Sämtliche Aufgaben, die ich mir für dieses Wochenende vorgenommen hatte, konnte ich so in den Wind schreiben. Eigentlich wär es schön, wenn ich auch mal in der Woche was kriegen würde und nicht immer nur am Wochenende, damit ich die viel unwichtigere Arbeit sausen lassen könnte.
Ich habe es gerade noch hinbekommen, mir eine ausreichende Anzahl Eierkuchen zu machen, das Aufessen wird dann allerdings schon wieder schmerzhaft. So richtig liegen kann ich nicht, also sitze ich stundenlang auf meinem bequemsten Sessel und starre angestrengt geradeaus.
Lesen ist auch schlecht, weil ich dabei nach unten gucke und gerade nach unten geht überhaupt nicht. Doch denn ganzen Tag in die Luft gucken ist so überhaupt nicht in meinem Sinn, also zappel ich dann wieder rum und zucke zusammen, weil es sich anfühlt, als würde mir jemand von oben die Wirbelsäule aus dem Körper schneiden. Glücklicherweise hat es sich mein Fernseher, nachdem ich ihn zwei Wochen nicht angerührt habe, anders überlegt und läuft seit Stunden ohne Nebel. Kein Schimmer, was das für ein komischer Nebel war. Vielleicht war der ja auch nur in meinem Kopf oder der Fernseher hatte seine Tage oder was weiß ich.*zu Untätigkeit verdammt ist*
Was ist Materie? Ist der Stoff unseres gegenwärtigen gegenständlichen Bewusstseins irgend etwas anderes als unsere Empfindungen? Es ist wahr, die Empfindungen, die wir erhalten, kommen von außen; aber können wir in Wirklichkeit – ausgenommen in Ausdrücken der Empfindungswelt – von dem „groben Stoffe“ dieser Ebene als von einer Wesenheit sprechen, die von uns getrennt und unabhängig ist? Auf alle solche Schlüsse antwortet der Occultismus: Es ist wahr, in Wirklichkeit ist die Materie nicht unabhängig von unseren Wahrnehmungen, und existiert nicht außerhalb derselben. Der Mensch ist eine Täuschung: zugegeben! Aber das Dasein und die Wirksamkeit anderer, noch illusorischer, aber nicht weniger wirksamer Wesenheiten als wir sind, ist eine Behauptung, die durch diese Lehre des vedântischen und selbst Kantischen Idealismus nicht entkräftet, sondern vielmehr bestärkt wird.
Und es wird ferner behauptet, daß sogar die griechischen und römischen katholischen Christen weiser sind, so wie sie es tun, an Engel, Erzengel, Archonten, Seraphim und Morgensterne, kurz gesagt an alle jene theologischen deliciae humani generis, welche die kosmischen Elemente regieren, zu glauben– selbst wenn sie dieselben alle blindlings mit einem anthropomorphischen Gott in Zusammenhang bringen und auf einen solchen zurückführen – als die Wissenschaft mit ihrem Unglauben an sie alle insgesamt, und mit ihrer Verfechtung ihrer mechanischen Kräfte. Denn diese wirken sehr oft mit mehr als menschlicher Intelligenz und Zweckmäßigkeit. Nichtsdestoweniger wird diese Intelligenz geleugnet und dem blinden Zufall zugeschrieben.
Wenn daher „andere Welten“ erwähnt werden – einerlei ob besser oder schlechter, geistiger oder noch materieller, obwohl in beiden Fällen unsichtbar -, so versetzt der Occultist diese Sphären weder außerhalb noch innerhalb der Erde, wie es die Theologen und die Dichter tun; denn ihre Lage ist nirgends in dem den Profanen bekannten und von ihnen verstandenen Raume. Sie sind gewissermaßen mit unserer Welt vermischt – sie durchdringen dieselbe und sind von ihr durchdrungen. Es gibt Millionen und Millionen von unsichtbaren Welten; es gibt eine noch größere Anzahl außer den für das Fernrohr sichtbaren, und viele von der letzteren Art gehören nicht unserer objektiven Daseinssphäre an. Obwohl so unsichtbar, als ob sie Millionen von Meilen jenseits unseres Sonnensystems wären, sind sie doch bei uns, uns nahe, innerhalb unserer Welt, ebenso objektiv und materiell für ihre betreffenden Bewohner, wie die unsrige für uns...
....Die Monaden, so dachte er (Anmerk.: Leibniz)(und so denken auch wir), sind überall. So ist die menschliche Seele eine Monade, und eine jede Zelle im menschlichen Körper hat ihre Monade, sowie eine jede Zelle in tierischen, pflanzlichen und selbst in den sogenannten anorganischen Körpern. Seine Atome sind die Moleküle der modernen Wissenschaft, und seine Monaden jene einfachen Atome, welche die materialistische Wissenschaft gläubig annimmt, obwohl sie niemals Erfolg haben wird im Verkehre mit denselben – ausgenommen in der Einbildung...
...Geist ist Stoff auf der siebenten Ebene; Stoff ist Geist auf dem niedrigsten Punkte seiner cyklischen Tätigkeit; und beide sind – Mâyâ.
„Es gibt verschiedene Bezeichnungen für ‚Engel’ in der Bibel, welche deutlich zeigen, daß unter diesem Ausdrucke vielmehr Wesen wie die Elementale der Kabbala und die Monaden des Leibnitz verstanden werden müssen, als das, was gewöhnlich darunter verstanden wird. Sie werden genannt: ‚Morgensterne’, ‚flammende Feuer’, ‚die Mächtigen’, und der heilige Paulus sieht sie in seiner kosmogonischen Vision als ‚Fürstentümer und Mächte’. Solche Namen wie diese schließen die Idee der Persönlichkeit aus, und wir finden uns gezwungen, an sie als an unpersönliche Existenzen zu denken ... als an einen Einfluss, eine geistige Substanz, oder bewusste Kraft.“ (Pp. 321, 322.)
(aus "Die Geheimlehre I" von Blavatsky)
bemerkte ich vier Fahrspuren weiter ein Taxi vor der Ampel halten, das hupte. Nanu, dachte ich, was will das Taxi denn.......undeutlich aus dieser Entfernung erkannte ich einen schnauzbärtigen Mann, der mit ganzem Körpereinsatz zu mir herüberwinkte. Es war ein ehemaliger Klient. Es muss schon mindestens zehn Jahre her sein und noch immer grüßt er mich, wobei grüßen etwas untertrieben ist - er winkt mit beiden Armen. Damals wollte er mir dauernd Kaffee schenken und ich sagte, dass ich keinen Kaffee trinke, was der Wahrheit entspricht, und war froh, dass es mir nicht so erging wie meiner Kollegin, die vom Ballhausmörder eine goldene Kette an einer roten Rose geschenkt erhielt, natürlich zuerst ohne ihr Wissen, sonst hätte sie die Rose nie angenommen.
Jetzt fährt er also Taxi.
Es ist eitel und nutzlos für die Protestanten, gegen die römischen Katholiken wegen ihrer „Mariolatrie“ zu eifern, die auf dem alten Kultus der Mondgöttinnen beruht, wenn sie selbst den Jehovah verehren, der in hervorragendem Maße ein lunarer Gott ist; und wenn beide Kirchen in ihren Theologieen den Sonnen-Christus und die Mond-Dreieinigkeit angenommen haben....
...So haben Thatsache und Wahrheit wieder einmal die Hand der „exakten“ Wissenschaft gelenkt und sie gezwungen, ihre Anschauungen zu erweitern und ihre Ausdrücke zu ändern, welche die Menge maskierten und sie zu einem einzigen Körper reduzierten - wie die siebenfältigen Elohim und ihre Scharen von den materialistischen Theologen in einen einzigen Jehovah verwandelt worden sind. Man ersetze die chemischen Ausdrücke „Molekül“, „Atom“, „Teilchen“ u. s. w. durch die Worte „Scharen“, „Monaden“, „Devas“ u. s. w., und man möchte glauben, die Entstehung der Götter, die ursprüngliche Evolution der manvantarischen intelligenten Kräfte sei beschrieben worden....
...Außerdem spricht sogar die römisch-katholische Theologie von „siebzig Planeten, die den Schicksalen der Nationen dieses Erdballes vorstehen“; und abgesehen von der irrtümlichen Anwendung, liegt mehr Wahrheit in dieser Überlieferung als in der exakten modernen Astronomie. Die siebzig Planeten sind in Zusammenhang mit den siebzig Ältesten des Volkes Israel, und die Regenten dieser Planeten sind gemeint, nicht die Scheiben selbst; das Wort siebzig ist ein Wortspiel und eine Maske für die 7 x 7 Unterteilungen. Jedes Volk und jede Nation hat, wie wir bereits gesagt haben, seinen Unmittelbaren Wächter, Hüter und Vater im Himmel – einen Planetengeist. Wir sind bereit, den Nachkommen von Israel, den Verehrern des Sabaoth oder Saturn, ihren eigenen Nationalgott, den Jehovah, zu lassen; denn in der Tat gehören ihm die Monaden des von ihm auserwählten Volkes, und die Bibel hat niemals ein Geheimnis daraus gemacht. Nur der Wortlaut der protestantischen englischen Bibel ist, wie gewöhnlich, nicht in Übereinstimmung mit jenen der Septuaginta und der Vulgata. Während wir nämlich in der ersteren lesen:
"Da der Allerhöchste (nicht Jehovah) den Völkern ihr Erbe verteilte ... setzte er die Grenzen der Völker nach der Zahl der Kinder Israel." lautet in der Septuaginta der Text: „nach der Zahl der Engel“, der Planetenengel, eine Leseart, die mit der Wahrheit und Tatsache mehr im Einklange steht.
Außerdem stimmen alle Texte darin überein: „des Herrn (Jehovahs) Teil ist sein Volk; Jakob ist die Schnur seines Erbes“; und das erledigt die Frage. Der „Herr“ Jehovah nahm Israel als seinen Teil; was haben andere Nationen mit dieser besonderen Nationalgottheit zu tun? So möge denn der „Engel Gabriel“ wachen über Iran und „Mikael-Jehovah“ über die Hebräer. Diese sind nicht die Götter anderer Nationen, und es ist schwer einzusehen, warum die Christen einen Gott hätten auswählen sollen, gegen dessen Befehle Jesus als erster sich in Aufruhr erhoben hat...
....bei den ägyptischen Gnostikern war es Thoth oder Hermes, welcher der Führer der Sieben war, deren Namen von Origenes gegeben werden als Adonai, Genius der Sonne; Tao, des Mondes; Eloi, des Jupiter; Sabaoth, des Mars; Orai, der Venus; Astaphai, des Merkur; und Ildabaoth (Jehovah), des Saturn. Die Pistis-Sophia schließlich, die die größte moderne Autorität auf dem Gebiete exoterischer gnostischer Glaubenslehren ist, der verstorbene Herr C. W. King als „dieses kostbare Denkmal des Gnostizismus“ bezeichnet – dieses alte Dokument wiederhallt den archaischen Glauben der Jahrtausende, indes es ihn verzerrt, um ihn sektiererischen Zwecken anzupassen. Die astralen Beherrscher der Sphären, der Planeten, erschaffen die Monaden oder Seelen aus ihrer eigenen Substanz aus „den Tränen ihrer Augen und aus dem Schweiße ihrer Qualen“, indem sie die Monaden mit einem Funken ihrer Substanz begaben, welche das göttliche Licht ist. Im zweiten Bande wird gezeigt werden, warum diese „Herren des Tierkreises und der Sphären“ von einer sektiererischen Theologie in die rebellischen Engel der Christen verwandelt worden sind, die dieselben von den sieben Devs der Magier hernahm, ohne die Bedeutung der Allegorie zu verstehen.Wie üblich wurde das, was göttlich, rein und geistig in seiner ersten Einheit ist und von seinem Anbeginn an war – infolge seiner Differentiation durch das verzerrte Prisma der menschlichen Vorstellungen – menschlich und unrein, indem es die eigene sündige Natur des Menschen wiederspiegele. So wurde mit der Zeit der Planet Saturn von den Verehrern anderer Götter geschmäht. Die unter dem Saturn geborenen Nationen – z. B. die jüdische, bei welcher er zum Jehovah wurde, nachdem er als ein Sohn des Saturn oder Ildabaoth von den Ophiten und im Buche Jasher betrachtet wurde – lagen in ewigem Kampfe mit jenen, die unter Jupiter, Merkur oder irgend einem anderen Planeten, ausgenommen Saturn-Jehovah, geboren waren; ungeachtet der Genealogien und Prophezeiungen war Jesus der Initiierte (oder Jehoshua) – der Typus, von dem der „historische“ Jesus kopiert wurde – nicht von rein jüdischem Blute, und anerkannte daher nicht den Jehovah; auch verehrte er keinen planetarischen Gott außer seinem eigenen „Vater“, welchen er kannte und mit welchem er verkehrte, so wie ein jeder hoher Initiierter es tut, „Geist zu Geist und Seele zu Seele“. Dagegen kann kaum eine Einwendung erhoben werden, wenn nicht der Kritiker zu jedermanns Befriedigung die seltsamen Sätze erklärt, die von dem Verfasser des vierten Evangeliums Jesus gelegentlich seiner Redestreite mit den Pharisäern in den Mund gelegt wurden:
"Ich weiß wohl, dass ihr Abrahams Samen seid ... Ich rede, was ich von meinem Vater gesehen habe; so tut ihr, was ihr von eurem Vater gesehen habt. ... Ihr tut eures Vaters Werke ... Ihr seid von eurem Vater, dem Teufel ...Derselbe ist ein Mörder von Anfang, und ist nicht bestanden in der Wahrheit; denn die Wahrheit ist nicht in ihm. Wenn er die Lüge redet, so redet er von seinem eigenen; denn er ist ein Lügner und der Vater derselben."
Dieser „Vater“ der Pharisäer war Jehovah, denn er war wesensgleich mit Kain, Saturn, Vulkan u.s.w., - der Planet, unter dem sie geboren waren und der Gott, den sie verehrten....
...Alle exoterischen Religionen können somit als gefälschte Kopien der esoterischen Lehre nachgewiesen werden.
(aus "Die Geheimlehre I" von Blavatsky)
Geradeso, wie in den alten alchimistischen Werken die wirkliche Bedeutung der darin erwähnten Substanzen und Elemente unter den lächerlichsten Gleichnissen verborgen liegt, ebenso sind die körperlichen, seelischen und geistigen Eigenschaften der Elemente (beispielsweise des Feuers) in den Veden und namentlich in den Purânen unter Allegorien versteckt, die bloß den Eingeweihten verständlich sind. Wenn sie ohne Bedeutung wären, dann wären in der That alle diese langen Legenden lind Allegorien über die Heiligkeit der drei Arten von Feuer, und der neunundvierzig ursprünglichen Feuer - personifiziert durch die Söhne von Daksha‘s Töchtern und deren Gatten, den Rishis, „die mit dem ersten Sohne des Brahmâ und seinen drei Nachkommen die neunundvierzig Feuer ausmachen“ - blödsinniges Geschwätz und nichts weiter. Aber dem ist nicht so. Jedes Feuer hat eine bestimmte Verrichtung und Bedeutung in den Welten des Körperlichen und des Geistigen. Es hat ferner seiner wesentlichen Natur nach eine entsprechende Beziehung zu einer der menschlichen Seelenkräfte, abgesehen von seinen scharf bestimmten chemischen und physikalischen Kräften, wenn es in Berührung mit irdisch differentiierter Materie kommt. Die Wissenschaft vermag keine Theorien über das Feuer an sich zu bieten, wohl aber der Occultismus und die alte religiöse Wissenschaft. Dies zeigt sich sogar in der mageren und absichtlich verhüllten Ausdrucksweise der Purânen, in denen, wie z. B. im Vâyu Purâna, viele von den Eigenschaften der personifizierten Feuer erklärt werden.
So ist Pâvaka das elektrische Feuer oder Vaidyuta; Pavamâna das durch Reibung erzeugte Feuer oder Nirmathya; und Shuchi ist das Sonnenfeuer oder Saura - und alle diese sind Söhne des Abhimânin, des Agni (Feuers), des ältesten Sohnes des Brahma und der Svâhâ. Pâvaka wird ferner zum Vater des
Havyavâhana, des Feuers der Götter; und Pavamâna zu dem des Saharaksha, des Feuers des Asuras. Nun zeigt alles dieses, daß die Schreiber der Purânen vollkommen vertraut mit den Kräften der Wissenschaft und mit ihren Wechselbeziehungen waren, sowie auch mit den verschiedenen Eigenschaften der letzteren in ihrem Einflusse auf jene seelischen und körperlichen Erscheinungen, die von der Naturwissenschaft nicht geglaubt werden....
(aus "Die Geheimlehre I" von Blavatsky)
am frühen Morgen mit einem Buch auf dem Gesicht erwacht, sollte man sich überlegen, ob man abends noch fähig ist, ein Buch zu halten und zu lesen.
Den Titel des schlimmsten Traumes zu vergeben ist gar nicht so einfach, denn ich habe fast alles schon erlebt, was das Potential dazu hätte - im Traum natürlich. Doch die meisten Träume vergesse ich ziemlich schnell wieder. Es gibt keine, die mich regelrecht verfolgen und viele der Träume, die auf den ersten Blick wie Alpträume scheinen, träume ich fast mit Gelassenheit.
Beim Nachdenken darüber fällt mir ein großer Nachteil auf, den das Aufschreiben der Träume hat -
wenn man sie aufschreibt fällt ein wichtiger Indikator dafür weg, der einem anzeigt, wie groß die Bedeutung eines Traumes ist, nämlich der, dass ich einen Traum trotz Nichtaufschreibens über Jahre und Jahrzehnte nicht vergesse. Zumindest mir geht es so, dass in der Fülle des "Materials" auch wichtige Träume gedanklich eher untergehen.
Ich wurde in Träumen ermordet - erschossen, erwürgt, vergiftet, geköpft oder bin im Kerker verhungert, wurde gefoltert, gefangengehalten oder vergewaltigt, es gab auch Träume in denen ich hab andere Menschen habe sterben sehen und Träume die eher an Begegnungen mit Poltergeistern erinnern statt an Träume und wenn ich nicht wüßte, dass es unmöglich ist, dass ich mich in meinem Bett (ohne Drogen) wie in einem Karussell drehe, würde ich es wohl tatsächlich dafür halten.
Der Traum vor dem 11. September war zwar unheimlich, aber nicht schlimm. Das eigentliche Schlimme geschah erst danach und noch heute mache ich mir Gedanken darüber, ob ein Orgasmus an einem Ende der Welt den Zusammenbruch zweier Türme am anderen Ende der Welt bewirken kann (dabei hatte ich an diesem Tag nicht mal einen). Nach dem
Traum "Sterne im Universum machen" , wie ich ihn für mich nenne, habe ich mich zwar so gegruselt, dass ich nicht mehr ins Bett wollte, aber so richtig schlimm war er auch nicht.
Der Traum von den Fünflingen war schlimmer, auch wenn er sich gar nicht so anhört, aber ich kann mich erinnern vollkommen schweißgebadet aufgewacht zu sein. Danach habe ich mich allerdings, als ich begriff, dass es nur ein Traum gewesen war, gefühlt als wäre ich plötzlich in den Himmel gekommen.
Ein Traum, der mich aber wirklich emotional sehr stark mitgenommen hat, war folgender:
Ich bin Mutter und es ist Krieg. Der Feind rückt näher und eigentlich müßte ich mit meinem kleinen Kind fliehen, aber es ist gerade sehr krank und liegt in seinem Bettchen. Im Traum bin ich der Überzeugung, dass ich mit ihm in diesem Zustand nicht flüchten kann. Außerdem habe ich auch Probleme es zu ernähren. Wir haben nichts mehr zu essen und hungern. Der Feind rückt näher und ich bin verzweifelt, weil ich nicht weiß, was ich tun soll. Ich möchte mein Kind nicht verlassen und will es auch nicht in die Hände der Feinde fallen lassen. Ich bin so verzweifelt, dass ich beschließe es mit Zyankali zu vergiften. Meinem Kind geht es immer schlechter. Ich gebe ihm das Gift und tröste es, indem ich sage, dass ich ihm Medizin gebe, damit es bald wieder gesund wird. Es ruft nach mir "Mami, Mami!" und vertraut mir völlig. Es fühlt sich bei mir behütet, beschützt und geborgen, glaubt mir, dass alles wieder gut wird, weil ich, seine Mami, es ihm ja verspreche. Es schmiegt sich an mich und nimmt voll Vertrauen die "Medizin" ein. Auf einmal windet es sich in Krämpfen, röchelt und ruft angstvoll unentwegt nach mir. Ich höre seine Schreie, sein ersticktes Röcheln, sein verzweifeltes "Mama, Mama!" und glaube selbst zu sterben. Damit ich es nicht hören muß halte ich mir die Ohren zu. Ich fühlte dabei die schrecklichste, tiefste Verzweiflung, die man sich vorstellen kann oder besser nicht vorstellen kann. Es ist kaum mit Worten zu beschreiben und der Traum hat mich noch sehr lange beschäftigt. Ich hatte mein eigenes geliebtes Kind getötet und es war furchtbar.
Endlich sind die Ikea-Lichtspots auf das Bücherregal geschraubt. Eigentlich hatte ich diese Idee ja erst für die Nische über der Gardinenstange, aber dort liegt der Zwischenraum unter dem Mindestabstand, d.h. ich würde Löcher bis in den Dachboden brennen. Außerdem hätte ich wahrscheinlich Schwierigkeiten, da oben noch Schrauben einzudrehen. Aber ich finde auf dem Bücherregal machen sie sich auch gut und am Fenster bleibt es dann eben bei der Lichterkette.
wie sie in ungefähr 5000 Jahren oder später, nach der nächsten Sintflut, vor dem Mount Rushmore stehen und sich darüber streiten, wozu diese Riesenköpfe gedient haben und wieviele Sklaven benötigt wurden, um sie in den Felsen zu schlagen...
etwas einfach nur ganz einfach gehen? Ich meine einfach so zur Abwechslung? Ohne dass ich vom hundertsten ins tausendste komme, ständig nebenbei noch andere Probleme lösen oder Problembehandlungsmenüführungen veranstalten muss, ohne dass sich stets immer irgendetwas verhakt, verheddert, verkeilt, verknotet, verbiegt, nicht funktioniert und mir die lange Nase zeigt? Sich einfach nur mit dem beschäftigen, mit dem man sich auch beschäftigen wollte und das unter minimalstem Zeitaufwand? Wäre das nicht einfach nur schön?
Nachdem Elsa ihren ersten Traum, an den sie sich erinnern kann, gepostet hat, habe auch ich angefangen in meinen frühesten Kindheitserinnerungen zu kramen. Eine dieser Erinnerungen ist das Bild einer Frau mit langen schwarzen Haaren und einem weißen Gewand, welche von mir abgewandt auf einem Hinterhof vor einer Art leerem Müllcontainer steht, so dass ich nur ihre kohlrabenschwarzen, glatten und bis zur Hüfte reichenden Haare sehe. Das Bild ist dunkel, als ob es Nacht oder Abend wäre. Zeitweise war ich mir nicht mehr sicher, ob dies ein reales oder ein Traumbild gewesen ist, so wie ich das auch von der Erinnerung daran, wie mir mein Vater den Schnuller weggenommen hat, nicht genau wußte. Letzteres habe ich inzwischen als real verbucht, wobei ich interessant finde, dass dies das erste Mal gewesen ist, bzw. das erste Mal, dass ich mich daran erinnern kann, das Gefühl gehabt zu haben, etwas falsch zu machen. Vielleicht hätte ich dieses Gefühl nicht gehabt, wenn mir mein Vater nicht einfach nur den Schnuller aus dem Mund gerissen, sondern mir auch erklärt hätte, warum er das tat, nämlich weil ich wahrscheinlich zu alt dafür war (ich schätze, es war ein Alter wo ich noch nicht laufen konnte oder es gerade gelernt habe). Vielleicht hätte ich es verstanden. Ich glaube, ich habe damals schon sehr viel verstanden, zumindest wenn ich so höre, was meine Mutter über mich erzählt. Aber zurück zu der schwarzhaarigen Frau. Inzwischen bin ich mir sicher, dass es ein Traum gewesen ist, da dieses Bild mit einer Handlung verbunden war, die sehr starke, allein von der Handlung her nicht erklärbare Emotionen hervorrief. Es war irgendwie so, als würde ich diese Frau kennen und sie verlieren, weil sie sich selbst opferte, indem sie in diesen leeren Container stieg. Jetzt, wo ich es beschreibe, fällt mir eine gewisse Ähnlichkeit zu "Ring" auf, der Unterschied ist nur, dass sie halt nicht in einen Brunnen, sondern in den Container kletterte. Und dieser Traum war mit einem tiefen Gefühl von Trauer und Verlust verbunden. Ich glaube, ich habe nach dem Aufwachen geweint und bin zu meiner Mutter gelaufen.
Und es gibt noch einen weiteren Traum, den ich wahrscheinlich mit allerhöchstens 5 Jahren geträumt haben muß, der seinen Schrecken vor allem daher nimmt, dass er so real war. Ich träumte, dass ich mitten in der Nacht aufstehe, um auf die Toilette zu gehen. Als ich unser großes Wohnzimmer durchquert habe, in den Korridor komme und schließlich das Bad betrete, sitzt eine riesige Eule, die muß wohl mindestens so groß gewesen sein wie ich damals, direkt auf dem Klodeckel und schaut mich an. Mir ist, als hätte sie auch irgendwas gesagt in der Richtung, ich dürfe nicht auf die Toilette, oder so. Ich bin dann ängstlich wieder ins Wohnzimmer gelaufen und da ging der Traum weiter damit, dass die Eule, aber auch verschiedene Leute direkt durch die Wand in das Zimmer gekommen sind. Ich kann mich noch erinnern, dass sich meine Eltern sehr über den Traum amüsiert haben.
Überhaupt habe ich schon als Kind viel geträumt, die Träume aber auch schnell wieder vergessen. Ab und zu habe ich sie meinen Eltern zur Belustigung erzählt, die darauf den Standardsatz hatten, der meistens kopfschüttelnd hervorgebracht wurde: "Was du alles träumst!". Doch erst mit ca. Anfang bis Mitte 20 habe ich begonnen, meine Träume mehr oder weniger regelmäßig aufzuschreiben. Kurz davor hatte ich jedoch ebenfalls einen Traum, den ich trotz Nichtaufschreibens nie vergessen habe. Ich war ca. 19 oder 20 Jahre, als meine Großmutter väterlicherseits starb. Viele Jahre zuvor, da war ich 13, ist bereits mein Großvater verstorben. Meine Großmutter hatte einige ihrer letzten Jahre in einem Altersheim verbracht, wo sie mit ihren Gedanken schon in einer anderen Welt weilte und niemanden mehr erkannte. Kurz nachdem sie gegangen war, hatte ich folgenden Traum:
Ich sehe meine Großeltern auf einer sonnenbeschienenen Wiese. Sie halten sich in den Armen und tanzen lachend einen flotten Walzer. Ich stehe etwas abseits und schaue zu. Als sie mich bemerken, winkt mich meine Großmutter heran und versucht mir nun, noch immer lachend, beizubringen, wie man einen Walzer tanzt, indem sie mir die Schritte zeigt und sich dabei mit mir dreht.Dieser Traum hat mich tief beeindruckt, so tief, dass ich das Gefühl hatte, ich müßte ihn unbedingt meinen Eltern erzählen. Ich hielt ihn fast für so etwas wie eine Botschaft und seltsam ist, das ich inzwischen mehrfach von gerade Verstorbenen geträumt habe und diese Träume stets sehr beeindruckend und sehr tröstlich waren.
Irgendwie finde ich das ziemlich schwierig, da ich glaube, dass die schönsten und skurrilsten Macken gerade die sind, die man an sich selbst gar nicht mehr bemerkt oder noch nie bemerkt hat. Trotzdem bin ich in mich gegangen und habe mehr zutage befördert, als ich im ersten Moment vermutete:
1. Ich hasse es, im Stehen oder im Gehen zu essen. Auch esse ich nicht gerne in ungemütlicher oder kalter Umgebung. Lieber hungere ich den ganzen Tag bis ich ausreichend Zeit und eine mir angenehme Umgebung habe um zu essen.
2. Ich schnaube niemals durch beide Nasenlöcher gleichzeitig, sondern immer erst durch das linke und dann durch das rechte.
3. Ich spreche mit Pflanzen, natürlich so, dass es sonst niemand mitbekommt, und es fällt mir unheimlich schwer, kranke und schon völlig trostlose Pflanzen wegzuwerfen, so lange nicht wirklich alles tot ist. Es fühlt sich so an, als würde ich ein krankes Haustier in den Müll werfen, aber da ich in meiner Wohnung kein Asyl für kranke oder halbtote Pflanzen aufmachen kann, läßt sich das manchmal nicht vermeiden. Und auch jetzt, wenn ich das schreibe, habe ich das Gefühl ein furchtbares Verbrechen zu gestehen.
4. Menschenbabys lassen mich kalt, aber bei Katzenbabys bekomme ich Muttergefühle.
Es ist nicht so, dass ich keine Kinder mag, ich mag sie teilweise sogar ganz gerne, zumindest einige, aber sie können mich einfach nicht zu Entzückensschreien animieren. Ich finde Babys, auf jeden Fall die meisten, so überhaupt nicht süß.
5. Ich habe viele "katzige" Angewohnheiten, z.B. rieche ich gern an meinen Socken und Schuhen(allerdings wirklich nur an meinen und nicht an denen von anderen *gg*), döse gerne, teilweise auf dem Bauch mit angewinkelten untergezogenen Armen, mag es warm und kuschelig, beobachte gerne Vögel, beobachte überhaupt viel, weshalb ich Orte lieber mag, wo ich einen Überblick habe, sowie alle grünen Wiesen, liebe es am Bauch gekrault zu werden, hasse es aber, wenn man mich am Genick anfasst, liege meistens faul herum bis ich plötzlich einen Rappel kriege und alles auf den Kopf stelle, und vieles mehr. Zeitweise habe ich schon die Möglichkeit in Erwägung gezogen, im letzten Leben eine Katze gewesen zu sein...*gg*
6. Ich habe manchmal eine Abneigung dagegen körperlich vereinnahmt zu werden, z.B. durch Umarmungen, mag aber zarte und flüchtige Berührungen.
7. Ich bin extrem geräuschempfindlich, wobei die Geräusche von Lärm bis zu kaum hörbaren hochfrequenten Tönen reichen können. Besonders krank machen mich Auto- und Maschinenlärm, plötzliche laute Geräusche oder Geknalle, allerdings habe ich auch manchmal Phasen, in denen ich Musik ebenfalls nicht verkraften kann, und es gibt einige sehr leise Töne, die andere teilweise gar nicht hören, die mich extrem stören, wie z. B. diese Mücken-Ultraschall-Vertreibungsapparate. Von den Dingern werde ich genauso aggressiv wie die Mücken.
8. Ich kann nicht Kopfrechnen, wenn mich jemand dazu auffordert. Mein Kopf ist dann eine hohle Blase, aber wenn ich alleine für mich was rechnen will, klappt es zumindest in den grundlegendsten Zügen und mit einer großzügigen Rundungshandhabung ganz gut.
9. Ich mag es nicht, wenn mir andere Leute vor den Füßen herumlaufen. Ich habe lange Beine und einen großen Schrittradius, was bedeutet, dass mich alle Beine stören, die sich in meinen Schrittradius hineinverirren. Leider wird mein Schrittradius oft unterschätzt, besonders von kleineren Menschen, die mich mit ihren trippeligen Schritten fast über sie stolpern lassen.
10. Und zu guter Letzt habe ich noch eine Macke, die ich mit Madame Lila, welcher ich dieses mächtige Stöckchen zu verdanken habe, teile, nämlich eine Telefonphobie, bei mir noch ergänzt durch eine Kontakthaltungsphobie. Ich telefoniere überhaupt nicht gerne, tue es meist nur für dringende Absprachen. An das Telefon gehe ich zwar in der Regel, da ich keinen Empfangssekretär angestellt habe, allerdings eher ungern. Außerdem mag ich nicht gerne irgendwo anrufen, nur um den Kontakt zu halten. Daher kann es vorkommen, dass ich mich bei manchen Leuten monate- oder gar jahrelang nicht mehr melde. Es kann auch vorkommen, dass ich plötzlich, wenn mich schon jeder abgeschrieben hat, wieder in Erscheinung trete. Dies aber nur bei den Leuten, wo ich mich das traue, weil ich das Gefühl habe, dass da echte Sympathie im Spiel ist. Manchmal neige ich auch dazu in einer Traumwelt zu leben und mit den mir sympathischen Leuten nur in Gedanken zu verkehren, was mir oftmals völlig ausreicht.
Ich glaube, wenn ich noch länger über dieses Thema meditiere, fallen mir bestimmt noch hundert andere Macken ein. Aber ich finde, das reicht für heute.
Mitnehmen darf sich das Stöckchen wer will. ;o)
eben war eine Kollegin G. hier, die hat bestimmt anderthalb Stunden erzählt und sich ausgeheult, dabei hat sie mir das alles schon am Mittwoch ausführlich auseinandergesetzt. Zum Schluß habe ich gar nicht mehr so richtig zugehört, andererseits ist es aber auch verständlich, dass es sie beschäftigt. Es geht darum, dass sie sich mit der Kollegin R., die nebenan im Zimmer sitzt, verkracht hat, aus wie ich finde wirklich nichtigem Anlaß. Kollegin G. hatte Besuch an ihrem Arbeitsplatz und etwas nötigend, so wie sie manchmal ist, zu ihrem Besuch gesagt, er möge sich setzen. Dazu muß ich sagen, dass ich ihre nötigende Art manchmal selbst etwas nervend finde, aber wenn man dreimal, teilweise auch fünfmal Nein gesagt hat, dann läßt sie einen in Ruhe. So ist sie eben. Diese Situation hat dann wohl Kollegin R. nebenan mitbekommen und hat sowas in der Art gesagt, vielleicht auch etwas bissig, wie: "Du brauchst ihr nicht zu sagen, wann sie sich zu setzen hat, das wird sie schon allein tun, wenn sie will." Darauf erwiderte Kollegin G., dass es Kollegin R. gar nichts angeht, was sie zu ihrem Besuch sagt, und dass sie zu der Frau sowas sagen darf, weil es ihre Freundin ist." Danach ist Kollegin R. abgezogen, kam dann aber nach einiger Zeit wieder herein und fragte, ob sie sich beruhigt hätte. Natürlich hatte sie sich nicht beruhigt, sondern wies darauf hin, dass Kollegin R. sie verletzt hätte, als sie sowas sagte, zumal sie kein Schulmädchen sei, mit der man so sprechen könne. Kollegin R. sagte dann zu ihr, sie solle mal in den Spiegel schauen und ist gegangen. Seitdem, inzwischen sind es drei Wochen, herrscht Funkstille zwischen den beiden und die dritte Mitarbeiterin, die bei Kollegin R. im Zimmer sitzt, hat sich ebenfalls zurückgezogen. Sie haben jetzt immer die Tür geschlossen, sprechen nicht mehr mit ihr und Kollegin R. duzt sie auch nicht mehr. Das geht ihr ziemlich an die Nieren und ich habe zu ihr gesagt, dass sie nicht erwarten sollte, so wie sie es tut, dass R. sich jetzt ausdrücklich bei ihr entschuldigt. Stattdessen sollte man sehen, ob nicht beide Seiten sich wieder ein kleines Stückchen annähern und aufeinander zukommen könnten, ohne dass über irgendeine Schuldfrage diskutiert wird. Doch sie besteht darauf, dass sie keine Schuld hat, sondern R. sie verletzt hätte und auf sie zukommen müßte.
Für einen Außenstehenden erscheinen solche Auseinandersetzungen manchmal eher lächerlich, aber wenn man selbst schon einmal involviert war, weiß man, wie sehr leicht dahin geworfene Bemerkungen oder die Art, wie sie gesagt werden, verletzen können und so völlig verhärtete Fronten entstehen. Doch für einen außenstehenden Mitarbeiter nervt das auch, wenn überall dicke Luft herrscht und keiner mehr miteinander spricht. Ich kenne das ja noch sehr gut von meiner letzten Abteilung. Nun ja, Kollegin G. muß wissen, was sie macht. Schließlich ist sie ja, wie sie sagte, keine Schulmädchen mehr und ich kann beide schlecht an die Hand nehmen und sagen: "So, nun gebt euch schön die Hand und vertragt euch wieder."
Fabrikneuer Himmel, goldbezogen,
flächenverstärkt und kompatibel,
durchfahre die Straße
der kosmischen Gewässer,
immerfort lockend -
in den Furchen blauer Freiheit
suchte ich vergebens
nach dem Datum
deiner Mindesthaltbarkeit.
Wer keine Angst hat, hat keine Phantasie.
(Erich Kästner)
Komisch, dass mir zur Zeit ständig solche Sätze über den Weg laufen. Scheint so, als hätte ich mehr Phantasie als mir lieb sein kann.
An einer Haltestelle stehend bemerke ich erst bei einem Standortwechsel, durch den eine Häuserfront aus meinem Blick verschwindet, dass ich mich in den Bergen befinde. Denn nun erstreckt sich majestätisch und schön ein Bergmassiv vor meinen Augen. Auf der höchsten Spitze des Bergmassivs kann ich, klein wie ein Stecknadelkopf, ein Schloß erkennen. Es steht so hoch oben, dass es fast in den Wolken verschwindet. Ein Wolkenschloß! Erstaunlich, wie es jemand in dieser Höhe bauen konnte. Ich versuche es mit einem sehr großen Objektiv zu fotografieren, um es größer auf das Foto zu bekommen. Dabei muß ich mich weit nach hinten lehnen, ich falle schließlich mitten auf der Haltestelle auf die Knie, weil es so hoch oben ist. Meine Mutter kommt dazu und will mir in einem Apparat Gemälde von Botticelli zeigen. Vielleicht war es ein Dia-Projektor, denn man muß irgendwo hindurchschauen. Während ich aber noch mit der Kamera beschäftigt bin, erzählt sie schon: "Das war mein schönster Botticelli.".
wie gerne ich mich einmal wieder frei und leicht fühlen würde. Ok, unter der Knute von Saturn kann man wahrscheinlich nicht erwarten, die fröhliche Leichtigkeit in Person zu sein, aber diese Saturn-Phase zieht sich und zieht sich und alles ist irgendwie so zäh und ärgerlich.
Ich habe darüber nachgedacht, wann ich mich in meinem Leben frei und leicht gefühlt habe. Und es gab sie diese Phasen, selbst unter den widrigsten Bedingungen und auch in meinem Job. Vor allem in den Praktika hat mir die Arbeit tatsächlich Spaß gemacht, aber inzwischen bin ich zu der Überzeugung gekommen, dass dies wohl ausschließlich ein Privileg von Praktikanten ist. Ab irgendeinem mysteriösen Punkt im Berufsleben ist die Freude über Nacht aus unerklärbaren Gründen verflogen. Dabei ist für das Gefühl der Leichtigkeit weniger ausschlaggebend, ob oder was man arbeitet, als viel mehr, wie wohl man sich unter den Menschen fühlt, mit denen man den ganzen Tag zusammen ist. Wenn ich mich so in meinem Job umschaue, dann kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass nicht nur ich unter einem Saturneinfluß leide, sondern die gesamte "Firma".
Überall sieht man verkniffene und mürrische Gesichter, man traut sich kaum noch jemanden anzusprechen, aus Angst eine blöde Antwort zu bekommen und weil irgendwie alle überempfindlich sind, überall bekriegen und behassen sie sich, und natürlich muß es immer ein schwarzes Schaf geben, auf das man draufhauen kann. Manchmal habe ich tatsächlich das Gefühl, die Leute brauchen das, und seltsamerweise scheinen sie es in Abteilungen, in denen sie eigentlich nicht viel zu tun haben, noch viel stärker zu brauchen, als dort, wo wirklich Stress herrscht, was mich immer sehr verwundert. Früh lastet ein Gewicht auf einem, als würde man in den Knast gehen und die Ketten schon hinter sich her ziehen, weil man den ganzen Tag ernst aussehen und sich jede Leichtigkeit verkneifen muss.
Ich merke regelrecht, wie mich die Zeit im Büro zu einem ganz anderen Menschen macht. War ich einige Zeit im Urlaub und kehre dann zurück, bin ich völlig verändert und trete auch anders auf. Dies dauert jedoch nur wenige Tage, längstens eine Woche an, bevor mich die klebrige Tretmühle wieder zu einer ängstlichen Büromaus gemacht hat. Natürlich wird trotzdem mal gelacht, jedoch niemals so richtig frei, weil man nie so genau weiß, ob sich nicht jemand von diesem Lachen belästigt fühlt. Dies kommt ziemlich oft vor, denn sobald sich einige anscheinend gut amüsieren, kommen andere und fragen mehr oder weniger laut, ob diejenigen eventuell nicht zu tun hätten oder gar hätten, aber nichts tun. Und doch ist das alles wieder nicht schwer zu verstehen, wenn man sieht, unter welchem Druck jeder steht. Selbst jemand, der versucht, sich nicht unter Druck setzen zu lassen kommt unwillkürlich dahin, weil er sich diesem geballten Frust einfach nicht entziehen kann. Manchmal denke ich in dieser Situation an den Spruch:
"Stell dir vor es ist Krieg und keiner geht hin.". Warum nur?