Heute rief mein Kumpel an. Erst hielt er mir 15 Minuten lang einen wissenswerten Vortrag über Glasfaserkabel, weil ich unvorsichtigerweise in Zusammenhang mit seiner Arbeit die Bemerkung machte, dass ich den Begriff zwar kenne, aber nicht wirklich weiß, was das ist. Leider hatte ich dabei vergessen, dass er Fachmann ist. Ich gebe zu, dass ich nur die ersten 5 Minuten zugehört habe. Danach erzählte er mir, dass es "unsere" Diskothek, welche wir vielleicht einmal im Jahr besucht haben, nicht mehr gibt. Das ist etwas, dass mich ziemlich ankotzt, denn auch, wenn wir inzwischen stark gealtert und wohl deshalb nur noch selten auf der Piste zu finden sind, hatte man doch für etwaige Übermutsanfälle einen Zufluchtsort. Aber kaum hat man mal ein Lokal gefunden, in dem man sich nicht wie beim Kinderschubsen fühlt und die Musik stimmt, ist es auch schon wieder weg. Außerdem erzählte er mir, dass man Fliesen nicht nur an die Wand kleben kann, sondern auch auf eine, an einen Lattenrost befestigte leichte Wand, wo man dann nur den Lattenrost an der Wand befestigt, falls der Vermieter nicht fliesen möchte. Sowas habe ich bisher noch nie gehört. Er hat mir auch angeboten, mir das für die Küche zu machen, mal schauen, vielleicht wäre das ja wirklich eine gute Idee. Aber die Küche kommt ganz zum Schluss dran und bis dahin vergeht noch viel Zeit. Morgen kommt erstmal mein neuer Kleiderschrank, weshalb ich heute in mich gehen und ein paar Stoßgebete zum Himmel schicken werde, dass diesmal alles unversehrt ist und nicht wieder so ein Reklamationsmarathon beginnt.
Außerdem erhielt ich mal wieder einen Brief von einer gewissen Gedichte-Bibliothek. Ich habe ja so langsam schon ein richtig schlechtes Gewissen, weil ich deren dickbäuchige Gedichtsammlungen nicht kaufe und kein Lyrik-Fernstudium belege. Auch diesmal wollen sie mich locken, mit einem vierwöchigem kostenlosen Schnupperkurs, einem 100 Euro-Scheck und der Aussage: "Beginnen Sie das vielleicht größte Abenteuer Ihres Lebens: Werden Sie Dichter!"
Also ich weiß ja nicht. Wenn ich wirklich große Abenteuer erleben will, fallen mir ganz andere Dinge ein. Selbst Fotografieren erscheint mir da noch abenteuerlicher, bzw. zumindest das, was man dabei erlebt. Gegen 100 Euro hätte ich dagegen nichts einzuwenden, doch wenn ich danach für jeden Monat Fernstudium 110 Euro berappen muss, habe ich nicht wirklich ein gutes Geschäft gemacht. Und überhaupt, wenn ich unbedingt Kritik für meine lyrischen Ergüsse will, kann ich sie mir genauso gut in der Leselupe oder ähnlichen Foren holen. Dort krieg ich sie umsonst. Doch letztendlich hat mir das so und so noch nicht viel gebracht, weil nämlich eigene Gedichte, in welchen andere "herumgepfuscht" haben, und seien sie noch so verbesserungsbedürftig gewesen, immer ein ungutes Gefühl bei mir hinterlassen. Es ist ungefähr das gleiche Gefühl, als müsste ich meine allerliebsten Lieblingspralinen mit jemandem teilen und sehe sie eine nach der anderen in dessen Schlund verschwinden. Da verstecke ich meine Lieblingspralinen doch lieber dort, wo sie niemand findet.
Pilchern mit saftigem Abgang. Was ich schon immer über Männer/Frauen wissen wollte.
Unter anderem weiß ich jetzt auch, wodurch die Missverständnisse zwischen Männern und Frauen entstehen - Frauen denken in vollständigen Sätzen, während echte (?) Männer ihrer Meinung nach überflüssige Satzteile gerne weglassen. Wohl ein Überbleibsel der menschlichen Entwicklungsgeschichte. Denn wenn ein urzeitlicher Jäger einem angriffslustigen Säbelzahntiger begegnete und seinen inneren Monolog etwa in dieser Art abhielt: "Oh, da ist ein Säbelzahntiger! Es sieht ganz so aus, als wolle er mich angreifen. Da muss ich auf der Hut sein. Dieser Säbelzahntiger würde aber durchaus einen schönen Bettvorleger abgeben. Dieses aparte Muster und diese leuchtenden Farben. So einen Bettvorleger hat nicht einmal der Heini von der Erna. Dabei gibt der immer so an mit seiner exklusiven Luxushöhle. Vielleicht könnte man sich daraus ja auch eine neue Pelzjacke machen. Sowas hat nicht jeder. Und die ist bestimmt kuschelig warm. Wo habe ich denn meinen Speer gelassen? Und was macht eigentlich der ganze Kram hier in meiner Felltasche?", so konnte er sich sicher sein, dass ihm spätestens beim dritten Satz der Säbelzahntiger im Nacken sitzt. Ein richtiger Jäger, der in der Lage sein wird, seine Gene weiterzuvererben, denkt beim Anblick eines angriffslustigen Tigers nur:"Tiger! Er oder ich! Töten!"
Aber es lag eine unendliche Fülle von Erbarmen in jenen Augen, und so winkte auch ihm wohl ein Wort der Verzeihung, selbst wenn er ein Sünder war und in die Irre gegangen und ruhelos gewandert.
Tagesfazit: *die Häkeldeckchen bügeln geht*
Umgangssprachlich oft in Form einer Aufforderung gebraucht: "Sieh zu, dass du Land gewinnst!"
Diese Aufforderung soll in einer halbwegs höflichen Umschreibung andeuten, man möchte sich doch bitte und unverzüglich ein anderes Stückchen Erde suchen, auf das man seine Füße setzt, je eher und je weiter weg, desto besser. Auch wenn diese Aufforderung für sich alleine harmlos klingt, so schwingt in ihr doch meist eine versteckte Drohung mit, deren Umfang und Gefährlichkeit der Aufgeforderte nur der Körpersprache und der Tonlage des Auffordernden entnehmen kann. Hier gilt es klug zu entscheiden, wo einem das schrecklichere Schicksal droht, denn da Landbesetzungen in der Geschichte stets oder fast immer mit kriegerischen Auseinandersetzungen verbunden waren, reichte es also nicht aus, sich irgendwo anders niederzulassen, sondern man musste das fremde Land erst siegreich erobern, indem man blutige Schlachten gewann.
Auch in einer zweiten Bedeutung werden diese Worte gerne verwendet, wie zum Beispiel: "Erst nach der dritten Aufgabe der Klausur dämmerte mir langsam, was von mir verlangt wird, und ich gewann wieder Land unter den Füßen."
Hier soll die Phrase andeuten, dass man des Bodens unter den Füßen verlustig gegangen war und in einem abgründigen, stürmischen Meer ziel- und orientierungslos herumtrieb, bis man sich mit allerletzter Kraft wieder an das sichere Ufer retten konnte.
Zu guter Letzt soll es aber tatsächlich Leute geben, die ihren Landbesitz einer Tombola zu verdanken haben.
Sehr amüsante Art, Geschichte satirisch zu erleben. Eine Baumhochzeit, das Kriegsmarine-Glaubensbekenntnis, Queen Victoria und ihr größtes Laster, der indianische Staatsbesuch, wie man zum Apostel wird und von den Gefahren, denen man als Apostel der Liebe ausgesetzt ist, eine Keksdose, die ein Erdbeben auslöst und die anschließende Himmelfahrt des geheiligten Bloom.
Sie glauben an Stock den Marterer, den allmächtigen, Schöpfer der Höllen auf Erden, und an Jan Maat, seinen angebundenen Sohn, unsern Hörigen, der empfangen ist von geilem Gespreiz, geboren von der Hundsau Marine, gelitten unter Peng uff die Latte, das Kreuz ihm zerdroschen und voll Narben, niedergefallen mit Brüllen, am dritten Tage wieder auferstanden von der Koje, auf in die Wanten zu klimmen, schwitzend als Knecht des Stockes, der allrächenden Marter, von wannen ihm frommen wird nichts mehr, lebendig wie im Tode.
Tagesfazit: Köstlich. Möge dein Schatten niemals kürzer werden.
Der Ganzhirn-Typ (der Ausgeglichene)
Der Ganzhirn-Typ ist zumeist unauffällig bescheiden. Ihm gehen die extremeren Ausprägungen, die hervortretenden charakteristischen Eigenschaften der starken Hirnhälften-Betonung ab. Er ist kreativ, denn Kreativität entsteht immer beim Einsatz aller geistigen Möglichkeiten, logisches Denken also Linkshirnaktivität, aber auch Visionen und räumliches Denken also rechtshirnaktiviert sind nötig. Weil diese Fähigkeiten in einem untrainierten Menschen harmonisch ausgeprägt sind, ist es unumgänglich verschiedene Hirntypen für Projektgruppen auszuwählen. Immer mehr Firmen machen sich diese Erkenntnis zu Nutzen. Durch das Lesen dieses Buches wird den meisten schon klar, welche der beiden Hirnhälften er dominant verwendet.
Die Inhalte sind entnommen aus dem Kurzbuch: PcE-MindMorphing System™, die Wurzeln unseres Verhaltens, IPN-Eigenverlag. Das Kurzbuch ist gratis, Sie können es von www.ipn.at downloaden.
Hier geht's zum Test
Ab der Geisterbeschwörung und dem Hinrichtungsbericht wird es wieder interessanter und vor allem auch ulkig. Habe mich diesmal erneut köstlich amüsiert.
Sämtliche Damen im Publikum wurden mit einem geschmackvollen Andenken an das Ereignis in Gestalt einer Brosche beschenkt, welche einen Totenkopf mit gekreuzten Knochen zeigte, ein passender und großzügiger Akt, der einen frischen Gefühlsausbruch hervorrief.....
Tagesfazit: Abgefahren
Denksporttest
Sie haben 23 von 30 Fragen richtig beantwortet!
Herzlichen Glückwunsch! Ihr Ergebnis liegt im 91. Perzentil. Das bedeutet, dass von 100 Tickle Mitgliedern, die diesen Test mit Ihnen gemacht haben, 90 Prozent schlechter abgeschnitten haben als Sie (im Durchschnitt).
Bei der weiteren Analyse Ihrer Testergebnisse haben wir zudem herausgefunden, dass Ihr sprachlich-mathematisches Verständnis besser ausgeprägt ist als das der meisten anderen Kandidaten. Dieses Resultat weist auf außergewöhnlich hohe Fähigkeiten in der Erkennung numerischer Zusammenhänge in Wort und Schrift sowie damit verbundener Problemstellungen hin. Ihre Kompetenz ist besonders überragend in der Umsetzung von Worten in Zahlen. Dies ist äußerst hilfreich bei der Bewältigung ganz alltäglicher Probleme. Wenn eine Lösung zu einer eher vagen Angelegenheit ausdiskutiert wird, so gelangen Sie eher als andere zu einer eindeutigen Antwort, auch wenn irrelevante Details dies erschweren.
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Karrieretest
Ihr Karrierepersönlichkeitstyp lautet: IHFW.
Sie sind ausgeglichen und messen sowohl Ihrem Arbeits- als auch Ihrem Privatleben gleich viel Bedeutung bei. Sie bemühen sich, ein bestimmtes kulturelles Niveau in Ihrem Leben beizubehalten und würden deswegen niemals eine interessante Arbeit für eine andere aufgeben, nur weil diese besser bezahlt wäre. Sie haben viel Energie und können sich rasend schnell an neue Situationen anpassen, deswegen suchen Sie auch stets nach Arbeit, die abwechslungsreich ist. Sie lieben Arbeit, die Ihnen direkten Umgang mit Menschen verschafft, die Ihre Hilfe brauchen, egal in was für einer Form. Sie ziehen es vor, den Moment zu genießen und wissen zu schätzen, was das Leben jetzt zu bieten hat. Die Zukunft ist ungewiss und interessiert Sie nicht so sehr, wie das Jetzt. Sie sind sich Ihrer Fähigkeit bewusst, sich allem anpassen zu können, egal was auch kommen mag. Daher sehen Sie der Zukunft gelassen entgegen.
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Berufstest
Ihre beruflichen Stärken: Kreativ und Analytisch!
Viele Menschen halten Sie für einen Visionär, der über den Tellerrand blickt und ungewöhnliche Ideen entwickelt. Sie sind nicht unbedingt kreativ im künstlerischen Sinne, sondern eher aufgrund Ihrer Fähigkeit, neue Ansätze und Lösungen zu alten Problemen zu liefern. Manchmal kommt es vor, dass Ihre Kollegen Ihre unternehmerische Fantasie und Ihre großartigen Talente nicht gleich erkennen.
Vielleicht beneiden sie Sie sogar insgeheim oder halten Ihre Ideen für zu unkonventionell. Gegen den Strom zu schwimmen ist eben nicht jedermanns Sache! Die Menschen finden es manchmal schwer, Sie einzuordnen. Deshalb brauchen Sie mehr als alle anderen ein Job, in dem Sie Ihre Stärken ausspielen, sich von der Masse abheben und mit Ihren Ideen brillieren können.
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Lektüretest
Mit interessanten Sachbüchern sind Sie immer top informiert!
Es sieht ganz so aus, als hätten Sie in letzter Zeit genug mitreißende Romane verschlungen (oder Aufregendes erlebt) und sehnten sich nun nach etwas nüchterner Lektüre. Warum auch nicht? Der Herbst ist die ideale Jahreszeit, um sich mit einem tollen Ratgeber zurück zu ziehen und sich weiter zu bilden oder neue, interessante Dinge zu lernen. Möchten Sie auf Ihrem nächsten Fest von jedermann um Ihre raffinierten Hors d'œvres beneidet werden? Wollten Sie nicht schon immer mal wissen, wie Sie Ihr Leben vereinfachen können oder wie Sie Ihre Zeit am sinnvollsten nutzen können? Dann sind Sie beim Sachbuch genau richtig!
Wir empfehlen Ihnen Heute beginnt der Rest Deines Lebens von Stefan Boëthius und Hansruedi Zellweger.
Im Moment verspüre ich tatsächlich wieder ein stärkeres Bedürfnis nach Sachbüchern, die ich ja sowieso sehr viel lieber und öfter lese. An mitreißenden Romanen kann das aber wohl nicht liegen.
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Die Zeit schrumpft alles, man muss ihr nur genug Zeit lassen.
(von mir)
Der Glaube kommt aus dem Herzen. Die Vernunft muß ihn festigen. Glaube und Vernunft sind nicht Gegenkräfte, wie manche Leute meinen. Je tiefer der Glaube ist, um so mehr schärft er die Vernunft. Wenn der Glaube blind wird, stirbt er.
(Mahatma Gandhi (1869-1948), ind. Rechtsanwalt, Führer d. ind. Befreiungsbewegung)
wollte ich nur meinen 1&1-DSL-Vertrag kündigen. Eigentlich. Inzwischen habe ich mich im mehr als unübersichtlichen Servicemenü durch hunderte von Seiten geklickt, in denen man mich ausfragte, warum, weshalb, wieso und mich aufforderte mir doch die tollen Angebote anzuschauen und nicht zu gehen. Endlich auf die letzte Seite gelangt, war ich aber noch lange nicht fertig. Ich erhielt nur einen Authentifizierungs-Code, welchen ich an einer bestimmten Telefonnummer durchgeben soll. Doch auch das ist noch nicht alles, denn danach erhalte ich erstmal ein Formular, auf welchem ich die Kündigung schriftlich bestätigen und das ich an eine Faxnummer faxen soll.
Haben die noch alle Tassen im Schrank? Aber nach einer Faxnummer oder einer Adresse, an die ich eine stinknormale Kündigung schicken kann, suche ich natürlich vergeblich, denn diese Faxnummer ist streng geheim und wird nur nach einem sinnlosen Mail- und Telefonmarathon ausgeliefert. Mir tut es fast schon leid, dass ich als Kündigungsgrund einen günstigeren Tarif angegeben habe. Inzwischen tendiere ich mehr zu Support- und Service-Missgefallen, zumal ich auch schon einige andere "nette" Erlebnisse mit dem, was sich Service nennt, hatte.
Die Wikipedia ist eine offene Enzyklopädie im Internet, in der jeder sein Wissen einbringen und Artikel schreiben oder ändern darf. Wie ich gerade in einem Fernsehbericht erfahren musste, wurde dies von US-Abgeordneten missbraucht, um ihre eigenen Biographien zu schönen oder andere Abgeordnete in deren Biographien anzuschwärzen. Dafür wurden sogar Praktikanten beschäftigt. Nun ja, ich glaube, was amerikanische Politiker können, können deutsche Politiker schon lange. Auch Einträge zu historischen Ereignissen wurden bereits in Hinblick auf politische Richtungen "gefälscht".
Warum überrascht mich das aber nun irgendwie überhaupt nicht? Ehrlich gesagt habe ich mir stets, wenn ich die Wikipedia besuchte, schon sowas in der Art gedacht. Deshalb bin ich auch entsprechend vorsichtig mit den Informationen umgegangen, denn ich fragte mich immer "Wer kontrolliert eigentlich, ob das auch stimmt, was hier steht?" und "Kann man auch sicher sein, dass es immer und rechtzeitig jemandem auffällt, wenn etwas nicht korrekt ist?"
Nun gibt es ja diverse Themen, bei denen es eine absolute Wahrheit nicht gibt. Gerade auch bei den politisch so interessanten historischen Themen vermengen sich überlieferte Fakten oft mit auf ihnen aufgebauten Thesen, die entweder mehr oder weniger oder auch gar nicht gesellschaftlich anerkannt sind. Das Gefährliche sind jedoch nicht Thesen an sich, sondern nur eine Verfahrensweise, bei welcher diese nicht als solche gekennzeichnet werden, sondern als vorgegebene und selbstverständliche Wahrheit dargestellt werden. Eine Verfahrensweise, die mir im übrigen aus meinen Schulbüchern nur allzu gut bekannt ist. Und eine Verfahrensweise, welche gerne völlig unwissentlich von Unwissenden angewendet wird, denen man noch nicht einmal ein Vorwurf deshalb machen kann, weil sie glauben etwas zu wissen, was ihnen eingetrichtert wurde, dass sie es wissen. Das Internet bietet nur ein paar Mausklicks entfernt eine Informationsfülle, von der man früher nur träumen konnte oder für die man durch die Bibliotheken sämtlicher Länder pilgern musste. Doch mit der Fülle wächst auch das Chaos - also seid wachsam und wehret den Anfängen jeder Gehirnokkupation! ;o)
Eisiger Wind hatte den tropfenden Tau alten Schnees zu bizarren Formen gefrieren lassen. Buchstaben und Schneeflocken tanzen vor meinen Augen. Das Bahnhofsdach. Ein leises Beben unter meinen Füßen. Es zieht sich hinauf bis in den Magen. Leicht nur, unmerklich. Schwankender Boden. Der Zug kann nicht mehr fern sein. Langsam kommt das Ungetüm gekrochen. Aber es schnauft nicht, nein. Das Zeitalter der Drachen ist vorüber. Widerstrebend hält das gestreifte Untier an. Eine Luke öffnet sich. Zwei Augen richten sich spitzbübisch auf mich herab. Der Zugbegleiter. So nennen sie sich wohl heute.
„Da denkt man, man hat Feierabend, und dann so was!“
Ich grinse höflich und beschließe, diese Bemerkung keinesfalls als eine Ausladung zu betrachten. Nur hereinspaziert. Enge Zugluft. Kabinenmief. Schnell bugsiere ich den Koffer auf eine der Ablagen über meinem Kopf. Rotäugig grüsst die untergehende Sonne durch die verschlossenen Fenster. Stille Freude kribbelt in meinen Adern. Dies eine vertraute Gesicht begegnet mir stets auf das neue, überall, egal wo ich bin. Heimat.
Der Zug setzt sich schweigsam in Bewegung. Ein Geisterzug. Gibt es das? Wie Geisterschiffe nur toter. Heimlich ziehe ich die Sonne hinter mir her. Ein Papierdrachen. Die Leine lang lassen.
Konturen verschwinden. Luft kräuselt sich in lautlosen Wellen. Hunderte Kilometer entfernt schwappt ein Zweig auf grünem Wasser. Ein Kind warf ihn hinein. Rannte fort durch den Sand, zu den krummen Tannen, sturmgebeugt.
„Warst du wieder am Strand?“ fragt die Mutter. Das Kind nickt. Herzensschwer. Spürt die Kindheit gehen. Eine Ahnung von Leid. Heißer Kakao kriecht dampfend in die Luft. Was bleibt sind die Klänge, sind die Gerüche, sind die Farben. Alles übrige ändert sich.
Ein Mann, jung und blondhaarig, auf der anderen Seite des Ganges. Vertrauter Fremder mit gleichem Ziel. Lehnt mit bequemer Lässigkeit in seinen Sitz und liest.
Schwarzer Dampf, schnaubend. Verweinte Frauen halten sich am Taschentuch fest. Männer ziehen in den Krieg. euphorisches Schlachtvieh. Der Sieg ist unser. Die richtigen Worte und der Massenwahnsinn nimmt seinen Lauf. Solche wissen, wie man mit Emotionen spielt. Alle Regierenden wissen das. Willige Herden. Mähääää!
Ich drücke mich tiefer in den verbrecherisch unbequemen Luxussitz. Würde mich gerne unterhalten jetzt. Woher des Weges? Wie war der Aufenthalt? Unverhoffte Muße. Willkommene Langeweile. Kostbare Antiquität aus früheren Zeiten.
Das Kind pustet in den heißen Kakao. Nichts zu tun mehr heute. Das Leben ist lang.
....Einladungen zu Befragungen zum Thema Potenzstörungen schickt. Vor allem sind es stets genau dieselben Fragen. Aber wenn ich dafür evtl. eine CD von Robbie gewinnen kann, dann beantworte ich die doch gerne:
Wir hätten da eine Frage. Und Ihre Antwort wird belohnt.
Sehr geehrte Damen und Herren,
seit einiger Zeit versorgen wir Sie regelmäßig mit aktuellen Themen und wissenswerten News rund um das Thema Männergesundheit und Potenzstörungen.
Heute möchten wir Sie um ein paar Informationen bitten. Dazu müssen Sie lediglich die folgenden 4 Fragen beantworten und zurück senden.
Einsendeschluss ist der 15.02.2006.
Unter allen Einsendern verlosen wir 100 mal die neue Robbie Williams CD „Intensive Care“.
Vielen Dank,
Bayer Vital GmbH
Haben Sie wegen Potenzstörungen in der Vergangenheit bereits einen Arzt aufgesucht?
Ähm, nein.
Falls Sie bisher keinen Arzt aufgesucht haben, hatten Sie sicherlich bestimmte Gründe dafür. Welche waren das insbesondere?
Ja, genau. Ich habe nämlich gar keine.
Planen Sie in Zukunft wegen Potenzstörungen den Arzt aufzusuchen?
Weiß nicht. Man soll niemals nie sagen.
Welche Altergruppe sind Sie?
Wie gehabt.
Für Robbie tue ich doch alles.
1. Einen One-Night-Stand gehabt
2. Für Sex bezahlt oder bezahlt worden
3. Sich über das Internet verliebt
4. Einen luziden Traum gehabt
5. Den nackten Hintern fotokopiert
6. Heimlich im Schwimmbad nackt gebadet
7. Einen Striptease vorgeführt
8. "Ich liebe dich" gesagt und so gemeint
9. Candlelight Dinner mit einem lieben Menschen gehabt
10. Ein Buch von Frater V.D. gelesen
11. Geheiratet
12. Ein Haus gekauft
13. Einen Baum gepflanzt
14. Kinder gezeugt
15. Geschieden worden
16. Eine Affäre gehabt
17. Im Regen geküsst
18. Im Regen getanzt
19. Heimlich in der Öffentlichkeit gevögelt
20. Ein Tamagotchi besessen
21. Sich verliebt und das Herz gebrochen bekommen
22. Jemandem das Herz gebrochen
23. Jemanden vergeblich geliebt
24. Jemanden geliebt, den man nicht lieben darf
25. Jemanden über 20 Minuten nonstop geküsst
26. Länger als einen Monat um eine alte Liebe getrauert
27. Hosenträger oder eine Latzhose getragen
28. In einem besetzten Haus übernachtet
29. Blumen von einem Fremden bekommen
30. Auf einer Demonstration von einem Wasserwerfer getroffen worden
31. Von den Eltern auf dem Polizeirevier abgeholt worden
32. Mit Pfeil und Bogen geschossen
33. Auf einem Pferd geritten
34. Mit einem Hundeschlitten gefahren
35. In einen Kampf verwickelt worden, weil man jemandem helfen wollte
36. Die Nacht durchgemacht und den Sonnenaufgang beobachtet
37. Eine Nacht unter freiem Himmel verbracht
38. Mond und Sterne durch ein Teleskop betrachtet
39. Einen Sternschnuppenregen beobachtet
40. Eine Sonnenfinsternis live gesehen
41. Mitternacht am Strand spaziert
42. Ein Tattoo machen lassen
43. Ein Piercing stechen lassen
44. Ein Intimpiercing stechen lassen
45. Eine Schönheits-OP gehabt
46. Im Restaurant zu Fremden gesetzt und mit ihnen gegessen
47. Ein gutes Gespräch mit einem Bettler geführt
48. Drogen genommen
49. Mit Drogen erwischt worden
50. Einen 800-Seiten-Roman gelesen
51. Bei einer TV-Show mitgespielt
52. In einem Film mitgespielt
53. Ein eigenes Buch geschrieben
54. Einen Artikel in einem großen Medium veröffentlicht
55. Auf einem Siegertreppchen gestanden (2. von 2)
56. Das eigene Bild in der Zeitung gesehen
57. Bei irgendeinem Wettbewerb den allerletzten Platz belegt
58. Etwas Wertvolles an einen dir Fremden mit Freuden verschenkt
59. Eine Musik-CD aufgenommen
60. Die CD-Sammlung alphabetisch sortiert
61. Über sechs Stunden lang PS2 gespielt
62. In einem Chor mitgesungen
63. Laut im Auto / Fahrrad / auf der Strasse unterwegs gesungen
64. Entdeckt, dass jemand Dein Blog kennt, der es nicht kennen sollte
65. Einen von dir geschriebenen Artikel auf einer fremden Internetseite vorgefunden
66. Mit Kleidern aus Plastiktüten durch die Stadt gelaufen(Waren allerdings keine Plastiktüten, sondern alte Zeitungen)
67. Ein völlig neues Leben in einer anderen Stadt begonnen
68. In ein anderes Land gezogen dessen Sprache du noch nicht kanntest
69. Die Haarfarbe gewechselt
70. Den Namen gewechselt
71. Das Geschlecht gewechselt
72. Ein Tier selber geschlachtet
73. Einmal bei einer Ernte in der Landwirtschaft geholfen
74. Einen Berg bestiegen
75. Die Nordlichter gesehen
76. Ein Weltreise gemacht
77. Eine Wildwasserfahrt mitgemacht
78. Mit einem Rucksack und zu Fuss herumgereist
79. Den Tampon nicht wieder rausgekriegt (für Jungs: ein anal eingeführtes Sexspielzeug nicht wieder rausgekriegt)
80. Dorthin gereist, wo du schon immer mal hin wolltest
81. (Fallschirm gesprungen) Gleitschirm geflogen
82. Bungee-Jumping gemacht
83. Gläserrücken gemacht
84. Mit einem Heißluftballon gefahren
85. Tauchen gewesen
86. Süchtig nach einer TV-Serie gewesen
87. Bei einer religiösen Zeremonie unangenehm aufgefallen
88. In einem aktiven Kriegsgebiet gewesen
89. Mit einer scharfen Schusswaffe geschossen
90. Auf einem Kreuzfahrtschiff gereist
91. Mehr als eine Fremdsprache gelernt
92. Eine Fahrradtour gemacht
93. Ein Feuer ohne Streichhölzer und Feuerzeug angemacht
94. Die beste Freundin/Freund verloren
95. Im Winter in einem natürlichen Gewässer gebadet
96. Deine Festplatte formatiert ohne dass es Absicht war
97. Jemandem das Leben gerettet
98. Von jemandem ausgenutzt worden ohne es zu merken
99. Zur Starwars Trilogie oder den Episoden nicht ins Kino gegangen
(Liste bei X-chen geklaut )
Rauhreifgeschmückt,
nach innen scheint der Blick,
der Leidenschaften denkend
- zerronnen wie der Schnee -
weit entrückt in stiller Flucht,
verlassen ist was war,
durchschritten alle Höllen
Das ist doch einmal etwas, aus dem sich etwas lernen lässt.
(Mozart über die Musik von Johann Sebastian Bach)
"Natürlich sind meine Filme brutal, sie sind halt echte Tarantino-Werke. Man geht ja auch nicht auf ein Metallica-Konzert und verlangt, dass die Idioten auf der Bühne die Musik leiser machen."
(Quentin Tarantino - Regisseur und Master of Trash)
Letztens nahm ich mir aus dem Supermarkt so einen Fertigteig für Marmorkuchen mit, den man mitsamt der Alu-Backform nur noch in den Backofen schieben muss. Ich hab sowas bisher noch nicht ausprobiert, aber heute dachte ich bei mir, ich werde mir zum Nachtisch und als Proviant für die lange Twin Peaks-Nacht mal einen richtig frischen Marmorkuchen machen.
Als ich die Folie anzog, klebte an ihr ziemlich viel von dem flüssigen Teig, weshalb ich einen Löffel nahm, den Teig abkratzte und kurzerhand in meinen Mund beförderte. Danach konnte ich mich kaum noch bremsen und hätte am liebsten die ganze Backform sofort leer gelöffelt. Nur mit übermenschlicher Willensanstrengung gelang es mir, mich loszureissen und die Schüssel mit dem Teig in den Backofen zu feuern, denn den Teig "roh" aufzuessen war ja eigentlich nicht der Sinn der Sache.
Ich weiß gar nicht, wie lange ich schon keine Teigschüssel mehr ausgekratzt habe, so wie ich das früher bei meiner Mutter durfte. Kuchen backe ich selbst so gut wie nie. Deshalb erinnerte mich der Geschmack des Teiges auch so sehr an meine Kindheit und daran, wie gerne ich Teig genascht habe. Dies ging sogar so weit, dass ich mit ca. 4-5 Jahren, als meine Mutter leider, wie ich fand, viel zu selten Kuchen backte, mir versuchte selbst den Teig zusammenzurühren, um ihn dann aufzuessen. Ich nahm mir dazu eine grosse Tasse und mischte in ihr Mehl, ein Ei, Margarine und was ich sonst noch meinte, was in Teig hineingehört. Natürlich schmeckte die Pampe absolut widerlich, es war der reinste Mehlkleister geworden. Deshalb stellte ich die Tasse in meinen Nachtschrank und ließ sie dort vergammeln. Nach einigen Monaten fand sie meine Mutter und zog es vor, sie mitsamt des Inhalts in den Müll zu befördern.
Ich jedoch wandte mich darauf lieber wieder meinem Spezialgebiet der Eierpampenherstellung zu, in welchem ich es mit intuitiver Rafinesse, durch Ausprobieren von Mischungen verschiedener Sand- und Erdarten und unter Hinzufügen von allen möglichen auf Hof und Strasse auffindbaren Substanzen zur wahren Meisterschaft brachte. Den vorläufigen Gipfel meines Schaffens bildete ein Eierpampen-Hochwurf-Contest, nach welchem meine von mir persönlich entworfenen und auch den anderen Kindern zur Verfügung gestellten Eierpampen-Knödel (die als Geheimzusatz eine nicht unerhebliche Menge Mörtelstaub von jenem Platz enthielten, auf welchem vor nicht allzu langer Zeit Baustoffe gelagert hatten) über Jahre hinweg mehrere Meter hoch an der Wand unseres Wohnhauses kleben blieben und ihnen dort selbst Regen, Wind und Wetter nichts anhaben konnten.
Verlanghinsterbende Klänge kumulieren jenseits von Bronze und Gold zu einer famosen Furz-Arie und transmigrieren so zu bloomigen Düften. Windbloomelein sang.
Eselshäute. Werden durchs Leben geprügelt und nach dem Tode gedroschen.
Tagesfazit: Wie gut, dass es kein Geruchs-Lesen gibt!