Alien
Es ist eine neuere Version von  AlienInsideTwoday  verfügbar!  Aktualisieren  Jetzt nicht!
© 2018-2023 NeonWilderness

Dienstag, 20. August 2013

Pläne

Eigentlich war der Plan für diesen Tag, daß ich anläßlich meines Geburtstages eine große Gratis-Ebook-Aktion starte. Ich habe rechtzeitig Bescheid gesagt, da ich die Preise selbst nicht ändern kann, aber es gab Kuddelmuddel bei meinem "Verlag" und jetzt ist das Buch zwar umgestellt, aber bei den Shops dauert es noch etwas, sagt man mir, bis der neue Preis erscheint. Auch bei der ersten Abrechnung für Juni gibt es Unstimmigkeiten, ich bin begeistert.

Weiterhin war der Plan, daß ich zu meinem Geburtstag die Glossybox August 2013 bekomme, hätte sogar fast geklappt, denn gestern wurde sie bei einem "Nachbarn" abgegeben, nachdem die Sendungsbenachrichtigung mal wieder um 3 Uhr morgens in der Nacht von Sonntag auf Montag in mein Postfach geflattert ist, wo ich natürlich nichts davon mitbekam. Das Problem ist nur, daß ich von einem Nachbarn mit angegebenen Namen weit und breit noch nichts gesehen oder gehört habe. Der Postbote erklärte mir heute morgen, er hätte das Päckchen jemandem mit dem Namen gegeben, der es wiederum in einem Geschäft an der Ecke abgeben sollte und die Benachrichtigung erhalte ich erst in ein paar Tagen mit der Post. Da bin ich ja wirklich gespannt ob das noch klappt, doch heute jedenfalls nicht mehr. Ich hatte es aber auch einmal, daß ich gar keine Benachrichtigung bekam, nur einen unbekannten Namen wußte und das Paket nie wieder aufgetaucht ist.

Tja, so war der Plan, aber warum einfach, wenn es noch besser kompliziert geht. Mit nervigen Verlust- und Fehlerkorrespondenzen macht man mir wahrlich keine Freude. Wenn ich nicht Verpflichtungen hätte, wäre es vielleicht besser, im Bett zu bleiben, um schlimmere Verwicklungen zu vermeiden. Ich hoffe nur, das geht jetzt nicht ein ganzes Jahr lang so weiter.

Montag, 19. August 2013

...

Ein reicher Mann lag einst im Sterben. Sein ganzes Leben hatte sich nur um Geld gedreht, und als es nun mit ihm zu Ende ging, dachte er, dass es nicht schlecht wäre, auch im Jenseits immer ein paar Rubel zur Hand zu haben. Darum bat er seine Söhne, ihm einen Beutel voll Rubel in den Sarg zu legen. Die Kinder erfüllten ihm diesen Wunsch. Im Jenseits angekommen, entdeckte er eine Anrichte mit Speisen und Getränken, wie im Erste-Klasse-Wartesaal eines großen Bahnhofes. Vergnügt betrachtete er seinen Beutel und trat an die Theke. Alles, was dort angeboten war, kostete eine Kopeke: die appetitlichen Pastetchen ebenso wie die frischen Sardinen und der Rotwein. "Billig", dachte er, "alles sehr billig hier", und wollte sich einen guten Teller voll bestellen. Als der Mann an der Theke ihn fragte, ob er auch Geld habe, hielt er ein Fünf-Rubel-Stück hoch. Doch der Mann sagte trocken: "Bedaure! Wir nehmen nur Kopeken!" Der Reiche inzwischen - wie sich leicht nachvollziehen lässt - furchtbar hungrig und durstig, befahl daraufhin seinen Söhnen im Traum, den Beutel mit Rubeln im Grabe auszutauschen gegen einen Sack Kopeken. So geschah es. Und triumphierend trat er wieder an die Theke. Doch als er dem Mann hinter der Theke eine Handvoll Kopeken übergeben wollte, sagte der lächelnd, aber bestimmt: "Wie ich sehe, haben Sie dort unten wenig gelernt. Wir nehmen hier nicht Kopeken, die Sie verdient, sondern nur die, die Sie verschenkt haben."
(Leo Tolstoi)

Samstag, 17. August 2013

Balkongespräche

Irgendwo höre ich eine junge Frau laut auf dem Balkon telefonieren. Und wie es in unserem Block so ist, versteht man im Hof jedes Wort. So bekomme ich unfreiwillig mit, wie sie jemandem über ihre Bekannte erzählt, welche sich an ihrem Geburtstag die Hucke voll gesoffen und gekifft hat, später im Krankenhaus gelandet ist und schließlich noch Ärger mit der Polizei bekam, weil der Alkohol geklaut war. 'Seltsam, was manche Leute für Bekanntschaften haben können', wundere ich mich still. Danach merke ich, daß die Frau unterbrochen wird und der Reaktion entnehme ich, daß es von einem Kind ist. Von dem Kind ist zwar selbst kaum etwas zu hören, aber sie reagiert sehr ungehalten: "Sei ruhig! Man mischt sich nicht ein, wenn große Leute miteinander reden! Ruhig jetzt!" Noch einmal eine kaum hörbare Unterbrechung und die wütende Reaktion der Frau: "Ich hab dir doch gesagt, daß man nicht spricht, wenn Große miteinander reden. Sei ruhig!" Schließlich eine dritte leise Unterbrechung und die gebrüllte Antwort: "HALT DIE FRESSE!" Alles klar - denke ich so bei mir, - und alle Fragen beantwortet.

Freitag, 16. August 2013

Hm,

meine Futterhaus-Übernachtungsgäste schlafen schon, die Äuglein sind fest geschlossen. Und wie komme ich jetzt an die Tomaten für das Abendessen?

Edit: Ich bin leise auf den Balkon gegangen und habe mich an die Tomaten herangeschlichen bis ich direkt vor dem Futterhaus stand. Ich hätte mit der Hand hineingreifen können. Die Spatzen kümmerte es gar nicht. Entweder schlafen sie so tief, daß sie nichts mehr mitbekommen oder sie halten mich für ungefährlich. Ich habe ihnen als Betthupferl eine halbe Walnuss auf den Futterhäuschenrand gelegt.

Donnerstag, 15. August 2013

Hexenkuss und nichtzahlende Gäste

Hexenkuss

Diese Hexenküsse sind wirklich magisch, denn sie schmecken fast genauso wie das Stieleis aus meiner Kindheit, nämlich knackig, sowie angenehm erfrischend und unsüß. Wer hier aufmerksam mitliest, hat ja vielleicht schon mitbekommen, daß ich es überhaupt nicht mag, wenn bei diversen Wohlstandsbauch-Eismarken der ganze Mund vor Zucker und Schokolade klebt. Wahrscheinlich bin ich durch meine Kindheit einfach so konditioniert und habe mich von der heutigen Nahrungsmittelindustrie noch nicht umkonditionieren lassen. Darüber bin ich ganz froh, besonders wenn man so die Kinder sieht, die süchtig nach viel Fett und Zucker sind, weil sie es nicht anders gewöhnt sind. Und ich finde, sie verpassen damit eine ganze Menge, zum Beispiel den puren Eigengeschmack einer einfachen Nahrung. In einer Doku, leider weiß ich nicht mehr, welche es war, habe ich sogar einmal gehört, daß viele Kinder heutzutage typische natürliche Geschmacksnoten kaum noch erkennen und unterscheiden können, weil ihre Nahrung nur noch extrem süß, extrem fettig, extrem salzig usw. ist, und alle subtileren Geschmacksnoten darin untergehen. Das ist eine Entwicklung, die auf Dauer wohl kaum für den Menschen förderlich ist. Jedenfalls, um zum Eis zurückzukommen, sind die Eissorten dieser Firma, die einzigen, die ich kaufe, wenn ich mein Eis nicht selbst mache.

Inzwischen sind zum Abend wieder meine nichtzahlenden Gäste, die Spatzen, in ihr Hotelzimmer, das Futterhaus, eingezogen, um darin zu nächtigen. Vorher haben sie dort auch ihr Abendessen eingenommen. Ich glaube, die mögen es einfach gerne, wenn sie frühmorgens gleich neben ihrem Frühstück aufwachen.

Dienstag, 13. August 2013

Eine Spatzenfamilie

scheint zu meinen, daß mein Futterhäuschen nicht nur zum Futtern, sondern auch fantastisch zum Bewohnen und Übernachten geeignet ist. Bereits seit sieben Uhr abends haben sie es sich dort bequem gemacht, wärmen sich gegenseitig, sind verdächtig ruhig - das will bei Spatzen etwas heißen - und machen keine Anstalten, das Häuschen wieder zu verlassen. Ich habe das Gefühl, die wollen dort die Nacht verbringen. Es stört sie nicht einmal, daß ich die Balkontür offen habe und an der Tür herumlaufe. Selbst Frau Meise ist baff erstaunt über diese kühne Hausbesetzung und hat es bestimmt schon überall herumerzählt. Sowas hat sie auch noch nicht gesehen. Inzwischen sind die Köpfchen im Gefieder verschwunden. Nachher gehe ich gucken, ob alle ihre Äuglein zu haben und das Licht aus ist.

Edit 21:30 h: Pssst! Die Spatzen schlafen tief und fest!

Spatzen1

Spatzen2

Montag, 12. August 2013

Ein schlechtes Gewissen

ist ein unbequemes Ruhekissen. Keine Angst, ich habe nichts Schlimmes verbrochen, ich habe nur in diesem Sommer alles an Terminen und Erledigungen schleifen lassen, ganz besonders die Arzttermine, weil es mir einfach entweder zu heiß war oder ich keine Lust hatte, irgendwo herumzusitzen. Nach der Reise hatte ich den Brief des Genetischen Instituts im Kasten, daß ich einen Termin zur Befundbesprechung vereinbaren kann - hab ich bis jetzt nicht getan, aber nicht, weil ich mir wegen des Ergebnisses einen Kopf mache, sondern nur aus reiner Lustlosigkeit. Für den Zahnarzt hätte ich längst wieder einen Termin vereinbaren sollen - keine Lust - und ein paar andere Termine stehen ebenfalls an - keine Lust. Schließlich braucht man von diesem ganzen Arzt- und Befundmist auch mal Urlaub. Ich finde, im September oder Oktober ist immer noch genug Zeit, die Ärzte werden den Sommer über ja wohl mal ohne mich zurechtkommen.
Seit Monaten warnt mich mein Medien-Server, daß eine der Festplatten nicht ganz ordnungsgemäß funktioniert, aber ich dachte immer: "Ja, ja, mach nur nicht so viel Panik, sie läuft ja noch und wird sicher nicht so schnell über den Jordan gehen." Ich nahm mir vor, mich darum zu kümmern, hatte aber hierzu bei dem schönen Wetter ebenfalls keine Lust. Überhaupt habe ich diese ganze Technik doch nur, um mehr Zeit für andere Dinge zu haben, die ich gerne mache, und nicht um dauernd daran herumzuschrauben. Heute bekam ich die Rechnung, indem ich mich früh wunderte, warum es bei mir piept. Die Festplatte hatte den Geist aufgegeben. Nun führt kein Weg mehr daran vorbei, mich zu kümmern, bevor die zweite Festplatte noch ausfällt und meine Dateien weg sind. Und gleich wirft das wieder jede Menge Fragen auf, mit denen man sich stundenlang beschäftigen muß, zum Beispiel ob eine Sata III-Festplatte an einen Sata II-Festplattencontroller paßt usw. usf. Probleme, die man ohne Technik nie hätte.

Sonntag, 11. August 2013

Viva la musica

Gestern fand zu Ehren meines Geburtstages ein großes Konzert und Feuerwerk in den Gärten der Welt statt, dem grünsten Konzertsaal Berlins. Ist natürlich Quatsch und nur halb richtig, denn es war zwar mein vorgezogenes Geburtstagsgeschenk, aber gefeiert wurde eigentlich Giuseppe Verdis 200.Geburtstag - ohne seine Anwesenheit. Dafür war ich dort, auch wenn mein Geburtstag erst in zehn Tagen ist. Und es war wunderbar, nur leider etwas zu feucht und kühl des abends, man sollte seinen Geburtstag öfter mal eher feiern. Es versteht sich, daß bei dem Konzert all die bekannten und beliebten Melodien Verdis aus Rigoletto und Nabucco erklangen, wobei das, was die Massen hier begeistert, mir im Grunde weniger gefällt. Ich bevorzuge die Melodien aus La traviata, welche ebenfalls reichlich gespielt wurden. Insgesamt 150 Musiker gaben ihr Bestes auf der Bühne. Nach einer längeren Pause, als es anfing zu dämmern, zogen die Chöre mit einem Fackelzug hinauf und zum Schluß wurde die Musik mit einem wunderschönen Feuerwerk untermalt. Als die Menge - es waren enorm viele Leute gekommen - sich am Ende durch den einzigen Ausgang hinaus drängelte, hörte man solche Sätze wie: "Det war richtig jut! Det war schön - dieses Gesinge und diese vielen Chöre - hach, so wat hab ick noch nich erlebt! Ick fand det viel schöner als im letzten Jahr." Den Berlinern hat es gefallen.

Viva la musicaViva la musica

Viva la musicaViva la musica

Viva la musicaViva la musica

Viva la musicaViva la musica

Donnerstag, 8. August 2013

Mehr Rosa

geht nicht!

Rosa

Mittwoch, 7. August 2013

Seemannsgarn - Reisebekanntschaften

Sechsundzwanzig Blogbesuchern gefiel der Eintrag "Seemannsgarn - Tromsø bis Sklervøy", das sind noch mehr Likes als zum Gin als Vorspeise und ist ein neuer Rekord. Obwohl nicht einmal Alkohol in dem gelikten Artikel vorkommt, aber dafür gibt es eine andere Gemeinsamkeit, nämlich das norwegische Königshaus, so daß ich stark mutmaßen muß, es ist die Königsfamilie, die so allseits beliebt ist. Oder vielleicht lesen hier ebenfalls einige Geheimdienste mit und liken vorbildlicher weise die Beiträge über ihre Vorgesetzten? Wobei ich zu diesen gar nicht viel beitragen kann, da ich sie ja noch nicht einmal gesehen habe. Mein Buch könnten sie meinetwegen genauso fleißig liken, wenigstens zumindest der russische Geheimdienst. Doch was wäre das Reisen ohne die Bekanntschaften, die man dabei macht! Selbst die unangenehmen Bekanntschaften können einen nicht erschüttern, weiß man doch, daß nach Ende der Reise ein Wiedersehen fast an Unmöglichkeit grenzt. Dies wiederum ist bedauerlich bei den Bekanntschaften der äußerst angenehmen Sorte, von denen man sich gar nicht mehr trennen möchte. Weder zum einen noch zum anderen gehörten die, welche ich auf der Reise machte. Da wir eine Gruppe von vier Leuten waren, ergaben sich nicht all zu viele Gelegenheiten, um andere Menschen kennen zu lernen. Am besten ging das noch auf dem Deck, weil ich dort oft alleine war, denn den anderen war es meistens auf Dauer zu kalt. So bin ich mit zwei älteren Herren ins Gespräch gekommen. Der eine, ich nenne ihn den "Fast-Kapitän", konnte sich wie ich nicht von der Mitternachtssonne losreißen und erklärte mir genauestens, wann sie den tiefsten Punkt erreicht hat, sowie diverse seemännische Fachbegriffe, die ich mir zu diesem Zeitpunkt allerdings durch den Aufenthalt auf dem Schiff bereits selbst angeeignet hatte. Es gab aber auch Dinge, die er nicht wußte und von mir erfuhr, zum Beispiel daß der 23.6. in Norwegen ein Feiertag ist und überall im Freien große Feuer entzündet werden (von denen wir dann absolut nichts gesehen haben, aber das ist eine andere Geschichte). Und beide rätselten wir gemeinsam darüber, ob und wie Wale wohl schlafen. Er wollte früher einmal Kapitän werden und ist auf eine Offiziersschule gegangen, konnte aber nicht den entsprechenden Abschluß machen, da ihm der Matrosenbrief fehlte und er zu alt war, um ihn nachzuholen. Dafür kleidete er sich nun wie ein Kapitän, indem er eine Schiffermütze auf dem Kopf trug und nur noch seebärenhaft wenige Zähne im Mund hatte, um so die Seefahrerei als Hobby zu betreiben. Um Afrika wolle er noch einmal herumfahren und in einem richtigen Frachter mitschippern, so einem, wo nur zwölf Passagiere mitgenommen werden. Der andere war ein Kölner mit einem großen Mundwerk, sowohl im tatsächlichen als auch übertragenen Sinne, so daß ich oft Gelegenheit hatte, auf sein mächtiges künstliches Gebiß zu schauen. Im Grunde war er das wandelnde Klischee einer Kölschen Frohnatur, trank gerne Bier und unterhielt beim Essen den ganzen Tisch. Er war der Meinung, ich sähe aus wie eine Lehrerin und ich fürchte, er glaubt jetzt, das alle Berliner nur Wasser trinken. Ja, die alten Herren, die mögen mich. Die beiden Skizzen sind übrigens aus der Erinnerung entstanden und nicht nach dem lebenden Objekt, weshalb ich keine Garantie dafür übernehme, daß die beiden genauso aussahen.

NorwegenNorwegen