Krung Thep Mahanakhon Amon Rattanakosin Mahinthara Ayuthaya Mahadilok Phop Noppharat Ratchathani Burirom Udomratchaniwet Mahasathan Amon Piman Awatan Sathit Sakkathattiya Witsanukam Prasit
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so lautet die alte Thai-Bezeichnung für
Bangkok und bedeutet übersetzt:
"Der Felsgipfel, den Tamatea, der Mann mit den dicken Knien, hinabglitt, als er auf einer Flöte seiner Geliebten vorspielte".
Woher ich das weiß? -->
Wissenstest Sprachen
Eigentlich habe ich mich wohlweislich aus all den Fortsetzungsgeschichtenschreibereien rausgehalten, um mich in Ruhe den wichtigeren Dingen widmen zu können, aber nun hat mich das um sich greifende Virus doch infiziert. Und da ich hoffe, mich bald in eine Sommerb(l)aupause begeben zu können, wurden sämtliche guten Vorsätze von mir über Bord geworfen. Die Geschichte hat noch keinen Titel, aber Vorschläge sind jederzeit willkommen.
In einem blechdachbewehrtem Haus mit blinkenden Zinnen, hinter den sieben Bergen und jenseits der sieben Brücken, unter nördlicher Sonne nur 28°05’15“ entfernt vom Wendekreis des Krebses, wo der Polarstern, welcher ebenfalls Polaris oder Nordstern genannt wird, der äußerste Stern an der Deichsel des Sternbildes Kleiner Wagen, oder auch an dessen Handgriff, wenn man in dem Wagen eine Schubkarre erkennen möchte, einen Winkel von 50°21'' zum topozentrischen Horizont bildet, genauer gesagt unter den Koordinaten 13° 24' 11'' östlicher Länge und 51° 31' 15'' nördlicher Breite, da, wo man Zwerge kacken und Mauersegler kreischen hören kann, lebte und schlief eine junge Frau vier Stockwerke hoch über einer großen Stadt. Die helle Frühlingssonne hatte sich gerade einen schmalen Spalt zwischen den schweren Gardinen gesucht und blinzelte neugierig in das Zimmer hinein. Was sie sah, befremdete sie. Hohe Stapel von Büchern türmten sich an den Wänden entlang unordentlich auf und das Dach war anscheinend undicht, wie ein brauner Wasserfleck an der Decke bezeugte, was dem Zimmer aber keineswegs den Charme der Dachstube des armen Poeten verlieh. „Die arme Kleine“, dachte die Sonne, „kann sich noch nicht mal ein anständiges Bücherregal leisten.“ Dann kitzelte sie mich an der Nase – der treue Leser, der mir bis hierher auf dem beschwerlichen Weg gefolgt ist, wird sicher schon längst vermutet haben, dass es sich bei der jungen Frau um keine andere als mich selbst handeln kann – und mein Blick fiel schläfrig auf den Riss in der fleckigen Tapete, welcher sich wie der Ableger eines riesigen Mangrovenbaumes über die Wand hin zog. Hinter der Tapete rieselte es leise, als ich den großen Zeh unter der Bettdecke hervorreckte und vorsichtig mit ihm gegen dieselbe stupste.
„Ich muss was tun!“ fuhr es mir durch den Kopf. Dann seufzte ich noch einmal tief und sprang hastig aus den Federn. Weniger als eine Stunde nach einem schnellen Frühstück, bestehend aus süßem Rosinenbrot mit Butter und dem obligatorischen Multivitamin-Nährstoff-Trunk mit Gelee Royale, grünem Weizengras-Extrakt, Lecithin, Shiitake-Pilz-Extrakt, Möhrensaft, Rote Beete-Saft, Bierhefe, Aloe-Vera-Saft und vielen anderen wohlschmeckenden Zutaten, fand ich mich im örtlichen Baumarkt wieder.
Anfangs noch ziellos, irrte ich mit ungestümem Wagen durch hallenhohe Regale und bestaunte die Vielzahl der Möglichkeiten, die sich mir auch ohne ein schwedisches Möbelhaus auftaten. Bald erlangte ich die Orientierung zurück und als ich ausgiebig zwischen Gartenzubehör, Badeinrichtung, Schneidbrennern und sonstigen Werkzeugen, deren Zweck und Anwendung mir gänzlich fremd und unbekannt waren, gestöbert hatte, lud ich ein, was ich zu benötigen glaubte – Tapetenrollen, Leim, Wandfarbe, Gipsspachtel und einiges mehr. Dabei bemerkte ich ein elegantes ahornfarbenes Wandbord, das ebenfalls zum Verkauf angeboten wurde. Die klare Form kombiniert mit der kühl-distinguierten Farbe überzeugte mich und ich beschloss, dass sich meine Bücher ausnehmend gut darauf machen würden, auch wenn es bei weitem nicht für alle literarischen Werke ausreichen würde. Um den Kauf eines richtigen Regals kam ich nicht herum. Vollbepackt, meine Neuerwerbung in schützender Umarmung haltend, gelangte ich wieder nach Hause und stimmte mich auf das Abenteuer Renovierung ein.
Das erste Problem, das sich mir in den Weg warf, war das der Bekleidung. Irgendwo mussten doch noch ein paar alte Turnschuhe und abgetragene bequeme Klamotten zu finden sein, nur wo? Konsequenterweise folgte ich der Spur, welche in meinen Kleiderschrank führte, und mit wenigen Handgriffen hatte ich sämtliche Frühjahrs-, Sommer-, Herbst- und Winterkollektionen um mich herum auf dem Fußboden ausgebreitet, gefolgt von dreißig Paar Schuhen vielfältigster Konstruktion, von denen ich einige infolge arbeitschutztechnischer Bedenken sofort von der Benutzung für angedachte Zwecke ausschloß. Schließlich schälte ich mich in ein baumwollrippenes Unterhemd, geringelte Leggins, die vor zwanzig Jahren äußerst hip gewesen waren und deren Ringel damals beileibe noch nicht so breit ausfielen wie heute und mich wie ein schwangeres Zebra aussehen ließen, sowie ausgelatschte Textil-Sneaker. Das restliche Zeug stopfte ich schnell wieder in den Schrank hinein, um freie Bahn zu haben.
Glücklicherweise befanden sich nicht sehr viele Möbel im Zimmer, so dass ich alles bald von der Wand abgerückt, in der Zimmermitte aufgebaut und mit Folie abgedeckt hatte. Die Bücher stapelte ich vorsorglich in den Korridor um. Sollte der Postbote ruhig sehen, wie hochgradig intellektuell ich war, wobei ich das literarisch wertvolle Werk „Die Glut der Leidenschaft“, welches wahrscheinlich einige Analogien zu Bloom’s (Anmerkung der Verfasserin: Hauptfigur des Romans „Ulysses“ von James Joyce) „Die Süße der Sünde“ aufweisen dürfte, wohlachtsam mit dem Buchrückentitel zur Wand kehrte. So vorbereitet hatte ich mich gerade auf die oberste Sprosse der altersschwachen Leiter begeben um die Tapete einzuweichen, als das Telefon klingelte.
....Geburtstagsumtrunk mit meinen Kollegen. Drei Stunden lang sexuelle Spitzfindigkeiten, Anzüglichkeiten, versaute Witze und Tratsch darüber, wer bei wem die Zunge im Hals hatte und wer mit wem auf irgendeinem Betriebsausflug usw. usf. Ich gebe zu, am Anfang war es ja noch ganz lustig und ich habe ebenso gelacht, wie alle anderen. Aber drei Stunden von dieser Sorte Humor überfordern mich doch leicht, weshalb ich heute absolut nix mehr weder von Schwänzen, sei es als Rettungsring, auf dem Boden schleifend oder mit 30 cm Durchmesser, noch von Autosex, Besamungsgerätschaften, grünen Knien oder aber Ausführungen über die Gemeinsamkeiten der Lieblingsbeschäftigungen meine Ex-Chefs, nämlich Golfen und Affäiren mit seinen Mitarbeiterinnen, hören möchte.
Zu Hause fand ich mehrere Wochen später eines der Verbandspflaster wieder, die mir ständig auf mysteriöse Weise nach der ambulanten Operation abhanden gekommen sind. Ich hatte mich schon gefragt, wo die immer hin verschwinden und wann sie mir abgefallen sind. Heute fand ich nun eines davon unter dem Sesselsitzkissen klebend. In einem geordneten Haushalt findet sich eben alles wieder an.
Ich habe eine Reise angetreten, eine Reise ganz anderer Art, nämlich eine Reise zum göttlichen Ursprung, bzw. The Journey to Wild Divine. Reisen tue ich weder mit dem Flugzeug noch mit der Bahn, sondern mit einem Computerspiel. Normalerweise bin ich ja nicht so der Spielefreak und ein Hardcore-Gamer dürfte das Spiel wahrscheinlich ziemlich langweilig finden, aber ich sage, endlich kein Spiel, wo es darum geht Punkte durch Treffer zu sammeln, nicht um Reaktionsschnelligkeit und zerkloppte Feinde. Endlich ein Spiel mit Sinn, in welchem es darum geht, seine Körperreaktionen und Gedanken beherrschen zu lernen. Nur durch bewußte Steuerung von Spannung und Entspannung kommt man in diesem Spiel weiter. Im Prinzip ist es so etwas wie eine Biofeedback-Station. Dazu werden an drei Fingern einer Hand mit den sogenannten magischen Ringen Hautleitwert und Herzschlag gemessen. Man bekommt im Spiel Methoden gezeigt, wie man sich in bestimmte körperliche Zustände versetzen kann, wie z.B. Freude oder tiefe Entspannung und die Aufgaben meistert man nur, indem man diese Methoden erfolgreich anwendet, was durch das Equipment an das Spiel weitergegeben wird. Im Grunde ist das für mich persönlich nicht wirklich etwas neues, da ich schon lange Meditations- und Entspannungstechniken praktiziere und deshalb gelangen mir die Einführungsübungen auf Anhieb gut. Allerdings ist halt das fantastische an dem Spiel, dass man die Veränderungen im Körperzustand direkt visuell mitgeteilt bekommt und dass man durch das ständige Wiederholen und spezielle Aufgaben auch dazu angehalten wird, die entsprechenden Zustände über längere Zeiten zu halten, was schon sehr viel schwieriger ist. Leider gibt es das Spiel nur auf Englisch, aber damit schlage ich ja zwei Fliegen mit einer Klappe. Zum einen übe ich Meditationstechniken und zum anderen frische ich gleich noch meinen englischen Wortschatz auf. Leider besitzt das Spiel auch einen großen Nachteil - wenn ich es abends spiele und die Entspannungstechniken anwende, schlafe ich sofort ein. Vor diesem Portal z.B., welches sich nur öffnet, wenn man über längere Zeit einem tiefen Entspannungszustand halten kann, habe ich mich schon mehrere Male sogar erfolgreich in Tiefschlaf versetzt und bin trotzdem nicht hindurchgekommen (vielleicht habe ich es aber auch nicht mehr mitbekommen, als es sich geöffnet hat). Doch ich versuche es weiter.
"Plötzlich glaubte sie, tiefer im Wald Zwerge kacken zu hören."
Ich wollte mich schon gerade darüber freuen, was für ein durchgedrehtes Buch mir unter die Finger gekommen ist, als ich feststellen musste, dass der Satz richtigerweise so zu lesen war: "Plötzlich glaubte sie, tiefer im Wald Zweige knacken zu hören."
Also bei solchen Lesefehlleistungen muss ich wohl wirklich ein Problem haben, wahrscheinlich ein richtig handfestes. Und ehrlich gesagt finde ich meinen Satz viel schöner als den ursprünglichen, was die ganze Sache wohl noch schlimmer macht. *LooooL*
Letzte Nacht habe ich im Traum Dagmar Berghoff in der Redaktion des ZDF getroffen. Dort waren nicht nur sie, sondern viele Redakteure und sie hat mich da herumgeführt und mit allen gesprochen. Sie war im übrigen sehr nett, zu jedem, und ich weiß nicht warum, aber im Traum war ich doch etwas erstaunt darüber. Überhaupt ging es da zu wie in einer Zeitungsredaktion, viel Betrieb und Teamwork. Ich suchte einen Redakteur, der Goltzik, Goltzek oder so ähnlich heißt.
Danach träumte ich einen Dokumentarfilm, in dem meine Mutter und meine Tante vorkamen. Beide waren vollkommen verdreckt, so dass sogar ihre Gesichter schwarz waren. Deshalb hielt ich es zuerst für einen Film über Trümmerfrauen, doch dann entdeckte ich, dass fast alle in dem Film Schuhe mit Klettverschluss trugen, so wie sie in den 80/90gern in waren. Also dachte ich mir, dass es wohl doch ein anderes Thema sein muss.
Möchte mal wissen, was mir diese Träume nun schon wieder sagen sagen wollen.
Letzte Nacht habe ich von Omis geträumt, die ihre Hunde, die sie ausführen, auf Bäume jagen, damit sie von dort aus den Fenstern Essen klauen. Womit wir wieder beim Thema Rentnerbanden wären. Vielleicht war der Traum eine Prophezeiung, die mitteilen wollte, dass die Alterskriminalität rapide ansteigen wird.
wenn diese blöde Farbe von gestern decken würde, dann wäre ich heute fertig und hätte vor allem nicht in den Baumarkt müssen. Die halbe Welt scheint Samstags in den Baumarkt zu pilgern. Und eine Frage, die mir schon seit Monaten unter den Nägeln brennt, muss ich unbedingt mal loswerden. Kann es sein, dass ich die einzige bin, die noch lumpige Innen- und Außenthermometer in ihre Wohnung hängt? Das jedenfalls scheint mir die Erklärung dafür zu sein, dass man NIRGENDS einfache, lumpige Thermometer, sei es für drinnen oder für draußen kaufen kann, sondern es in jedem Baumarkt nur noch fern-, funk- und sonstwas gesteuerte Wetter- und KlimaS T A T I O N E N gibt. Nenne man mich technisch rückschrittlich im Denken oder ignorant, aber ich WILL keine digitale Wetterstation, weder ferngesteuert noch sonstwas. Ich möchte eine simple physikalische Temperaturanzeige, basierend auf der thermischen Längen- und Volumenänderung eines Stoffes, auch Ausdehnungseffekt genannt. Könnte das mal jemand weitergeben? Danke.
Hallen schallen im Neongetöse,
die Nadeln töten sich den Weg
hin durch das rauhe Mischgewebe,
die Zeit wird knapp, der Motor dröhnt
Gedanken fliegen pflichtvergessen
durch der Nadeln Nadelöhr,
aufgespießt wie Schmetterlinge,
zu langen Nähten aufgereiht
Einsamkeit tropft aus Maschinen,
legt sich ölig wie ein Netz
auf ein jedes Ding hernieder,
trinkt den Atem heißen Garns
Zwischen staubigen Regalen
Schemen wandeln durch die Gänge,
liegend in tiefer Dämmerung,
still wandeln sie, vergehen wieder...
...vergehen wieder wie die Nacht,
die unerreichbar steht im Fenster
(hungriges Schwarz in ihrem Blick
und verschlingend ihre Kinder)
Ein recht amüsantes vorletztes Kapitel in wissenschaftlicher Frage-Antwort-Manier und das letzte Kapitel mit noch längeren, endlos langen, Sätzen. Trotzdem liest es sich besser als die anderen vorher, was wahrscheinlich daran liegt, dass einfach nur die Interpunktion weggelassen wurde, die Sätze aber nicht sehr verschachtelt sind. Molly eben - quadratisch, praktisch, gut. Ich glaube, hier hält nicht Bloom die Rede ohne Punkt und Komma, um sie Molly zu diktieren ("er sagt mir immer die
falschen Sachen und auch nie mit Punkten und so wie wenn er eine Rede hält der traurige Verlust den Sie...."), sondern es ist wohl genau umgekehrt. Wenn man jetzt noch davon ausgeht, dass nicht nur Dedalus Joyce Alter Ego ist sondern auch Bloom.....
Jedenfalls scheint Molly unter chronischer Schlaflosigkeit zu leiden, denn vor dem Einschlafen kriege ich von so einem Monolog allerhöchstens eine Seite hin, meist aber viel weniger. Oft schlafe ich schon nach dem ersten Dutzend Wörter ein.
Mein Vater scheint im übrigen nicht nur den Anfang gelesen zu haben, sondern auch das Ende, während alles andere zwischendurch wohl ausgelassen wurde, denn im letzen Kapitel sind am Rand jede Menge Kreuzchen zu finden, die stets aber nur an Inhalten erotischer Natur angebracht wurden. Vielleicht sammelt er ja auch erotische Textstellen und nicht nur Pornofilme.
"Sindbad dem Seefahrer und Tindbad dem Teefahrer und Findbad dem Feefahrer und Rindbad dem Rehfahrer und Windbad dem Wehfahrer und Klindbad dem Kleefahrer und Flindbad dem Flehfahrer und Drindbad dem Drehfahrer und Schnindbad dem Schneefahrer und Gindbad dem Gehfahrer und Stindbad dem Stehfahrer und Zindbad dem Zehfahrer und Xindbad dem Ehfahrer und Yindbad dem Sehfahrer und Blindbad dem Phthefahrer."
"ich würd mich gern mal mit einem richtig intelligenten gebildeten Menschen unterhalten ich müßte mir ein schönes Paar rote Pantoffeln anschaffen wie diese Türken mit dem Fez immer verkauft haben oder gelbe und einen schönen halbdurchsichtigen Morgenrock den ich ganz dringend brauche..."
Schlußresümee:
"Ulysses" feine Satire ist durchaus sehr amüsant, allerdings sind vor dem Spaß jede Menge Tränen Schweißperlen gesetzt, aufgrund der Mühe die es macht, sich bis zu den amüsanten Stellen durchzuarbeiten. Mangelnde Experimentierfreude kann man Joyce jedenfalls nicht vorwerfen und wenn er den Roman nicht auf Englisch sondern auf Deutsch geschrieben hätte, wäre er wahrscheinlich der erste gewesen, der in einem der Kapitel nicht nur die Interpunktion, sondern auch die Großschreibung weggelassen hätte. Davon bin ich fest überzeugt und das macht ihn mir sympathisch.
Zitat Brechts über "Ulysses": "Wahrscheinlich wird man mich einen Kompromißler nennen, wenn ich gestehe, daß ich über Ulysses beinahe ebenso gelacht habe als über den Schwejk, und für gewöhnlich lacht unsereiner nur bei realistischen Satiren."
Zitat aus den Erklärungen von Wolfgang Wicht zu "Ulysses": "Ein Leseverhalten wird nahegelegt, das ein rasches Erfassen des Gesamtwerkes als erstes und die möglichst häufige Rückkehr zu einzelnen Passagen und Kapiteln als nächstes erheischt. Joyce zielt auf die Zerstörung der Illusionskunst mit ihren Identifikationsmechanismen; seine Methode will durch Verfremdung aktivieren."
Diese Idee mag ja ganz nett sein, aber ich fürchte, dass ihm das wohl nur bei sehr hartgesottenen Intellektuellen gelungen sein dürfte, also einem kleinen Bruchteil des potentiellen Leserkreises. Auf die meisten Leser hat diese Verfremdung scheinbar eine entgegengesetzte Wirkung, Passivierung, soll heißen Aufgeben, statt Aktivierung.
Mir selbst erschien dieser eine prosaische Tag wie volle drei Monate und unerklärlicherweise habe ich auch genau drei Monate daran gelesen. Wie das wohl kommt? Doch nun sagt Leopold (Poldy) Bloom Auf Wiedersehen und ich sage: Gott ist mein Zeuge, ich will nie wieder "Ulysses" lesen!
ENDE (HURRA!!!)
So kann man es sich gut gehen lassen. Ich bin so relaxed, dass mich nicht mal der Baulärm vom Block gegenüber stört, der zur Zeit mit Fassadeninstandsetzung dran ist. Und die ersten Mauersegler habe ich eben auch schon gesehen. Ich hoffe, sie finden noch irgendwo ein Plätzchen zum nisten, trotz der hermetisch abgedichteten und mit Draht bewehrten modernisierten Wohnhäuser. Eigentlich wollte ich ja bis Montag noch mein Bad renovieren. Aber wenn das Wetter so bleibt, sehe ich für dieses Vorhaben schwarz.
Es gibt einem doch ein wirklich gutes Gefühl, wenn einen die Ärztin nach einer halben Stunde schon wieder vergessen hat. Ich war erst bei ihr zum Herzecho, bevor man mich auf dem Hometrainer folterte, indem man mich immer steilere Berge hinaufschickte bis sich meine Beine wie Gummi anfühlten. Selbst als ich aus der Praxis kam und die Treppen hinunterstieg, hatte ich noch das Gefühl, meine Beine kaum bewegen zu können. Bei der Auswertung nach dem Belastungs-EKG meinte die Ärztin zu mir, dass man auch ein Herzecho machen sollte. Da dieses vor einer halben Stunde getan wurde, habe ich sie etwas seltsam angesehen und dachte dann, sie meint damit ein zweites Mal. Also habe ich gefragt wann und erst als ich auf ihre Antwort sagte, dass doch gerade eines gemacht worden wäre, konnte sie sich an mich erinnern. Na ja, so ist das eben, wenn man eine riesige elegante Praxis im vornehmsten Ärztehaus führt. Die Masse bringt das Geld. Mir wurde wiedereinmal gesagt, dass ich ein hyperkinetischer Mensch sei, was ich ja nun inzwischen weiß, aber wahrscheinlich noch so ca. 60 Mal in meinem weiteren Leben zu hören kriegen werde. Und im Warteraum saß, glaube ich, einer dieser ach so ehrbaren, intriganten Pfarrer aus der alten Gemeinde und er schien mich auch zu erkennen, denn er linste immer zu mir rüber. Da geht der Blutdruck doch gleich von alleine hoch. Lustig war, wie zwischendurch beim Warten ein Mann hereingestürzt kam und zu der Schwester in der Anmeldung sagte: " Eigentlich würde ich mich ja gerne hier mal hinschmeißen und so richtig röcheln. Ich würde mich gerne mal so richtig schön reanimieren lassen." Ich frage mich, was ihn davon abgehalten hat.
Mein Kollege K. ist im Traum sehr anhänglich. Er befindet sich in meiner Wohnung, folgt mir überall hin und beobachtet mich. Anscheinend fühlt er sich dort auch sehr wohl, denn er macht keine Anstalten, wieder gehen zu wollen. Außerdem gibt er mir einen Tip, was ich gegen meine brüchigen Haare tun kann. Er meint, ich solle Honig in das Shampoo mischen, das mache die Haare elastisch und sie brechen nicht mehr so leicht.
Das finde ich ja nun sehr interessant, dass ich im Traum einen Tip für meine brüchigen Haare erhalte und dann noch von meinem Kollegen, der selbst kaum Probleme mit brüchigen Haaren haben dürfte. Ich würde gerne wissen, ob da wirklich was dran ist, bin mir aber nicht sicher, ob ich das tatsächlich ausprobieren sollte. Nachher wird das nur eine riesige Schweinerei. Träume sind Schäume...