Mittwoch, 16. Oktober 2013
Dienstag, 15. Oktober 2013
Zuckerwattewolkenmond (Anagrammgedicht)
Deckwort: ZK Wonnetaumel
Weltzweck: Kondome Natur
Kennwort: Wal zuckte Odem
Denkwelt, wo Roman zuckte
Dank-Ort - Zweck Loewenmut
Zumba
Montag, 14. Oktober 2013
Frustrationsweitergabe (Anagrammgedicht)
Arbeitstage Einrufs-Wort
Graf baut interessiert wo
Bitterwasser taufen Giro
aus Eisbar Gewitterfront
Wassergoettin Beirat Ruf
aus Goetterstirn warf bei
Riesengeist Wort auf Bart
Wort besaufe Gitarristen
weissbaertig rauft Tenor
Wort-Bars Gittereisen auf
Nehme nichts und kaufe nichts!
Samstag, 12. Oktober 2013
...
so wird Hornhautraspeln zur Meditation
und nebenan zupft das Suppenhuhn
am Suppengrün im großen Suppentopf
manch einer wäre gerne Hahn im Topf,
wenn heißer gegessen als gekocht
und ich klaube kunterbunte Wortknödel
dort hinein - denn mir ist nach Blödeln
auf Spurensuche nach der Ernsthaftigkeit,
aber Ernst ist in Haft und schreibt
an tiefgründelnden Romanen
Tja, da kann man nichts machen,
jetzt gewinnt die Hühnersuppe
...
konnten nicht ohne das andere,
und so beschlossen sie heimlich
sich zu reimen für alle Tage.
So blieb es bis gestern neulich,
doch allein mit ihnen verbunden,
fühlte sich peinlich sehr treulich
und schloß sich den beiden an.
Freitag, 11. Oktober 2013
Seemannsgarn - Hammerfest bis Sklervøy
Carpaccio - geschnittener Kräuterfiletbraten vom Rentier auf Pinienkernsalat und Preiselbeerensirup
Saibling mit Sauce Hollandaise, Spargel, Rote-Beete-Püree und Roswald Kartoffeln
Brownie mit Orangenschokolade & Haselnüssen, serviert mit Sorbet
Auch am achten Tag war Ruhetag, zumal es den gesamten Tag über so verhangen gewesen ist, daß nicht wirklich viel zu sehen war. Am Abend lagen wir vor Tromsø und dicker Nebel senkte sich wie ein Schnellzug über die Stadt, so daß bald nicht einmal mehr die große Eismeerkathedrale aus dem Kajütenfenster zu erkennen war. Aus diesem Grund ist die nachfolgende Skizze vorrangig aus meinem Gedächtnis und Vorstellungsvermögen entstanden, denn zum Entstehungszeitpunkt konnte man nur noch die Brücke schemenhaft erahnen.
Ein Großteil der Zeit wurde mit Scrabbeln herumgebracht und als ich mich später des Nachts im Nebel an Deck aufhielt, war es überhaupt nicht windig oder kalt, nur etwas feucht. Trotzdem bin ich an diesem Abend das erste und einzige Mal völlig allein an Deck gewesen.




Vardø -
Donnerstag, 10. Oktober 2013
Zum Welttag der seelischen Gesundheit
...Auch in Magengeschwür und anderen psychosomatischen Symptomen können sie meist keine psychische Verursachung sehen...
Der Durchschnittsmensch ist im moralischen Sinn charakterlos. Im psychologischen Sinn ist der Normalcharakter ein dressierter, programmierter Automat, der vorhersagbares Verhalten zeigt, als Handelsware seiner selbst...
Er wird als Arbeitskraft, als Konsument und politischer Stimmfaktor verplant. Wer einmal Normalcharakter erreicht hat, kann der Manipulation seiner Person kaum mehr entrinnen...
Die zivilisierte Gesellschaft geht weiter den Weg in die kollektive Neurose. Der Neurotisierungsprozess nimmt in der Bevölkerung ständig zu. ...
Die psychische Krankheit ist zur Norm geworden. Nur wer sich weigert, im Sinne der Norm normal zu sein, hat noch eine Chance, seine Seele zu retten."
(aus "Lassen Sie sich nichts gefallen" von Peter Lauster)
Den ersten Teil sagt die Psychoonkologin auch immer zu mir, aber ich finde, es ist auf Dauer kein großer Trost.
Das Haarschneidezelt
Mittwoch, 9. Oktober 2013
Seemannsgarn - Kirkenes bis Berlevåg
Seemannsschmaus:
Rahm-Schellfisch-Spieß
Marinierter Schweinenacken in scharfer Soße, serviert mit Sauerkraut, Schinken & Petersilie, Portweinsoße und frittierten Amandine Kartoffeln
Limetten-Postet mit Keks, serviert mit frischen Beeren
Am siebenten Tag ruhte Gott und auch wir taten dies mehr oder weniger. Es fand zwar ein kurzer Ausflug durch Kirkenes und zur russischen Grenze statt, doch bis auf eine Holzhütte mit russischen Souvenirs und einen Herrn mit Rasputin-Bart, gab es dort nicht allzu viel zu sehen. Natürlich konnte man einen Blick über den Grenzfluß auf die russische Seite werfen, aber im Grunde sah es hinter dem Fluß genauso aus wie vor dem Fluß. Keine golden winkenden Zwiebeltürme, keine Baba-Jaga-Hexenhäuser, keine singenden und tanzenden Kosakenchöre, keine Balalaika-Klänge, nur in der Hütte ein paar bunte Matrjoschkas, die man kaufen sollte. Wenn ich nach Norwegen reise, kaufe ich mir aber sicher keine Matrjoschka und außerdem habe ich schon eine. Der Höhepunkt war das samische Lied, welches uns unser samischer Reiseleiter vorgesungen hat und welches ich mit meiner Kamera aufnahm.
Während der Fahrt genossen wir noch richtig viel Sonnenschein, aber am Nachmittag wurde es immer diesiger und verhangener als Vorgeschmack auf den nächsten Tag, so daß ich auch eine Foto-Pause gezwungenermaßen einlegte.






Ebend,
Dienstag, 8. Oktober 2013
...
verzauberte Orte, und gemieden,
wo die Ölgötter die Nacht aufrissen,
die mit einer Wolkendecke rastete,
darniederlag ist das bessere Wort,
beworfen mit Schein und Sein.
Fluchend bebte und versiegte
sie - die lichterfach Zersiebte
und zerfloß in Schnelligkeit.
Montag, 7. Oktober 2013
Relight my fire,
Die Anthologie dürfte auch schon im Schonwaschgang stecken. Geduld und Ungeduld haben keinen Wert an sich, man fühlt sich schnell aus dem Gedächtnis gezeichnet, inklusive zwei großer wuchender Traumblätter. Sie schleicht umher mit wirrem Blick, schleicht sie herum rund um den Plötzensee und der Mittelpunkt der Blüten erinnert an Zistrosen, die einzige noch frei laufende Mahlzeit auf diesem Planeten. Erst werden ihre Augenbrauen gezupft, dann beginnt ihre Wachsbehandlung - could it be magic?
