sein soll, kann ich nicht drüber lachen. Da hab ich mich heute mit Elektroschocks foltern, lange Nadeln in meine Muskeln stechen lassen (muß darauf auch noch acht Wochen warten und 15 EURO berappen) und bin genauso schlau wie vorher. Die Ärztin schmiß nur mit botanischen Begriffen um sich, murmelte immer wieder etwas von "lebhaft" bis "sehr lebhaft", womit sie wohl meine Reflexe meinte, erzählte wie zu sich selbst mehrmals beschwichtigend "aber Sie sind ja noch jung" und das Fazit war Luft. Das Ergebnis wolle sie der Orthopädin faxen und eigentlich könne man mit der Untersuchung nicht wirklich irgendetwas abgrenzen oder feststellen, dazu müßte man ein MRT machen, aber natürlich wurde ich dazu wieder zurücküberwiesen. Hallo? Das mit dem MRT hätte ich schon im August sagen können und dazu der ganze Aufstand? Noch bin ich ja skeptisch, ob jetzt wirklich mal ein MRT gemacht wird oder ich wieder woanders hin geschickt werde. So langsam fühle ich mich etwas verarscht, umhergeschubst und verspüre den sehr lebhaften Reflex, einigen Ärzten ins Gesicht zu springen. Für die heutige Untersuchung zog ich übrigens die Karte "Reise". Zuerst konnte ich damit nichts anfangen, aber irgendwie haben die Zigeunerkarten wie so oft recht behalten. Wahrscheinlich habe ich noch eine lange Reise vor mir....
ich mich dabei, daß ich Frau Grünfink "Häschen" nannte. Ich hoffe, sie sieht es mir nach, obwohl sie zur Zeit nicht so gnädig aussieht. Kein Wunder bei diesem Wetter, wenn man die ganze Zeit im Nest glucken muß, damit die Eier nicht kalt werden, und selbst dabei naß wird, weil die Balkonvermieterin den Schirm gestern abend dummerweise wegen eines wolkenlosen Himmels wieder eingezogen hatte.
ist die Hölle los. Da dachte man, das Wettbewerbs-Ranking steht fest und plötzlich radieren sie bei diversen Books radikal die (gefakten?) Pokale weg. Und im Forum herrscht eine Aufregung, als wäre das was weiß ich für ein super-wichtiger Wettbewerb. Ich mein, mir war von Beginn an klar, wie solch ein Contest läuft, es tangiert mich nicht weiter, hält mich aber auch nicht davon ab, mein Glück zu versuchen, nur weil ja alles so böse ungerecht ist. Deshalb muß ich jetzt doch ziemlich grinsen.
Nämlich hier:
http://www.doodleart.de/doodle/1350B56205.htm?&back=doodle_gallery&offset=72
Eigentlich wollte ich nur die Konfiguration für mein Handy bei O2 suchen, O2 war zu, und die Konfiguration habe ich immer noch nicht. Aber gedoodelt. So kann's gehen im Web. Nie macht man das, was man eigentlich will.
scheint noch relativ entspannt zu sein. Man sitzt im Nest, guckt in die Luft, in den Himmel, in die Bäume, fliegt ab und zu auf einen Snack. So richtig Stress wird es wahrscheinlich erst, wenn die Kleinen geschlüpft sind und ständig nach Futter schreien. Nachdem es heute extrem abgekühlt ist und es begann eisig zu regnen, ließ sich sogar Herr Grünfink blicken und wollte mit ins Nest. Ich konnte das mit dem Regen nicht mehr mitansehen und befestigte einen kleinen Sonnenschirm über dem Balkonkasten. Ich hoffe, es wird nicht allzu stürmisch, damit er nicht fortgeweht wird. Als ich den Schirm nur wenige Zentimeter neben dem Nest befestigte, ließ sich Frau Grünfink gar nicht stören. Sie guckte nur etwas irritiert nach oben, als sie dann das Prasseln des Regens auf dem Schirmdach hörte.

bleibt heute zu Hause. Ob das wohl an den beginnenden starken Sturmböen und den dicken Regenwolken liegt? Ich frage mich, was sie macht, wenn ein richtig starker Regenschauer runtergeht. Die paar Kresseblüten halten einen Guß bestimmt nicht ab.
So beobachten Frau Grünfink und ich uns gegenseitig - ich brüte auf der Bank, sie im Nest -, wobei ich sie eindeutig mehr beobachte, als sie mich. Irgendwie scheine ich für sie nicht besonders interessant zu sein, selbst wenn ich mich nur einen Meter von ihr entfernt befinde. Sie läßt sich auch nicht stören, wenn ich näher komme, erst wenn ich direkt am Nest stehe und am Balkonkasten rumfummel, springt sie auf und hüpft ein bißchen ums Nest. Sie trillert sogar lauthals ohne sich um mich zu kümmern. Wenn ich auf der Bank liege, kann ich alles ganz genau beobachten, ob sie gähnt, sich räuspert, trillert, ihre Sitzposition wechselt, jede Bewegung von ihr und ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, daß sie das nicht merkt. Glaubt sie wirklich, daß ich sie unter dem Kressebusch nicht sehen und nicht hören kann? Oder hält sie mich vielleicht für ein bißchen blöd und völlig harmlos?
Ist Ihnen ein Fink jedoch sehr offensichtlich aufgefallen, hat er Sie direkt angerufen, dann hat er Ihnen eine Nachricht zu verkünden. Besser gesagt - er macht Sie darauf aufmerksam, dass Ihnen eine Nachricht verkündet wird und Sie selber etwas zu verkünden haben. Eine Botschaft zu verkünden läuft stets mit dem Empfangen einer Botschaft einher....
...Der Fink verschnörkelt seinen Gesang, das heißt, er umspielt ihn mit seiner eigenen Kreativität. Schlagen Sie Ihre Botschaft also den Menschen nicht wie einen nassen Lappen um den Kopf, sondern schmücken Sie sie, so dass sie auch angenommen werden kann.
(aus "tierisch gut" von Regula Meyer)
Ich stehe am Ende eines großen rechteckigen Raumes. Vom Schnitt erinnert er ein wenig an das ausgedehnte Wohnzimmer im ehemaligen Elternhaus. Das Zimmer ist fast ganz leer und und überall an den Wänden und der Decke mit dunkelrotem Samt gepolstert. Auch der Fußboden ist dunkelrot und dort, wo rechts die Fenster sind, hängen dunkelrote, bodenlange Gardinen, die nur einen kleinen Teil des Tageslichts hindurchlassen. Der Raum ist deshalb ziemlich dämmrig bis auf eine Stelle gegenüber von mir, auf der anderen Seite. Dort steht ein kleines, gleichmäßig gewachsenes Bäumchen mit Stamm und Krone. Die Krone ist etwas breiter als hoch und sehr kompakt. Um dieses Bäumchen scheint sich das Tageslicht zu sammeln, weshalb dieses Bäumchen aussieht, als sei es von einem Lichtschein umgeben. Und auch der Kontrast der grünen Blätter zum dunkelroten Hintergrund im rötlich leuchtendem Licht gibt diesem Anblick etwas ganz besonderes. Wow, ist das schön! Der Baum muß unbedingt dort stehenbleiben, aber ich sollte ihn vorher in einen größeren und schöneren Topf pflanzen.
Meine Mutter bekommt ihren letzten Posten im Verlagshaus - sie wird Verantwortliche für die Bibliothek. Das ist zwar eine Art Rentnerposten, aber für sie die absolute Erfüllung, der höchste Posten überhaupt. Im Traum soll ich diesen Posten dann bald übernehmen und bin darüber erst einmal leicht schockiert. Das klingt nach viel Arbeit. Wenn ich mich im kleinen Bibliotheksraum so umsehe, sehe ich ungeordnete Regale mit Büchern. Allerdings scheint die Bibliothek nicht sehr umfangreich zu sein. Das Katalogisieren und Ordnen ist zwar eine langweilige Mammutarbeit, aber zum einen ist die Bibliothek nicht übermäßig groß und zum anderen, wäre es nicht irgendwie ein Traum, mit Büchern zu arbeiten? Warum also nicht? Besser als das, was ich jetzt mache, wäre es allemal.
Bemerkung: Ich kann mich nicht erinnern, daß es im Verlag eine Bibliothek gab. Es existierte nur eine Bücherstube.
daß Grünfinken nur tagsüber brüten? Am Tag ist das Weibchen ja öfters sogar mal da und sitzt im Nest, fliegt allerdings auch zwischendurch viel in der Gegend rum, aber so ab 19 Uhr abends ist weit und breit nichts mehr von ihr zu sehen. Ziemlich flatterhaft, die Dame. Oder denkt die vielleicht, ICH passe auf ihre Eier auf ?
Gerade das Buch über den Seher van Rensburg, geboren am 30. August 1864, ausgelesen und das Buch über Mary Shelley angefangen. Diese wurde am 30. August 1797 geboren.
auf Bookrix ist bereits einsehbar. Unter den ersten 25 Teilnehmern, die das Glück haben, daß die Jury ihre Geschichten liest, bin ich leider nicht, aber immerhin noch auf der zweiten Seite. Dafür, daß ich auf Bookrix neu und mucksmäuschenstill war, kaum gelesen oder kommentiert und alle penetranten Leseanfragen konsequent ignoriert habe, finde ich das Ergebnis fast schon zu gut. Ein Danke an alle, die für mich gevotet haben!
Wenn ich jetzt auf der Balkonbank sitze, kann ich, keine anderthalb Meter von mir entfernt, den Kopf des brütenden Weibchens unter dem Blütenpavillon erkennen. Allerdings sehe ich den nur, weil ich jetzt weiß, daß da ein Nest ist. Ansonsten würde mir dieses kleine braune Fleckchen überhaupt nicht auffallen. Ab und zu wechselt sie mal die Sitzrichtung und schaut woanders hin. Jetzt verstehe ich auch
diesen Traum hier. Wahrscheinlich hat mein Unterbewußtes bereits erkannt, daß ich beobachtet werde, als ich selbst davon noch keine Ahnung hatte. *gg*

Nichts wird mehr irgendeinen Wert haben, und es wird kein Geld mehr geben. Es wird Europa so schwer treffen, daß England im Verlauf der Katastrophe finanziell untergehen wird. Amerika wird intervenieren und versuchen zu helfen, und ein schwarzes hungerndes Afrika wird nach Europa strömen...
...Der spärliche, ca. 60 cm hohe Mais bedeutet abnehmenden Wohlstand, der schließlich zu Hunger und Not in Europa führt, und Deutschland wird zuerst und am schlimmsten betroffen (ein rauher blauer Stein). Danach folgt der totale Zusammenbruch der gigantischen Finanzmärkte (möglicherweise auch die New Yorker Börse). Dies geschieht kurz nach dem die Banken in Europa schlimme Einbußen erlitten haben, die nicht aufgefangen werden können....
....Nach all diesen Ereignissen (dritter Weltkrieg) und nachdem Millionen von Schwarzen die Europäische Union überschwemmen, verlassen tausende weißer Christen Europa, um in Südafrika zu siedeln. Der Seher sagte, er sah drei Zelte sich vom Kap bis zur Kalahari und Südwest-Afrika (Namibia) erstrecken. Zelte stehen auch von Durban bis Mozambique (Maputo). Diese werden als vorübergehende Schutzunterkünfte dienen für all die Christen aus der ganzen Welt.
(aus "Worte eines Propheten" von Adrian Snyman)
Eine interessante biblische "Assoziation" dieser Ereignisse kam ans Licht, als ein bekannter Linguist und Sprachforscher auf die Bedeutung des ukrainischen Worts 'Tschernobyl' hinwies. Es heißt "bitter" oder "Wermut".
Wir lesen darüber im Buch der Offenbarung 8, 10-11, es hat Bezug zu einer der Plagen während der großen Unterdrückung, die aus der Verseuchung und Vergiftung der Wasservorräte her resultiert:
"Und der dritte Engel posaunte, und es fiel vom Himmel ein großer Stern, brennend wie eine Fackel. Und er fiel auf den dritten Teil der der Ströme, auf Brunnen und Quellen. Und der Name des Sterns war Wermut. Und viele der Menschen starben von den Wassern, weil sie bitter (giftig) gemacht waren."
(aus "Worte eines Propheten" von Adrian Snyman)
Gerade will ich mich wundern, warum es aus meinem Barbarakraut auf dem Balkon ständig trillert, sehe auch unter den buschigen gelben Blüten immer mal wieder einen Schatten herumwuseln, da entdecke ich doch mitten im Busch, ein wenig in den Boden eingegraben, ein Nest mit drei kleinen weißen Eiern. Dem Trillern nach zu urteilen muß das wohl ein Grünfink-Nest sein. Die tauchen hier in Massen auf, seit die Mauersegler vertrieben wurden. Mir scheint, mein Balkon ist dieses Jahr zum Nestbau sehr beliebt. Leider funktioniert es mit dem fotografieren nicht so richtig, da das Nest wirklich gut versteckt unter dem dichten Blütenteppich liegt und ich die schützenden Blüten natürlich nicht abknicken möchte.
EDIT: Hm, ein Grünfink scheint es doch nicht zu sein, denn eben, als ich noch einmal schaute, saß ein völlig unscheinbarer kleiner brauner Vogel im Nest, der kaum zu sehen war. Ein Spatz kann es aber nicht sein, denn die trillern nicht. Ich überlege jetzt, wie ich meinen Balkonkasten gießen kann, ohne das Nest zu überschwemmen. Da es etwas vertieft liegt, dürfte das schwierig werden.
läuft noch bis zum 03.05.2009 und ich könnte noch ein paar Pokale (Abstimmungen) gebrauchen. Ok, ich steh zwar eh unter "ferner liefen", aber es sieht einfach besser aus. ;o) Wer also einen Bookrixaccount hat und mir eine Abstimmung spendieren möchte, sollte sich ranhalten. Ich gebe zu, es ist nicht gerade meine beste Geschichte, aber sie paßte so gut zum Thema. Besser als zum Thema "Öffentliche Verkehrsmittel". Zu einem so lautenden Kurzgeschichtenwettbewerb hatte ich sie nämlich bereits einmal eingeschickt, aber ohne Erfolg. Das sehe ich auch ein, denn eine Leiche auf dem Bahndamm ist sicherlich nicht sehr imagefördernd. Doch immerhin hat der Zug nur fast Verspätung. (Kann man mir deshalb Realitätsfremdheit vorwerfen?) *gg*

ein Produkt NICHT zu kaufen, sei es Eis, Joghurt, Kekse oder was auch immer, sind Schokostückchen. Ich mag zwar Schokolade, aber ich hasse Schokostückchen, egal ob Vollmilch oder Zartbitter. Ich hasse es, Schokostückchen zu kauen und zwischen den Zähnen kleben zu haben. Doch anscheinend stehe ich damit allein auf weiter Flur, denn in der Werbung gelten Schokostückchen wohl noch immer als das Zugpferd, um ein Produkt dem Käufer schmackhaft zu machen. Hat aber irgendwie auch Vorteile, denn so muß ich mich nicht zwischen vielen Produkten entscheiden und die Werbung läßt mich völlig kalt.
mögen unheimlich gerne Holz. Und da ich eine Menge Holz auf dem Balkon habe, in Form von Futterhäuschen, Sichtspalier und Fußboden, höre ich es zur Zeit um mich herum ständig schnurpsen und knuspern, und das in einer Lautstärke, daß ich zuerst gar nicht an Wespen gedacht habe, sondern größere Tiere dafür verantwortlich machen wollte. Fast fühle ich mich wie die Hexe in "Hänsel und Gretel". Doch die Wespen raspeln nicht nur Holz, sondern fliegen auch in meinem Vogelnistkasten ein und aus. SO war das eigentlich nicht gedacht. Noch ist alles friedlich und ich sehe immer nur eine einzelne Wespe, wobei ich nicht weiß, ob das stets dieselbe ist. Vielleicht sind es verschiedene, die sich beim Holzraspeln abwechseln. Um mich machen sie einen großen Bogen und ich habe nicht das Gefühl, daß ich sie mit Eis oder anderen Leckereien aus dem Nistkasten locken könnte - irgendwie sind sie viel zu sehr beschäftigt. Eventuell kommt die Vergnügungszeit erst später, wenn Nestbau und Fortpflanzung erledigt sind. Wenn sie so am Holz schnurpsen, sehen sie ja richtig putzig aus, aber einen ganzen Staat davon muß ich nicht unbedingt in meiner Nähe haben. Wie gesagt, im Moment stören sie mich nicht, aber ich weiß ja nicht, was sich da im Nistkasten noch alles so entwickelt. Dafür weiß ich aber endlich, wie man den Unterschied zwischen Bienen und Wespen erkennt. Es ist eigentlich babyeinfach, so einfach, daß man von allein darauf hätte kommen können. Der Schlüssel ist die "Wespentaille". Hätten Bienen eine Taille, würde es "Bienentaille" heißen. Trotzdem spricht in Hinsicht auf den Begriff "flotte Biene" einiges dafür, daß Taille nicht alles ist. ;o)
Im Buch "tierisch gut" von Regula Meyer steht zu den Wespen:
"Sie raspeln mit ihren scharfen Kiefern Fasern von morschem Holz, zerkauen diese und verspeicheln sie zu einem zähen Brei. Diesen papierähnlichen Brei kleben sie zu Waben zusammen. (Ich befürchte, in meinem Nistkasten.)...
...Ein Wespenvolk vertilgt zur Aufzucht Unmengen von Insekten. (Hoffentlich dann auch meine Blattläuse, wenn sie denn schon auf meinem Balkon hausen.)...
....Wespen und Hornissen erinnern uns an die Nachlässigkeit. Hatten Sie eine Begegnung mit einer dieser Insekten, sollten Sie wieder vermehrt auf Ihr eigenes Ich achten. Wie schnell ist es doch geschehen, dass wir uns selbst immer wieder vernachlässigen. Seine eigene Persönlichkeit zu vernachlässigen ist nicht empfehlenswert."
Hmmm....
Ein Seminar, in welchem ich mit vielen anderen Teilnehmern an u-förmig gestellten Tischen sitze. Dozent ist mal wieder Reich-Ranicki, jedoch ist diesmal auch seine Frau dabei. Es geht um Literatur und irgendwie spielt außerdem im ganzen Traum meine Kurzgeschichte "In fremden Schuhen" eine Rolle, da sie noch wichtig für den Verlauf des Traumes wird. Reich-Ranicki doziert sehr leidenschaftlich und polemisch, dann übergibt er allerdings seiner Frau das Zepter. Und diese ist noch einen Zahn schärfer als er. Wie ein Feldwebel stolziert sie vorne herum und brüllt fast ihre Anweisungen. Ich sitze am oberen Balken des U, Reich-Ranicki hat einen Platz unter den Studenten am seitlichen Flügel eingenommen. So kann ich ihn von hinten ein wenig beobachten. Er sieht sehr alt aus, älter als sonst, und seine spärlichen Haare sind so lang gewachsen, daß er sie mit einer schmalen Haarklemme festgesteckt hat. Jetzt springt er auf und stellt sich seiner Frau in den Weg, um sie, relativ freundlich und witzig, um ein wenig Mäßigung zu bitten. Er ist ja gar nicht so schlimm, seine Frau ist schlimmer, eindeutig.
In einem Zwischenstück des Traumes geht es um konzentrierte Textarbeit. Diese findet so statt, daß Sätze und Wörter wie Puzzlestücke herumgeschoben werden, um einen ganz bestimmten bildlichen "Bogen" zu erreichen, welcher wiederum der Schlüssel ist, um etwas zu finden.
Im dritten Traumfragment befinde ich mich mit meiner Seminargruppe in einem Fußgängertunnel. Wir veranstalten hier Grabungen im Untergrund von Berlin und ich finde irgendwo hinter der Wand aus grünen Kacheln, die an einer Stelle aufgestemmt wurde, ein Paar Schuhe. Die Schuhe sehen neu aus, wie selten oder nie getragen, sind dunkelbraun oder schwarz, knöchelhoch und flach, also eine Art Boots, man sieht aber an der relativ schmalen Fußform, daß es sich um Frauenschuhe handelt. Außerdem klappert es in dem einen. Ich drehe ihn deshalb um und halte meine Hand darunter. Vier wunderschön leuchtende Steine fallen in meinen Handteller und bedecken ihn fast vollständig. Aufmerksam betrachte ich sie. Die Steine sind ungeschliffen, fein durchscheinend und haben vier verschiedene Farben. Der eine ist weiß und hat quarzähnliche kubische Auswüchse, so daß es eventuell ein Bergkristall sein könnte. Der zweite ist wässrig türkis, sieht aber nicht wie ein Türkis aus, sondern wie die selteneren Laminare, der dritte ist leicht rosa und der vierte violett, aber in einem so schillerndem, daß die Fläche des Steines bei jeder Handbewegung anders leuchtet, wie eine Art von violettem Perlmutt. Ich bin mir während des Betrachtens der Steine nicht sicher, ob das tatsächlich ungeschliffene Edelsteine sind oder vielleicht auch nur schillerndes Glas. Irgendwie vermute ich, daß sie wohl nicht besonders wertvoll sind, aber trotzdem einfach märchenhaft schön. Vielleicht waren diese vier Steine und die neuen Schuhe der kleine Schatz einer Person aus dem zweiten Weltkrieg, der hier in der Wand versteckt wurde. Doch plötzlich erkenne ich im Traum den absurden Zufall, daß ich fremde Schuhe gefunden habe und meine Kurzgeschichte "In fremden Schuhen" heißt. Aber für Zufall kann ich es nicht mehr halten, es erscheint mir geradezu gespenstisch und ich laufe mit dem einen Schuh zum Grabungsleiter, um ihn zu fragen, was er davon hält. Dieser (er ähnelt dem Bezugbetreuer eines Klienten von mir) ist hochgewachsen und schlank, könnte mit seinen halblangen Haaren jedoch auch als Frau durchgehen. Und in meiner Aufregung spreche ich ihn mit "Frau" an, was mir so peinlich ist, daß ich, bevor ich sprechen kann, erst einmal einige Minuten gleichzeitig lache und weine. Ich möchte von ihm wissen, ob er es nicht ebenfalls sehr seltsam findet, daß ich ausgerechnet zum jetzigen Zeitpunkt diese Schuhe gefunden habe und das in einem Fußgängertunnel. Für mich jedenfalls scheint es wie eine Botschaft mit einer wichtigen Bedeutung, geradezu unglaublich. Die Antwort erfahre ich nicht mehr.
Bemerkung: Bei den vier Steinen muß ich zum einen an die vier edlen Wahrheiten des Buddhismus denken, und zum anderen an die Redewendung von den "ungeschliffenen Diamanten".
Laminar
Noch ein Schatz im Fußgängertunnel
Außerdem könnte ich mal wieder ein paar Edelstein-Traumexperimente machen. Die habe ich sträflich vernachlässigt.
Ich habe so ein kleines Flaschenregal in einem kleinen Beistellwagen, der sich bei mir in der Küche befindet. Dort gammeln schon seit ewigen Zeiten fünf Flaschen Wein herum, die so zwischen 5 - 15 Jahre alt sind und demnach wahrscheinlich nur noch Essig enthalten. Ich trinke nämlich nur Wein, wenn ich dazu gezwungen werde, bin ein ignoranter Weinverächter, und die Leute, die zu mir zu Besuch kommen, wissen inzwischen, daß sie sich den Wein selbst mitbringen müssen, wenn sie sowas bei mir trinken möchten. Da die Chance, daß ich die Flaschen in den nächsten 10 Jahren auch nur ansehen werde, weniger als 0,000001 Prozent beträgt, dachte ich mir heute, ich entrümpele sie endlich und nutze den Platz für einen Not-Wasservorrat, schließlich weiß man ja nie, was diese Finanzkrise noch bringt. Allerdings war ich mir sicher, daß sich im Weinregal ausschließlich die Pflaumenweinflaschen befinden, die ich eine zeitlang ständig von meinem Bruder geschenkt bekam, bis ich ihm dezent zu verstehen gab, daß ich kein Sammellager für Pflaumenwein werden möchte, sowie eine Flasche Ungarischer Gewürztraminer, die mir einmal mein Nachbar überreichte, als ich eine ganze Kiste davon während seines Urlaubs entgegengenommen hatte. Doch falsch gedacht, ich fand auch noch eine Flasche Erben-Spätlese und jetzt bin ich die ganze Zeit am überlegen, wie sich diese Flasche wohl zu mir verirrt hat. Es will mir einfach nicht einfallen.