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Mittwoch, 23. August 2006

Die Geschichte, die NICHT "Das Geheimnis des Zarengoldes" heißt - Teil 29

„Du hast doch eben aus einer Dachluke geschaut?“

„Ja, das habe ich. Ich hatte wie gesagt etwas gehört und rausgeschaut.“

„Und was ist mit meiner Wand? Hast du damit etwas zu tun?“

Klaus schaute mich groß an und fragte: „Was ist mit deiner Wand?“

„Das gleiche, was ich dir heute schon erzählte, nur dass es jetzt wieder da ist, obwohl ich es überstrichen hatte. Du glaubst gar nicht, wie ich mich erschreckt habe.“

Herr Luchterhand kaute an einem seiner Finger und wirkte sehr nachdenklich. „Und deshalb bist du durchgedreht?“ Die Frage hatte die Betonung einer Feststellung.

„Ähm, ja, ich weiß nicht...“ stotterte ich verwirrt und drehte verlegen an einer Haarsträhne, versuchte mich zu erinnern, wie es dazu gekommen ist, „da war noch so viel anderes.“

„Was denn?“ Die nackte Glühbirne warf einen hellen Fleck auf den nackten Boden, während dessen die Schatten aus den Ecken krochen.

„Ich hatte den Eindruck, du spionierst mir hinterher. Ich habe doch gemerkt, wie du immer an deiner Tür standest oder einmal von der Treppe heruntergeschaut hast, als ich im Hausflur war. Auch das Treffen heute halte ich nicht für einen Zufall.“

Herr Luchterhands Ohren bekamen eine ungesunde purpurne Farbe, doch er nickte mir zu, wobei er die Augen schloss. „Stimmt, tut mir leid. Ich habe mir einfach Sorgen gemacht.“

„Aber warum denn, verdammt noch mal? Ich werde aus deinem Gerede nicht schlau.“

Statt zu antworten bat er mich, sich die Wand anschauen zu dürfen. Gemeinsam stiefelten wir zu meiner Wohnung hinab, deren Tür noch immer weit offen stand. Ohne jede Regung starrte er auf den grauen Fleck, schien über etwas nachzusinnen, fern mit seinen Gedanken.
Plötzlich schaute er hoch, sein Blick fiel auf das kleine Püppchen, das noch immer auf dem Fensterbrett saß. Er nahm es und wieder glaubte ich seine Gedanken auf eine weite Reise gehen zu sehen. So abwesend, wie er war, fragte ich mich innerlich, was es wohl bei diesen Sachen so viel nachzudenken gäbe und sogleich beantwortete er die Frage, indem er vollkommen ernst behauptete: „An irgendjemanden erinnert mich diese Puppe.“

Ich erwiderte nichts, hielt das für unnötig, zumal ich nicht verstand, dachte jedoch gleichermaßen an meine spontane Namensgebung. Ihm eine Stuhl in der Küche anbietend, bat ich ihn gleichzeitig um völlige Offenheit und eine umfassende Erklärung, sowohl des Ursprunges seiner Sorgen als auch seiner Worte. Mit einem Glas Grapefruitsaft in seinen Händen überlegte er, vielleicht darüber, wie er am besten beginnen solle, und räusperte sich.

„Weißt du, es ist so – ich wohne schon sehr viele Jahre in diesem Haus. Und früher, das war noch mit meiner Partnerin, wohnten wir hier in deiner Wohnung. Nachdem Olga verschwunden war, zog ich einige Jahre darauf in die andere daneben, weil die etwas kleiner und preiswerter ist.“

„Eha.“ sagte ich, nicht wirklich sicher, was ich davon halten sollte.

„Und das Kuriose ist, dass der Mieter, der danach in dieser Wohnung lebte, ebenfalls verschwand.“

Ich glaubte meinen Ohren nicht zu trauen, doch meinen Lippen entrang sich nur ein schwaches „Aha.“. Dann legte ich noch mit einem trockenem „Soll das jetzt ein Scherz sein, oder was?“ nach.

Er schüttelte den Kopf. „Nein, es ist kein Scherz. Es war wirklich so. Er war von einem Tag zum anderen verschwunden und seine Möbel und Sachen befanden sich noch alle in der Wohnung. Das wurde allerdings erst Wochen später bemerkt, als wir, die Mieter des Hauses, ihn schon ziemlich lange nicht mehr gesehen hatten.“

Ich glaubte das einfach nicht, wollte es nicht glauben, und dennoch fühlte ich mich seltsam beunruhigt. „So was gibt es gar nicht. Es können doch nicht gleich zwei Leute, die in derselben Wohnung lebten, völlig unabhängig voneinander verschwinden. Das ist doch Unsinn.“

„Verstehst du jetzt, warum ich mir Sorgen mache?“ erwiderte er langsam und mit überdeutlicher Betonung, zwei große Schlucke aus dem Glas hinterhernehmend.
„Zufällig war dieser Mieter, als er verschwand, ebenfalls beim Renovieren.“

In meinem Kopf wirbelte alles durcheinander. Sollte ich das ernst nehmen? Und wenn ja, welche Rolle spielten dann die Wand und die Puppe in dieser Geschichte? Ich konnte beim besten Willen keine logischen Zusammenhänge erkennen, aber zum Denken war ich sowieso viel zu aufgewühlt. Und zwar so sehr, dass ich anscheinend nicht mitbekommen hatte, wie ich die Frage laut vor mich hinsagte.

„Jetzt weiß ich es!“ platzte Herr Luchterhand heraus, „Diese Puppe erinnert mich an jenen Mieter, merkwürdig......“

Ich schüttelte ungläubig den Kopf. Mich erinnerte sie an Robert, also wer weiß, was ich davon halten durfte. Dann bemerkte ich, dass Herr Luchterhand irgendwie in sich zusammengefallen war und fast verzweifelt wirkte. Er machte auf mich den Eindruck eines kleinen Jungen, der seinen Haustürschlüssel verloren hat und sich nun bemühte der Schelte zu entgehen, indem er ihn wiederfindet. Er schien tatsächlich etwas verloren zu haben, nur war es nicht der Schlüssel.

„Es ist so seltsam. All diese Jahre alleine ist mir, als lebe ich in einem Traum. Ich habe ständig das beängstigende Gefühl, etwas sehr Wichtiges vergessen zu haben, doch so viel ich auch nachdenke, mir fällt nichts ein. Es ist wie ein Traum, in dem man sich an einen Traum zu erinnern versucht.“ Seine Worte verhallten leise in der Nacht, welche vor dem geöffneten Fenster noch immer ihr schwarzes Samt über der Stadt ausgebreitet hatte.

Dienstag, 22. August 2006

Die Geschichte, die NICHT "Das Geheimnis des Zarengoldes" heißt - Teil 28

Ich dagegen starrte weiter dem verloschenem Stern hinterher, nur von blitzartig vorbeischießenden, sich vor dem schwarzen Himmel noch schwärzer abhebenden Flatterviehchern in meinen Gedanken unterbrochen, als ich auf einmal ein dumpfes Geräusch von oben hörte. Verwirrt schaute ich zu dem im Sternenlicht dunkelsilbern leuchtendem Blechdach gleich neben der großen Schubkarre hinauf, doch konnte nicht ausmachen, woher das Knarren und Scharren kam. Für einen kurzen Augenblick hatte ich den Eindruck, dass aus einer der Dachluken der Umriss eines Kopfes hing, der sich sofort wieder zurückzog. Endlich merkte ich, dass das Knarren aus dem Zimmer kam und als ich hineingegangen war, hörte ich deutlich Schritte über mir auf dem Dachboden. Rastlos liefen sie kreuz und quer über mich hinweg, während die Balken unter ihnen ächzten und wankten. Normalerweise war der Dachboden immer abgeschlossen und nur der Hausmeister hatte einen Schlüssel.

Mit einem leisen Klicken machte ich Licht im dunklen Zimmer und erstarrte augenblicklich wie vom Donner gerührt. Ein noch durchsichtiger grauer Fleck breitete sich wie das Delta eines breiten Flusses über die erst gestern mit Farbe übertünchte Wandstelle aus.
Ich spürte eine leise Panik in mir aufsteigen, die mich fast handlungsunfähig machte, so dass ich mehrere Minuten reglos verharrte. Dabei spürte ich, wie sich nicht nur die feinen Härchen meiner Arme, sondern auch die an meinen Beinen senkrecht aufstellten. Erst die Schritte über mir, noch immer ruhelos, brachten mich zur Besinnung. Ich weiß nicht, ob das, was ich tat, logisch war – das mögen meine inzwischen mit Recht ungeduldigen Leser entscheiden -, jedenfalls tat ich es, rannte Hals über Kopf aus der Wohnung, sie weit geöffnet zurücklassend, sprintete die Treppe hinauf und fiel sozusagen mit der Tür in den Dachboden.

Herr Luchterhand schaute mich mit großen hellen Augen an, als ich, ich kann mich selbst nur noch sehr schwach an diesen Moment erinnern, auf ihn zuraste und ihn am Kragen packte: „Du perverser Spanner! Du mieser A....., lass mich endlich zufrieden, hörst du! Ich weiß nicht, was du hier oder in meiner Wohnung oder im Keller machst, warum du es machst, was du damit bezweckst, aber ich sage es dir das letzte Mal: Hör auf damit!“

Klaus Luchterhand war reichlich blass um die Nase geworden und fühlte sich unter meinen Händen an, wie ein nasses Plüschtier, dass man hin- und herbiegen konnte, soviel man wollte. In meinem Zorn hörte ich kaum sein leises Stimmchen, mit welchem er sich betroffen versuchte zu rechtfertigen: „Ich habe doch gar nichts gemacht!“

„Ha! Denkst du ich merke nicht was du tust? Es ist ja nicht zu übersehen, vor allem in meiner Wohnung, auch wenn ich keine Ahnung habe, wie du das anstellst!“

„Ich weiß gar nicht, wovon du redest, ich...ich...habe nichts getan, außer hier nach dem Rechten zu sehen.“

Seine vollkommen überraschtes Gestammel brachte mich wieder zu mir und sofort kam ich mir leicht dämlich vor. Meine Hand löste sich von seinem Kragen, als wäre sie nicht meine und ich trat einige Schritte zurück, um sie wie ein unbenötigtes Werkzeug irgendwo zu verstauen. Nun erst begann ich zu zittern und mich an der Wand abstützend, ließ ich mich auf den abgewetzten Holzfußboden plumpsen, wo ich einige Minuten schweigend saß.

Als ich mich gesammelt hatte, fragte ich sehr viel leiser, doch mit jeder Menge Skepsis in meiner Stimme, ob es wahr ist, was er sagt. Herr Luchterhand nickte und wie, um seine Erklärung nochmals zu unterstreichen bestätigte er wieder, dass er nur zufällig hier oben sei, weil er etwas gehört habe und ansonsten nicht wisse, wovon ich da eben geredet habe.

Meine mobile Straßenanlaufstelle boomt....

Heute - ich stand gerade an meiner Heimatstraße, in welcher es alle 50 m eine Tankstelle gibt, und wartete an der Ampel - kamen ein weiblicher und ein männlicher Tramp winkend auf mich zugelaufen, beide schwarzhaarig und weißgesichtig, mit großen Rucksäcken und einem Pappschild in den Händen, auf welchem "Hamburg" mit schwarzem Filzmaler geschrieben war, und fragten mich in gebrochenem Deutsch nach einer Tankstelle. Zufällig befanden wir uns just in diesem Moment vor einer, wie man sich dort eigentlich fast überall vor einer befindet, weshalb ich etwas befremdet mit meinem Finger hinter mich zeigte. Da stellte sich allerdings heraus, dass sie, aus welchem Grund auch immer, eine andere Tankstelle wollten. Weil mir vor Schreck keine andere einfiel, zumal ich ja gewöhnlich keine Tankstellen frequentiere, schickte ich sie bis an das Ende der Straße und zur nächsten großen Kreuzung, obwohl es zwischendrin ebenfalls genug Tankstellen gibt. Aber egal - nach Hamburg ist es jedenfalls schon mal die richtige Richtung....

Montag, 21. August 2006

...

1.) Was liest du gerade?
Wie immer mehreres gleichzeitig:
Kassandra
Die Prophezeihungen von Celestine
Der Barfußdoktor

2.) Welches Buch hat dich zuletzt stark beeindruckt?
Medea von Christa Wolf

3.) Sammelst du irgendetwas?
Nö, nicht wirklich. Ein paar Muscheln, ein paar Steine, ein paar Federn, aber die nehme ich auch wieder als Geschenke zu irgendeinem Ort mit.

4.) Schreibst du Widmungen in Bücher?
Nur in welche mit eigenen Texten, aber das sehr ungern und nur wenn jemand unbedingt darauf besteht.

5.) Schreibst du deinen Namen in deine Bücher?
Nö, ich krakel, male und schreibe zwar gerne Bücher voll, aber nicht mit meinem Namen (und nicht mit Widmungen*gg*).

6.) Welches Buch hast du doppelt?
Beim Ordnen meines neu eingeräumten Bücherregales musste ich feststellen, dass ich das Buch "Feng Shui gegen das Gerümpel des Alltags" doppelt besitze (aber in zwei verschiedenen Ausgaben). Inzwischen habe ich eines meiner Mutter geschenkt.

7.) Von wem würdest du dir gern was vorlesen lassen?
Von Billy Idol, egal was... *ggg*

8.) Sitzt du im Kino lieber am Rand oder in der Mitte?
Mitte

9.) Welche ist deine liebste Romanfigur?
Harry Haller, der Steppenwolf

10.) Nach welchem System ordnest du deine Bücher daheim?
Das ist schwierig - vorrangig nach Themen, aber da ich nicht viel Platz habe, muss ich auch nach der Größe gucken (außerdem sieht's nach Größe besser aus *gg*)

11.) Lesen: Vor dem ins Bett Gehen oder nach dem Aufstehen?
Früher habe ich abends im Bett noch gelesen und oftmals probiere ich es auch heute, aber leider komme ich im Bett meist nur zwei Sätze weit, bevor ich eingeschlafen bin, weshalb ich es lieber lasse und tagsüber lese. Das aber in der Regel nur am Wochenende, weil ich nach der Arbeit beim Lesen auch immer einschlafe.

12.) Welches Buch würdest du deinem größten Feind schenken?
"Krieg und Frieden"

13.) Hardcover oder Paperback?
Mir egal, Hauptsache es hält.

14.) Zeitung aus Papier oder im Netz?
Nur noch sporadisch im Netz, Zeitungen aus Papier fasse ich schon seit Jahren nicht mehr an.

15.) Von welchem Buch bist du zum ersten Mal so richtig gefesselt worden?
Also das wirkliche erste Mal wird in der Kindheit gewesen sein, ich glaube, es war eines der Wolkow-Bücher, aber nach meiner Kindheit war es wohl "Rheingold".

16.) Deine liebste Literaturverfilmung?
Die James-Bond-Filme *gg*

17.) Tägliche oder wöchentliche Pflichtlektüre?
Akten.

18.) Bevorzugte UrlaubslektüreSemesterferienlektüre *g*?
Dicke Romane und esoterische Sachbücher

19.) Bester Romantitel ever?
"Schnee, der auf Zedern fällt" inspiriert mich immer ungemein, allerdings habe ich das Buch noch nicht gelesen.

20.) Welches Buch sollte jeder Mensch gelesen haben?
"Der Steppenwolf" von Hermann Hesse

Wieso Füllwörter so anhänglich sind....

Es gibt in einem Text großgeschriebene Wörter oder die von innerer Größe und Poesie, die aus sich selbst heraus in ihrer Einzigartigkeit leuchten, denen so gut wie jeder Lesende und Schreibende ungeteilte Aufmerksamkeit zukommen läßt, wenn nicht gar Bewunderung, und es gibt da diese völlig unscheinbaren und nichtbeachteten Worte, die keiner bemerkt und die trotzdem stets irgendwo herumfleuchen. Was macht man in einem Fall ständiger Mißachtung? Was tun Kinder, wenn sie von ihren Eltern nicht beachtet werden? Sie zupfen immer aufdringlicher an deren Hosenbeinen und schrauben ihre feinen Stimmchen quengelig hinauf bis zu einem ungeahnt schrillen, sirenenartigem Geheul.
Wen will es wundern, wenn diese kleinen übersehenen Worte noch raffinierter und penetranter um den geplagten Schreiber herum scharwenzeln, sich ständig durch Masse versuchen in den Vordergrund zu drängen, teils, indem sie laut "HIER!" schreien, teils, indem sie die stille Machtübernahme eines Textes planen und völlig unbemerkt durch die schleichende, vielfache Okkupation scheinbarer Lücken und unwichtiger Posten erfolgreich ausführen. Fast könnte man darin sogar eine Form politischer Strategie erkennen: die wenigen Großen repräsentieren, während eine graue Masse ungesehener Elemente das eigentliche Gerüst bildet und die Macht hat, den gesamten Text in das Verderben zu führen. Vielleicht würde es ja helfen, wenn wir den Füllwörtern einfach etwas mehr Aufmerksamkeit und Liebe widmen?
Also wie wäre es also, wenn wir dem ALSO unseren Respekt für seine treuen Dienste zollen? Dann geben wir dem DANN unsere Hand und beglückwünschen es zu seiner fast unersetzlichen Präsenz. Dem IMMER versprechen wir immer wieder eine immer währende Freundschaft, und dem GERADE sagen wir gerade heraus, dass wir ihm gerade einen Heiratsantrag machen wollten. Auch das AUCH sollten wir nicht vergessen, denn schmückt es sich mit einem großen B haben wir auch gleich den allerschönsten Bauch - wenn das keine fantastische Idee ist! Und eigentlich finde ich, dass das EIGENTLICH in seiner sowohl sprachlich gefälligen dreisilbigen, als auch schriftlich gedrängten Form, einen Preis in Wortdesign erhalten sollte, eigentlich sogar den ersten. Schon höre ich das SCHON mit den anderen flüstern und auf einmal sitzen sie brav in einer Reihe und warten glücklich lächelnd auf ihren nächsten verantwortungsvollen Einsatz.

Toll!

Wenn eine meiner Kolleginnen heute zu mir meint, dass mich alle für viel jünger gehalten haben, dann lasse ich mir das ja noch gefallen, wobei ich sagen muss, dass ich das durchaus gemerkt habe.
Irgendwie ist es wohl mein Schicksal, die ewige Praktikantin zu sein, bzw. dafür gehalten zu werden.
Doch wenn sie dann zu mir marschiert kommen und mir viel Arbeit wünschen, dann hänge ich mir am besten eine Knoblauchkette um und kreuze meine Finger hinter dem Rücken. Selbst meine Chefin fragte entsetzt: "Was redet ihr denn da?"

Unternehmensidee

Schönen doppelten Geburtstag bei K. mit Blick über Berlin verlebt. Eigentlich ist für dieses Jahr auch ein Ausflug geplant, allerdings erst im Herbst und als Ziel ist jetzt Rheinsberg im Gespräch.

Doch bevor ich heute bei K. war, hatte ich noch eine Begegnung der dritten Art. Eine rundliche ältere Frau kommt an der Bushaltestelle auf mich zu, gerade als der Bus um die Ecke biegt, hält mir ihr Handgelenk und ein goldenes Kettchen hin und bittet mich, ihr das Armband umzumachen, da sie es selbst nicht hinbekommt - "Hauptsache, wir bekommen den Bus noch." setzt sie hinzu.
Ich also mit meinen Wurschtfingern versucht, den winzigen Verschluß aufzukriegen und noch rechtzeitig um ihren Arm zu schließen. Zum Glück ging das auch schnell und problemlos, sie bedankte sich fast überrascht, aber insgeheim fragte ich mich, was das soll. Ich meine, wenn ich an einer Bushaltestelle stehe und ein Armband nicht alleine geschlossen bekomme, dann stecke ich es in die Tasche und gut ist. So wichtig ist so ein Armband ja nun auch nicht.
Überhaupt werde ich nie verstehen, warum solche Leute immer ausgerechnet zu mir kommen. Da können hundert Menschen um mich herum stehen oder gehen, aber jeder steuert schnurstracks auf mich zu, wenn er irgendwas will. Es ist, als hätte ich ein rotes I auf der Stirn für INFORMATION oder ein A für AUSKUNFT. Und es ist wirklich teilweise seltsam, was manche wollen. Das ist nicht nur die normale Auskunft nach U-Bahn-Stationen, Straßennamen, Wegstrecken, oder die Bitte Geld zu wechseln, nein, da soll man außerdem Rollstuhlfahrer durch die Gegend kutschieren, denen das Selbstfahren zu anstrengend ist, man soll Einkaufsberatungen durchführen und solche Fragen beantworten, ob Grütze flüssig sein darf oder fest sein muss und was man sich zum Abendessen machen soll, und jetzt wollen sie auch noch Anziehhilfe.
Vielleicht sollte ich ein eigenes Gewerbe eröffnen und mich mit einer neuen Unternehmensidee als mobile Straßen-Anlaufstelle in Auskunfts-, Beratungs- und allgemeinen Dienstleistungsangelegenheiten selbständig machen.

Sonntag, 20. August 2006

...

Jeder, der sich die Fähigkeit erhält, Schönes zu erkennen, wird nie alt werden.
(Franz Kafka)

Freitag, 18. August 2006

Sie blühten nur einen Tag....

Da komme ich ahnungslos in mein neues Zimmer und was muss ich sehen? Ein buntes Sommertupfenmeer vor dem Fenster! Gestern war es noch nicht da und morgen wird es wieder weg sein, denn die wenigen einzelnen Blüten, die sich bisher an den grünen Pflänzchen, welche ich aus im Frühjahr ausgesäten Samen großgezogen habe, gezeigt haben, sind schon nach einem Tag wieder in sich zusammengefallen. Es scheint eine fröhliche Eintagsblume zu sein.

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Donnerstag, 17. August 2006

Nachdem ich letzte Woche das Fotobuch

reklamiert hatte, habe ich heute die Antwort erhalten, dass eine Gutschrift erstellt wurde, aber eine Neuproduktion nicht möglich ist. Ich müßte nochmals den ganzen Bestellvorgang durchlaufen.
Wenn es aber beim ersten Mal nicht geklappt hat, ist mein Vertrauen irgendwie futsch, dass es beim zweiten Mal fehlerfrei ist, ganz abgesehen davon, dass es bis zum Sonntag sowieso nicht mehr zu schaffen ist. Notgedrungen habe ich deshalb schon letzten Sonntag ein Buch als Geburtstagsgeschenk bestellt, welches ich als Weihnachtsgeschenk vorgemerkt hatte. Ich bin mir auch nicht sicher, ob ich das mit dem Fotobuch nochmal bei einem anderen Fotoservice versuchen soll, zumal ich beim Recherchieren nicht viele mit einer großen Auswahl an Fotobüchern und Gestaltungsmöglichkeiten gefunden habe.

Mittwoch, 16. August 2006

...

Ich habe mir gerade die CD mit den mantrischen Gesängen aus Judentum und Islam angehört, die ich beim Ausmisten von den Sachen meines Vaters gerettet habe, und finde sie wunderschön. Ein richtiges kleines Juwel. Verstehe gar nicht, warum meine Mutter sie nicht behalten will, aber ich habe sowieso den Eindruck, dass sie beschlossen hat, sich nur noch auf Roger Whittaker zu beschränken, denn den hört sie Tag und Nacht. Allerdings würde ich für die CD trotzdem nicht so unverschämte Preise bezahlen, wie bei Amazon angegeben. Das muss sich wohl um einen Fehler handeln.

Salam Shalom

...

Hab gerade mal wieder den Sonnenblumenhausmeister getroffen - er lief mir gleich in den Fahrstuhl nach und meinte zu mir, ob es schlimm gewesen wäre, wenn er neulich über den Hof gebrüllt hätte. Ich gucke dumm aus der Wäsche und frage: "Wie jetzt?", da erzählt er, dass er mich von seinem Küchenfenster aus auf dem Balkon gesehen und überlegt hat, was wohl passieren würde, wenn er jetzt "Blondie" zu mir hoch ruft. Er dachte sich dann, dass das wohl keine so gute Idee wäre und ich stimmte ihm darin uneingeschränkt zu. Das fehlte mir noch, dass er jedesmal, wenn er mich auf dem Balkon beobachtet, "Blondie" über den ganzen Hof schreit. *grusel*

Dienstag, 15. August 2006

Is ja 'nen Ding....

Da finde ich heute einen (weißen) Brief im Briefkasten mit dem Absender einer Apotheke aus meiner Nähe. Ich denke "Was wollen die denn von mir?" und finde im Umschlag eine Geburtstagskarte mit Geburtstagsglückwünschen. Das Lustige ist, dass ich bei dieser Apotheke bisher nur ein einziges Mal war, weil ich normalerweise immer zu einer anderen gehe, um meine Medikamente zu holen, aber von denen habe ich bisher noch nie eine Geburtstagskarte bekommen. Bei dem einzigen Mal müssen sie sich wohl gleich die Daten auf dem Rezept gekrallt haben und außerdem ist in der Karte auch noch der Gutschein für ein kleines Geschenk abgedruckt, welches man angeblich für mich bereit gelegt hat. Wer weiß was das ist - wahrscheinlich 'ne Probe Franzbranntwein zum Einreiben.*gg*

Im übrigen möchte ich, wenn auch völlig unwichtig, anmerken, dass ich, obwohl ich eigentlich kein Apfelkuchen-Fan bin, gerade eben drei Stück eines überaus köstlichen Spezies dieser Art gegessen habe und durchaus noch mehr davon vertragen könnte.

Montag, 14. August 2006

Astro-Zwillinge - geboren am 20.August mit Löwe-Aszendent

1. Benjamin Harrison, 20. Aug. 1833, 04:04, North Bend -OH-, USA
(G) Politiker, (Aszendent Löwe)
2. Andre Latarjet, 20. Aug. 1877, 05:00, Dijon -21-, F
(G) Mediziner, (Aszendent Löwe)
3. Gaston Le Morvan, 20. Aug. 1908, 03:30, Lambezellec -29-, F
(G) Sportler, Fliegerei (Aszendent Löwe)
4. Cesare Luporini, 20. Aug. 1909, 05:30, Ferrara, I
(G) Philosoph; 'Weiser', (Aszendent Löwe)
5. Charles Minter, 20. Aug. 1925, 05:25, Columbus -GA-, USA
(G) Militär, General (Aszendent Löwe)
6. Roger Miquel, 20. Aug. 1898, 05:00, Cahors -46-, F
(G) Militär, (Aszendent Löwe)
7. Ludwig Pösl, 20. Aug. 1903, 03:00, Scheinfeld -BAY-, D
(G) Politiker, (Aszendent Löwe)
8. Salvatore Quasimodo, 20. Aug. 1901, 04:10, Modica -RG-, I
(G) Schriftsteller, 1959 Nobelpreis für Literatur (Aszendent Löwe)
9. Hans Quest, 20. Aug. 1915, 04:00, Herford -NRW-, D
(G) (Film-) Schauspieler, (Aszendent Löwe)
10. * Gerves, 20. Aug. 1920, 06:00, Macon, F
(G) Nicht einzuordnende Fälle, Geheimagent (Aszendent Löwe)
11. Slobodan Milosevic, 20. Aug. 1940, 03:20, Pozarevac, YU
(G) Politiker, (Aszendent Löwe)
12. Arda Brokmann, 20. Aug. 1950, 05:30, Haarlem, NL
(G) (Film-) Schauspieler, (Aszendent Löwe)


Ist das jetzt eine Bildungslücke, dass ich außer Milosevic niemanden davon kenne? Und dass Milosevic mein sozusagen doppelter Astro-Zwilling ist, habe ich bisher auch noch nicht gewußt. Er hat sogar wie ich eine Sonne-Mars-Konjunktion. *urghs*
Überhaupt sind verdächtig viele Leute aus Politik und Militär dabei. *grusel*

Hier findet man die Zwillinge: http://www.astro.com/horoskop

"Ein richtiges Zimmer"

Ich ertappe mich nicht nur in letzter Zeit immer wieder dabei, wie ich mich freue, wenn ich mein kleines, neu eingerichtetes Zimmer betrete und dabei in Gedanken die Worte meines Kumpels wiederhole: "Ein richtiges Zimmer!". Damit hat es die Bewandnis, dass er das Zimmer nie gesehen hatte, wenn er bei mir war (wozu auch, da ja nur Nähmaschine, Leiter, Staubsauger und ein paar Kisten drin standen) und er mich einmal fragte, warum er nie in diesen Raum darf. Er unkte bei der Gelegenheit scherzhaft herum, dass ich vielleicht eine SM-Folterkammer in dem Zimmer verstecke oder meine verflossenen Liebhaber, fein säuberlich aufgereiht. Als er mir vor einigen Monaten als Telekommunikations-Fachmann geholfen hat, den DSL-Splitter und anderen DSL-Krempel mit einem selbstgebastelten Kabel in dieses Zimmer zu verlegen, bekam er es das erste Mal zu Gesicht, hielt die Luft an, als er es betrat, und meinte übertrieben erstaunt: "Ein richtiges Zimmer!" Und diesen Ausspruch wiederhole ich selbst nun regelmäßig, weil ich es immer noch so toll finde, dass ich nun ein bewohnbares zweites Zimmer habe, ja, ich habe mich sogar letztens dabei erwischt, wie ich mich an den Schreibtisch gesetzt habe, um einen Brief zu schreiben, und es war super.

Natürlich ist es noch nicht endgültig fertig, weil gerade provisorisch das Sideboard darin steht, welches später in das Wohnzimmer soll, und außerdem suche ich dringend einen passenden Drehstuhl (im Moment steht da nur ein alter Küchenstuhl) für meinen neuen Computer-Schreibtisch. Nun möchte ich aber nicht irgendeinen Drehstuhl, wer mich besser kennt, der weiß, dass Frau Zucker zweifellos ganz genaue Vorstellungen über ihren künftigen Thron hegt, und wie immer scheint diese Vorstellungen niemand mit mir zu teilen, denn das, was ich haben möchte, ist selbst in der kapitalistischen Marktwirtschaft unauffindbar. Zum einen frage ich mich, warum Bürodrehstühle meistens Schwarz oder Blau sein müssen. Glücklicherweise findet man ab und zu auch ein paar andersfarbige, da ist die Auswahl dann aber schon rar gesät. Und die Farbe, die mir vorschwebt, nämlich ein helles Beige, Elfenbein oder Weiß, scheint an Schreibtischen nicht sehr gefragt zu sein. Ich habe jetzt insgesamt nach monatelangem Recherchieren ganze vier Modelle ausgemacht. Leider sind diese Drehstühle aber Chefsessel, das heißt, sie haben eine extrahohe Lehne mit Kopfteil. Nicht dass ich mich nicht gerne wie ein Chef fühlen würde, aber in dem kleinen Zimmer, wo der Sessel sozusagen mittendrin und vor dem Fenster steht, ist das einfach zu wuchtig, schließlich soll ja auch noch ein bißchen Licht hineinfallen. Sucht man einen normalhohen bequemen Schreibtischstuhl in dieser Farbe, findet man nix mehr. Außerdem soll das Gestell des Stuhles nicht aus schwarzem Plastik sein - ich finde weiße Polster und ein schwarzes Plastikgestell sind eine schauderhafte Kombination -, sondern aus elegantem Stahl. Insgesamt soll der Stuhl bequem und gesund für den Rücken sein, aber auch nicht zu officemäßig aussehen, sondern gemütlich. Nun finde oder erfinde mal jemand so etwas! Langsam habe ich den Verdacht, ich muss auch noch anfangen, meine eigenen Stühle zu entwerfen und herstellen zu lassen. Und damit bewahrheitet sich einmal mehr, was ich schon zu DDR-Zeiten geahnt habe, nämlich dass an dem geflügelten Spruch "Drüben gibt's alles!", den man damals bei jeder Gelegenheit von anderen auf die Nase gebunden bekommen hat, nicht wirklich viel dran ist. Es gibt zwar in der Tat jede Menge mehr Schund, aber eben nicht ALLES und schon gar nicht immer das, was man sich als Frau mit gehobenen Design- und Qualitätsansprüchen wünscht. Damals habe ich es unterlassen, meinen Zweifeln über die oberflächliche Behauptung Ausdruck zu verleihen, um keine bösen Blicke zu ernten, wenn ich die Produktvielfalt des Westens in Frage stelle (was keinesfalls bedeutet, dass ich die DDR-Wirtschaft besser fand oder was gegen den Westen hatte, aber ich habe schon in jungen Jahren eine Abneigung gegen irreführende Verallgemeinerungen und Schubladendenken gehabt).
Nun ja, vielleicht geschieht noch ein Wunder und irgendwo, irgendwann, läuft, bzw. rollt mir mein angestrebtes Sitzmöbel über den Weg. Vorsichtshalber habe ich schonmal das Universum eingeschaltet, denn diese Bestellungen klappen in der Regel ganz gut.

Inzwischen merke ich, dass ich immer hibbeliger werde, wenn ich an meinen Urlaub denke. Ich stehe sozusagen bereits in den Startlöchern für einen neuen Kraftakt und kann mich kaum noch bremsen, obwohl mir auch ein bißchen davor graut, was mich in fünf Wochen für neuer Stress erwartet. Doch umso mehr freue ich mich jetzt schon auf die Freude danach, wenn ich mich ebenfalls in meinem Wohnzimmer endlich wieder wohlfühlen kann.

Sonntag, 13. August 2006

Neuer Einsatz des Räumkommandos

Heute war wieder Ausmisten bei meiner Mutter angesagt. Ich glaube, wir haben da noch zwei Jahre lang zu tun und was wir alles finden ist echt ein Ding. Mal abgesehen von bergeweise Büchern und CD's sind das Tausende von leeren Videokassetten, die mein Vater aber fein säuberlich nummeriert hat. Da sonst nichts weiter drauf steht, habe ich schon geunkt, dass das wohl die Pornofilme sein werden. Mein Bruder und K. haben sie zum Auslegen im Seniorenzentrum mitgenommen, wollen vorsichtshalber jedoch vorher nochmal reinschauen, damit sie keine Strafanzeige an den Hals kriegen wegen Verbreitung jugendgefährdender Filme. Weiterhin fanden wir eine ganze Kiste voller Taschenmesser, hundertfuffzig Batterietester, fast ebensoviele Kopfhörer, haufenweise Uhren (als ich ihn das letzte Mal zu Hause gesehen habe, hat er ja auch immer vier Armbanduhren gleichzeitig getragen), und allen möglichen billigen Tand, den er irgendwo mal als Werbegeschenk bekommen hat, unter anderem einen Alien-Schlüsselanhänger und ein Plastik-Skelett. Dann gibt es da auch noch diese netten exotischen Sachen, wie Gongs, Siegelringe, Spieluhren mit Tänzerinnen, jede Menge Murmeln, Kreisel und eine aserbaidchanische Puppe. Die Spielsachen hat K. bisher immer für ihre kleine Enkeltochter mitgenommen, unter anderem schon eine Batterie von Kuscheltieren, und die Kleine kommt aus dem Staunen nicht mehr raus, was ihre Oma ihr ständig für tolle Dinge mitbringt. Aber so haben sie wenigstens noch wirklich einem Nutzen und verstauben nicht in irgendwelchen Schränken. Außerdem haben wir noch eine ganze Kiste voller Räucherstäbchen gefunden. Die haben wir uns aufgeteilt und ich habe mir den steinernen Räucherstäbchenhalter mitgenommen, sowie jede Menge Briefbeschwerer für meinen neuen Schreibtisch - Glaskugeln, ägyptische Pyramiden und eine Edelsteinpyramide. Weiterhin fand ich ein Kugelschreiber-Set in Holzoptik, das ich ebenfalls zu schade fand, um es wegzuschmeißen.

Meine Mutter wirft jetzt rigeros auch Berge von CD's raus, sogar richtig schöne CD's mit Weltmusik aus allen möglichen Ländern. Ich habe mir davon schon einige CD's mit indischer, arabischer und japanischer Musik rausgesucht, heute vier CD's mit gregorianischen Gesängen, tibetanischer Tempelmusik und jüdischen Gesängen. Die CD's, die sonst keiner haben will, werden alle im Seniorenzentrum ausgelegt und K. meint, die finden dort reißenden Absatz, allerdings nicht so reißenden, wie die Bücher mit den nackten Frauen. Nachdem die Alkoholiker-Selbsthilfegruppe getagt hatte, waren diese innerhalb von Minuten weg.
Überhaupt die vielen Bücher. Mein Cousin hat letzte Woche vier Wagenladungen davon zum Altstoffhändler gefahren und für alle Ladungen zusammen 1, 50 € bekommen. Das reicht nicht mal für den Sprit, der dabei drauf geht. Deshalb werden die Bücher, die niemand haben will, ebenfalls entweder ausgelegt oder kommen in die Mülltonne. Teilweise sind ja sehr alte Bücher dabei, aus dem 18./19. Jahrhundert, und es ist anzunehmen, dass einige davon für Liebhaber und Sammler ziemlichen Wert besitzen, aber wenn man damit zum Antiquariat geht, bekommt auch nur 'nen Euro in die Hand gedrückt. Das lohnt den ganzen Aufwand nicht und schließlich hatten wir nicht vor, ein neues Handelsunternehmen zu eröffnen. Wir haben schon alle einen Job.
Meine Mutter hatte heute zwei große Stapel Bücher für mich rausgelegt, von denen sie meinte, dass ich von denen vielleicht welche haben will - unzählige Wälzer über Literaturgeschichte, Literatur- und Theaterkritik, Stilkunden aus allen möglichen Jahrzehnten usw. Ich habe mir als einziges davon nur den wirklich dicken Wälzer "Der deutsche Wortschatz nach Sachgruppen" mitgenommen, der zum Nachschlagen ganz brauchbar zu sein scheint. Wenn man die ganzen anderen Bücher lesen wollte, müßte man wahrscheinlich dreihundert Jahre leben, damit man überhaupt zum Schreiben kommt, falls man es dann noch kann und nicht wie paralysiert von dem ist, was andere sagen, wie man schreiben soll und sich damit unter jene einreiht, die über ihre Schreibblockade jammern.

Im übrigen hatte K. wohl eine sehr gute Pflaumenernte, denn sie hatte eine Kiste voll selbstgemachter Pflaumenmarmelade dabei, die sie an uns verteilte.
Drei Gläser davon und ein Teller voll frischer Pflaumen stehen jetzt bei mir zu Hause.