Alien
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Dienstag, 24. Oktober 2006

...

Merhabe salute, großes Kind,
fürcht' dich nicht, weine nur ein bißchen,
dass du spielen kannst mit ihnen, deinen Tränen,
wie mit kleinen Rinnsalen im Sand,
baue einen Staudamm, wenn du magst,
doch vergiß nicht ihn hinwegzureißen
- mit glitzerhellem Lachen.

Montag, 23. Oktober 2006

Aus meinem Wohnhorroskop mit Randbemerkungen von mir

MC im Zeichen Widder:
Nimmt auch das Zeichen Skorpion einen nennenswerten Teil des vierten Hauses ein, zeigt sich eine Tendenz, den privaten Lebensraum zu etwas sehr Intimem zu machen, zu einem Geheimzirkel, zu dem nicht jeder Zutritt erhält und in dem die Regeln nicht so leicht durchschaubar sind. (ganz genau)

Jupiter im 4. Haus:
Wer zu den Auserwählten gehört, die Zugang zu Ihrem Haus oder Ihrer Wohnung haben, hat Glück, denn Sie schütten Ihr Füllhorn an Großzügigkeit und Wissen über sie aus. Ihr Zuhause ist ein Ort regen geistigen Austausches, und jeder geht mit Gewinn von dannen. Die Begriffe groß und weit sind charakteristisch für Sie. Ob Ihre Wohnung klein oder groß ist - Sie lieben es freizügig und offen. Ihre innere Haltung schafft den Raum. (Nun ja, ein bißchen mehr äußerer Raum wäre mir aber trotzdem ganz lieb.)

Neptun im 4. Haus:
In Ihrer Privatsphäre brauchen Sie Zeit zum Träumen, zum Alleinsein ohne Störung von außen, denn Sie sind sehr duchlässig für Einflüsse. (nichts neues)
Auf der äußeren Ebene könnten Sie mit den Kräften der Ordnung im Clinch liegen und gegen das Chaos ankämpfen, das entweder Sie selbst, Ihr Partner oder Familienmitglieder verursachen. (Tja, leider kann ich die Schuld auf niemanden abwälzen.)

Mond im 9. Haus:
Sie lieben die Natur und wohnen daher gern weit entfernt vom Zivilisationsgetriebe. Nicht, daß Sie die Annehmlichkeiten modernen Komforts nicht schätzen, doch Sie brauchen ein natürliches Umfeld, wenigstens einen Garten, in dem auch Wildwuchs (ganz besonders der!) erlaubt ist. Sie brauchen den weiten Blick, das Ursprüngliche, damit Ihre Seele Flügel bekommt. So wird man Sie eher auf dem Land oder zumindest am Stadtrand finden als in der belebten Innenstadt. (wie wahr)
Ihre Ungebundenheit von Lebensnormen ist Ihnen sehr wichtig, Ihre Freizügigkeit braucht Raum und möchte sich nicht von Regeln beschränken lassen. Auch Besitz könnte Sie einengen, weil er Sie an einen Platz bindet, während es Sie durchaus zu anderen Ufern drängt, wenn eine Lebensphase abgeschlossen ist. (Deshalb entrümple ich ständig.)

Mond im Zeichen Widder:
Wenn Sie Gäste haben, entspricht Ihnen ein Selbstbedienungsbuffet eher, als daß Sie
stundenlang in der Küche stehen und lange Menüfolgen auf den Tisch zaubern. (ertappt...)

Mond Konjunktion Chiron:
Sie tragen eine alte Wunde von Ungeborgenheit in sich, die Sie stark motiviert, sich selbst einen heimatlichen Ort zu schaffen, an dem Sie sich aufgehoben fühlen. Um dorthin zu gelangen, gehen Sie vermutlich durch allerlei Irrungen und Wirrungen. Entweder finden Sie nicht den geeigneten Platz, oder es gibt Störungen in Ihrer nächsten Umgebung, die Ihr Wohlgefühl beeinträchtigen und Ihre Bedürfnisse nicht richtig zum Zuge kommen lassen. (Die Störungen kenne ich. Überall wohin ich gehe, folgen mir die Baugerüste und Presslufthämmer.)

Mond Opposition Uranus:
Ihre Wohnsituation erfährt zuweilen abrupte Umbrüche. Sie ziehen von der Stadt aufs Land oder umgekehrt. Oder Sie wechseln Ihren Stil total, lösen das Alte auf und fangen ganz neu wieder an. Oft handeln Sie auch aus Protest gegen die herrschenden Maßstäbe. Sie wollen Ihren eigenen eigenwilligen Stil verwirklichen, der Ihren tiefsten seelischen Bedürfnissen und Ihrem Wunsch nach persönlicher Freiheit gerecht wird. Da Sie nicht der Typ für Resignation oder Stagnation sind und sich von liebgewonnenen Gewohnheiten nicht einschläfern lassen, gibt es früher oder später einen neuen Aufbruch, der Ihrer derzeitigen Entwicklung angemessen ist. Sie reißen die äußeren Wurzeln heraus, um klarer zu Ihren inneren Wurzeln zu kommen. So ist Ihr Leben von vielen Wechseln geprägt, die Sie schließlich Stück für Stück nach Hause bringen, zu sich selbst. (Hm, als Wohnungswechsel habe ich noch nicht so viele Umbrüche bemerkt.)

Venus im 3. Haus:
Ihre Einrichtung muß nicht unbedingt aus einem Guß sein. Sie lieben durchaus Abwechslung und die bunte Vielfalt. Doch insgesamt passen doch wieder alle Dinge gut zusammen, denn Sie haben einen guten Blick für die richtigen Proportionen, für das Spannungsfeld zwischen Formen, Farben und Materialien. (Ich sage nur "Elefantenschrank". Allerdings bezweifle ich, dass mein kunterbunter Stil-Ethno-Mischmasch bei Innendekorateuren so gut ankommen würde. *gg*)

Venus im Zeichen Waage:
Sie kommen selbst in Harmonie, wenn Sie sich mit gestalterischen Aufgaben befassen. Ihr ausgefeiltes Stilempfinden reicht von der Anordnung der Möbel bis hin zur Auswahl des Geschirrs, und natürlich arrangieren Sie alles formvollendet. Doch das ist nicht nur einfach Selbstzweck, es tut auch Ihrer Seele gut, Ausgewogenheit in Ihrem konkreten Umfeld herzustellen und zu erleben. Liebe und Schönheit gehen bei Ihnen Hand in Hand, das eine erzeugt das andere. Beides ist Ihr Lebenselixier.

Venus Opposition Chiron:
Sie betrachten Ihre Wohnsituation als kreative Herausforderung, und vorhandene Unzulänglichkeiten oder Einschränkungen wecken Ihren Ehrgeiz, diese durch ästhetische Lösungen auszugleichen. So können Sie aus einer Hütte einen Palast machen, einfach weil Sie nicht aufgeben und so lange suchen, bis der Gesamteindruck stimmt. (Ja, da bin ich gerade dabei. Ich bezweifle aber, dass es ein Palast wird - zaubern kann ich (noch) nicht.)

Sonne im 1. Haus:
Genauso gehen Sie bei der Einrichtung vor. Aus einem sicheren Selbstbewußtsein heraus wählen Sie, was Ihnen gefällt, und kümmern sich nicht groß darum, was andere dazu sagen. Da Sie unkompliziert sind, geht es meist zügig voran. Sie möchten schnell Resultate sehen. Theoretische Modelle interessieren Sie weniger, Sie schreiten lieber gleich zur Tat und verfahren nach dem Motto "Versuch und Irrtum". (Genau. Und die "Irrtümer" werden notfalls zerkloppt.)

Sonne Sextil Jupiter:
Sie brauchen das Gefühl, sich ausdehnen, Ihrer Kreativität und Ihrer Lebenslust freien Ausdruck verleihen und ungezwungen leben zu können. Was Sie unter Luxus verstehen, hat nicht unbedingt etwas mit Geld zu tun. Es kann auch ein urwüchsiges, ungestörtes Leben auf dem Lande bedeuten, wo Sie sich nicht an kleinkarierte Regeln halten müssen, sondern nach Ihrem Gusto schalten und walten können und die umgebende Natur sozusagen mit gemietet haben, "Ihren" Wald und "Ihre" Wiesen.

Sonne Quadrat Neptun:
Sie haben eine sehr feinsinnige, kreative Phantasie und brauchen Zeit zum Träumen. Manchmal sind Sie jedoch verunsichert, wer Sie in Ihrem schöpferischen Potential eigentlich sind. Die sogenannte Realität und Ihre Vorstellungen driften auseinander, und Sie beginnen an sich selbst zu zweifeln, als gäbe es keine Resonanz für Ihre Schaffenskraft, für das, was Sie zu geben haben. Es gibt die Tendenz zu resignieren, doch dann bricht erneut Ihr Wille hervor, sich selbst zum Ausdruck zu bringen. Nach einer Phase der Verzagtheit fühlen Sie sich schließlich wieder von Ihrem kreativen Geist angezogen und entwerfen neue Bilder und Visionen. Das mag sich auf die Gestaltung Ihrer Wohnung oder auf andere Projekte beziehen. Plötzlich sind Sie eingetaucht in Ihr wahres Potential und schöpfen neuen Mut, sich der Welt zu stellen. Diese meditativen Regenerationsphasen sind äußerst wichtig für Ihr inneres Gleichgewicht, denn Sie finden zurück zu Ihrem Glauben an sich selbst. Ihr Zuhause, von Ihnen für Ihre Bedürfnisse gestaltet, ist ein Ankerplatz, ein Refugium, wo Sie die Gewißheit Ihrer inneren Wahrheit spüren können.

Mars im 1. Haus:
Wenn also Ihre Wohnsituation in das Blickfeld Ihres Interesses rückt, machen Sie sich sofort ans Werk, ob es die Wohnungssuche oder die Einrichtung betrifft. Die Lust der Aktion treibt Sie voran, Sie müssen nicht extra von außen motiviert werden, sondern ergreifen aus innerem Antrieb die Initiative. Etwas zu erschaffen, eine neue "Baustelle" zu eröffnen, energetisiert Sie. Wenn der Impuls in Ihnen aufsteigt, machen Sie sich über weitere Konsequenzen wenig Gedanken, die Hauptsache, das Ding wird erst einmal angeschoben. Wenn Sie etwas Bestimmtes wollen, lassen Sie sich kaum davon abbringen. Ihr Wille genügt als Begründung, und Hindernisse schrecken Sie nicht ab, sondern stacheln Sie eher noch an, Ihre Vorstellungen durchzusetzen. (Wenn ich jedesmal vorher über die Konsequenzen nachdenken würde, würde ich gar nicht erst anfangen.)

Mars im Zeichen Löwe:
Sketche liegen Ihnen besonders.... (DAS ist mir neu - obwohl meine Leidenschaft für Al Bundy ist wohl dem zu danken.)

Mars Quadrat Saturn:
Sie haben eine hohe Leistungsbereitschaft, neigen aber zuweilen dazu, sich zu übernehmen. Zunächst fühlen Sie sich noch vitalisiert durch die Wichtigkeit Ihrer Aufgabe, doch dann beginnen die Anforderungen, Ihnen nur noch im Nacken zu sitzen und Sie niederzudrücken. Schließlich, wenn Sie diesen Prozeß nicht stoppen, fühlen Sie ausgebrannt und brauchen eine lange Zeit der Erholung. (laaange, lange Zeit)

Sonntag, 22. Oktober 2006

Erst jetzt

habe ich durch Zufall mitbekommen, dass Crocodil Hunter im September durch einen Stachelrochen ums Leben gekommen ist. Und irgendwie tut es mir so überhaupt nicht leid. Ich habe auch kein schlechtes Gewissen, dass ich mir beim Anblick seiner affigen Aktionen immer gewünscht habe, ein Krokodil würde mal so richtig zuschnappen und ihn erwischen. Nun war es kein Krokodil sondern ein Stachelrochen. Auch gut. Die Natur bringt eben jedem früher oder später Respekt bei und die Tiere brauchen weiß Gott keine zusätzliche Affenart, die sich für unbesiegbar hält und ihnen an den Schwänzen zieht.

Samstag, 21. Oktober 2006

Die Existenz chinesischer Drachen bewiesen? Ein Drachen als Warnung vor dem Kommunismus?

Heute hier gefunden: http://www.clearharmony.de/articles/200509/26623.html

Nun, mag sein, dass chinesische Drachen existieren, es gibt ja nichts, was es nicht gibt, wenn man daran glaubt, wobei ich bei chinesischen Drachen immer zuerst an die These von Däniken denke, dass es außerirdische Flugobjekte waren oder sind, aber interessant finde ich doch, wie diese Feststellung sofort mit der Politik in Verbindung gesetzt wird. Es ist ja auch alles so einfach - der Kommunismus ist böse und moralisch verdorben, Menschen, die der Kommunistischen Partei angehören sind ebenfalls böse und verdorben und können nur gerettet werden, wenn sie austreten. Woran erinnert mich das nur?
Das ist wieder einmal so ein Beispiel dafür, dass die Trennung von Staat und Religion noch lange nicht bedeuten muss, dass Religion nicht mehr zur Manipulation und Durchsetzung von politischen Interessen missbraucht wird. Es ist ja auch viel einfacher und wahrscheinlich für das ungebildete Volk viel wirkungsvoller, zu sagen, wenn ihr das und das tut oder unterlaßt, seid ihr Gott ein Wohlgefallen und werdet gerettet, als wenn man die Menschen zum eigenen Denken und selbständigen Entscheidungen ermutigt. Doch wenn selbst die Opposition dazu nicht in der Lage ist, was sind das für Aussichten?

Freitag, 20. Oktober 2006

...

Eine Kollegin erzählte heute die Story von einer anderen Kollegin, welche ich nur vom Sehen kenne und die vor einigen Jahren eines Freitags nichtsahnend in das Wochenende ging, abends Bauchschmerzen bekam und am Samstag überraschend Mutter wurde. Ich kann sowas immer schwer nachvollziehen. Was für Verdauungsstörungen muss man eigentlich haben, damit man bis zum letzten Tag nicht merkt, dass man schwanger ist? Vor allem stelle ich es mir lustig vor, wenn man Freitags so wie jede Woche Feierabend macht und Montags anruft mit der Nachricht, dass man am Wochende Nachwuchs bekommen hat. Das ist ungefähr so wie die Hubschrauberlandung als Grund für's Zuspätkommen.

Donnerstagskinder

Elefantenschrank, bemalter
aus edlem Shishamholz -
warum darf ich nicht
dich mein eigen nennen?
Liebe war's, im ersten Blick,
doch trennen uns vier Treppen,
die viel zu lang und du zu schwer,
so müssen wir denn scheiden.

Dienstag, 17. Oktober 2006

...

Zellophan hängt an der Lampe
rauschend erzählt's den Plastiktraum
so klarsichtig und öde

weht, oh wehe mir....

Montag, 16. Oktober 2006

Hinter den Poststapeln und Aktenbergen,

die auf meinem Schreibtisch aufgebaut waren, als ich das Büro betrat, habe ich meinen Computer nicht mehr gefunden. Ich liebe es so, dass ich kotzen könnte. Und meine Chefin kam schon 5 vor 9 h hereingestürzt und schmiß einen ultradringenden Klagevorgang auf den Tisch, von dem sie wollte, dass ich ihn mir ansehe und wir dann "nachher" darüber reden. "Nachher" hat sie aber nichts mehr von sich hören lassen und ich nehme mal an, das war ihre subtile Art mir zu sagen, dass sie mit dem Teil in Ruhe gelassen werden will und ich es bearbeiten soll.
Die letzten Personalratsmitteilungen sind nur noch Katastrophenmeldungen. Sie schreiben, dass sie schon vor zwei Jahren meinten, das Ende der Fahnenstange sei erreicht, aber nicht gewußt hätten, dass sich die Fahnenstange so weit verlängern ließe. Eine Kollegin in
einem besonders heruntergekommenen Dienstgebäude hat über Wochen hinweg im letzten Winter bei nur 8 Grad Raumtemperatur gearbeitet. Erst als sie völlig ausgekühlt den Personalrat anrief, konnten die erreichen, dass sie ein beheiztes Büro bekam. Also wenn man mich bei 8 Grad Raumtemperatur arbeiten lassen würde, dann wäre bei mir nach zwei Stunden der Ofen sprichwörtlich aus, dann würde ich gehen. Eigentlich denke ich, wenn kein Personal mehr da ist, weil alle abgebaut werden, müßten doch zumindest ausreichend Räume zur Verfügung stehen. Aber da kommt mir eine Idee: warum vermieten sie ihre Bruchbuden nicht einfach an Unternehmen, die damit Vorlieb nehmen wollen, vielleicht weil es so preiswert ist, und wir setzen uns mit unseren Schreibtischen alle auf den Hof und in die Garagen? So könnte man den Klienten sogar noch anstrengendes Treppensteigen ersparen. DAS nennt man kundenfreundlich und gleichzeitig würde wieder ein bißchen Geld ins Säckel fließen, das
aber natürlich nicht für mehr Arbeitspersonal, sondern für den fünften Chef ausgegeben wird.
Sie schreiben, es bliebe nur zu hoffen, dass die soziale Verantwortung für Menschen, von der unser Oberster so gerne redet, auch für die eigenen Mitarbeiter übernommen wird. Tja, ohne Finanzen keine soziale Verantwortung. Jeder sieht zu, wo er bleibt.

Samstag, 14. Oktober 2006

Protokoll eines Ikea-Tages

Vormittag des gestrigen Tages: Anruf von K. mit der Mitteilung, dass sie heute zu Ikea raus fahren will und sie fragt, ob ich Lust habe mitzukommen, da ich ja sicher auch noch einiges für meine Wohnung brauchen kann. Wir verabreden uns.

11:00 h des heutigen Tages: Pünktlich steht sie vor der Tür. Paule, ihre 5jährige Enkeltochter, sitzt schon im Kindersitz. Sie fährt mit zu Ikea, da ihre Mutter arbeiten muss.

11:10 h an der nächsten Straßenkreuzung: Kläglich klingen die quengelnden Rufe eines hungernden und durstenden Kindes vom Rücksitz. Sie scheint kurz vor dem Verrecken zu sein, doch lt. K. hat sie gerade erst gefrühstückt. Schließlich gibt sich P. mit einer Flasche Cola (ausnahmsweise) und einem Kaugummi zufrieden.

11:15 h: P. protestiert dagegen, nach Lichtenberg zu fahren. Sie wohnt zwar da, möchte aber lieber in Marzahn wohnen. Wir versichern ihr, dass wir nur durchfahren.

11:20 h: P. hat Gefallen an meinem Namen gefunden und schreit in ohrenbetäubender Lautstärke immer wieder "Susanne". Ich drehe mich jedesmal um und sie grinst mich schelmisch an.

11:25 h: P. schaut sich Prospekte vom Findlingspark an und man hört bewundernde Ausrufe wie "Cool!!" und "Voll krass!!!"

11:30 h: P. redet von einer Rosie. Wir fragen, wer das ist und sie zeigt auf mich. So schnell kann das gehen.

11:35 h: P. stülpt sich eine Plastiktüte über den Kopf, die sie aus der Handtasche von Oma gezogen hat und K. verliert kurzzeitig die Kontrolle über den Wagen, als sie erschreckt nach hinten brüllt, P. solle sofort die Tüte vom Kopf nehmen.

11:40 h: Wir fahren am Tierpark vorbei. P. schreit: "Ein Bär!" und fragt, ob Oma und sie mit mir in den Tierpark gehen. Doch es bleibt bei Ikea.

11:45 h: P. fragt mich, ob ich bei Ikea mit ihr spiele. K. erklärt ihr, dass man bei der Kinder-Sammelstelle in Smaland so Große wie mich nicht mehr nimmt. Ich bin geknickt.

11:50 h: P. schreit: "Wo ist denn endlich Ikea?"

11:51 h: P. schreit: "Wann sind wir denn endlich da?"

11:52 h: P. schreit: "Wie lange dauert es denn noch?". Ikea kommt in Sicht. Alle atmen auf.

11:53 h: P. schreit: "Fahr doch mal schneller, Oma! So schnell wie der da vorne!"

11:54 h: P. schreit: "Wann sind wir denn endlich da?"

11:55 h: P. schreit: "Los! tritt doch mal auf's Gas! Ich will endlich zu Ikea!"

11:56 h: Eine rote Ampelphase hält uns bei der Einfahrt auf den Parkplatz auf. Minutenlang hören wir lautstark und nervzerreißend jemanden demonstrieren: "Es soll Grün sein! Es soll Grün sein! Es soll Grün sein! Es soll Grün sein! Es soll Grün sein! Es soll Grün sein! Es soll Grün sein! Es soll Grün sein!" usw. usf.

12:00 h: Endlich bei Ikea. P. darf sich in den Einkaufswagen setzen und sich fahren lassen. Sie soll mit in die Möbelabteilung, da bei Smaland die Kinder nur anderthalb Stunden betreut werden. Der Wagen ist unwahrscheinlich schwer. In der Möbelabteilung überlasse ich ihn K.

12:01 bis 13:00 h: Wir schauen mehr auf P. als auf die Möbel, da sie ständig im Wagen aufsteht, herumklettert, herausklettert und wegrennt. Mehrmals müssen wir sie suchen, doch zum Glück hat soie ein Schreiorgan, das nicht zu überhören ist. Meine Nerven machen langsam schlapp. Ich bin es nicht gewohnt, meine Augen überall gleichzeitig zu haben.

13:05 h: P. kritzelt mit den Ikea-eigenen Bleistiften intensiv einen Einkaufszettel, wobei sie die Mustermöbel als Unterlage nimmt, da sich darauf besser schreiben lässt.

13:10 h: Wir fahren mit dem Fahrstuhl nach unten und P. will unbedingt den Knopf drücken. Sie steht im Einkaufswagen, welchen ich wieder vor mir her schiebe, genau in der Ecke, ist auch schneller als Oma am Knopf, doch ranzt mich aus welchem Grund auch immer an, dass ich sie mit dem Wagen nicht an den Knopf geschoben habe.

13:15 h: K. bringt P. ins Smaland. Ich warte mit dem Wagen.

13:40 h: Endlich könnten wir entspannt einkaufen, wenn da nur nicht die sich stromartig wälzenden Menschenmassen und der Zeitdruck wären.

15:00 h: Jeden Moment erwarten wir, ausgerufen zu werden, weil die Zeit abgelaufen ist, weshalb wir uns zur Kasse schlagen.

15:05 h: Ich warte mit dem Wagen und K. geht das Kind abholen. Es dauert merkwürdig lange. Aus der Ferne sehe ich sie ratlos unter Sitzbänken und hinter Vorhängen suchen. P. ist weg!

15:10 h: Noch immer sucht K. mit einem Suchtrupp von anderen Kindern. Auf die Frage, was P. denn für Kleidung trägt, fallen ihr nur die geringelten Strumpfhosen ein.

15:20 h: P. macht sich lustlos bemerkbar. Sie hatte sich versteckt und will nicht gehen. Schließlich läßt sie sich mit dem Versprechen überreden, dass sie, bis wir den Wagen eingeladen haben, noch Fernsehen darf und danach eine Bratwurst bekommt.

15:30 h: Wir haben den Wagen eingeladen und setzen uns mit einer Bratwurst auf eine Bank in die Eingangshalle. P.'s Bratwurst ist mit extra viel Ketchup, so wie sie es mag. Ich ahne Schlimmes.

15:35 h: Innerhalb weniger Minuten ist P. wortwörtlich von der Nasenspitze bis zu den Schuhen mit Ketchup bekleckert. K. bemerkt das weiße Mustersofa, auf dem sich ebenfalls einige Leute niedergelassen haben und meint, dass es sich doch viel mehr gelohnt hätte, wenn wir uns dort hingesetzt hätten. Ich verstehe sofort, was sie meint.

15:40 h: K. versucht die Hände von P. mit einer Serviette zu säubern, wobei sie Ketchup in eine winzige Schnittwunde schmiert, wo es natürlich brennt. P. brüllt durch die Halle, als würde sie gerade gekreuzigt und gevierteilt.

15:45 h: Wir fahren nach Hause. Es ist ungewohnt still hinten im Wagen. P. ist tief und fest eingeschlafen.

17:00 h: Wieder zu Hause. Für heute ist mein Bedarf an Kindern gedeckt. Ich bin froh, mich mit meiner neuen rot-orangen, herrlich weichen Kuscheldecke begnügen zu dürfen. Doch dafür und für den neuen Spiegel, die Bilderrahmen, Kerzen und Glaskugeln hat sich der Einkauf gelohnt.

Mittwoch, 11. Oktober 2006

Kreide im Märchen

"Ali Baba und die 40 Räuber" habe ich als Kind schon einmal gelesen, vielleicht auch mehrmals wie vieles andere. Ich erinnere mich nicht mehr. Ich muss es ziemlich nachlässig und unaufmerksam gelesen habe, denn sonst hätte ich mir wahrscheinlich eine tiefe Erkenntnis dieses Märchens gemerkt - Kreide an der Tür kann nichts Gutes bedeuten. Zweimal hatte ich Kreide an meiner Kellertür und zweimal wurde der Keller aufgebrochen. Zweimal habe ich nicht auf die Kreide geachtet, weil ich früher Märchen wie Fast Food verschlungen habe. Jetzt bin ich schlauer. Jetzt weiß ich, dass Kreide ein traditionelles und internationales Kennzeichen von Räubern ist und dass Märchen nicht nur moralische Werte, sondern auch sehr konkrete, praktische Ratschläge und Handlungsweisen vermitteln. Wie zum Beispiel, dass man sich nicht von Fremden im Wald ansprechen lassen soll oder noch besser, diese gar nicht erst mit leuchtend roten Käppchen anlockt, sondern schlauerweise stattdessen Tarnkappen oder zumindest Tarnkleidung trägt. Oder aber, dass Kreide an der Tür nichts Gutes bedeutet und es möglicherweise Räuber auf einen abgesehen haben. Überhaupt scheint Kreide im Märchen stets ein Werkzeug des Bösen zu sein. Seien es nun die Räuber oder aber der Wolf, der mit Hilfe der Kreide seine Stimme verändert, man könnte fast den Eindruck bekommen, dass die Märchen jeden eindringlich davor warnen, Leuten zu trauen, die Kreide benutzen. Da es vor allem ein ganz bestimmter Berufstand ist, den man mit Kreide in Verbindung bringt, nämlich die Lehrer, glaube ich nun die tiefere und verschlüsselte geheime Botschaft der Märchen verstanden zu haben: Nimm dich in acht vor Lehrern und Räubern!

Dienstag, 10. Oktober 2006

Pathologie und Luft-Schiff

Auf meinem Stundenplan für irgendwas steht das Besichtigen der Pathologie und das Zuschauen beim Sezieren einer Leiche. Mit anderen Kommilitonen werde ich von jemandem in dem Keller herumgeführt, in dem sich die Pathologie befindet. Er hat verwinkelte Gänge mit verschiedenen Zimmerverschlägen und im Zentrum einen größeren hellen Raum mit Tischen, innerhalb dessen nochmals ein kleinerer Raum abgeteilt ist. Beim Marschieren durch die Gänge konnte ich in den Zimmerverschlägen schon einzelne Leichen erspähen. Sie werden dort aufbewahrt, wobei sie entweder einen Verschlag für sich haben oder teilweise aber auch an der Wand hängen und ausgestellt werden. Allen gemeinsam ist, dass sie keine Haut mehr haben, so dass man nur das dunklere Muskelfleisch sieht. Sie erinnern mich an die präparierten Leichen von Gunther von Hagen und nicht an normale Menschen. Schließlich warten wir in dem größeren Raum und werden nach einiger Zeit in den kleinen gebeten. Dort sollen wir uns um einen großen dreieckigen Tisch mit abgerundeten Kanten setzen. In der Mitte des Tischen befindet sich die Vorrischtung, in der die Leiche aufgebahrt wird. Wir holen unsere Hefte heraus und mir wird ein bißchen mulmig, weil wir so nahe dran sitzen. Ich hatte gehofft, dass das ganze in einem großen Hörsaal stattfindet, wo man vom Weiten sowieso nicht viel mitbekommt. Da die Leiche sozusagen direkt vor meiner Nase seziert werden soll, bin ich mir nicht mehr sicher, ob ich und mein Magen das verkraften, weshalb ich ziemlich unruhig bin.
In der nächsten Traumsequenz befinde ich mich mit jemandem auf einem ausgedehnten, freien Platz und kleine, drachenartig aussehende Flugzeuge fliegen tief über uns hinweg. Als sie weg sind sehe ich auf einmal ein Schiff durch die Luft fliegen, und zwar ein richtiges, so wie es sonst normalerweise auf Wasser fährt. Es fliegt langsam und gemächlich und landet, bzw. geht vor Anker, in einer kleinen, eigens dafür vorgesehenen Station auf dem Platz.