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Dienstag, 4. September 2007

Irgendwie scheine ich heute,

irgendwann im Laufe des Tages, völlig unbeabsichtigt und unbemerkt einen Clown verschluckt zu haben. Nachdem ich schon auf Arbeit ständig vor mich hingegrinst und gekichert habe, dabei aufpassen musste, nicht häufiger als zulässig loszulachen, hätte mich der nächste Lachanfall beinahe in der U-Bahn-Station erwischt. Als Hoch-Bahnhof ist diese zufällig nicht unter der Erde, sondern so hoch darüber, dass man beim Warten den Mietern des gegenüberliegenden Wohnhauses in die Fenster schauen kann. Diesmal stand eines der Fenster offen und ein Mann machte sich an einem Kühlschrank zu schaffen, der direkt in der Ecke am Fenster stand. Die Tür des Tiefkühlfaches öffnete sich zum Zimmer zu, so dass ein Teil des Mannes hinter der weißen Türfläche verschwand. Ich habe zwar keine Ahnung, was der da in dem Tiefkühlfach gemacht hat, aber seine Bewegungen weckten doch einige seltsame Assoziationen bei mir, da sie sehr rhythmisch und hüftbetont waren. Genauer gesagt sah es von diesem Blickwinkel so aus, als ob er mit seinem Kühlschrank korpulieren würde. Und wieder hatte ich Mühe, an mich zu halten und nicht laut los zu lachen, allerdings merkte ich an den etwas irritierten Blicken der Leute um mich herum, dass ich meine Mundwinkel wohl nicht mehr unter Kontrolle hatte. Sowas aber auch - was soll ich denn auch machen, wenn mir an einem Tag ständig so komische Situationen aufgetischt werden, zumindest ich fand sie allesamt irre lustig.

Zum Glück

ist Herr N. jetzt gegangen, ich konnte mich die ganze Zeit kaum noch vor Lachen hinter meinem Computer halten. Aus irgendeinem Grund könnte ich heute wegen völlig belanglosen Sachen ständig in Lachkrämpfe verfallen. Zuerst habe ich mich über eine Kollegin der anderen Gruppe amüsiert, welche vom Flur aus zu mir in das Zimmer lugte, als Herr N. gerade die Tür öffnete und staunend "Ooaaahhhh!" rief, ohne hereinzukommen. Ich fühlte mich unwillkürlich an gaffende Besucher im Zoo erinnert, die ein exotisches Tier bestaunen und Herr N. mußte meine ein bis zwei Imitationsversuche dieser Situation über sich ergehen lassen. Später konnte ich mich kaum noch darüber einkriegen, dass ich zu Frau Hahn immer Frau Hase sagen will. Glücklicherweise habe wir große Flachbildschirme, hinter denen man sich gut verstecken kann, es hat mich aber große Anstrengung gekostet, mich dahinter einigermaßen aufrecht zu halten und nicht ständig laut loszuprusten. Ein leises Kichern konnte ich jedoch ab und an nicht unterdrücken, wovon er aber anscheinend nichts mitbekommen hat. Ich glaube kaum, dass Herr N. dafür Verständnis hätte, wenn ich mich völlig albern stundenlang über dasselbe amüsiere und vor Lachen unter dem Tisch liege.

Montag, 3. September 2007

Meine Jacke jedenfalls,

ist bei Herrn N. gut aufgehoben. Als ich heute morgen kam, war ich in meiner dünnen Baumwolljacke leicht durchnässt, allerdings wirklich nur leicht an der Kapuze und den Schultern, zum Glück hat es erst später angefangen, richtig zu gießen, so daß ich nur ein paar Tropfen abbekommen hatte. Ich platzierte meine Jacke wie jeden Tag in unseren Gardrobenschrank, wo sie alleine hing, denn Herr N. hatte seine zum Trocknen an einen Schrank gehängt. Gegen Mittag bemerkte ich, dass Herr N. den Bügel mit meiner Jacke in der Hand hielt und irgendwas murmelte, er würde sie mal kurz zum Trocknen raushängen, wegen Stockflecken und so. Ich ließ ihn gewähren, fand es aber schon irgendwie merkwürdig, dass sich jemand, insbesondere ein Mann, um meine feuchte Jacke kümmert. Wenn es die Kollegin aus meiner alten A-Abteilung gewesen wäre, die immer ein wenig fürsorglich und mütterlich war, dann hätte es mich weniger gewundert. Das muss ich beobachten - nicht dass er meine Jacken nicht nur vor Stockflecken, sondern auch noch vor gefräßigen Insekten schützen will und im Winter, wenn ich wieder meine Webpelzjacke trage, einige von seinen Mottenkugeln mitbringt.
Aber wahrscheinlich hat er das weniger aus Sorge um meine Jacke, als vielmehr aus Angst um seine Jacke gemacht, die er wieder zurück in den Schrank hängen wollte und die sich ganz schnell an meiner mit Stockflecken angesteckt hätte. *gg*

Vormittags kam die Kollegin, von der ich meine neuen Akten bekommen habe, in unser Zimmer und meinte schnüffelnd, dass es bei uns nach Räucherstäbchen riechen würde. Ich konnte das nicht nachvollziehen und auch Herr N. konnte sich das nicht erklären und fragte nach, worauf sie sagte, es würde wie in einem tibetischem Tempel riechen. (Ich bin unschuldig -Ehrenwort! - ich räuchere nur zu Hause.) Dies veranlasste Herrn N. zu der Bemerkung, dass das Zimmer doch jetzt auch ein Tempel sei, was er noch mehrmals wiederholte, und als die Kollegin weg war, fragte er mich, ob ich was riechen würde. Ich sagte kurzerhand: "Ja, allerdings keine Räucherstäbchen." und als er nachhakte, was es denn wäre, antwortete ich "Mottenkugeln". Das interessierte ihn sehr, denn er wollte jetzt wissen, wann ich das denn riechen würde, worauf ich "Immer." antwortete.
Danach ging ich ins Büro, wo jetzt Herr K. mit obiger Kollegin sitzt, um meine neuen Akten zu holen und Herr K. bot sich gleich an, mir beim Tragen zu helfen. Ich legte ihm einen Stapel hin, aber er wollte mehr, und immer wenn ich ihm eine Akte dazupackte, wollte er immer noch mehr. Irgendwann war der Stapel so hoch, dass ich mir kaum vorstellen konnte, wie der kleine Mann den wegkriegen will, weshalb ich sagte, dass er so viel doch gar nicht tragen könne, das gehe doch nicht, der Stapel sei viel zu groß. Aber er antwortete, dass er das ja gerade wolle, damit es auch endlich mal mit der Krankschreibung klappt. Er bestand allerdings darauf, nicht allein in mein Zimmer zu Herrn N. zu gehen, um nicht als Loser dazustehen. Ich kann kaum nachvollziehen, warum er so viel Scheu hat, zu Herrn N. in das Zimmer zu gehen. Als er damals seine eigenen Sachen geholt hat, hat er sogar immer angeklopft. Wahrscheinlich hat er Herrn. N. von einer anderen Seite als ich kennengelernt. Wir gingen also zusammen, ich den kleinen, er den großen Stapel, und glücklicherweise ist er mir nicht mitten auf dem Weg mit den vielen Akten zusammengebrochen.

Eine Reise nach Polen

Gerade denke ich an eine Reise in die Beskiden vor ca. 16 Jahren zurück. Das Besondere an dieser Reise war, dass wir dort bei Bekannten wohnten, bei denen meine Eltern schon einmal mit mir und meinem Bruder zu Besuch gewesen sind, als ich ungefähr drei Jahre alt war. Sie hatten die Leute über die Kirche kennengelernt, weil zwei Töchter von ihnen in dem Kirchenchor sangen, der in unserer Gemeinde gastierte.
Ich selbst kann mich von der ersten Reise nur an ein buntes Schaukelpferd erinnern, welches dort im Garten stand, und an die langen Haare meines Bruders, die ihm während der Zugfahrt, als er schlief, über das Gesicht fielen. Die vielen anderen höchst dramatischen Geschichten, die meine Eltern so gerne erzählen, sind mir nur vom Hörensagen bekannt (manchmal habe ich ja den leisen Verdacht, dass sie gerne ein wenig übertreiben), z. B. die, wie ich meinen Kopf in das schmiedeeiserne Gitter eines alten Brunnens steckte und ihn nicht mehr herausbekam, oder stundenlang an der Hand meiner Mutter mit meinen kleinen Beinchen über Geröll, Steine und durch ausgetrocknete Flußbetten stolperte, ohne zu murren und zu klagen (wenn da nicht schon meine Passion für das Wandern deutlich wird), wie meine Mutter mit mir auf einer offenen, klapprigen Seilbahn fuhr und immer Angst hatte, ich würde mich nicht richtig festhalten, durch den Bügel rutschen oder den Absprung nicht schaffen und noch einige mehr.
Meine Eltern hatten stets den Kontakt zu den Bekannten gehalten, ebenso der Cousin meiner Mutter, der ebenfalls evangelischer Pfarrer war und seine Cousine geheiratet hat (also nicht meine Mutter, sondern eine andere Cousine). Er war Pfarrer geworden, nachdem er durch Gott von seiner Schuppenflechte geheilt worden ist, wie er sagte, und da er im Westen lebte, organisierte er desöfteren Hilfslieferungen für die polnische Gemeinde.
Er fuhr leidenschaftlich gerne Auto und nach dem Fall der Mauer machte er gerne längere Ausflüge nach Polen.
Einmal kam er auf die Idee, meine Mutter und mich dorthin mitzunehmen. Meine Mutter war sofort begeistert, ich weniger, da ich mir schöneres vorstellen konnte, als mit meiner Mutter und meinem 70jährigem "Onkel" bei einer 83jährigen alten Frau zu wohnen. Ich befand mich gerade in meiner Diskophase, wo meine Lieblingsbeschäftigung tanzen und feiern war. Trotzdem redeten die beiden so lange auf mich ein, bis ich schließlich nachgab und den Koffer packte.
Die Fahrt in den kleinen Bergkurort war lang. Mein "Onkel", wie ich ihn immer nannte, obwohl er es nicht war, hatte eine Vorliebe zu Marsch- und Volkmusik, die er während der Fahrt ausgiebig genoß.
Bei dem kleinen Haus angekommen, das uns für eine Woche beherbergen würde, hatten wir nur kurz Zeit, um uns frisch zu machen, dann gondelte er uns gleich von Empfang zu Empfang. Ich weiß nicht, wen wir dort alles besucht haben, aber es waren jede Menge Häuser, die wir abklapperten, u.a. auch die Pfarrerin der Gemeinde. Diese öffnete extra den Gemeindesaal und überreichte uns zum Abschied noch jedem ein Gastgeschenk, mir einen riesigen folkloristischen Holzlöffel. Diesen benutze ich heute noch dafür, Farbe umzurühren, weil er so schön stabil ist.
Auch bei der alten, über 90jährigen Tante waren wir, welche allein in einem sehr dunklen Haus wohnte, - zumindest kam es mir sehr dunkel vor -, seit Jahren nur schwarz trug, aber einen äußerst lebhaften und neugierigen Eindruck machte. Bei einer anderen alten Tante, die uns in ihrem mit Häkeldecken ausgestattetem Zimmer empfing, und noch vielen anderen, an die ich mich nicht erinnere.
Glücklicherweise verstand ich mich mit der Tochter unserer Gastgeberin auf Anhieb sehr gut. Es war eine von den beiden, die bei uns in Berlin gewesen sind, und ihr Neffe, ein Jahr jünger als ich, hatte mit mir schon auf unserer ersten Reise zusammen gespielt. Beide, I. und ihr Neffe P., nahmen mich nun unter ihre Fittiche und versuchten mir den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten und mir auch etwas jüngere Gesellschaft zu bieten. Da P. Englisch konnte, ging die Kommunikation relativ reibungslos vonstatten.
Zuallererst wollten sie mir die Seilbahn zeigen, mit der ich schon als kleines Kind gefahren war, woran ich mich aber nicht erinnern konnte. Onkel H. und meine Mutter kamen mit, allerdings weigerte sich mein Onkel strikt, mit der Seilbahn zu fahren und malte sämtliche Horrorszenarien aus, die dabei geschehen könnten. Auch meine Mutter ist extrem ängstlicher Natur, irgendwie ähnelten sie sich darin sehr stark - das scheint wohl eine erbliche Familienanlage zu sein -, und lehnte es ebenfalls ab, damit zu fahren.
Ich jedoch hatte durchaus Lust Seilbahn zu fahren als sie mich fragten, auch wenn das Teil ziemlich klapprig aussah, und wir einigten uns schließlich, dass die älteren Herrschaften unten auf uns warten würden.
Da dies eine Seilbahn ist, die nie richtig anhält, sprangen wir also auf und gondelten nach oben. Zum Glück hatte ich I. neben mir zu sitzen, die mir die Schutzvorrichtungen erklärte, denn aus irgendeinem Grund bin ich mit absoluter Blindheit geschlagen, wenn es um irgendwelche Einrichtungen wie Schutzbügel geht. Ich sehe sie einfach nicht, auch wenn sie mir direkt vor der Nase hängen, ja, schlimmer noch, ich komme nicht einmal auf die Idee, dass ich so etwas wie einen Schutz brauche. Deshalb kann ich nicht alleine Karussell fahren, denn wenn ich Pech habe, falle ich plötzlich aus der Gondel, weil ich diesen völlig witzlosen Stahlbügel, der da irgendwo sinnlos in der Gegend herumhing, nicht wahrgenommen habe.
Oben angekommen genossen wir die Aussicht, doch als wir wieder nach unten fahren wollten, krächzte die Seilbahn noch einmal laut und stand still. Die beste Gelegenheit um sich die ausgefeilten Horrorszenarios meines Onkels zurück ins Gedächtnis zu rufen. I. und P. gingen in die Station und fragten dort nach, wobei sie erfuhren, dass gerade Mittagspause sei und die Seilbahn erst wieder in einer halben Stunde fahren würde.
Na wunderbar! Da standen wir also auf dem Ausguck und überlegten, wie wir irgendwie Rauchzeichen nach unten geben könnten. Für uns war zwar alles klar, aber wenn ich an die Phantasie meines Onkels dachte, fürchtete ich doch, dass sie unten in Panik ausbrechen könnten. Und das alles wegen mir.
Endlich war die Mittagspause beendet und wir fuhren besorgt in das Tal hinunter. Die beiden standen mit steinernen Gesichtern noch immer an der Stelle, wo wir sie verlassen hatten, aber als ich sie schuldbewußt anlachte und ihnen erklärte, dass die Seilbahn Mittagspause gemacht hatte, überwog wohl ihre Erleichterung und sie lachten ebenfalls wieder, jedoch nicht ohne auszurufen, dass sie schon dachten es sei sonstetwas passiert.

Fortsetzung folgt (vielleicht)

Aus den Klauen entlassen, vorerst...

Das Wochenhorroskop:

Saturn hat Ihr Zeichen verlassen. Eine tonnenschwere Last fällt ab. Saturn lief zweieinhalb Jahre durch Ihr eigenes Zeichen und stand für eine schwierige, arbeitsintensive Phase, deren Früchte Sie bis heute nicht wirklich ernten konnten. Am Sonntag hat dieser Saturn Ihr Sonnen-Zeichen verlassen und ist einen Abschnitt weiter gerückt, in das Jungfrau-Zeichen. Was für eine Erleichterung! Es wird ein paar Tage dauern, ehe Sie es spüren, aber eine angenehme Veränderung wird sich einstellen. „Druck und Enge“ werden von Ihnen abfallen, Sie werden wieder so wie früher.

Wenn Saturn verschwindet, fällt Druck ab, sehen Sie die Dinge aber auch einfach wieder klarer. Jetzt kann sich Jupiters Optimismus (er steht ja im verwandten Schütze-Zeichen) freier entfalten. Sie werden mutiger, zuversichtlicher und sehen Probleme nicht mehr so eng, sondern öffnen Ihren Blick für eine rosige Zukunft. Bereits in den nächsten Tagen stellt sich dieses zuversichtliche und lässige Löwe- Verhalten wieder ein. Man kann sagen, Sie sind wieder die/der Alte – wenn auch um ein paar wertvolle Erfahrungen reifer. Saturn verschwindet nicht ganz, er löst sich ja nicht in Luft auf, sondern er wandert weiter. In dem Fall in Ihr 2. Solarhaus, von dem aus er Ihnen sogar dabei hilft, endlich die Früchte für Ihre Arbeit, Ihren Verzicht zu ernten.


In der Tat warte ich darauf schon seit zwei Jahren. Allerdings kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass die nächste Zeit weniger arbeitsintensiv wird. Und ich hoffe, es ist nur ein Zufall, dass ich ab morgen meinen ersten eigenen Buchstaben habe - mein Kumpel nennt das Buchstabenkaufen, ich kaufe also ein J -, denn ich fühle mich noch immer ein bißchen wie ein blindes Huhn (somit könnte man es auch Buchstabenpicken nennen, ich habe ein J gepickt).

Sonntag, 2. September 2007

Über Otto Kokoschka, Maler:

Kokoschka sei verrückt geworden - hieß es - er lebe nun mit einer Puppe zusammen. In der Tat hatte er bereits im Sommer 1918 bei der angesehenen Münchener Puppenmacherin Hermine Moos eine lebensgroße Puppe in Auftrag gegeben. Mit zahlreichen Detailzeichnungen hatte er die Schneiderin über das Aussehen des Fetischs instruiert. "Bitte machen Sie es dem Tastgefühl möglich, sich an den Stellen zu erfreuen, wo die Fett- und Muskelschichten plötzlich einer sehnigen Hautdecke weichen", wies er sie an: "Es handelt sich mir um ein Erlebnis, das ich umarmen muß!" Als die Puppe Ende Februar 1919 bei Kokoschka in Dresden eintraf, war die Enttäuschung groß, vergeblich versuchte er in dem Gegenstand aus Stoff und Holzwolle seine Alma Mahler zu erkennen. "Die äußere Hülle ist ein Eisbärenfell, das für eine Nachahmung eines zottigen Bettvorlegerbären geeignet wäre, aber nie für die Geschmeidigkeit und Sanftheit einer Weiberhaut", wie er Hermine Moos vorhielt. Die Puppe war verständlicherweise nicht geeignet, Kokoschkas sexuelle Bedürfnisse zu erfüllen. Nichtsdestoweniger verewigte er "Die stille Frau", wie die misslungene Kopie nun hieß, in zahlreichen Tuschezeichnungen und Gemälden. Er kleidete sie in teure Kostüme und Dessous aus den besten Pariser Modesalons und ließ über seine Kammerzofe das Gerücht verbreiten, er habe einen Fiaker gemietet, "um sie an sonnigen Tagen ins Freie zu fahren, eine Loge in der Oper, um sie herzuzeigen". Die Geschichte fand ein plötzliches Ende, als Kokoschka der Puppe bei einem Gartenfest im Rausch den Kopf abhackte und eine Flasche Rotwein darüber zerschlug. Mit der Ermordung der "stillen Frau" hoffte er offenbar, Alma in sich überwinden zu können. "Früh am nächsten Morgen, als das wilde Fest fast vergessen war, schellte die Polizei am Haustor. Die Schupos hatten einen dringenden Verdacht zu klären: Man habe gemeldet, im Garten liege eine Leiche." Als Kokoschka da Missverständnis aufgeklärt hatte, entsorgte die Müllabfuhr die Reste einer exaltierten Beziehung.
(aus: "Witwe im Wahn" von Oliver Hilmes)

Jemandem die Glatze polieren

Ich stehe in einer Schlange hinter einem Skin. Auf einer Seite seiner Glatze sprießen an einer kleinen Stelle ein paar stoppelige Härchen. Irgendwie stören mich diese, weshalb ich Sandpapier nehme und damit beginne, seine Kopfhaut zu schmirgeln, sorgfältig und konzentriert, bis sie an dieser Stelle völlig glatt geschmirgelt ist. Dabei bin ich mir nicht sicher, ob er nicht vielleicht etwas merkt, aber er bekommt überhaupt nichts mit und ist sowieso betrunken. Er dreht sich sogar um, und sagt etwas über seine sprießenden Haare, was nur den Schluß zuläßt, dass er wirklich nichts mitbekommen hat oder aber den oberflächlichen Anschein machen will, er bekomme nichts mit, durch diese übertriebene Form mir aber trotzdem einen versteckten Hinweis geben will, dass er doch was gemerkt hat.

Samstag, 1. September 2007

Creme um den Mund und Ungehorsam

Weil ich irgendeinen kleinen Pickel neben dem Mund habe, beginne ich mir Penatencreme rund um den Mund zu schmieren, bis er einen dicken weißen Rand hat, obwohl an den anderen Stellen gar nichts ist. Allerdings beabsichtigte ich etwas damit(wenn ich auch nicht mehr weiß, was das war). Ich spaziere in das Büro meiner Gruppenleiterin und sage zu ihr demonstrativ, sie solle sich heute nicht wundern wegen der Creme, da ich einen Ausschlag am Mund hätte (was aber so gar nicht stimmt). Frau Gr. kommt durch eine Tür im Büro, die nicht wirklich existiert, und will mir die Hand geben. Da ich noch Creme an den Fingern habe, will ich das vermeiden, doch Frau Gr. läßt nicht locker, erwischt durch mein Zögern aber nur die Fingerspitzen. Die Creme daran scheint sie nicht zu stören.

In einem unbekannten Hotelzimmer. Erst bin ich allein, dann kommt ein älterer Mann ins Zimmer. Wir liegen zusammen auf dem Bett und die Atmosphäre ist erotisch geladen, ohne dass wir uns überhaupt berühren. Er geht nach kurzer Zeit wieder, läßt aber eine frisch gebackene Pizza auf dem Bett zurück. Keine Tiefkühlpizza, sondern anscheinend handgemacht, mit sehr viel Käse und Tomaten, und äußerst appetitlich aussehend. Unglücklicherweise verlangt er von mir, dass ich die Pizza nicht anfasse, bis er wieder da ist. Dies sagt er jedoch nicht, weil ihm etwas an der Pizza liegt, sondern es ist Teil eines erotischen Spiels, dass er anscheinend mit mir spielen will, in welchem er mir Befehle erteilt und meinen Gehorsam verlangt. Sein Spiel mt der Pizza ist äußerst perfide, das wird mir klar, als ich sie so von allen Seiten betrachte und Überlegungen anstelle, ob ich meinem Appetit nachgeben oder lieber gehorsam sein soll. Schließlich denke ich bei mir "Ach egal, ich steh eh nicht auf sowas." und stopfe mir noch im Bett ein großes Stück Pizza in den Mund. Dabei muss ich aufpassen, keine Tomatenflecke auf der Bettwäsche zu hinterlassen, das könnte sonst zu sehr auffallen.

Freitag, 31. August 2007

Die wundersame Wandlung des Herrn N.

Eine Kollegin aus meiner neuen Gruppe wollte mal wieder wissen, wie es so mit Herrn N. laufe, und erzählte mir, dass Herr N., seit er mit mir zusammensitzt, viel aufgeschlossener geworden ist und jetzt auch immer mal ein freundliches Wort habe, wenn er bei anderen durch das Zimmer kommt. Dasselbe ist mir ja ebenfalls aufgefallen, weshalb ich mir dann immer gedacht habe, sooo schlimm ist er doch gar nicht, wie alle erzählen. Allerdings scheint dieser neue Wind wirklich erst mit mir eingezogen zu sein und "freundlich" ist bei Herrn N. sehr relativ - das, was für ihn freundlich ist, kann auf andere schon wieder zynisch wirken, aber die Wandlung scheint trotzdem eklatant zu sein. Meine Kollegin erklärt das damit, dass ich ihm gefalle. Ich hoffe mal, dass sie sich irrt. Vielleicht liegt es ja auch an seinen zweistündigen ausgedehnten "Dienstwegen" (wie er sie nennt), die er Mittags gerne macht. *gg*

Donnerstag, 30. August 2007

Irgendwie finde ich

es wirklich schade, dass man das eingesammelte Inventar immer nur für bestimmte vorgesehene Zwecke verwenden darf. Ich hätte da eine Menge kreativer Ideen. Zum Beispiel würde ich mit dem eingesammelten Klebeband dem nervigen Schlafwagenschaffner den Mund zukleben, damit ich endlich alle Mitreisende des Orientexpresses aus ihrem Schlaf reißen und in die Kabinen schauen kann, ohne dass der mich blöd von der Seite anquatscht.

Sehr schöner Begriff:

"querulatorische Persönlichkeitsstörung"

Dienstag, 28. August 2007

Und hier ist sie: Die wunderbare, fabelhafte, unglaubliche Brennessel!

Verwunderlich nur, daß so bekannte Größen des Altertums wie Horaz und Ovid die Brennessel besungen haben, der griechische Naturphilosoph Phanias ihr zu Ehren ein ganzes Buch schrieb, der römische Dichter Catull die Brennessel in einem Gedicht hochlobte, Hieronymus Bock an den Anfang seines Kräuterbuches diese Pflanze setzt, ja alle alten wie neueren Heilpflanzenkenner sie ganz besonders als starke Heilpflanze hervorheben. Ausgesprochen unverständlich erscheint uns, wenn Albrecht Dürer auf einem Bild die Brennessel in die zarten Hände eines Engels legt, damit er dieses Unkraut zum Thron des Herrn hinaufbringe. Es brennt uns förmlich in den Fingern!

Lassen wir uns doch auf dieses brennende Abenteuer ein, versuchen wir herauszufinden, warum gerade ein Teufelsunkraut in den Himmel gehoben wird. Wir brauchen nicht weit zu gehen, um auf die nächste Brennessel zu stoßen. Gleich am Haus, selbst in der größten Stadt, auf einem winzigen übriggelassenen Stückchen Erde hat sie Fuß gefaßt. Und da machen wir schon die erste ungewöhnliche Entdeckung. Diese Pflanze, die so sehr auf Distanz bedacht ist, läuft dem Menschen _ geradezu nach. Wo immer
wir uns niederlassen, bei allen menschlichen Siedlungen, in der Stadt, auf dem Land, bei Bauernhöfen, nahe der verlassensten Hütte in den Bergen, da finden sich die Brennesseln ein. Selbst dort, wo Siedlungen schon längst wieder aufgegeben und von Gras überwachsen sind, stehen noch die Brennesseln und zeigen an, »hier haben einmal Menschen gewohnt«. Sie finden sich besonders ein an solchen Plätzen, wo wir unsere Abfälle und Ausscheidungen hinterlassen haben, wo der Boden von Urin oder Jauche getränkt ist, hinterm Haus neben der Güllegrube. Die Brennesseln scheinen mit einem Zuviel an Harnstoff umgehen zu können...

...Jetzt sind wir schon der ersten guten Tugend dieses Teufelskrautes auf der Spur. Die Brennesseln können heilend auf das Bodengeschehen einwirken. Mit ihren langen, weitverzweigten Wurzeln erschließen sie die Erde für neue Humusbildung. Die abgestorbenen Brennesseln bereichern den Boden mit ihrem hohen Gehalt an Mineralien. Das Übermaß an Stickstoff im Boden wird umgewandelt. Wir können diese Kräfte der Brennessel ganz gezielt im Garten verwenden. Unter Obstbäume gepflanzt, vermehren sie deren Ertrag, neben aromatischen Kräutern erhöhen sie Duft und Aroma dieser Pflanzen.

Als ob sie es von Anfang an gewußt hätte, daß der Mensch um sich herum soviel zerstören wird, als ob sie einen geheimen Auftrag erhalten hätte: »Halte dich an die Menschen, folge ihnen auf Schritt und Tritt, ordne, heile, aber hüte dich vor ihnen; denn wenn sie einmal deine große Nützlichkeit erkannt haben, könnten sie dich in ihrer Gier ausrotten. « So folgt uns dieser hilfreiche Pflanzengeist in der Verkleidung eines beißenden, brennenden und unansehnlichen Unkrauts. Und bis jetzt hat alles geklappt; hätte sich die Brennessel nicht immer so standhaft gewehrt, vielleicht wäre sie jetzt vom Aussterben bedroht, denn sie ist uns für so viele Dinge nützlich: Im Frühjahr bietet sie sich an als gesunde und schmackhafte Nahrung, mit ihren Wurzeln und Blättern kann man Wolle und Stoffe färben, die zähen Fasern der Stengel können zu Stoffen verarbeitet werden. Im Mittelalter wurde die Brennessel sehr viel zur Herstellung des Nesselstoffes verwendet. Wer heute in einem Geschäft jedoch Nessel kauft, erhält einen aus Baumwolle gefertigten Stoff. Zur Gewinnung von Chlorophyll wird heute hauptsächlich die Brennessel verwendet, denn sie enthält diesen Stoff in besonders reichem Maße...

...Eisen, das „Metall des Mars“, findet sich in besonders hoher Konzentration in der Brennessel. Im menschlichen Körper kann diese Pflanze die eisenproduzierenden Organe anregen und ihm außerdem Eisen zuführen. Auch die Farbe dieses Planeten, das Blutrot, hat ihre Entsprechung in der Heilkraft der Brennessel. Sie ist eine unserer besten Blutreinigungspflanzen. Besonders im Frühjahr, wenn der Körper vom Winter voll Schleim ist, die Frühjahrsmüdigkeit die Aktivitäten lähmt, im Monat des Mars, dem März, ist eine Reinigungskur mit der Brennessel besonders wertvoll. Bleichsüchtigen, blassen Menschen bringt sie die gesunde rote Farbe wieder ins Gesicht. Jetzt zu dieser Zeit hat die Brennessel auch einen besonders hohen Eisengehalt.

(aus "Medizin der Erde" von Susanne Fischer-Rizzi)

Die Seebestattung

Gerade mit meinem Kumpel gequatscht und er hat mir von der Seebestattung erzählt, auf der V. ihre letzte Ruhe gefunden hat. Sie wurden dazu mit einem kleinen Bus abgeholt, zum Hafen gefahren und dann auf einen Kutter verfrachtet. Als der Kutter draußen auf See war, bemerkten sie, dass es das einzige Schiff auf See war und das hatte auch einen Grund, nämlich den, dass es an diesem Tag ziemlich stürmisch wurde. Sie waren neun Beerdigungsgäste und von diesen neun Gästen sahen sieben irgendwann gelb und grün im Gesicht aus, weil ihnen richtig schlecht war. Mein Kumpel natürlich nicht, denn der ist ja ein harter Seebär.;o) Der Kutter fuhr zu einer bestimmten Stelle vor den Kreidefelsen, welche direkt für Seebestattungen vorgesehen ist, dort darf nicht gefischt werden. Dann hat der Kapitän eine Ansprache gehalten und die Urne wurde ins Wasser gelassen. Ich dachte ja immer, dass die Asche einfach in die See gestreut wird, aber es ist so, dass die Bestattung in wasserlöslichen Urnen stattfindet, die sich erst nach geraumer Zeit auflösen. Die Beerdigung soll im großen und ganzen recht lustig gewesen sein, also anders als normale Beerdigungen. Sie haben Luftballons steigen lassen, Blumen auf das Wasser gestreut und wohl an dem Tag, natürlich nicht direkt bei der Bestattung, öfter mal gelacht. Warum auch nicht, 40 Jahre sind zu jung um zu sterben und auch zu jung für bleierne Beerdigungen. Eigentlich finde ich so eine Seebestattung gar nicht schlecht. Insbesondere die Vorstellung, wie die Gäste auf meinem letzten Weg alle grün und gelb werden und kotzend über der Reling hängen, erheitert mich sehr. Schade, dass ich das dann nicht mehr sehen kann. *gg*

Ansonsten haben wir jetzt den 16. für einen Ausflug festgemacht, den wir schon lange nicht mehr zusammen gemacht haben. Ich hoffe, dass es jetzt, nachdem es die letzten zwei Tage schlagartig so kühl geworden ist, nicht noch anfängt, wochenlang zu regnen.

Montag, 27. August 2007

Ein leicht übelkeitserregendes Gewinnspiel

gibt es neuerdings bei Rittersport. Dabei kann man nämlich die sogenannte Ritter-Rente gewinnen - 365 Tafeln Rittersport jedes Jahr und das ein Leben lang. (Man muss übrigens nicht erst 32 Tafeln kaufen und das Qualitätssiegel sammeln, man kann auch nur mit Postkarte teilnehmen.)
Wen bitte wollen die damit hinter dem Ofen hervorlocken?
Jeden Tag eine ganze Tafel Schokolade und das ein Leben lang? Das wäre selbst mir zuviel.
Dabei will ich mir noch gar nicht ausmalen, wie das wird, wenn man irgendwann im fortgeschrittenem Alter an Diabetes leidet und gar keine Schokolade mehr essen darf.
Da hilft wohl nur noch, 365 Tafeln jedes Jahr dem Kinderheim zu stiften. Die Frage ist, warum Rittersport das nicht gleich tut, sondern erst so ein dämliches Gewinnspiel ausruft.

Als ob es nicht schon faszinierend

genug wäre, wie so ein kleines Spinnentier so ein wunderschönes großes Radnetz weben kann, so finde ich es doch noch viel erstaunlicher, wie so ein kleines Spinnentier binnen einiger Minuten das ganze Netz wieder wegräumen, aufräufeln, aufwickeln oder was auch immer kann. Und das machen die tatsächlich, ich dachte ja immer, die lassen das alte einfach hängen, bis es von alleine abfällt, aber denkste. Zumindest meine Hausspinne ist extrem ordentlich, gut erzogen und räumt alles, was sie nicht mehr braucht, fein säuberlich aus dem Weg. Als letzten Sonntag das Netz verschwunden war, meinte ich, sie hätte sich endlich ein anderes Plätzchen gesucht - dem war aber nicht so. Anscheinend hatte sie nur eine kurze Jagdpause eingelegt und von ihren Vorräten gezehrt, bis die aufgebraucht waren. Dies war wohl gestern der Fall, denn da hing sie wieder in ihrer vollen Pracht mitten in einem Netz. Netterweise hatte sie es diesmal etwas niedriger gebaut, so dass ich mich nicht mehr so sehr verrenken musste, um rüberzukommen. Als ich heute von der Arbeit kam, hing sie immer noch im Netz, aber fünf Minuten später, hatte sie alles schon ordentlich eingepackt. Keine Ahnung wieso. Vielleicht ist es ihr auch zu kalt geworden, so mitten im Wind.

Kürbisblüten?

Als ich heute morgen wieder auf meiner "Unkrautstraße" entlangging, traute ich meinen Augen kaum. Vom weitem sah es aus, als lägen große Fetzen gelber Müll verstreut. Aber es waren keine Abfälle, sondern riesige - kaffeetassengroße - gelbe Trichterblüten direkt am Wegesrand. Solche Blüten habe ich noch nie gesehen. Nach einigem Googeln glaube ich, dass es Kürbisblüten sein könnten, allerdings erkennt man auf den Fotos nie die Größenverhältnisse. Sollten es Kürbisblüten sein, müßte es ja bald Kürbisse am Wegesrand geben, d.h. falls das Unkraut vorher nicht abgemäht wird, wie auf der anderen Seite passiert.

Sonntag, 26. August 2007

Alma Mahler-Werfel über eine intime Begegnung mit Hans Pfitzner:

Da - dieser feine Dichter und Musiker sagte wörtlich: "Was sollen wir jetzt tun? Soll ich dich nun besitzen - oder nicht?" Er war mir nur komisch in diesem Moment. Ich ließ ihn noch eine kurze Weile bei dem "wir", aber jämmerlich kam mir dieses grobklotzige, kleine, schwache Nervenbündel vor! Das sind die Künstler! Wenns ans Leben geht - werden sie Dilettanten!
(aus "Witwe im Wahn" von Oliver Hilmes)

Gerade mußte ich laut auflachen,

als ich folgende Rezension zu "Das Druidentor" von Hohlbein gelesen habe:

Wenn ich jemals ein schlechteres Buch gelesen habe, erinnere ich mich Gott sei Dank nicht mehr daran. Dieses Buch ist nicht schlecht auf die "Mann, das will ich nie wieder lesen"-Art, sondern auf die "Ein Teil meiner Seele und die Hälfte meiner Gehirnzellen ist während des Lesens gestorben"-Art und wäre schon nach Seite 300 aus dem Fenster geflogen wenn ich nicht zu den armen Verdammten gehören würde die sich verpflichtet fühlen jedes Buch, dass sie anfangen, auch zu Ende zu lesen.....
Gelacht habe ich nicht deshalb, weil ich der gleichen Meinung bin wie der Rezensent - ganz im Gegenteil. Ich bin zwar kein Hohlbein-Fan, habe aber trotzdem drei Bücher von ihm gelesen. Das erste war "Das Druidentor" und gerade dieses war es, das mich so gefesselt hat, dass ich auch noch andere lesen wollte. Das zweite war "Azrael" - zwar noch ganz spannend, aber weniger interessant, und das dritte, "Hagen von Tronje", kann man vernachlässigen. Ich bin darauf zu dem Schluß gekommen, dass "Das Druidentor" wohl das Beste von Hohlbein ist und ich die anderen nicht mehr lesen muss. Dieses zeigt mal wieder, wie unterschiedlich die Lesegeschmäcker sind und wie wenig man sich auf die Rezensionen verlassen kann. Und alles was danach kam, der Grund ist ganz klar mit einem Mal - die Hälfte meiner Gehirnzellen ist damals gestorben. *gg*

Samstag, 25. August 2007

Alma Mahler-Werfel über Gustav Mahler, ihren Ehemann und Komponisten:

Er hält von meiner Kunst gar nichts - von seiner viel - und ich halte von seiner Kunst gar nichts und von meiner viel. So ist es! Nun spricht er fortwährend von dem Behüten seiner Kunst. Das kann ich nicht. Bei Zemlinsky wärs gegangen, denn dessen Kunst empfinde ich mit - das ist ein genialer Kerl. Aber der Gustav ist ja so arm - so furchtbar arm. Wenn er wüßte, wie arm er ist - er würde die Hände vor die Augen geben und sich schämen.
(aus "Witwe im Wahn" von Oliver Hilmes)