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Donnerstag, 12. November 2009

In-Mich-Traum

Es war ein "In-Mich",
das träumte vom Winter
als wäre er ein Sommer,
und schwelgte in Weiß
als wäre es Bergesgrün,
pflückte die Eiskristalle
als wären es Blumen.
Es lauschte den Raben
als wären es Amseln
und küsste das Blau
wie einen Rosenmund.
Es wärmte sich am Winterherz
als wäre es die Sommersonne,
der Herzschlag eine
Grillenserenade.
Dann erwachte es
und es war grauer Herbst.

Meister des Zen

Bürounterhaltung zwischen Herrn N. und einer Kollegin. Sie bittet ihn, bei einer Prüfakte doch unbedingt noch ein bestimmtes Formular auszufüllen, auf welches viel Wert gelegt wird, das er jedoch gerne unter den Tisch fallen läßt.
Er, etwas unwillig: "Reicht doch, wenn ein Stempel drin ist."
Kollegin, beschwörend auf ihn einredend: "Herr N., Sie wissen doch, wie sich hier alle immer einkacken."
Er: "Na und, sollen sie doch. Deswegen muß ich hier ja nicht gleich wegen diesem Schwachsinn wirbeln, wenn es noch gar keinen interessiert. Gehandelt wird erst, wenn se gekackt haben und es anfängt zu stinken."

Edit: Es nervt, wenn beim Emailbloggen neuerdings nur die Überschrift ankommt.

Mittwoch, 11. November 2009

Zehn und ein halbes

(dem hellsichtigen Kind)

Brennnesselhemden, die ich flechte,
sind die Sätze, an denen ich brenne,
die Worte, die ich verknüpfe,
die Zeilen, die ich binde zu Leben.
Doch der Empfänger bleibt unbekannt,
der Sinn ist verborgen und tröstet nicht.
„Es ist anders.“ möchte ich sagen
denen, die richten über mich -
wäre nicht Stummheit der Preis
für einen Zauber, dessen Wirkung
ungewiss ist.

Dienstag, 10. November 2009

...

Als ich damals in Venedig war, hatte ich wohl kein Gemälde gefunden, das mich sehr bewegt hätte; aber diesmal gab es zwei, die mich Tag für Tag zum Dogenpalast lockten und mich stundenlang dort festhielten. Eines davon war Tintorettos drei Morgen großes Gemälde im Saal des Großen Rates...
...Ich bin täglich dort hingegangen und nicht müde geworden, dieses großartige Bild zu betrachten. Wie ich angedeutet habe, ist seine Bewegtheit beinahe unvorstellbar stark, die Gestalten singen, hosiannaen, und viele blasen Trompete. So lebhaft drückt dieses Bild Lärm aus, daß Beschauer, die sich hineinvertiefen, fast immer anfangen, ihre Kommentare einander in die Ohren zu schreien und aus gekrümmten Händen Schalltrichter zu machen, weil sie fürchten, sie wären sonst nicht zu hören. Oft sieht man, wie ein Tourist, dem verräterische Tränen die Wangen hinabrinnen, die Hände trichterförmig an das Ohr seiner Frau legt und hindurchbrüllt: "Oh, dort zu sein zu ewigem Frieden!"

(aus "Bummel durch Europa" von und mit Mark Twain)

Tintoretto im Dogenpalast

(Ich finde ja, das die Bilder Tintorettos bis auf wenige Ausnahmen alle ziemlich "laut" sind, selbst wenn man sie nur am Bildschirm betrachtet.)

Die unglaubliche Rätselhaftigkeit des Seins

Ich betreute einmal einen Klienten, der hatte blonde, halblange und echte Engelslocken, blaue Augen und hieß mit Nachnamen Seraphin. Wenn ich nach der Arbeit in der Kaufhalle einkaufte und er draußen mit anderen Trinkern herumlungerte, baggerte er mich immer an und wollte meine Taschen tragen. Mit fünfunddreißig Jahren hatte er sich endgültig über den Jordan getrunken. Würde ich seine Person in einem Roman beschreiben, würde jeder denken, ich hätte mir das ausgedacht, oder schlimmer, ich hätte von denen abgekupfert, die dieses "Klischee" bereits vor mir verwendeten.

Montag, 9. November 2009

Heute wieder festgestellt:

Wenn man beginnt, eine lange Geschichte zu schreiben, einen Roman oder eine Erzählung, und, obwohl Thema, Story, Gerüst bereits in Zügen im Kopf existieren, sich mühsam von Satz zu Satz hangelt, um die Sache mit Leben zu füllen, kommt doch irgendwann immer der Punkt, an dem sich ein Universum auftut. Mal früher, mal später, mal nach den ersten zehn Seiten, mal nach den ersten zwanzig, aber plötzlich ist es da und mit diesem Zeitpunkt die Gewissheit, dass die Geschichte, wenn auch vielleicht nicht zu einem guten, so aber doch zu einem Ende kommt. Dieses Universum kann überraschend unähnlich der vorher existenten Vorstellung sein, und nach der ersten Begeisterung türmt sich die Wucht der Einfälle gerne wie ein Berg auf, der bezwungen werden will, aber der Weg liegt ab jetzt klar vor einem. Ein wunderbares Gefühl, von der Wissenschaft schnöde „Flow“ genannt.

Ein Wortgeschenk

erhielt ich von einem Leser, wenn auch nicht über Twitter sondern Email. "Traumblütenmeerschaumschöpferin" - schön, oder? Vielen Dank an Wanja.

Wortgeschenke

Samstag, 7. November 2009

Besorgniserregender

als die Schweinegrippe finde ich die Rückengrippe. Genau seit der Zeit, als es bei mir auch begann, kenne ich kaum noch jemanden, der nicht Rücken hat und dies selbst bei den sportlichsten und aktivsten Leuten. Die Rückengrippe ist zwar nicht tödlich, aber die Verbreitungsgeschwindigkeit scheint noch jede Pandemie zu übertreffen. Interessanterweise fing die Lawine an zu rollen, als Pluto in den Steinbock trat.

Wortgeschenke

Bei Twitter gibt es eine ganz neue Funktion, mit welcher man ausgewählten Personen Wortgeschenke machen kann.

Und ich habe das Meer gehört. Aus einiger Entfernung sah ich es zwar auch, aber das Hören war intensiver und vorherrschend. Irgendwie passte es aber nicht zum Anblick, denn während das Meer still da lag, war das Grollen und Rauschen sehr laut.

Freitag, 6. November 2009

Die Offenbarung

Herr N., mein Büromitinsasse, hatte heute eine Offenbarung und es begab sich so:
Er kam völlig aufgeregt euphorisch in das Zimmer gestürmt und rief : "Ich hatte gerade beim Faxen eine Offenbarung!" Darauf dachte ich bei mir - nanu, was kommt jetzt? Hat er das Gnadenwunder erlebt? Ist er ab heute ein netterer Mensch? Oder hatte er vielleicht die Offenbarung, daß er als einziger das Faxgerät richtig bedienen kann?
Nein, nichts von alledem. Er erklärte mir, daß in gleichen Moment, als er sein Fax absenden wollte, das Gerät ein ankommendes Fax meldete, er sich erst darüber ärgerte, weil hat warten müssen, aber dann feststellte, daß das Fax für ihn ist. Ein Wunder! Ich glaube, ich habe etwas enttäuscht ausgesehen, denn er setzte gleich danach hinzu: "Ich habe natürlich nicht den Herrn in einem Wolkenstreif erscheinen sehen..."

Donnerstag, 5. November 2009

Traumsplitter

Eine Kathedrale oder große Kirche weitet sich, dehnt sich aus, als wäre sie ein Organ, das mit Atem gefüllt wird.

Mittwoch, 4. November 2009

Lilith Konjunktion Sonne

Schade, daß auf http://astrosuche.net Lilith fehlt. Mich hätte jetzt nämlich gerade einmal interessiert, wer wie ich Lilith in Konjunktion mit der Sonne hat. Zufällig weiß ich es von Hillary Clinton und beim Googlen habe ich außerdem den werten Herrn Goethe gefunden. Der also auch...

Hier findet man einen sehr interessanten Artikel zur Lilith. Hier ebenfalls.

Edit: Und Rainer Maria Rilke

Umgehend Heiraten! -

Heiraten mit großem H - das waren die letzten Worte meines nächtlichen Traumes, wie ich sie beim Aufwachen noch vor mir sah. Ich hatte sie auf einen weißen Gegenstand geschrieben, und sie waren nicht für mich bestimmt, sondern für ein Paar, welches ebenfalls im Traum vorgekommen war. In weiteren Traumresten erblickte ich den Balkon meines Nachbarn, der völlig anders als sonst aussah. Die Umrandung ist weiß gestrichen worden und weiße Laternen sind an der Hauswand befestigt. Erstaunlicherweise hat mein Nachbar bis hin zur Mitte zwischen unseren Fenstern, wo weit und breit kein Balkon mehr ist, an der Hauswand herumgebohrt. Ich frage mich, wie er das angestellt hat. Vom Dach heruntergelassen?
Ein längeres Fragment handelt von einer Veranstaltung. Ich sitze mit vielen Leuten im Publikum, neben mir Elsa. Vor uns eine Bühne, auf der irgendjemand etwas erzählt. Es wird ein Satz gesagt, der vom "katholisch werden" handelt. Ich finde etwas an diesem Satz so unmöglich, daß ich spontan aufspringe und die Bühne betrete, allerdings nicht aufgeregt, sondern völlig gelassen und ruhig. Es ist weniger Protest, als mehr eine Demonstration des Sinns dieses Satzes. Obwohl ich weiß, daß ich mir damit Feinde mache, weiß ich auch, daß ich so handeln muß und es keine andere Wahl für mich gibt. Auf der Bühne hocke ich mich still auf den Boden, an die Rückwand gelehnt. Mehr braucht es meinerseits nicht, aber es fehlen noch ein paar andere Personen, um den Sinn dieses Satzes vollständig zu machen. Vorerst sitze ich alleine vor aller Augen und etwas unbehaglich schaue ich in Elsas Richtung, weil ich mir nicht sicher bin, ob sie sich auf den Schlips getreten fühlt. Maximal erwarte ich tödliche Blicke. Aber nein, sie ist ganz entspannt und lächelt. Fast scheint es ein aufmunterndes Lächeln zu sein. Gut. Nach und nach gesellen sich überraschenderweise weitere Frauen zu mir, bis sie an allen Wänden entlang sitzen. Die erste von ihnen, jetzt neben mir hockend, hat vorher auf dem Dach eines Hauses gestanden, das sich neben der Bühne befindet, und erzählt mir von einem See, den sie auf der anderen Seite, hinter dem Haus, gesichtet hat. Diese andere Seite hat keiner der Anwesenden im Saal je gesehen. Sie war nur vom Dach aus zu erkennen.

Dienstag, 3. November 2009

Sekundentraum

Der Winterritter steht in seiner Rüstung mit dem Gesicht zur Wand. Ich sehe nur seine Rückseite. Es erinnert mich an den Film "Blair Witch Project". Er geniert oder fürchtet sich davor, sich zu mir umzudrehen. Weshalb?

Meine Lieblings-Freizeitbeschäftigung

ist es, bei Regen und Kälte stundenlang draußen herumzustehen und mir den A... abzufrieren. Könnte man zumindest meinen, wenn man mich exzessiv mit roter Nase, nicht mit rotem Täschchen, irgendwo an der Straße stehen sieht. Aber ich warte bloß auf den Bus. Nachdem es die letzten Wochen ja noch mit täglich 20-30 Minuten abgetan war, habe ich heute volle 45 Minuten gewartet. Und der Bus behauptet auf dem Fahrplan noch immer, alle 10 Minuten zu fahren. Eigentlich wollte ich mir, nachdem nun schon mehrfach Ferien oder andere Unannehmlichkeiten dazwischengekommen sind, endlich die Tetanusimpfung bei meiner Ärztin abholen. Nach dem Wartemarathon hatte es sich allerdings erledigt, weil die Sprechstunde inzwischen vorbei war. Besonders exclusiv ist es auch, wenn dann der Bus schließlich kommt, knüppeldickevoll ist und mindestens ein bis zwei Mitfahrende von nicht abreißen wollenden Hustenkrämpfen geschüttelt werden. Schwein, ick hör dir trapsen...
Allerdings sehe ich es schon in meinen Endzeitvisionen vor mir, daß ich, statt vernünftig wie alle anderen an der Schweinegrippe, schmählich an Tetanus sterben werde, weil meine Impfversuche ständig boykottiert wurden.
(#BVG #fail #irgendwann werfe ich eine Bombe)

Montag, 2. November 2009

Der Leserpreis - Die besten Bücher 2009

Per Email wurde ich auf eine interessante neue Sache hingewiesen, die ich gerne weitergeben möchte. Auf http://www.lovelybooks.de/leserpreis kann man ab sofort besonders lesenswerte Bücher für den Leserpreis vorschlagen und dabei mit etwas Glück ein Buchpaket gewinnen. Es dürfen alle Bücher genannt werde, die erstmalig als Hardcover, oder Taschenbuch 2009 erschienen sind. Noch bis zum 15. November können Vorschläge eingereicht werden. Also her mit euren entdeckten Leseschätzen, die mehr Aufmerksamkeit verdient hätten!