Alien
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Dienstag, 7. August 2012

Dicke böse Kinder

In der letzten Nacht träumte ich, ich bin wieder mit meinem Ex zusammen und dazu auch noch schwanger. Deshalb bestimmte er, daß ich die schwere Last, die ich sonst mit ihm zusammen trug, bzw. ihm abgenommen habe (ich glaube, es war ein Zelt), nicht mehr tragen darf, sondern nur noch 2 kg Bananen. Im nachfolgenden Traum erschien mir eine Frau, der ein dickes Kind graziös auf dem Kopf herumtanzte.

Vor allem der zweite Traum ist ja schon irgendwie goldig, da ich mich im Moment tatsächlich so fühle, als sei mir ein dickes böses Kind zugelaufen, das jetzt an meinem Rockzipfel hängt und mich in den Wahnsinn treibt. Dabei wollte ich mich in diesem Leben eigentlich nicht mehr mit Erziehungsfragen beschäftigen. Ganz konsequent habe ich es also vermieden, dem Impuls nachzugeben, Erziehungsratgeber im Internet zu Rat zu ziehen. Am liebsten würde ich es seiner Mutter zurückgeben, damit diese die versäumte Erziehung nachholen kann. Deshalb hier der verzweifelte Aufruf: Achtung! Achtung! Der kleine XY möchte gerne von seiner Mutti aus dem Abenteuerland abgeholt werden! Achtung! Achtung! Der kleine XY möchte gerne von seiner Mutti aus dem Abenteuerland abgeholt werden! Einen Namen hat er leider keinen.

Montag, 6. August 2012

Oase

Unter einer Decke mit dir ist es warm,
die Zelte schultern wir zusammen,
die du abgebrochen hast.
Laß sie uns woanders aufschlagen,
dort wo die Kirschbäume
das Rot unserer Liebe tragen.

Sonntag, 5. August 2012

Spinnenbiotop

Langsam aber sicher verwandelt sich mein Balkon in selbiges, jedenfalls gibt es darauf inzwischen mehr achtbeinige Bewohner als andere. In allen Ecken hängen sie, in einer sogar gleich drei Stück und sitze ich in der Dämmerung draußen, hängen sie von der Decke herunter. Wenn sie die Schwelle zum Zimmer nicht überkrabbeln, lasse ich sie meistens, sind sie aber erst einmal im Zimmer, ist ihr Lieblingsaufenthalt generell über meinem Bett. Das geht gar nicht! Dieser Sommer ist für die Spinnen wahrscheinlich der goldene Jahrhundertsommer, während dem sie sich in den immer feuchten Ecken hemmungslos der Fortpflanzung hingeben und sich pudelwohl fühlen.
Und jetzt muß ich erstmal noch ein paar Emails beantworten. Danke, daß ihr mir so zahlreich schreibt, allerdings finde ich manche Fragen schon etwas merkwürdig. Aber gut, so lange nicht wieder jemand der Meinung ist, ich sei seine Geliebte aus einem früheren Leben, man mich nicht wegen Geistererscheinungen um Hilfe bittet oder mir ein wiedergeborener Christ erzählt, er sei zum Zungenreden auserwählt, bin ich schon zufrieden.

Donnerstag, 2. August 2012

Schiffbruch

Schiffbruch
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Montag, 30. Juli 2012

Nacktheit

Wie konnte es nur geschehen, daß meine Kleidung verloren gegangen ist? Ich weiß es nicht, doch ich sollte mir schnellstens etwas zum Anziehen suchen. Ein paar Ideen, wo ich vielleicht irgendein abgelegtes Kleidungsstück von anderen Leuten finden könnte, habe ich auch schon. Während ich mich nackt auf die Suche mache, tritt ein bärbeißiger großer und dicker Mann in Holzfällerkleidung an meine Seite, der mich im wahrsten Sinne des Wortes unter seine Fittiche nimmt, indem er seinen mächtigen Arm um mich legt und mit mir den Weg weiter läuft. In seinen massigen Fleischbergen versinke ich geradezu, was mich gleichzeitig wärmt und schützt. Eigentlich fühle ich mich zwar nicht unbedingt so, daß ich Schutz brauche, aber angenehm ist es trotzdem. Er übergibt schließlich an eine junge Frau, die mich an einen Ort führt, wo sie meint, daß mir geholfen werden könnte. Dieser Ort entpuppt sich als eine kinnhohe Theke hinter welcher uniformierte Frauen etwas verkaufen. Anscheinend ein Fahrkartenschalter, denn ohne mich wirklich zu registrieren fragt die eine, ob ich einen Fahrschein nach .... (ich glaube, es war ein Reiseziel in Asien) kaufen möchte. Demonstrativ stelle ich mich auf die Zehenspitzen, damit sie einen Blick auf meinen naturalistischen Aufzug erhaschen kann und frage schnippisch: "Meinen Sie wirklich, daß ich SO nach .... fahren will?" Sie schaut etwas betreten, hat aber wohl auch keine Lösung für mein Kleidungsproblem.

Sonntag, 29. Juli 2012

Regen

macht den Hosenboden nass.

Regen1

Samstag, 28. Juli 2012

...

"Wir gehen an unserem eigenen Stammhirn zugrunde", sagt Geoffrey Miller, Evolutionspsychologe an der University of New Mexico. Er ist der Meinung, dass der größte Teil des menschlichen Erfindungsgeistes heutzutage gebraucht wird, um virtuelle Lebenserfahrung zu erzeugen statt wirklicher Dinge wie zum Beispiel Wasserkraftwerke. Er behauptet sogar, dies sei der Grund, warum wir nie Kontakt mit einer technisch überlegenen außerirdischen Zivilisation bekommen haben. Theoretisch ist es ziemlich wahrscheinlich, dass sich auf einem der 100 Milliarden Sterne der Milchstraße eine weitere Zivilisation entwickelt hat. Aber intelligenten Wesen im All, argumentiert Miller, werde es ebenso ergehen wie uns. Sobald sie technologisch so weit sind, dass sie virtuelle Welten erfinden können, fangen sie an, sich an ihnen zu berauschen. Folglich würden die Aliens eher an ihrer Spielkonsole sitzen, als die Kolonisierung unserer Galaxis in Angriff zu nehmen."
(aus "Genug" von John Naish)

Klingt irgendwie plausibel...

Heimliche Lust

Mit einem Mann treffe ich mich regelmäßig heimlich in einer Wohnung, wo wir bekleidet auf dem Bett eng aneinandergekuschelt vollkommen hemmungslos fernsehen und essen, natürlich beides gleichzeitig. Dabei sagen wir kein Wort, sondern schweigen uns an. Das gehört dazu. "Fast wie ein altes Ehepaar", denke ich bei mir. Doch wir sind keines, es gibt einen Unterschied. Irgendwann mache ich eine flapsige Bemerkung über Kisten, die im TV zu sehen sind, weil eine Kiste plötzlich die Sicht zum Bildschirm versperrt. Er lacht sich hin und weg über die Bemerkung, als hätte ich einen supertollen grandiosen Witz gerissen. Dabei schaut er mich an mit einem Blick, der sagt: "Du bist sensationell, großartig und ich liebe dich!"...

Donnerstag, 26. Juli 2012

Blogplanschen

Auf dem Balkon meiner Nachbarn findet seit zwei Tagen lustiger Badespaß statt. Man hört Wasserplätschern, Wellengang und Kinderstimmen und bekommt Lust, mitzumachen. Ach, das waren Zeiten als man noch in eine Babybadewanne paßte! Zum Glück hatte ich den Einfall, vor drei Tagen eine Wassermelone nach Hause zu schleppen und ansonsten gibt es für Erwachsene ja das Blogplanschen um sich abzukühlen oder auch zu erhitzen. Und dabei wird mir mal wieder klar, daß ich Blogs liebe. Alleine daß man in so ein Teil wirklich jeden Müll schreiben kann, ohne Verbote und Reglements (mal abgesehen von der grundlegenden Nettiquette und den rechtlichen Ausschlüssen), und vieles auch gelesen wird, ist doch gigantisch - zumindest für den Schreiber. Mit Foren komme ich nicht klar - zu viele Regeln und Regeln sind dazu da, gebrochen zu werden. In meinem Blog darf ich sogar, wenn ich das will, einfach nur einen formschönen eleganten Punkt posten. Das ist dann mein eigener, ganz persönlicher Punkt und jeder weiß, daß ich mir dabei etwas gedacht habe oder auch nicht, aber er nichtsdestotrotz eine Bedeutung hat, die sonst niemand kennt, aber der auf diese Weise Ausdruck zu verleihen, meine Entscheidung und mein Recht ist. Niemand der mich anmotzt "Was soll der Sch...?" und dann mal gleich meinen ganzen Account sperrt, kein angepisster Administrator, der mir erklärt, daß Googeln bildet, nur weil es mir Spaß macht, Fragen zu stellen und die Blogleser für die Beantwortung arbeiten zu lassen (die das natürlich gerne für mich tun). Und wem das alles nicht paßt, wem Punkte und Fragen und sonstiger Blogmüll nicht gefallen, der kann sich nur still vor sich hinärgern, sich trollen oder aber das Blog betrollen und bespaßen. Ätsch!

Montag, 23. Juli 2012

Für meine Brüste

fühlt sich niemand mehr zuständig. Keiner will etwas mit ihnen zu tun haben. So traurig. Das klingt jetzt nach einem Witz, ist aber keiner. Meine Gynäkologin ist der Meinung, daß die nicht mehr ihr Bier wären, sondern das der Onkologin. Die Onkologin allerdings interessiert sich auch nur peripher für sie, nämlich in Form von Mammografiebefunden. Mehr hatte ich bisher auch nicht erwartet, da sie keine Gynäkologin ist und mir das unlogisch erschienen wäre. Bei Eierstockkrebs geht man ja wahrscheinlich hinterher zur Vorsorge ebenfalls weiter zum Gynäkologen und läßt nicht andere Fachrichtungen dort herumfingern. Jedenfalls werde ich wohl irgendjemanden dazu verdonnern müssen. Nützt ja alles nix....

Samstag, 21. Juli 2012

Tassengeflüster

Nach noch einmal 11 Stunden Schlaf, erstaunlich gutem Schlaf, was ja nicht mehr all zu oft vorkommt, gibt mein Gehirn wieder erste Lebenszeichen von sich. (Ich träumte, ich pflücke Kirschen von einem Baum, esse sie und spucke die Kerne provokativ über einen Zaun.) Der Muskelkater dagegen ist etwas anhänglicher. Nachdem wir am Dienstag Frauen und Männer am Rande des Nervenzusammenbruchs spielten, da durch die schiefen Kanten und Nischen in der Küche nichts paßte, kam es doch noch zu einem Teil-Happy End. Die Hängeschränke hängen und ich konnte auch einen Großteil der Sachen darin unterbringen, komme nun endlich wieder an den Tee und die anderen Dinge. Was jetzt noch in Kisten lagert, ist nicht mehr so wichtig. Irgendwie habe ich allerdings immer ein bißchen Angst, daß die schwer beladenen Schränke herunterfallen könnten - warum weiß ich auch nicht. Ich hatte 20 Jahre lang einen noch größeren Monsterhängeschrank an 8er-Dübeln zu hängen, da ist nie etwas passiert. Allerdings waren es dickere Haken, die Schrauben jetzt kommen mir etwas dünn und kurz vor. Ich gehe aber davon aus, daß es meinem Bruder aufgefallen wäre, wenn die Schrauben nicht reichen. Das Schöne ist ja, daß man, sobald man seinen Haushalt ausräumen und neu einräumen muß, viele Dinge findet, die man gar nicht mehr braucht, oder die dabei kaputt gegangen sind und deshalb ebenfalls gut zu entsorgen sind. Einige Blogs haben es sich zur Aufgabe gemacht, täglich ein Teil zu entrümpeln und fotografisch zu dokumentieren. Für mich wäre das nichts, weil mir Entrümpeln so in Fleisch und Blut übergegangen ist, daß ich es ganz automatisch mache und am liebsten säckeweise. Alles vorher zu fotografieren erschiene mir wie Zeitverschwendung, denn schließlich will ich an die Dinge hinterher nicht mehr denken. Am Mittwoch war es wieder soweit - ich entsorgte alle meine Kaffeetassen, habe also nicht mehr alle Tassen im Schrank. Doch nachdem ich sie 20 Jahre lang nicht ein einziges Mal gebraucht habe, werde ich sie wohl auch die nächsten 20 Jahre nicht mehr brauchen. Ich selbst trinke keinen Kaffee und Gäste haben bei mir mit Tee Vorlieb zu nehmen. Eine Glaskaraffe, die mir meine Schulfreundin schenkte und die ich nie benutzt habe, hat einen Sprung bekommen und wurde nun endlich ihrer eigentlichen Bestimmung zugeführt, sowie auch etlicher anderer Hausrat. Man staunt immer wieder, mit wie wenig Geschirr man eigentlich auskommen kann, nur leider hatte ich mal so eine kleine Leidenschaft für Sushiteller und Zubehör, weshalb ich mit denen jetzt fast ein Sushirestaurant ausstatten könnte, mich aber auch nicht von ihnen trennen möchte. Da sind zum einen die mit dem zartgrünen Bambuszweig, zu denen mehrere richtig große Platten gehören, die man auch gut für Kuchen u.ä. verwenden kann. Dann die Reinweißen, an deren Rechteckform die Kanten zu praktischen Griffen geformt sind, sowie die kleinen, quadratischen und warmgrünen Teller, zu denen in der gleichen Farbe winzige Ingwerschälchen, Schalen für die Sojasoße und sogar Stäbchenablagen vorhanden sind. Am liebsten benutze ich die dicken Stäbchen aus reinem Holz, aber von meinen Eltern besitze ich auch edle Stäbchen mit Intarsieneinlagen, die eine so dünne Spitze haben, daß man damit tatsächlich nur ein einzelnes Reiskorn greifen kann. Farblich passend sind dazu verschiedene Ausführungen von Bambustischmatten vorhanden. Und da sind noch die chinesischen Suppenschalen mit chinesischen Suppenlöffelchen aus Porzellan, ebenfalls Erbstücke von meinen Eltern. Ich sollte, wenn ich Sushi bestelle, das Zeug auch mal benutzen...