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Dienstag, 30. April 2013

Glossybox, die zweite

Die Überraschung ist, um es vorab zu sagen, auf jeden Fall erneut gelungen. Natürlich gibt es immer ein paar Produkte die ich mehr und einige die ich weniger gebrauchen kann. Aber alleine das Auspacken macht schon Spaß. Richtig toll finde ich diesmal das Körperpeeling von Senzera (50 ml), weil es so angenehm nach Orange und Pfirsich duftet. Ich habe ja eine absolute Vorliebe für fruchtige Düfte: Grapefruit, Zitrone, Mandarine, Orange, grüner Tee und Pfirsich, damit kann man mich beglücken. Ich hatte mal jahrelang einen bis auf den kleinen "Befestigungsrest" abgenutzten Deostick von Yves Rocher auf dem Schrank zu stehen, der nur noch da stand, damit ich regelmäßig daran schnuppern konnte, denn er roch richtig natürlich und lecker nach Grapefruit. Ebenfalls gut finde ich die Duschcreme von Balance Me (50 ml) und die Schaummaske von Merz (15ml). Weiter enthalten waren Haargummis in Neonfarben - na ja, die Neunziger lassen grüßen. Aber da meine Haare inzwischen so lang sind, daß ich sie beim Zähnputzen im Mund habe, kann ich sie trotzdem gebrauchen. Auch die Bama-Gelpolster für die Füße werde ich auf jeden Fall ausprobieren, obwohl ich keine High Heels trage, doch gerade wenn man von Winter- auf Sommerschuhe wechselt, holt man sich schnell mal Blasen. Dazu gab es 75ml des Fly High!-Fußgels von Beautybird. Normalerweise benutze ich sowas nicht, aber dann ist jetzt vielleicht die Gelegenheit, es doch mal zu tun. Es riecht jedenfalls sehr minzig und frisch. Und zu guter Letzt war in der Box ein Original Dove-Deostick mit ..... Aluminium. Nun ja, ich habe hier noch einen anderen halb aufgebrauchten Deoroller mit Aluminium zu stehen, den ich immer noch nehme. Ich bin da todesmutig, aber ich benutze Deo generell nur, wenn ich Termine habe, also höchstens 2-3 mal die Woche. Seit ich basische Bäder mache, komme ich auch ohne Deo sehr gut klar, weil ich wenig schwitze. Mal schauen, vielleicht schenke ich das Deo jemandem, der es dringend nötig hat.

Glossybox 2

Montag, 29. April 2013

Makaber

Heute bei der Postbank auf einem großen Flipchart gesichtet, welche die dort immer als Werbetafeln aufstellen:

"Sichern Sie sich heute Ihr Pflege-Bahr-Geld vom Staat..."

Von der Pflege bis zur Bahre ist es in der Tat oft nicht weit, direkt auf die Bahre gepflegt werden möchte man aber nicht unbedingt, auch wenn man dafür Geld bekommt.

Mittwoch, 24. April 2013

Frühling im Topf

Seltsam, daß ich im Frühling regelmäßig Heißhunger auf Gemüseeintopf bekomme. Aber vielleicht ist das ja nicht nur bei mir so, sondern ein allgemein bekanntes Phänomen, und die Gemüseeintöpfe werden deshalb Frühlingstöpfe genannt. Diesmal gibt es ihn sogar das erste Mal selbst gemacht. Schade nur, daß ich hier in der Nähe keine Möglichkeit mehr habe, frischen Bärlauch zu kaufen. Früher gab es ihn immer bei Lidl.

Frühlingstopf

Donnerstag, 18. April 2013

Fjordkäse

Fjordkäse

Aber trotzdem gab es heute Pseudo-Chinesisch - Radieschencurry hat sicher noch kein Chinese gegessen.

Chinesisch

Dienstag, 16. April 2013

Das erste Tagpfauenauge

in diesem Jahr habe ich gestern gesehen. Es hatte sein persönliches Schlaraffenland vor einem Blumen-Shop gefunden und schlug sich dort den Bauch voll. Meine Haus-Kreuzspinne war ebenfalls auf Zack und hat schon das erste Netz des Jahres unter der Regenrinne gesponnen. Anscheinend ist das jetzt ihr Stammplatz, denn seit einigen Jahren bleibt es dort und das ist gut so. Auch die Ameisen krabbeln bereits eifrig durch die leeren Balkonkästen. Ich wundere mich immer, wo die so schnell herkommen, sobald es nur einen Tag warm ist. Unter dem Nistkasten liegt ein Häufchen Moos, den wohl emsige Nestbauer verloren haben, und überall in den Blumentöpfen finde ich oberflächlich verbuddelte Eicheln, vermutlich der geheime Wintervorrat eines Besuchers. Da ich gestern sowieso einen Termin hatte und keine Lust bei dem schönen Wetter gleich nach Hause zu gehen, nutzte ich die Gelegenheit, um nach Mitte zu fahren und dort meine Befunde abzuholen, die bereits seit Wochen dort liegen. Wenn es ungemütlich ist, habe ich nie Lust, fast eine Stunde zu fahren, nur um eine Tüte zurückzutragen, aber wenn es schön ist, kann man das gut mit einem Spaziergang verbinden. Ich fragte die Schwester an der Anmeldung nach der Toilette und sie wies mir den Weg zu einem WC, wo draußen an der Tür riesengroß ein Schild mit dem Wort "radioaktiv" angebracht war. Schickt sie mich tatsächlich auf ein radioaktives Klo? - dachte ich leicht verwirrt und wollte da eigentlich gar nicht rein gehen. Aber gut, wenn es denn nötig ist und es sonst keine Möglichkeit gibt, geht man halt auf ein radioaktives Klo. Verstrahlt bin ich ja sowieso schon. Wäre ich in Rußland und das einzige verfügbare Klo würde sich in Tschernobyl befinden, würde ich wohl auch nach Tschernobyl gehen. Nach einem eher kurzen Spaziergang, da die Umgebung doch etwas unentspannt war, wollte ich schließlich meinen Ostergutschein bei Bijou Brigitte einlösen. Dort war man ebenfalls ziemlich unentspannt, was aber sicher seine Gründe hatte, denn während ich in diesem ganzen Glitzer und Tand stöberte, wurde ein junges Mädchen erwischt, die etwas hatte mitgehen lassen. Die Aufregung war groß, die Polizei sollte geholt werden und selbst als nichtinvolvierter Kunde, wurde man mißtrauisch beäugt. Irgendwie macht shoppen ja nicht wirklich Spaß, wenn man dauernd heimlich beobachtet und als potentieller Verbrecher angesehen wird, aber der Gutschein mußte ausgegeben werden und deshalb ließ ich mich nicht stören, sondern suchte mir zwei Paar Ohrringe in meinen Lieblingsfarben. Der eigentliche Gewinn des gestrigen Tages war jedoch, daß ich mir trotz vieler unfreundlicher und unentspannter Leute die Laune absolut nicht habe verderben lassen. Das ist etwas, das mir normalerweise schwer fällt, vielleicht zahlt sich ja der innere "Psychoabstecher" der letzten Monate tatsächlich aus.

Ohrring1 Ohrring2

Sonntag, 14. April 2013

...

Nach dem Applaus nahm Marte an seiner Seite Platz und fragte, um den Anfang zu machen, warum er in der Passage, die er vorgelesen hatte, den Traum im Präsens geschrieben habe, während der übrige Roman in der Vergangenheitsform geschrieben sei. Das war natürlich eine gute Frage, und seine Achtung vor dem jungen Mann mit dem Ring im Ohr stieg. Er antwortete, er habe das immer bei Träumen gemacht, solange er sich erinnern könne, denn Träume seien wie Mythen von ihrem Wesen her nicht historisch. Man sage auch nicht 'Tristan liebte Isolde', sondern 'Tristan liebt Isolde'.
"Übrigens", sagte er und fuhr mit beiden Händen durch sein Haar, "ich kann das nicht mit letzter Sicherheit sagen, es gibt andere, die das besser wissen als ich, doch ich halte es nicht für ausgeschlossen, daß ich noch nie einen Roman geschrieben habe, in dem nicht geträumt wird. Ein Roman oder eine Erzählung ist nichts anderes als ein bewußt konstruierter Traum. Ein Roman ohne Traum steht sowohl im Widerspruch zum Menschen, der eben nicht nur wacht, sondern auch schläft, als auch zum Wesen des Romans."

(aus "Siegfried" von Harry Mulisch)

Freitag, 12. April 2013

Zimmerecken (Zeichnungen)

Bleistift und Feder, neu und alt

Zimmerecke (neu)

Zimmerecke (alt)

Samstag, 6. April 2013

Autobiographie in fünf Kapiteln

1.
Ich gehe die Straße entlang.
Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.
Ich falle hinein.
Ich bin verloren...Ich bin ohne Hoffnung.
Es ist nicht meine Schuld.
Es dauert endlos, wieder herauszukommen.

2.
Ich gehe dieselbe Straße entlang.
Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.
Ich tue so, als sähe ich es nicht.
Ich falle wieder hinein.
Ich kann nicht glauben, schon wieder am gleichen Ort zu sein.
Aber es ist nicht meine Schuld.
Immer noch dauert es lange, herauszukommen.

3.
Ich gehe dieselbe Straße entlang.
Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.
Ich sehe es.
Ich falle immer noch hinein - aus Gewohnheit.
Meine Augen sind offen.
Ich weiß, wo ich bin.
Es ist meine eigene Schuld.
Ich komme sofort heraus.

4.
Ich gehe dieselbe Straße entlang.
Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.
Ich gehe darum herum.

5.
Ich gehe eine andere Straße.

(Sogyal Rinpoche)

Donnerstag, 4. April 2013

Die Mondkalender-App

Alles dreht sich um den Mann, der schwanger ist und gleich entbinden wird. Ich bin zwar ebenfalls schwanger, aber ziehe mich trotzdem unauffällig zurück. Gerade habe ich sowieso keine Lust zu entbinden, mal abgesehen davon, daß ich noch gar nicht soweit bin. Soll er mal machen. Stattdessen spiele ich lieber mit meiner alten Puppenstube, ein riesiges Haus mit drei Zimmern, Küche, Bad, Schulzimmer, Vorgarten und umlaufenden Balkon. Außerdem suche ich mir aus einem Stapel von Kuscheltieren einen plüschigen Stier mit roter Stirn, den ich jetzt mit mir herumtrage. Eine fremde Frau betritt das Zimmer, die recht eingenommen von mir scheint. Seltsamerweise kann ich ihre Gedanken lesen. Sie findet, mit dem Stier auf dem Arm sehe ich aus wie eine Hohepriesterin - ich selbst muß dabei an die Tarot-Karte denken. Sie schenkt mir einen Irisstengel mit bunten Blüten, den ich in eine Vase stelle, in welcher bereits einige kunterbunte Iris stehen, und erklärt mir, daß sie mit mir gerne eine Mondkalender-App entwerfen und programmieren würde. Als Begründung führt sie an, daß ich woanders Dinge gesagt hätte, die sie wohl auf diese Idee gebracht hätten. Ich bin überhaupt nicht begeistert - zum einen bin ich sicher nicht die richtige Person für sowas und zum zweiten gibt es schon Mondkalender-Apps wie Sand am Meer.

Dienstag, 2. April 2013

Familiengeschichten

Feiertage sind so richtig schön dazu geeignet, wieder alte Kamellen aus der Geschichtenschublade zu ziehen und im Kreise der Familie zum besten zu geben. Wenn man Glück hat, kommen manchmal auch neue Geschichten dazu, dann wird es wenigstens nicht langweilig. So erfuhr meine Mutter vor kurzem von ihrem Cousin eine Anekdote über ihre Großeltern, die sie sogleich an uns weitergab. Meine Urgroßeltern waren beide bereits über 70, als sie während der Endkämpfe des zweiten Weltkriegs im Oderbruch und in Berlin zweimal zu Fuß nach Berlin flüchteten. Nach dem ersten Mal kehrten sie nach Küstrin zurück, doch das gab es nicht mehr, also wanderten sie erneut nach Berlin. Irgendwann auf dieser Flucht begegneten ihnen russische Panzer und sie versteckten sich im Straßengraben, um nicht gesehen zu werden. Die Panzer zogen vorüber, jedoch ausgerechnet der Führer des allerletzten Panzers entdeckte meine Urgroßmutter im Straßengraben und winkte sie zu sich heran. Sie glaubte, sie würde erschossen werden, aber stattdessen streckte er ihr ein Stück Brot entgegen. Auch das gab es.

Seltsamerweise ist es mir früher nie aufgefallen, daß von meiner Familie nur väterlicherseits wirklich alte Fotos existieren. Von der Sippschaft meiner Mutter gibt es erst ab 1945 Fotos. Bewußt geworden ist es mir kürzlich, aber es ist logisch, da die Familie meiner Mutter ja ausgebombt wurde und sie nichts anderes mehr hatten mitnehmen können, als ein Stück Schmalz. Meine Mutter rollt heute noch mit den Augen, wenn sie erzählt, wie sich die Sippe meines Vaters darüber aufgeregt hätte, daß die Russen ihr Klavier konfiszierten. Denn das ist natürlich kein Vergleich zu dem, was sie erlebte, wenn mit einem Mal alles, was man besitzt, weg ist und man nicht einmal mehr ein Dach über dem Kopf hat.

Die Familie meines Vaters wohnte auf dem Land, im schönen Spreewald, und hatte deshalb nicht viele Verluste zu beklagen. Jetzt sind einige sehr alte Fotos aus dem Nachlaß meiner Großeltern aufgetaucht, die ich noch nicht kannte. Auf den ersten beiden Fotos sieht man die Mutter meiner Großmutter, also meine Urgroßmutter, die sehr früh an Typhus oder Tuberkulose starb als ihre Tochter erst 3 oder 4 Jahre alt war (links). Sie trug noch die typisch sorbischen Trachten, was mich an den Bildern besonders fasziniert.

Urgroßmutter 1

Urgroßmutter 2

Dieses Bild ist, wie auf der Rückseite vermerkt, von Pfingsten 1921. Ich könnte nicht sagen, wer darauf abgebildet ist, aber das Foto gefällt mir an sich gut, weil es das alte Interieur so stimmungsvoll zeigt:

Pfingsten 1921

Diesen Schnappschuß fand ich auch witzig, dürfte jedoch keine Familie gewesen sein, sondern lustiges Dorftreiben:

Spreewalddörfliches Treiben

Und zum Schluß noch zwei fesche Fotos von meiner Oma aus den 20igern. Wie man sieht, hatte sie mit sorbischen Trachten nix mehr am Hut, sondern war modisch up-to-date:

Oma in den 20igern 2

Oma in den 20igern 1