Es ist überaus wichtig, sich bei der Mitteilung der Tranceerfahrungen nicht verleiten zu lassen, die Bilder zu analysieren, als handle es sich nicht um wirkliche Erfahrungen...
...Jungianer betrachten Tranceerfahrungen oft als symbolische Ereignisse. Diese Erfahrungen sind jedoch nicht symbolisch im Sinne des Wortes, in dem Symbole "bloße Wegweiser für die Kommunikation über abstrakte Dinge" sind. Es handelt sich hier nicht um abstrakte Ereignisse, sondern um Wahrnehmungen einer Wirklichkeit, die wir sehen, riechen, schmecken, berühren und hören können. Im metamorphischen Sinn hingegen kann man Tranceerfahrungen manchmal sehr wohl "symbolisch" nennen. Sie zeigen auf, was für den einzelnen am wichtigsten ist, so wie auch Träume sich in Symbole kleiden, die aufgrund der persönlichen Lebenserfahrung ganz bestimmte Assoziationen hervorrufen.
Die Überlieferung der Puebloindianer ist ein weiteres Beispiel dieser metaphorischen Symbolik. Die Puebloindianer glauben, Menschen könnten einem Geist nicht direkt ins Gesicht blicken und weiterleben; deshalb tragen die Geister Masken, damit die Menschen sie unbeschadet ansehen können. Außerdem weiß man, daß sie bestimmte Masken als Erkennungszeichen für ihre Menschenfreunde tragen...
...Die Traumdeutungsmethoden sind Hilfsmittel, , die sich gut auf das Verständnis von Tranceerfahrungen übertragen lassen.
(aus "Ekstatische Körperhaltungen" von Belinda Gore)
was uns alles
in unsere Futtertröge geschüttet wird, aber die Skrupellosigkeit der Verantwortlichen ist noch unglaublicher.
Eine Kollegin betrat heute das Büro, streckte die Nase in die Luft und meinte: "Hmmm, das riecht ja so anders hier......so....so blumig. Hach, ist das schön." Dabei schnüffelte sie begeistert herum. Kein Wunder, Herr N. hatte ja Urlaub, kein Mottenkugelmief wie sonst. Sie sagte, daß man im Treppenhaus immer genau riecht, wo Herr N. entlanggegangen ist. Das kann ich mir gut vorstellen, wobei ich den Unterschied allerdings kaum noch merke. Da ist wohl schon eine Gewöhnung eingetreten. Ich hoffe nur, daß mein Geruchssinn nicht bereits wegen des Mottenkugelangriffs verkümmert ist, denn so wird es viel schwieriger der Spur der Mottenkugeln zu folgen.
Der Kaiser des südlichen Meeres hieß Shu (Kurz). Der Kaiser des nördlichen Meeres hieß Hu (Plötzlich) und der Kaiser der Mitte hieß Hun-tun (Chaos). Shu und Hu trafen sich von Zeit zu Zeit im Gebiet des Hun-tun und Hun-tun war sehr großzügig zu ihnen. Shu und Hu berieten, wie sie seine Freundlichkeit erwidern könnten. "Alle Menschen", sagten sie, "haben sieben Öffnungen. Zum Sehen, Hören, Essen und Atmen. Allein Hun-tun hat keine. Versuchen wir doch, ihm welche zu bohren!" Jeden Tag bohrten sie ein Loch, und am siebenten Tag starb Hun-tun.
(Chuang-Tzu)
Mal abgesehen davon, daß hier offensichtlich Öffnungen vergessen wurden, fällt mir dazu seltsamerweise
DAS und
DAS ein.
Es gibt etwas an meiner Bereichsleiterin, die in der Hierarchie schon etwas über meiner unmittelbaren Vorgesetzten steht, was mich enorm irritiert. Immer, wenn wir uns begegnen und grüßen, schaut sie SOFORT auf meine Schuhe. In selteren Fällen auch auf das Oberteil, das ich gerade trage. Das finde ich irgendwie merkwürdig. Ich mein, ich trage weder besonders ausgefallene, noch besonders unpassende Schuhe oder Oberteile. Wenn mir andere Kollegen ebenfalls auf meine Schuhe starren würden, ok, dann würde mir das vielleicht zu denken geben, daß irgendwas nicht stimmt, aber es ist absolut nur meine Bereichsleiterin. Alle anderen schauen mir ins Gesicht. Ich muß ehrlich sagen, daß dies etwas ist, was sie mir unsympathisch macht, weil ich mich stets frage, was denkt sie wohl, wenn sie derart interessiert an meinem Schuhwerk ist und dabei vergißt, mir ins Gesicht zu schauen. Ist sie vielleicht so oberflächlich, daß Klamotten und Äußeres für sie am wichtigsten sind? Braucht sie etwas zum Tratschen? Ein bißchen fühle ich mich bei dem prüfenden Blick auch kontrolliert. Ungefähr so wie früher, wenn meine Mutter nachgeschaut hat, ob meine Ohren sauber sind. Ich habe keine Ahnung, was sie an meinen Schuhen so magisch anzieht, aber das nächste Mal sollte ich vielleicht einfach mal fragen. Schon beim letzten Mal konnte ich mir ein "Warum starren Sie eigentlich immer auf meine Schuhe?" kaum verkneifen.
Eines der Bilder vom ersten selbstentwickelten Film. Belichtet mit der Pentacon FM von meinem Vater. Film HP5, ISO 400.
Das Stoppbad habe ich ganz profan mit Essigessenz angesetzt und als Netzmittel destilliertes Wasser mit etwas Spülmittel benutzt.
Die Fotos sind schrecklich geworden. Man sieht, daß das Ganze mehr experimentellen Charakter hat. Aber spannend war es trotzdem, besonders, wenn man dann nach dem "Auspacken" tatsächlich Bilder auf dem Film sieht. *gg*
Kafka hatte im Haus seiner Eltern Pornos versteckt. Welch eine Sensation! *gähn*
Am meisten wundert mich an diesem Artikel jedoch die Aussage, daß man mit einem "Heiligen-Image" des Literaten aufräumen müsse. Ja lesen denn die Leute Kafka nicht???
Mir ist es schon ein Rätsel, wie so ein Image überhaupt entstehen konnte. Wer solche Sachen wie "Die Verwandlung", "Der Prozeß" und "In der Strafkolonie" geschrieben hat, der kann beim besten Willen kein Heiliger sein, nicht im Sinne sexueller Reinheit. Das strotzt doch alles vor Lust, Lust am Leiden, masochistischer geht es schon nicht mehr. Ein Masochist möchte zwar manchmal vielleicht ein Heiliger sein, steigt aber dafür um so tiefer in die Abgründe menschlicher Triebe hinab. Ein wirklicher Heiliger, unberührt, schreibt wie Jane Austen. Und das soll absolut keine Wertung für einen von beiden sein, sondern nur eine Feststellung.
zeigt unentdeckte Qualitäten als Gärtner. Während meines Urlaubs hat er die Topfpflanze auf meinem Schreibtisch so gehegt und gepflegt, daß sie nach vier Wochen fast doppelt so hoch ist und riesige glänzende Blätter bekommen hat. Ich habe zu ihm gesagt, er sollte bei uns Blumenbeauftragter werden. Jedenfalls scheint er einen grüneren Daumen zu haben als ich. Auf Klienten allerdings, übt er eine völlig andere Wirkung aus. Während sie sonst immer nur bei ihm sterben und bei mir bisher kein einziger verschieden ist, muß er mich nur vier Wochen im Urlaub vertreten und schon sterben sie auch bei mir wie die Fliegen. Das kann nicht mit rechten Dingen zugehen.
Etwas will aus mir heraus. Es ist ein Kind und ich hatte bisher keinen Schimmer, daß ich schwanger war. Im Moment befinde ich mich in einem Zwischenzustand, in welchem schon ein Stückchen vom Kopf zu sehen ist, aber das Baby noch nicht da ist. Ich habe zwar überhaupt keine Schmerzen, was mich etwas wundert, aber ich hatte mir auch nicht vorgestellt, daß das alles so langsam gehen würde. Denn soviel ist klar - es wird noch eine sehr lange Zeit dauern, bis es ganz auf der Welt ist, Tage, Wochen oder mehr... Vielleicht steckt es ja irgendwie fest? Doch eine innere Gewißheit sagt mir, daß alles in Ordnung ist und die Natur schon ihren vorgesehenen Lauf nehmen wird. Ok, es ist zwar etwas unbequem, aber ich habe trotzdem absolut keine Lust, irgendetwas zu beschleunigen. Stattdessen schlendere ich auf dunklen Waldwegen umher oder döse versteckt in einem Autowrack...und warte.
Gibt es also doch eine exakte Wiederkehr in der Natur, also das vielzitierte "Murmeltier"? Die Antwort ist Nein. Schon die Berechnungen von Fermi, Pasta und Ulam wiesen nach, daß die Wiederkehr nicht vollständig erfolgt. Der Ausgangszustand erhält nur etwa 97 % der ursprünglichen Energie zurück, der Rest bleibt sozusagen im chaotischen Rauschen. Die belgischen Forscher beobachteten Ähnliches. Möglicherweise könnte dies bedeuten, daß in unserer Realität zwischen der zyklischen und der progressiven Variablen der Zeit ein Gewichtsverhältnis von 97:3 besteht. Das würde heißen, daß in unserer Welt etwa 3 % freie Willensentscheidungen existieren, während der Rest aus Wiederholungen von bereits Dagewesenem besteht. ....
Interessant ist vor allem, wenn man untersucht, wie die DNA mit Hilfe dieser fraktalen informationsstrukturen mit der Außenwelt kommuniziert. Dies geschieht nämlich nicht einfach nur durch bloßes Aussenden elektromagnetischer Strahlung. In solch einem Fall könnte die DNA eines Organismus nur mit der genetischen Information unmittelbar benachbarter anderer Organismen in Kontakt treten.
Statt dessen erfolgt die Kommunikation nichtlokal,d.h. die DNA kann, ohne an Zeit und Raum gebunden zu sein, auch mit weit entfernten Informationsträgern kommunizieren. Auch dieser Effekt geht auf ein berühmtes Paradox der Wissenschaftsgeschichte zurück, das sogenannte Einstein-Podolski-Rosen-Paradox, kurz EPR-Paradox. Es besagt, daß zwei Materieteilchen, die irgendwann einmal zusammen waren und dann getrennt wurden, für immer miteinander verbunden bleiben....
Garjajev geht noch einen Schritt weiter und vermutet, auch Information aus dem Kosmos habe mit Hilfe der Wellengenetik die Evolution des Lebens entscheidend beeinflußt. Seiner Ansicht nach erfolgt die Kommunikation nicht nur über die kosmische Strahlung, sondern auch in Nullzeit per Hyperkommunikation unter Benutzung des Einstein-Podolski-Rosen-Paradoxons...
(aus "Zeitfalle" von Fosar und Bludorf)
"Wir müssen jetzt aus der Theorie in die Praxis gehen. Sie kennen doch bestimmt den physikalischen Satz von der Erhaltung der Energie. Es kann niemals Energie verlorengehen, sondern nur umgewandelt werden. Streng genommen gilt das jedoch nur für sogenannte konservative Systeme, in denen keine Reibungsverluste auftreten."...
"In der Realität gibt es immer solche Reibungsverluste. Ein Teil der Energie verwandelt sich in Wärme, die nicht hundertprozentig zurückverwandelt werden kann. Diese Systeme nennt man dissipativ. Früher glaubten die Wissenschaftler, daß es nur zwei Möglichkeiten gibt, wie sich ein solches dissipatives System verhalten kann. Eine Möglichkeit ist, daß es auf einen Fixpunkt zustrebt, wie ein Pendel, das mit der Zeit immer schwächer schwingt und schließlich stehenbleibt, wenn die gesamte Bewegungsenergie in Wärme umgewandelt ist. Die zweite Möglichkeit ist ein sogenannter Grenzzyklus. Der Endzustand ist dann eine regelmäßige periodische Bewegung.
Heute weiß man: Es gibt noch eine dritte Möglichkeit. Das System kann auch in einem seltsamen Attraktor, oder neudeutsch: einem strange Attractor, enden. Das ist eine unglaublich komplizierte Figur, die einen bestimmten Bereich ausfüllt. Egal, von wo und mit welcher Geschwindigkeit man startet, man wird am Ende immer in diesen Attraktorbereich hineingezogen (daher der Name), das System bleibt aber nicht stehen und vollführt auch keine regelmäßige Bewegung. "....
"Das bekannteste Beispiel ist der Lorenz-Attraktor. Es ist eine Art doppelter Spirale."..."Solche Bahnen treten zum Beispiel in der Atmosphäre auf, etwa bei der Konvektion, also bei der Strömung kälterer und wärmerer Luftmassen.
Wenn man seltsame Attraktoren aus dem Blickwinkel der Dynamik betrachtet, sind sie ganz einfach chaotisch. Sehr interessant wird es jedoch, wenn man ihre geometrischen Eigenschaften untersucht - kurz gesagt: Wie sie aussehen. Das sind nämlich immer sogenannte Fraktale."...
"Die Formen sind fast unendlich kompliziert, d.h. egal wie stark man so eine Form auch vergrößert, man erhält immr wieder neue Informationen.
Fraktale sind auch zu irregulär, um mit den Regeln der herkömmlichen Geometrie beschrieben zu werden. Speziell kann ein Fraktal nicht aus einfachen geometrischen Formen wie Dreiecken, Quadraten, Kreisen und Linien zusammengesetzt werden. Aber das Merkwürdigste ist sicher die Selbstähnlichkeit. Das bedeutet, bei Vergrößerung wiederholt sich die Form immer wieder. Also ist es eine Form in der Form in der Form usw. bis ins Unendliche...."
"Mit Rückkopplung meine ich, man bildet einen Gegenstand ab, kopiert ihn sozusagen, und macht dann sofort von dem Bild wieder eine Kopie usw. Auf diese Weise sind Fraktale so aufgebaut, daß sich alles, was man im Großen sieht, im Kleinen identisch oder zumindest fast identisch wiederholt."...
"So erhät man jedoch auch eine ganz einfache Möglichkeit, Fraktale mathematisch zu beschreiben. Man nimmt sich irgendein Ausgangsobjekt, z.B. ein Quadrat.... Es ist vollkommen egal für die später entstehende Fraktalform, wie dieses Objekt aussieht. Dann definiert man eine Fransformation, also eine Abbildungsvorschrift....eine Abbildungsvorschrift ist nie exakt identisch mit dem Original. Es gibt immer kleine Fehler (im Sinne von Abweichungen)....
Am Ende, also im Prinzip nach unendlich vielen Wiederholungen, ist das Ausgangsobjekt verschwunden, man sieht nur noch eine Struktur, die aus den sich überlagernden Abbildungsfehlern zusammengesetzt ist - eine Fraktalform."
"Man muß also nur diese Abbildungsvorschrift definieren"...."Man nennt so etwas in der Mathemathik auch eine Matrix."...
"Man muß es nicht unendlich oft tun. Hundert Mal reichen meistens voll und ganz. Danach würden sich nur noch so feine Details an dem Bild ändern, daß man den Unterschied nicht mehr sieht. Dieses Fraktal, das als Endzustand entsteht, ändert sich nicht mehr, wenn man es weiter abbildet. Es ist der Attraktor des Systems, ein stabiler Endzustand."...
"Die Fehler sind keine Unzulänglichkeiten des Computers oder des Menschen, der ihn bedient. Sie sind integraler Bestandteil der Matrix. Sie sind übrigens notwendig, damit in der Natur überhaupt etwas Sichtbares und Lebendiges entsteht."...
"Aber unsere wahrnehmbare Realität entsteht tatsächlich durch eine Matrix, oder viele Matrizen, wenn man es genau nimmt. Nun sehen Sie aber, daß das Entscheidende bei der Entstehung einer Fraktalform die Rückkopplung ist, also ein Betrachtungsvorgang. Noch dazu einer, wo der Beobachter und das beobachtete Bild identisch sind. Es ist nicht eine Frage, wie unsere Realität wirklich aussieht - das weiß sowieso keiner - sondern, wie wir sie wahrnehmen."...
"Unsere Welt ist im Grunde gar nicht stabil."..."Sie ist ein unaufhörlicher Tanz von Energiequanten. Unsere Wahrnehmung stabilisiert diese Bewegungsmuster mit Hilfe der Matrix. Da wir selbst Teil dieser Realität sind, betrachten wir im Grunde uns selbst, wenn wir die Außenwelt betrachten. Das führt zu einer Rückkopplung, durch die in der Außenwelt Fraktalformen entstehen. Sie erscheinen uns stabil, obwohl in ihnen natürlich auch unablässig Bewegung ist. Doch sie ziehen jedes bewegte Teilchen als Attraktoren wieder in ihren Einflußbereich, der dadurch als Ganzes stabil aussieht."...
"Fraktale Zeit ist in der Wissenschaft nichts Neues."...."Und da wir Zeit über die Abfolge von Erreignissen definieren, gäbe es dann auch eine fraktale Geschichte."
(aus "Zeitfalle" von Fosar und Bludorf)
eine geschlagene dreiviertel Stunde in einem blickdicht verschlossenem Raum zugebracht, um einen kleinen Film auf eine Entwicklerspirale zu fädeln. Die Sache entpuppte sich als schwieriger als gedacht, zumal ich vorher extra dreimal mit geschlossenen Augen und einem bereits entwickelten Film geübt hatte. Schon nach dem zweiten Mal ging es fast problemlos und ratzfatz. Allerdings scheinen unentwickelte Filme ein anderes Verhalten zu zeigen und etwas störrischer zu sein. Es ist auch gar nicht so einfach, im völlig Dunkeln die Sachen wiederzufinden, die man gerade weggestellt oder -gelegt hat. Außerde entzieht es sich bisher total meiner Kenntnis, wie ich diese ganze Prozedur durchführen kann (besonders das Kapselaufbrechen), OHNE mit den Fingern ständig auf dem Film herumzugrapschen.
Was blieb mir jetzt übrig, als die Geschichte von der Errettung der Gottesmutter zu erzählen, um anschließend meine Zuhörer als qualifizierte Kunstkenner zu bitten, mir das Phänomen der Doppelgesichtigkeit der alten Ikone zu erklären, das ich mit Nikolajew im nächtlichen Dunkel der Klosterkirche erlebt hatte. Im Gegensatz zu Kruschinski nahmen die beiden die Sache ernst.
"Eine Projektion mit der Laterna magica ist ausgeschlossen?" fragten sie nach einigem Nachdenken.
"Ausgeschlossen. Wir haben alles ringsum gründlich untersucht."
"Die Maler des Mittelalters verstanden sich darauf, die Augen so zu malen, als folgten sie den Bewegungen des Beschauers", sagte der eine Wissenschaftler. "Eine einfache Erklärung, kein mystisches Geheimnis. Sie malten das Gesicht streng en face und erzielten so den Eindruck wandernder Pupillen. Im Fall Czestochowna aber veränderte sich doch das ganze Gesicht?"
"Das Antlitz des Erlösers auf einer großen Freske an der Kuppel der Nerediza-Erlöserkirche in Nowgorod wechselt seinen Ausdruck je nach Beleuchtung". sagte der andere.
"Einmal wirkt er zart und gütig, dann wieder streng und zornig, und die Rechte des Erlösers hebt sich bald segnend, bald drohend. Ein uraltes Gemälde. Nach einer Legende soll der See über die Ufer treten und die Stadt unter seinen Fluten begraben, wenn die Faust sich öffnet. Viele Geheimnisse haben die alten Maler mit ins Grab genommen....."
(aus "Berlin 896 km" von Boris Polewoi)
Die schwarze Madonna von Czestochowna
Der General setzte den Kneifer auf und übergab mir lächelnd die Übersetzung des aufgezeichneten letzten Gesprächs zwischen der Nachrichtenzentrale des Oberkommandos des Heeres und deutschen Heerführern in Süddeutschland und noch besetzten Ländern. An einem Ende der Leitung sprachen die aufgeschreckten militärischen Satrapen Hitlers, am anderen vier im Bunker begrabene betrunkene Nachrichtensoldaten, die mit dem Leben abgeschlossen hatten...
....
"Edelweiß: An General Krebs. Sofort auszuhändigen. Da ohne jede Information, bin ich gezwungen, mich an englischen Rundfunksendungen zu orientieren. Melden Sie die Lage und informieren Sie mich über weitere Handlungen. Gezeichnet A-19.
Antwort: Kann das Fernschreiben weder weitergeben noch jemanden rufen. Bin lebendig begraben. Ende der Durchsage.
Edelweiß: Was sind das für dumme Scherze? Wer ist am Apparat? Rufen Sie sofort Ihren leitenden Offizier!
Antwort: Der Offizier hat sich davongemacht. Alle sind geflitzt. Halt den Mund, mir langt's.
Edelweiß: Welch besoffenes Schwein spricht da. Rufen Sie sofort den diensthabenden Offizier. Ein General ist an der Leitung!
Antwort: Leck deine Großmutter am A.... du Scheißhaufen.... Halt die Fresse.
Edelweiß: Den U-16 an den Apparat. M-11 verlangt ihn. Es ist dringend.
Antwort: Du kommst noch früh genug an den Galgen.
Edelweiß: Nicht verstanden, wiederholen!
Antwort: Kommst noch früh genug an den Galgen, stinkender Idiot... Alle sind ausgerissen. Die Iwans sind über uns. Sind sie noch nicht bei dir?
Edelweiß: Ich bestehe auf einer Verbindung mit Krebs. Melden Sie die Lage in Berlin, M-11.
Antwort: In Berlin nieselt es. Hau ab.
Edelweiß: Wer spricht da? Nennen Sie Namen und Dienstgrad.
Antwort: Ersticken sollst du.... Jetzt langt mir's. Alle sind geflitzt. Verstanden? Über uns rollen die Panzer der Iwans."
(aus "Berlin 896 km" von Boris Polewoi, Frontkorrespondent der russischen Armee)
Bayern4Klassik hat heute "Das Rheingold" von Wagner aus dem Bayreuther Festspielhaus übertragen. Ich wollte die Oper schon immer einmal hören, für einen Opernbesuch war sie mir aber zu lang und zu riskant, da ich bisher mit Wagner nicht wirklich etwas anfangen konnte. Der Walkürenritt, den wohl jeder kennt, ist einfach nur grausam und die Ausschnitte aus diversen Opern rauschen bei mir zum einen Ohr hinein und zum anderen hinaus, ohne daß ich dabei viel Beachtenswertes finde. Die Hintergrundmusik ist manchmal ganz nett, aber die Gesangspartien dagegen irgendwie rudimentär. Die Overtüre zu Parsifal gefällt mir, aber das war es dann auch schon. Das Rheingold konnte daran nicht viel ändern. Ich kann einfach nicht nachvollziehen, was die alle mit diesem Wagner hatten - König Ludwig, Hitler....Nicht daß ich gerne denselben Geschmack wie Hitler hätte, aber ich würde es gerne verstehen, wie Wagners Musik auf diese Männer so viel Faszination ausüben konnte. Doch dafür fehlt mir wohl etwas.
Bei diesen Temperaturen hält man es am optimalsten im Freibad aus. Zum Glück habe ich noch Urlaub und deshalb Gelegenheit, den neuen Jeans-Bikini zu testen, wie gut er im Wasser hält. Das Wasser war allerdings a....kalt und man wurde erst warm, wenn man ein paar Bahnen hinter sich gelassen hat. Witzig ist es zuzuschauen, wie sich "Neueinsteiger" minutenlang panisch und japsend an den Beckenrand klammern, bevor sie es wagen, ganz im Wasser einzutauchen. Leider hält man es im Freibad immer nur bis allerspätestens um drei Uhr aus, ab dann wird es kritisch oder sogar lebensgefährlich, weil die Anzahl der Kinder ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht hat. Das bedeutet, man ist keine Minute mehr sicher, denn die Geschütze fliegen von allen Seiten und treffen gelegentlich auch. Ich weiß nicht mehr, denn ich habe nicht mitgezählt, wie oft ich schon Bälle gegen den Kopf bekommen habe. Ich hoffe, das hat nicht solche Auswirkungen wie die Treffer beim Boxen auf das Gehirn. Jedenfalls kann ich mich da ganz schlecht auf ein Buch oder sonstiges konzentrieren, weil ich mit einem Auge immer in der Umgebung hänge, um vor etwaigen Granaten rechtzeitig in Deckung gehen zu können. Aber was ich heute erlebt habe, das gabs vorher noch nie - da ist doch so ein Knirps, nicht mehr ganz klein, eher in den mittleren Schuljahren, über mich schnurstracks drübergelaufen. Erst gab es einen Tritt gegen den Kopf, dann stand er mit dem Fuß auf meiner Schulter. Zwar hat er das nicht absichtlich gemacht, sondern weil er nach hinten statt nach vorne geguckt hatte und gerade von seinem Kumpel verfolgt wurde, der hinter ihm her rannte, aber hallo? Der weiß doch, daß Leute auf der Wiese liegen. Oder muß man den Kindern von heute alles eckig einrahmen, damit sie mal hingucken? Reicht es nicht, daß sie sich nicht einmal die Mühe geben, darauf zu achten, wo ihre Bälle landen? Ich hatte gerade die Augen geschlossen und hörte ein Hörbuch, als ich den Tritt bekam und automatisch griff ich mit den Händen hinter den Kopf, weil ich erst dachte, das wäre wieder ein Ball. Schade, daß ich dabei nicht das Bein von dem Bengel gegriffen und festgehalten habe, dann wäre er wenigstens lang hingefallen. Und wäre er mir auf die Nase getreten, dann hätte er ein Problem gehabt, denn dann wäre nicht nur sein Kumpel, sondern auch ich hinter ihm her gewesen. *augenroll*