Zuckerwelt

Walzeichnung

Jahreslosung 2017

Manche Yogis brauchen in ihrer Hütte eine Blume, und manche brauchen keine Blume.

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Das vergessene Poesiealbum

Donnerstag, 10. August 2017

...

Wie ich dieses Loch hasse, in dem ich gerade sitze. Hass trifft es. Denn Todesangst ist das hässlichste Gefühl auf der Welt. Das fieseste. Und schlimmste. Noch gemeiner als Verlustschmerz und Trauer. Die Summe aller grausamen Gefühle.
(aus "Fremdkörper" von Miriam Pielhau)

Leider kenne ich dieses Gefühl nur viel zu gut.

Freitag, 21. Juli 2017

...

Rakfisk ist eine norwegische Delikatesse - falls man fermentierten Fisch als Delikatesse bezeichnen kann. Man fängt eine Bach- oder Seeforelle, wickelt sie gut ein und vergräbt sie für mehrere Monate in der Erde. es handelt sich im Grunde um einen Fäulnisprozeß - wie das Zeug riecht, überlasse ich der Fantasie. Viele Norweger lieben dieses Gericht, die übrigen (zu denen ich gehöre) haben Probleme damit, den Gestank zu ertragen.
Ich weiß gar nicht, warum sich da manche noch über Sushi beschweren. Vielleicht sollte ich auch mal einen Fisch bei mir im Balkonkasten vergraben.


Das Gekreische ist so laut, dass es zu einer körperlichen Herausforderung wird. Es überflutet dich und es ist so hoch und schrill, dass es dich ganz durchdringt. Das geht nicht nur über das Gehör; es ist, als würde es durch deinen gesamten Körper pulsieren...Das ist schon ein Phänomen, diese Menschen, die sich in dem Moment verlieren, in Ohnmacht fallen und bewusstlos werden, die keine Kontrolle mehr darüber haben, was sie tun. Wenn man daran nicht gewöhnt ist, überwältigt es einen schnell: Bei unserem ersten Auftritt bemerkte ich plötzlich, dass ein Mann fehlte. Leif, der Bassist, hatte Panik bekommen und war wieder von der Bühne gerannt.
Hätte ich exakt genauso gemacht.

(aus "My Take On Me" von Morten Harket)

Mittwoch, 19. Juli 2017

...

In einer Zeit wird der Radioapparat nahezu in jeder Wohnung sein, wie heute das elektrische Licht und das Telephon. Internationale Gesellschaften von gigantisch-finanzieller Struktur werden die ganze Erde mit 'Material' versorgen. Jeder Abonnent bekommt sein Programm, das wiederholt wechselt, alles der Zeit Mitteilenswerte umfaßt und dem Gehirne des gehorsamen Abonnenten hineindiktiert wird. London, Paris, Berlin, Neuyork usw. versorgen den Menschen 24 Stunden täglich mit allem, mit Opern, Operetten, Musik aller Art, mit Sketchs, Humoresken, Witzen, mit fernphotographierten Kinostücken (die durch das gesprochene Radiowort ergänzt, Theaterersatz sein werden), mit Reisebildern, Entdeckungen aus dem experimentell-naturwissenschaftlichen Gebiet und endlich mit allen sonstigen aktuellen Ereignissen des Tages und der Woche. Kürzere literarische Werke mit stark humoristischem oder grell sentimentalem Inhalt wird man auch zu hören bekommen, denn die gebotenen geistigen Genüsse werden auf Kürze, starken Effekt, anschauliche und leichte Verständlichkeit berechnet sein...Es wird so kommen, weil es so kommen muß; und es ist gut, daß es so kommt; Denn einmal wird die Menschheit Ekel vor der Maschine, die den Geist und die Persönlichkeit erschlägt, bekommen...Dann wird das Radio durch das Denken vernichtet werden.
(Der Radiodenker, aus dem Steglitzer Anzeiger vom 22. 01. 1925)

(Wenn der wüßte!)

Sonntag, 9. April 2017

Tan-Zen

"Sie müssen erst mal Ihre Füsse befreien, bevor Sie Ihren Geist befreien."



Also laßt den Tänzer raus!

Dienstag, 21. März 2017

...

Nur starke Menschen können ihre Unsicherheit zeigen und gelassen tragen wie einen alten Hut. Sobald ich Menschen näher kennenlerne, habe ich das Bedürfnis, mich privat und unmittelbar zu geben, mich ihnen auszuliefern. Ich will dann diesen ersten Glanz nicht aufrechterhalten, weil ich ihn für eine Lüge halte. Ich verringere den Abstand systematisch, bis ich den Menschen ein Vertrauter bin. Diesen ganzen Autoritätszauber halte ich doch für eine Farce, für die kein vernünftiger Mensch Bedarf hat. Diesen Widerspruch gibt es bei allen, die öffentlich wirksam sind. Man wird ständig in Zwiespalt kommen zwischen Autoritätsdenken und dem Sich-selbst-geben. Autorität ist im Grunde nur eine Rolle, in die man flüchtet, wenn man unsicher ist. Ich möchte mir selber beweisen, daß ich auch mit meinen Schwächen noch jemand bin und daß die andern mich mit meinen Schwächen akzeptieren.
(aus "Guten Morgen, du Schöne" von Maxie Wander)

Sonntag, 30. Oktober 2016

...

Schmerz, wie auch die Angst, ist ein Warnzeichen, das besagt: Vorsichtig weitermachen – pass auf, sei neugierig –, aber es heißt nicht: Werde empfindungslos und dumm. Angst kann wie eine dunkle Gefängniszelle sein: Du kannst versuchen, mit dem Kopf durch die Wand zu gehen (die athletische Methode), du kannst dich von der Wand abwenden und gefangen bleiben (wie es viele tun) oder du kannst die Hand ausstrecken und die Wand genau erforschen, bis du die Tür findest, um sie zu öffnen und in die Freiheit zu treten.
(aus "Die Yoga-Kriegerin" von Ana T. Forrest)

Samstag, 10. September 2016

...

Vielleicht gibt es Träume, die, wenn sie geträumt werden, schon Erfüllung sind. Vielleicht bin ich allein der Nehmende und der Gebende, und es ist nie ein Zweiter mit im Bunde. Ich gebe mich, ich nehme mich, ich drehe mich im Kreise und glaube, daß ich weite Wege gehe. Ich leide um Menschen, die ich nie kannte und die mir verschlossen blieben. Ich bin beschenkt, beglückt, und keiner hat mir etwas geschenkt. Ich leide und freue mich nur durch mich, bin selig nur durch mich...
~
Wenn man Gefühle als selbständige Wesen empfindet, kann man nie einsam sein, auch wenn die Vereinigung nicht immer eine glückliche ist.

(aus "Harem - Erinnerungen der Prinzessin Djavidan Hanum, frühere Gemahlin des Khediven von Ägypten")

Mittwoch, 7. September 2016

...

Es gibt Seelen, die ein eigenes, schweres Schicksal haben, das ihnen auferlegt, nicht nur das eigene Glück und dessen Erfüllung zu suchen. Seelen, so weit und tief, daß Für-sich-Gefühle sie nicht ausfüllen können: Sie müssen schenken und geben in währendem Erfühlen und Verlieren. Das sind Seelen, die nicht dem Körperträger allein angehören, denn eine einzige persönliche, menschliche welt wäre für sie zu eng und zu klein. Sie gehören allen und allem. Nichts ist ihnen fremd und gleichgültig, sie sind die Lagerstätte für jegliches Empfinden, für jegliches Leid. Gedanken, hoffnungen, Wünsche durchirren wie zündende Funken suchend das Weltall - in solchen Seelen lassen sie sich nieder.
(aus "Harem - Erinnerungen der Prinzessin Djavidan Hanum, frühere Gemahlin des Khediven von Ägypten")

Sonntag, 4. September 2016

...

Es gab alle möglichen Arten von Festen, — auch naive, blü­hende Tulpenfeste. Die Farbwirkung jeder einzelnen Tulpe wurde noch durch eine leuchtende Lampe verstärkt. Der Sammelglanz dieser Blumenbeete erfreute den Sultan und seine Frauen und ward bestimmend für die Züchtung der Tulpen, deren türkische Exemplare alle ändern Landes­schwestern in den Schatten stellten. Als ein Niederländer sie in sein Land verpflanzte, bekam die Gattung einen vom Tur­ban hergeleiteten Namen.
Neue Feste gaben die Möglichkeit zu neuen Würden, und unter dem Sultan Achmed III. gab es einen eigenen »Blu­menmeister«, Schüküfedschibaschi, der quasi die Oberherr­schaft über alle Blumen und Blumenbestimmungen hatte. Ihm wurde ein kunstvoll gezeichnetes Diplom ausgestellt, dessen Ende in blumenreicher Sprache zu folgenden Blütenpflichten ermahnte: »Daß alle Blumenerzeuger den Vorzei­ger als sultanlich beglaubigtes Oberhaupt jeglicher Blumen anerkennen mögen. Sie müssen seinem bestimmenden Wort das geöffnete Auge der Narzisse entgegenbringen, das duft­hörige Ohr der Rose. Die Zehnzüngigkeit der Lilie dürfen sie ihm gegenüber nicht in Anwendung bringen. Auch müs­sen sie darauf achten, daß die unschicklichen Reden der ra­genden Granatapfelpflanzen nicht ihre Zunge beschwere, sondern sie mögen mit geschlossenem Munde, der Rosen­knospe gleich, seine Befehle anhören und befolgen und nicht wie die frühzeitig blauende Hyazinthe zur Unzeit sprechen. Dem Veilchen gleich sollen sie sich bescheiden und demütig neigen und sich seinen Anordnungen nicht widerspenstig erweisen.«
Unter der Herrschaft Achmeds III. entsteht eine Blumen­epoche, die sogar auf Teppiche übergreift und sie mit hoch­gestickten Rosen bestreut, deren Tau Diamanten bilden. Bei prunkvollen Empfängen verlieren sie nichts von ihrer Fri­sche, wenn rotbestiefelte großherrliche Füße auf sie treten. Blumen und Stickereien lenken dieses Sultanat in friedliche, beschauliche Bahnen. Von mannigfaltigen Singvögeln um­zwitschert, sitzt der Sultan in frauenumgebener, häuslicher Behaglichkeit, verwöhnt und geliebt, und seine Hand zieht gemächlich Faden um Faden in bunter Fülle durch Brokate und Damaste, bedeckt sie mit farbigem Blumenflor: Der Sultan stickt — und der Großwesir regiert. Aber Herrscher können nicht einmal ungestraft sticken — diese traumhafte Beschäftigung kann das gewohnte Würgen und Töten nicht ersetzen. Aus diesem fadenlangen Frieden erhebt sich der Aufruhr, den Ruhe- und Blumenliebenden weht der Sturm der Empörung von seinem Thron, und es ist kein dankbarer Blütenschauer, dem er weichen muß. Die bösartige Nach­folge Achmeds III. zerstört alles, was ein Mann geschaffen hatte, der für Frauen, Blumen, Feste und stickende Behag­lichkeit soviel Verständnis besaß. Die langen Reihen heller Kioske, die, von Blütenbeeten umringt, an den Ufern des Bosporus Aufenthaltsorte zärtlichen Glückes waren, fallen der Zerstörung anheim. Die Verachtung vernichtet auch die Stickerei und ihr Gewerbe - von ihr geht der Haß auf die Frauen über.

(aus "Harem - Erinnerungen der Prinzessin Djavidan Hanum, frühere Gemahlin des Khediven von Ägypten")

Der stickende Sultan gefällt mir, war aber leider nur eine Eintagsfliege und hat sich unter Sultanen nicht durchgesetzt. Ansonsten hätten wir heute wohl eine völlig andere islamische Welt.

Mittwoch, 31. August 2016

...

Drollig, sinnierte er, daß Menschen so oft berühmt werden durch irgend etwas, wofür sie niemals eingetreten sind. Die Kritik warf seinem Werk Mangel an Geistigkeit - ihm, dessen Werk von Philosophie und Menschenliebe durchdrungen war. Er war immer zwei Motiven gefolgt: der sichtbaren Fabel und der dahinter verborgen wirkenden Idee, die nur wenige wahrgenommen hatten. In Korea kam eines Tages ein Beamter zu ihm und bat ihn, sich auf dem Platz vor dem Hotel zu zeigen, wo sich die gesamte Einwohnerschaft versammelt hatte, ihn zu sehen. Er fühlte sich sehr geschmeichelt bei dem Gedanken , daß sein Ruhm bis in das ferne Korea gedrungen sei. Aber als er die Plattform bestiegen hatte, die für ihn errichtet worden war, fragte ihn der Beamte, ob er die Liebenswürdigkeit hätte, allen sichtbar sein künstliches Gebiß herauszunehmen. Da stand er nun, um eine halbe Stunde lang unter dem stürmischen Applaus der Menge sein Gebiß herauszunehmen und wieder einzusetzen.
(aus: "Zur See und im Sattel. Jack London - ein Leben wie ein Roman" von Irving Stone)

Letzter Zuckerguss

Nu sollte der ...
... link tun - hatte vorhin Kampf mit dem Anmelden...
bloedbabbler - Mo, 19:55
:-)
Ich glaube ja, da treffen momentan ein paar sehr unschöne...
bloedbabbler - Mo, 19:53
OK,
dann habe ich wohl wirklich etwas verpasst. Ich habe...
zuckerwattewolkenmond - Mo, 16:42
Klar,
ausschweifend geht überall, aber bei einem Text...
zuckerwattewolkenmond - Do, 18:25
Ich mag...
... ganz viele Vlogger. :-) Ist aber eine andere Form...
bloedbabbler - Do, 18:11
Ich guck das eigentlich
auch nicht und schon gar nicht wegen der Person. Aber...
zuckerwattewolkenmond - Do, 10:27
ich nehme an, die V-logger...
ich nehme an, die V-logger sind auch alle kurz vor...
g a g a - Mi, 23:39
Na ja,
wenn man mir vorwirft, ich wäre schuld an Ihrem...
zuckerwattewolkenmond - Mi, 00:32
Man könnte...
... fast meinen, sie kennen mich. Nun, kein Vollbart,...
bloedbabbler - Di, 23:29
Da können
wir uns ja die Hand reichen, denn mein Mißtrauen...
zuckerwattewolkenmond - So, 21:57
Ein großes Misstrauen...
Ein großes Misstrauen gegenüber Ärzten...
C. Araxe - So, 21:11
Hab gerade gesehen,
daß man gar kein prime braucht, um die Geisterakten...
zuckerwattewolkenmond - Mi, 21:39
Ich lache gerade. :-)
Wenn die ihre Glimmzüge machen, würde ich...
zuckerwattewolkenmond - Di, 14:12
In der Zeit...
... machen ihre Nachbarn unten auf dem Balkon vermutlich...
bloedbabbler - Di, 13:43
Türkis
ist auch sehr hübsch, aber leider gibt es die...
zuckerwattewolkenmond - So, 20:06
Falls Du beim Discounter
nochmal an dem Regal vorbeikommst, kannst Du mir ein...
Schreibman - So, 19:19
Mir geht es gerade auch...
bei Regen. Sitze den halben Tag auf dem Balkon (habe...
zuckerwattewolkenmond - Mi, 19:15
Ich mag den Geruch auch,...
... also den nach dem Regen. Ich mag aber auch schon...
bloedbabbler - Mi, 18:08
Also ich habe
diesbezüglich keine Alterseinschränkung bemerkt,...
zuckerwattewolkenmond - Fr, 01:19
für stinklangweilige...
für stinklangweilige Betrachtungen ein sehr kurzweiliger...
g a g a - Fr, 01:09

Meine Kommentare

OK,
dann habe ich wohl wirklich etwas verpasst. Ich habe...
weltentanz - Mo, 16:42
Klar,
ausschweifend geht überall, aber bei einem Text...
weltentanz - Do, 18:25
Ich guck das eigentlich
auch nicht und schon gar nicht wegen der Person. Aber...
weltentanz - Do, 10:27
Na ja,
wenn man mir vorwirft, ich wäre schuld an Ihrem...
weltentanz - Mi, 00:32
Wer weiß schon,
was die Kassiererin für einen schlechten Tag hatte....
lamamma - Di, 13:05
Da können
wir uns ja die Hand reichen, denn mein Mißtrauen...
weltentanz - So, 21:57
Herzlichen Glückwunsch!
Da kann man sich doch gleich mal mit einem neuen Teil...
Pummelfee - Do, 14:44
Hab gerade gesehen,
daß man gar kein prime braucht, um die Geisterakten...
weltentanz - Mi, 21:39

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