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Samstag, 14. Dezember 2013

Abenteuerliches Schattenspiel

Schattenspiel

Dieses Schattenspiel bekomme ich nur sehr selten zu Gesicht. Nämlich im Winter, wenn die Sonne bei klarem Himmel an einer ganz bestimmten Stelle steht, von wo sie direkt im Fenster eines gegenüberliegendes Hauses so gespiegelt wird, daß das Licht genau in mein Küchenfenster fällt. Dies dauert nur wenige Minuten. Wer weiß, vielleicht zeigen die Stummelschwänzchen der fliegenden Hirsche ja auf einen eingemauerten Schatz.

Mittwoch, 11. Dezember 2013

Der sybillinische Universalist und Ausprobierer

Wenn ich einige Tage oder länger nicht blogge, ist das meist ein deutliches Indiz dafür, daß ich für eine alte oder neue Tätigkeit entflammt bin. Und mit entflammt meine ich entflammt, denn in dieser Zeit geht mir jede Tagesstruktur und jeder Stundenplan am Allerwertesten vorbei, weil mich irgendetwas so unglaublich fasziniert. Das hat ganz nebenbei die Wirkung, daß meine Wohnung innerhalb weniger Tage in allen Räumen einem Schlachtfeld gleicht. Meist folgt dieser Phase dann eine große Aufräumaktion. Äußerst spannend finde ich das auch aus dem Blickwinkel etwaiger Mitbewohner, weil diese nie wissen können, ob sie, wenn sie abends nach Hause kommen, eine gemütlich aufgeräumte Wohnung betreten, oder das chaotische Kabinett eines wirren Forschers, Wissenschaftlers oder Künstlers. Inzwischen habe ich mich damit abgefunden, daß das bei mir so ist und Stundenpläne, wie in dem Buch "Du musst dich nicht entscheiden, wenn du tausend Träume hast" von Barbara Sher für sybillinische Scanner empfohlen, nur dann einigermaßen funktionieren, wenn ich halbherzig an meinen vielen Interessen dran bin, mich nicht entscheiden kann oder eigentlich zu gar nichts Lust habe. Abgewöhnen werde ich mir das nicht mehr und mitten in der größten Begeisterung für etwas bin ich einfach auch am besten. Es wäre direkt eine Schande, würde man die Energie, die aus solch einem Enthusiasmus erwächst, mit Stundenplänen abwürgen wollen, weil solch eine Phase gerade sehr unpassend kommt und man anderes nicht vernachlässigen will. Allerdings ist es manchmal ziemlich anstrengend, wenn man nicht einmal selbst vorher weiß, ob der nächste Tag ein strukturierter oder ein chaotischer Tag wird. Witzigerweise lasse ich aber für angenehme Gesellschaft das alles sofort stehen und liegen. Insofern würde ich mich in der Hauptsache, um das o.g. Buch aufzugreifen, als Universalist sehen, der, sobald er sich alleine beschäftigen muß, abwechselnd in die Gewohnheiten der sybillinischen Scanner und der Ausprobierer fällt. Auch mit dem Modell "Ein schönes Leben" für Universalisten kann ich mich gänzlich identifizieren. Die Erkenntnis, zu der mich dieses Buch geführt hat, ist im Grunde diese, daß nicht ich mich irgendeiner Planung anpassen und diese stoisch durchziehen muß, sondern daß sich umgekehrt die Planung meinen jeweiligen Energiephasen anpassen und genauso flexibel sein muß. Das heißt, ich muß jeden Tag neu entscheiden, ob ich den Plan für kurze Konzentrationsphasen oder den Plan für ein längeres, zusammenhängendes Projekt anwende, oder ob ich gar keinen Plan habe. Womit ich wieder am Anfang wäre. Mit dem Tipp aus dem Buch, 20 bis 30 Ringordner anzulegen, habe ich übrigens so meine Probleme, denn ich wüßte nicht, wo ich diese bei meinem beschränkten Platzangebot stapeln sollte. Deshalb habe ich mir aus dem losen Reiterheftchen im Moleskine-Jahresjournal einen Miniordner aller relevanten Interessensgebiete gemacht, der hoffentlich erst einmal als Gedächtnisstütze reicht.

Dienstag, 10. Dezember 2013

Bin ich ein Scanner?

Laut dem Buch "Du musst dich nicht entscheiden, wenn du tausend Träume hast" von Barbara Sher ist ein Scanner ein sehr vielseitig interessierter, sprunghafter und neugieriger Mensch, der genau dies leben muss. Die Aufgabe lautet, alle Projekte und Aktivitäten aufzuschreiben, die man jemals im Leben begonnen hat, unabhängig davon, ob sie beendet wurden.
Also gut - ab meinem Geburtsjahr 1970:

Sportgymnastik
einen Garten anlegen und pflegen
ein Drehbuch schreiben
eine Babykatze großziehen
Chorsingen/Singen
Zeichnung und Malerei
archäologische Ausgrabungen (ok, es war nur unter den Büschen an der Kirche, aber wir haben sogar eine antike Münze gefunden)
Stepptanz
Geologie (Steine sammeln und bestimmen)
Später Steine bemalen
die einführenden Seiten des Deutschen Dudens auswendig lernen
Maschineschreiben
Bäume und Pflanzen bestimmen/Herbarium
Ornithologie (Vögel beobachten und bestimmen)
Klavier spielen
eine Patchworkdecke nähen
Kleidung nähen (beruflich und privat - sogar aus dem Talar meines Vaters)
Basteln mit Streichholzschachteln und Papier
Siebdruck
Scherenschnitt/Transparentschnitt
englische Liedtexte übersetzen
Wortspiele
Norwegisch lernen
Tschechisch lernen
Gedichte schreiben
Traumtagebuch schreiben
Hieroglyphen lernen
Schmuck basteln
Kissen und Tischdecken besticken
Makrameé
Stricken
Häkeln
Encaustic
Karate
Schwimmen
Qi Gong
Dart
Billard
Autogenes Training/Meditation lernen
Kunstgeschichte/Geschichte/Religion
Psychologie
Astrologie lernen (in Astrologie würde ich wahrscheinlich sogar eine zertifizierte Prüfung bestehen)
Karten legen (Tarot, Zigeuner und Lenormand)
Feng Shui
Batik und Stoffdruck
Latein lernen (Kleines Latinum beim Studium))
Russisch lernen
Französisch lernen
Yoga
Aktienhandel
einen großen Familienroman schreiben
Kochen und Backen
jede Menge Bücher lesen und katalogisieren
Computer lernen/später stellenfremde Verwendung als Systemadministrator
eigene Webseite erstellen
Bloggen
Journal schreiben und gestalten
Fotos machen und mit Photoshop bearbeiten
Fotos entwickeln
ein Forum führen
Adventskranz flechten und basteln
Salsa tanzen
einen durchgeknallten Roman über eine Geschichte aus meinem Job schreiben
Wohnung renovieren
Möbel bauen
Schmetterlinge züchten
E-Book herausgeben mit dem durchgeknallten Roman
und seit neuestem
Zumba!

*die Hände über dem Kopf zusammenschlag*

Sieht wohl ganz so aus.

Samstag, 7. Dezember 2013

An der Atlantikstraße | 2

An der Atlantikstraße | 2
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An der Atlantikstraße

An der Atlantikstraße
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Mittwoch, 4. Dezember 2013

Ächz und Biobox November

In dieser Woche fand das letzte Mal Zumba statt, welches erst Ende Januar wieder beginnt. Sehr schade. Doch als wir uns noch einmal richtig verausgaben wollten, fiel nach einer halben Stunde plötzlich die Musikanlage aus. Die Kursleiterin schwenkte für den Rest der Stunde auf Wirbelsäulengymnastik um. Nun habe ich schon Wirbelsäulengymnastik gemacht, aber mir scheint, das, was wir gestern übten, war die Army-Version von Wirbelsäulengymnastik. Ich habe feinsten Muskelkater im Po und außerdem Blutergüsse an den Knien von der dünnen Matte auf dem harten Hallenboden. Als Prinzessin auf der Erbse brauche ich es einfach weicher für meine zarten Knie, wenn ich auf einem Bein kniend turnen soll.

Inzwischen kam auch die Biobox Beauty für November, allerdings erst im Dezember, doch der Inhalt hat mir gut gefallen. Ich habe nur ein wenig Sorge, daß in jeder Biobox Handcreme sein wird - so viel brauche ich nicht davon, und mit Lippenpflege habe ich inzwischen ebenfalls ausgesorgt. Mascara mögen anscheinend alle Boxen nicht. Ich habe bei der Glossybox gesehen, daß dort ein neues Beautyprofil installiert wurde, in welchem viel genauer nach Vorlieben, Gebrauchsartikeln und Farben gefragt wird als vorher. Bin gespannt, ob sich das tatsächlich auf den Inhalt der Glossyboxen auswirkt. Bei der Biobox ist der Inhalt für jeden gleich. Um so erfreuter war ich, daß der Eyeshadow von Benecos die perfekte Farbe für mich hat. Sie heißt 'Lucky Sky' und wird vielleicht meine neue Lieblingsfarbe, weil sie weder dunkel noch knallig, sowie nicht hautfarben oder warm getönt ist, sondern rauchig und kühl. Das Auge sieht leicht schattiert aus, aber absolut dezent. Perfekt und nach meinem Geschmack. Der Lippenstift von Dr. Hauschka ist ein schönes Rosé, das ich gerne trage. Das Plegeölbad mit Jasmin & Argan von Kneipp habe ich heute schon 'verbadet'. Weiter waren enthalten eine "Happy Aging" Decolleté Lotion von Martina Gebhardt, eine Probiergröße der Pflegelotion Granatapfel von Weleda, eine Tube Handbalsam von Luvos, ein Lippenpflegestift mit Sanddornöl von élass, sowie eine Lichttüte.

Biobox November

Samstag, 30. November 2013

Drei Tips gegen Probleme

Auf einem Treppenabsatz sitzend plaudere ich mit dem Herrn Speedhiking, der sich gegen die Wand des Treppenhauses lehnt und von Kopf bis Fuß in eine Bergsteigerkluft gehüllt ist. Er gibt mir einen Zettel, auf welchen er drei Dinge geschrieben hat, die gegen Probleme helfen, vor allem gegen Probleme, die aus der Kindheit resultieren:

1. Man buche alleine eine Reise mit besonderen Erschwernissen.

2. Man fahre in zwei Wochen mit dem Hund nach Spanien.

3. ..

Die beiden ersten Punkte beschäftigen mich so, daß ich vergesse, den dritten Absatz zu lesen. Was besondere Erschwernisse sind, kann ich nur erahnen. Der zweite Punkt dagegen ist relativ eindeutig. "Sie meinen...Sie meinen....?" frage ich, ohne auszusprechen, was ich meine, daß er meint. Doch er weiß, was ich meine und nickt mit dem Kopf und ich weiß auch, was er meint:
Er wird in zwei Wochen mit seinem Hund nach Spanien fahren.

Donnerstag, 28. November 2013

Wird es einen Weihnachtsstern geben?

Heute entscheidet sich, ob wir in diesem Jahr mit einem Weihnachtsstern der besonderen Art beglückt werden. Der Komet ISON traut sich nämlich, an der Sonne vorbeizufliegen und wenn er das überlebt, haben wir pünktlich zum Weihnachtsfest einen 'echten' Stern von Bethlehem am Himmel. Genau am zweiten Weihnachtsfeiertag wird er der Erde am nächsten sein. Dies wäre dann der zweite Komet in meinem Leben, denn an das leuchtende Abbild des Hale Bopp am dunklen Nachthimmel erinnere ich mich noch sehr genau und gerne.

http://www.zeit.de/wissen/2013-11/ison-komet-sonne/seite-1

Edit: Verglüht oder nicht verglüht? Man streitet sich. Einige haben noch Hoffnung. https://www.facebook.com/planetarium.berlin

Edit 29.11.: Hm, große Medienblätter schreiben, der Komet sei verschwunden, aber auf den Bildern der Sternwarte ist er noch munter und hell zu sehen, obwohl wahrscheinlich nur als Teil des ursprünglichen Kometen. Es bleibt spannend.

Edit 2.12.: Nun steht es wohl mit hoher Wahrscheinlichkeit fest, daß sich der Kometenkern aufgelöst hat und nur noch eine Staubwolke geblieben ist. http://kometen.info/2012s1.htm

Dienstag, 26. November 2013

Meet and Greet with me, myself and I

Ich finde ja, ich sollte auch mal so ein Meet and Greet mit me, myself and I versteigern. Inklusive sind vier Treppen konditionsfördernder Auf- und Abstieg - roter Teppich und eine passende rote Kamera sind ebenfalls vorhanden. Wahlweise gibt es eine handsignierte Anthologie oder einen Müllsack zum hinuntertragen. Vielleicht auch beides.

Sonntag, 24. November 2013

...

Die Journalisten Charlotte und Denis Plimmer erzählen aus diesen Tagen des Zurechtfindens, daß ein Besucher (des Vatikans), der sich im Labyrinth von Fluren und Höfen verirrt hatte, in ein großes und prächtiges Zimmer mit Spiegelwänden geriet. Sicher hatte ein Außenstehender hier nichts zu suchen, aber als er die reichverzierte Tür hinter sich zugezogen hatte, konnte der Unglückliche den Ausgang nicht mehr finden. Wohin er sich auch wandte, blickte ihn sein verängstigtes Spiegelbild an, bis er hilflos und geschlagen nur noch in den Spiegel schaute. Da stand er nun in schrecklicher Erwartung, als einer der großen Spiegel auf ihn zuschwang, und ins Zimmer trat der Papst. Johannes, der die Lage gleich durchschaute, legte spitzbübisch einen Finger auf die Lippen und flüsterte: "Pst! Ich habe mich auch verirrt."
(aus "Ich möchte Johannes heißen - Das Leben eines großen Papstes" von Lawrence Elliott)

Die Stabkirche von Kvernes

Stabkirchen heißen so, weil sie aus einer speziellen Holzrahmenkonstruktion bestehen, dem Grundgerüst, wobei die Rahmen mit Brettern ausgekleidet sind, die mit Hilfe von Rillen und Nuten befestigt wurden. Im Prinzip ist so eine Stabkirche wie ein Baukastensatz, der richtig zusammengepuzzelt werden muß. Diese Stabbauweise war im Mittelalter vor allem in Nordeuropa weit verbreitet, wurde jedoch außerhalb Norwegens häufig sehr frühzeitig durch Bauten aus Natur- oder Backstein ersetzt. Die ältesten erhaltenen Funde eines Kirchenbaus mit Stabwerkkonstruktion finden sich als Reste im Dorf Greensted in Essex in der Nähe von London. Vollständig erhaltene Stabkirchen aus dem Mittelalter gibt es heute, mit Ausnahme eines Baues in Schweden und einer "geschenkten" und umplatzierten Kirche in Polen, nur noch in Norwegen. Die meisten der Stabkirchen wurden zwischen 1150 und 1350 errichtet. Ab 1350 verwüstete die Pest Nordeuropa und traf Norwegen so hart, daß vermutlich ein Drittel bis die Hälfte der Bevölkerung dem Schwarzen Tod zum Opfer fiel. Dadurch stagnierte auch die Bautätigkeit, da es nur noch wenig Bedarf an neuen Kirchen gab. Erst im 17. Jahrhundert erreichte Norwegens Bevölkerungszahl wieder den Stand von vor 1350 und es entstand eine größere Notwendigkeit, alte Kirchen umzubauen, bzw. neue Kirchen zu errichten. Die mittelalterlichen Stabkirchen wurden oftmals abgerissen und durch Kirchen in Blockbautechnik oder aus Stein ersetzt. Gleichzeitig erwachte auch bei immer mehr Menschen das Interesse an der Rettung dieser alten Kirchen. Die letzte Stabkirche wurde um das Jahr 1880 abgerissen. Im Jahre 1905 wurden alle noch erhaltenen Stabkirchen, 29 an der Zahl (von ursprünglich über zweitausend), unter Denkmalschutz gestellt. Heute sind es nur noch 28 Stabkirchen, da eine von ihnen bei einem Feuer abgebrannt ist. Die in Norwegen besichtbaren Stabkirchen sind die letzten Beispiele für eine früher übliche Bautechnik, die es jetzt nicht mehr gibt.

Während unserer Reise besuchten wir die Stabkirche von Kvernes, die dem Møre-Typus zugeschrieben wird. Die Besonderheit sind Mittelstäbe in den Rahmen, sowie durchgehende Deckenbalken. Außerdem wird die Kirche durch Schrägstreben an den Außenwänden gestützt, was an sich sonst nicht üblich war. Man weiß nicht, wieso das geschah, vielleicht ja einfach, damit die Kirche an ihrer ungeschützten Position nicht weggepustet wird. Das genaue Alter der Kirche ist nicht bekannt. Sie wurde 1432 erstmals erwähnt. Die bunten Dekorationen und Malereien stammen übrigens nicht aus dem Mittelalter, sondern aus den Jahren 1630 bis 1640, das Kriegsschiffmodell aus der Mitte des 17. Jahrhunderts. Und das letzte Bild mit dem kleineren Schiff ist natürlich nicht von der Stabkirche, wie der aufmerksame Leser sofort erkennen wird, sondern von der daneben befindlichen, später errichteten Kirche.

Die Stabkirche von Kvernes

Die Stabkirche von KvernesDie Stabkirche von Kvernes

Die Stabkirche von KvernesDie Stabkirche von Kvernes

Die Stabkirche von Kvernes

Die Stabkirche von Kvernes

Die Stabkirche von Kvernes

Die neue Kirche von Kvernes

Samstag, 23. November 2013

Prinzessin auf der Erbse

Jede Rose hat Dornen und statt dauernd Rücksichten auf Leute nehmen zu wollen, die auf meinen Grenzen herumtrampeln, sollte ich mir endlich einmal ein Schulterklopfgerät zulegen. Jeder soll und darf es wissen, daß von mir scharf zurückgeschossen wird. Wer das nicht akzeptieren kann und will, wird gehen, aber dafür kommen andere, die das in Ordnung finden und nicht erwarten, daß ich für alles Verständnis habe. Das sagt die Psychologin und sie hat sicher recht. Trotzdem bleibt es nicht aus, daß es betroffen macht, wieviele Menschen in einer Nation der Miesepeter sich ihre Häme in solchen Momenten kaum verkneifen können. Und es ist nicht so leicht zu akzeptieren, daß es Freunde gibt, die einen entweder nur ganz unten oder ganz oben sehen wollen. Es gibt jene, die plötzlich da sind, wenn es einem sehr schlecht geht, es aber nicht ertragen und einem gönnen, wenn es einem wieder gut geht oder man gar Erfolg hat und glücklich ist, Dann sind da jene, die plötzlich da sind, wenn man ganz oben auf der Welle surft, die aber bei allen Unannehmlichkeiten oder Katastrophen sofort die Flucht antreten. Die eigentlichen Freunde sind die, die sich durch nichts in die Flucht schlagen lassen und sich mitfreuen können, wenn einem Gutes widerfährt. Ja, es stimmt, ich bin gerade sehr anstrengend. Das liegt wahrscheinlich daran, daß ich vierzig Jahre lang alles unternommen habe, um pflegeleicht und keine Belastung zu sein. Ist die Büchse der Pandora jedoch erst einmal geöffnet, quellen dort alle Überempfindlichkeiten hervor, die mich sonst noch seltsamer und anstrengender gemacht hätten und die ich deshalb irgendwo in mir vergraben habe, ohne daß sie deshalb weg gewesen wären. Doch wenn man sich mal überlegt, was eigentlich besser ist - nicht gemocht zu werden, weil man die eigenen Gefühle und Bedürfnisse in sich unterdrückt, oder aber nicht gemocht zu werden, weil man mit den eigenen Gefühlen so anstrengend und aufreibend ist - dann bin ich doch ganz klar lieber Prinzessin auf der Erbse. Aber Vorsicht! Wenn ich das wirklich wahr mache und die Büchse der Pandora wohl genug gefüllt ist (und das ist sie ganz sicher), dann könnte ich schlagartig sogar zur Drama-Queen mutieren, eine Rolle, die mir bisher immer fern lag. Doch ich spüre sehr deutlich, daß ich ein enormes, unerkanntes Potential dazu in mir habe. (Pluto tr im Quadrat zu Chiron r - "Die Wut äußern ***
Während vieler Monate gültig: Diese Zeitqualität könnte recht widersprüchliche Gefühle in Ihnen wachrufen. Möglicherweise verspüren Sie immer häufiger eine unbändige Lust, endlich Ihren Mitmenschen Ihre wirkliche Meinung über sie ins Gesicht zu sagen.
")

Unterwegs nach Zappoint

Wanderungen in der Nacht. Zuerst verschlägt es mich auf den Hof meiner Kindheit. Alle offenen Sand- und Rasenflächen sind zubetoniert und teilweise bebaut worden. Ein Weihnachtsmarkt findet dort statt, wo noch Raum ist, natürlich, um Geld für die Gemeinde zu machen. Ich verlasse den Ort wieder, kann jedoch nicht ausmachen, welches der richtige Weg zurück ist. Jemand weist ihn mir und zeigt auf einen schmalen Feldweg, der bis weit in eine bergige Landschaft hineinführt. Das irritiert mich, denn dort, wo ich herkam, gab es eigentlich keine Berge. Also muß der Weg falsch sein. Außerdem mißfällt mir, daß der gesamte Weg auf der rechten Seite durch einen Weidezaun und auf der linken Seite durch einen mehrere hundert Meter tiefen Abgrund eingegrenzt wird. Der Pfad selbst ist sehr schmal und die Gefahr groß, abzustürzen. Ich möchte nicht hier entlang laufen.
Schließlich auf einem Bahnhof in einer Gruppe von Frauen und Männern, einige ehemalige Klassenkameradinnen sind dabei. Ich unterhalte mich mit mehreren Männern, doch wir schreiten nun, ein wenig wie bei einer Klassenfahrt, in Zweierreihen zu den Bahnsteigen. Eine der Klassenkameradinnen geht neben dem großen Mann im karierten Hemd, mit dem ich gerade gesprochen hatte und irgendwie stört mich die Unterbrechung, da ich noch nicht weiß, wie mein Gesprächspartner hieß. Auch deshalb, weil das Gespräch nicht vorbei ist, finde ich, daß ich und nicht sie neben ihm laufen sollte. So springe ich nun immer zu ihm nach vorne, drängle mich etwas zwischen die beiden und frage interessiert: "Wie heißt du? Sag, wie ist dein Name?" Dabei fällt mir ein, daß er mir den Namen schon genannt haben muß, ich ihn aber vergessen habe, denn ich erinnere mich zumindest daran, daß der Name mit D begann. Da er mir nicht antwortet, beginne ich zu raten. "Daniel?" Keine Reaktion. "Ach ja, David, stimmts?" Genau, ich bin mir jetzt sicher, der Name ist David. Seine Reaktion ist minimal. Nur ein winziges Zwinkern mit dem Auge zeigt mir, daß ich recht habe. Er läuft vor mir die Treppe zur S-Bahn hinauf, dreht sich leicht zu mir um und sagt: "An deiner Stelle würde ich nachmittags anrufen!", verschwindet darauf in Richtung S-Bahn. Ich rufe ihm leicht amüsiert und leicht empört hinterher: "Hey, ich wollte dich gar nicht anrufen!" Doch kaum habe ich diese spontane Antwort gegeben, frage ich mich plötzlich, ob sein Satz wohl bedeutet, daß er nicht abgeneigt eines Anrufs wäre. Bevor ich mir lange den Kopf darüber zerbrechen kann, sehe ich, daß meine S-Bahn nach Zappoint bereits auf dem gegenüberliegenden Bahnsteig gehalten hat und im letzten Moment vor der Abfahrt springe ich hinein. "Das war aber wirklich auf den letzten Drücker, hat ja zum Glück noch geklappt", meint eine der Klassenkameradinnen, die sich bereits im Zug befand.