Eine Kollegin aus dem Nebenzimmer hatte heute eine große Dose selbstgebackene Weihnachtskekse dabei. Die haben nicht schlecht geschmeckt, waren aber etwas trocken, und Herr N. legte deshalb seine auf das Fensterbrett, um die Vögel zu füttern. Sobald er zur Mittagspause war, kamen auch die Elstern im Sturzflug heran, um sich die Weihnachtskekse vom Fensterbrett zu stehlen und schnell davonzufliegen. Herrn N. begeisterte das so, daß er meinte, er hole sich jetzt noch welche und sage einfach, die hätten so gut geschmeckt. Das zog er auch durch und mit ein paar neuen Keksen als Beute pflasterte er das Fensterbrett und trommelte laut darauf herum, um eine Krähe, die auf dem Trafokasten saß, auf die Leckereien aufmerksam zu machen. Ich lachte mich dabei hinter meinem Computer weg und dachte bloß immer, hoffentlich haben die im Nebenzimmer jetzt nicht gerade das Fenster auf und kriegen das mit, bzw. sehen Elstern mit Weihnachtskeksen im Schnabel vorbeihuschen. Abschließend erklärte er, da hätte Frau M. doch mal ein gutes Werk getan und Kekse für die Vögel gebacken. *gg*
*das siebente Teetürchen - indisches Basilikum - aus hitzetechnischen Gründen zurückstellt*
zumindest meine ich, daß auch das Lesen mühselig und beladen sein soll.
behauptet Herr N. Ich frage mich, wie er wohl darauf kommt. (Kein Wunder, daß ich vom Nikolaus nur verschimmelte Walnüsse bekomme - würde mein Vater jetzt sagen.) Als in der Sprechstunde nur ein einziger zu mir wollte, aber gleich vier sich bei ihm die Klinke in die Hand gaben, meinte er, zur ausgleichenden Gerechtigkeit müßten jetzt bei mir auch noch welche kommen. Darauf antwortete ich, daß es prozentual gesehen aber gerecht ist (denn ich habe ja aus gutem Grund auch noch weniger Akten als er). Ich hatte dieses kurze Geplänkel nach einer Weile schon wieder vergessen, als eine andere Kollegin irgendetwas sagte und danach heftig zu husten begann.
Herr N. dazu: "Ja, so ist das, wenn man was Freches sagt, dann muß man gleich husten. Warum husten Sie eigentlich nicht?" und guckt mich an.
Ich erstmal total perplex: "Iiiiiiichhhhhh? Wieso? Ich hab doch gar nichts gesagt."
Er: "Prozentual gesehen gerecht...."
Ich: "Das ist doch nicht frech, das ist einfach nur richtig."
Herr N. meinte dann nur noch zu mir, daß er dieses Thema mit mir jetzt nicht weiterdiskutieren könne, da er für Frau X noch ganz schnell etwas fertig machen müsse. *ggg*
*das sechste Teetürchen, einen Assam trinkt*
im Büro und hat mir einen Sack voll verschimmelter Walnüsse gebracht, wie auch den anderen Kollegen. Die sahen aus, als wären sie noch vom letzten Jahr gewesen. Da ich weiß, daß gerade schimmlige Walnüsse ein gesundheitschädliches Gift enthalten, hab ich den Sack eingesteckt und zu Hause im Müll entsorgt. Natürlich hat sich aber kein Kollege getraut, eine Bemerkung darüber zu verlieren, weil ja niemand wußte, ob nicht gerade das Gegenüber der edle Spender war. *gg*
Mit Geschenken von Kollegen hab ich eh so meine Erfahrungen. Vor einigen Jahren erhielt ich von einer Kollegin, ich wußte zufällig auch von welcher, Brotkäfer zum Julklapp. Also die Brotkäfer natürlich nicht primär, sondern eigentlich eine Dose mit Gebäck. Die Brotkäfer waren nur eine kleine Zugabe dazu, haben mich aber ca. ein Jahr lang in der Küche beehrt und sich durch jede Suppentüte und jeden Teebeutel gefressen, bis ich es irgendwann geschafft hatte, sie wieder loszuwerden.
Geschenke von Kollegen sind doch immer die schönsten.
Ich bin in einer Buchhandlung und stoße auf ein Buch, auf dem Aurisa als Autor angegeben ist. Es ist ein großformatiges Sachbuch mit vielen Bildern und es behandelt ein bestimmtes ausgefallenes Thema, vielleicht auch nur einen Begriff, den ich mir aber nicht gemerkt habe.
Rooibos, Apfel, Hagebutte, Rote Beete, Süßholz, Vanille.
Doch ich habe auch noch ein anderes Türchen geöffnet, nämlich das zum Dänischen Bettenlager. Seit die Bahn dauernd gestreikt hat, habe ich mir eine andere Fahrroute gesucht, mit der ich sogar ca. 5 Minuten schneller bin. Auf dieser Fahrt komme ich regelmäßig am Dänischen Bettenlager vorbei, aber natürlich ist mir das die ganze Zeit nie aufgefallen, bzw. ich habe es zwar gesehen, aber irgendwie fehlt mir noch der rote Alarmknopf im Gehirn, der mich sofort darauf aufmerksam macht, daß ich dort oder dort shoppen gehen kann. Erst auf der gestrigen Busfahrt kam das Signal, nach mehreren Wochen. Dafür habe ich heute aber gleich hineingeschaut und ein genau passendes Körbchen für ein Regalfach, sowie für 4,99 € zwei Kerzenduft-Sets mit Grünem Tee-Duft erstanden. Ich bin ja ein totaler Grüner Tee-Fan, allerdings weniger vom Geschmack - trinken tue ich ihn seltener -, als vielmehr vom Geruch. Alle meine selbstgekauften Parfüms, die ich benutze, duften nach grünem Tee, mein Duschgel duftet nach grünem Tee, meine Creme duftet nach grünem Tee und was immer man noch mit Grünem Tee-Duft bekommen kann. Also, wenn es irgendwo nach grünem Tee riecht, bin ich garantiert nicht weit. Und diese Kerzen-Sets dufteten schon durch die Verpackung hindurch so köstlich nach grünem Tee, daß ich einfach nicht vorbei konnte und fast versucht war, die gesamte Palette leerzukaufen. Und jetzt hänge ich bereits den ganzen Abend wie blöd über den Packungen und bin am schnüffeln. Ich finde, der Duft von grünem Tee wird nur noch von dem reifer Pfirsiche übertroffen.
Apfel, Hibiskus, Orangenschale, Zitronenschale, Hagebutte, Holunderbeere, Rote Beete. Leider konnte ich ihn nur noch kalt genießen, da mein Kumpel zwischendurch anrief und wir ca. eine Stunde lang gequatscht haben. Mein Kumpel ist inzwischen mein bestes männliches Anschauungsobjekt, was die Unterschiede des Gedächtnisses von Männern und Frauen betrifft, da wir uns ja schon ganze 16 Jahren kennen, länger als ich jemals einen anderen Mann kannte, und ich muß sagen, die seltsamen Gesetze des männlichen Erinnerungsvermögens werde ich wohl nie verstehen.
Heute meinte er am Telefon zu mir, daß ich mal gesagt hätte, ich hätte Angst vorm Fliegen. Ich sage, nee, das kann nicht sein. Sowas kann ich nie gesagt haben, da ich keine Angst vorm Fliegen habe. Er besteht jedoch darauf, er ist sicher, ich hätte das gesagt. Ich: Nee, garantiert nich. Da mußt du mich mit jemandem verwechseln. Er: Hm, das glaube ich nicht. Ich: Wirklich, das stimmt nicht. Ich habe keine Angst vorm Fliegen. Ich bin ja auch schon geflogen. Bestimmt verwechselst du mich. Er: Es gibt Menschen, die kann man nicht verwechseln. Dich kann man auch nicht verwechseln, dazu kennen wir uns schon viel zu lange. Ich: Ja, wir kennen uns lange, aber ich muß dir sagen, daß du doch manchmal ziemlich seltsame Sachen erzählst, was ich gesagt oder getan haben soll, was gar nicht so ist. Er: Hm, wirklich? Kann ich mir nicht vorstellen. Ich: Na z. B. konntest du dich ja auch nicht mehr daran erinnern, daß ich mal beim Angeln mit dabei gewesen bin. (Was ich erst letztens bei einem unserer Ausflüge festgestellt hatte, während ich mich noch sehr gut daran erinnern kann.) Er (überlegt): Das stimmt! Hm, hm, merkwürdig.
Ja, das männliche Gedächtnis ist tatsächlich ein merkwürdiges Ding.
erfuhr ich letzte Nacht klar und deutlich im Traum. Ich hörte es so deutlich, daß ich auf der Stelle wach war: "Jesus war einer Außerirdischer der 2. Bundesversammlung." Ok. Aber was ist daran so neu? Schließlich schrieb ich das schon im Müllroman, nur daß es dort außergalaktische Förderation oder so hieß. Hauptsache ich höre diese Stimmen nicht irgendwann mal, während ich wach bin.
Auch ein völlig unabhängiges Traumbild blieb in Erinnerung - eine unterirdische U-Bahnstation, in die es hineingeschneit hatte. Der Schnee schimmerte hell zwischen den Säulen und dem Bahnsteig aus Marmor, der in einem sanften Rot leuchtete, so als würde ihn eine heimliche Glut durchdringen. Der Anblick war so umwerfend, daß ich am Eingang stehen blieb und sofort fotografieren wollte, wobei ich mir überlegte, daß wohl die Decke der U-Bahnstation defekt sein müsse. Das ist scheinbar auch der Grund, daß kein Mensch darin zu sehen ist und alles so still und verlassen liegt.
So heißt mein drittes Tee-Türchen. Anis, Fenchel, Kümmel, Melisse, Pfefferminze, Lavendel -
"Diese Kräutertee-Mischung aus ökologischem Landbau ist ganz famos zum Träumen und Nixtun." - steht auf der Packung. Aha! Hört sich wie für mich gemacht an und schmeckt auch sehr klar und warm. Werde ich mir merken.
In meinem früheren Kinderzimmer. Ich habe ein nagelneues Holzregal mit schöner herb-brauner Maserung bekommen und bin nun dabei, die Sachen neu ein- und umzuräumen. Dabei möchte ich auch gleich ein paar alte Spielsachen, wie eine angeschlagene, unansehnliche Matroschka und ähnliches entsorgen, merke aber, daß ich an den meisten Sachen doch irgendwie hänge. Es stecken Erinnerungen an meine Kindheit darin. Schließlich finde ich auch eine große runde Pappscheibe, auf der eine kleinere Pappscheibe befestigt ist, die man drehen kann. Zuerst halte ich das für eine dieser Pappuhren, wie wir sie in der Schule gebastelt haben, um die Zeit lesen zu lernen. Ich denke daran, sie an die Wand zu hängen, denn eine Uhr ist eine Uhr, doch dann bemerke ich, daß ich mich geirrt habe und daß es eine Art Horoskop-Scheibe ist. Bei genauerem Hinsehen entdecke ich, daß auf der Scheibe selbst und auf einem ausklappbaren "Schwanz" handschriftlich eine Deutung geschrieben wurde, sogar mit einem Datum. Die Jahreszahl sagt mir, daß diese Horoskop-Scheibe und Deutung noch auch der Zeit stammt, bevor meine Eltern zusammengekommen sind und für meine Mutter erstellt wurde. Die Deutung liest sich mehr wie eine Voraussage oder Prophezeihung und erstaunt stelle ich fest, daß schon zu dieser Zeit prophezeiht wurde, daß mein Vater einmal im Rollstuhl sitzen würde, obwohl meine Mutter ihn da noch nicht einmal kannte und er gesund war. Unglaublich!
Ich habe keine eigene Wohnung mehr, sondern bin bei einer grauhaarigen älteren Dame untergebracht, die wohl bei der Kirche arbeitet (wahrscheinlich in Anlehnung an die Zeit, als ich zur Untermiete bei einer Pastorin wohnte). Dort habe ich jedoch nicht einmal ein eigenes Zimmer, sondern nur ein Bett, in dem ich schlafen kann. Es ist einer dieser Morgen, an denen ich lange ausschlafen will und immer kommt jemand in das Zimmer, um irgendwas aus den Schränken zu holen. Ich ziehe mir die Bettdecke über die Nase und tue so, als ob ich noch fest schlafe. Doch die Frau läßt nicht locker und "weckt" mich, indem sie sich neben das Bett stellt. Ich öffne also die Augen und stehe auf, laufe ins Wohnzimmer, wo ich mit einem energischen "Guten Morgen!" die Leute grüße, die schon um den Frühstückstisch sitzen. Danach befinde ich mich wieder im Zimmer mit dem Bett, doch es ist auf einmal, als würde eine Wand fehlen und ich hinaus auf das flache Dach eines Hauses sehen. Seltsamerweise ist es Nacht. Man sieht überall Lichter der Werbetafeln blinken und aus weiter entfernten Häusern scheinen. Ich könnte mir vorstellen, daß dies ein Hochhaus war, denn ich denke mir, daß es tief hinunter geht, obwohl ich von meinem Standpunkt nicht den Fuß des Hauses und die Straße sehen kann. Es scheint eine Großstadt zu sein, zumindest meine ich fast den Lärm der Autos auf der Straße zu hören, der aber nur gedämpft bis zum Dach dringt. Eine schwarzhaarige junge Frau tritt an eine Ecke des Daches und läßt sich ohne das kleinste Zögern, so als wäre es etwas ganz normales, in die Tiefe fallen. Ihr Oberkörper ist nackt und schimmert weiß, während sie in die Nacht fällt. Erschrocken frage ich mich, ob sie jetzt wohl tot ist, denn ich kann ja nicht erkennen, wie tief es ist und wo sie hinfällt, aber ich gehe davon aus. Dann kommt ein kleiner schwarzhaariger Junge auf das Dach. Er hat asiatische Gesichtszüge und schaut mich einen Moment lang an, bevor er sich ebenfalls in die Tiefe fallen läßt. Etwas verwirrt suche ich jetzt den Dachboden des Hauses, wobei ich auf eine Art Galerie gelange, die in einen hohen und großen Raum hineingebaut ist. Der Raum liegt ganz menschenleer und still vor mir, er scheint schon seit Jahren nicht mehr benutzt worden zu sein, vielleicht kennt man ihn noch nicht einmal. Von der Galerie führt eine extrem schmale Treppe, schmaler als ich selbst, in den Raum hinunter, so steil, daß es eigentlich mehr eine Leiter ist. Spontan begebe ich mich auf diese Treppenleiter, muß aber feststellen, daß sie nicht gesichert ist und schief steht. So beginnt sie nun, mit mir daran, bzw. darauf, hin- und herzuschwanken. Ich rechne fest damit zu stürzen und es geht ziemlich tief hinunter in den Raum. Etwas panisch, versuche ich sie mit meinem Gewicht noch irgendwie zu dirigieren und verfluche mich selbst, daß ich da hinaufgestiegen bin. Jetzt hänge ich hier oben und komme weder wieder auf die Galerie hinauf, noch in den Raum hinunter, da die Leiter wohl dann das Gleichgewicht verliert. Während ich noch ratlos an der Leiter hänge, spüre ich plötzlich Boden unter den Füßen. Ich bin unten angekommen, wie auch immer. Während ich noch darüber sinniere, was für eine kreuzgefährliche Treppe das ist, wird mir mit einem Schlag klar, daß dies wohl genau die Treppe sein muß, von der ein kleiner Junge gestürzt und gestorben ist. Dies wurde mir von den Bewohnern des Hauses erzählt, zumindest meine ich mich daran zu erinnern. Jetzt weiß ich auch, daß dieser Raum das Zimmer des kleinen Jungen war, welches unverändert gelassen wurde und nicht mehr benutzt wird. Mir wird jetzt etwas unbehaglich in dem großen, unbewohnten Raum, denn ich frage mich, ob der kleine Junge wohl hier noch herumspukt und ich in sein Zuhause eingedrungen bin.
Meine Träume müssen sehr lustig gewesen sein, denn mitten in der Nacht wachte ich wegen eines Lachanfalls auf. Ich kann mich jedoch nur noch an einen Begriff erinnern, nämlich "göttlicher Arsch", um den es ging, allerdings hatte er im Schlaf eine, wie mir schien ganz selbstverständliche andere Bedeutung, als gemeinhin gebraucht, denn die Betonung und der wörtliche Sinn lag hier auf "göttlich" und nicht auf Arsch. Vielleicht hat mich dies so erheitert.
Bemerkung: Erinnert an den "großen Sack"-Traum.
Aber über den Häuptern der Gestalten war es wie eine Himmelfeste, wie ein Kristall, unheimlich anzusehen, oben über ihren Häuptern ausgebreitet, daß unter der Feste ihre Flügel gerade ausgestreckt waren, einer an dem andern; und mit zwei Flügeln bedeckten sie ihren Leib. Und wenn sie gingen, hörte ich ihre Flügel rauschen wie große Wasser, wie die Stimme des Allmächtigen, ein Getöse wie in einem Heerlager. Wenn sie aber stillstanden, ließen sie die Flügel herabhängen, und es donnerte im Himmel über ihnen. Wenn sie stillstanden, ließen sie die Flügel herabhängen.
Und über der Feste, die über ihrem Haupt war, sah es aus wie ein Saphir, einem Thron gleich, und auf dem Thron saß einer, der aussah wie ein Mensch. Und ich sah, und es war wie blinkendes Kupfer aufwärts von dem, was aussah wie seine Hüften; und abwärts von dem, was wie seine Hüften aussah, erblickte ich etwas wie Feuer und Glanz ringsumher. Wie der Regenbogen steht in den Wolken, wenn es geregnet hat, so glänzte es ringsumher. So war die Herrlichkeit des Herrn anzusehen. Und als ich sie gesehen hatte, fiel ich auf mein Angesicht und hörte einen reden.
(Hesekiel 1.2, Vers 22-28)
Gott erreichst du nur, oder besser gesagt, Gott kann dich nur von gegenüber bei eingeschaltetem Licht sehen.
hat mir Herr N. heute erklärt. Darauf kann man sich bei Herrn N. aber beinahe schon etwas einbilden. Es ging um die chaotische Ordnung und Arbeitsweise von Frau Sch. mit zig Ordnern unbearbeiteter Post und Akten auf dem Fußboden, auf dem Schreibtisch ebenfalls Berge von unbearbeiteter Post wie Kraut und Rüben. Dazu kommt, daß sie oft krank ist und jedesmal ihr Gegenüber ebenfalls plötzlich erkrankt, was ich auch irgendwie nachvollziehen kann, wenn ich für dieses Sachgebiet Vertretung machen müßte. Herr N. regte sich also wieder einmal auf, weil er gerade dabei war, die Post, die ich zusammen mit den Akten ab nächste Woche bekomme, herauszusuchen und fragte mich: "Ihnen gefällt doch sowas auch nicht?" Und das stimmt, ich mag solch ein Chaos tatsächlich nicht, wenn ich allerdings nicht damit zurechtkommen muß, sondern jemand anderes, ist es mir relativ egal. Jeder kann ja die Ordnung haben, die er will, so lange er mich damit nicht belästigt und selbst die Arbeit macht. Ich nickte also, fügte aber diese Überlegungen hinzu, sagte, daß es halt solche und solche Menschen gibt und daß er nicht nur von sich selbst ausgehen könne. "Von mir selbst sowieso nicht, wenn man so gut ist wie ich....äh.....so übertrieben wie ich, aber man kann ja ein Mittelmaß nehmen. Ich mein, Sie zum Beispiel oder so." Ich mit scharfem Blick und etwas provokant: "Äh, hab ich das jetzt richtig verstanden, wollten Sie damit gerade sagen, daß ich Mittelmaß bin?"
Er windet sich grinsend etwas, erklärt dies und jenes, unter anderem: "Ich meine, Frau Sch., Herr K. und Frau M. könnten sich ja von Ihrem Arbeitsplatz auch noch etwas abgucken. Wenn sie sich von mir was abgucken sollten, das wäre ja dann schon Mobbing, so übertrieben und so.....na ja. "
Aha. Ich sage zu ihm: "Wird Zeit, daß ich anfange, mal ein paar Kaffeeflecken auf dem Schreibtisch zu hinterlassen....."
um Antworten zu finden, sehe man zu, daß man den Polarstern in der U-Bahn-Station erwischt. Aber nur im Hoch-Bahnhof ist diese Brüderlichkeit, dieses Verstehen möglich.
Nachdem ich bis Mittag geschlafen habe, stehe ich auf und denke mir, daß ich jetzt mal was unternehmen sollte. Mein Blick fällt aus dem Fenster und ich sehe eine Stadtlandschaft mit einem Fluß, auf welchem Schiffe und Kähne fahren. Man sieht Männer auf den Schiffen arbeiten, Kräne und Baustellen an den Ufern. Durch ein Gebäude am Ufer fällt das Sonnenlicht hindurch, da es auf beiden Seiten Glasfenster hat. Das zerstreute Sonnenlicht leuchtet aus einem bestimmten Blickwinkel golden und strahlend, wie ein geheimer, in diesem Gebäude verborgener Schatz. Auf einmal weiß ich, was ich den Rest des Tages tun werde - ich werde auf Fototour gehen. Nochmals ändere ich meinen Blickwinkel, das Strahlen verblaßt, doch jetzt sehe ich deutlich den Sonnenball durch beide Fenster hindurch. Seltsam, daß die Mittagssonne so niedrig steht, als wäre es am Morgen. Dann beschließe ich, mich frisch zu machen zu machen und suche den Waschraum. Dieser befindet sich in einem winzigen Verschlag auf dem Hof, nicht größer als ein Kleiderschrank. Nur mit einigem Dünnmachen und Quetschen passe ich da hinein. Ein Mann fährt in einem Auto auf dem Hof vor und will mich sprechen. Da bemerke ich mit einigem Erstaunen, wie ich mich teile, sich eine zweite Person von mir abspaltet und zu dem Mann geht. Mein Beobachter und erstes Ich bleibt jedoch in dem Waschschrank. Die zweite Hälfte kommt nach einigen Worten wieder zurück, doch wo wir nun beide in den Waschschrank passen müssen, wird es doppelt so eng. Sie weist meine erste Hälfte an, mehr zusammenzurücken und sich kleiner zu machen, damit sie auch noch in den Waschschrank hineinpaßt.
Bemerkung: Als ich heute morgen meinem Büro zustrebte, fiel blendend helles Sonnenlicht strahlend durch die Fensterseite des Büroflurs und eine Kollegin, die mir entgegenkam grüßte und meinte: "Na, haben Sie die Sonne mitgebracht?"
neben mir sitzt jetzt ein Scherz, oder?
ich schwöre, wenn ich den Lotto-Jackpot gewinne, werde ich die neugewonnene Zeit sinnvoll nutzen und die beste Dschinghis Khan Video Parodie aller Zeiten produzieren. *kniet*