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Freitag, 3. Februar 2006

Eigentlich....

wollte ich nur meinen 1&1-DSL-Vertrag kündigen. Eigentlich. Inzwischen habe ich mich im mehr als unübersichtlichen Servicemenü durch hunderte von Seiten geklickt, in denen man mich ausfragte, warum, weshalb, wieso und mich aufforderte mir doch die tollen Angebote anzuschauen und nicht zu gehen. Endlich auf die letzte Seite gelangt, war ich aber noch lange nicht fertig. Ich erhielt nur einen Authentifizierungs-Code, welchen ich an einer bestimmten Telefonnummer durchgeben soll. Doch auch das ist noch nicht alles, denn danach erhalte ich erstmal ein Formular, auf welchem ich die Kündigung schriftlich bestätigen und das ich an eine Faxnummer faxen soll.
Haben die noch alle Tassen im Schrank? Aber nach einer Faxnummer oder einer Adresse, an die ich eine stinknormale Kündigung schicken kann, suche ich natürlich vergeblich, denn diese Faxnummer ist streng geheim und wird nur nach einem sinnlosen Mail- und Telefonmarathon ausgeliefert. Mir tut es fast schon leid, dass ich als Kündigungsgrund einen günstigeren Tarif angegeben habe. Inzwischen tendiere ich mehr zu Support- und Service-Missgefallen, zumal ich auch schon einige andere "nette" Erlebnisse mit dem, was sich Service nennt, hatte.

Donnerstag, 2. Februar 2006

Traue niemandem, vor allem nicht der Wikipedia

Die Wikipedia ist eine offene Enzyklopädie im Internet, in der jeder sein Wissen einbringen und Artikel schreiben oder ändern darf. Wie ich gerade in einem Fernsehbericht erfahren musste, wurde dies von US-Abgeordneten missbraucht, um ihre eigenen Biographien zu schönen oder andere Abgeordnete in deren Biographien anzuschwärzen. Dafür wurden sogar Praktikanten beschäftigt. Nun ja, ich glaube, was amerikanische Politiker können, können deutsche Politiker schon lange. Auch Einträge zu historischen Ereignissen wurden bereits in Hinblick auf politische Richtungen "gefälscht".

Warum überrascht mich das aber nun irgendwie überhaupt nicht? Ehrlich gesagt habe ich mir stets, wenn ich die Wikipedia besuchte, schon sowas in der Art gedacht. Deshalb bin ich auch entsprechend vorsichtig mit den Informationen umgegangen, denn ich fragte mich immer "Wer kontrolliert eigentlich, ob das auch stimmt, was hier steht?" und "Kann man auch sicher sein, dass es immer und rechtzeitig jemandem auffällt, wenn etwas nicht korrekt ist?"

Nun gibt es ja diverse Themen, bei denen es eine absolute Wahrheit nicht gibt. Gerade auch bei den politisch so interessanten historischen Themen vermengen sich überlieferte Fakten oft mit auf ihnen aufgebauten Thesen, die entweder mehr oder weniger oder auch gar nicht gesellschaftlich anerkannt sind. Das Gefährliche sind jedoch nicht Thesen an sich, sondern nur eine Verfahrensweise, bei welcher diese nicht als solche gekennzeichnet werden, sondern als vorgegebene und selbstverständliche Wahrheit dargestellt werden. Eine Verfahrensweise, die mir im übrigen aus meinen Schulbüchern nur allzu gut bekannt ist. Und eine Verfahrensweise, welche gerne völlig unwissentlich von Unwissenden angewendet wird, denen man noch nicht einmal ein Vorwurf deshalb machen kann, weil sie glauben etwas zu wissen, was ihnen eingetrichtert wurde, dass sie es wissen. Das Internet bietet nur ein paar Mausklicks entfernt eine Informationsfülle, von der man früher nur träumen konnte oder für die man durch die Bibliotheken sämtlicher Länder pilgern musste. Doch mit der Fülle wächst auch das Chaos - also seid wachsam und wehret den Anfängen jeder Gehirnokkupation! ;o)

...

Eisiger Wind hatte den tropfenden Tau alten Schnees zu bizarren Formen gefrieren lassen. Buchstaben und Schneeflocken tanzen vor meinen Augen. Das Bahnhofsdach. Ein leises Beben unter meinen Füßen. Es zieht sich hinauf bis in den Magen. Leicht nur, unmerklich. Schwankender Boden. Der Zug kann nicht mehr fern sein. Langsam kommt das Ungetüm gekrochen. Aber es schnauft nicht, nein. Das Zeitalter der Drachen ist vorüber. Widerstrebend hält das gestreifte Untier an. Eine Luke öffnet sich. Zwei Augen richten sich spitzbübisch auf mich herab. Der Zugbegleiter. So nennen sie sich wohl heute.
„Da denkt man, man hat Feierabend, und dann so was!“
Ich grinse höflich und beschließe, diese Bemerkung keinesfalls als eine Ausladung zu betrachten. Nur hereinspaziert. Enge Zugluft. Kabinenmief. Schnell bugsiere ich den Koffer auf eine der Ablagen über meinem Kopf. Rotäugig grüsst die untergehende Sonne durch die verschlossenen Fenster. Stille Freude kribbelt in meinen Adern. Dies eine vertraute Gesicht begegnet mir stets auf das neue, überall, egal wo ich bin. Heimat.
Der Zug setzt sich schweigsam in Bewegung. Ein Geisterzug. Gibt es das? Wie Geisterschiffe nur toter. Heimlich ziehe ich die Sonne hinter mir her. Ein Papierdrachen. Die Leine lang lassen.
Konturen verschwinden. Luft kräuselt sich in lautlosen Wellen. Hunderte Kilometer entfernt schwappt ein Zweig auf grünem Wasser. Ein Kind warf ihn hinein. Rannte fort durch den Sand, zu den krummen Tannen, sturmgebeugt.
„Warst du wieder am Strand?“ fragt die Mutter. Das Kind nickt. Herzensschwer. Spürt die Kindheit gehen. Eine Ahnung von Leid. Heißer Kakao kriecht dampfend in die Luft. Was bleibt sind die Klänge, sind die Gerüche, sind die Farben. Alles übrige ändert sich.
Ein Mann, jung und blondhaarig, auf der anderen Seite des Ganges. Vertrauter Fremder mit gleichem Ziel. Lehnt mit bequemer Lässigkeit in seinen Sitz und liest.
Schwarzer Dampf, schnaubend. Verweinte Frauen halten sich am Taschentuch fest. Männer ziehen in den Krieg. euphorisches Schlachtvieh. Der Sieg ist unser. Die richtigen Worte und der Massenwahnsinn nimmt seinen Lauf. Solche wissen, wie man mit Emotionen spielt. Alle Regierenden wissen das. Willige Herden. Mähääää!
Ich drücke mich tiefer in den verbrecherisch unbequemen Luxussitz. Würde mich gerne unterhalten jetzt. Woher des Weges? Wie war der Aufenthalt? Unverhoffte Muße. Willkommene Langeweile. Kostbare Antiquität aus früheren Zeiten.
Das Kind pustet in den heißen Kakao. Nichts zu tun mehr heute. Das Leben ist lang.

Mittwoch, 1. Februar 2006

Ich habe keine Ahnung, warum mir Bayer immer wieder per Mail....

....Einladungen zu Befragungen zum Thema Potenzstörungen schickt. Vor allem sind es stets genau dieselben Fragen. Aber wenn ich dafür evtl. eine CD von Robbie gewinnen kann, dann beantworte ich die doch gerne:

Wir hätten da eine Frage. Und Ihre Antwort wird belohnt.

Sehr geehrte Damen und Herren,

seit einiger Zeit versorgen wir Sie regelmäßig mit aktuellen Themen und wissenswerten News rund um das Thema Männergesundheit und Potenzstörungen.
Heute möchten wir Sie um ein paar Informationen bitten. Dazu müssen Sie lediglich die folgenden 4 Fragen beantworten und zurück senden.
Einsendeschluss ist der 15.02.2006.
Unter allen Einsendern verlosen wir 100 mal die neue Robbie Williams CD „Intensive Care“.

Vielen Dank,
Bayer Vital GmbH


Haben Sie wegen Potenzstörungen in der Vergangenheit bereits einen Arzt aufgesucht?

Ähm, nein.

Falls Sie bisher keinen Arzt aufgesucht haben, hatten Sie sicherlich bestimmte Gründe dafür. Welche waren das insbesondere?
Ja, genau. Ich habe nämlich gar keine.

Planen Sie in Zukunft wegen Potenzstörungen den Arzt aufzusuchen?
Weiß nicht. Man soll niemals nie sagen.

Welche Altergruppe sind Sie?
Wie gehabt.

Für Robbie tue ich doch alles.

Bestandsaufnahme - Dinge, die ich schon getan oder erlebt habe (in fett)

1. Einen One-Night-Stand gehabt
2. Für Sex bezahlt oder bezahlt worden
3. Sich über das Internet verliebt
4. Einen luziden Traum gehabt
5. Den nackten Hintern fotokopiert
6. Heimlich im Schwimmbad nackt gebadet
7. Einen Striptease vorgeführt
8. "Ich liebe dich" gesagt und so gemeint
9. Candlelight Dinner mit einem lieben Menschen gehabt
10. Ein Buch von Frater V.D. gelesen
11. Geheiratet
12. Ein Haus gekauft
13. Einen Baum gepflanzt
14. Kinder gezeugt
15. Geschieden worden
16. Eine Affäre gehabt
17. Im Regen geküsst
18. Im Regen getanzt
19. Heimlich in der Öffentlichkeit gevögelt
20. Ein Tamagotchi besessen
21. Sich verliebt und das Herz gebrochen bekommen
22. Jemandem das Herz gebrochen
23. Jemanden vergeblich geliebt
24. Jemanden geliebt, den man nicht lieben darf
25. Jemanden über 20 Minuten nonstop geküsst
26. Länger als einen Monat um eine alte Liebe getrauert
27. Hosenträger oder eine Latzhose getragen
28. In einem besetzten Haus übernachtet
29. Blumen von einem Fremden bekommen
30. Auf einer Demonstration von einem Wasserwerfer getroffen worden
31. Von den Eltern auf dem Polizeirevier abgeholt worden
32. Mit Pfeil und Bogen geschossen
33. Auf einem Pferd geritten
34. Mit einem Hundeschlitten gefahren
35. In einen Kampf verwickelt worden, weil man jemandem helfen wollte
36. Die Nacht durchgemacht und den Sonnenaufgang beobachtet
37. Eine Nacht unter freiem Himmel verbracht
38. Mond und Sterne durch ein Teleskop betrachtet
39. Einen Sternschnuppenregen beobachtet
40. Eine Sonnenfinsternis live gesehen
41. Mitternacht am Strand spaziert
42. Ein Tattoo machen lassen
43. Ein Piercing stechen lassen
44. Ein Intimpiercing stechen lassen
45. Eine Schönheits-OP gehabt
46. Im Restaurant zu Fremden gesetzt und mit ihnen gegessen
47. Ein gutes Gespräch mit einem Bettler geführt
48. Drogen genommen
49. Mit Drogen erwischt worden
50. Einen 800-Seiten-Roman gelesen
51. Bei einer TV-Show mitgespielt
52. In einem Film mitgespielt
53. Ein eigenes Buch geschrieben
54. Einen Artikel in einem großen Medium veröffentlicht
55. Auf einem Siegertreppchen gestanden (2. von 2)
56. Das eigene Bild in der Zeitung gesehen
57. Bei irgendeinem Wettbewerb den allerletzten Platz belegt
58. Etwas Wertvolles an einen dir Fremden mit Freuden verschenkt
59. Eine Musik-CD aufgenommen
60. Die CD-Sammlung alphabetisch sortiert
61. Über sechs Stunden lang PS2 gespielt
62. In einem Chor mitgesungen
63. Laut im Auto / Fahrrad / auf der Strasse unterwegs gesungen
64. Entdeckt, dass jemand Dein Blog kennt, der es nicht kennen sollte
65. Einen von dir geschriebenen Artikel auf einer fremden Internetseite vorgefunden
66. Mit Kleidern aus Plastiktüten durch die Stadt gelaufen(Waren allerdings keine Plastiktüten, sondern alte Zeitungen)
67. Ein völlig neues Leben in einer anderen Stadt begonnen
68. In ein anderes Land gezogen dessen Sprache du noch nicht kanntest
69. Die Haarfarbe gewechselt
70. Den Namen gewechselt
71. Das Geschlecht gewechselt
72. Ein Tier selber geschlachtet
73. Einmal bei einer Ernte in der Landwirtschaft geholfen
74. Einen Berg bestiegen

75. Die Nordlichter gesehen
76. Ein Weltreise gemacht
77. Eine Wildwasserfahrt mitgemacht
78. Mit einem Rucksack und zu Fuss herumgereist
79. Den Tampon nicht wieder rausgekriegt (für Jungs: ein anal eingeführtes Sexspielzeug nicht wieder rausgekriegt)
80. Dorthin gereist, wo du schon immer mal hin wolltest
81. (Fallschirm gesprungen) Gleitschirm geflogen
82. Bungee-Jumping gemacht
83. Gläserrücken gemacht
84. Mit einem Heißluftballon gefahren
85. Tauchen gewesen
86. Süchtig nach einer TV-Serie gewesen
87. Bei einer religiösen Zeremonie unangenehm aufgefallen
88. In einem aktiven Kriegsgebiet gewesen
89. Mit einer scharfen Schusswaffe geschossen
90. Auf einem Kreuzfahrtschiff gereist
91. Mehr als eine Fremdsprache gelernt
92. Eine Fahrradtour gemacht
93. Ein Feuer ohne Streichhölzer und Feuerzeug angemacht
94. Die beste Freundin/Freund verloren
95. Im Winter in einem natürlichen Gewässer gebadet
96. Deine Festplatte formatiert ohne dass es Absicht war
97. Jemandem das Leben gerettet
98. Von jemandem ausgenutzt worden ohne es zu merken
99. Zur Starwars Trilogie oder den Episoden nicht ins Kino gegangen

(Liste bei X-chen geklaut )

Dienstag, 31. Januar 2006

...

Rauhreifgeschmückt,
nach innen scheint der Blick,
der Leidenschaften denkend
- zerronnen wie der Schnee -
weit entrückt in stiller Flucht,
verlassen ist was war,
durchschritten alle Höllen

Sonntag, 29. Januar 2006

...

Das ist doch einmal etwas, aus dem sich etwas lernen lässt.
(Mozart über die Musik von Johann Sebastian Bach)

...

"Natürlich sind meine Filme brutal, sie sind halt echte Tarantino-Werke. Man geht ja auch nicht auf ein Metallica-Konzert und verlangt, dass die Idioten auf der Bühne die Musik leiser machen."
(Quentin Tarantino - Regisseur und Master of Trash)

Von Rührteig und Eierpampe

Letztens nahm ich mir aus dem Supermarkt so einen Fertigteig für Marmorkuchen mit, den man mitsamt der Alu-Backform nur noch in den Backofen schieben muss. Ich hab sowas bisher noch nicht ausprobiert, aber heute dachte ich bei mir, ich werde mir zum Nachtisch und als Proviant für die lange Twin Peaks-Nacht mal einen richtig frischen Marmorkuchen machen.
Als ich die Folie anzog, klebte an ihr ziemlich viel von dem flüssigen Teig, weshalb ich einen Löffel nahm, den Teig abkratzte und kurzerhand in meinen Mund beförderte. Danach konnte ich mich kaum noch bremsen und hätte am liebsten die ganze Backform sofort leer gelöffelt. Nur mit übermenschlicher Willensanstrengung gelang es mir, mich loszureissen und die Schüssel mit dem Teig in den Backofen zu feuern, denn den Teig "roh" aufzuessen war ja eigentlich nicht der Sinn der Sache.

Ich weiß gar nicht, wie lange ich schon keine Teigschüssel mehr ausgekratzt habe, so wie ich das früher bei meiner Mutter durfte. Kuchen backe ich selbst so gut wie nie. Deshalb erinnerte mich der Geschmack des Teiges auch so sehr an meine Kindheit und daran, wie gerne ich Teig genascht habe. Dies ging sogar so weit, dass ich mit ca. 4-5 Jahren, als meine Mutter leider, wie ich fand, viel zu selten Kuchen backte, mir versuchte selbst den Teig zusammenzurühren, um ihn dann aufzuessen. Ich nahm mir dazu eine grosse Tasse und mischte in ihr Mehl, ein Ei, Margarine und was ich sonst noch meinte, was in Teig hineingehört. Natürlich schmeckte die Pampe absolut widerlich, es war der reinste Mehlkleister geworden. Deshalb stellte ich die Tasse in meinen Nachtschrank und ließ sie dort vergammeln. Nach einigen Monaten fand sie meine Mutter und zog es vor, sie mitsamt des Inhalts in den Müll zu befördern.

Ich jedoch wandte mich darauf lieber wieder meinem Spezialgebiet der Eierpampenherstellung zu, in welchem ich es mit intuitiver Rafinesse, durch Ausprobieren von Mischungen verschiedener Sand- und Erdarten und unter Hinzufügen von allen möglichen auf Hof und Strasse auffindbaren Substanzen zur wahren Meisterschaft brachte. Den vorläufigen Gipfel meines Schaffens bildete ein Eierpampen-Hochwurf-Contest, nach welchem meine von mir persönlich entworfenen und auch den anderen Kindern zur Verfügung gestellten Eierpampen-Knödel (die als Geheimzusatz eine nicht unerhebliche Menge Mörtelstaub von jenem Platz enthielten, auf welchem vor nicht allzu langer Zeit Baustoffe gelagert hatten) über Jahre hinweg mehrere Meter hoch an der Wand unseres Wohnhauses kleben blieben und ihnen dort selbst Regen, Wind und Wetter nichts anhaben konnten.

Samstag, 28. Januar 2006

Ulysses - ein Selbstversuch mit Folgen oder die Kunst, einen Berg zu besteigen - Tag 11 - Seite 392-418

Verlanghinsterbende Klänge kumulieren jenseits von Bronze und Gold zu einer famosen Furz-Arie und transmigrieren so zu bloomigen Düften. Windbloomelein sang.

Eselshäute. Werden durchs Leben geprügelt und nach dem Tode gedroschen.

Tagesfazit: Wie gut, dass es kein Geruchs-Lesen gibt!

Freitag, 27. Januar 2006

Ulysses - ein Selbstversuch mit Folgen oder die Kunst, einen Berg zu besteigen - Tag 10 - Seite 367-391

Ich habe es versucht. Ich habe es wirklich versucht. Jeden Abend das Buch mit ins Bett genommen, um noch ein wenig darin zu lesen. Leider hat genau dieses bronzefarbene Goldkapitel eine, dem Schlaflied nicht unähnliche, enorm einschläfernde Wirkung auf mich. Das hat zur Folge, dass mir spätestens nach einer halben Seite die Augen zufallen und ich oft bis zum frühen Morgen mit dem Buch an meiner Seite nächtige. Puschel ist schon ganz eifersüchtig, weil ich jetzt lieber mit Joyce kuschle statt mit ihr. Für große Literatur sollte man halt ausgeschlafen sein und keine schweren Arbeiten verrichten müssen. Auch nervende Chefs sind für das Kunstverständnis alles andere als zuträglich.

Verlanghinsterbender Klang.

Tagesfazit: Sonnambula

...

Krumm kommen alle guten Dinge ihrem Ziele nahe. Gleich Katzen machen sie Buckel, sie schnurren innewendig vor ihrem nahen Gluecke,—alle guten Dinge lachen.
(Nietzsche)

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Strahlend und unvergänglich ist die Weisheit des Schöpfers.
Sie wird von denen erkannt, die sie suchen und lieben.

(Sprüche Salomos 6.13)

Donnerstag, 26. Januar 2006

...

Hab den ZDF-Persönlichkeitstest mitgemacht und entpuppte mich als Beziehungstyp "Treue Seele" dicht gefolgt mit nur einem Punkt Unterschied vom "Fels in der Brandung".
Na ja, als östlicher Hund mit westlicher Löwenseele war das wohl abzusehen. Den "Brodelnden Vulkan" hab ich mir eh schon längst abgeschminkt.

Im ARD lief dagegen die Mozart-Show. Ich frag mich immer, was Mozart wohl so populär macht. Die PR-Maschine läuft jedenfalls bestens. Warum nicht Bach? Ich liebe Bach. Aber ok, feiern kann man mit Bach wohl nicht so ausgelassen wie mit Mozart.

Mittwoch, 25. Januar 2006

Geruchsfragen

Ich bin stolz auf mich. Nützt aber nichts. Habe mich heute noch nach der Arbeit aufgerafft, um die Decke zu weißen und bin einmal über alle 8 qm drüber. Reicht aber nicht, ich muss noch eine Dose Farbe holen und einen Zweitanstrich machen. Wär ja auch zu schön gewesen, fertig zu sein.

So auf der Leiter fiel mir ein, dass die stellvertretende Vorgesetzte heute meinte, als sie in mein Büro kam, dass es bei mir so schön nach knackfrischen Brötchen riecht. Ich habe sie etwas entgeistert angeschaut, da bestimmt bis in einige Kilometer Entfernung kein frisches Brötchen in Reichweite war. Aber sie meinte es ernst und behauptete, es sei als komme man an einem Bäckergeschäft vorbei, wo der Duft nach frischen Brötchen herauszieht und man sich am liebsten gleich welche kaufen möchte. Ich versicherte ihr, dass ich nirgendwo Brötchen versteckt habe, sondern nur zwei eingepackte Hanuta-Schnitten als Eßbares in der Schublade lagern. Seltsam, was Leute so alles riechen. Das erinnerte mich an meine ehemalige Kollegin, die sich immer freiwillig anbot, meine Lederjacke in den Schrank zu hängen, um dann daran zu schnüffeln. Sie erklärte dauernd, dass die Jacke so gut riechen würde. Ledergeruch ist sicher auch nicht unangenehm, aber so süchtig bin ich danach nicht, dass ich an fremden Jacken schnüffeln muss. Ich reagiere ja im ersten Moment immer etwas skeptisch auf solche Bemerkungen, weil ich zu allererst annehme, dass man mir durch die Blume irgendwas sagen möchte. Hat das Deo versagt? Hab ich Mundgeruch? Muss ich meine Klamotten wieder waschen? Schreck lass nach und im Blitztempo alles durchchecken. Wer will schon gerne unangenehm auffallen. Doch wenn jemand immer wieder freiwillig an meiner Jacke schnüffelt, kann es wohl tatsächlich nicht unangenehm sein.

Einer meiner Ex-Freunde hatte immer einen sehr typischen strengen Geruch, der von einem ganz perversem Weichspüler herrührte, welchen seine Mutter ständig für die Wäsche benutzte. Der Geruch hatte fast was von altem Schweiß, nur ein bißchen künstlicher. Damals hat mich das nicht so sehr gestört, aber gerade frage ich mich, ob das tatsächlich Weichspüler war oder er mir das nur erzählt hat, und ich das in meiner Naivität auch noch geglaubt habe. Aber ich denke, zu jemandem, der seine Klamotten vor dem Schlafengehen zu einem Päckchen von 30 x 30 cm packt, passt das nicht wirklich.

...

Mit den alten Goettern gieng es ja lange schon zu Ende:—und wahrlich, ein gutes froehliches Goetter−Ende hatten sie!
Sie “daemmerten” sich nicht zu Tode,—das luegt man wohl! Vielmehr: sie haben sich selber einmal zu Tode—gelacht!
Das geschah, als das gottloseste Wort von einem Gotte selber ausgieng,—das Wort: “Es ist Ein Gott! Du sollst keinen andern Gott haben neben mir!”—
—ein alter Grimm−Bart von Gott, ein eifersuechtiger vergass sich also:
Und alle Goetter lachten damals und wackelten auf ihren Stuehlen und riefen: “Ist das nicht eben Goettlichkeit, dass es Goetter, aber keinen Gott giebt?”
Wer Ohren hat, der hoere.—

(Nietzsche)

Dienstag, 24. Januar 2006

...

Die Macht, die ihr unfehlbar glaubt,
ist die, die euch das Denken raubt.

(Erich Limpach (1899 - 1965), deutscher Dichter, Schriftsteller und Aphoristiker)

Die Hex'

Hinterm Baum
da hockt und lockt sie,
ein Schatten nur
ein schwarzes Kleid
Und ihre Nase,
die erschrecklich
ziert eine Warze,
dunkelrot