Alien
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Donnerstag, 1. Juli 2010

Herr N.

hat mir heute erzählt, daß wohl zwei Kolleginnen vom Arbeitgeber einen großen Sitzball gesponsort bekommen haben. Und ich habe mir das Ballsitzkissen für den Bürostuhl noch privat zum Geburtstag schenken lassen. Schön blöd, aber ich wäre niemals im Traum darauf gekommen, daß man so etwas beantragen kann. Wobei ich viel lieber als einen Sitzball ein extra für mich eingebautes Reck hätte. Während der Arbeit überkommt mich nämlich immer mal wieder das unwiderstehliche Verlangen, mich an die Lampe über den Schreibtisch, die Regenrinne oder den nächstbesten Baum zu hängen. Während das Stehen oder Hopsen bei der Arbeit aber schon gesellschaftlich akzeptiert ist, habe ich von Hängevorrichtungen zur Gesundheitsvorsorge noch nichts gehört. Doch am allerliebsten wäre mir gerade, wenn endlich mal jemand diese sch... Migräne in meinem Kopf ausschalten würde. Zwei Wochen reichen, finde ich, und bei dieser Hitze ist die abendliche Cola mit dem buntem Schmerztablettencocktail das einzige, das mich irgendwie am Leben hält und zumindest einmal am Tag aus dem Wattewolkenkoma holt.

Klasse Versprecher

bei der Anmoderation der Verleihung der Bachmannpreises:

"Herzlich Willkommen zu den Klagen der Deutschen Literatur"

statt

"Herzlich Willkommen zu den Tagen der Deutschen Literatur in Klagenfurt"

Ich finde, die erste Version würde fast besser passen. *gg*

Mittwoch, 30. Juni 2010

Traumsplitter (Holly)

Mehrere Leute um einen quadratischen Tisch versammelt. Ich stehe daneben. M. kommt herein und beachtet mich kaum, erst als ich mich zu ihm drehe, gratuliert er mir kurz angebunden zum Geburtstag und läßt sich auf einen Platz am Tisch fallen. Es macht mich traurig, daß er mich so übergeht, vielleicht hat er meinen Geburtstag sogar vergessen. "So geht das nicht." denke ich. "Das kann so nicht bleiben." Erstaunt, fast ein wenig erschrocken, bemerke ich, daß ich es kaum ausgedacht, laut sage. Damit habe ich selbst nicht gerechnet. Aber wenn es nun schon so ist, dann muß ich auch gleich sagen, was ich meine. Ich beuge mich über M., einen Arm auf seiner Schulter und bedeute ihm liebevoll, aber bestimmt, daß wir nachher reden müssen. Eigentlich würde ich es gern in Ruhe klären, doch irgendwie kommt es gleich dazu, wobei ich gar nicht viel sagen muß. M. scheint auch so zu verstehen, steht jetzt neben mir, seinen Arm um meinen Rücken gelegt. Das fühlt sich besser an, es war anscheinend keine böse Absicht, daß er mich übersehen hat. Mir fällt auf, daß er sehr müde und erschöpft wirkt, und außerdem seltsam riecht, nach Eiter oder Zahnarzt. Ist er vielleicht krank?

Einen Gehsteig von feinem Sand freifegen, der wohl vom Strand hier gelandet ist. Doch will sich der Sand vom Besen nicht mitnehmen lassen und sammelt sich immer wieder in niedrigen Dünen auf den Gehplatten. Eine wahre Sisyphos-Arbeit.

Dienstag, 29. Juni 2010

Bin ich zu naiv, zu dumm?

Wenn ich es bin, dann wäre ich gerne andersrum dumm, nämlich so, daß ich es wirklich nicht mehr mitkriege, wenn man mich für blöd verkaufen will. So ein bißchen Dumpfheit erleichtert das Leben ungemein, glaube ich. Stattdessen erstaunt mich die ungeheure Kreativität anderer, mit der sich Gehässigkeiten, Lügen, Boshaftigkeiten u.ä. ausgedacht werden, nur um von der eigenen Dummheit abzulenken. Und das, was gemeinhin als "Liebe" bezeichnet wird, ist scheinbar meistens nicht mehr als ein Territorium, das es zu erobern, zu besetzen und notfalls zu verwüsten gilt. In der Christenlehre haben wir einmal ein Spiel gespielt, in dem jeder sagen sollte, was der Spielpartner für ein Tier ist. Ich bekam das Prädikat "Reh". Langsam fühle ich mich tatsächlich wie eines, das beim minimalsten Beben des Bodens oder eines Mundwinkels schon die Flucht ergreift. Gelernt ist gelernt. Schließlich sitze ich in einer perfiden Zeitschleife fest, in der ich regelmäßig alle zehn Jahre auf die Nase falle. Leider wird es mit der zunehmenden Anzahl der Dekaden nicht besser, viel mehr schlimmer, weil ich jedesmal sensibler werde für die kleinsten Anzeichen, die ich früher noch gar nicht wahrgenommen habe, und trotzdem aber ist der Schock genauso groß, wenn nicht sogar größer. Gut, wenn man dann überhaupt noch die Möglichkeit zum Flüchten hat und nicht so tun muß, als würde man ein bißchen schwer von Begriff sein und nichts vom bösen Spiel bemerken. Leider bin ich darin überhaupt nicht schwer von Begriff, habe aber keine Lust, mich in dieser Sache auch noch als bekloppt hinstellen zu lassen.

Montag, 28. Juni 2010

Das Jahr der Ratten und Gebrechen

Zitat:Neptun Opposition Sonne, ,
aktuell ab Anfang April 2009 bis Ende Januar 2011

Ein schwieriges Wegstück ***
Während vieler Monate gültig: Während dieser Zeit sollten Sie vorsichtig sein. Die körperliche Vitalität läßt zu wünschen übrig - wer nicht aufpaßt, mag durch verschiedene Gebrechen geschwächt werden. Deshalb sollten Sie jetzt möglichst auf Drogen oder Medikamente jeder Art verzichten, selbst wenn sie vom Arzt verschrieben sind. Sie sollten nur Nahrung zu sich nehmen, die Ihnen gut tut und nicht einer ausgefallenen Diät folgen, bei der aus weltanschaulichen Gründen auf bestimmte Speisen verzichtet werden muß. Eisenmangel und ähnliche Mangelerscheinungen wirken in dieser Zeit stärker als sonst.

In Ihren mitmenschlichen Beziehungen sollten Sie jetzt darauf achten, daß Sie sich so klar und verständlich ausdrücken, wie es Ihnen nur möglich ist, und bei niemandem Zweifel über Ihre Absichten und Meinungen aufkommen lassen. Arbeiten Sie nur mit Menschen zusammen, denen Sie vertrauen und mit denen die Kommunikation funktioniert, damit eventuell auftauchende Mißverständnisse sofort ausgeräumt werden können. Jedem Menschen, mit dem Sie jetzt Kontakt aufnehmen, sollten Sie reichlich Zeit und Gelegenheit einräumen, seine ehrlichen Absichten unter Beweis zu stellen.


Ich habe keinen Bock mehr. Am liebsten würde ich dieses Jahr gleich abhaken und überspringen. Muß ich den Rest jetzt unbedingt noch mitmachen? Ich weiß ja manchmal kaum, wie ich über die Woche komme. Nächstes Jahr wird es besser, wird zumindest versprochen, und wenn nicht, dann weiß ich auch nicht. Dann bin ich wohl auf dem absteigenden Ast. Und ich dachte immer, es geht erst mit 50 abwärts.

Die Ratten lassen mich nicht in Ruhe. Besonders nachts kommen sie, aber auch tagsüber, wenn man nicht damit rechnet. Dann kriechen sie aus ihren Löchern und werden zu riesigen Monstern aus Boshaftigkeit, Gehässigkeit, Intriganz, Häme und Gemeinheit. Es scheint beinahe so, als würden sie sich von den Irrtümern und Erinnerungsfetzen eines ganzen Lebens nähren und so immer dicker und fetter werden, bis man am liebsten keinem Menschen mehr trauen möchte und sich nur noch bedroht fühlt. Am Tag ist da sonst nur der Gedanke "einfach weitermachen" und ich mache einfach weiter, so wie ich es gewohnt bin, ohne groß nachzudenken. Denn ich weiß manchmal nicht mehr, was ich denken soll. Einerseits ist da das Gefühl, daß es Menschen gibt, die es gut mit mir meinen, andererseits gibt es aber auch jene, die mir feindlich gesinnt sind oder mir sogar schaden wollen, zumindest verhalten sie sich so, und mir scheint es nicht mehr zu gelingen, herauszufinden, wer denn nun wer ist. Ich bin komplett verwirrt und das macht mir Angst, weil das doch nur schiefgehen kann. Welches ist denn nun das kleinere Übel: Der verkehrten Person zu mißtrauen? Oder der verkehrten Person zu vertrauen? Beides ist gleichermaßen schmerzlich.

Und dann immer diese kleine fiese Stimme im Kopf, die sagt: "Du bist schuld. Du bist einfach nicht er-tragbar. Wahrscheinlich hast du wieder irgendwas übersehen, bist irgendjemanden versehentlich auf den Schlips gelatscht oder sehenden Auges in ein Fettnäpfchen." Aber HALLO - möchte ich ihr antworten - mir treten ständig und unentwegt Leute auf den Schlips, ohne daß ich deshalb bösartig oder werde. Also was ist das Problem?

Sonntag, 27. Juni 2010

Exhumierung einer Leiche

Mit meinem Vater auf einem Friedhof, wo er wohl einer Exhumierung beiwohnt. Seltsamerweise trägt er dabei seinen Talar. Ich bin nur Nebenperson und seine Begleitung. Ein Friedhofsabschnitt liegt in Tischhöhe vor ihm und der Sarg ist wenige Zentimeter unter der Erde, so daß er schnell ausgegraben ist. Die Leiche liegt nun ebenfalls in Tischhöhe vor ihm. Ich versuche nicht hinzuschauen, da ich mir die Leiche nicht anschauen möchte und beschäftige mich anderweitig, erhasche aus dem Augenwinkel jedoch trotzdem immer ein wenig, was vorgeht. Anscheinend will mein Vater die Leiche auch nicht anschauen, denn er sagt zu den Totengräbern, ob mal jemand die Leiche wegbringen könnte, damit er sie nicht dauernd sehen müsse.
Diese legen sie auf eine Liege, wo ich sie jetzt aus dem Augenwinkel ein wenig erkenne. Sie ist noch überhaupt nicht verwest und sieht ganz normal aus, so als würde jemand auf der Liege schlafen. Es ist ein großer Mann in schwarzem Anzug und mit silbergrauen Haarsträhnen. Wahrscheinlich erst vor kurzem verstorben. Aus einem großen Plastikbeutel voller Edelsteine suche ich einen Bergkristallstrahl heraus, welcher zwei gegenüberliegende pyramidenförmige Spitzen hat. Ich weiß zwar nicht wozu und weshalb, habe aber vor, diesen Bergkristall irgendwo auf dem Friedhof so abzulegen, wie es bei den Juden mit gewöhnlichen Steinen üblich ist.

Eine total verschimmelte Zitrone in meinem Kühlschrank.

Bemerkung: Ich hatte tatsächlich eine Zitrone im Kühlschrank, die bis gestern noch von oben gelb und frisch aussah. Nach dem Traum, beim ersten Gang zum Kühlschrank, hob ich sie prüfend hoch - unten hatte sich eine schimmlige Stelle gebildet und ich mußte sie wegwerfen. Witzig, worauf einen das Unterbewußtsein manchmal hinweist.

Samstag, 26. Juni 2010

Traumsplitter

Eine seltsame Sportart ähnlich wie Autoscooter, jedoch mit Booten auf ziemlich steilen Wasserwänden. Die Regel lautet: Ausweichen ist nicht erlaubt! Ich war noch nicht auf so einer Wand als eine Trainerin hereinkommt und sich jemanden vorknöpft, der einem anderen Boot ausgewichen ist. Dabei sagt sie, daß Ausweichen nur für Leute mit entzündetem Rücken erlaubt ist. Innerlich rätsel ich jetzt, ob das auch für mich gilt. Woher soll ich wissen, ob der Rücken entzündet ist oder nicht? Ich kann es ja nur vermuten. Wenn es für mich nicht gilt, werde ich sicher ebenfalls Ärger bekommen.

Beim Aufwachen hatte ich plötzlich die überraschende Deutung eines anderen Traumes im Kopf.

Bachmannpreis 2010

Für alle die wie ich keine Zeit hatten, die Fernsehübertragung zu sehen, gibt es hier sämtliche Livestreams von Lesungen und Diskussionen zum Nachholen. Ich glaube, ich werde mich damit jetzt auf den Balkon verziehen und wünsche ein schönes Wochenende.

Freitag, 25. Juni 2010

Bürodefibrillatoren

In einer Betriebsinfo las ich heute von der "Installation von Defibrillatoren in Dienstgebäuden" und hatte erst einmal drei Fragezeichen über dem Kopf, weil ich mir unter Herzschrittmachern immer die eingebauten vorstelle. Natürlich gibt es auch die Notfall-Defibrillatoren, allerdings frage ich mich, wozu wir die brauchen, zumal wir uns direkt neben einem Krankenhaus befinden. Ich kann mich nicht erinnern, daß bei uns jemals jemand einen Herzstillstand hatte. Wenn hier jemand umfällt, dann meistens wegen epileptischen Anfällen oder Delirium tremens. Ok, bis auf eine Ausnahme vor Jahren während der Phase der Kriegsflüchtlinge, als einer unserer Zigeuner-Jugos sich jedes Mal mit dramatischer Geste an das Herz griff und den Heldentod starb, wenn er nicht das bekam, was er wollte. Allerdings war er danach auch ohne Defibrillator wieder recht munter. Vielleicht werden die ja auch installiert, damit wir umgehend wiederbelebt werden können, wenn keine Anzeichen von Arbeitstätigkeit mehr zu verzeichnen sind. So eine Art moderne Elektroschocktherapie zur Steigerung der Produktivität. Übrigens sind es genau drei Defibrillatoren, die installiert werden sollen, was mich auffällig an diesen Traum erinnert.

Traumsplitter

Ein öffentliches Gebäude mit vielen Menschen. Ich suche jemanden und betrete dazu einen zimmergroßen Lift, ebenfalls mit vielen Menschen, der sich jedoch nicht bewegt. In der Decke befindet sich ein Glasfenster durch das man den Himmel sehen kann. Es hat eine extravagante Form und besteht linksseitig aus einer fünf- oder sechsseitigen Glaspyramide. Am Himmel fliegt eine Sojus-Raumkapsel vorbei und landet direkt auf dem Dach neben dem Fenster. Die Kapsel öffnet sich langsam wie eine Blüte mit transparenten Blütenblättern. Es ist eine ältere Raumkapsel, die nun für zivile Zwecke benutzt wird, zum Beispiel finden Kurse darin statt. Auch die gesuchte Person hat sich bei einem Kurs in der Raumkapsel befunden und entsteigt dieser nun mit anderen Kursmitgliedern zusammen. Wahrscheinlich ist es der letzte Flug dieser Art gewesen, denn das Sojus-Programm wird eingestellt.

Donnerstag, 24. Juni 2010

Das Phantom

Phantom

Im Hier und im Jenen,
im Mehr und im Einen
begegnest du dir.

Kann es sein,

daß heute irgendsowas wie der internationale Tag der Bekloppten ist? Zur Feier des Tages werden alle für 24 Stunden raus gelassen? Kommt mir jedenfalls so vor. Interessant auch, daß man mich "Müslinutte" nennt. Das hatte ich bisher noch nie. Früher haben die Psychos immer gesagt, ich solle mir eine Kugel in den Kopf schießen. Und das mir, wo ich doch Müsli verabscheue.*gg*

Mittwoch, 23. Juni 2010

Unser

Fahrstuhl des Grauens ist schon wieder kaputt. Es dauert bestimmt nur Monate bis das Ersatzteil aus Norwegen eingeflogen ist. In einem Büroraum wird der Fußboden neu gemacht, weil er, wie fast überall in den alten Häusern, schon total uneben war, allerdings finde ich die Art und Weise etwas merkwürdig. Erst haben sie eine Masse ausgegossen, die über Nacht trocknete, und heute haben sie die Masse wieder aufgehackt. Im Flur stehen zwei Rollen Linoleum herum und der ganze große Flur riecht so ekelhaft seltsam, mir wird von dem Geruch richtig schlecht. Ich kann jedoch nicht ausmachen, ob der Geruch vom Linoleum oder aus dem Zimmer kommt. Das duftet nach purem Gift, genau wie diese billigen Plastikartikel aus dem Discounter. Arbeiten könnte ich bei so einem Gestank nicht. Und im Kirschbaum an der Haltestelle finden riesige Festtagsbankette der Stare und Spatzen statt. Inzwischen ist der gesamte Gehweg mit Kirschsteinen übersät.

Dienstag, 22. Juni 2010

Traumsplitter

In der Nacht das Gefühl, als würde ich neben mir selbst liegen. Ich meine zu bemerken, durch eine seltsame Diskrepanz zwischen dem "Gedanken-Bewußtsein" und dem Körperbewußtsein, daß sich der physische Körper mit seinen Empfindungen örtlich leicht nach rechts verschoben zu meinem Ich-Bewußtsein befindet, wo er eigentlich nicht hingehört. Sie müßten sich kongruent übereinander oder ineinander befinden. Dabei höre ich neben mir sogar meine eigenen Atemzüge. Es klingt, als würde jemand anderes neben mir liegen, aber trotzdem ist mir irgendwie klar, daß ich das bin.

Es gibt so Tage...

Mit verschwommener Sicht (die einem ständig das Gefühl gibt, im Halbschlaf zu taumeln, auch wenn man völlig wach ist) und entzündetem Auge morgens durch die Wohnung gewuselt, zur Bushaltestelle, Bus vor der Nase weg, Dreiviertelstunde auf den nächsten gewartet (der eigentlich alle 10 Minuten fährt), Eichelhäher im Baum über mir. Bus bleibt mitten auf der Strecke stehen - Feuerwehreinsatz wegen eines umgekippten Fahrgastes. Straßenbahn vor der Nase weg, zu spät auf Arbeit, stundenlange Anstrengungen, dem Computer und den Akten erkennbare Wörter aus dem Nebel vor den Augen zu entlocken, Kopfschmerzen davon, kaum Arbeitsergebnisse, und zwischendurch eine spontane Panikkonferenz mit der Mitteilung, daß unser Bereich mehrere Millionen Miese im Budget hat, verursacht durch Falschbuchungen. Umbuchungen müssen veranlasst werden. Ach ja, Klienten kriegen alle Erbschaften. Aber man sollte natürlich auch immer die positiven Seiten betrachten: Manchmal ist es besser, nicht alles zu sehen. Ich war nicht der Fahrgast, der umgekippt ist. Meine Vorgesetzte hat nichts wegen des Zuspätkommens gesagt. Kein Mensch in der Sprechstunde, der sich über ein blindes Huhn gewundert hätte. Blind schreiben geht immer noch ganz gut, auch wenn ich dauernd die Null mit dem ß verwechsel. Und glücklicherweise habe ich im Gegensatz zu anderen Kollegen nur einen Vorgang, der umgebucht werden muß.
Außerdem weiß ich endlich, warum meine Geranien so kahl aussehen. Eine riesige Türkentaube, die ich ja eigentlich wegen ihrer Rufe mag, sitzt auf meinem Balkongitter und rupft genüßlich Blütenblatt für Blütenblatt aus...