasser der Episteln waren alle in der Symbologie unterrichtet, wenn nicht in der Wissenschaft Herodot spricht von den Atlanten - einem Volke von Westafrika - welche ihren Namen dem Berge Atlas gaben; welche Vegetatier waren, und „deren Schlaf nie durch Träume gestört war“; und welche obendrein täglich die Sonne bei ihrem Anfange und bei ihrem Untergange verfluchten, weil ihre übermäßige Hitze sie versengte und quälte. Diese Angaben beruhen auf moralischen und psychischen Thatsachen und nicht auf einer physiologischen Störung. Die Geschichte des Atlas giebt den Schlüssel dazu. Wenn die Atlantier ihren Schlaf niemals durch Träume gestört sahen, so ist dies deshalb, weil jene besondere Überlieferung sich mit den frühesten Atlantiern befaßte, deren Körperbau und Gehirn noch nicht genügend gefestigt waren, im physiologischen Sinne, um den Nervencentren zu gestatten, während des Schlafes zu arbeiten. Was die andere Behauptung anbelangt - daß sie täglich „die Sonne verfluchten“ - so hat dies wiederum nichts mit der Hitze zu thun, sondern mit der moralischen Entartung, welche mit der Rasse zunahm. Dies wird in unsern Kommentaren erklärt. Sie [die sechste Unterrasse der Atlantier] gebrauchten magische Beschwörungen sogar gegen die Sonne - und da sie darin keinen Erfolg hatten, verfluchten sie sie. Den Zauberern von Thessalien wurde die Macht zugeschrieben, den Mond herabzuziehen, wie die griechische Geschichte uns versichert. Die Atlantier der späteren Periode waren berühmt wegen ihrer magischen Kräfte und ihrer Verruchtheit, wegen ihres Ehrgeizes und ihrer Herausforderung der Götter. Daher dieselben Überlieferungen, die in der Bibel Form annehmen, über die vorsintflutlichen Riesen und den Turm von Babel, und die auch im Buche Enoch sich finden. Diodor berichtet noch eine oder zwei andere Thatsachen: Die Atlantier rühmten sich, das Land zu besitzen, in welchem alle Götter geboren wurden; sowie auch, Uranus als ihren König gehabt zu haben, der auch der erste war, welche sie in Astronomie unterrichtete. Sehr wenig mehr als dies ist auf uns vom Altertume herüberkommen.
Der Atlasmythos ist eine leicht zu verstehende Allegorie. Atlas ist die alten Kontinente Lemurien und Atlantis verbunden und personifiziert in einem Symbol. Die Dichter schreiben dem Atlas, ebenso wie dem Proteus, eine höhere Weisheit und eine allgemeine Erkenntnis zu, und insbesondere eine vollständige Bekanntschaft mit den Tiefen des Ozeans; denn beide Kontinente trugen Rassen, die von göttlichen Meistern unterrichtet wurden, und beide wurden in den Grund des Meeres versenkt, wo sie jetzt schlummern bis zu ihrem nächsten Wiedererscheinen über den Wassern. Atlas ist der Sohn einer Meeresnymphe, und seine Tochter ist Kalypso - die „wässerige Tiefe“. Die Atlantis wurde unter die Wasser des Ozeans versenkt, und ihre Nachkommenschaft schläft jetzt ihren ewigen Schlaf auf dem Grunde des Meeres. Die Odyssee macht ihn zum Wächter und zum „Träger“ der gewaltigen Pfeiler, welche die Himmel von der Erde trennen. Er ist ihre „“Stütze“. Und da sowohl Lemurien, das durch submarine Feuer zerstört wurde, als auch Atlantis, die von den Wogen verschlungen wurde, in den Tiefen des Meeres zu Grunde ging, so heißt es, daß Atlas gezwungen wurde, die Erdoberfläche zu verlassen, und sich zu seinem Bruder Iapetus in den Tiefen des Tartarus zu gesellen. Sir Theodore Martin hat recht, wenn er diese Allegorie in dem Sinne erklärt:
[Atlas] steht auf dem festen Grunde der unteren Halbkugel des Weltalls, und trägt so gleichzeitig die Scheibe der Erde und das Himmelsgewölbe - die feste Hülle der oberen Halbkugel. Denn Atlas ist die Atlantis, welche die neuen Kontinente und deren Horizonte auf ihren „Schultern“ trägt.
Decharme giebt in seiner Mythologie des alten Griechenlands einem Zweifel Ausdruck in bezug auf die Richtigkeit von Pierrons Übersetzung des homerischen Wortes [korrekter Abdruck siehe Buch] mit sustinet, da es nicht möglich sei einzusehen: wieso Atlas gleichzeitig verschiedene Säulen unterstützen oder tragen kann, wie sich an verschiedenen Örtlichkeiten befinden. Wenn Atlas ein Individuum wäre, so wäre es eine ungeschickte Übersetzung. Aber da er einen Kontinent im Westen personifiziert, von dem es heißt, daß er
Himmel und Erde gleichzeitig trägt, d. i. die Füße des Riesen treten die Erde, während seine Schultern das Himmelsgewölbe tragen - eine Anspielung auf die riesigen Bergspitzen des lemurischen und atlantischen Kontinents - so wird das Beiwort „Stütze“ sehr richtig. Der Ausdruck bewahrt für das griechische Wort [korrekter Abdruck siehe Buch], welches Decharme, Sir Theodore Martin folgend, in der Bedeutung von [korrekter Abdruck siehe Buch] und [korrekter Abdruck siehe Buch] versteht, giebt nicht denselben Sinn wieder.....

Es muß ferner ein guter Grund dafür vorhanden gewesen sein, warum eine asiatische Nation ihre großen Vorfahren und Heiligen in den Großen Bären, ein nördliches Sternbild, verlegen sollte. Es sind jedoch 70 000 Jahre, seitdem der Erdpol auf das entferntere Ende des Schwanzes des Kleinen Bären zeigte, und viel mehr Jahrtausende, seitdem die sieben Rishis mit dem Sternbilde des großen Bären identifiziert worden sein konnten. Die Ârische Rasse wurde in fernem Norden geboren und entwickelt, obwohl nach dem Sinken des Kontinents der Atlantis ihre Stämme weiter südwärts nach Asien auswanderten. Daher ist Prometheus der Sohn der Asia, und sein Sohn Deukalion, der griechische Noah - welcher die Menschen aus den Steinen der Mutter Erde erschuf - wird von Lucian ein nördlicher Skythe genannt, und Prometheus wird zum Bruder des Atlas gemacht und auf dem Kaukasusgebirge inmitten des Schnees angefesselt. Die Geschichte der Latona (Leto), der Mutter Apollos, ist übervoll an verschiedenen Bedeutungen. Astronomisch ist Latona die Polarregion und die Nacht, welche die Sonne, Apollo, Phoebus u. s. w. hervorbringt. Sie ist geboren in den hyperboräischen Ländern, wo alle Bewohner Priester ihres Sohnes waren, welche seine Wiederauferstehung und sein Herabsteigen zu ihrem Lande alle neunzehn Jahre bei der Erneuerung des Mondcyklus feierten. Latona ist der Hyperboräische Kontinent, und seine Rasse - geologisch. [Wenn die astronomische Bedeutung der geistigen und göttlichen Platz macht - wie Apollo und Athene sich in die Gestalt von „Vögeln“, das Symbol und die Glyphe der höheren Gottheiten und Engel, verwandeln - so nimmt der helle Gott göttliche schöpferische Kräfte an. Apollo wird die Personifikation der Seherschaft, wenn er das astrale Doppelbild des Aeneas auf das Schlachtfeld sendet , und hat die Gabe, seinen Sehern zu erscheinen, ohne anderen anwesenden Personen sichtbar zu sein, eine Gabe jedoch, die von jedem Adepten geteilt wird. Die Hyperboräer, jetzt als mythisch betrachtet, werden beschrieben als die geliebten Priester und Diener der Götter, und insbesondere des Apollo. Die Cyklopen sind nicht die einzigen „einäugigen“ Repräsentanten in der Überlieferung. Die Arimaspen waren ein skythisches Volk, und auch ihnen wurde nur ein Auge zugeschrieben. (Géographic Ancienne, II. 321.) Sie waren es, die von Apollo mit seinen Pfeilen vernichtet wurden....

Um einen Unterschied zwischen Lemurien und Atlantis zu machen, bezeichneten die alten Schriftsteller die letztere als die Nördliche oder Hyperboräische Atlantis, und das erstere als die Südliche. So sagt Apollodor (Mythologie, Buch II): „Die von Herkules davongetragenen goldenen Äpfel sind nicht, wie einige glauben, in Lybien; sie sind auf der Hyperboräischen Atlantis.“ Die Griechen naturalisierten alle Götter, die sie entlehnten, und machten aus ihnen Hellenen, und die Modernen haben ihnen geholfen. So haben auch die Mythologen versucht, aus dem Eridanus den Fluß Po in Italien zu machen. Im Mythos des Phaeton heißt es, daß bei seinem Tode seine Schwestern heiße Thränen vergossen, welche in den Eridanus fielen und in Bernstein verwandelt wurden! Nun wird Bernstein nur in den nördlichen Meeren gefunden, in der Ostsee. Phaeton, der seinen Tod findet, während er Wärme zu den erfrorenen Sternen der nördlichen Regionen trägt, am Pole den vor Kälte erstarrten Drachen weckt, und in den Eridanus hinabgeschleudert wird, ist eine Allegorie, die sich unmittelbar auf die Veränderungen des Klimas in jenen fernen Zeiten bezieht, da die Polarländer aus einer kalten Zone zu einem Lande mit einem gemäßigten und warmen Klima geworden waren. Daß der Usurpator der Funktionen der Sonne, Phaeton, durch Jupiters Donnerkeil in den Eridanus gestürzt wird, ist eine Anspielung auf die zweite Veränderung, welche in jenen Gegenden stattfand, als neuerdings das Land, wo „Magnolia blühte“, zu dem öden abstoßenden Lande des fernsten Nordens und des ewigen Eises wurde. Die Allegorie umfaßt die Ereignisse von zwei Pralayas; und sollte, wenn sie recht verstanden würde, ein Beweis für das außerordentliche Alter der Menschengeschlechter sein. So occult und mystisch ist einer der Aspekte der Latona, daß sie sogar in der Offenbarung (XII) wieder vorgeführt wird, als das Weib, mit der Sonne (Apollo) bekleidet, und mit dem Mond (Diana) unter ihren Füßen, welche schwanger war, „und schrie, und war in Kindesnöten, und hatte große Qual zur Geburt.“ ein großer roter Drache steht vor dem Weibe, bereit, das Kind zu verschlingen. Sie gebiert das Knäblein, das alle Heiden weiden sollte mit einer eisernen Rute, und das entrückt ward zum Stuhle Gottes - die Sonne. Das Weib entfloh in die Wüste, noch immer verfolgt von dem Drachen, welcher wiederum flieht, und aus seinem Munde ein Wasser wie ein Strom schießt, wobei die Erde dem Weibe half und den Strom verschlang; und der Drache ging hin, zu streiten mit den Übrigen von ihrem Samen, die da Gottes Gebote hielten. (Siehe XII. 1, 17.) Jedermann, der die Allegorie der von der Rache der eifersüchtigen Juno verfolgten Latona liest, wird die Wesensgleichheit der beiden Lesarten erkennen. Juno entsendet den Drachen Python, damit er Latona verfolge und töte, und ihr Kind verschlinge. Das letztere ist Apollo, die Sonne, denn das Knäblein der Offenbarung, „das alle Heiden sollte weiden mit der eisernen Rute“, ist sicherlich nicht der sanftmütige „Sohn Gottes“, Jesus, sondern die physische Sonne, „welche alle Völker beherrscht“; der Drache ist der Nordpol, welcher allmählich die frühen Lemurier aus den Ländern trieb, welche mehr und mehr hyperboräisch und ungeeignet wurden, von jenen bewohnt zu werden, welche sich rasch zu physischen Menschen entwickelten, denn nun hatten sie auf die klimatischen Veränderungen Rücksicht zu nehmen. Der Drache will der Latona nicht erlauben, „zu gebären“ - die Sonne zur Erscheinung. „Sie ist aus dem Himmel vertrieben und findet keine Stelle, wo sie gebären kann“, bis Neptun, der Ozean, mitleidsvoll die schwimmende Insel Delos - die Nymphe Asteria, welche sich bisher von Jupiter unter den Wogen des Ozeans verborgen hatte - unbeweglich macht, auf welcher Latona Zuflucht findet, und wo der lichte Gott Delius geboren wird, der Gott, welcher sofort nach seinem Erscheinen Python, die Kälte und den Frost der arktischen Region tötet, in dessen todbringenden Windungen alles Leben erlischt. Mit andern Worten, Latona-Lemuria wird verwandelt in Niobe-Atlantis, über welche ihr Sohn Apollo oder die Sonne regiert - mit einer eisernen Rute fürwahr, da Herodot die Atlantier seine allzugroße Hitze verfluchen läßt. Diese Allegorie wird in ihrer anderen mystischen Bedeutung (einem andern von den sieben Schlüsseln) in den eben angeführten Kapiteln der Offenbarung wiederholt. Latona wurde in der That eine mächtige Göttion und sah ihren Sohn Verehrung (Sonnenverehrung) in nahezu jedem Heiligtume des Altertums empfangen. In seinem occulten Aspekt ist Apollo der Schutzherr der Zahl Sieben. Er ist geboren am siebenten des Monats und die Schwäne von Myorika schwimmen siebenmal um Delos herum und besingen jenes Ereignis; er besitzt sieben Seiten auf seiner Leier - die sieben Strahlen der Sonne und die sieben Kräfte der Natur. Aber dies ist nur nach der astronomischen Bedeutung, während das Obige rein geologisch ist. Asträa, die Göttin der Gerechtigkeit, verläßt als letzte der Gottheiten die Erde, wenn die Götter, wie es heißt, dieselbe aufgeben und von Jupiter wieder in den Himmel aufgenommen werden. Aber sobald Zeus von der Erde den Ganymed entführt, den personifizierten Gegenstand der Lust - so wirft der Vater der Götter Asträa wieder auf die Erde hinab, auf welcher sie auf ihr Haupt auffällt. Asträa ist das Tierkreiszeichen Jungfrau. Astronomisch hat es eine sehr klare Bedeutung, und zwar eine solche, welche den Schlüssel zum occulten Sinne giebt. Aber es ist untrennbar vom Löwen - dem Zeichen, welches ihm vorangeht, und von den Plejaden, und von ihren Schwestern, den Hyaden, deren strahlender Führer Aldebaran ist. Alle diese stehen in Zusammenhang mit den periodischen Erneuerungen der Erde, mit Bezug auf ihre Kontinente - sogar Ganymed, welcher in der Astronomie der Wassermann ist. Es ist bereits gezeigt worden, daß, während der Südpol der „Schlund“ ist (oder die höllischen Regionen figürlich und kosmologisch), der Nordpol geographisch der Erste Kontinent ist; während astronomisch und metaphorisch der Himmelspol, mit seinem Polarstern am Himmel, Meru ist, oder der Sitz des Brahmâ, der Thron des Jupiter u. s. w. Denn zu der Zeit, als die Götter die Erde verließen und, wie es hieß, in den Himmel aufstiegen, war die Ekliptik parallel mit dem Meridian geworden, und ein Teil des Tierkreises schien vom Nordpol gegen den nördlichen Horizont hinabzusteigen. Aldebaran war damals in Conjunction mit der Sonne, so wie er es vor 40 000 Jahren war, bei der großen Festlichkeit zur Erinnerung an jenen Annus Magnus, von welchem Plutarch spricht. Seit jenem Jahre - vor 60 000 Jahren - fand eine rückschreitende Bewegung des Äquators statt, und vor ungefähr 31 000 Jahren war Aldebaran in Conjunction mit dem Frühlings-Tag und Nachtgleichenpunkt.
Die dem Stiere zugeschriebene Rolle - sogar im christlichen Mysticismus - ist zu wohl bekannt, um einer Wiederholung zu bedürfen. Der berühmte orphische Hymnus über die große periodische Umwälzung verkündet die ganze Esoterik des Ereignisses. Pluto, in dem Schlunde, entführt Eurydike, die von der Polarschlange gebissen ist. Dann ist Leo, der Löwe, besiegt. Wenn nun der Löwe „in der Grube“ oder unter dem Südpole ist, dann folgt ihm, als nächstes Zeichen, die Jungfrau, und wenn ihr Haupt, abwärts bis zur Mitte, unter dem südlichen Horizonte ist - ist sie verkehrt. Anderseits sind die Hyaden die Regen- oder Flutgestirne; und Aldebaran - der den Töchtern des Atlas, oder den Plejaden, folgt oder nachfolgt - blickt aus dem Auge des Stiers herab. Von diesem Punkte der Ekliptik aus wurden die Berechnungen des neuen Cyklus begonnen. Der Schüler hat sich auch daran zu erinnern, daß, wenn Ganymed - der Wassermann - zum Himmel erhoben wird - oder über den Horizont des Nordpols - die Jungfrau oder Asträa, welche Venus-Lucifer ist, kopfabwärts unter den Horizont des Südpols oder den Schlund hinabsteigt, welcher Schlund, oder der Pol, auch der Große Drache ist, oder die Flut....

Das ist wahr; aber war es nicht eine Folge der Thatsache, daß alle esoterischen Wahrheiten der Öffentlichkeit von den Initiierten der Tempel unter der Maske von Allegorien mitgeteilt wurden? „Jupiter“ ist lediglich die Personifikation jenes unveränderlichen cyklischen Gesetzes, welches der abwärts gerichteten Neigung einer jeden Wurzelrasse nach Erlangung des Höhepunktes ihrer Herrlichkeit Einhalt thut. Wir müssen eine allegorische Lehre zugestehen, wenn wir nicht mit Prof. John Fiskes seltsam dogmatischer Ansicht der Meinung sind: [Ein Mythos] ist eine Erklärung irgend einer natürlichen Erscheinung durch den ungebildeten Verstand; nicht eine Allegorie, nicht ein esoterisches Symbol, denn der Scharfsinn ist verschwendet [!!], welcher in Mythen die Überreste einer geläuterten ursprünglichen Wissenschaft zu entdecken strebt - sondern eine Erklärung. Die ursprünglichen Menschen hatten keine tiefe Wissenschaft mittels Allegorie zu verewigen [wie weiß das Herr Fiske?], noch waren sie so traurige Pedanten, daß sie in Rätseln sprachen, wenn klare Sprache ihrem Zwecke dienen konnte.
Wir wagen die Behauptung, daß die Sprache der initiierten Wenigen viel „klarer“ war, und ihre Naturwissenschaft viel umfassender und gleichermaßen die physikalischen, wie die geistigen Bedürfnisse des Menschen viel mehr befriedigten, als sogar die Terminologie und das System, das von Herrn Fiskes Meister - Herbert Spencer ausgearbeitet wurde. Was aber ist Sir Charles Lyell´s „Erklärung“ des „Mythos“? Die Geheimlehre war das gemeinsame Eigentum der zahllosen Millionen von Menschen, welche unter verschiedenen Klimaten geboren wurden, in Zeiten, mit denen sich zu befassen die Geschichte ablehnt, und denen die esoterischen Lehren Daten zuschreiben, die mit den Theorien der Geologie und Anthropologie unvereinbar sind. Die Geburt und Entwicklung der Heiligen Wissenschaft der Vergangenheit sind ganz in die Nacht der Zeit verloren, und selbst das, was geschichtlich ist - d. i. was sich hier und dort durch die alte klassische Litteratur verstreut findet - wird in fast jedem Falle von der modernen Kritik einem Mangel an Beobachtung seitens der alten Schriftsteller zugeschrieben, oder einem aus der Unwissenheit des Altertums geborenen Aberglauben. Es ist daher unmöglich, diesen Gegenstand so zu behandeln, wie man die gewöhnliche Entwicklung einer Kunst oder Wissenschaft bei irgend einer wohlbekannten historischen Nation behandeln würde. Nur dadurch, daß man vor den Lesern eine Fülle von Beweisen bringt, die alle dahin zielen, zu zeigen, daß in jedem Zeitalter, unter jeder Bedingung der Civilisation und Erkenntnis die gebildeten Klassen einer jeden Nation sich zu den mehr oder weniger getreuen Echos eines identischen Systems und seiner fundamentalen Überlieferungen gemacht haben - nur dadurch kann er dahin gebracht werden, einzusehen, daß so viele Ströme desselben Wassers eine gemeinsame Quelle gehabt haben müssen, aus der sie entsprungen sind. Was war diese Quelle? Wenn es heißt, daß zukünftige Ereignisse ihren Schatten vorauswerfen, so können vergangene Ereignisse nicht verfehlen, ihren Eindruck hinter sich zurückzulassen. Durch jene Schatten also der altersgrauen Vergangenheit und durch ihre phantastischen Umrisse auf dem äußeren Schirm einer jeden Religion und Philosophie können wir, indem wir sie im Fortschreiten kontrollieren und vergleichen, schließlich den Körper aufzeichnen, der sie hervorgebracht hat. Es muß Wahrheit und Thatsache in dem liegen, was jedes Volk des Altertums annahm und zur Grundlage seiner Religion und seines Glaubens machte. Obendrein, wie Haliburton sagte:Hört eine Seite, und ihr werdet im Dunkeln sein; hört ihr beide Seiten, und alles wird klar sein!
Die Öffentlichkeit hat bisher nur zu einer Seite Zutritt gehabt und von ihr gehört, oder vielmehr von den einseitigen Anschauungen zweier diametral entgegengesetzter Menschenklassen, deren Behauptungen oder bezüglichen Prämissen auf den ersten Blick weit verschieden, aber deren schließliche Folgerungen die gleichen sind - der Männer der Wissenschaft und der Theologie. Und nun haben unsere Leser Gelegenheit, die anderen zu hören, und so die Rechtfertigung des Angeklagten und die Natur unserer Argumente kennen zu lernen.
Wenn die Öffentlichkeit ihren alten Ansichten überlassen bleiben soll - nämlich auf der einen Seite, daß Occultismus, Magie, die Legenden der alten Zeit, u. s.w. alle das Ergebnis von Unwissenheit und Aberglauben sind; und auf der andern, daß alles außerhalb der orthodoxen Schablone das Werk des Teufels ist - was wird die Folge sein? Mit anderen Worten, wenn keiner theosophischen und mystischen Litteratur während der letzten paar Jahre Gehör geschenkt worden wäre, so würde das vorliegende Werk nur geringe Aussicht auf unparteiische Berücksichtigung gehabt haben. Es wäre erklärt worden - und wird von vielen noch dafür erklärt werden - für ein aus verwickelten Problemen gewobenes, in leerer Luft schwebendes und begründetes Feenmärchen; das aus Seifenblasen aufgebaut ist, die bei der leisesten Berührung ernster Erwägung zerplatzen; ohne Grundlage, um darauf zu stehen. Selbst die alten „abergläubischen und leichtgläubischen“ klassischen Schriftsteller haben kein Wort der Bezugnahme darauf in klarer und nicht mißzuverstehenden Ausdrücken, und die Symbole selbst verfehlen, einen Wink über die Existenz eines solchen Systems zu geben, so würde der Urteilsspruch aller sein. Aber wenn es unleugbar wird, daß der Anspruch der modernen asiatischen Nationen auf eine Geheimwissenschaft und eine esoterische Weltgeschichte auf einer Thatsache begründet ist; daß dieselbe zwar den Massen bisher unbekannt und selbst für die Gelehrten ein verschleiertes Geheimnis war - weil sie damals den Schlüssel zu einem rechten Verständnis der zahlreichen von den alten Klassikern ausgestreuten Andeutungen hatten - jedoch kein Feenmärchen, sondern Wirklichkeit ist; dann wird das vorliegende Werk nur der Vorläufer von viel mehr solchen Büchern werden. Die Behauptung, daß bis jetzt selbst die Schlüssel, die von einigen großen Gelehrten entdeckt wurden, sich als für den Gebrauch zu rostig erwiesen haben, und daß sie nur die schweigenden Zeugen dafür sind, daß es Geheimnisse hinter dem Schleier giebt, welche ohne einen neuen Schlüssel unerreichbar sind, ist durch zu viele Beweise unterstützt, als daß man leicht darüber hinweggehen könnte. Zur Erläuterung möge eine Beispiel aus der Geschichte der Freimaurerei gegeben werden. In seiner Maconnerie Occulte tadelt Ragon, ein berühmter und gelehrter belgischer Maurer, mit Recht oder Unrecht die englischen Bücher, die einstens auf den alten Mysterien aufgebaute Maurerei vermaterialisiert und entehrt zu haben, indem sie infolge einer mißverständlichen Vorstellung über den Ursprung der Zunft den Namen „Freie Maurerei“ und „Freie Maurer“ angenommen haben. Der Irrtum ist, sagt er, jenen anzurechnen, welche die Maurerei mit der Erbauung des salomonischen Tempels in Verbindung bringen. Er verspottet die Idee, und sagt:
Der Franzose wußte wohl, als er den Titel Freimaurer annahm, daß es sich nicht darum handelte, auch nur die kleinste Mauer aufzuführen, sondern daß er, in die unter dem Namen der Freimaurerei verhüllten Mysterien initiiert, die nur die Fortsetzung oder Erneuerung der alten Mysterien sein konnten, ein „Maurer“ werden sollte nach der Art des Apollo oder Amphion. Und wissen wir nicht, daß die alten initiierten Dichter, wenn sie von der Gründung einer Stadt sprachen, damit die Aufstellung einer Lehre meinten? So stellten sich Neptun, der Gott der Urteilskraft, und Apollo, der Gott der verborgenen Dinge, dem Laomedon, Priam´s Vater, als Maurer vor, um ihm zu helfen, die Stadt Troja zu erbauen - das heißt, die trojanische Religion zu stiften. Solche verschleierten Sätze mit doppelter Bedeutung sind zahlreich in den alten Schriftstellern. Wenn daher ein Versuch gemacht worden wäre, zum Beispiel zu zeigen, daß Laomedon der Begründer eines Zweiges der archaischen Mysterien war, worin die erdgebundene materielle Seele, das vierte Prinzip, durch Menelaus´ ungetreues Weib, die schöne Helena, personifiziert war, und wenn nicht Ragon gekommen wäre, um das, was wir behaupteten, zu bekräftigen, so hätte uns gesagt werden können, daß kein klassischer Autor davon spricht, und daß Homer den Laomedon eine Stadt erbauen läßt, aber nicht eine Esoterische Verehrung oder Mysterien gründen. Wer ist jetzt noch übrig, außer ein paar Initiierten, der die Sprache und richtige Bedeutung solcher symbolischer Ausdrücke verstünde?
Bei der Behandlung der Kosmogenie, und sodann der Anthropogenie des Menschen war es notwendig, zu zeigen, daß keine Religion, von der allerfrühesten an, jemals gänzlich auf Dichtung aufgebaut war, daß keiner der Gegenstand besonderer Offenbarung war, und daß es das Dogma allein war, welches immer die ursprüngliche Wahrheit getötet hat; endlich, daß keine menschengeborenen Lehre, kein Glaube, wie sehr er auch durch Gewohnheit und Alter geheiligt ist, sich an Heiligkeit mit der Religion der Natur vergleichen kann.

(aus "Die Geheimlehre II" von Blavatsky)

Auszug 5 Geheimlehre II - Stichworte: Arche-Mythos, Personifikation des Bösen=Karmagesetz, der "Fall" der Engel, die zwölf Tierkreiszeichen, Bedeutung Bastet, Initiations-(Kreuzigungs-)Ritus, Offenbarung des Johannes, Pistis Sophia, Wasser als Symbol der Materie und Feuer als Symbol des Geistes

Noah, eine göttliche Permutation, der angenommene Heiland der Menschheit, welcher in seiner Arche oder Argha (dem Monde) die Keime aller lebendigen Dinge trägt, betet vor dem „Körper des Adam“, welcher Körper das Bild des Schöpfers und selbst ein Schöpfer ist. Daher wird Adam der „Prophet des Mondes“, der Archa oder des „Allerheiligsten“ des Yod (’) genannt. Dies zeigt auch den Ursprung des jüdischen Volksglaubens, daß das Gesicht des Moses im Monde ist - d.i. die Flecken im Monde. Denn Moses und Jehovah sind kabbalistisch wiederum Permutationen, wie gezeigt worden ist.
Jehovah sagt zu Moses: „Die Summierung meines Namens ist sacr, oder Keimträger - Phallus. „Er ist .... der Träger des Ausdrucks, und wahr genug, als der sacr , oder Keimträger, ging sein Gebrauch durch die Zeitalter über zu dem sacr-factum des römischen Priesters und dem sacr-ificium und sacrament der englisch sprechenden Rasse“. (Source of Measures, p. 236.)
Daher ist die Ehe ein Sacrament in der griechischen und in der römischen Kirche.
Wir wissen aus den jüdischen Aufzeichnungen, daß die Lade eine Steintafel enthielt; und wenn gezeigt werden kann, daß dieser Stein phallisch war, und doch identisch mit dem heiligen Namen Jehovah oder Yeboyah, welcher in unpunktiertem Hebräisch mit vier Buchstaben geschriebenen J-E-V-E ist oder J-H-V-H ist (das H ist bloß ein Hauchlaut und dasselbe wie E). Dieses Verfahren lässt uns die beiden Buchstaben I und V (oder in einer anderen von seinen Formen U) übrig; wenn wir dann das I in das U setzen, so haben wir das „Allerheiligste“; wir haben auch die Linga und Yoni und Argha der Inder, den Iswarra (îshvara) oder „höchsten Herrn“; und hier haben wir das ganze Geheimnis seiner mystischen oder erzhimmlischen Bedeutung, in sich selbst bestätigt durch seine Wesensgleichheit mit dem Linyoni (?) der Bundeslade.
Wenn unsere modernen Philosophen - nach dem Vorgange der mittelalterlichen Gelehrten - sich mehr als eine Fundamentalidee des Altertums angeeignet haben, so haben die Theologen ihren Gott und seine Erzengel, ihren Satan und seine Engel, zusammen mit dem Logos und seinem Stabe, gänzlich aus den handelnden Personen der alten heidnischen Pantheos gebildet. Sie wären damit willkommen gewesen, wenn sie nicht die ursprünglichen Charaktere schlau entstellt, die philosophische Bedeutung verkehrt, und aus der Unwissenheit der Christenheit - dem Ergebnisse langer Zeitalter geistigen Schlafes, während dessen der Menschheit nur durch Stellvertreter zu denken erlaubt war - Vorteil ziehend jedes Symbol in die unauflöslichste Verwirrung brachten. Eine ihrer sündhaftesten Großthaten in dieser Richtung war die Umwandlung des göttlichen Alter Ego in den grotesken Satan ihrer Theologie.
Der erste Ursprung dieser Personifikation beruht auf der akkadischen Vorstellung, daß die kosmischen Mächte - die Himmel und die Erde - in ewigem Streit und Kampf mit dem Chaos liegen. Ihr Silik-Muludag (? Murudug), „der Gott unter allen Göttern“, der „gnadenreiche Schützer der Menschen auf Erden“, war der Sohn des Hea (oder Ea), des großen Gottes der Weisheit, genannt von den Bayloniern Nebo. Bei beiden Völkern, sowie es auch mit den indischen Göttern der Fall ist, waren ihre Gottheiten zugleich wohlthätig und bösartig. Da Übel und Bestrafung die Werkzeuge des Karma sind im Sinne einer absolut gerechten Vergeltung, so war das Böse der Diener des Guten. Die Lesung der chaldäisch-assyrischen Ziegel hat dies jetzt über jeden Schatten eines Zweifels bewiesen. Wir finden dieselbe Idee im Zohar. Satan war ein Sohn und ein Engel Gottes. Bei allen semitischen Nationen war der Geist der Erde ebensosehr der Schöpfer in seinem eigenen Bereich als der Geist der Himmel. Sie waren Zwillingsbrüder und in ihren Verrichtungen vertauschbar, wenn nicht zwei in einem. Nichts von dem, was wir in der Genesis finden, fehlt in den chaldäischassyrischen religiösen Glauben, selbst in dem wenigen, was bis jetzt entziffert worden ist. Die große „Fläche der Tiefe“ der Genesis hat ihre Spur in dem Tohu Bohu („Tiefe“ oder „ursprünglichem Raum“) oder Chaos der Babylonier. Weisheit, der große unsichtbare Gott - in der Genesis genannt der „Geist Gottes“ - lebte für die älteren Babylonier, sowie für die Akkadier im Meere des Raumes. Zu den von Berosus beschriebenen Tagen wurde dieses Meer zu den sichtbaren Wassern auf der Fläche der Erde - zur krystallenen Wohnung der Großen Mutter, der Mutter des Ea und aller Götter, welche noch später zum großen Drachen Tiamat, zur Seeschlange wurde. Sein letztes Entwicklungsstadium war der große Kampf des Bel mit dem Drachen - dem Teufel!
Woher kommt die christliche Idee, daß Gott den Teufel verfluchte? Der Gott der Juden, wer immer er war, verbietet den Satan zu verfluchen. Philo Judaeus und Josephus stellen beide fest, daß das Gesetz (der Pentateuch und der Talmud)unwandelbar einem untersagt, dem Widersacher, und auch den Göttern der Heiden zu fluchen. „Den Göttern sollst du nicht fluchen“, sprach der Gott des Moses, denn Gott war es, welcher sie „verordnet hat allen Völkern“; und jene, welche übel von den „Herschaften“ (Göttern) sprechen, werden von Judas „Träumer, die das Fleisch beflecken“ genannt.
Michael aber, der Erzengel . . . . durfte das Urteil der Lästerung (über den Teufel) nicht fällen, sondern sprach: Der Herr strafe dich!
Schließlich wird dasselbe im Talmud wiederholt:
Satan erschien eines Tages einem Manne, welcher ihn täglich zu verfluchen pflegte, und sagte zu ihm: „Warum thust du dies? Überlege, daß Gott selbst mich nicht verfluchen wollte, sondern bloß sagte: Der Herr strafe dich Satan.“
Dieses Stück talmudischer Lehre zeigt klar (a), daß Sct. Michael im Talmud „Gott“ genannt wird, und irgend jemand anderer der „Herr“, und (b) daß Satan ein Gott ist, vor dem selbst der „Herr“ sich fürchtet. Alles, was wir im Zohar und anderen kabbalistischen Werken über Satan lesen, zeigt klar, daß diese „Persönlichkeit“ einfach die Personifikation des abstrakten Bösen ist, welches die Waffe des karmischen Gesetzes und des Karma ist. Sie ist unsere menschliche Natur und der Mensch selbst, da es heißt: „Satan ist immer nahe und unentwirrbar verworben mit dem Menschen.“ Die Frage ist nur, ob diese Kraft in uns verborgen oder thätig ist.
Unter andern Widersinnigkeiten behaupten die Kabbalisten, daß das Wort Metatron, das sich in meta-thronon ([korrekter Abdruck siehe Buch]) teilt, „nahe dem Throne“ bedeutet. Es bedeutet gerade das Gegenteil, da meta „darüber hinaus“ und nicht „nahe“ bedeutet. Dies ist von großer Wichtigkeit in unserer Beweisführung. St. Michael, „quis ut Deus“, ist also sozusagen der Übersetzer der unsichtbaren Welt in die sichtbare und gegenständliche.
Die Zeit ist zu weit vorgeschritten für die Behauptung, daß Enoch aus dem Neuen Testamente entlehnt hat, statt umgekehrt. Judas (XIV, XV) führt wörtlich aus Enoch eine lange Stelle über die Ankunft des Herrn mit seinen zehntausend Heiligen an, und anerkennt die Quelle, indem er den Propheten ausdrücklich nennt.
Den Parallelismus zwischen Prophet und Apostel . . . vollendend, haben (wir) es über jeden Streit erhoben, daß in den Augen des Verfassers einer für göttliche Offenbarung angenommenen Epistel das Buch Enoch die inspirierte Hervorbringung eines vorsintflutlichen Patriarchen war . . . .
Die gehäufte Übereinstimmung von Sprache und Ideen bei Enoch und den Verfassern der neutestamentarischen Schriften . . . zeigt klar, daß das Werk des semitischen Milton die unerschöpfliche Quelle war, aus der Evangelisten und Apostel, oder die Männer, die in deren Namen schrieben, ihre Vorstellungen von Auferstehung, Gericht, Unsterblichkeit, Untergang und von dem allgemeinen Reiche der Gerechtigkeit unter der ewigen Herrschaft des Menschensohnes geborgt haben. Dieses evangelische Plagiat gipfelt in der Offenbarung Johannis, welche die Visionen des Enoch dem Christentume anpaßt, mit Abänderungen, in denen wir die erhabene Einfalt des großen Meisters apokalyptischer Vorhersagung vermissen, welcher im Namen des vorsintflutlichen Patriarchen prophezeite. „Vorsintflutlich“, fürwahr; aber wenn die Wortfügung des Textes kaum ein paar Jahrhunderte oder auch Jahrtausende vor die historische Zeitrechnung zurückreicht, dann ist es nicht länger die ursprüngliche Vorhersagung der zukünftigen Ereignisse, sondern ist seinerseits eine Kopie irgendeiner Schrift einer vorgeschichtlichen Religion.
Schlimmer als alles dies, haben sie dieselbe zum Glauben an das Dogma von dem, vom Geiste alles Guten getrennten Bösen Geiste geführt, wobei der letztere in allem Stoffe und insbesondere im Menschen lebt. Schließlich wurde dadurch das gottverleumdende Dogma von der Hölle und ewigen Verdammnis geschaffen; es hat einen dichten Schleier zwischen die höheren Intuitionen des Menschen und die göttlichen Wahrheiten ausgebreitet; und hat, als die verderblichste Wirkung von alledem, die Menschen in Unkenntnis der Thatsache bleiben lassen, daß es keine Feinde, keine finstern Dämonen im Weltall gegeben hat vor der eigenen Erscheinung des Menschen auf dieser, und ahrscheinlich auch auf anderen Erden. Daher wurden die Leute dahingeführt, als zweifelhaften Trost für die Sorgen dieser Welt den Gedanken an die Erbsünde anzunehmen.
Der beste Beweis, den man christlichen Theologen dafür bieten kann, daß die esoterischen Sätze in der Bibel – in beiden Testamenten – die Behauptung derselben Idee sind, wie sie in unsern archaischen Lehren ist, nämlich daß der „Fall der Engel“ sich einfach auf die Inkarnation von Engeln bezog, „welche die Sieben Kreise durchbrochen hatten“ - findet sich im Zohar. Nun ist die Kabbalah des Simeon Ben Jochai die Seele und Wesenheit der allegorischen Erzählung, sowie die spätere Christliche Kabbalah der „dunkle verhüllte“ mosaische Pentateuch ist. Und sie sagt (in den Agrippa-Handschriften):
Die Weisheit der Kabbalah beruht auf der Wissenschaft vom Gleichgewichte und der Harmonie. Die Kräfte, welche sich offenbaren, ohne zuerst ins Gleichgewicht gesetzt zu sein, vergehen im Raume („ins Gleichgewicht gesetzt“ bedeutet differenziert). So vergingen die ersten Könige (die göttlichen Dynastien) der alten Welt, die selbsthervorgebrachten Fürsten der Riesen. Sie fielen wie wurzellose Bäume, und wurden nicht mehr gesehen; denn sie waren der Schatten des Schattens (nämlich die Chhâyâ der schattenhaften Pitris). Aber jene, die nach ihnen kamen, die Sternschnuppen gleich herabschießend in die Schatten eingeschlossen wurden - herrschten bis zum heutigen Tage (Dhyânîs, welche, indem sie sich in jenen „leeren Schatten“ inkarnierten, die Ära der Menschheit inaugurierten). Jeder Satz in den alten Kosmogonien entfaltet für den, welcher zwischen den Zeilen lesen kann, die Gleichheit der Ideen, wenn auch unter verschiedenen Gewändern.
Die erste in der Esoterischen Philosophie gelehrte Lehre ist die, daß die Unerkennbare Ursache nicht die Entwicklung hervortreibt, weder bewußt noch unbewußt, sondern bloß periodisch verschiedene Aspekte Ihrer Selbst der Wahrnehmung endlicher Gemüter darbietet. Nun ist das Kollektive Gemüt - das Universale - das zusammengesetzt ist aus verschiedenen und zahllosen Schaaren schöpferischer Kräfte, zwar unendlich in der geoffenbarten Zeit, aber immer noch endlich im Gegensatze zu dem Ungeborenen, Unvergänglichen Raume in seinem höchsten wesentlichen Aspekt.
Der Zohar giebt das sehr bedeutsam. Als der „Heilige“ (der Logos) den Menschen zu schaffen wünschte, berief er die höchste Schar der Engel und sprach ihnen seinen Wunsch aus, aber sie bezweifelten die Weisheit dieses Verlangens und antworteten: „Der Mensch wird nicht eine Nacht in seiner
Herrlichkeit andauern“ - wofür sie von dem „heiligen“ Herrn verbrannt (vernichtet?) wurden. Dann berief er eine andere, niedrigere Schar, und sagte dasselbe. Und sie widersprachen dem „Heiligen“: „Wozu ist der Mensch gut?“ - urteilten sie. Doch schuf Elohim den Menschen, und als der Mensch sündigte, kamen die Scharen von Uzza und Azael, und hönten Gott: „Hier ist der Sohn des Menschen, den du gemacht hast“ - sagten sie. „Siehe, er sündigte.“ Da antwortete der Heilige: „Wenn ihr unter ihnen (den Menschen) gewesen wäret, würdet ihr noch schlechter gewesen sein als sie.“ Und er warf sie von ihrer hohen Stelle im Himmel ebenfalls hinab auf die Erde; und „sie wurden (in Menschen) verwandelt und sündigten mit den Weibern der Erde.“ Das ist ganz klar. Keine Erwähnung wird in Genesis (VI) gethan, daß diese „Söhne Gottes“ Strafe empfingen. Die einzige Bezugnahme darauf in der Bibel findet sich bei Judas:
Auch die Engel, die ihr Fürstentum nicht behielten, sondern verließen ihre Behausung, hat er behalten zum Gerichte des großen Tages mit ewigen Banden in der Finsternis. Und das bedeutet einfach, daß die zur Inkarnation verurteilten „Engel“ in den Banden von Fleisch und Stoff sind, in der Finsternis der Unwissenheit, bis zum „Großen Tage“, welcher wie immer nach der Siebenten Runde kommen wird,
nach dem Ablaufe der „Woche“, am Siebenten Sabbath, oder in dem nachmanvantarischen Nirvana.

Wie wahrhaft esoterisch und mit der Geheimlehre übereinstimmend der Pymander, der Göttliche Gedanke, des Hermes ist, kann nur aus seinen ursprünglichen und ersten Übersetzungen in das Lateinische und Griechische geschlossen werden. Wie sehr er anderseits später von Christen in Europa entstellt worden ist, sieht man aus den Bemerkungen und unbewußten Geständnissen, die von De St. Marc in seiner Vorrede und seinem Briefe an den Bischof von Ayre im Jahre 1578 gemacht sind. Dort wird der ganze Cyklus der Umwandlungen aus einer pantheistischen und ägyptischen in eine mystische römisch katholische Abhandlung gegeben, und wir sehen, wie der Pymander zu dem geworden ist, was er jetzt ist.
Im Hesekiel heißt es:
Du Menschenkind, sage dem Fürsten zu Tyrus: So spricht der Herr, Herr (wie wir es verstehen, der „Gott“ Karma): Darum, daß sich dein Herz erhebt, und spricht: Ich bin Gott, . . . so du doch ein Mensch. . . bist. . . . Darum, siehe, ich will Fremde über dich schicken, . . . die sollen ihr Schwert zücken über deine schöne Weisheit,. . . sie sollen dich hinunter in die Grube (oder das Erdenleben) stoßen.
Der Ursprung des „Fürsten zu Tyrus“ ist auf die „göttlichen Dynastien“ der bösartigen Atlantier, der großen Zauberer zurückzuführen. Es liegt diesmal keine Metapher in den Worten des Hesekiel, sondern wirkliche Geschichte. Denn die Stimme in dem Propheten, die Stimme des „Herrn“, seines eigenen Geistes, die zu ihm sprach, sagt:
Darum, daß . . . du gesagt hast: Ich bin ein Gott, ich sitze im Thron Gottes (der Götter, der göttlichen Dynastien), mitten auf dem Meer, so du doch ein Mensch bist . . . . Siehe, du hältst dich für klüger denn Daniel, daß dir nichts verborgen sei, und habest durch deine Klugheit . . . so große Macht überkommen; davon bist du so stolz geworden, daß du so mächtig bist. Darum, siehe, . . . Fremde . . . sollen ihr Schwert zücken über deine schöne Weisheit . . . Sie sollen dich hinunter . . . stoßen, daß du mitten auf dem Meer sterbest wie die Erschlagenen.
Alle solche Verwünschungen sind keine Prophezeihung, sondern einfach Erinnerungen an das Schicksal der Atlantier, der „Gewaltigen in der Welt“. Was kann die Bedeutung dieses letzten Satzes sein, wenn er nicht eine Erzählung des Schicksals der Atlantier ist?
Hinwieder kann das: „Dein Herz erhebt sich, daß du so schön bist,“ sich auf den „Himmlischen Menschen“ im Pymander beziehen, oder auf die gefallenen Engel, welche beschuldigt werden durch Stolz, wegen der großen Schönheit und Weisheit, die ihnen zu teil wurde, gefallen zu sein. Es ist da keine Metapher, ausgenommen vielleicht in den vorgefaßten Ideen unserer Theologen. Diese Versen beziehen sich auf die Vergangenheit und gehören mehr dem bei den Mysterien der Initiation erlangten Wissen als rückblickendem Hellsehen an. Die Stimme sagt wieder:
Man halte sich vor Augen, daß fast jeder alte König und Priester ein Initiierter war; daß vom herannahenden Ende der vierten Rasse an eine Fehde zwischen den Initiierten des rechten und jenen des linken Pfades bestand; daß schließlich der Garten Eden von anderen Persönlichkeiten als von den Juden der adamischen Rassen erwähnt ist, nachdem selbst der Pharaoh dem schönsten Baume des Paradieses verglichen wird, von demselben Hesekiel, welcher zeigt:
Und alle lustigen Bäume unter der Erde, die edelsten und besten auf dem Libanon, . . . gönneten es ihm wohl. Denn sie mußten auch mit ihm (dem Pharaoh) hinunter zur Hölle - unter der Erde, was thatsächlich der Boden des Ozeans ist, dessen Grund sich weit aufthat, um die Länder der Atlantier und sie selber zu verschlingen. Wenn man sich all dies vor Augen hält und die verschiedenen Berichte vergleicht, dann wird man herausfinden, daß die Kapitel XXVIII und XXXI des Hesekiel sich nicht auf Babylonien, Assyrien, noch auch auf Ägypten beziehen, da keines von diesen so vernichtet worden ist, da sie einfach auf der Oberfläche, nicht unter der Erde in Trümmer gefallen sind - sondern in der That auf Atlantis und die meisten ihrer Nationen. Und man wird sehen, daß der „Garten Eden“ der Initiierten keine Mythe war, sondern eine jetzt versunkene Örtlichkeit. Licht wird einem aufdämmern, und man wird Sätze wie diese nach ihrem wahren esoterischen Wert schätzen können: „Du bist in Eden gewesen, . . . du warst auf dem heiligen Berge Gottes - den jede Nation hatte, und viele haben noch heilige Berge; einige die Gipfel des Himâlaya, andere den Parnaß und Sinai. Sie waren alle Initiationsstätten und Aufenhalte der Häupter der Gemeinden alter und auch moderner Adepten.
Und wiederum:
Siehe, Assur (warum nicht Atlantier, Initiierter?), war wie ein Cedernbaum auf dem Libanon, . . . darum ist er höher geworden, denn alle Bäume . . . Und war ihm kein Cedernbaum gleich in Gottes Garten: . . . daß ihn alle lustige Bäume im Garten Gottes neideten.
Durch ganz Kleinasien wurden die Initiierten die „Bäume der Gerechtigkeit“ und die Cedern des Libanon genannt, ebenso wie einige Könige von Israel. Ebenso göttlichen Erkenntnis“ genannt und von den Chaldäern oder Initiierten Ab Soo, die Wohnung (oder der Vater, d. i. die Quelle) der Erkenntnis, weil im Raume die intelligenten Mächte wohnen, welche unsichtbar das Weltall beherrschen.
Auf dieselbe Art und nach dem Plane des Tierkreises am oberen Ozean oder am Himmel, wurde ein gewisser Bereich auf Erden, ein Inlandmeer geweiht, und „ein Abgrund des Lernens“ genannt. Zwölf Zentren auf demselben, in Gestalt von zwölf kleinen Inseln, welche die Tierkreiszeichen repräsentierten - von denen zwei durch Zeitalter die „Geheimzeichen“ blieben - waren die Wohnungen
von zwölf Hierophanten und Meistern der Weisheit. Dieses „Meer der Erkenntnis“ oder des Lernens blieb durch Zeitalter dort, wo sich jetzt die Shamo oder Gobi-Wüste erstreckt. Es existierte bis zur letzten großen Eiszeit, da eine örtliche Umwälzung, welche die Wasser nach Süden und Westen schwemmte und so die gegenwärtige verödete Wüste bildete, nur eine gewisse Oase zurückließ, mit einem See und einer Insel inmitten desselben, als einen Überreste des Zodiakalringes auf der Erde. Durch Zeitalter war der wässrige Abgrund - welcher bei den Nationen, die den späteren Babyloniern vorangingen, die Wohnung der „Großen Mutter“ war, des irdischen Nachbildes der „Großen Mutter Chaos“ am Himmel, der Mutter von Ea (Weisheit), der selbst das frühe Vorbild von Oannes, dem Mann-Fische der Babylonier war - durch Zeitalter war also der „Abgrund“ oder das Chaos der Aufenthalt der Weisheit und nicht des Bösen. Der Kampf des Bel und dann des Merodach, des Sonnengottes, mit Tiamat, der See und ihrem Drachen - ein „Krieg“, welcher mit der Niederlage des letzteren endete - hat eine rein kosmische und geologische Bedeutung, so gut wie eine geschichtliche. Er ist ein aus der Geschichte der geheimen und heiligen Wissenschaften, ihrer Entwicklung, ihres Wachstums und Todes - für die profanen Massen - herausgerissenes Blatt. Er bezieht sich (a) auf das systematische und allmähliche Auftrocknen unermeßlicher Länderstrecken durch die brennende Sonne zu einer gewissen vorgeschichtlichen Periode, einer von den schrecklichen Dürren, die mit einer allmählichen Verwandlung einstmals fruchtbarer, reich bewässerter Länder in die Sandwüsten, die sie jetzt sind,
endete; und (b) auf die ebenso systematische Verfolgung der Propheten des Rechten Pfades durch jene des Linken. Die letzteren, die zur Entstehung und Entwicklung der Priesterkasten den Anstoß gegeben hatten, haben schließlich die Welt in alle jene exoterischen Religionen geführt, die erfunden worden sind, um dem entarteten Geschmack der „hoi polloi“ und der Unwissenden für ritualistischen Pomp und die Materialisation des ewig immateriellen und unerkennbaren Prinzips zu genügen.

Und jene Christen, welche zufällig dies lesen, werden auch im Lichte des obigen Satzes verstehen, wer ihr „Christus“ war. Denn Jesus erklärt wiederholt, daß jener, der „das Reich Gottes nicht aufnimmt wie ein kleines Kind, in dasselbe nicht eingehen wird“; und wenn einige von seinen Reden sich ohne irgend welches Gleichnis auf Kinder beziehen wollen, so beziehen sich doch die meisten der Erwähnungen von „Kleinen“ in den Evangelien auf die Initiierten, deren einer Jesus war. Paulus (Saulus) wir im Talmud als der „Kleine“ bezeichnet. Dies war der im alten Judäa den Initiierten gegebene Name, die auch die „Unschuldigen“ und die „Kinder“ genannt wurden, d.i. die noch einmal „wiedergeborenen“.
Aber die Theologie scheint die menschliche Fähigkeit, alles, was künstlich ihrer Verehrung aufgezwungen worden ist, zu unterscheiden und schließlich zu analysieren, aus dem Auge verloren zu haben. Die Geschichte zeigt bei jeder Rasse und jedem Stamme, insbesondere bei den semitischen Völkern, den natürlichen Trieb, ihre eigene Stammesgottheit über alle anderen bis zur Oberherrschaft über die Götter zu erheben, und beweist, daß der Gott der Israeliten ein solcher Stammesgott war, und nicht mehr, wenn es auch der christlichen Kirche, die der Führung des „auserwählten“ Volkes folgt, beliebt, die Verehrung jener einen besonderen Gottheit zu erzwingen und alle anderen in Bann zu thun. Einerlei ob das ursprünglich ein bewußter oder unbewußter Mißgriff war, auf jeden Fall war es einer. Jehovah ist im Altertume immer ein Gott „unter“ anderen „Göttern“.
Darauf anwortet der Occultismus: Jene, welche die Kirche jetzt die Gefallenen Engel nennt, und kollektiv den Satan, den Drachen - der, wenn wir ihren Ausspruch anzunehmen haben, von Michael und seiner Schar überwunden wurde, welcher Michael einfach Jehovah selber war, im besten Fall einer der untergeordneten Geister. Daher hat der Verfasser wiederum recht, wenn er sagt:
Die Griechen glaubten an das Dasein von . . . Daimonen. Aber . . . ihnen waren die Hebräer zuvorgekommen, welche glaubten, daß es eine Klasse von darstellenden Geistern gäbe,welche sie als Dämonen, „Darsteller“ bezeichneten. . . . Gestehen wir mit Jehovah, der es ausdrücklich behauptet, das Dasein von anderen Göttern zu, welche . . . Darsteller des Einen Gottes waren - waren dann diese anderen Götter einfach eine höhere Klasse von darstellenden Geistern, . . . welche größere Kräfte erlangt hatten und ausübten? Und ist nicht Darstellung der Schlüssel zum Geheimnis des Geistzustandes? Aber sobald man diesen Standpunkt gelten läßt, wie können wir wissen, ob nicht Jehovah ein darstellender Geist war, ein Geist, der sich anmaßte, der Darsteller des einen unbekannten und unerkennbaren Gottes zu sein, und es auf diese Art wurde?

So gestehen die wahren und „kompromisslosen“ Kabbalisten zu, daß es für alle Zwecke der Wissenschaft und Philosophie genügt, wenn die Profanen wissen, daß das große magische Agens - genannt von den Nachfolgern des Marquis de St. Martin, den Martinisten, das Astrallicht, von den mittelalterlichen Kabbalisten und Alchimisten die siderische Jungfrau und das Mysterium Magnum, und von den östlichen Occultisten der Äther, der Wiederschein von Âkâsha - das ist, was die Kirche Luzifer nennt. Daß die lateinischen Scholastiker mit Erfolg die Universalseele und das Plerôma - den Träger des Lichtes und den Behälter aller Formen, eine Kraft, die durch das ganze Weltall ausgebreitet ist, mit ihren unmittelbaren und mittelbaren Wirkungen - in Satan und seine Werke verwandelt haben, ist für niemanden etwas Neues. Aber jetzt sind sie dazu bereit, den oben erwähnten Profanen selbst die Geheimnisse mitzuteilen, die von Éliphas Lévi angedeutet sind, ohne entsprechende Erklärung, denn des letzteren Politik der verhüllten Offenbarungen konnte nur zu weiterem Aberglauben und Mißverständnis führen. Was in der That kann ein Schüler des Occultismus, welcher Anfänger ist, aus den folgenden hochpoetischen Sätzen Éliphas Lévis entnehmen, die ebenso apokalyptisch sind, wie die Schriften von irgend einem der Alchimisten?
Lucifer (das Astralicht) . . . ist eine vermittelnde Kraft, die in der ganzen Schöpfung existiert, sie dient zum Schaffen und zum Zerstören, und der Fall Adams war eine erotische Berauschung, welche seine Generation zum Sklaven dieses verhängnisvollen Lichtes gemacht hat, . . . jede geschlechtliche Leidenschaft, welche unsere Sinne überwältigt, ist ein Wirbelwind jenes Lichtes, der uns gegen den Abgrund des Todes zu ziehen versucht. Wahnsinn, Hallucinationen, Visionen, Ekstasen, sind alles Formen einer sehr gefährlichen Erregung, welche diesem inneren Phosphor(?)zuzuschreiben ist. Somit hat das Licht schließlich die Natur des Feuers, dessen verständiger Gebrauch erwärmt und belebt, und dessen Übermaß im Gegenteile auflöst und vernichtet. Somit ist der Mensch berufen, eine unumschränkteHerrschaft über dieses (Astral-) Licht einzunehmen und dadurch seine Unsterblichkeit zu erobern und ist gleichzeitig davon bedroht, von demselben berauscht, verschlungen und für ewig vernichtet zu werden.
Es ist die Menschheit, welche zur „Schlange der Genesis“ geworden ist, und so täglich und stündlich den Fall und die Sünde „der himmlischen Jungfrau“ verursacht - welche so zur Mutter der Götter und Teufel zu ein und derselben Zeit wird; denn sie ist die immer liebende, wohlthätige Gottheit für alle jene, welche ihre Seele und ihr Herz erregen, anstatt ihre schattenhafte geoffenbarte Wesenheit an sich zu ziehen, die von Éliphas Lévi das „verhängnisvolle“ Licht genannt wird, welches tötet und zerstört. Die Menschheit kann in ihren Einheiten seine Wirkungen besiegen und bemeistern; aber nur durch die Heiligkeit ihrer Leben und durch das Hervorbringen guter Ursachen. Es hat Macht nur über die geoffenbarten niedern Prinzipien – den Schatten der Unbekannten und Unerkennbaren Gottheit im Raume. Aber im Altertume und in Wirklichkeit ist Luzifer oder Luciferus der Name der englischen Wesenheit, welche dem Lichte der Wahrheit, sowie dem Lichte des Tages vorsteht. In dem großen valentinianischen Evangelium Pistis Sophia wird gelehrt, daß von drei Kräften, welche aus den heiligen Namen der drei dreifachen Kräfte emanieren, jene der Sophia (der heilige Geist nach diesen Gnostikern - den gebildetsten von allen) im Planeten Venus oder Luzifer wohnt.
Die Christen - viel weniger klar blickend als der große Mystiker und Befreier, dessen Namen sie angenommen haben, dessen Lehren sie mißverstanden und entstellt, und dessen Andenken sie durch ihre Thaten besudelt haben - nahmen den jüdischen Jehovah wie er war, und strebten natürlich vergeblich, das Evangelium des Lichts und der Freiheit mit der Gottheit der Finsternis und der Unterwürfigkeit in Einklang zu bringen.
Aber es ist jetzt hinlänglich erwiesen, daß alle sogenannten bösen Geister, welche mit den Göttern gekämpft haben sollen, als Persönlichkeiten wesensgleich sind; daß ferner alle alten Religionen denselben Satz lehrten, mit Ausnahme des letzten Schlusses, welcher von dem christlichen verschieden ist.
Das Verbum und Luzifer sind eins in ihrem doppelten Aspekt; und der „Fürst der Luft“ (princeps aeris hujus) ist nicht der „Gott jener Periode“, sondern ein immerdauerndes Prinzip. Wenn von dem letzteren gesagt wurde, daß er immer die Welt umkreise (qui circumambulat terram), so bezog sich der große Apostel einfach auf die unaufhörlichen Cyklen menschlicher Inkarnationen, in denen das Böse immer vorherrschen wird bis zu dem Tage, an dem die Menschheit durch die wahre göttliche Erleuchtung erlöst wird, welche die richtige Auffassung der Dinge giebt.
Es ist leicht, undeutliche Ausdrücke, die in toten und langvergessenen Sprachen geschrieben sind, zu entstellen, und sie den unwissenden Massen betrügerisch als Wahrheiten und geoffenbarte Thatsachen vorzusetzen. Die Übereinstimmung des Gedankens und der Bedeutung ist der eine Umstand, der dem Schüler bei allen Religionen auffällt, welche die Überlieferung von den gefallenen Geistern erwähnen, und unter jenen großen Religionen findet sich nicht eine, welche es unterließe, sie in der einen oder anderen Form zu beschreiben. So sieht Hoangty, der Große Geist, seine Söhne, welche thätige Weisheit erlangt hatten, in das Thal des Schmerzes fallen. Ihr Führer, der fliegende Drache, welcher von der verbotenen Ambrosia getrunken hatte, fiel auf die Erde mit seiner Schar (seinen Königen). Im Zend Avesta sucht Angra Mainyu (Ahriman), sich selbst mit Feuer (den „Flammen“ der Strophen) umgebend, die Himmel zu erobern, während Ahura Mazda, der von dem festen Himmel, den er bewohnt, herabsteigt, um den Himmeln, die sich drehen (in Zeit und Raum, den geoffenbarten Welten der Cyklen einschließlich jener der Inkarnation) zu helfen, und die Amshaspands, die „sieben hellen Sravah“, die von ihren Sternen begleitet sind, den Ahriman bekämpfen, und die besiegten Devas mit ihm zugleich zur Erde fallen. Im Vendîdâd werden die Daêvas „Übelthäter“ genannt, und dargestellt, wie sie „in die Tiefen der . . . . Höllenwelt“ oder Materie stürzen. Dies ist eine Allegorie, welche die Devas zur Inkarnation gezwungen zeigt, sobald sie sich von ihrer väterlichen Wesenheit getrennt haben, oder mit andern Worten, nachdem die Einheit zur Vielheit geworden war, nach Differentiation und Offenbarung.
Was ist die vollkommene Wahrheit sowie die esoterische Bedeutung in Bezug auf diese universale Mythe? Das ganze Wesen der Wahrheit kann nicht von Mund zu Ohr überliefert werden. Auch kann keine Feder es beschreiben, nicht einmal jene des aufzeichnenden Engels, wenn nicht der Mensch die Antwort in dem Heiligtume seines eigenen Herzens finde, in den innersten Tiefen seiner göttlichen Intuition. Es ist das große SIEBENTE GEHEIMNIS der Schöpfung, das erste und das letzte; und jene, welche die Offenbarung St. Johannis lesen, können seinen Schatten unter dem siebenten Siegel versteckt finden. Es kann nur in seiner augenscheinlichen, gegenständlichen Form dargestellt werden, wie das ewige Rätsel der Sphinx. Wenn die Sphinx sich selbst ins Meer warf und zu Grunde ging, so geschah dies nicht, weil Oedipus das Geheimnis der Zeitalter enträtselt hatte, sondern weil er durch Anthropomorphisieren des Immergeistigen und des Subjektiven die große Wahrheit für immer entehrt hatte. Daher können wir es nur von seiner philosophischen und intellektuellen Ebene aus geben, aufgeschlossen beziehungsweise mit drei Schlüsseln - denn die letzten vier Schlüssel von den sieben, welche die Thore zu den Geheimnissen der Natur weit öffnen, sind in den Händen der höchsten Initiierten, und können den großen Massen nicht bekannt gemacht werden - zum mindesten nicht in diesem Jahrhundert.
Der tote Buchstabe ist überall dasselbe. Der Dualismus in der altpersischen Religion war aus exoterischer Auslegung hervorgegangen. Der heilige Airyaman, der „Geber des Wohles“, der in dem Gebete mit Namen Airyama-ishyô angerufen wird, ist der göttliche Aspekt des Ahriman, „des tödlichen, des Daêva der Daêvas“, und Angra Mainyu ist der dunkle materielle Aspekt des ersteren. „Bewahre uns vor unserm Hasser, o Mazda und Ârmaita Spenta“, hat als Gebet und Anrufung eine übereinstimmende Bedeutung mit “Führe uns nicht in Versuchung”, und wird vom Menschen an den schrecklichen Geist der Dualität im Menschen selbst gerichtet. Denn Ahura Mazda ist der Geistige, Göttliche und Gereinigte Mensch, und Ârmaita Spenta, der Geist der Erde oder Stofflichkeit, ist dasselbe wie Ahriman oder Angra Mainyu in einem Sinne.

Es bestand, und besteht noch ein anscheinend endloser Streit über die Zeitrechnung der Inder. Hier ist jedoch ein Punkt, der uns helfen könnte - zum mindesten annäherungsweise - die Zeit zu bestimmen, mit welcher die Symbolik der sieben Rishis und ihre Verknüpfung mit den Plejaden begann. Als Kârttikeya den Krittikâs von den Göttern zur Aufziehung übergeben wurde, waren ihrer nur sechs, weshalb Kârttikeya mit sechs Häuptern dargestellt wird; aber als die poetische Phantasie der frühen ârischen Symbologen aus ihnen die Gattinnen der sieben Rishis machte, waren sie sieben. Ihre Namen werden gegeben, und diese sind Amba, Dulâ, Nitatui, Abrayanti, Maghâyanti, Varshayanti und Chupunika. Es giebt jedoch andere, davon abweichende Namensreihen. Auf jeden Fall ließ man die sieben Rishis die sieben Krittikâs heiraten vor dem Verschwinden der siebenten Plejade. Wie konnten sonst die indischen
Astronomen von einem Sterne sprechen, den niemand ohne die Hilfe der stärksten Fernrohe sehen kann? Das ist wahrscheinlich der Grund, warum in jedem Falle die Mehrzahl der in den indischen Allegorien beschriebenen Ereignisse als „von sehr junger Erfindung, sicherlich innerhalb der christlichen Zeitrechnung“ festgesetzt wird.Wie immer dem auch sein mag, die Plejaden sind die Centralgruppe des Systems siderischer Symbologie. Sie sind am Halse des Sternbildes des Stiers gelegen, und werden von Mädler und anderen in der Astronomie als die Centralgruppe des Systems der Milchstraße betrachtet, und in der Kabbalah und der östlichen Esoterik als die siderische Siebenheit, geboren aus der ersten geoffenbarten Seite des oberen Dreieckes, des verborgenen [Symbolabbildung siehe Buch]. Diese geoffenbarte Seite ist der Stier, das Symbol der Eins (der Ziffer 1), oder des ersten Buchstaben des hebräischen Alphabets, Aleph „Stier“ oder „Ochse“, dessen Synthese Zehn ist, oder Yod, der vollkommene Buchstabe und die vollkommene Zahl. Die Plejaden (insonderheit Alkyone)werden somit selbst in der Astronomie als der Centralpunkt betrachtet, um welchen sich unser Weltall von Fixsternen dreht, der Brennpunkt, aus dem und zu dem hin der göttliche Atem, die Bewegung, unaufhörlich während des Manvantara wirkt. Daher spielt in den siderischen Symbolen der occulten Philosophie dieser Kreis mit dem Sternenkreuz auf seiner Fläche die hervorragendste Rolle.

Die Göttin Basht, oder Pasht, wurde mit dem Kopfe einer Katze dargestellt. Dieses Tier wurde in Ägypten aus verschiedenen Gründen heilig gehalten. Es war ein Symbol für den Mond, das „Auge des Osiris“ oder der „Sonne“ während der Nacht. Die Katze war auch der Sokhit geweiht. Einer von den mystischen Gründen war der, weil ihr Körper beim Schlafen kreisförmig eingerollt ist. Die Stellung ist zu occulten und magnetischen Zwecken vorgeschrieben, um auf eine gewisse Weise den Kreislauf der Lebensflüssigkeit zu regulieren, mit der die Katze in hervorragendem Maße begabt ist. „Die neun Leben einer Katze“ ist ein volkstümlicher Ausdruck, der auf guten physiologischen und occulten Gründen beruht. Herr Gerald Massey giebt auch einen astronomischen Grund dafür an, welcher in Band I, pp. 322, 323, des vorliegenden Werkes gefunden werden kann.“ Die Katze sah die Sonne, hatte sie in ihrem Auge bei Nacht (war das Auge der Nacht), wenn sie sonst für die Menschen unsichtbar war (denn so wie der Mond das Licht der Sonne reflektiert, so reflektierte die Katze, wie angenommen wurde, dasselbe vermöge ihrer phosphorescierenden Augen). Wir könnten sagen, der Mond spiegle das Sonnenlicht, weil wir Spiegel haben. Für sie war das Katzenauge der Spiegel.“

Der Verzweiflungsschrei, den der Graf von Montlosier in seinen Mystères de la Vie Humaine (p. 117) ausstößt, ist eine Gewähr dafür, daß die Ursache der „Vollkommenheit und Güte“, von denen Plato annahm, daß sie sich über das Weltall erstrecken, weder seine Gottheit ist, noch unsere Welt. „Bei dem Schauspiele von so viel Herrlichkeit im Gegensatze zu dem von so viel Elend stellt sich der Geist, der daran geht, dieses unermeßliche Ganze zu beobachten, eine, ich weiß nicht, welche große Gottheit vor, die eine noch größere und noch strengere Gottheit gleichsam zertrümmert und in Stücke zerschlagen und die Trümmer im ganzen Weltall verstreut hat.“ Die „noch größere und noch strengere Gottheit“ als der Gott dieser Welt, der für so „gut“ gehalten wird - ist Karma. Und diese wahre Gottheit zeigt gut, daß die kleinere, unser innerer Gott (persönlich für die gegenwärtige Zeit) keine Kraft hat, die mächtige Hand dieser größeren Gottheit - der durch unsere Handlungen, welche kleinere Ursachen hervorbringen, erweckten Ursache - welche das Gesetz der Wiedervergeltung genannt wird, aufzuhalten.

Der initierte Adept, welcher erfolgreich durch alle Prüfungen hindurchgegangen war, wurde angeheftet - nicht genagelt, sondern einfach gebunden - an ein Lager in der Form eines Tau, T, in einen tiefen Schlaf versenkt - den „Schlaf von Siloah“, wie er bis zum heutigen Tage unter den Initiierten in Kleinasien, in Syrien und selbst im oberen Ägypten genannt wird. Man ließ ihn in diesem Zustande durch drei Tage und drei Nächte bleiben, während welcher Zeit seines Geistes Ich, wie es heiß, mit den „Göttern“ „vertraulich sich unterredete“, zum Hades, in die Amenti, oder nach Pâtâla - je nach dem Lande - hinabstieg, und Liebeswerke für die unsichtbaren Wesen that, sei es für Seelen der Menschen, sei es für Elementalgeister; während sein Körper die ganze Zeit über in einer Tempelkrypta oder einer unterirdischen Höhle verblieb. In Ägypten wurde er in den Sarkophag in der Königskammer der Pyramide des Cheops gelegt, und während der Nacht des anbrechenden dritten Tages an den Eingang einer Galerie getragen, wo zu einer gewissen Stunde die Strahlen der aufgehenden Sonne voll auf das Gesicht des verzückten Kandidaten fielen, welcher erwachte, um von Osiris und Thoth, dem Gotte der Weisheit initiiert zu werden.
Der Leser, welcher die Behauptung bezweifelt, möge die hebräischen Urwerke einsehen, bevor er abspricht. Er möge sich einigen der bedeutendsten ägyptischen Flachreliefe zuwenden. Eines insbesondere vom Tempel von Philae repräsentiert eine Initiationsscene. Zwei Gott-Hierophanten, einer mit dem Haupte eines Habichts (die Sonne), der andere ibisköpfig (Merkur, Thoth, der Gott der Weisheit und des geheimen Wissens, der Beisitzer des Osiris-Sonne), stehen über dem Körper eines soeben initiierten Kandidaten. Sie sind damit beschäftigt, auf sein Haupt einen doppelten Strom von „Wasser“ (dem Wasser des Lebens und der Neugeburt) zu gießen, und die Ströme sind verschlungen in der Gestalt eines Kreuzes und voll kleiner Henkelkreuze. Dies ist allegorisch für das Erwachen des Kandidaten, welcher jetzt ein Initiierter ist, wenn die Strahlen der Morgensonne, des Osiris, den Scheitel seines Hauptes treffen; indem sein verzückter Körper auf sein hölzernes Tau gelegt war, um so die Strahlen zu empfangen. Dann erschienen die Hierophant-Initiatoren, und die sakramentalen Worte wurden ausgesprochen, scheinbar an den Sonnen-Osiris, in Wirklichkeit an die Geist-Seele im Innern, welche den neugeborenen Menschen erleutet.
Im Symbole haben die Nägel des Kreuzes als Gestalt für ihre Köpfe eine feste Pyramide, und einen spitz zulaufenden viereckigen obeliskförmigen Schaft, oder ein phallisches Emblem für den Nagel. Nimmt man die Lage der drei Nägel in den Gliedmaßen des Menschen und auf dem Kreuze, so bilden oder bezeichnen sie ein Dreieck an Gestalt, indem ein Nagel an jeder Ecke des Dreiecks ist. Die Wunden oder Male an den Gliedmaßen sind notwendigerweise vier, und bedeuten das Viereck. . . . Die Nägel mit den drei Wunden sind an Zahl 6, was die 6 Flächen des entfalteten Würfels bedeutet (welche das Kreuz oder die Menschenform bilden, oder 7, wenn man die drei horizontalen und die vier vertikalen Quadrate zusammenzählt, worauf der Mensch gelegt ist; und dies deutet seinerseits auf das Kreismaß, das auf die Kanten des Würfels übertragen ist. Die eine Wunde der Füße trennt sich in zwei, wenn die Füße getrennt werden, was für alle zusammen drei macht, und vier wenn getrennt, oder sieben in allem - eine andere und höchst heilige (bei den Juden)weibliche Grundzahl.

So können die Worte, die so oft in den Upanishads und den Purânen gebraucht werden: „Ton“ und „Sprache,“ mit den gnostischen „Vokalen“ und den „Stimmen“ der Donner und Engel in der Offenbarung verglichen werden.
Dieselben werden sich finden in der Pistis Sophia und in anderen alten Bruchstücken und Handschriften. Dies wurde selbst von dem trockenen Verfasser des oben erwähnten Werkes bemerkt. Durch Hippolyt, einen frühen Kirchenvater, erfahren wir, daß Markus - ein pythagoräischer vielmehr denn ein christlicher Gnostiker, und ganz gewiß ein Kabbalist - eine mystische Offenbarung empfangen hatte. Es heißt, daß Markus ihm geoffenbart hatte:
Die sieben Himmel . . . . ließen ein jeder einen Vokal ertönen, welche alle zusammengefaßt eine einzige Lobpreisung bildeten, „deren Ton, herabgebracht (von diesen sieben Himmeln) auf die Erde, zum Schöpfer und Vater aller Dinge wird, die auf Erden sind.“
Aus der occulten Ausdrucksweise in noch klarere Sprache übersetzt würde dies lauten: Nachdem der Siebenfältige Logos sich in die sieben Logoi oder Schöpferischen Kräfte (Vokale) differenziert hatte, schufen diese (der Zweite Logos, oder „Ton“) alles auf Erden. Sicherlich kann einer, der mit der gnostischen Litteratur bekannt ist, kaum umhin, in der Apokalypse St. Johannis ein Werk derselben Schule des Denkens zu sehen. Denn wir finden Johannes sagen:
Sieben Donner redeten ihre Stimme . . . (und) ich wollte sie schreiben. Da hörte ich eine Stimme vom Himmel sagen zu mir: Versiegele, was die sieben Donner geredet haben; dieselben schreibe nicht.
Dasselbe Gebot wird dem Markus gegeben, dasselbe allen anderen halb und ganz Initiierten. Ebendiese Gleichheit der gebrauchten Ausdrücke und der zu Grunde liegenden Ideen verrät immer einen Teil der Mysterien. Wir müssen immer nach mehr als einer Bedeutung in jedem allegorisch geoffenbarten Mysterium suchen, insbesondere in jenen, in denen die Zahl sieben und ihre Multiplikation sieben mal sieben, oder neunundvierzig erscheint. Wenn nun in der Pistis Sophia der Rabbi Jesus von seinen Jüngern gebeten wird ihnen die „Mysterien des Lichtes seines Vaters“ zu enthüllen - d. i. des durch Initiation und göttliche Erkenntnis erleuchteten Höheren Selbsts - antwortetet Jesus:
Suchet ihr nach diesen Geheimnissen? Kein Geheimnis ist herrlicher als diese: die eure Seelen zu dem Lichte der Lichter bringen sollen, zu dem Orte der Wahrheit und Güte, zu dem Orte, wo es weder Mann noch Weib, noch Form an jenem Orte giebt, sondern immer dauerndes, nicht auszusprechendes Licht. Nichts ist daher herrlicher als die Geheimnisse, nach denen ihr sucht, ausgenommen nur das Geheimnis der sieben Vokale und ihrer neunundvierzig Kräfte und der Zahlen davon. Und kein Name ist herrlicher als alle diese (Vokale). Wie der Kommentar, wo er von diesen „Feuern“ spricht, sagt:
Unsere Lehre von den sieben Rassen, und sieben Runden des Lebens und der Entwicklung rund um unsere irdische Sphärenkette kann selbst in der Offenbarung gefunden werden. Als die sieben „Donner“ oder „Töne“ oder „Vokale“ - eine Bedeutung von den sieben für jeden solchen Vokal bezieht sich unmittelbar auf unsere eigene Erde und ihre
sieben Wurzelrassen in jeder Runde - „ihre Stimmen geredet hatten,“ aber dem Seher verboten hatten, sie niederzuschreiben, und ihn jene Dinge „versiegeln“
ließen, was that der Engel, der „stand auf dem Meer und auf der Erde“? Er hob seine Hand auf zum Himmel, und schwur bei dem Lebendigen von Ewigkeit zu Ewigkeit, . . . daß hinfort keine Zeit sein mehr soll; sondern in den Tagen der Stimme des siebenten Engels, wenn er posaunen wird, so soll vollendet werden das Geheimnis Gottes (des Cyklus). Dies bedeutet, in theosophischer Ausdrucksweise, daß, wenn die siebente Runde vollendet ist, dann die Zeit aufhören wird. „Es soll hinfort keine Zeit mehr sein“ - sehr natürlich, nachdem Pralaya einsetzen und niemand auf Erden überbleiben wird, um eine Zeiteinteilung einzuhalten, während jener periodischen Auflösung und Hemmung des bewußten Lebens.

Aber die Babylonier, welche allein jene Cyklen hatten und sie nur bei ihren großen Initiationsmysterien der astrologischen Magie lehrten, erhielten ihre Weisheit und Gelehrsamkeit aus Indien. Es ist daher nicht schwierig, in diesen unsere eigene esoterische Lehre wiederzuerkennen. In ihren geheimen Berechnungen haben die Japaner dieselben Zahlen in ihren Cyklen.
Was die Brâhmanen anbelangt, so sind ihre Purânen und Upanishads ein guter Beweis dafür. Die letzteren sind gänzlich in die gnostische Litteratur übergegangen; und ein Brâhmane braucht bloß die Pistis Sophia zu lesen, um das Eigentum seiner Vorväter wiederzuerkennen, selbst bis auf die gebrauchten Ausdrücke und Gleichnisse. Vergleichen wir: In der Pistis Sophia sagen die Schüler zu Jesus:
Rabbi, enthüllte uns die Mysterien des Lichtes (d. i. das „Feuer der Erkenntnis oder Erleuchtung“), . . . da wir dich sagen gehört haben, daß es eine Taufe des Rauches giebt, und eine andere Taufe des Geistes des heiligen Lichts (d. i. des Geistes des Feuers).
Wie Johannes von Jesus sagt:
Ich zwar taufe euch mit Wasser: . . er aber wird euch mit dem heiligen Geist und Feuer taufen.
Die wirkliche Bedeutung dieses Satzes ist sehr tief. Er bedeutet, daß Johannes, ein nichtinitiierter Asket, seinen Schülern keine größere Weisheit mitteilen kann, als die Mysterien, die mit der Ebene des Stoffes in Zusammenhang stehen, wovon Wasser das Symbol ist. Seine Gnosis war jene des exoterischen und ritualistischen Dogmas, der Totenbuchstabenorthodoxie; während die Weisheit, die Jesus, ein Initiierter der Höheren Mysterien, ihnen offenbaren würde, von einem höheren Charakter war, denn sie war die „Feuer“- Weisheit der wahren Gnosis oder wirklichen geistigen Erleuchtung. Die eine war das Feuer, die andere der Rauch. Für Moses das Feuer auf dem Berge Sinai und die geistige Weisheit; für die Menge des „Volkes“ unten, für die Profanen der Berg Sinai in (durch) Rauch, d. i. die exoterischen Schalen des orthodoxen oder sektiererischen Ritualismus.
Man halte sich nun das Obige vor Augen und lese das Zwiegespräch zwischen den Weisen Nârada und Devamata in der Anugîtâ, einer Episode aus dem Pistis Sophia ist eine außerordentlich wichtige Urkunde, ein echtes Evangelium der Gnostiker, das aufs Geratewohl dem Valentinus zugeschrieben wird, das aber in Bezug auf sein Original viel wahrscheinlicher ein vorchristliches Werk ist. Eine koptische Handschrift dieses Werkes wurde von Bruce aus Abyssinien zurückgebracht und von Schwartze im Britischen Museum ganz zufällig entdeckt und von ihm ins Lateinische übersetzt. Der Text und Schwartze´s Version wurden von Petermann im Jahre 1853 veröffentlicht. Im Texte selbst wird die Abfassung dieses Buches dem Apostel Philipp zugeschrieben, welchem Jesus befiehlt, sich niederzusetzen und die Offenbarung zu schreiben. Es ist echt und sollte ebenso kanonisch sein als irgend ein anderes Evangelium. Unglücklicherweise blieb es bis zum heutigen Tage ins Englische unübersetzt. Er lese die Pistis Sophia, im Lichte der Bhagavad Gîtâ, der Anugîtâ und anderer; und dann wird der von Jesus in dem gnostischen Evangelium gemachte Ausspruch klar werden, und die „Masken“ des toten Buchstaben sofort verschwinden.

(aus "Die Geheimlehre II" von Blavatsky)