Alien
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Sonntag, 27. September 2009

Zucker sagt,

die Schlafposition beeinflußt auch die New Yorker Börse.

Samstag, 26. September 2009

...

Das Zimmerchen, das Bernadette bewohnt, ist kahl, winzig, weiß getüncht, geht aber auf den Garten hinaus. Sie kann, wie sie es liebt, halbe Stunden lang am Fenster sitzen und völlig sinnverloren auf die Baumkronen starren. Dann und wann wird sie bei diesem gedankenvoll gedankenlosen Müßiggang überrascht, der für einfältige Beobachter unverständlich und daher aufreizend ist. Ein leerer Kopf hält's nämlich nicht aus, wenn er nicht jederzeit alle Hände voll zu tun hat.
(aus "Das Lied von Bernadette" von Franz Werfel)

Zwölf Stunden Krankenhaus

Am frühen Morgen auf dem Weg ins Krankenhaus. Ich bin früher dorthin unterwegs als eigentlich nötig. Im Krankenhaus muß ich in einem großen Raum mit mehreren Liegen warten. Nur eine sehr junge Schwester schaut vorbei. Nach einiger Zeit betritt eine freundliche, aber auch energische und witzige Ärztin den Raum. Die trägt braune, glatt herunterfallende halblange Haare und Ohrringe. Hinter einer Theke in einer Ecke des Raumes hat sie ihren Platz. Sie erklärt mir, daß noch einmal zur Sicherheit eine Blutuntersuchung durchgeführt werden müsse und ich zwölf Stunden zur Beobachtung da bleiben solle. Ich bin ziemlich unbesorgt und sehr überzeugt, daß es nicht wirklich etwas zu finden gibt, aber ok, wenn sie meint, daß es besser ist. Es geht wohl um die Venen und ein Gerinnsel, doch statt mir Blut abzunehmen, klebt sie mir jetzt eine Elektrode an das rechte Bein. Daß es das rechte ist, irritiert mich im Traum, den ich bin zu diesem Zeitpunkt, warum auch immer, felsenfest davon überzeugt, daß es das linke sein müßte, sage aber nichts. Irgendwann verläßt die Ärztin das Zimmer und ich bleibe zurück. Es ist langweilig zu warten, ohne groß nachzudenken gehe ich zur Tür und strebe unbewußt dem Ausgang des Krankenhauses zu, vorbei an Krankenzimmern, in die ich einen Blick erhaschen kann. Patienten in den typischen Krankenhauskitteln sitzen dort herum. Kurz vor dem Ausgang kommt mir die junge Schwester von der linken Seite entgegen. Wenn ich jetzt hinaus gehe, ist sie sicher sauer, also gehe ich stattdessen in ihre Richtung, weil ich hinter ihr eine Tür mit den Toilettenmännchen gesehen habe. So denkt sie nur, daß ich die Toiletten suche. Allerdings muß ich feststellen, daß diese Toilette ausschließlich für Personal ist und trotte erneut mit der Schwester in den Untersuchungsraum. Irgendwann ist die Ärztin wieder da und ich bekomme eine Tanztherapie, das heißt, ich stehe im Kopfhörern vor einer Wand und soll ganz locker drauf los tanzen. Es wird ein bekannter Popsong gespielt. Ich komme ich mir etwas blöd vor, allein vor der Wand herumzutanzen, während andere zugucken, weshalb meine Bewegungen anfangs wohl eher ungelenk sind, ehe ich in die Situation hereinfinde. Dann ist mein Bruder da. Er hatte auch eine Untersuchung oder ähnliches im Krankenhaus, könnte aber jetzt wieder nach Hause gehen. Ich dagegen muß noch genau zwölf Stunden hier bleiben. Ich wünschte mir, mein Bruder bliebe bei mir in dieser Zeit. Ohne daß ich es gesagt habe, erklärt mein Bruder von sich aus, daß er mit mir die zwölf Stunden wartet. Mein Blick fällt aus dem Fenster des Untersuchungszimmers. Ich mache den Vorschlag, daß man ja zwischendurch mal ein wenig raus und spazierengehen könne. Dagegen dürfte von den Schwestern kaum etwas einzuwenden sein und schließlich kennen wir diese Gegend noch nicht.

Don't you forget about me

Freitag, 25. September 2009

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Das Göttliche ergreift das ganze Wesen dessen, den es begnadet. Das Dämonische will es sich leicht machen und wählt daher unsre Talente, um sich einen Eingang zu bahnen. Die krankhafte Eitelkeit aller Talentierten hat darin ihren Ursprung.
(aus "Das Lied von Bernadette" von Franz Werfel)

Donnerstag, 24. September 2009

Es gibt

einige Berufe, die ich in diesem Leben noch gerne lernen würde (nur lernen - nicht darin arbeiten), die da wären: Tischler, Fotolaborant und Gebäudereiniger.

Twittereis und Hofentrümpelung

Twittereis, ein Eis wie ein Kuß, der eifersüchtig macht: Schäumig geeistes Zitronen- und Erdbeersorbet in Schichten getwirlt mit cremigem Milcheis, und das alles in einer rohrförmigen langen Eiswaffel. Wow, ist das lecker!

In der elterlichen Dienstwohnung des Pfarrhauses. Aus irgendeinem Grund fallen mir ständig Bunt- und Bleistifte aus dem Fenster. Einer ist aus dem Kinderzimmerfenster gefallen, und der andere wurde gerade durch einen Luftzug aus dem Küchenfenster geweht. Dann werde ich mal schnell schauen gehen, ob ich die Stifte unten wieder aufsammeln kann. Einen der Stifte finde ich auf dem vergittertem Vorsprung unter dem Küchenfenster, der andere liegt auf den Pflastersteinen. Aber ich finde noch viel mehr. Überall sehe ich Sachen von mir herumstehen. Die Nische unter dem Balkon, wo normalerweise Bretter lagen, ist nun ein Regal. Auch im vergitterten Vorsprung ist ein Regal, und sogar seitlich vom kleinen Vorgarten sind Regale. Und alles voll mit meinen Sachen. Je mehr ich schaue, um so mehr entdecke ich. Mein Gott, ich muß das Zeug schnellstens nach oben schaffen. Wir wohnen doch nicht mehr lange hier und sonst vergesse ich es vielleicht. Ich beginne damit, daß ich alles in die Hofmitte herausstelle - Bücherstapel, Plastikeimer und -wannen, Gläser, Halbedelsteine, Spielwürfel, Plakate. Hoffentlich gehört das wirklich alles mir. Nicht daß der Hausmeister dort auch Sachen abgestellt hat und ich die mitnehme. Aber M., der Enkel des Hausmeisters und mein Spielfreund, ist mit dabei und wird schon merken, wenn sich etwas falsches unter die Dinge geschmuggelt hat. Der gesamte Hof ist nun vollgestellt. Es sieht aus wie bei einem Umzug. Hilfe, wie kriege ich das jetzt alles nach oben? Zum Glück helfen mir M. und noch eine zweite Person (S.?). M. ist bereits mit einem Arm voller Zeug ins Haus gegangen. Ich schnappe mir einen hohen Turm aus Plastikschüsseln und -eimern. Im Haus erreiche ich seltsamerweise sofort das Dachgeschoß. Ich wundere mich darüber, daß hier alles so fremd und neu aussieht. Kein Dachboden, wie ich es erwartet habe und kenne, sondern saubere kleine Zimmer und Wohnungen, die wahrscheinlich sogar bewohnt werden. Doch wo die Sachen lassen? Irgendwo müßte der Eingang zu einer Dachkammer sein. Die Zimmerfluchten und Türen sind wie ein kleines Labyrinth. Eines der Durchgangszimmer dient wohl neuerdings als Antiquariat und ich entdecke eines meiner Bücher, mit einem Zettel, auf welchem groß "Susi" steht. Ahh, dann hat M. die ganzen Sachen also schon in die Zimmerchen verteilt, sortiert und ggf. zum Verkauf freigegeben, nicht ohne mit Zetteln zu vermerken, daß es sich um meinen Besitz handelt. Aber im Antiquariat kann ich keine Plastikschüsseln lassen. Suchend irre ich weiter umher, um die richtige Stelle zum Deponieren der Plastikteile zu finden.

Mittwoch, 23. September 2009

Wohnungsbesichtigung mit Fliegerin

Schlafen. Ich erwache im Wäschegarten der Kindheit unter einem Baum. Nanu? Was mache ich denn hier? Habe ich draußen geschlafen? Ok, im Sommer schlafe ich immer draußen unter einem Baum, es gibt nichts besseres, aber inzwischen ist es doch um dieses Jahreszeit ein wenig kühl. Die Bäume sind bereits kahl, es ist Herbst. Ich kann mich auch gar nicht erinnern, wie ich hierher gekommen bin. Mein Blick fällt auf einen kleineren Baum in der Ecke des Gartens. Einer der großen Äste ist faul und morsch, hängt gefährlich nach unten. Jemand sollte ihn entfernen, bevor er abbricht und jemanden verletzt. Ich erhebe mich und gehe ins Haus, damit ich mir keine Erkältung hole.

Wenig später stehe ich in einem anderen Hof und wundere mich, daß das Haus neben mir zwar drei Etagen hat, aber so niedrig ist. Allein die Fenster der zweiten Etage sind nur wenig höher als ich es bin. Das würde ja bedeuten, daß man sich in der ersten Etage ducken muß und gar nicht aufrecht stehen kann. Dann bemerke ich eine vergitterte Eingangstür, hinter der eine Treppe zu erkennen ist. Aha, also wohnt man nur in der zweiten Etage, die erste wird übersprungen. Vielleicht ist das eine Art Keller. Ich betrete die Wohnung und treffe dort eine mir im Traum bekannte junge Frau mit aufgestecktem Haar. Sie hat mich eingeladen, die Wohnung zu besichtigen, da sie ausziehen wird. Darüber wundere ich mich etwas, aber sie erklärt mir, daß sie eine Million Euro gewonnen hätte und sich nun eine größere Wohnung leisten könne. Diese hier aber sei auch nicht zu verachten und eine glückliche Gelegenheit. Ah! Ein wenig nagt der Neid an mir, als sie von der Million erzählt, aber nun gut, hat ja keinen Sinn, lange über solche Dinge nachzugrübeln. Stattdessen schau ich lieber, ob mir die Wohnung gefällt. Die Wohnung selbst ist zwar klein, geht aber nahtlos in zwei riesige Frühstücksräume über, die von allen Bewohnern des Hauses gemeinsam benutzt werden. Anscheinend ist es hier üblich, daß alle zusammen in diesen Räumen die Mahlzeiten einnehmen. Der erste Raum ist fast voll besetzt mit älteren Nachbarn, die angeregt miteinander an Tischen plaudern. Von ihm geht eine Tür in das zweite Zimmer ab, in welchem sich sehr viele jüngere Bewohner aufhalten. Diese stehen wie bei einer zwanglosen Veranstaltung, und scheinen hier gemeinsam "abzuhängen" und ihre Zeit zu verbringen. Ich merke enttäuscht, daß diese Wohnung wohl nichts für mich sein wird. Sicherlich würde diese ständige Gemeinschaft mit den Nachbarn einigen Leuten gut gefallen, aber ich kenne mich und weiß, daß ich nicht dauernd mit anderen zusammen sein möchte. Ich ziehe mich gerne zurück und suche die Ruhe. Diese Gemeinschaft ist zwar sicher kein Zwang, würde ich mich aber immer zurückziehen und in den Gemeinschaftsräumen nicht anwesend sein, würde man über mich reden und wahrscheinlich würde ich bald zum Außenseiter werden. Fraglich, ob ich mich dann noch in der Wohnung wohl fühlen würde. Von den Gemeinschaftsräumen gerate ich zufällig in eine andere kleine Wohnung, in der sich eine jüngere blonde Frau und eine sehr alte grauhaarige aufhalten. Beide begrüßen mich freundlich und wir kommen ins Gespräch. Die alte Frau hält ein vollgekritzeltes Tagebuch auf den Knien und läßt eine Bemerkung darüber fallen, daß sie einmal Fliegerin war. Mein Interesse ist mit einem Schlag geweckt. Was muß sie für ein spannendes Leben gehabt haben! Ich hätte jetzt Lust, mir von ihr aus ihrem Leben erzählen zu lassen. Außerdem fühle ich mich bei den beiden sehr wohl. Die hätte ich gerne als Nachbarn und sie scheinen sich ja selbst auch eher von der "Massengemeinschaft" etwas fern zu halten. Um nicht aufdringlich zu wirken, beginne ich vorsichtig: "Eine Fliegerin! Da müssen Sie eine Menge erlebt haben!" Die Augen der Alten beginnen zu leuchten, ein letztes Aufleuchten der Vergangenheit, und freudig setzt sie an, mir ihre Geschichte zu erzählen, als die junge Frau unterbricht. "Ach nee, bitte nicht." Anscheinend hat sie die Geschichte schon zu Genüge gehört und die Greisin verstummt sofort. Schade! Ich hätte ihre Geschichte wirklich gerne erfahren.

Dienstag, 22. September 2009

Traumsplitter

Die verstorbene Freundin meiner Mutter ist zu Besuch in der alten elterlichen Wohnung. Da sie mir zum Geburtstag ein Geschenk hinterlassen hat, gehe ich zu ihr und spreche sie an, um mich zu bedanken. Sie möchte wissen, was sie mir geschenkt hat, anscheinend hat sie es bereits vergessen. Ich zeige ihr zwei kleine Handtäschen. Das eine ist leer, im anderen sind interessante Kindheitsfotos von mir.
Jetzt befinde ich mich im Wohnzimmer und stelle fest, daß meine Mutter dort schon einen vollständig geschmückten Weihnachtsbaum zu stehen hat. Ich bin überrascht - ist das nicht ein bißchen früh? Außerdem fällt mir auf, daß der Baum nicht besonders frisch und schön aussieht. Bis Weihnachten hält der nicht mehr durch. Die Nadeln scheinen jetzt bereits sehr trocken zu sein und in den Zweigen klaffen größere Lücken. Auf der Spitze trägt der Baum eine perlmuttweiß schimmernde Kugel, die an eine Gartenkugel erinnert. Beim weiteren Betrachten des Baumes scheint er sich in eine weißgekleidete Jungfrau zu verwandeln. Ich stelle fest, daß immer, wenn ich den Baum lange anstarre, dieses passiert. Das muß so eine Art Krankheit sein. Merkwürdig.

Bemerkung: Im gestrigen Traum kam ebenfalls ein Weihnachtsbaum im Büro vor. Ich hoffe, ich träume jetzt bis Weihnachten nicht ständig von Weihnachtsbäumen. Im Bett las ich gestern in Werfels Lied von Bernadette und muß mitten bei der dritten Erscheinung der Jungfrau eingeschlafen sein, aber so, daß ich noch das Licht gelöscht und das Buch beiseite gelegt habe, ohne mich daran erinnern zu können.

Montag, 21. September 2009

Ach nee....

You are The Moon

Hope, expectation, Bright promises.

The Moon is a card of magic and mystery - when prominent you know that nothing is as it seems, particularly when it concerns relationships. All logic is thrown out the window.

The Moon is all about visions and illusions, madness, genius and poetry. This is a card that has to do with sleep, and so with both dreams and nightmares. It is a scary card in that it warns that there might be hidden enemies, tricks and falsehoods. But it should also be remembered that this is a card of great creativity, of powerful magic, primal feelings and intuition. You may be going through a time of emotional and mental trial; if you have any past mental problems, you must be vigilant in taking your medication but avoid drugs or alcohol, as abuse of either will cause them irreparable damage. This time however, can also result in great creativity, psychic powers, visions and insight. You can and should trust your intuition.

What Tarot Card are You?
Take the Test to Find Out.

Sonntag, 20. September 2009

...

Das italienische Renaissance-Genie Leonardo da Vinci (1452 - 1519) empfahl als Übung , im violetten Licht zu meditieren, das durch bunte Kirchenfenster fällt. Er stellte fest, dass durch violettes Licht die Meditation zehnmal stärker und tiefer ist als gewöhnlich.
(aus "Das große Buch der Farben" von Klausbernd Vollmar)

vergelesen

"Sie sind wie ein Stachel!" statt "Sie sind bei der Sache!"

Na ja, ein Stachel bin ich sicherlich auch für den einen oder anderen. *gg*

Drei Versuche

Die Chinesen sehen ihre Haut nicht als gelb, sondern als golden an. Das geht auf folgenden Mythos zurück: Als die Menschen geschaffen wurden, hatte Gott sie geformt und in den Ofen geschoben. Beim ersten Versuch holte er sie zu früh aus dem Ofen, und sie waren weiß. Beim zweiten Versuch ließ er sie zu lange drin, und sie wurden schwarz. Beim dritten Versuch gelang es ihm, und sie waren goldgelb.
(aus "Das große Buch der Farben" von Klausbernd Vollmar)

Samstag, 19. September 2009

...

Und dann übermannte auch ihn die Erschöpfung, die Lider fielen ihm zu, und er entschlummerte. Sein Kopf sank herab, seine Wange berührte die seiner Freundin, die mit der Stirn an seiner Schulter ganz sanft schlief. Sein Haar floß in das ihre über, in ihr herrliches goldenes Haar, das sie halb gelöst hatte; und sein Gesicht badete in der schimmernden Flut, und aus deren Duft stiegen ihm köstliche Träume auf.
(aus "Lourdes" von Emile Zola)

Bart und Augenbraue

Eine nicht näher definierbare Veranstaltung in einem weitläufigen Gebäude. Ich stehe an einem Geländer, auf welches ich mich ab und an setze. Um mich herum drei gutaussehende junge Männer, mit denen ich im Gespräch bin. Eine angenehm kribbelnde Flirtspannung liegt in der Luft, gepaart mit einem Wohlgefühl im Zusammensein. Welcher von den Dreien würde mir gefallen? Einer der Männer zieht sich zurück. Ich sehe ihn mit einer jungen Frau auf einer Treppenstufe sitzen, wo die beiden sich hingebungsvoll küssen. Sie wirken dabei seltsam farblos, fast durchscheinend. Also ist dieser schon vergeben und steht nicht mehr zur Auswahl, na gut. Die anderen beiden finde ich sowieso attraktiver, wobei sie sich erstaunlich ähnlich sind - beide schlank, groß und dunkelhaarig - , fast wie Brüder, nur mit dem Unterschied, daß der eine glattrasiert ist und der andere, was ich für dieses Alter ziemlich außergewöhnlich finde, einen dichten, aber gepflegten Vollbart trägt. Der Bart steht ihm erstaunlich gut und gibt ihm etwas Verwegenes und Abenteuerliches. Dies scheint sich allerdings auch auf sein Temperament zu übertragen, denn er ist tatsächlich recht forsch, während der Glattrasierte ruhiger und zurückhaltender agiert. Ich komme dem Bärtigen körperlich immer näher, irgendwann trägt er mich schon fast in den Armen. Zwischendurch stehe ich kurze Zeit etwas abseits, da die beiden weggegangen oder anderweitig beschäftigt sind, und ein sehr junger Mann links von mir, Brillenträger, versucht ziemlich linkisch, unauffällig an mich heranzurobben, wobei er aber irgendwie rudernde, ausholende Bewegungen mit den Armen macht. Rechts von mir fühle ich den Blick eines älteren Herrn auf uns ruhen, der wohl die Situation beobachtet. Ich fühle mich sehr unwohl und schutzlos. Weder möchte ich "bepirscht", noch angestarrt werden. Aus dieser unangenehmen Klemme befreie ich mich, indem ich wieder näher zu den beiden Flirtpartnern rücke, die jetzt nicht weit von mir stehen. Sofort fühle ich mich willkommen, wohl und sicher. Meinen Arm habe ich jetzt um den Nacken des Bärtigen geschlungen, in der Hand eine Salzbrezel. Ich kann mich nicht entscheiden, sie zu essen, beiße dann aber doch ab. Beide reden davon, noch irgendwo anders hinzuwollen und möchten mich mitnehmen. Was ich über diesen Club höre, entspricht eigentlich wenig meinem Geschmack, aber mein Gott, mit den beiden würde ich überall hingehen und es wird bestimmt schön. Ich erwache, es ist ca. 3 Uhr.

Ich befinde mich auf der Liege des Physiotherapeuten, nur daß ich nicht auf dem Bauch liege, sondern diesmal wie eine Katze zusammengerollt auf der linken Seite. Mein Arm ist um meinen eigenen Nacken geschlungen. Die Liege steht in einem sehr viel größeren Haus, wo sich im Erdgeschoß der Empfang befindet. Ich spüre einen Schmerz im mittleren Rücken, sowohl rechts als auch links. Ich muß mich kurz vorher stark verspannt haben. Die Hände des Physiotherapeuten streichen über meinen Rücken. Ich mache ihn auf den Schmerz aufmerksam, wobei ich betone, daß er nicht nur links, sondern ebenfalls rechts ist, damit er keine Seite vernachlässigt. Die Behandlung ist so sanft und angenehm, daß ich immer müder werde, entspanne und wohl auch weggedämmert bin, denn als das Bewußtsein wiederkommt, liege ich noch immer auf der Liege, aber der Physiotherapeut sagt: "Ich habe Sie gar nicht mehr atmen gehört." Oh, dann muß ich wohl wirklich eingeschlafen sein. Doch statt dessen antworte ich: "Ich schlafe auch gleich ein." Seltsamerweise macht sich der Physiotherapeut nicht mehr am Rücken zu schaffen, sondern an meinem Gesicht, wo er erstaunlich schnell meine rechte Augenbraue zupft. Nanu? Gibt es jetzt eine Kosmetikbehandlung mit dazu? Eigentlich nicht schlecht, allerdings fliegen ziemlich viele Härchen umher und ich fürchte, daß die Augenbraue zu dünn wird, weshalb ich erschrocken rufe: "Nicht so viel!" und schützend meine Hand über das Auge lege. Der Physiotherapeut läßt ab und ich versuche mit dem Finger meine Augenbraue zu erfühlen. Als er hinunter zum Empfang geht, stelle ich mich vor den Spiegel und muß zu meinem Schreck sehen, daß er in meine rechte Augenbraue genau am Ansatz ein großes Loch gezupft hat. Beiden Brauen sind nun total ungleichmäßig und es sieht furchtbar aus. So kann ich keinesfalls auf die Straße gehen. Ich bin hin und her gerissen, obn ich mir schnell eine Pinzette greifen soll, um die Brauen selbst aneinander anzupassen, wobei ich beide leider stark ausdünnen müßte, was ich eigentlich vermeiden wollte, da es mir nicht steht, oder ob ich, wütend wie ich bin, sofort hinunterlaufen soll, ihm das zeige und ärgerlich frage, ob er das mit Absicht macht (in Hinblick auf die eine, ebenfalls mißglückte Behandlung). Ich kann mich nicht entscheiden, aber fest steht, an meine Augenbrauen lasse ich ihn nicht mehr.

Ich versuche in die Kirche meiner Kindheit zu gelangen. Anscheinend wird direkt in der Kirche jetzt auch Krankenpflege betrieben, zumindest gibt es ein Zimmer mit einem Schwerstkranken. Das Betreten ist verboten, doch da ich im Rollstuhl sitze, denke ich mir, ich könnte mich als Rollstuhlfahrer einfach in den Krankenpflegeraum stellen und so tun, als ob ich da hin gehöre. Vielleicht fällt es ja nicht auf. Der andere Kranke liegt in einem Bett und ist wohl schon halb tot, zumindest nicht ansprechbar. Kaum stehe ich im Zimmer, kommt ein Pfleger herein und sieht mich. Doch nicht nur das, mit ihm strömt außerdem eine Menschenmenge in Rokokokostümen und mit gepuderten Perücken durch den Raum, um ihn auf der anderen Seite zu verlassen. Ich mische mich unter sie und lande hoch oben auf irgendeiner Plattform, von der man sich in einem Gefährt, das an einem Seil befestigt ist, kilometerweit hinunterfallen lassen kann. So eine Art rudimentäre Vergnügungsanlage.

...

Bei Durchschlafstörungen wird der Betroffene durch unbewusste Konflikte aus dem Schlaf gerissen. Träume und innere Unruhe verhindern das Durchschlafen. Man kommt mit dem eigenen Schatten in Berührung, der sich als Ängste, Aggressionen oder Traurigkeit zeigt. Ein wichtiger Hinweis auf das konkrete Thema kann die Organuhr bieten. Das Wachwerden zwischen ein und drei Uhr nachts ist ein Hinweis auf das Thema Wut und Trauer, zwischen drei und fünf Uhr bedeutet es ein Kommunikationsproblem mit einer nahe stehenden Person, zwischen fünf und sieben Uhr das Loslassen alter Kindheitserinnerungen und damit verbundener Verletzungen sowie die Aussöhnung mit den Eltern. Besonders das Erwachen im letzten Nachtdrittel kann auch ein Hinweis auf endogene Depressionen sein.
(aus "Schüßlersalze für Psyche und Seele" von Vitara H. Haiduk)

Freitag, 18. September 2009

Erzähle mir

So lang du nur sie Liebe kennst,
erzähl mir von den Kupfermühlen
im dichten Tiefseegraben,
erzähl mir von den Mondfahrten
mit einem Nadelöhr
und von den Sonnenfeen
in glühenden Gewändern.
So lang du nur die Liebe kennst,
erzähl mir von den Schiffen
im wasserklaren Bergkristall
und von den Salzmännlein
die erleuchten deinen Weg
mit phosphorisierenden
Meersalzpfeifen.
Solang du nur die Liebe kennst,
erzähl mir das Blaue vom Himmel
und das Rot von deinen Lippen.

...

Organspache: Die Mutter sitzt im Nacken und der Vater im Kreuz.
(aus "Schüßlersalze für Psyche und Seele" von Vistara H. Haiduk)