Alien
Es ist eine neuere Version von  AlienInsideTwoday  verfügbar!  Aktualisieren  Jetzt nicht!
© 2018-2023 NeonWilderness

Mittwoch, 17. Mai 2006

Die (immer noch) namenlose Geschichte - Teil 3

Mit dem Schraubenzieher ließ sich das mysteriöse Ding dort in dem Stein nicht hinausbefördern, also versuchte ich es mit allerhand anderen Geräten, wie Finger, Pinzette, Messer, Kochlöffel und so weiter. Als auch das keinen Erfolg brachte, kam ich auf die Idee, den Hohlraum mit dem Schlagbohrer zu erweitern. So viel, wie ich zu spachteln hatte, machte ein Loch mehr oder weniger auch nichts weiter aus.
Sorgfältig band ich mir einen strengen Zopf, kramte den Koffer mit der Bohrmaschine hervor und startete so bewaffnet den Angriff. Dröhnend hämmerte der Stahlbohrer auf den Ziegelstein ein. Roter Sand quoll wie Blut einer frischen Wunde aus der Wand hervor, legte sich in leichtem Fall auf Scheuerleiste, Fußboden und die winzigen Wandvorsprünge nieder. Gleich darauf wurde der Sand dunkler, braun und dann auffällig schwarz – schwarz und schmierig.
"was ist das denn?“ Wenn ich es nicht besser gewusst hätte, hätte ich geglaubt, kurz davor zu sein, auf eine Ölquelle zu stoßen.

Stattdessen brach ich in den Hohlraum durch. In der vergrößerten Öffnung konnte ich etwas Helles erkennen und eben wollte ich die Bohrmaschine erneut ansetzen, als ein Name in roten Alarmleuchten über meinem Kopf erschien.
„Tante Bärbel!“ stöhnte ich. Die hatte ich ganz vergessen. Dabei hatte ich ihr versprochen, heute zu ihrem halbrunden, dem achtzigsten nicht mehr fernen, Geburtstag zu kommen. Gehetzt blickte ich auf die Uhr: zwanzig vor fünf. Ich ließ alles fallen, stellte mich kurz unter die Brause und zog ein zerknittertes Etwas aus dem Kleiderschrank hervor, das ich mir über den Kopf stülpte. Am Bahnhof griff ich nach dem größten Blumenstrauß, den ich entdecken konnte, um mein schlechtes Gewissen zu beruhigen und eine halbe Stunde später begrüßte mich Tante Bärbel in ihrer kleinen Behausung.

Fesch sah sie aus, wie sie es nannte: die frische Dauerwelle kringelte sich verwegen um ihre altersgroßen Ohren, welche smaragdbehängt der Erdanziehungskraft trotzten, ihre noch immer buschigen Augenbrauen waren gestriegelt und gebürstet und ein leichter, malvenfarbener Lippenstift umspielte ihre dritten Zähne. Lächelnd schubste sie mich auf das Sofa und meinte „Wolltest du nicht eher kommen?“
Ich murmelte irgendwas von ‚Arbeit’ und ließ meinen Blick über den Kaffeetisch schweifen, auf dem eine fettige Butterkrem- und eine Schwarzwälder Kirsch-Torte vor sich hin suppten. Noch ehe ich mir wehren konnte, hatte Tante Bärbel ein riesiges Stück Kremtorte auf meinen Teller geschaufelt, welchen sie mir mit den Worten: „Du musst was essen, Kind! Du bist viel zu dünn!“ servierte. Angestrengt konzentrierte ich mich an der Kaffeetafel auf die Gespräche über Leistenbrüche, Zahnersatz und die neuesten Hausmittelchen, um vorzutäuschen, ich sei so brennend an diesen Themen interessiert, dass ich sogar das Essen darüber vergesse.

Leider fiel diese Strategie mit der Zeit auf, weshalb ich schaudernd die Kirsche von der Tortendecke nippte und mich mit der Gabel bis zum Kuchenboden durchstocherte. Danach schickte ich ein großes Glas Cognac hinterher, um die Bakterien abzutöten. Gerade setzte ich meinen vierten Cognac an, um ihn herunterzukippen, sicher ist sicher, als einer neuer Geburtstagsgast erschien. Spontan machte mein Herz einen Sprung und ich fragte meinen Cousin, der neben mir saß und stumpf auf seinen Teller stierte, wer das sei.
„Der da? Das ist der Ex von der Annette. Du weißt schon. Die Nichte meines Großonkels Albert von der Taubeninsel.“ „Ähem.“ sagte ich und schwieg.

...

Heute musste ich in der Wohnung meiner Eltern vorbeischauen, da meine Mutter verreist und mein Vater allein zu Hause ist. Weil mein Vater kaum noch aufsteht und sich nicht mehr anzieht, hole ich nun alle paar Tage die Post aus dem Briefkasten. Meine Mutter hatte mich schon vorgewarnt, dass mein Vater sich auch nicht mehr rasiert und nur noch in dem selben fleckigen Nachthemd rumläuft. Sie meinte, sie müsse ihm die Nachthemden vom Leib reißen und meist schmeißt sie sie gleich weg, weil sie die gar nicht mehr waschen kann. Ich machte mich also darauf gefasst, einem Geist zu begegnen und traf ihn natürlich im Bett liegend an, nachdem ich die Wohnung aufgeschlossen hatte (denn die Klingel hört er nicht mehr). Er begrüßte mich dann sogleich mit den Worten, wenn ich wolle, könne ich ja die Küche aufräumen und abwaschen. Ja, klar - ich kann mir echt nichts Schöneres vorstellen als nach dem Arbeitstag noch die Putzfrau zu spielen, aber wenn meine Mutter nach dem Urlaub nicht in Ohnmacht fallen soll, wenn sie wieder nach Hause kommt, bleibt mir gar nichts anderes übrig. Also hab ich schnell abgewaschen und aufgeräumt und mein Vater bequemte sich dann doch aus dem Bett und teilte mir mit, dass er jetzt die Zeit, wo meine Mutter weg ist, nutzen wolle, um seine ganzen Karl-May-Bände zu lesen. Leider fehlten ihm aber noch ein paar, die meine Mutter nicht gefunden hatte und nun sollte ich sie suchen. Nun suche mal einer zwischen tausenden von Büchern und das bei doppelten Regalreihen. Ich musste fast die ganze Bücherwand ausräumen, fand dann aber irgendwann eine ganze zweite Reihe voller Karl-May-Bücher, die ich alle auf dem Tisch aufstapelte. Mein Vater freute sich wie ein Kind - "Ach da sind ja noch so viele!" -, aber nach fünf Minuten stellte er fest, dass es die waren, die er schon alle gelesen hatte. Die anderen, die er unbedingt haben wollte, habe ich auch nicht gefunden. Wer weiß, ob er die überhaupt hat. Immerhin will er mir zum nächsten Mal den Herodot raussuchen, er sagte aber gleich, dass er ihn mir nur gibt, wenn ich ihn schnell lese, da er auch noch reinschauen will. Das kann ja heiter werden - 800 Seiten im Eiltempo.

Dienstag, 16. Mai 2006

...

Es ist an der Zeit, auf einer höheren Ebene über dieses Thema nachzudenken als nur zu fragen, ob sportliche Leistungen durch vorausgegangenen Geschlechtsverkehr beeinträchtigt werden. Es muß vielmehr dargestellt werden, wie diese sexuelle Essenz zur spirituellen Weiterentwicklung umgelenkt werden kann mit dem zusätzlichen Vorteil, dass ein durchschnittlicher männlicher Liebhaber in ein sinnliches und sexuelles Juwel verwandelt wird.
(Aus "Lichtnahrung" von Jasmuheen)


Hört sich gut an, fast wie im Märchen.....

Die (noch) namenlose Geschichte - Teil 2

„Hallo Mama, mir geht’s gut. Warum das so lange gedauert hat? Äh, ich war da mit was beschäftigt.... Ich will das Zimmer renovieren. Nein, ich falle nicht von der Leiter und hebe auch nicht schwer. Ja, ich passe auf. Weiß ich nicht. Ich habe jetzt erst angefangen. Möbel kommen später. Warum willst du mich besuchen? Bis dahin bin ich noch gar nicht fertig. Geht es nicht ein anderes Mal? Ich habe nicht gesagt, dass ich dich nicht sehen will! Ja, tschüß!“

Entnervt warf ich das Telefon auf den Küchentisch und setzte meine Arbeit für wenige Minuten fort, da klingelte es erneut. Erst nachdem ich wiederum von der Leiter gestolpert und in die Küche gesprintet war, um schließlich irgendetwas in den Hörer zu fauchen, bemerkte ich, dass es diesmal an der Tür läutete.

„Jaaaa?“ fragte ich hektisch, als ich dieselbe schwungvoll aufriss, und sah mich im selben Augenblick meinem unmittelbaren Nachbarn gegenüber. Normalerweise ist dies nichts, was einen in großes Erstaunen versetzen müsste, wie der erwartungsvolle Leser mir sicher zustimmen wird, doch meine Augen wurden kugelrund aufgrund der Tatsache, dass ich zwar schon etliche Jahre in dem blechdachbewehrtem Haus wohnte, diesen Herrn jedoch bisher allerhöchstens bei zwei bis drei kurzen Gelegenheiten zu Gesicht bekommen hatte. Er schien ein sehr zurückgezogenes Leben zu führen. Doch während ich vor Überraschung fast in die Knie ging, störte er sich nicht weiter an meinem blöden Gesichtsausdruck, starrte mich aus durchdringenden grauen Augen an und stellte rhetorisch fest: „Ich habe Sie gehört, Sie machen da was in der Wohnung, stimmt’s?“.

„Ja“, antwortete ich, inzwischen hatte ich mich wieder gefangen, „ich renoviere. Wieso? Bin ich zu laut? Ich habe eigentlich noch gar nicht angefangen.“

Meine Frage hatte er anscheinend nicht gehört. Er starrte mich weiter durchdringend an und wie ich so zurückschaute und ihn in seinem hellgrauen Strickpullunder, den graumelierten Haaren, dem bleichen Gesicht und den anthrazitfarbenen Bundfaltenhosen unauffällig musterte, schoss mir der ketzerische Gedanke durch den Kopf, ob ich ihn tatsächlich nur die wenigen Male getroffen, oder aber nicht vielmehr ihm schon öfters begegnet war, ihn aber nie wahrgenommen hatte.

Er suchte nach Worten – das erkannte ich an den winzigen Bewegungen, die seine Gesichtsmuskeln unter der grobporigen Haut machten.
„Renovieren kann gefährlich sein.“ begann er linkisch, „Sie sollten aufpassen!“

Das wurde ja immer schöner! Nicht nur, dass meine Mutter erst ruhig war, wenn ich in einer dreißig Zentimeter dicken Watteschicht bewegungslos auf dem Sofa ruhte, nein, jetzt fing mein Nachbar auch noch damit an.

„Ja“, entgegnete ich flapsiger als es meine Absicht war, „ich kann von der Leiter fallen und mir den Hals brechen. Danke. Ich werde alles tun, um das zu vermeiden.“

Von dem leichten Unmut in meiner Stimme zurückgehalten, rang er scheinbar mit sich selbst, als wäre da noch etwas mitzuteilen, von dem er nicht wüsste, ob er es tun solle. Ich fühlte sehr deutlich, dass er mehr sagen wollte, doch meine eigene Ungeduld ließ mich davon absehen, genauer nachzufragen. Schließlich beließ er es bei einem kraftlosen: „Wenn Sie irgendwie Hilfe brauchen.....?“

Ich warf noch einmal einen kurzen Blick auf das eingefallene Gesicht und die dünnen Ärmchen in den schneeweißen Hemdsärmeln, dann schüttelte ich versöhnlich den Kopf.
„Vielen Dank. Ich komme schon zurecht.“

Nach dieser doch sehr unverhofften Begegnung war mir etwas seltsam zumute. Vor allem begann mich in meinem nimmermüden Gehirn zu beschäftigen, was jenes wohl gewesen ist, das nun unausgesprochen geblieben war. Diese Grübeleien gewannen fast eine Art Eigenleben und wurden so aufdringlich wie ein Hund, der sich an einem Knochen festgebissen hatte, dass ich sie schlussendlich rigoros beiseite schieben musste.

Stattdessen setzte ich meine Bemühungen fort, die Tapete von der Wand zu lösen. Dies erwies sich als nicht sehr schwierig, allerdings hatte ich nicht damit gerechnet, dass der Putz dahinter ausschließlich von der Tapete zusammengehalten wurde. Sobald diese weg war, fiel er in einer aufsteigenden Staubwolke mit größeren und kleineren Klumpen in sich zusammen. Hustend keimte in mir bei dieser Gelegenheit die Vermutung, dass die Idee das Zimmer zu renovieren, vielleicht doch keine so gute war. Aber nun war der Anfang gemacht. Ein Zurück gab es nicht mehr. Draußen auf dem Hof kreischte ein Kind: „Da! Ein Käfer! Ihhhhh!“; in mir kreischte es nur still, doch ich wusste, dass ich das deutlich größere Problem hatte. Vorsichtig klopfte ich die sandigsten Stellen weg, entfernte einige Zeitungsreste einer Ausgabe von 1979, welche unter der alten Tapete geklebt hatten, als ich auch schon auf die roten Ziegelsteine stieß, welche das Grundgerüst der Wand bildeten. Eine Stelle im Putz war besonders weich, es rieselte unaufhörlich. Dann war es mit einem Mal still und es tat sich ein Hohlraum auf. Neugierig untersuchte ich ihn und stellte fest, dass er sich in einem der Steine befand, welcher nach außen hin ein Loch hatte. Weitere gründliche Untersuchungen, welche ich tätigte, indem ich mein Auge an die schwarze Öffnung hielt und versuchte hineinzuspähen, brachten kein Ergebnis. Alles blieb pechschwarz. Aber es gab ja noch andere Möglichkeiten. Ich griff nach einem Schraubenzieher und stocherte damit im Hohlraum herum. Irrte ich mich oder bewegte sich da was? Ich war mir fast sicher, dass sich irgendetwas in diesem Stein befand, und ich hätte schwören können, dass es kein trockener Mörtel war.

Das Grauen am Morgen

Heute Morgen stieg einer unserer Obdachlosen zu mir in den Bürofahrstuhl und sah aus, als hätte er die galoppierende Gelbsucht. Gelber ging es schon nicht mehr. Ich habe mich unauffällig in die andere Ecke verdrückt, obwohl ich ja eigentlich die Hepatitis-B-Schutzimpfung habe, die vom Arbeitgeber bezahlt wird. Aber sicher ist sicher. Eine Bemerkung bezüglich Arztbesuch habe ich mir verkniffen, denn die interesselose Reaktion auf solche Ratschläge kenne ich schon zu Genüge.

Montag, 15. Mai 2006

Ich fasse es nicht! Diebesgut auf meinem Balkon!

Die Elstern scheinen meinen Balkon tatsächlich als Beuteversteck zu missbrauchen und das nicht nur für Erdnüsse. Beim Blumengießen fiel mir heute so ein merkwürdig schimmernder Krümel auf, der aus der Erde lugte. Als ich ihn mit den Fingern ausgegraben hatte, entpuppte er sich als ein ziemlich großer, silbrig glänzender Klumpen. Da rundherum Erde klebte, konnte ich nicht identifizieren, was das ist, doch nachdem ich ihn mit Wasser abgespült hatte, war eindeutig zu erkennen, dass es ein Kettenanhänger ist. Und es ist garantiert nicht meiner - so senil bin ich noch nicht. Ich habe versucht, einen Silberstempel zu finden, aber er hat keinen, ist also nur Tünnef. Überhaupt könnten die Elstern ruhig ein bißchen was Eleganteres und Formschöneres in meinen Balkonkästen vergraben, oder am besten gleich einen Hunderteuroschein, aber natürlich so, dass ich ihn auch finde. Da muss ich wohl noch ein bißchen mit meinen Raubrittern üben. Wahrscheinlich sollte ich selbst vorsichtig sein, was ich auf dem Balkon liegen lasse, nicht das sie mir noch meine silberne Digitalkamera entführen und irgendwo verbuddeln. Doch ich glaube, dieses Ding wäre wohl etwas zu groß für sie.

Sonntag, 14. Mai 2006

Die Milchkammer-Frage

Nachdem ich mir nach etlicher Zeit wieder eine spezielle Schokoladensorte, welche mit Milchkammern ausgestattet ist und in Riegeln vertrieben wird, gekauft habe, stellt sich mir eine essentielle Frage, die sich mir auch schon früher gestellt hat, die ich aber nie zu fragen wagte, da sie mir zu belanglos schien:
Warum, um alles in der Welt, sind diese Riegel immer mit einer ungeraden Anzahl von Kammern ausgestattet? (Dies betrifft im übrigen nicht nur diese spezielle Schokolade, sondern auch viele andere Schokoladenriegel mit gefüllten Kammern.) Ich finde das jedesmal sehr verwirrend beim Essen, denn es stört ernorm mein kulinarisches Gleichgewichtsempfinden. Ich beiße nämlich generell zwei Kammern gleichzeitig ab, da eine zu wenig ist, drei aber zuviel. Doch bei dieser ungeraden Zahl bleiben immer entweder eine oder drei übrig, also entweder beiße ich 2 und 2 und 1 oder 2 und 3 oder 2 und 1 und 2 oder 1 und 2 und 2 oder 3 und 2. Aber alle diese Kombinationen erscheinen mir unharmonisch, nicht nur mengenmäßig sondern auch geschmacklich. Wer denkt sich sowas aus?

Jenseits von mir

Ich muss jetzt gehen,
die Herzen sind gefallen,
die Köpfe ausgeraucht,
selbst das Lachen ein Feind,
meiner Niederlage harrend,
meine Vernichtung planend

Ich muss nun gehen,
weiß nicht, wohin ich wollte,
weiß nicht, woher ich kam,
doch ich muss fort von hier,
fort von allem was ich habe,
fort von allem was ich bin

Ich muss gehen und vielleicht
(auf dem Weg)
erreicht mich die Erinnerung
an das Ziel jenseits von mir,
die Erinnerung an einen Ort
dort hinter der Pforte
des Selbstverlustseins

Samstag, 13. Mai 2006

...

Krung Thep Mahanakhon Amon Rattanakosin Mahinthara Ayuthaya Mahadilok Phop Noppharat Ratchathani Burirom Udomratchaniwet Mahasathan Amon Piman Awatan Sathit Sakkathattiya Witsanukam Prasit

-

so lautet die alte Thai-Bezeichnung für Bangkok und bedeutet übersetzt: "Der Felsgipfel, den Tamatea, der Mann mit den dicken Knien, hinabglitt, als er auf einer Flöte seiner Geliebten vorspielte".

Woher ich das weiß? -->Wissenstest Sprachen

Donnerstag, 11. Mai 2006

Die Geschichte ohne Titel - Teil 1

Eigentlich habe ich mich wohlweislich aus all den Fortsetzungsgeschichtenschreibereien rausgehalten, um mich in Ruhe den wichtigeren Dingen widmen zu können, aber nun hat mich das um sich greifende Virus doch infiziert. Und da ich hoffe, mich bald in eine Sommerb(l)aupause begeben zu können, wurden sämtliche guten Vorsätze von mir über Bord geworfen. Die Geschichte hat noch keinen Titel, aber Vorschläge sind jederzeit willkommen.


In einem blechdachbewehrtem Haus mit blinkenden Zinnen, hinter den sieben Bergen und jenseits der sieben Brücken, unter nördlicher Sonne nur 28°05’15“ entfernt vom Wendekreis des Krebses, wo der Polarstern, welcher ebenfalls Polaris oder Nordstern genannt wird, der äußerste Stern an der Deichsel des Sternbildes Kleiner Wagen, oder auch an dessen Handgriff, wenn man in dem Wagen eine Schubkarre erkennen möchte, einen Winkel von 50°21'' zum topozentrischen Horizont bildet, genauer gesagt unter den Koordinaten 13° 24' 11'' östlicher Länge und 51° 31' 15'' nördlicher Breite, da, wo man Zwerge kacken und Mauersegler kreischen hören kann, lebte und schlief eine junge Frau vier Stockwerke hoch über einer großen Stadt. Die helle Frühlingssonne hatte sich gerade einen schmalen Spalt zwischen den schweren Gardinen gesucht und blinzelte neugierig in das Zimmer hinein. Was sie sah, befremdete sie. Hohe Stapel von Büchern türmten sich an den Wänden entlang unordentlich auf und das Dach war anscheinend undicht, wie ein brauner Wasserfleck an der Decke bezeugte, was dem Zimmer aber keineswegs den Charme der Dachstube des armen Poeten verlieh. „Die arme Kleine“, dachte die Sonne, „kann sich noch nicht mal ein anständiges Bücherregal leisten.“ Dann kitzelte sie mich an der Nase – der treue Leser, der mir bis hierher auf dem beschwerlichen Weg gefolgt ist, wird sicher schon längst vermutet haben, dass es sich bei der jungen Frau um keine andere als mich selbst handeln kann – und mein Blick fiel schläfrig auf den Riss in der fleckigen Tapete, welcher sich wie der Ableger eines riesigen Mangrovenbaumes über die Wand hin zog. Hinter der Tapete rieselte es leise, als ich den großen Zeh unter der Bettdecke hervorreckte und vorsichtig mit ihm gegen dieselbe stupste.
„Ich muss was tun!“ fuhr es mir durch den Kopf. Dann seufzte ich noch einmal tief und sprang hastig aus den Federn. Weniger als eine Stunde nach einem schnellen Frühstück, bestehend aus süßem Rosinenbrot mit Butter und dem obligatorischen Multivitamin-Nährstoff-Trunk mit Gelee Royale, grünem Weizengras-Extrakt, Lecithin, Shiitake-Pilz-Extrakt, Möhrensaft, Rote Beete-Saft, Bierhefe, Aloe-Vera-Saft und vielen anderen wohlschmeckenden Zutaten, fand ich mich im örtlichen Baumarkt wieder.
Anfangs noch ziellos, irrte ich mit ungestümem Wagen durch hallenhohe Regale und bestaunte die Vielzahl der Möglichkeiten, die sich mir auch ohne ein schwedisches Möbelhaus auftaten. Bald erlangte ich die Orientierung zurück und als ich ausgiebig zwischen Gartenzubehör, Badeinrichtung, Schneidbrennern und sonstigen Werkzeugen, deren Zweck und Anwendung mir gänzlich fremd und unbekannt waren, gestöbert hatte, lud ich ein, was ich zu benötigen glaubte – Tapetenrollen, Leim, Wandfarbe, Gipsspachtel und einiges mehr. Dabei bemerkte ich ein elegantes ahornfarbenes Wandbord, das ebenfalls zum Verkauf angeboten wurde. Die klare Form kombiniert mit der kühl-distinguierten Farbe überzeugte mich und ich beschloss, dass sich meine Bücher ausnehmend gut darauf machen würden, auch wenn es bei weitem nicht für alle literarischen Werke ausreichen würde. Um den Kauf eines richtigen Regals kam ich nicht herum. Vollbepackt, meine Neuerwerbung in schützender Umarmung haltend, gelangte ich wieder nach Hause und stimmte mich auf das Abenteuer Renovierung ein.

Das erste Problem, das sich mir in den Weg warf, war das der Bekleidung. Irgendwo mussten doch noch ein paar alte Turnschuhe und abgetragene bequeme Klamotten zu finden sein, nur wo? Konsequenterweise folgte ich der Spur, welche in meinen Kleiderschrank führte, und mit wenigen Handgriffen hatte ich sämtliche Frühjahrs-, Sommer-, Herbst- und Winterkollektionen um mich herum auf dem Fußboden ausgebreitet, gefolgt von dreißig Paar Schuhen vielfältigster Konstruktion, von denen ich einige infolge arbeitschutztechnischer Bedenken sofort von der Benutzung für angedachte Zwecke ausschloß. Schließlich schälte ich mich in ein baumwollrippenes Unterhemd, geringelte Leggins, die vor zwanzig Jahren äußerst hip gewesen waren und deren Ringel damals beileibe noch nicht so breit ausfielen wie heute und mich wie ein schwangeres Zebra aussehen ließen, sowie ausgelatschte Textil-Sneaker. Das restliche Zeug stopfte ich schnell wieder in den Schrank hinein, um freie Bahn zu haben.
Glücklicherweise befanden sich nicht sehr viele Möbel im Zimmer, so dass ich alles bald von der Wand abgerückt, in der Zimmermitte aufgebaut und mit Folie abgedeckt hatte. Die Bücher stapelte ich vorsorglich in den Korridor um. Sollte der Postbote ruhig sehen, wie hochgradig intellektuell ich war, wobei ich das literarisch wertvolle Werk „Die Glut der Leidenschaft“, welches wahrscheinlich einige Analogien zu Bloom’s (Anmerkung der Verfasserin: Hauptfigur des Romans „Ulysses“ von James Joyce) „Die Süße der Sünde“ aufweisen dürfte, wohlachtsam mit dem Buchrückentitel zur Wand kehrte. So vorbereitet hatte ich mich gerade auf die oberste Sprosse der altersschwachen Leiter begeben um die Tapete einzuweichen, als das Telefon klingelte.

Mittwoch, 10. Mai 2006

Drei Stunden....

....Geburtstagsumtrunk mit meinen Kollegen. Drei Stunden lang sexuelle Spitzfindigkeiten, Anzüglichkeiten, versaute Witze und Tratsch darüber, wer bei wem die Zunge im Hals hatte und wer mit wem auf irgendeinem Betriebsausflug usw. usf. Ich gebe zu, am Anfang war es ja noch ganz lustig und ich habe ebenso gelacht, wie alle anderen. Aber drei Stunden von dieser Sorte Humor überfordern mich doch leicht, weshalb ich heute absolut nix mehr weder von Schwänzen, sei es als Rettungsring, auf dem Boden schleifend oder mit 30 cm Durchmesser, noch von Autosex, Besamungsgerätschaften, grünen Knien oder aber Ausführungen über die Gemeinsamkeiten der Lieblingsbeschäftigungen meine Ex-Chefs, nämlich Golfen und Affäiren mit seinen Mitarbeiterinnen, hören möchte.

Zu Hause fand ich mehrere Wochen später eines der Verbandspflaster wieder, die mir ständig auf mysteriöse Weise nach der ambulanten Operation abhanden gekommen sind. Ich hatte mich schon gefragt, wo die immer hin verschwinden und wann sie mir abgefallen sind. Heute fand ich nun eines davon unter dem Sesselsitzkissen klebend. In einem geordneten Haushalt findet sich eben alles wieder an.

Dienstag, 9. Mai 2006

Die Reise - Der Beginn

Ich habe eine Reise angetreten, eine Reise ganz anderer Art, nämlich eine Reise zum göttlichen Ursprung, bzw. The Journey to Wild Divine. Reisen tue ich weder mit dem Flugzeug noch mit der Bahn, sondern mit einem Computerspiel. Normalerweise bin ich ja nicht so der Spielefreak und ein Hardcore-Gamer dürfte das Spiel wahrscheinlich ziemlich langweilig finden, aber ich sage, endlich kein Spiel, wo es darum geht Punkte durch Treffer zu sammeln, nicht um Reaktionsschnelligkeit und zerkloppte Feinde. Endlich ein Spiel mit Sinn, in welchem es darum geht, seine Körperreaktionen und Gedanken beherrschen zu lernen. Nur durch bewußte Steuerung von Spannung und Entspannung kommt man in diesem Spiel weiter. Im Prinzip ist es so etwas wie eine Biofeedback-Station. Dazu werden an drei Fingern einer Hand mit den sogenannten magischen Ringen Hautleitwert und Herzschlag gemessen. Man bekommt im Spiel Methoden gezeigt, wie man sich in bestimmte körperliche Zustände versetzen kann, wie z.B. Freude oder tiefe Entspannung und die Aufgaben meistert man nur, indem man diese Methoden erfolgreich anwendet, was durch das Equipment an das Spiel weitergegeben wird. Im Grunde ist das für mich persönlich nicht wirklich etwas neues, da ich schon lange Meditations- und Entspannungstechniken praktiziere und deshalb gelangen mir die Einführungsübungen auf Anhieb gut. Allerdings ist halt das fantastische an dem Spiel, dass man die Veränderungen im Körperzustand direkt visuell mitgeteilt bekommt und dass man durch das ständige Wiederholen und spezielle Aufgaben auch dazu angehalten wird, die entsprechenden Zustände über längere Zeiten zu halten, was schon sehr viel schwieriger ist. Leider gibt es das Spiel nur auf Englisch, aber damit schlage ich ja zwei Fliegen mit einer Klappe. Zum einen übe ich Meditationstechniken und zum anderen frische ich gleich noch meinen englischen Wortschatz auf. Leider besitzt das Spiel auch einen großen Nachteil - wenn ich es abends spiele und die Entspannungstechniken anwende, schlafe ich sofort ein. Vor diesem Portal z.B., welches sich nur öffnet, wenn man über längere Zeit einem tiefen Entspannungszustand halten kann, habe ich mich schon mehrere Male sogar erfolgreich in Tiefschlaf versetzt und bin trotzdem nicht hindurchgekommen (vielleicht habe ich es aber auch nicht mehr mitbekommen, als es sich geöffnet hat). Doch ich versuche es weiter.

Montag, 8. Mai 2006

Leseverfehlung

"Plötzlich glaubte sie, tiefer im Wald Zwerge kacken zu hören."

Ich wollte mich schon gerade darüber freuen, was für ein durchgedrehtes Buch mir unter die Finger gekommen ist, als ich feststellen musste, dass der Satz richtigerweise so zu lesen war: "Plötzlich glaubte sie, tiefer im Wald Zweige knacken zu hören."
Also bei solchen Lesefehlleistungen muss ich wohl wirklich ein Problem haben, wahrscheinlich ein richtig handfestes. Und ehrlich gesagt finde ich meinen Satz viel schöner als den ursprünglichen, was die ganze Sache wohl noch schlimmer macht. *LooooL*

ZDF-Redaktion und Zeitverwirrung

Letzte Nacht habe ich im Traum Dagmar Berghoff in der Redaktion des ZDF getroffen. Dort waren nicht nur sie, sondern viele Redakteure und sie hat mich da herumgeführt und mit allen gesprochen. Sie war im übrigen sehr nett, zu jedem, und ich weiß nicht warum, aber im Traum war ich doch etwas erstaunt darüber. Überhaupt ging es da zu wie in einer Zeitungsredaktion, viel Betrieb und Teamwork. Ich suchte einen Redakteur, der Goltzik, Goltzek oder so ähnlich heißt.

Danach träumte ich einen Dokumentarfilm, in dem meine Mutter und meine Tante vorkamen. Beide waren vollkommen verdreckt, so dass sogar ihre Gesichter schwarz waren. Deshalb hielt ich es zuerst für einen Film über Trümmerfrauen, doch dann entdeckte ich, dass fast alle in dem Film Schuhe mit Klettverschluss trugen, so wie sie in den 80/90gern in waren. Also dachte ich mir, dass es wohl doch ein anderes Thema sein muss.

Möchte mal wissen, was mir diese Träume nun schon wieder sagen sagen wollen.

Sonntag, 7. Mai 2006

...

Letzte Nacht habe ich von Omis geträumt, die ihre Hunde, die sie ausführen, auf Bäume jagen, damit sie von dort aus den Fenstern Essen klauen. Womit wir wieder beim Thema Rentnerbanden wären. Vielleicht war der Traum eine Prophezeiung, die mitteilen wollte, dass die Alterskriminalität rapide ansteigen wird.