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Donnerstag, 3. Mai 2012

Das alte Kloster

(Franziskanerkloster in der Klosterstrasse, Berlin)

Das alte Kloster

Im alten Kloster blüht die Freiheit
der Regen wusch die Mauern stumm,
die noch von Gesängen schwangen
die Vögel bau'n ein Nest im Turm

In Felsenhof und Distelbeet
fallen Sonnenstrahlenschnuppen
auf die Grillen, die beisammen
in ihrer Gottesandacht hocken

Die Vögel sind die Prediger,
die Grillen sind die Fiedler,
so feiern sie den guten Franz
und die Jahreszeit des Flieders

Ach ja,

ich vergaß noch zu erwähnen, daß ich, wenn man mit mir direkt und persönlich kommuniziert, zu einem männerverschlingenden Monster mutiere und niemanden wieder gehen lasse. Sobald ein persönliches Gespräch mit mir in Gang kommt, schwupps, ist man auch schon mit mir verheiratet und hat gaaanz viel Verantwortung und gaaaanz viel Belastung am Hals. Also hütet euch und vor allem, steht NIE, aber wirklich NIEMALS zu dem, was ihr äußert, denn ich könnte euch beim Wort nehmen. (Achtung, Ironie!)

Mittwoch, 2. Mai 2012

...

Bei einer Frau wurde eine Herz-Lungen-Transplantation vorgenommen. Nach dem Erwachen aus der Operation musste sie verblüfft feststellen, dass sie großen Appetit auf Pommes frites und Chicken McNuggets hatte, obwohl sie doch diese Speisen zutiefst ablehnte! Sie war so verunsichert, dass sie Nachforschungen anstellte. Dabei kam heraus, dass der Organspender auf dem Weg zu McDonald's gewesen war, als er bei einem Zusammenstoß mit einem anderen Auto verstarb.
Dies blieben allerdings nicht die einzigen Erinnerungen von dem Verstorbenen, die in ihr nach oben drängten. Sie bekam innere Bilder von Familienmitgliedern dieses Mannes und seiner Partnerinnen. Als sie später seine Familie kennenlernte und ihr von verschiedenen Erinnerungen erzählte, bestätigten die Verwandten und Freunde alle Einzelheiten ihrer Wahrnehmungen.

(aus "Wie der Tod dem Leben dient" von Thomas Schäfer)

Ich, Dorn im Auge der Erkenntnis

Ja, ja, ich bin hinterhältig, schnippisch, sarkastisch, kritisch und unüberlegt, ich bin anstrengend, zurückgeblieben und niemand will etwas mit mir zu tun haben, aber ehrlich, ich kenne Leute, die sind ein ganzes Ende schlimmer als ich und seltsamerweise sind gerade diese es, die sich am liebsten darüber aufregen, wenn ich hier in meiner Blognische Ärger und Befindlichkeiten aus meinem eigenen Leben loswerde und verarbeite - und wenn ich mich freue, ist es ebenso falsch. Irgendwie ist es schon merkwürdig, daß einige ihr Leben anscheinend nur über die Gefühle von anderen zu leben vermögen, indem sie diese als überflüssig analysieren und brandmarken. Ärger gehört zum Leben wie die Freude, wer sich nicht ärgern kann, kann sich auch nicht freuen. Lieber habe ich echte Emotionen, als in so einem von allem angewiderten, überdrüssigen, kopfsüffisanten Dauerzustand dahinzuvegetieren. Wer so lebt, der ist schon tot. Im Prinzip könnte mir das ja egal sein, jeder soll so leben wie er will, aber wenn ich als zu prügelnde Projektionsfläche herhalten soll, gebe ich dir den guten Rat, schaue erst einmal in den Spiegel und überwinde den Ekel vor dir selbst. Dann kannst du immer noch andere verurteilen, falls du es noch nötig hast.

Dienstag, 1. Mai 2012

Ich freue mich

auf den ersten Sommer ohne Flugzeuge. Noch genau ein Monat und dann ist es soweit. Das wird eine himmlische Ruhe! So ruhig, daß man vielleicht sogar tagsüber die ICEs in der Ferne hören kann, wie man sie jetzt nur des nachts leise vorbeidonnern hört. Die ersten Rennameisen rasen auch schon wieder geschäftig auf meinem Balkon herum. Ich frage mich, was sie dort so Tolles finden, daß sie sich die Mühe machen, vier Stockwerke zu mir hinaufzuklettern. Das erinnert mich immer an eine Geschichte aus der Kindheit, als unser Familien-Akazienhonigtopf, der mehrere Kilos umfaßte und den wir regelmäßig von einer Westverwandten geschenkt bekamen, in unserer netten, geräumigen Altbau-Speisekammer stand und die Ameisen unbemerkt eine ganze Straße bis zu diesem Schlaraffenquell bauten. Doch ich habe weder einen Honigtopf auf dem Balkon, noch wohne ich nur im ersten Stock.

Traumyoga

Mit Leichtigkeit lege ich meinen Kopf auf den durchgestreckten Knien ab, von anderen um mich herum staunend beäugt. Ich selbst bin auch überrascht über meine neue Beweglichkeit. Das kenne ich so gar nicht. Aber wahrscheinlich bin ich heute einfach gut in Form, denke ich. Schon oft konnte ich erleben, wieviel Unterschied die Tagesform ausmachen kann. Auf die Idee, daß dies alles nur ein Traum sein könnte, komme ich allerdings nicht.

Montag, 30. April 2012

Vergessen

In meiner Wohnung ist ein ständiges Kommen und Gehen. Dauernd klingelt es an der Türe. Ich bitte die Leute rein, obwohl mir so viel Besuch im Moment eigentlich gar nicht paßt. Es sind hauptsächlich Männer, die mir in irgendeiner Art nahe stehen oder nahe standen. Doch während sie durch meine Wohnung trampeln, hänge ich meist allein in einer Ecke herum, weil alle furchtbar beschäftigt sind. Der eine damit, Essen in sich hineinzuschaufeln, der zweite damit, sich die ganze Zeit mit einer anderen Frau zu unterhalten, und so weiter. Jener, der sich mit der Frau unterhalten hat, ist irgendwann verschwunden, anscheinend gegangen, wie ich enttäuscht feststelle. Daß er nur mit der anderen Frau redet, stört mich ja schon gar nicht mehr, aber daß er so einfach geht, ohne sich von mir zu verabschieden und ein paar Worte für mich, macht mich traurig. Es ist als hätte man mich komplett vergessen, als hätte es mich nie gegeben.

Sonntag, 29. April 2012

...

Durch die Mauern der Zeit
rinnen Glockenklang
und Taubenruf ins Jetzt,
sonntägliche Langsamkeit
in den Lauten schwebend
Aus Kindheitssommern
legt sich Glücksstaub
über die Momente
und Geborgenheit ins Herz
Unter den Himmeln
wolkenzerzauste Ewigkeit

Samstag, 28. April 2012

In der Tierklinik

Weitere Selbstgespräche

Ist der Ruf erst einmal ruiniert, darf man nicht nur ungeniert Selbstgespräche führen, sondern auch ungeniert mit Ameisen, Sonnenblumen oder seiner Vagina reden. Letzteres ist dann ein Intimgespräch. Ich wollte wieder einmal horchen, was meine Organe so zu meckern haben. Dazu hatte ich ja preiswert das Kartenset von Alexa Kriele zum Buch "Engel weisen Wege zur Heilung" ergattert. Die Antworten sind stets interessant bis witzig, wobei ich das Ganze spontan ohne jede Anleitung oder Legeform mache. Einfach fragen und Karte ziehen. Auf meine Frage, wo besondere Aufmerksamkeit nötig ist, meldeten sich das sensorische und motorische System, die Leber und das endokrine System. Das sensorische und motorische System fordert, daß ich mich kräftige, z.B. durch Schweigen. So viel rede ich nun allerdings gar nicht. Die Leber ist traurig und wünscht sich Förderung der Kreativität, sowie, daß ich mich nicht beirren lasse. Und das endokrine System fühlt sich vergessen. Huch, wie konnte das passieren? Es möchte den Humor gefördert wissen und daß ich nicht aufgebe, sondern dran bleibe (woran?). Als nächstes hatte ich mit den Eierstöcken ein Hühnchen zu rupfen. Die Onkologin ist äußerst besorgt darüber, daß die sich verkrochen und versteckt haben, wie sie das nennt. Das ist wohl eher ungewöhnlich, wobei mich das überhaupt nicht besorgt. Im Gegenteil, ich finde, das ist eine recht gesunde Reaktion von meinen Eierstöcken und sie tun mir damit nur einen Gefallen. Meinetwegen dürfen sie sich auch noch die nächsten vier Jahre ausruhen. Als ich sie darauf ansprach, sagten sie mir, daß sie sich schwach fühlen. Das erklärt natürlich diesen Rückzug. Sie möchten, daß ich mich an etwas Schönem freue. Mache ich doch glatt. Die Lunge fühlt sich wohl, dem Magen geht es hervorragend, dagegen ist das Blutsystem überfordert und das Lymphsystem müde, die Knochen sind leicht besorgt. Meine Zähne fühlen sich mächtig. Vielleicht wollen sie die Weltherrschaft an sich reißen und machen sich irgendwann selbständig. Die Lendenwirbel und Bandscheiben fühlen sich umsorgt. Ich kann wohl nicht so viel falsch gemacht haben. Sie möchten die Zuversicht gefördert wissen, daß ich Sorgen loslasse. Und mein gebrochenes Herz fühlt sich geliebt. Da weiß es anscheinend schon mehr als ich.

Freitag, 27. April 2012

Die aufregenden letzten Wochen

fordern ihren Tribut. Ich bin völlig fertig und habe Migräne. Gestern ging es mir ebenfalls schon so, weshalb ich sogar zwei Stunden eher ins Bett gegangen bin. Zwei Stunden schlief ich auch tief und fest, bin dann aber putzmunter wieder aufgewacht. Das Ergebnis war, daß ich mir stundenlang in der Nacht irgendetwas erzählt habe, bevor ich bei diesen Selbstgesprächen erneut einschlief. Ich glaube, es war meine Lebensgeschichte. Manchmal hat man anscheinend das Bedürfnis, seine Lebensgeschichte zu erzählen. Selbstgespräche und senile Bettflucht - die Symptome kommen mir irgendwie bekannt vor.
Mir ist heute wie Wochenende und zum Glück wird es in den nächsten Tagen leicht ruhiger, bevor die übernächste Woche wieder voll mit Terminen ist. Doch es handelt sich größtenteils um positiven Streß, da verausgabt man sich gleich viel lieber. Ich leg mich jetzt hin und hole den Nachtschlaf hoffentlich ohne Selbstgespräche nach.

Donnerstag, 26. April 2012

Vor der Saison

Vor der Saison
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Mittwoch, 25. April 2012

Storchen

'Storchen' ist meine neue Wortschöpfung und bedeutet so viel wie 'durch die Dörfer ziehen und Störche gucken''. Meine Schwägerin und ich hatten uns heute dazu verabredet, über die Dörfer zu fahren, um neue Lebensmittel von den Bauern zu holen. Dabei konnten wir auch gleich die ersten Störche, die schon zahlreich brüten, beobachten. Zuerst sind wir in der Leinmühle eingekehrt, wo ich zwei Flaschen echtes Spreewälder Leinöl, ein hausgemachtes Brot und ein Stück Heuseife kaufte (ich sollte langsam Seifenverbot bekommen). Bei einem Zwischenstopp ergatterte ich herrliche Ranunkeln, Hornveilchen und Stiefmütterchen für den Balkon. Im nächsten Dorf beehrten wir den Fleischer, wo alles noch hausgemacht ist, und prügelten uns um die letzte Teewurst. Nee, natürlich nicht, sie wurde schwesterlich in der Mitte geteilt und ich nahm noch zwei Spinat-Bratwürste mit. Meine Schwägerin kauft dort immer einen Vorrat Koteletts, das sind noch echte Koteletts, die nicht in der Pfanne schrumpfen wie das Fleisch aus dem Supermarkt. Danach war die Brauerei an der Reihe, wo sie einen 3-Liter-Krug mit Bier für meinen Bruder nachfüllen ließ. Dort aßen wir zu Mittag einen großen Teller Grützwurst mit Sauerkraut, auch alles regionale Produkte und sehr lecker. Meine Schwägerin hält auf der Fahrt regelmäßig bei einem Klamottenladen, wo sie preiswert Übergrößen bekommt. Ich hatte dort ebenfalls ein Oberteil entdeckt, das mir gefiel, aber etwas zu klein für mich war und das es nicht in größer gab. Die Inhaberin, eine Vietnamesin, erklärte trotzdem eifrig, daß es perfekt passen würde und als ich es nicht wollte, kam sie mit vielen anderen Oberteilen, die alle sehr schick aussahen und die ich anprobierte. Mehr oder weniger habe ich mich breitschlagen lassen, zwei Oberteile zu kaufen, die mir an sich auch super gefallen, bei denen ich allerdings skeptisch bin, ob sie mir tatsächlich stehen.
Auf der Rückfahrt beobachtete ich vom Auto aus eine Krähe, die mit einem harten Stück Brot zu einer dieser alten Berliner Wasserpumpen hüpfte und das Brot dort in die Wasserlache unter dem Hahn fallen ließ, um es einzuweichen. Die hohe Intelligenz dieser Vögel ist immer wieder erstaunlich.

Storchen 3

Storch 2

Storch 3

Storch 1

Spreewald-Giebel

Spreewald-Katze

Wie man hier sieht, bringen Störche nicht nur Babys, sondern saufen auch. Das erklärt einiges:

Brauerei

Storchen 1

Storchen 2

Dienstag, 24. April 2012

Die Schmetterlingszüchter-Ausrüstung

ist heute per Paketdienst angekommen. In einem hübschen Karton findet man das Schmetterlingshaus, den Gutschein für die Raupen, die Anleitung und eine Pipette zum Füttern. Leider werden nur Distelfalter gezüchtet. Schade, ich hätte gerne auch andere Schmetterlinge frei gelassen, die seltener zu sehen sind, allerdings ist das gar nicht einfach so erlaubt. Zum Freilassen von Distelfaltern benötigt man eine amtliche Genehmigung, die aber in dieses Set bereits "integriert" ist. Dann darf man sie jedoch nicht in Naturschutzgebieten freilassen, damit das natürliche Gleichgewicht dort nicht gestört wird. Die Raupen kann man sich bis zum September schicken lassen. Ich werde die Schmetterlingsaufzucht erst im Sommer beginnen, zum einen, weil ich da hoffentlich mehr Muße habe, zum anderen, damit die Schmetterlinge vielleicht noch gerne länger bleiben, wenn sie auf dem Balkon süße Nahrung finden. Laut Anleitung kann man die Schmetterlinge mit Obst, Nektar (Zuckerwasser) oder Nektar tragenden Blumen füttern. "Schmetterlinge mögen an Obst unter anderem frisch aufgeschnittene Orangen, Äpfel und alte Bananen." Ich schätze mal, da werde ich mit den Schmetterlingen auch eine ordentliche Population von Fruchtfliegen züchten. Hoffentlich brauche ich nicht noch eine amtliche Genehmigung, um diese frei zu lassen...

Erlebnisset1

Erlebnisset2

Gengezüchtete Schimpfworte

Was ist das?

Schimpfwort2

Und das?

Schimpfwort1

Tut euch keinen Zwang an...

Die Katzenratte

Mit Verwunderung bemerke ich, daß mein kleines Kätzchen unheimlich gerne im Wasser planscht. Sie springt in das gefüllte Waschbecken und taucht vollständig unter, völlig untypisch für eine Katze. Als sie wieder auftaucht, fällt mir auf, daß sie eigentlich wie eine Ratte aussieht. Besonders die kleinen dunklen Äuglein sind die einer Ratte. Seltsam, sollte ich mich geirrt haben und es ist gar keine Katze? Trotzdem verhält sie sich so, folgt mir überall hin, schleicht auf meinen Schoß, wenn ich sitze, und rollt sich dort behaglich zusammen. Streichle ich sie, streckt sie sich voll Wonne auf der Seite aus. Egal ob Ratte oder Katze, ich habe mein Haustier lieb.