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Donnerstag, 6. September 2012

Mr. Yoga

In Träumen erschafft man manchmal die seltsamsten Gestalten. In der letzten Nacht war es ein neuer Nachbar: schmal, mit grauem Haarkranz und einem französischem Akzent wie Hercules Poirot. Auch mit ebensolcher ausgesuchter Höflichkeit, allerdings anscheinend kein Feinschmecker, denn er kaufte ein in Scheiben geschnittenes Brathuhn zu einer Festlichkeit. Er geht gerne nach 23 Uhr draußen spazieren, was ich deshalb bemerkte, weil ich ihn zweimal nach 23 Uhr vor der Haustür traf. Zu seinem Fest schrieb ich ihm eine Karte, denn nette Nachbarn haben eine Freundlichkeit verdient. Nur leider entzieht sich mir völlig, wieso ich ihn im Traum für mich selbst immer Mr. Yoga nannte.

Solche Träume nehmen einem eine Menge Arbeit ab, zum Beispiel wenn man neue handelnde Personen für einen Roman braucht, die man sich sonst mühsam ausdenken müßte. Vielleicht ist er gerade deshalb erschienen, weil ich mich zur Zeit wieder voll in die Arbeit gestürzt habe. Arbeit erdet, jedoch nur im gesunden Maß und wenn sie nicht über die eigenen Kräfte hinausgeht. Nach den vielen Schocks des vergangenen Monats bin ich irgendwie ertaubt. Das heißt, meine Gefühle sind auf ein Minimum geschrumpft, was ich aber gar nicht unangenehm finde, da es nicht nur die positiven, sondern auch die negativen Gefühle betrifft. Ich kann mich nicht entscheiden, ob das nun gut oder schlecht ist, aber was ist, das ist, und einer emotionalen Erstarrung sollte man zumindest viel mentale und körperliche Bewegung entgegen setzen. Deshalb nimmt auch die Küche langsam die Formen an, die meinem Plan entsprechen, doch bis zur Fertigstellung wird es wohl noch mindestens zwei Monate dauern, da es wie immer viel langsamer vorangeht, als ich mir vorgestellt habe, zum Beispiel weil für den schiefen Boden passende Stellschrauben fehlen und erst bestellt werden müssen. Wenn ich viel, viel Glück habe, bin ich in zwei bis drei Monaten vielleicht sogar zwei schwere Lasten mit einem Schlag los.

Montag, 3. September 2012

Geschockt

Eine Nachricht, die ich bekommen habe, nimmt mich richtig mit. Ich habe erfahren, daß die Kollegin, die bereits zwei Suizidversuche unternommen hatte, es nun wohl beim dritten Versuch "geschafft" hat. Nachdem sie zwei Tage ohne Abmeldung nicht mehr auf Arbeit erschienen war und nicht ans Telefon ging, wurde von dort die Feuerwehr alamiert. Die fanden sie dann ohne Lebenszeichen in der Wohnung vor. Genaueres weiß man nicht.
Ich bin auch deshalb so geschockt, weil es genau diese Kollegin gewesen ist, die mich sehr lieb getröstet hatte, unmittelbar nachdem ich die Diagnose erhielt. Es war ein seltsamer Zufall, als sie mir nach diesem Arztgespräch als Patientin im gleichen Krankenhaus über den Weg lief. Ich bin ihr heute noch dankbar für den Trost und die Zeit, die sie mir schenkte, denn ansonsten war außer ihr niemand wirklich in der Lage dazu. Nicht einmal meine Familie. Im Gegenteil, manche mußte ICH noch selbst trösten und beruhigen, etwas, das ich auch schon von anderen Patientinnen gehört habe. Manchmal ist es, als würden einem Engel genau zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Menschen vorbeischicken. Möge es ihr, wo immer sie ist, reich vergolten werden.

Samstag, 1. September 2012

Ein Bilderbuch für Verliebte ohne Bilder

Wer Tucholsky gelesen hat, weiß, wo ich heute gewesen bin. Nur leider hatte ich - geistig umnachtet bei nur zwei Stunden Schlafdosis - vergessen, in meine Kamera eine Speicherkarte einzulegen. Deshalb gibt es das Bilderbuch für Verliebte nun ohne Bilder. Einen Tag kann man in Rhbg. sehr gut verbringen, aber will man länger dort verweilen, muß man wahrscheinlich wirklich verliebt sein. Irgendwie wirkt alles in Rhbg. ziemlich unscheinbar. Die Häuschen, die Straßen, die Denkmäler, die Kirche und sogar das Schloß. Der Glanz des Verliebtseins färbt ja gerne auch auf die Umgebung ab und läßt sie heller leuchten. Lauschig sind dagegen die romantischen Hofcafes. Kutschfahrten kann man ebenfalls unternehmen. Auf dem Wasser läßt es sich prima über unzählige Seen schippern und das Essen auf den Schiffen ist erstaunlich gut. Unterwegs begegnen einem oft so eine Art Hausfloße - ein hölzernes Floß, mit Motorenantrieb und einer Blockhütte darauf. Einige hatten auf dem Dach der Blockhütte sogar noch ein Zelt aufgeschlagen oder nutzten es als Sonnendeck. Das ist wohl eine Antwort auf die modernen Yachten und überträgt irgendwie einen Hauch von Wildwest-Abenteuer und Freiheit. Nach so einem Besuch sollte ich mir die Erzählung von Tucholsky vielleicht noch einmal antun. Das letzte Mal ist reichlich her und damals hatte ich keine Hintergrundinformationen über die Frau, die für Claire Patin stand und später im KZ Auschwitz ums Leben kam. Elke Weil sagte über Tucholsky: „Als ich über die Damen wegsteigen musste, um in mein Bett zu kommen, ließ ich mich scheiden.“ Weniger hundemüde hätte mich Rhbg. sicher noch mehr begeistern können, doch unglücklicherweise ist mir ausgerechnet in der letzten Nacht die Idee für eine neue Kurzgeschichte gekommen, die mich so beschäftigt hat, daß ich im Kopf stundenlang Sätze formulierte und gleichzeitig immer dachte - du mußt jetzt schlafen, du mußt jetzt schlafen! Das Ergebnis war, daß es am Morgen weder eine Kurzgeschichte gab, noch ausreichend Schlaf. Cleverer wäre es gewesen, sich gleich hinzusetzen, um alles aufzuschreiben, dann hätte sich der Schlafentzug wenigstens gelohnt, zumal ich nachts so tolle Ideen und Gedanken hatte, daß ich bezweifle, diese noch einmal alle zusammenzubekommen. Das nächste, was ich tun werde, ist jedenfalls erstmal, wie tot ins Bett zu fallen. Zwei weitere positiven Dinge an diesem Tag: eines meiner Gedichte wird in der Bibliothek deutschsprachiger Gedichte erscheinen und die Planung einer Fjord-Kreuzfahrt zum Nordkap im nächsten Jahr.

Mittwoch, 29. August 2012

...

Achte gut auf diesen Tag
Denn er ist das Leben, das Leben allen Lebens
Denn das Gestern ist nichts als ein Traum
Und das Morgen nur eine Vision
Das Heute jedoch - recht gelebt -
Macht jedes Gestern zu einem Traum voller Glück
Und jedes Morgen zu einer Vision voller Hoffnung


(aus dem Sanskrit)

Generationsunterschiede

Auf einem anderen Balkon unterhalten sich gerade zwei Studenten über die grausame Mühsal, Semesterarbeiten auf dem Computer zu schreiben. Da fehlen mal irgendwelche Zeichen, der Drucker scannt und druckt nur einseitig und ähnliche Ärgernisse, während ich mir denke: DAS Problem hätte ich früher gerne gehabt, als ich meine Semesterarbeiten noch auf einer Schreibmaschine getippt habe. Natürlich mit Blaupapier für den Durchschlag, Zitate aus Büchern mühselig per Hand abschreibend, mit Tipp-Ex hantierend und bei besonders versauten Seiten, mußte auch mal alles erneut getippt werden.

Dienstag, 28. August 2012

...

In früheren Zeiten musste man königlichen Geblüts oder wenigstens Papst sein, um sich vorzeitig ins Grab zu essen. König Heinrich I. starb 1135 in der Nähe von Rouen, weil er sich an Neunaugen, seinem Lieblingsgericht, überfressen hatte. Das Neunauge ist ein seltsamer Fisch: ein aalähnlicher Parasit ohne Schuppen, Zähne oder Skelett. Klingt nach einem leichten Happen, aber das Neunauge ist sehr fett und schwer verdaulich und war somit für einen kränkelnden Menschen wie Heinrich eine gefährliche Völlerei. Wenn das englische Königshaus Anlass zum Feiern hat - zuletzt beim 50-jährigen Krönungsjubiläum der Queen -, schenkt die Stadt Gloucester dem amtierenden Monarchen traditionell eine üppige Neunaugen-Pastete. Das ist ungefähr so feinfühlig, als würde man dem amerikanischen Präsidenten zum Amtsantritt eine Fahrt durch Dallas im Cabriolet anbieten.
(aus "Genug" von John Naish)

Montag, 27. August 2012

Frisurenleere

Heute mal mit ganz ungewohnter Frisur. Ich weiß einfach nicht, was ich mit meinen Haaren anstellen oder anstellen lassen soll. Und im Internet gibt es zwar alles, nur so richtig umfangreiche Frisurenkataloge oder -galerien habe ich nirgends gefunden.

Haare

Die Distelfalter

sind zurückgekehrt in meine Träume. Der Traumhintergrund war nicht sehr angenehm. Ich mußte mich die ganze Nacht hindurch gegen intrigante Menschen wehren, die mir fast alles wegnahmen. Später arbeitete ich einen ersten Tag im Job, wo tote Menschen komprimiert in den Akten lagen, und war nach der Hälfte der Zeit schon so erschöpft, daß ich mich nicht mehr rühren konnte. Doch überall dazwischen tauchten immer wieder die Falter auf. Entweder hatten sie sich in der Wohnung gut getarnt versteckt oder kamen auf freiem Feld plötzlich angeflogen, um sich auf meiner Hand niederzulassen, als würden sie sich erinnern. Dann konnte ich lachen, spielen, mich freuen und alles andere vergessen.

Sonntag, 26. August 2012

Mutant

Mutant
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Samstag, 25. August 2012

Abschied

Heute war es soweit. Heute war der große Tag für die Schmetterlinge, um hinaus in die Welt zu ziehen. Distelfalter sind Wanderschmetterlinge und legen lange Strecken zurück. Ich wollte sie nicht mehr aufhalten. Es ist eine gute Loslassübung und mit den Schmetterlingen habe ich auch einiges anderes losgelassen. Nämlich meinen Wunsch zu verstehen, warum es Menschen gibt, die andere dissen, ihnen Angst machen, sie klein halten und mit ihren Gefühlen spielen. Meinen Wunsch zu verstehen, warum Menschen entweder Gefühle bekämpfen oder sich von ihnen beherrschen lassen, statt sie einfach zu fühlen, zu reflektieren und möglichst konstruktiv zu nutzen. Meinen Wunsch zu verstehen, warum Menschen, denen ein anderer Mensch angeblich etwas bedeutet, statt eines gemeinsam im Geiste lieber ein gegeneinander suchen und so alle Beteiligten schwächen statt stärken. Meinen Wunsch zu verstehen, warum Menschen gerade Menschen, die ihnen angeblich etwas bedeuten, geringschätzig, uninteressiert und anmaßend behandeln, dabei aber bei aller demonstrierten Ablehnung trotzdem so selbstsüchtig sind, nicht loslassen und weiter nur haben zu wollen. Mein Wunsch zu verstehen, warum Menschen es schon für Kommunikation halten, wenn sie selbst reden und bei anderen ausschließlich das hören, was sie hören wollen. Und mit all diesen Wünschen auch meine Vorstellung, daß Kommunizieren immer eine Lösung ist und Dinge klärt. Das funktioniert eben nur, wenn sich alle auf Augenhöhe begegnen, zuhören können und bereit sind, andere so zu behandeln, wie sie selbst behandelt werden möchten. Nicht jedem liegt dieses Modell der Interaktion. Fliegt fort, nehmt meine Fragen mit, und lebt lange und glücklich! Man muß nicht alles verstehen, nur wissen, wann es sich lohnt und wann nicht...

Schmetterling 021a

Kellerentrümpelung

Ich werde gebeten, bei einer Kellerentrümpelung mitzuhelfen. Es ist nicht mein Keller, sondern der von jemandem, den ich kenne. Mehrere Männer gehen ans Werk und öffnen den Kellerverschlag. Die Tür ist aus Holzlatten mit Lücken dazwischen gezimmert, so daß man durch sie hindurchschauen kann, und an ihr dran hängt ein großes Herz aus Holz, wahrscheinlich als Namensschild. Obwohl die Tür geöffnet wurde, ist es fast unmöglich, einen Schritt in den Verschlag hineinzutun, weil er so vollgerümpelt ist und einem alles schon entgegenkommt. Ich stelle fest, daß hier im Keller auch einige Kuscheltiere und warme Decken liegen, welche die Person von mir bekommen hat. Ich sage deshalb zu den Männern, sie sollen nicht alles wegwerfen, sondern mich vorher fragen, da ich diese Dinge dann selbst wieder an mich nehme.

Donnerstag, 23. August 2012

Der Sex der Schmetterlinge

Nachdem ich eine neue Gladiole mit Zuckerwasser gefüllt und das Schmetterlingshaus wieder in die Sonne gestellt hatte, futterten und sonnten sich die Schmetterlinge noch friedlich. Zwischendurch ließ ich sie alleine und als ich wiederkam, herrschte auf einmal reges Treiben im Schmetterlingshaus. Zwei korpulierten ohne sich aus der Ruhe oder auseinander bringen zu lassen, während die anderen anscheinend durch dieses Beispiel nun auch Lust bekommen hatten und sich gegenseitig jagten. Ein männlicher Falter flatterte hinter dem Weibchen her, die aber nicht wollte, und als er merkte, daß er bei ihr nicht landen kann, versuchte er doch ganz frech beim korpulierenden Schmetterlingspärchen mitzumischen, indem sein Hinterteil zwischen die verkeilten Hinterteile der beiden schieben wollte oder sie prollig anrempelte, damit sie auseinandergehen. Als auch das alles nichts half, ließ er sich frustriert auf meinem Finger nieder und rührte sich nicht mehr. Das Schmetterlingspärchen ist übrigens immernoch dabei. Laut Wikipedia kann Schmetterlingssex bis zu mehreren Tagen dauern, allerdings habe ich ja den Verdacht, daß die beiden irgendwann währenddessen eingeschlafen sind.

Schmetterlinge beim Sex

Mittwoch, 22. August 2012

Vier Schmetterlinge

sind es jetzt schon. Inzwischen muß ich durchzählen, wenn ich mit ihnen spiele, ob noch alle da sind. Für die vier Schönen habe ich extra eine meiner Gladiolen geopfert, weil man in die großen Kelche so gut Zuckerwasser füllen kann. Noch zwei Tage und ich habe alle meine Schnittblumen abgeerntet. Heute haben die Schmetterlinge auch fleißig gefuttert. Sie fahren dabei einen feinen langen Rüssel aus. Einer von ihnen ist so verfressen, daß er ständig rüsselt, selbst wenn er auf meiner Hand sitzt. Ich habe sie ein bißchen über meine Hand krabbeln lassen, weil das so schön kribbelt. Außerdem mögen sie Sonne. Wenn ich sie raus auf den Balkon in die Sonne stelle, breiten sie ihre Flügel aus. Genaugenommen habe ich heute nichts anderes gemacht, als mit Schmetterlingen zu spielen, also faktisch nichts. Und ich war noch nie so entspannt. Vermutlich wird morgen früh auch der Nachzügler da sein.

Schmetterlinge 016a

Schmetterlinge 022a

Schmetterling 045a

Schmetterling 060a

Brückenbaustellen und Karate

Mit einem Mann bin ich in der Berliner Mitte unterwegs. Er behandelt mich ziemlich unfreundlich und grob, packt mich mit einer Hand am Oberarm und zerrt mich mit sich. Ich frage ihn schnippisch, ob er mich abführen wolle, da er mich anfaßt, als sei ich verhaftet. So laufen wir auf der Berliner Museumsinsel umher und suchen eine Brücke, um ins Umland zu gelangen. Zwischendurch trifft er eine blonde Frau, mit der kurz ein paar Worte wechselt, dann suchen wir weiter. Ich bin genervt von seiner genervten Art und beschließe innerlich, daß ich mich bald "selbständig" machen werde. Wir erreichen eine Brücke, müssen aber feststellen, daß diese wegen Bauarbeiten gesperrt ist. Auch eine zweite Brücke ist gesperrt. Hm, so viele Brücken gibt es ja hier nicht. Sollte tatsächlich niemand auf oder von der Insel gelangen können? Er sinniert laut über private und geheime Übergänge in irgendwelchen Häusern, während ich mich unbemerkt abseile. Die anderen Leute auf der Insel scheinen genauso genervt zu sein, anscheinend deshalb, weil niemand mehr von hier weg kommt. Als ich eine Frau nach anderen Übergängen frage, gibt sie mir nur schnippische Antworten und hält mich wohl für etwas blöd, weil ich noch nicht mitbekommen habe, was los ist. Als ich eine zweite Frau frage, ob es irgendeine Möglichkeit gibt, diese Insel zu verlassen, antwortet sie mir nebulös, es gäbe eine, nämlich dann, wenn ich zu allem "Ja!" sage. Es sieht so aus, als müßte ich hier auf der Insel übernachten, aber so schlimm finde ich es gar nicht. Es ist fast eine Art Abenteuer und die Szenerie Berlins vermischt sich mit der Szenerie Venedigs. So eine Sommernacht ohne Obdach in Venedig kann ja auch romantisch sein. Während ich herumschlendere sehe ich im Rinnstein der Straße ein kleines Tier liegen. Es ist ein winziger Hundewelpe und daneben ein flacher Korb, in dem noch mehr sind. Der Welpe, der draußen liegt, sieht tot aus, aber ich packe ihn trotzdem oben auf die anderen, vorsichtshalber. Dann nehme ich den Korb und trage ihn an der Brust vor mir her, einen Unterschlupf suchend. Ein Dachboden wäre vielleicht nicht schlecht, wenn man ein offenes Haus findet. Während ich den Korb mit dem toten Welpen obenauf an mein Herz gepreßt trage, wird mir plötzlich die Wärme bewußt, die davon ausgeht, und daß ich ein anderes Herz schlagen spüre. Es schlägt kräftig und gleichmäßig genau gegen meines. Das Hündchen lebt. Nachdem ich vergeblich einen Hausaufgang gesucht habe, treffe ich einen Mann, der mich einläd, in seine Sportgruppe zu kommen. Es ist eine Karate-Sportgruppe und dort könnte ich zumindest die nächsten zwei Stunden bleiben und gleichzeitig mal in diesen Sport hereinschnuppern. Warum also nicht? Wenn man durch den Eingang in die Übungshalle tritt, befindet man sich erst auf einer Balustrade, die man seitlich hinunterlaufen muß, bis man in eine große Halle mit einem Schwimmbecken gelangt. Auf der Treppe fragt mich eine Frau aus der Gruppe verschiedene Kampfsportarten ab, deren Namen ich noch nie gehört habe, und will wissen, ob ich sowas schon gemacht hätte. Ich gestehe, daß ich von allen null Ahnung habe und hoffe, daß dies kein Problem ist. Unten angekommen, möchte ich am liebsten sofort mit einem Kopfsprung ins Wasser springen, weil es so einladend aussieht. Das Wasser ist klar und warm und irgendwie natürlich angelegt, mit verschiedenen Wassertiefen und an der Wand einem wirbelnden Wasserfall. An manchen Stellen kann man auch über das Wasser laufen, wie es einige aus der Gruppe tun. Allerdings stellen sie sich dann alle ordentlich neben dem Becken auf und ich unterdrücke den spontanen Impuls, ins Wasser zu springen, und stelle mich dazu. Dabei fällt mir noch mehr auf, wie malerisch diese Halle mit ihrem Schwimmbecken angelegt ist. Wenn man unter der Balustrade hindurchblickt, ist es, als sähe man auf den Horizont eines Sees und auf den Himmel. Dort am Horizont ist sogar ein großes altes Segelschiff zu sehen und am dunklen Nachthimmel leuchtet ein großer bunter Stern, der langsam angeflogen kommt und sich als Stern mit dem Muster der amerikanischen Flagge entpuppt. Diese ganze Schwimmlandschaft scheint wie eine riesengroße, täuschend echte Bühne gebaut zu sein.