Seemannsschmaus:
Selbu Blå (Blauschimmelkäse) Salat mit Trauben, Nüssen und gebackenen Paprikaschoten, serviert mit Moltebeerensirup
Langsam gebackenes Entrecote mit gerösteten Pastinaken und Karotten. Geschmorte Kartoffeln und Bearnaisesoße
Hurtigrutens Eisbombe, serviert mit Obstsalat
Für den zehnten Tag der Reise existieren sehr wenige Aufzeichnungen in meinen Notizen. Vielleicht hatte ich keine Lust mehr, es war aber wohl generell eher ein Ruhetag. Wir unternahmen nur vormittags einen kurzen Abstecher nach Bronnøysund hinein und zur dortigen Kirche. Am Nachmittag
segelten fuhren wir am berühmten Torghattan, dem Berg mit dem Loch, vorüber. Niemand weiß, wie das Loch dort hinein gekommen ist, durch welches ein ganzer Dampfer passen würde. Die runden Dinger im Wasser auf dem einen Foto sind Lachszuchten. Diesen darf man sich nur bis zu 250m nähern. Wird man erwischt dabei, daß man Lachs entwendet, droht einem als Tourist lebenslanges Einreiseverbot! An ihren Lachs lassen die Norweger nichts kommen.


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Nein, das ist nicht die kleine Meerjungfrau. Irgendwie kommt mir ja der hochgestreckte Arm etwas deformiert vor, aber das mag auch am Blickwinkel liegen.

Gerade kam die Biobox Food & Drink für Oktober und ich bin wirklich begeistert. Alles ist brauchbar, für mich sogar noch viel mehr, als jede Kosmetikbox. Zwar sind Dinge enthalten, die ich mir sonst im Markt nicht selbst kaufen würde, welche ich aber trotzdem, wenn ich sie in einem Überraschungspäckchen erhalte, gerne probiere. Zum Beispiel ist ein kleines Fläschen (100 ml) Haselnussöl dabei und mit diversen Nussölen liebäugle ich zwar ab und zu, kaufe sie aber nicht, da ich eher selten Salat esse und die Öle meist einen happigen Preis haben. Eine Packung fruchtiger Chai war drin, zu dieser Jahreszeit sind neue Teesorten sehr willkommen, sowie Tomatenstückchen im Glas. Sowas benutze ich immer für Tomatensoße zu Nudeln oder Paprikaschoten und hätte mir die sowieso wieder kaufen müssen. Drei kleine Probiergläschen mit Haselnusscreme, Akazienhonig und Erdbeerkonfitüre aus Italien werden meine dekadenten Sonntagsfrühstücke bereichern. Getrocknete Früchte sind nicht so meins, mit Ausnahme von Apfel und Ananas. Deshalb hatte ich Glück, daß ausgerechnet eine Tüte getrocknete Apfelringe die Box vervollständigte, sowie eine Packung Turron aus Alicante, was wohl eine Art Mandelkonfekt ist. Bisher kannte ich das noch nicht und werde mir die Packung für Weihnachten aufheben. Wenn ich nämlich jetzt im Supermarkt die vielen Weihnachtssüßwaren sehe, habe ich überhaupt keine Lust, das zu kaufen und wenn ich auf die Inhaltsangaben schaue, überkommt mich eher Ekel. Ich hatte deshalb überlegt, in diesem Jahr Weihnachten mal ganz ohne gekauften Süßkram zu verbringen und mich nur mit den geschenkten Dingen zu begnügen. Eine Alternative wäre natürlich, sich wenige, aber dafür qualitativ hochwertigere Produkte zu kaufen. So ein Bio-Mandelkonfekt ist schon mal ein guter Anfang.

Holz und Herzen

Irgendetwas muß in der Luft liegen. Dieser Tag war alles andere als normal und ich bin völlig fertig. Alles begann damit, daß ich mir unabsichtlich zwei Arzttermine auf einen Tag legen ließ. Da aber der eine Termin vormittags und der zweite nachmittags lag, dachte ich, das müßte zu schaffen sein. Dazu kommt, daß ich heute anscheinend aussah, als hätte ich Gesprächsbedarf, jedenfalls wurde ich extrem häufig angesprochen.
Am Morgen weckte mich der Fernseher eine Stunde früher als eingestellt, da er sich nicht automatisch umgestellt hatte. Was soll's, sagte ich mir, habe ich halt etwas mehr Zeit und kann früher los gehen. Leider nutzte mir das nicht, denn ich wartete genau diese Zeitspanne auf den Bus, der nicht kam. Endlich im Bus sprach mich meine Sitznachbarin, eine ältere Dame, mit einer Frage an, schien aber weniger auf eine Antwort als auf eine Unterhaltung erpicht zu sein. Dann stieg plötzlich meine ehemalige Mitpatientin ein, die ich schon lange nicht mehr gesehen hatte, sondern nur noch höre, da wir regelmäßig telefonieren. Ich zupfte sie am Ärmel und sie erkannte mich erst nicht. Ich stelle in letzter Zeit häufiger fest, daß man mich nicht erkennt, dabei finde ich nicht, daß ich mich großartig verändert habe. Ich habe weder viel zugelegt noch abgenommen, nur der Pony ist neu. Aber so ein Pony scheint direkt dieselbe Wirkung zu haben wie bei Männern ein Bart. Man könnte glatt Undercover arbeiten.
Als ich von der Straßenbahn zur Arztpraxis hetzte, da ich mich inzwischen ziemlich beeilen mußte, sprach mich ein Mann an und fragte, ob ich Feuer hätte, schien aber ebenfalls eher an einer Unterhaltung interessiert. Immerhin schaffte ich es auf die Minute genau in der Arztpraxis zu sein. Dort erklärte ich der Arztschwester, daß ich in spätestens drei Stunden wieder weg müsse und sie meinte, ich solle, wenn ich noch nicht aufgerufen worden wäre, eine halbe Stunde vorher zur Anmeldung kommen, aber es seien ja genug Stunden Zeit. Da ich noch nie in Marzahn im Gesundheitszentrum war, hatte ich nur grob überschlagen, wieviel Zeit ich bis dorthin bräuchte, und war relativ großzügig, da man beim ersten Mal manchmal das Gebäude oder den Eingang suchen muß. Wie erwartet und befürchtet hatte sich bis zu einer dreiviertel Stunde vor der anvisierten Abflugzeit nichts getan und ich begab mich nun in den Flur. Zum Glück sah mich die Ärztin und ich kam schließlich noch rechtzeitig dran.
Allerdings sollte ich danach ins Labor. Ich wartete und wartete, - zwischendurch erzählte mir eine unbekannte Patientin von ihrer neuen Katze -, es war bereits fünf Minuten über der Zeit, als ich hereingerufen wurde und ganze fünf Röhrchen mit Blut gefüllt werden sollten. Es dauerte und dauerte. Wie ein Wirbelwind raste ich schließlich nach draußen und rannte fast blutleer ohne die abgezapften fünf Röhrchen Blut erst zur Straßenbahn und später zur S-Bahn, weil ich nicht auf die nächsten Bahnen warten wollte. Tatsächlich schaffte ich es, fünf Minuten nach dem vereinbarten Termin bei der Anmeldung zu sein und konnte im Wartezimmer meinen Adrenalinspiegel nur dürftig wieder senken. Ich mußte nicht sehr lange warten und die Arztschwester beim MRT erklärte mir wortwörtlich, da wir hier auf der Allee der Kosmonauten seien, bekäme ich jetzt auch einen Helm auf den Kopf. So lag ich in meinem Space Shuttle, es klopfte, hämmerte und blinkte, ohne daß ich mich rühren durfte.
Danach auf dem Weg durch halb Berlin nach Hause noch schnell beim Supermarkt vorbei und irgendwann nach 18 Uhr war ich zu Hause. Ich hatte den ganzen Tag hindurch von früh bis abends nichts gegessen, obwohl etwas eingepackt, aber beim Rennen nach Bussen und Bahnen ist Essen einfach hinderlich. Natürlich freute ich mich jetzt sofort meinen Kühlschrank zu plündern, aber noch bevor ich die Taschen ausgepackt und die Hände gewaschen hatte, hörte ich es schon laut krachen und scheppern auf dem Balkon. Der Orkan wütete und ich hatte alle Hände voll zu tun, alles was nicht niet- und nagelfest ist, in Sicherheit zu bringen. Auf der Straße war mir der Sturm gar nicht so stark erschienen, doch auf der Wetterseite unter dem Dach ist jeder Wind heftiger. So heftig wie diesmal hatte ich ihn allerdings lange nicht erlebt. Und wie heute geht es, fürchte ich, noch mindestens die nächsten zwei Wochen weiter, na gut, vielleicht nicht ganz so schlimm, aber immer noch zu viel. Gleich morgen früh ist erneut Zumba fällig, aber ich bin mir nicht sicher, ob ich das nach diesem Tag überhaupt schaffe. Der Geist ist ja willig, schließlich macht es Spaß, aber das Fleisch, nun ja...braucht einfach viel Erholung. Fünf Tage hintereinander würde ich so etwas nicht durchstehen.
Seemannsschmaus:
Pastinakensuppe mit geräuchertem Schinken
Kabeljau-Lenden mit gebackenem Wurzelgemüse, Rotweinsoße, Herzoginkartoffeln und gewürztem Rucola- & Fenchelsalat
Waldbeeren unter Sauerrahm mit Löffelbiskuit
Auf dem Tagesplan des neunten Tages stand ein Ausflug über die Vesterålen auf dem Programm, eine idyllische Inselgruppe in der Nähe der Lofoten. Wahlweise hätte auch ein Ausflug über die Lofoten gebucht werden können, aber wir hatten uns für diesen Ausflug entschieden und es nicht bereut. Die Fahrt ging über viele kleine Inselchen, ein kurzes Stückchen durften wir sogar laufen, nämlich über eine Brücke, unter der sich Berge von Miesmuscheln angesiedelt hatten. Der Reiseleiter meinte, niemand weiß, warum es ihnen ausgerechnet an dieser Stelle so gut gefällt, aber jeder darf sie "pflücken" und sie essen, wenn er Lust darauf hat. Wir erreichten eine verträumte Bucht mit einer verträumten kleinen Kirche in Trondenes, wo für uns "Touris" sogar eine kleine Extra-Andacht gehalten wurde. Unweit der Kirche, nur einen Fußmarsch entfernt, gibt es ein entzückendes Museum, welches wir ebenfalls besuchten und das sehr liebevoll gestaltet und mit Wachsfiguren ausgestattet ist. Auf dem Dach dieses Museums hatte sich
dieser Austernfischer niedergelassen und stand da teilweise fast reglos, so daß ich ihn erst ebenfalls für eine Wachsattrappe hielt. Auf dieser Fahrt war es auch, daß wir eine Möwe in der Spitze eines Baumes brüten sahen. So etwas hätte er noch nie gesehen, wunderte sich sogar der Reiseleiter. In Harstadt gibt es im Grunde alles was man so braucht, erfuhren wir: Golfplatz, Fußballstadion, Wintersporthalle und, recht außergewöhnlich, ein unterirdisches Badeparadies. Wer weiß, was in Norwegen noch so alles unterirdisch ist, jedenfalls traf man auf ziemlich viele Türen und Bunker, die irgendwie unter den Fels zu führen schienen, wie zum Beispiel auch am Nordkap oder an der Trollstigen.
Am Nachmittag oder Abend fuhren wir, wieder auf dem Schiff, erneut in den Trollfjord. Der Himmel war grau und es regnete, doch als plötzlich die Sonne durchbrach, zog sich über den ganzen Fjord ein strahlender Regenbogen. Später am Abend legten wir kurz in verschiedenen kleinen Orten an, welche wir, viel zu müde von den vielen Attraktionen des Tages, nur noch von der Reling aus begutachteten.
Da ich an diesem Tag Unmengen von Fotos gemacht habe, die größte Zahl überhaupt von allen Tagen, werde ich diese in kleinen Häppchen servieren. Hier das Boot, mit welchem die Walsafari stattfand, im Regen, wie man sieht:




Bin ich im Leben angekommen?
Hinter fernen Träumen lag es,
die ich durchwandert bin
Jetzt bin ich hier,
festen Fußes auf der Erde
und weiß doch,
daß einst auch dies
nur mehr Traum sein wird
Bin ich Mensch geworden?
Ein halbes Leben brauchte es
Nie mehr verstellen
für irgendwen
Ich bezahlte und zahle noch,
doch fordere nun dazu,
fordere den Bedarf
aus meiner Unbedarftheit
Bedürfnisloser Demut Jäger,
unsichtbare Eulen und ihr Schein
fliehen ins Dunkel zurück
Ist doch wahre Demut der Mut,
dem eigenen Weg zu vertrauen
Wähle ein Leiden und lies dich mit der Romantherapie gesund!
Ich habe es nicht ausprobiert, denn ich glaube immer noch daran, daß die Intuition zu den besten Heilmitteln und Büchern für einen selbst führt.
So, ich habe jetzt alle Bildbeiträge aus Norwegen in der Rubrik "Trolle, Fjorde und Wale" auch für niedrige Auflösungen optimiert. Ich selbst bevorzuge immer sehr hohe Auflösungen, da ich häufig mit Fotos arbeite und keine Lust habe, so viel zu scrollen, aber wie mir scheint, sind niedrige Auflösungen in der Überzahl. Für mich sieht es jetzt in den Beiträgen so aus, als wäre kaum noch etwas auf den Fotos zu erkennen, aber was tut man nicht alles für seine Leser, damit diese kein Kuddelmuddel zu Gesicht bekommen. Kleiner als 1280 x 720 sollte die Auflösung allerdings nicht sein, damit alles korrekt angezeigt wird. Und die wenigen Leser mit hohen Auflösungen müssen halt klicken, wenn sie ein Bild größer sehen wollen.
Warme Wannenbäder und dazu Schokolade - das sind die Annehmlichkeiten des Herbstes, wenn auch nur billiger Ersatz für den Sommer. Muskulöse nackte Männer mit Irokesenhaarschnitt in den Träumen - das sind Annehmlichkeiten, die man sich durchaus auch zu anderen Jahreszeiten gönnen würde, wenn man könnte. Und sobald ich von Runkelrüben lese, muß ich immer an die Digedags denken, ich kann einfach nicht anders. Kennt die überhaupt noch jemand? Leider habe ich vergessen, wie der Band mit Ritter Runkel hieß. Was mich wiederum an schwalbenschwänzige Ritterfalter denken läßt. Und dann gab es da auch noch einen Band mit den Digedags bei dem Dogen in Venedig.
Meinen einleitenden Sätzen kann ein aufmerksamer Leser entnehmen, daß ich faul bin. Das stimmt zur Zeit leider, doch ich konnte mich selbst davon überzeugen, daß alles seine Richtigkeit und einzigartige Ordnung hat, denn die Venus zieht gerade durch mein 5. Haus:
"Diese Phase begünstigt angenehme Unterhaltungen und Vergnügungen. Ihre Selbstdisziplin sinkt dagegen in dieser Zeit möglicherweise auf einen ausgesprochenen Tiefpunkt. Da aber jeder Mensch von Zeit zu Zeit eine Pause braucht, sollten Sie sich jetzt ruhig amüsieren. Die Zeitqualität begünstigt Spiel und Spaß."
Sobald mein Spieltrieb erst einmal geweckt ist, ist er so schnell nicht mehr zu stoppen. Ich liebe es, zu experimentieren und Dinge auszuprobieren. Ich liebe es, Regeln zu brechen, einfach nur um zu testen, ob diese tatsächlich allgemeingültig sind oder mit Gewinn und Geschick umgangen werden können. Ich liebe es, zu tanzen und zu lachen, auch wenn mir in meinem Leben leider viel zu oft das Lachen vergeht und ich nicht tanzen kann. Doch gerade deshalb pflege ich den Spaß fürsorglich. Ernst muß sein, Spaß aber auch, immer mal wieder. Ich liebe Tiefsinn, aber auch Unsinn und ich glaube, daß es sicher Sinn macht, daß gerade Komiker oft sehr tiefgründige Menschen sind, wahrscheinlich sogar tiefgründiger als manch einer, der durchweg mit seiner intellektuellen Attitüde kokettiert (oh man, zu viele Fremdwörter, aber passend zum Anlaß). Ich liebe es, kreativ zu sein, ganz egal ob jedes Mal viel dabei heraus kommt oder nicht. Es ist die Lust am Schaffen und Spielen, die dabei zählt. Traurige Welt, in der man das nicht darf, ohne in die Bewertungsgefängnisse anderer gesperrt zu werden, die sich von so viel Freiheit belästigt fühlen. Nichts, das auf diesem Blog geschrieben steht, muß gekauft werden, ja sogar nicht einmal gelesen. Alles ist völlig unentgeltlich und freiwillig, das hier wächst. Meine bescheidenen Kräutlein gegen Engstirnigkeit, Dünkel und zwanghaftes Leistungsdenken...wohl bekommts!
gefällt es, daß ich fast verhungere und ein Chemobrain habe. Ehrlich, das macht mir Mut, denn ich dachte, es seien sehr viel mehr. ;-P
Gerade gesehen, daß mein Ebook im August über 8000 Male heruntergeladen wurde und mein Reingewinn, abzüglich des Anteils für den Upload-Anbieter, für den Monat weniger als 10 Euro beträgt. Wenn ich ausschließlich davon leben wollte, würde ich glattweg verhungern. Vor ein paar Tagen fiel mir zudem auf, daß bei einem anderen großen Ebook-Anbieter als Amazon mein Ebook noch immer für 0,00 Euro zu haben war, obwohl die Gratis-Aktion bereits vor zwei Monaten beendet gewesen ist. Wenn man sich nicht um alles selbst kümmert... Die Verkäufe laufen eigentlich weiterhin gut und sogar besser als vorher, aber was man dabei einnimmt ist noch nicht einmal ein anständiges Trinkgeld. Da kann ich nur hoffen, daß die vielen Kunden, die das Buch heruntergeladen haben, es wenigstens lesen und die Autorin in guter Erinnerung behalten.
Vorhin habe ich panisch meine löchrige Sweat-Kapuzenjacke gesucht, mit der ich gestern im Kino war und heute zum Supermarkt wollte. Da es eben nur eine löchrige Sweat-Kapuzenjacke ist, hänge ich sie niemals an die Flur-Gardrobe oder gar noch auf einen Bügel, sondern werfe sie einfach auf einen Stuhl, aufs Bett oder sonstwo hin. Eine halbe Stunde sauste ich immer wieder hin und zurück durch die ganze Wohnung, schaute sogar in der Waschmaschine nach, aber die Jacke blieb spurlos verschwunden. - Bis mein Blick auf die Flur-Gardrobe fiel, wo sie fein säuberlich auf einem Bügel schaukelte. Wenn das mein Ex wüßte! Der hat sich nämlich immer darüber aufgeregt, wenn ich Sachen achtlos irgendwo hingeworfen und nicht auf einen Bügel gehängt habe.
Nachdem ich in der letzten Woche keine Lust hatte, holte ich heute meinen Plan nach. Ich fuhr zum Röntgeninstitut, ließ mir einen neuen Termin und die Befunde geben, die inzwischen schon archiviert worden waren, und ging danach ins Kino. "Gravitiy 3D" macht einen sowohl schwindelig, da man fast das Gefühl hat, selbst schwerelos herumzuschweben, als auch klaustrophobisch. Als ich nach dem Film wieder auf die Straße trat, erwischte ich mich dabei, daß ich erst einmal einige tiefe Züge Luft nahm. Besonders gefielen mir die beschrifteten Knöpfe in den verschiedenen Raumsonden. Die russischen Knöpfe könnte ich ja gerade noch so entziffern, aber in einer chinesischen Raumsonde wäre ich verloren. Doch ich stelle auch diesmal zweifellos fest, daß ich niemals im Leben freiwillig Kosmonaut werden würde (ja, ich sage weiterhin Kosmonaut, ich finde das Wort irgendwie runder und schöner). Ich wollte noch nie, selbst als Kind nicht, Kosmonaut werden und ich weiß genau, wieso. Da das Wetter direkt frühlingshaft gewesen ist, bin ich zu Fuß vom Kino nach Hause gelaufen, traf eine Frau, die wohl denselben Friseur wie ihr Pudel hatte, denn sie trugen beide einen Lockenpuschel auf dem Kopf, und stellte fest, daß sich mein Rücken nach dem Sitzen im Kino viel besser anfühlt. Manchmal braucht der wahrscheinlich einfach nur einen richtig bequemen Sessel.

Ein Termin bei der Onkologin im Krankenhaus, anscheinend zur Nachsorge. Sie schlägt die Krankenakte auf, um hineinzuschauen, auf der sonst leeren Seite in einer Zeile zwei Eintragungen. Die erste Eintragung ist vollständig, aber die zweite lautet "TS:", so als hätte jemand vergessen, hinter dem Doppelpunkt etwas zu schreiben. Sie runzelt die Stirn und bemängelt, daß da wohl nicht zuverlässig alle Untersuchungen absolviert wurden und dabei hätte doch "etwas Schönes herauskommen können".
Hm, und was die Abkürzung "TS" bedeutet, darf ich mir jetzt selbst ausdenken? Träume können so gemein sein. Statt das Wort auszuschreiben, tse...
Beim Zumba tanzen wir jetzt auch Hiphop-Choreografien. Wenn ich das drauf habe, werde ich noch zur richtig coolen Hiphop-Braut, yo ey -was geht ab? Doch wahrscheinlich wird das niemals sein, die dicken Ketten brauche ich mir also vorerst nicht zu kaufen. Das Dehnen zum Schluß mit seitlichem Herunterbeugen ist allerdings äußerst giftig für meinen Rücken. Ich merke dann direkt, wie da irgendetwas rein- und rausspringt in den Wirbeln und hoffe jedes Mal, daß ich wieder hoch komme. Ich überlege, ob ich diese seitlichen Vorbeugen beim Dehnen nicht einfach weglasse und nur zugucke. Es macht die Vorteile der gesamten vorherigen Zumbastunde für meinen Rücken sofort zunichte.
Nach dem Sport habe ich erneut den Weg zu den Quittensträuchern genommen und mir die Taschen voll geladen. Die Quitten, bzw. Zierquitten, sind noch nicht zu reif. Das ist gut, denn so ist mehr Pektin enthalten, das ebenfalls für das Gelieren sorgt. Zu Hause wurden die Quitten gesäubert, halbiert oder geviertelt und dann mitsamt der Kerne zwei Stunden gekocht. Geschält habe ich sie auch nicht, da ich die Quitten selbst sowieso wieder herausnehme und entsorge und schon das Durchschneiden anstrengend ist. So viel Aufwand lohnt sich dann doch nicht. Eine einzige Quitte am Stiel ließ ich übrig. Sie dient mir als Duft-Lolly. Ich kratzte außerdem das erste Mal das Mark aus einer Vanilleschote. Irgendetwas ist doch immer das erste Mal im Leben und das ist gut so. Wäre sehr langweilig, wenn es keine ersten Male mehr gäbe. Bei der Anzahl an Gläsern dürfte das Quittengelee jetzt gut bis zum nächsten Winter reichen, sofern es entsprechend haltbar ist, wie ich erhoffe. Während der zwei Stunden des Kochens nutzte ich bei 22 Grad und Sonnenschein meinen Balkon und tat so, als sei Sommer.
Und Kinders, ich hab, halleluja, das Rezept für das pure selbst gemachte Sauerteigbrot wiedergefunden. Ihr wißt natürlich, was euch jetzt blüht...

Seit ich denken kann, benutze ich hauptsächlich Yahoo-Mail als Webmail-Anbieter. Ich habe viele andere Anbieter getestet, doch Yahoo gefiel mir immer am besten und da hatte ich auch am wenigsten Sorge, die könnten sich plötzlich löschen. Von Google dagegen denke ich, die können nur Suchmaschine. Alles andere ist stets nur halbgar und wird meist nach einiger Zeit wieder eingestampft. Wenn ich von vornherein weiß, es wird nur Halbgares angeboten und ganz schnell auch mal wieder abgesetzt, fange ich damit gar nicht erst an, denn das widerspricht generell meinem Wunsch nach Stabilität und Zuverlässigkeit bei der Inanspruchnahme von Dienstleistungen. Bei Yahoo-Mail habe ich nun schon sehr viele Veränderungen erlebt. Aber was ich bei den letzten drei bis vier "Verbesserungen" feststellen konnte, war, daß es sich eher um Verschlimmerungen handelt. Mir ist ein Rätsel, was man damit bezweckt. Klar, das Design ist jetzt moderner, aber der Nutzen, besonders in den Details, geht nach und nach immer mehr flöten, und das natürlich auch für zahlende Benutzer wie mich. Und das läßt mich mit Nostalgie und Bedauern an jene Zeiten denken, als Verbesserungen noch wirkliche Verbesserungen waren. Mir scheint diese Zeiten sind auch an anderen Orten im Internet lange vorbei.
Diesmal hatte ich absolut überhaupt keine Erwartungen an die Glossybox, schon deshalb, weil ich in der Vorschau bereits gelesen hatte, daß man wieder mit Gesichtscreme beglückt wird. Dafür hat mich die Oktober-Box jedoch auf eine ganz andere Art positiv überrascht, nämlich damit, daß von sechs enthaltenen Produkten ganze vier Artikel natürlich und ohne unerwünschte Zusätze sind. Wenn dann nicht von sechs enthaltenen Produkten gleich vier(!) davon Cremes wären, würde das den Happy-Faktor deutlich steigern. Als Originalprodukt ist die Olaz Regenerist CC Cream enthalten, mit all den schönen Dingen, die ich nicht auf meiner Haut haben möchte. Die Creme soll auch als leichtes Makeup verwendbar sein. Ich bin mir noch nicht im Klaren, ob ich die Makeup-Wirkung mal ausprobiere oder die Creme gleich verschenke. Immerhin sind die anderen drei Cremes alle "organic", und auch, wenn ich eigentlich keine Cremes mag und benutze, werde ich sie mal testen: Die Organic Karite Exotique Moisturising Body Cream von Love me green, den Oxygenating Cream Moisturizer von Naobay (beides 30 ml), sowie ein kleines Sachet mit Egyptian Magic All Purpose Skin Cream. Außerdem enthalten ist ein natürlicher Lip Gloss von Balance Me, leider in Beige, aber zum Glück fällt die Tönung kaum auf. Allerdings schmeckt der Lip Gloss nach Zahnpasta - nicht unbedingt mein favorisierter Geschmack. Als letztes Produkt, welches man bereits als Spoiler erfahren konnte, befand sich ein Mineral Blush von Bellapierre Cosmetics in der Box. Ein bißchen Farbe für mein Gesicht kann sicherlich nicht schaden, leider ist es aber ebenfalls mehr ein heller Braunton (Desert Rose), der mir nicht so besonders steht.
Positiv ist, daß die Glossybox meine nicht vorhandenen Erwartungen wenigstens nicht untertroffen und mit der Qualität der Mehrzahl der Produkte überrascht hat. Um mich zu einem weiteren Jahresabo zu überreden reicht es aber leider nicht.
