Alien
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Dienstag, 2. Mai 2006

...

Ich habe eben das Grauen geschmeckt, das absolute Grauen. Sowas Scheußliches habe ich wirklich noch nie gegessen. Da ziehe ich sogar noch Leberwurst, Poree und saure Milch vor.
Ich weiß nicht, ob in Singapur alles so schmeckt, wie dieses Laksa Curry, aber bitte nie wieder Singapur auf dem Teller. Wenn ich bloß wüßte, wie ich diesen Geschmack wieder aus dem Mund kriege. Ein Glück, dass ich so einen robusten Magen habe, sonst hätte er die Hälfte des Essens, die ich nicht weggeschüttet habe, wieder von sich gegeben. *schüttel*

Sonntag, 30. April 2006

Fünf Antworten zu TV-Serien

1. Schaust du regelmäßig TV Serien?
Selten. Zur Zeit jedenfalls nicht und ich bin auch nicht so der Serienfreak. Aber ab und zu erwischt es mich doch. Meine allererste Serie, die ich als Kind mit Begeisterung sah, war "The Avengers". Danach war dann in den 80ern ganz Deutschland, auch die DDR, zumindest dort, wo man Westfernsehen empfangen konnte, im Dallas-Fieber. Und weil jeder sie gesehen hat, habe ich mir ebenfalls mit meinen Eltern jede Folge angeschaut, kann aber nicht sagen, dass es mich so besonders begeistert hätte. Nachdem ich mit 17 bei meinen Eltern ausgezogen bin, hatte ich viele Jahre keinen Fernseher. Als ich dann wieder einen Fernseher mein Eigen nannte, lief gerade "Akte X" und "Das Model und der Schnüffler" und es erwischte mich erneut. Heute schalte ich nur ab und zu, wenn ich zu Hause bin und nicht arbeiten muss, bei "Eine schrecklich nette Familie" ein, obwohl ich die Folgen schon alle mehrfach gesehen habe, aber ich kann tatsächlich immer wieder darüber lachen. Und vor dem Einschlafen schaue ich ganz gerne eine Folge von den "Golden Girls", ohne sie aber regelmäßig zu verfolgen.

2. Was macht für dich eine gute Fernsehserie aus?
Das kann ich gar nicht genau sagen, aber sie sollte irgendwie besonders sein und nicht so ein Einheitsbrei, wie die meisten Serien und man sollte ihr auch anmerken, dass die Macher sich etwas dabei denken und mit Spaß und wirklichem Interesse dabei sind, wie zum Beispiel bei Twin Peaks.

3. Gibt es eine Serie, für die du alles stehen und liegen lässt?

Im Moment nicht. Und generell gehöre ich zu den Leuten, die selbst bei ihren Lieblingsserien lieber eine Folge verpassen, als den Videorekorder zu programmieren. *gg*

4. Und welche geht überhaupt nicht?
Eigentlich fast alles, was den ganzen Tag rauf und runter läuft, besonders die deutschen Soap-Operas Lindenstraße, GZSZ & Co.

5. Kaufst du Serienstaffeln auf DVD oder Video?
Bis vor kurzem nicht. Doch nachdem ich mir die erste Staffel von Twin Peaks gekauft habe, bin ich auf den Geschmack gekommen und habe mit den ersten beiden Staffeln von "Das Model und der Schnüffler" nachgelegt, eine herrlich witzige, endlose Screwball-Komödie mit einem fantastischen Bruce Willis.

Ulysses - ein Selbstversuch mit Folgen oder die Kunst, einen Berg zu besteigen - Seite 234-318 - Bd. II

Da schien es erst, dass nach dem erschröcklichen Kapitel im Krankenhaus und dem psychedelischen Bordell-Besuch das neue Kapitel etwas Erholung bieten würde, aber das war wohl ein falscher erster Eindruck. Ich sage nur - pro Seite ein Satz, wenn nicht sogar mehr. Ich habe noch nie so lange Sätze gelesen. *stöhn*

Indem er dies sagte, hüpfte er behende hinüber, da es frank und frei sein, das heißt zugleich auch entschuldigend, Bedacht war, an die rechte Seite seines Gefährten zu gelangen, dahingehend daß hier eine Gewohnheit von ihm vorliege, ganz nebenbei, da seine rechte Seite, klassisch ausgedrückt, seine Sehnesachille wäre.

Wochenfazit: Im übrigen läuft heute nacht um 1:35 h im ARD die Komödie "Frühling für Hitler", in welcher ein gewisser Leo Bloom sein Unwesen treibt.

Heilige Pralinenschachtel!

"Charlie und die Schokoladenfabrik" - ein modernes Fantasymusical in bester Traditionsnachfolge zu "Der Zauberer von Oz" inklusive Schokoladenbalett. Ein Traum für jeden Fabrikbesitzer und solche, die es werden wollen. Und doch wird man den ganzen Film hindurch das Gefühl nicht los, dass es einzig und allein für Eltern inzeniert wurde, die mit ihren verzogenen Gören nicht mehr fertig werden. *noch immer vor sich hin kichert*

Samstag, 29. April 2006

Die Makkaroni, die eine Spaghetti sein wollte....

Ich fasse es nicht! In die Spaghettis von Miraculix hat man eine Makkaroni eingeschmuggelt! Was is'n das für'n Pfusch? Die sollte bestimmt die Spaghettis ausspionieren, nur hat sie jetzt nicht mehr viel davon, weil ich sie genauso verputzt habe, wie ihre spindeldürren Genossinnen. Vielleicht wollte sie ja auch einfach nur mal Spaghetti sein, ist ja zur Zeit Mode, und hat sich gut verstellt. Aber meine Liebe, da hilft alles Verstellen nicht - dick bleibt dick.

Von Trauermärschen und anderem Notengetier

Mir ist gerade beim Abwaschen eine Begebenheit aus meiner Schulzeit eingefallen, genauer gesagt, aus dem Musikunterricht. Das liegt wahrscheinlich daran, dass ich die Melodie von Schwanensee in meinem Kopf hatte. Und immer wenn ich die Melodie von Schwanensee im Kopf habe, mischt sich diese mit einer anderen Melodie, nämlich mit der vom Trauermarsch "Unsterbliche Opfer". Nun ist die Begebenheit solche, dass wir also im Unterricht diesen Trauermarsch hörten und die Lehrerin uns fragte, mit welchem anderen Musikstück dieser Marsch Ähnlichkeit habe. Mir fiel dabei sofort Schwanensee ein und während ich mich wie immer nicht meldete, fragte meine Freundin neben mir aber ebenso spontan, ob es nicht Ähnlichkeit mit Schwanensee hätte, um sich selbst zu vergewissern. Ich nickte und meinte, dass ich das auch denke. Also meldete sie sich und sagte "Schwanensee". Die Lehrerin schaute erst überrascht, dann pikiert, lachte schließlich amüsiert und schüttelte energisch mit dem Kopf, wobei sie die Richtigkeit der Antwort verneinte. Und trotzdem, da kann die Musiklehrein noch so viel mit ihrem weniger hübschen Kopf schütteln, ich finde immer noch, dass der Beginn des Marsches an den Beginn der Erkennungsmelodie von Schwanensee erinnert, wenn sie auch im Marsch viel getragener und etwas abgewandelt ist. Wie könnte es sonst sein, dass ich immer ganz automatisch und völlig unbewusst von der einen zur anderen Melodie springe, wobei ich allerdings sehr genau unterscheiden kann, welches die eine und welches die andere ist?

Unter http://download.sovmusic.ru/m32/zhertger.mp3 kann man sich übrigens den Trauermarsch anhören und herunterladen. Und beim Googlen habe ich zu meiner Begeisterung auch noch eine andere Seite ( http://www.andreasferl.de/download/ ) gefunden, auf der man sich sehr viele der alten Pionier- und FDJ-Lieder, sowie anderes Zeug, was wir damals im Musikunterricht gesungen haben, anhören und runterladen kann. Völlig neu aufgetaucht ist da bei mir "Das Lied vom Drahtesel", das ich wohl irgendwie verdrängt haben muss. Kalinka haben wir natürlich nicht gesungen (und auch nicht auf den Tischen dazu getanzt), aber dafür Katjuscha um so begeisterter - hier sogar in russischer Version. Und selbst der größte Schlagerhit der damaligen DDR ist zu finden, den wir natürlich auch nicht im Musikunterricht gesungen haben, nämlich "Sing mei Sachse, sing"! Mein Cousin konnte gar nicht genug davon bekommen und hat dieses Lied bis zum Erbrechen, dem meinigem, gehört und gesungen.

Fragebogen bei Elsa gefunden

1. Greife das Buch, welches Dir am nächsten ist, schlage Seite 18 auf und zitiere Zeile 4:
“Aber Sir Leopold war arg duster nun ohngeacht seins wortes denn jmmer noch bewegt jn erbermen ob des erschreklich schryllen geschries der frauwen in jrn kints nöten....“ James Joyce, Ulysses Bd. II.

2. Strecke Deinen linken Arm so weit wie möglich aus. Was findest Du?
Die Fernsehzeitung

3. Was hast Du als letztes im Fernsehen gesehen?
Keltendokumentation auf History Channel.

4. Mit Ausnahme des Computers, was kannst Du gerade hören?
Meine Yahoo-Radio-Station.

5. Wann hast Du den letzten Schritt nach draußen getan?
Gestern zu den Mülltonnen.

6. Was hast Du gerade getan, bevor Du diesen Fragebogen begonnen hast?
Spaghetti gekocht, die langsam kalt werden.

7. Was hast Du gerade an?
Anthrazitfarbene Jogginghose und dunkelrote Sweatjacke.

8. Hast du letzte Nacht geträumt?
Ja. Ich habe die Zahl 34 geträumt, kurz bevor ich aufwachte und es auf dem Wecker 8:34 h war. Außerdem habe ich vom verstorbenen Freund meines Vaters geträumt, der irgendwie mit meinem Vater zusammen unterwegs war und einen pink-, na ja - nicht ganz pink, eher rose-farbenen Herrenanzug trug, auf welchen er sehr stolz war.

9. Wann hast Du zum letzten Mal gelacht?
Keine Ahnung. Ich lache ständig mal kurz, ohne dass ich mir das nun immer merke. Einen größeren Lachanfall hatte ich bei der Kerner-Heimwerkersendung.

10. Was befindet sich an den Wänden des Raumes, in dem Du Dich gerade befindest?
Sofa, mehrere Kommoden, Bücherregale, Bett, Fernsehtisch.

11. Hast Du kürzlich etwas Sonderbares gesehen?
Ich sehe ständig Sonderbares, zum Beispiel die Aufbauanleitung zu meinem neuen Romantik-Sideboard. Heute war es allerdings Sonderbares, was ich hörte, nämlich Meinungen, von denen ich kurz vorher, wo ich gerade über genau diese Themen nachgedacht hatte, dachte, dass nur ich sie hätte und dass sie zu utopisch seien. Es beruhigt mich ungemein, dass meine Meinung zu bestimmten Dingen anscheinend doch nicht so anders ist, wie ich befürchtete.

12. Was hältst Du von diesem Quiz?
Mal was anderes und bisher wurde ich noch nicht nach dem letzten Porno gefragt. *gg*

13. Was war der letzte Film, den Du gesehen hast?
Die Ringu-Triologie.

14. Was würdest du kaufen, wenn Du plötzlich Multimillionär wärst?
Aufhören zu arbeiten und reicher Künstler werden. Kaufen würde ich natürlich das entsprechende Equipment dazu.

15. Sag mir etwas über Dich, was ich noch nicht wußte.
Ich habe einen riesigen blauen Fleck am linken Arm und stinke gerade wie ein Otter, weil ich vom Heimwerken so verschwitzt bin.

16. Wenn du eine Sache auf der Welt ändern könntest, was wäre das?
Ich würde die Welt anhalten.

17. Tanzt Du gerne?
Ja.

18. George Bush?
Schwachkopf.

19. Stell dir vor, Dein erstes Kind wäre ein Mädchen. Wie würdest du es nennen?
Luise.

20. Und einen Jungen?
Paul oder Richard.

21. Würdest Du es in Erwägung ziehen, auszuwandern?
Klar, aber nur in ein angenehmeres Klima als hier.

22. Was würdest du Gott sagen, wenn du das Himmelstor erreichst?
Bin ich jetzt tot?

23. Fünf Leute, die das hier auch beantworten sollten und dürfen:

Jeder der will.

Freitag, 28. April 2006

EQ-Test

Bei Jon habe ich einen interessanten und sehr ausfühlichen EQ-Test gefunden. Insgesamt fühle ich mich ganz gut getroffen bis auf ein paar Abweichungen bei der überwiegenden Stimmungslage und der Geselligkeit. Allerdings wäre ich auch für Hinweise dankbar gewesen, WIE ich dem Alltagsstreß entkommen kann, dass ich es nämlich tun sollte, das weiß ich schon längst. Nur leider habe ich noch nicht soviel Geld zusammengeschuftet, dass ich mich ab heute zur Ruhe setzen kann, ohne dabei am Hungertuch zu nagen oder meine Miete und Krankenversicherung nicht mehr bezahlen zu können (mit den Streßmomenten, die immer weniger werden und schließlich ganz verschwinden, ist wahrscheinlich die Rente gemeint*fg*).

Das Ergebnis:

Wie sieht Ihr Persönlichkeitsbild nun exakt aus?
Welche besonderen Eigenschaften zeichnen Sie aus?
Wo können Sie sich noch verbessern?

Besonders wichtig ist in unserer hektischen Zeit die Fähigkeit, ruhig und gelassen zu bleiben. Anhaltende Nervosität führt auf Dauer bei jedem Menschen zu einem Unwohlsein, daß sich schädlich auf seine Gesundheit auswirkt. Es treten dann psychosomatische Störungen und Krankheiten auf. Doch wie steht es nun um Ihre Gelassenheit ? Sind Sie ein nervöser Mensch ?

Die Antwort ist gar nicht so einfach. Denn bei Frau Zu cker geht es recht abwechslungsreich zu. Nach ruhigen, erholsamen und entspannenden Zeitabschnitten gerät sie immer wieder in Streßsituationen, in denen sie dann mit großer Nervosität reagiert. Dies geschieht etwa dann, wenn sie sich urplötzlich mit einer Vielzahl von unerwarteten Problemen konfrontiert sieht. Zehn Telefonanrufe innerhalb von zwanzig Minuten können Frau Zu cker dabei völlig aus der Ruhe bringen. Und sie ringt dann meist vergeblich mit sich selbst, in solchen Momenten auch weiterhin die Geduld zu bewahren. In solchen Belastungssituationen kommt dann sogar etwas Hetze bei Frau Zu cker auf. Und schließlich verliert sie in diesen extremen Momenten dann auch manchmal die Selbstbeherrschung. Sie sollte deshalb versuchen, diesem Alltagsstreß zu entgehen. Andernfalls könnte es einmal zu schwerwiegenden psychosomatischen Störungen kommen, also Krankheiten, deren Ursachen seelischen Ursprunges sind. Und diese würden dann die Gesundheit von Frau Zu cker noch mehr als bisher beeinträchtigen. Doch die Testantworten von Frau Zu cker zeigen klar und deutlich, daß sie exzellente Möglichkeiten hat, um dies zu verhindern. Sie sollte möglichst noch heute damit beginnen, die ruhigen Momente im Leben bewußter zu genießen und immer mehr auszudehnen. Wenn sie es nämlich schafft, diese ruhigen Momente auszuweiten, geht künftig alles wie von selbst. Dann werden die momentan noch vorhandenen Streßmomente immer kürzer und auch weniger werden, bis sie schließlich ganz verschwinden.

Ein weiterer bedeutsamer Charakterzug ist die Ausprägung der Aggressivität.

Diese ist im Durchschnitt angesiedelt. Und das ist gut so. Solange niemand Frau Zu cker absichtlich reizt, gehört sie zu den friedlichen Artgenossen, die keiner Fliege etwas zu leide tun würden. Sie käme gar nicht auf den Gedanken, von selbst in die Luft zu gehen. Denn dazu hat sie das eigene Verhalten viel zu gut unter Kontrolle. Sie weiß, daß sie zur Durchsetzung eigener Rechte und Standpunkte keinerlei körperlicher Gewalt bedarf. Und sie muß sich auch nicht ständig dadurch beweisen, indem sie bei jeder sich bietenden Gelegenheit den Mitmenschen auch noch deren kleinsten Fehler unter die Nase hält. Sobald allerdings jemand einen Angriff gegen Frau Zu cker startet, wird er sein blaues Wunder erleben. Dann kann sie nämlich auch austeilen. Die Aggressionsbereitschaft paßt sich also den Gegebenheiten des Umfeldes an. Und das ist letztlich eine sehr gesunde Einstellung.

Neben dem Vorhandensein von Nervosität und Aggressionen spielt auch die Stimmungslage eine entscheidende Rolle. Das Hauptaugenmerk richtet sich dabei auf den Umstand, ob Frau Zu cker depressiv veranlagt ist oder eher gute Laune verbreitet.

Und sie hat nun wirklich viel zu oft schlechte Laune. Dabei ist das höchst überflüssig. Sie sollte unbedingt einmal ganz bewußt eine Zeit lang Ursachenforschung betreiben und überlegen, woher die innere Unzufriedenheit eigentlich kommt. Wenn sie das zugrundeliegende Problem erst einmal erkannt hat, dann wird es sich meist sehr schnell in Luft auflösen. Sie sollte künftig besonders darauf achten, daß sie nicht zu lange in der düsteren Stimmungslage verweilt und sich statt dessen immer wieder überlegen, wie sie auch in einer solchen schlechten Situation dem Leben noch etwas Gutes abgewinnen könnte. Dadurch würde Frau Zu cker gerade jene Selbstsicherheit und Lebensfreude erlangen, welche sie an anderen Menschen oft so bewundert und schätzt. Und diese Sicherheit und Lebensfreude würden dann auch alle Bekannten und Freunden besonders an Frau Zu cker zu würdigen wissen. Denn ein Plausch mit einem freundlichen und zufriedenen Menschen ist jederzeit herzlich willkommen. Sie sollte daher ab sofort Depressionen, Mißmut und Melancholie aus dem weiteren Leben konsequent verbannen.

Ebenso wichtig wie die Frage nach der generellen Stimmungslage ist auch die Einschätzung der Erregbarkeit. An diese knüpft sich etwa auch die Frage, wie erfolgreich sie das Leben gestalten kann. Dazu ist es nötig, daß sie ein besonders ausgeprägtes Gespür dafür bekommt, wann es sich lohnt, einem bestimmten Punkt das gesamte Interesse entgegenzubringen, das sie aufbieten kann. Darin liegt eine ganz besondere Kunst.
Doch Frau Zu cker läßt sich zu oft von Nebensächlichkeiten ablenken. Das hängt damit zusammen, daß sie leicht erregbar ist und sich selbst über winzige Kleinigkeiten noch furchtbar ärgern kann. Auch wenn dies für Frau Zu cker kein schöner Gedanke sein mag: Alle Mitmenschen wissen das ganz genau. Und es geschieht gar nicht so selten, daß jemand seine Freude daran hat, Frau Zu cker absichtlich mit einer gezielten Stichelei in einen Wutanfall zu treiben. Sie sollte in jedem Fall versuchen, solche Provokationen wirkungslos an sich abprallen zu lassen und zu übergehen. Statt dessen muß sie sich mehr für interessante Dinge begeistern. Denn wenn sie alle Energie ständig dabei verliert, sich um Nebensächlichkeiten zu kümmern, dann verpaßt sie womöglich die wirklich große Chance auf den Erfolg. Erfolge entstehen nämlich bevorzugt aus einem tiefen Gefühl der Begeisterung für eine ganz bestimmte Sache oder Idee. Und je neuer und frischer diese Idee ist, desto größer sind die Chancen, daß sie sie durch Begeisterung in einen großen Erfolg umwandeln kann. Deshalb sollte sie stets nach neuen Herausforderungen streben. Selbstverständlich nur nach positiven. Wenn sie erst einmal in vollem Umfang erkannt hat, daß es durchaus Früchte trägt, alles Interesse auf die lohnenden Dinge zu beschränken, wird sie den Erfolg zu einem dauerhaften Weggefährten machen. Und dann kann Sie nichts und niemand mehr Frau Zu cker aufhalten.
Besonders nicht, wenn es zusätzlich noch gelingt, andere Menschen für sich zu gewinnen und für Ideen zu begeistern. Wenn Frau Zu cker offen auf andere zugehen will, dann darf sie freilich nicht zu zurückhaltend sein.

Doch diese Gefahr besteht bei Frau Zu cker ohnehin nicht. Sie verhält sich alles andere als ungesellig gegenüber anderen. Selbstverständlich ist sie manchmal enttäuscht darüber, daß sie plötzlich selbst das Ziel von Witzen wird. Denn niemand hat es gerne, wenn andere Menschen Späße über die über einen machen. Ein solches Verhalten kratzt nämlich besonders stark am eigenen Selbstvertrauen. Das ist auch bei Frau Zu cker so. Die Reaktion, die sie dann zeigt, ist aber die einzig richtige: Statt sich schmollend in eine einsame Ecke zurückzuziehen lacht sie lauthals mit und setzt sogar noch eins drauf.Mit dieser Art von Selbstironie zeigt sie immer wieder deutlich, daß sie Humor hat und ganz genau weiß, daß man eben manchmal auch etwas einstecken können muß. Dadurch verhindert sie aber auch, von anderen Menschen absichtlich mit gezielten kleinen Sticheleien und Boshaftigkeiten verletzt zu werden. Denn wenn diese von vornherein keinerlei Aussicht auf Erfolg haben, dann macht es dieser Sorte von Zeitgenossen auch keinen Spaß, es überhaupt zu versuchen. Andererseits gerät sie auch nicht in den Ruf, ein Spielverderber" zu sein. Es besteht also keine Gefahr, daß sie sich durch die eigenen Reaktionen in solchen Momenten ins Abseits manövrieren könnte. Vereinsamung und Isolation von den Mitmenschen wird daher nie zu einem Problem werden. Frau Zu cker sollte weiter hin versuchen, so locker wie bisher zu bleiben und eben alles so zu nehmen, wie es kommt. Und der wertvollen Gabe treu zu sein, über sich selbst lachen zu können.

Ebenso kostbar ist die Fähigkeit, gelassen durchs Leben zu schreiten. Darum streben auch so viele Menschen nach dieser Eigenschaft. Gelassenheit ist eben ein ganz besonders geschätzter Charakterzug.

Frau Zu cker kann sich glücklich schätzen, daß dieser Charakterzug bereits sehr ausgeprägt vorhanden ist. Dafür hat sie aber auch einige Anstrengungen unternommen. Schon sehr früh erkannte sie, daß Erfolg etwas ist, das einem nicht durch Zufall begegnet, sondern daß man dafür hart arbeiten muß. Und das hat sie auch getan. Sie erntet also jetzt die Früchte der vorangegangenen Mühen. Dabei haben sich zwei sehr positive Eigenschaften bei Frau Zu cker verfestigt. Nämlich einmal eine gehörige Portion Selbstvertrauen und dazu noch eine Prise allerfeinster Humor. Von diesen beiden Qualitäten kann sie gar nicht genug besitzen. Sie sollte sie deshalb ganz besonders hegen und pflegen und nach Möglichkeiten suchen, diese Talente täglich weiter zu vervollkommnen. Viele Mitmenschen sehen jedoch nur die äußerliche Fassade. Sie glauben, daß Frau Zu cker alles ohne jede Anstrengung gelingt. Oft entwickelt sich dabei ein Gefühl von Neid und Eifersucht. Sie sollte sich davon aber nicht aus der Ruhe bringen lassen. Sie sollte vielmehr das Bewußtsein genießen, unter schweren Anstrengungen alles so in Gang gebracht zu haben, daß es jetzt mit relativ geringem Kraftaufwand fast von selbst reibungslos funktioniert. Weiter so!

Nach der Auffassung berühmter Psychologen kann dabei besonders die Erkenntnis helfen, ob sie ein eher extravertierter oder ein introvertierter Persönlichkeitstyp ist. Introvertierte Persönlichkeiten werden eher von außen (also extern) gesteuert. Extravertierte Menschen hingegen werden von innen (also intern) gesteuert.
Frau Zu cker ist solch eine überwiegend introvertierte Persönlichkeit. Sie kann sich auch gut einmal alleine beschäftigen und muß nicht unbedingt täglich neue Kontakte knüpfen. Die Gesellschaft anderer Menschen empfindet sie manchmal als unangenehm. Frau Zu cker schließt neue Freundschaften eher zögerlich und vorsichtig. Und sie führt auch nicht so gerne lebhafte Gespräche und Diskussionen. Denn dabei erweisen sich meist die anderen Teilnehmer schlagfertiger als sie. Sie macht sich zwar zu allem so ein paar eigene Gedanken. Oft genug aber läuft sie Gefahr, letztlich einfach nur die Meinungen und Ansichten anderer Zeitgenossen blind" zu übernehmen, obwohl sie dies im Grunde eigentlich für falsch hält. Sie ist auch wirklich nicht böse darüber, wenn sie von jemandem eine Entscheidung abgenommen bekommt. Unter diesem Aspekt gestaltet sie auch die Freizeit. Sie pflegt eher solche Hobbys, die aus der alltäglichen Umgebung von zu Hause nicht allzu weit wegführen. Auch würde sich Frau Zu cker selbst nicht gerade als "unternehmungslustig" bezeichnen. Überhaupt legt sie besonderen Wert auf das Glück der eigenenFamilie und der Freunde. Das liegt Frau Zu cker vordringlich am Herzen und dafür wird sie auch in besonders hohem Maße geschätzt. Denn sie ist als äußerst zuverlässig bekannt. Beruflich strebt sie nicht unbedingt eine absolute Führungsposition an, da die Karriere an sich nicht so wichtig ist. Besonders geschätzt wird allerdings beruflich an Frau Zu cker die Fähigkeit, Routinearbeiten sehr gründlich, exakt, rasch und auch noch fehlerfrei zu erledigen. Den größten Spaß bereiten Frau Zu cker die kleinen Dinge des täglichen Lebens. Sie hat einen speziellen Blick für Details. Und an diesen kann sie sich auch besonders erfreuen. Sie sollte aber trotzdem auch einmal versuchen, dem weiteren sozialen Umfeld mehr Aufmerksamkeit entgegenzubringen. Denn dadurch könnte sie sich noch viel mehr Möglichkeiten schaffen. Und das gilt beruflich ebenso wie privat.

Abschließend ist es sicherlich noch interessant zu erfahren, welche geschlechtsspezifischen Verhaltensweisen bei Frau Zu cker dominieren. Es geht bei dieser Thematik einfach um die Frage, ob sie überwiegend männliche oder weibliche Verhaltensmuster zeigt. Das hat übrigens nichts damit zu tun, welchem Geschlecht sie angehört. Vielmehr hängen diese Strömungen von der Erziehung und der persönlichen Einstellung gegenüber dem rauhen Alltag ab.Jeder Mensch vereinigt also in sich verschiedene Tendenzen, die man teilweise als eher "weiblich" oder eher "männlich" bezeichnen könnte.
Bei Frau Zu cker herrschen weder männlichen noch weibliche Verhaltensmuster deutlich vor. Keine dieser Strömungen ist dominant, sondern beide halten sich grundsätzlich die Waage. Die Gründe dafür können zwar verschiedenen Ursprungs sein. Aber gerade deshalb ist es äußerst interessant, einmal genauer zu betrachten, warum sie weder maskuline noch feminine Verhaltensmuster im alltäglichen Handeln favorisiert. Das kann einerseits daher rühren, daß sie in der Kindheit nicht einseitig von solchen maskulinen oder femininen Verhaltensweisen geprägt wurde. Etwa wenn sich weder der Vater noch die Mutter sehr dominant verhalten haben. Daher können solche einseitigen Kindheitserlebnisse bei Frau Zu cker auch im jetzigen alltäglichen Verhalten nicht einfach einseitig hervortreten oder zumindest unterbewußt das Handeln von Frau Zu cker einseitig bestimmen. Andererseits kann es auch einfach daran liegen, daß sie sowohl manche maskulinen wie auch manche femininen Verhaltensweisen für richtig einschätzt, denen sie täglich begegnet. Deshalb fühlt sie sich nicht einseitig von ihnen angezogen, sondern richtet das Handeln dementsprechend nach der eigenen Mischung aus. Man könnte daher auch sagen, sie hat sich aus beiden Gruppen jeweils die besten Verhaltensweisen angelernt, weil sie diese aus der eigenen Sichtweise heraus als ganz besonders effizient und erfolgversprechend ansieht. Allerdings gibt es aber manchmal Tendenzen in die eine oder andere Richtung. Das ist auch sehr gut so, denn abhängig von der jeweiligen konkreten Lebenssituation bringt manchmal die maskuline, manchmal die feminine Tendenz mehr Vorteile. Sie ist daher in der Lage, sich individuell auf die günstigste Verhaltensweise einzustellen. Das kann Frau Zu cker aber beispielsweise im Berufsalltag durchaus Vorteile auch bringen. Denn maskulin geprägte Menschen werden bevorzugt in Führungspositionen eingesetzt, weil man Ihnen von Beginn an mehr Engagement und Durchsetzungsvermögen zuschreibt. Ob sie diesem Vertrauensvorschuß letztlich gerecht wird, muß sie täglich aufs neue unter Beweis stellen. Jedenfalls versucht sie nicht einseitig, das Glück nur aus dem beruflichen Alltag zu schöpfen. Denn sie ist sich völlig darüber im klaren, daß man sein Glück auch im privaten Bereich suchen sollte. Und genau das tut sie auch. Denn gerade hier gibt es für Frau Zu cker immer wieder viele tolle Dinge zu entdecken, die besondere Freude mit sich bringen. Ebenso wie sie dies auch auf beruflichem Gebiet zu tun vermag. Und beide Bereiche so perfekt unter einen Hut zu bringen ist schon eine Kunst für sich.

Dienstag, 25. April 2006

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Gerade eben erreichte mich ein Glückskeks als Werbegeschenk. Und was stand drin?

Nicht nachlassen, sonst mißlingt etwas.

Wie passend......

Montag, 24. April 2006

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Für meine Aktien erhielt ich heute eine Dividendengutschrift von 6 EUR. Zusammen mit meinem phänomenalen Lottogewinn von sogar 2,50 EUR wäre damit ein ruhiger Lebensabend gesichert.

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Wenn ich könnte, würde ich den Fotoapparat mit in den Schlaf nehmen, um meine Träume zu fotografieren.

Die zweite Staffel von Twin Peaks

Zum 01.06.2006 soll endlich die zweite Staffel von "Twin Peaks" auf DVD herauskommen, nachdem der Termin wohl schon seit 2003 ständig verschoben wurde. Es gilt also abzuwarten, aber ich hoffe doch sehr, dass es diesmal soweit ist, denn die erste Staffel, die ich erst unlängst erworben habe, ist wohl einer der besten Käufe, den ich je getätigt habe. Was mir besonders an den DVDs der ersten Staffel gefällt, ist, dass es nicht nur die normalen Folgen gibt, sondern dass man jede dieser Folgen auch mit dem Kommentar eines Filmcrewmitglieds sehen kann, wie Kameramänner usw. Das ist irre interessant, aber leider nur auf amerikanisch. Immerhin kann man so gleich sein Englisch aufbessern. Ich werde nie verstehen, warum so eine geniale Serie (und ich bin wirklich mäkelig, was Serien betrifft) kaum wiederholt wird, während anderer Müll ständig läuft.

Ich kenne keine andere Serie, die auf so subtile Art so strange ist (vielleicht noch die ersten Folgen von "Kingdom Hospital", die aber später für meinen Geschmack zu sehr in "Horroraction" abgeglitten ist). Da gibt es tolpatschige Polizeibeamte, Frauen, die mit Holzscheiten reden - und Kriminalbeamte, die mit Holzscheiten reden -, einen begeisterungsfähigen FBI-Agenten ("Douglastannen!"), der mittels Zielwurf auf Flaschen entscheidet, wer seine neuer Hauptverdächtiger wird und der in seltsamen Träumen den Namen des Mörders genannt bekommt, ihn aber wieder vergisst, einen Vogel, der als Zeuge dient und hinterrücks ermordet wird, seltsame Visionen, einarmige Männer, einen hawaiiverliebten Psychologen, der zwei verschiedenfarbene Brillengläser trägt und dunkle Geheimnisse in Kokosnüssen aufbewahrt, jede Menge völlig "normale" Leute, die es aber faustdick hinter den Ohren haben - überhaupt scheint jeder in dem kleinen, düsteren Ort, an dem die Zeit wie stehengeblieben ist, irgendwas auf dem Kerbholz zu haben oder ein finsteres Geheimnis zu hüten -, sowie eine sehr beliebte, stadtbekannte Seifenoper, deren Folgen die Geschehnisse in Twin Peaks begleiten. Ich kenne ebenfalls keine andere Serie, die solche ausdrucksstarken Bilder zeigt, wie Twin Peaks. Zusammen mit der fast hypnotischen Musik ist es, als sei man auf einem Trip. Ich kann es kaum erwarten, endlich auch die zweite Staffel auf DVD zu sehen.

Sonntag, 23. April 2006

Lottogewinn

Hm, so ganz falsch kann das mit dem Gewinn aus dem Traumdeutungsbuch doch nicht gewesen sein, denn ich habe tatsächlich gestern im Lotto gewonnen, was mir selbst aber gar nicht aufgefallen ist. Eine richtige Endziffer im Spiel 77, damit kann ich mich dann wohl auf 1,50 EUR freuen.

Samstag, 22. April 2006

Der neue Balkon

Ich glaube, ich weiß jetzt, dass von Scheiße träumen, Mühsal und Plagerei bedeutet. Dies muss aber nicht unbedingt negativ sein, denn ich habe heute alles andere als in die Scheiße gegriffen oder gar Scheiße gebaut, sondern mir im Gegenteil einen kleinen Traum wahrgemacht.
Ich habe mir nämlich einen völlig neuen Balkon gebastelt, indem ich auf dem gräßlichen Industrieboden, der sich seit der Instandsetzung auf dem Balkon befindet, Terrassenparkett aus Teakholz ausgelegt und in die schattige Ecke, wo ich sonst ein Spalier hatte, an dem aber nie was wuchs, da es eben dort zu schattig ist, ein Gartenbank aus Holz gestellt habe. So kann man selbst bei knalliger Sonne noch in angenehmen Schatten sitzen - wenn es den Blumen in der Ecke nicht gefällt, dann eben mir.

Ich war mir erst nicht sicher, ob ich das mit dem Parkett wirklich hinkriege, da ich noch nie irgendwelches Parkett, weder im Zimmer noch draußen verlegt habe und ich ja in der Wohnung nirgenwo einfach nur viereckige Flächen habe, sondern überall kleine Winkel und Vorsprünge, die ausgesägt werden müssen. Außerdem war alles gegen mich, was nur gegen mich sein kann. Das Wetter - es wurde teilweise so dunkel, dass ich nichts mehr sah -, das Sandpapier - so einen Schrott hatte ich noch nie -, und natürlich der Boden selbst, der ja so richtig schön hügelig und uneben ist. Da unter den Fliesen eine Unterkonstruktion mit Noppen sitzt, habe ich dann einfach die Noppen an den Stellen mit einer Handsäge gekürzt, da die Elektrische Säge dort nicht greift. Wenn ich gerade im Zimmer beim Sägen war, kamen immer irgendein neugieriger Vogel und schaute auf dem Balkon verwirrt in die Runde.
Ich glaube, das alles ist mir ziemlich gut gelungen, zumindest sieht der Balkon jetzt genau so aus, wie ich es mir in den letzten Wochen immer wieder vorgestellt habe. Nun müssen nur noch die Blumen mitmachen und fleißig wachsen und blühen.

Ich habe zwar keine Fingernägel mehr, überall blaue Flecken, meine Wohnung sieht aus wie ein Schlachtfeld, und von der stundenlangen Schufterei an frischer Luft bin ich so müde, dass ich auf der Stelle umfallen könnte, aber ich finde, es hat sich gelohnt, so viel Mühsal auf sich zu nehmen. Da ich noch genügend Fliesen übrig habe, überlege ich, ob ich den Rest im Bad verlege. Die würden gut zu dem neuen Spiegelschrank aus Holz passen. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob ich die auch um das Klo und die Heizungsrohre verlegt kriege. Das dürfte schwieriger werden. Aber jetzt ist erstmal Feierabend.

Freitag, 21. April 2006

Erdnussversteck

Ich bin gerade dabei meine Balkonkästen zu entrümpeln und musste dabei direkt in der Blumenerde einige völlig intakte Erdnüsse samt Schale entdecken, welche sich eigentlich einmal im Vogelfutterhaus befanden. Also entweder bin ich auf das geheime Vorratsversteck eines eifrigen Hamstervogels gestoßen, wobei ich gerne wissen würde, ob er die Verstecke jemals wiederfindet, oder aber ich habe in einer umnachteteten Stunde versucht, Erdnussbäume zu züchten. Letzteres glaube ich aber weniger.

Dienstag, 18. April 2006

Der alte Mann und das Weiß

Feierabend. Ich stapfe die schiefgetretenen Treppen des verlassenen Bürogebäudes hinunter und mache mich auf den Weg. Ich weiß noch nicht wohin, doch es geht nicht nach Hause, nein. Wie so oft am Freitagnachmittag juckt es mich in den Fingern, neue Motive mit meiner Kamera aufzunehmen. Die richtige Einstimmung für das Wochenende. Ich spüre die Schwere des Fotoapparates in meiner Manteltasche, meine Hand tastet über das kühle und handliche Gehäuse. Bilder fangen, Leben fangen, es vervielfältigen und beweisen, dass es da gewesen ist. Vorfreude auf neue Entdeckungen erfüllt mich, als ich die mir wohlbekannte, hunderte Male entlanggeeilte Straße, hinunterschlendere. Alles ist wie immer. Alles schon gesehen. Doch ich weiß, irgendwo wartet es auf mich, etwas, das ich noch nicht kenne. Eine neue Situation, eine winzige Veränderung, ein übersehenes Detail.

Ich überquere die Brücke. Kleine graue Eisschollen treiben träge auf dem Wasser. Die gegenüberliegende Seite der Straße erklimmend, befinde ich mich nun auf einem höhergelegten Gehweg, der zur abfallenden Häuserschlucht hin durch ein Geländer gesichert ist. Alles wieder und wieder gesehen, alles schon bekannt. Doch nein, etwas hat sich geändert, ist mir bisher nicht aufgefallen. Etwas hatte ich noch nie vorher wahrgenommen. Was ist das für ein weißes Haus, welches sich dort fast unsichtbar in die bunte Perlenschnur der Mehrgeschosser einreiht? Stand es schon immer dort? Ich bin stehengeblieben und starre aufmerksam hinüber. Je mehr ich es betrachte, um so seltsamer erscheint es mir. Die durchgehend weiße, fast durchscheinende Fassade fasziniert mich, insbesondere die kleinen Vorsprünge, Winkel und Skulpturen, die an ihr zu erkennen sind. Ich gehe näher an das Geländer heran und schaue nach unten, zum Eingang. Was ich jetzt sehe, fesselt mich noch mehr. Um es besser erkennen und vielleicht fotografieren zu können, versuche ich einen vorteilhafteren Platz am Geländer zu finden. Ich streiche durch einige Büsche und steige über rutschiges Geröll, bis ich ein besseres Blickfeld habe. Hier befinde ich mich gegenüber und schaue direkt in den kleinen, offenen, in das Haus eingelassenen und überdachten Vorhof. An sich nichts Besonderes, doch er ist ebenso weiß, wie das gesamte Haus und das Entzückendste ist, dass ebenfalls alles, was sich darin befindet, weiß ist. Da sehe ich weiße steinerne Tulpen auf weißen Regalen stehen, ebenso wie weiße Bücher und verschiedene andere weiße Dinge, die ich nicht erkennen kann. In einer Ecke türmen sich große weiße, steinerne Kugeln, die teilweise noch nicht fertig sind und auf ihre Vollendung warten. Und, zu allem Überfluss, liegt am Boden des Vorhofes ausgebreitet an großer, schneeweißer gehäkelter Teppich mit unzählbar vielen gehäkelten Blüten, Sternen und Schneeflocken, die daraus hervorblitzen.

Ich greife zu meiner Kamera und will gerade ein Foto dieses wundersamen Hauses machen, als ein Mann aus einer Türe in den Vorhof tritt. Auf den ersten Blick sieht er alt aus, denn er hat schlohweißes Haar und trägt eine große Brille, die ausnahmsweise nicht weiß ist. Ich lasse die Kamera sinken. Der Mann macht sich an einem Regal zu schaffen und sieht mich, nach einem kurzen Blick nach hinten, am Geländer stehen. Doch es scheint fast so, als hätte er auf mich gewartet.
„Ein schönes Motiv dieses Haus, nicht wahr? Fotografieren Sie ruhig.“ Seelenruhig macht er sich weiter an dem Regal zu schaffen, völlig unbekümmert darüber, eventuell mit auf dem Foto zu erscheinen. Deshalb setze ich die Kamera erneut an, um den netten alten Herrn mitsamt dem seltsamen Haus aufzunehmen. Aber irgendetwas hält mich davon ab, den Auslöser zu drücken. Es ist die Neugier, eine unbezähmbare Neugier, stärker als der Wunsch, das festzuhalten, was ich sehe. Ermutigt von der einladenden, ruhigen Art des Mannes spreche ich ihn an.
„Wohnt hier ein Bildhauer?“ frage ich.

„Ja“ antwortet er, „hier wohnt ein Bildhauer. Diese Dinge vor dem Haus gehören ihm.“

Mehr will er anscheinend nicht verraten und interessiert schaue ich die Fassade des Hauses hinauf, um zu erraten, hinter welchem Fenster der Bildhauer wohl zu finden ist.

„Hier kommen viele Menschen her, um zu fotografieren. Wie Sie sehen, ist alles in weiß. Er stellt nur weiße Skulpturen her. Das ist für viele wohl ein ungewöhnlicher Anblick.“
Er erzählt gerne. Fast könnte man meinen, er freue sich darüber, mit jemandem sprechen zu können, so wie das bei alten Menschen oft der Fall ist, wenn sie allein leben und nicht oft Besuch haben.

„Wenn hier so viele Menschen fotografieren, warum ist mir dann dieses Haus noch nie aufgefallen?“ hake ich nach.

Er zuckt mit den Schultern. Dann zündet er sich eine Zigarette an und legt sich flach mit dem Rücken auf den schneeweißen Teppich, ebenso weiß wie sein Haar. Versonnen blickt er in die Luft, die Hand mit dem Tabakstummel neben sich gebreitet. Ich fühle, dass er zu einem Plausch bereit ist, obwohl er lange schweigt. Ich weiß ebenfalls nichts zu sagen, doch es ist ein angenehmes Schweigen, ein vertrauliches Schweigen.

Er sieht irgendwie jung aus, wie er da auf diesem Teppich liegt. Jugendlich. Und rebellisch. Vielleicht liegt es an dieser Pose, die man von älteren Herrschaften nicht gewohnt ist, welche meist sogar Schwierigkeiten haben, wieder aus einem Sessel hochzukommen und die sich deshalb stets gesetzt in ihren schmalen Bahnen bewegen. Nun möchte ich viel lieber ihn fotografieren als das Haus. Er ist ebenso wundersam. Vielleicht noch wundersamer.
Ich frage ihn, ob er einverstanden ist. Er nickt und ich nehme mir vor, ihm einen Abzug des Fotos zu schicken. Doch irgendetwas lässt mich erneut zögern, den Auslöser zu drücken. Bevor ich es tun kann, schaut der alte Mann direkt nach oben, in mein Gesicht, schaut sehr ernst, schaut durch seine große Brille, und fragt mich, ob ich noch Zeit hätte. Etwas an der sonderbaren Betonung der Frage irritiert mich, ich bin mir nicht sicher, ob ich sie richtig verstehe. Ich nicke trotzdem und sage: „Ja, bis es dunkel wird. Dann muss ich nach Hause.“

Er wirkt zufrieden und greift nach einem weißen Buch von einem Stapel in seiner Nähe. „Schauen Sie!“ und er streckt mir das Buch entgegen, es öffnend und in den Seiten blätternd, „Schauen Sie, alle Blätter weiß, vollkommen weiß, mhh.“
Ich bin überrascht. Viele weiße Bücher mit leeren weißen Blättern, wie verrückt! Der alte Mann jedoch ist nicht befremdet, sondern geradezu stolz. Behutsam, fast liebevoll, streicht er über die leeren Seiten. Mein Wunsch wird stärker, diese seltsame Szene festzuhalten, diesen seltsamen Mann festzuhalten.

Es beginnt zu schneien unter hinter dem schneeweißen Vorhang aus tanzenden Flocken scheint das Haus zu verschwimmen, mit dem Schnee zu verschmelzen, bis es sich beinahe nur noch schemenhaft erahnen lässt. Ein Schneegespinst, weiß in weiß.
Mich von diesem Anblick losreißend beschließe ich, nun endlich das Haus zu fotografieren. Prüfend schaue ich durch den Sucher. Das Haus ist nicht zu sehen. Also schwenke ich den Sucher langsam nach links und rechts, nach oben und unten, aber so viel ich auch suche, ein weißes Haus will nicht im Sucherfenster erscheinen. Entnervt lasse ich den Fotoapparat sinken. Vor mir erstreckt sich eine Reihe roter und brauner mehrgeschossiger Ziegelhäuser. Doch ein weißes Haus ist nicht dabei. Verwirrt, auch ein wenig erschrocken, lasse ich meine Augen die Straße hinauf- und hinunterwandern. Das kann doch nicht sein! Wo ist das weiße Haus? Träume ich? Atemlos blicke ich mich um, entdecke neben mir einen alten Mann, der mich unverwandt anschaut. Er sieht anders aus als der Mann aus dem wundersamen Haus. Ein schneeweißer, kurzer Backenbart umrahmt sein Gesicht und auf den schneeweißen Haaren trägt er eine schwarze Schiffermütze. Doch seine schalkhaft blitzenden, dunklen und jugendlichen Augen verraten ihn sofort. Ich bin mir sicher, dass er es ist. „Wo ist das Haus? Was ist passiert?“ frage ich verwundert, mich zu ihn hinwendend. Brillenlos und unergründlich lächelt er mich an. „Sehen Sie dieses rote Jugendstil-Haus da drüben?“ Noch immer lächelnd zeigt er mit dem Finger irgendwohin die Straße hinunter. „Wäre das nicht ein schönes Motiv für Sie und Ihre Kamera?“

Ulysses - ein Selbstversuch mit Folgen oder die Kunst, einen Berg zu besteigen - Seite 122-233 - Bd. II

Ein außerordentlich vielseitiger Bordellbesuch, nicht nur voller sexueller Ausschweifungen aller Art, sondern auch mit diversen anderen Amüsements, Schlägereien, Wahrsagereien, Rollenspielen, Absurditäten, Skurilitäten und gleich mehreren Geistererscheinungen (wahrscheinlich aufgrund des Alkoholpegels). Endlich weiß ich auch, warum ich immer so müde Füße habe - ich bin ein Donnerstagskind.

Ein Donnerstagskind hat weit zu laufen.(Weissagung Zoes beim Handlesen)

Durch silberstille Sommerluft rollt Bloom, zur Kleiderpuppe verpummelt, zur Mumie vermummelt, rotierend von der Lion's Head Klippe in die purpurnen wartenden Wasser.

Wochenfazit: ...eine neue Ära dämmert herauf. Wahrlich, ich Bloom sage euch, daß sie schon jetzt nahe herbeigekommen ist. Ja, auf das Wort eines Bloom, bald schon werdet ihr einziehen in die goldene Stadt, welche da ist das neue Bloomusalem in der Nova Hibernia der Zukunft.

H.C. Andersen und der Sex

Gestern und heute lief am frühen Vormittag eine zweiteilige Dokumentation über das Leben des Dichters H.C. Andersen, besser gesagt irgendwie hauptsächlich über sein Sexleben, oder noch genauer - sein sexuelles Nichtleben. Dieses scheint man ziemlich genau rekonstruieren zu können, den Andersen schrieb Zeit seines Lebens akribisch Tagebuch, so akribisch, dass er mit Schnörkeln zwischen den Wörtern vermerkte, wenn er sich einen runtergeholt hatte. Allerdings frage ich mich, woher man weiß, dass die Schnörkel diese Bedeutung haben, denn wenn er gewollt hätte, dass man es weiß, hätte er es auch gleich hinschreiben können, ohne das Ereignis zu "verschnörkeln".

Desweiteren erfährt man von den wenigen hoffnungslosen Romanzen, in denen sich der Dichter verstrickte. Da gab es zum Beispiel eine Angebetete, welche ihn eines schönen Weihnachtsfestes sträflich vernachlässigte und sich erst am zweiten Weihnachtsfeiertag Zeit für ihn nahm, um ihm ein Stück Seife mit dem Aussehen eines Käses zu schenken. Ich denke mir dabei, dass seine Angebetete entweder einen ausgeprägten Sinn für Humor hatte oder aber ihm mit diesem Geschenk sehr subtil eine Botschaft vermitteln wollte. Eventuell lautete diese Botschaft "Wenn du dich öfters waschen und nicht mehr wie ein Käse stinken würdest, dann würde ich dich vielleicht doch heiraten." Leider hat der Dichter diese Botschaft anscheinend nicht verstanden, so dass er sich bald darauf mit einem Ballettänzer namens Scharf trösten musste (keine Ahnung, ob der Name auch so geschrieben wird). Möglicherweise hätte sich ja das Zusammenleben von Andersen, welcher der englischen Sprache nur sehr rudimentär mächtig war, und Charles Dickens, der ersteren zu sich nach England eingeladen hatte, sehr viel erfreulicher gestaltet, wenn Dickens ebenfalls die Strategie der subtilen und sprachlosen Botschaften genutzt hätte. Doch statt dem hängte er nach Andersens Abreise nur einen Zettel über dessen Waschstelle auf, in welchem es sinngemäß hieß: "H.C. Andersen wohnte fünf Wochen in diesem Zimmer. Der Familie erschien es wie eine Ewigkeit." und antwortete nie wieder auf Andersens Briefe. Nun sinniere ich gerade darüber, ob es zwischen dem Ort der Platzierung des Zettels, nämlich der Waschstelle, und dem symbolträchtigen Weihnachtsgeschenk irgendeinen verborgenen Zusammenhang gibt.

Jedenfalls sieht man an diesem Beispiel sehr schön was passiert, wenn ein bekannter Schriftsteller und Dichter zu genau Tagebuch führt. Wenn er Glück hat, gehen die Tagebücher verloren, wenn er Pech hat, werden sie detailgenau ausgewertet und mitsamt aller sexuellen und zwischenmenschlichen Katastrophen in ausführlichen Dokumentationen der Nachwelt vorgeführt.