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Sonntag, 23. September 2007

Besuch in meiner alten Kirche

Ich bin auf der großen Brachfläche hinter der Kirche Richtung E.B.Str. unterwegs, wo ganz früher einmal, so dass ich mich kaum daran erinnern kann, die Kleingärten waren. Aus irgendeinem Grund schwenke ich nach rechts und laufe dort quer über eine Fläche mit hohem wilden Unkraut. Eigentlich wollte ich nun links einbiegen, aber da ich eine Baugrube und Laster sehe, biege ich nach rechts ab und gehe wieder ein Stück zurück, Richtung B.Straße. Als ich mich dabei umschaue, sehe ich nun mächtig und drohend meine alte Kirche aufragen. Eigentlich könnte ich ja ein paar Fotos machen, wenn ich schon hier bin, denke ich. Die Kirche hat auf dieser, der hinteren Seite, am Eingang eine höhere Platform und zuerst will ich nur von dort Bilder von der Brachebene machen. Doch da ziemlich viele Menschen in die Kirche strömen, ströme ich neugierig mit. Die Kirche scheint zu einem Touristikzentrum geworden zu sein. Erstaunlich, denn sowas besonderes ist sie nicht, im Vergleich zu anderen Kirchen relativ farblos und plump. Während der Judenverfolgung wurden hier allerdings Juden im Kirchturm versteckt und es gab ein Widerstandsbüro im Turmbau. Drinnen, im Vorraum, hat die Kirche mehr Ähnlichkeit mit einem Verkaufsraum, denn dort stehen zwei Kassen auf hohen Theken und sogar eine Bar mit Getränken für die Touristen. Also geschäftstüchtig ist er ja der Pfarrer, das muss man ihm lassen. Hoffentlich treffe ich ihn hier nicht, dazu hätte ich wirklich keine Lust. Vor mir steht mit dem Rücken zu mir ein sehr großer Mann in einem Talar. Er dreht sich um, doch es ist ein mir unbekanntes Gesicht. Im Vorraum ist es ziemlich düster, so wie ich es von früher in Erinnerung habe, aber im Kirchenraum ist es noch dunkler. Ich stutze, als ich hineinschaue. Der Raum ist zwar groß, doch sehr karg, ohne Fenster und statt Kirchenbänken sehe ich die alten Holzstühle, die früher in der Kapelle standen, als dort bei den Bauarbeiten ersatzweise der Gottesdienst stattfand. Bin ich hier vielleicht in der Kapelle? Nein, das kann nicht sein. Die war auf der anderen Seite, hatte Fenster und dazu ist der Raum auch zu groß. Seltsam. Wieder im Vorraum hat ein Ehepaar an einem der Verkaufsstände eine Zeichnung in gelb-orangen Farben erstanden. Diese kommt mir irgendwie bekannt vor. Ist es etwa eine Zeichnung von mir? Ich suche nach der Signatur und finde ein A.J.'22. Also doch nicht.

In einer anderen Traumsequenz geht es um eine Diskothek, die sich jedoch in einem Vorort ziemlich weit von zu Hause befindet. Anscheinend gehe ich da jetzt neuerdings hin, aber im Traum mache ich mir vor allem Gedanken darüber, dass ich dort nur zwei Stunden bleiben kann und statt um 3 Uhr schon um 22 Uhr wieder gehen muss, damit ich noch nach Hause komme. Ich sage zu mir selbst, wie schnell doch zwei Stunden in einer Diskothek vergehen - da tanzt man ein paar Lieder durch und schon sind zwei Stunden um, ohne dass man es gemerkt hätte und als ob gar keine Zeit vergangen wäre.

In einem dritten Traumfragment geht es um ein ungehobeltes Bruderpaar. Ich kann mich nicht mehr erinnern, was ich mit ihnen zu schaffen hatte, ich glaube, ich war zu Besuch bei Verwandten. Beide Brüder sind ziemlich feindselig und abweisend. Allerdings meine ich zu bemerken, dass ein Bruder davon schlimmer ist, als der andere. Der, der kratzbürstiger und feindseliger ist, hat rote Haare und eine Brille und ich weiß, dass er vom Sternzeichen Schütze ist. Der andere erinnert ein bißchen an meinen ehemaligen Mitschüler H.K., er ist zwar zurückhaltend, aber nicht wirklich feindselig. Seltsamerweise interessiert mich der rothaarige mehr.

Bemerkung: Die Kirche meiner Kindheit hat tatsächlich eine Platform, allerdings auf der anderen Seite als im Traum und auch nur zwei oder drei Stufen hoch.

Freitag, 21. September 2007

...

Ich musste erfahren, dass man Menschen mit energetischer Medizin heilen, aber auch schaden kann. Später begriff ich, dass Energieheilung durch einen unqualifizierten Heiler oft das Gleiche ist wie schwarze Magie, auch wenn es der Heiler oder die Heilerin noch so gut meint. Schwarze Magie geschieht nicht nur auf Haiti oder im Süden von Louisiana, sondern überall dort, wo schlecht ausgebildete Personen ihre Hände auf andere Menschen legen und ihnen beim Versuch, sie zu heilen, unbewusst schädliche Energie übertragen...

...Indianische und tibetische Mystiker haben die Existenz des Leuchtenden Energiefelds schon vor Tausenden von Jahren dokumentiert und es als eine Aura oder einen Lichtschein beschrieben, der den physischen Körper umgibt. Zuerst schien es merkwürdig zu sein, das Konzept eines menschlichen Energiefelds bei den amerikanischen Schamanen sowohl des Urwalds und als auch der Berge vorzufinden. Nachdem ich jedoch die Universalität des menschlichen Energiefelds begriffen hatte, war mir klar, dass es eigentlich jede Kultur entdeckt haben musste. Im Osten zeigen die Mandalas Buddha in blauen und goldenen Feuerkränzen, und im Westen erscheinen Christus und die Apostel mit einem Heiligenschein. In der mystischen Literatur steht, dass der Apostel Thomas die gleiche Strahlung hatte wie Christus. Legenden der amerikanischen Ureinwohner handeln von Personen, die im Dunklen so leuchten, als seien sie von einem inneren Feuer angezündet. In den Anden existieren Geschichten um den Herrscher Pachakutek, der als Sohn der Sonne betrachtet wurde und das Licht der Morgendämmerung ausstrahlte. Jedes Lebewesen auf der Erde besteht aus Licht. Die Pflanzen nehmen das Licht direkt von der Sonne auf und verwandeln es in Lebensenergie. Die Tiere fressen dann die grünen Pflanzen, die das Licht gespeichert haben. Licht ist also das »Fundament«, aus dem das Leben besteht. Wir sind Licht, das mit lebendiger Materie verknüpft ist. Jedes Lebewesen um uns herum besteht aus Licht, das sich in unterschiedliche Vibrationen und Formen verdichtet hat. Physiker, die sich mit subatomaren Teilchen beschäftigen, wissen, dass man nur tief genug in die Materie einzudringen braucht, um herauszufinden, dass das ganze Universum aus Vibration und Licht besteht. Wir irren uns, wenn wir glauben, das Licht um Buddha oder Christus sei ein Beiwerk der Mythen und Legenden. Wir können die leuchtende Strahlung dieser Individuen auch keiner seltsamen Bioluminiszenz zuschreiben, die vom Körper produziert wird, als wäre der Mensch ein Glühwürmchen. Buddha wies uns den Weg zur Erleuchtung. Er lehrte, dass wir unserem Licht folgen sollten, um vom Leid befreit zu werden. Als Christus im Jordan getauft wurde, soll ein gleißendes Licht über ihm erschienen sein. Wenn wir glauben, dass Christus mit dem Licht seiner Liebe gestrahlt hat und wir nicht fähig sind zu strahlen, dann lassen wir außer Acht, wenn Christus sagt, dass wir noch größere Werke vollbringen werden als er...

...Die Schamanen behaupten, sie könnten untereinander über die leuchtende Matrix kommunizieren, die von den Feldlinien der Erde erzeugt wird. Ein Heiler kann das leuchtende Gitternetz des Universums, das sich über die Erde hinaus bis zu den Galaxien erstreckt, fühlen und manchmal auch sehen. In der technologischen Gesellschaft sind viele Menschen nicht mehr an die Matrix des Universums angeschlossen. Oft haben sich die Menschen, die mit Symptomen chronischer Müdigkeit zu mir kommen, völlig von der natürlichen Welt abgeschnitten. Sie gehen nicht mehr im Wald spazieren, pflanzen keine Tomaten mehr in ihrem Garten und riechen nicht mehr den Duft der Blumen. Ich will damit nicht behaupten, dass Waldspaziergänge allein chronische Müdigkeit heilen, die ein sehr komplexes medizinisches Phänomen ist. Dennoch benötigen Menschen mit diesem Krankheitssymptom den vitalen Wiederanschluss an das natürliche System als Teil ihrer Heilung. Wie die Feldlinien an der Erdoberfläche laufen, so laufen die Akupunktur-Meridiane entlang der Hautoberfläche und verbinden die einzelnen Akupunkturpunkte (die in Wirklichkeit sehr kleine Chakras sind) miteinander. Diese Energie-Meridiane entsprechen dem Kreislaufsystem im Innern des Körpers. Sie sind die Arterien und Venen des Leuchtenden Energiefelds. Die indigenen amerikanischen Heiler kennen diese Meridiane als rios de luz, Flüsse des Lichts, die innerhalb des leuchtenden Körpers strömen. Der Legende nach waren vor 5000 Jahren die ersten Akupunkteure in der Lage, diese Meridiane zu sehen, die die Körperoberfläche umspannen. Selbst heute sind die berühmtesten Akupunkteure Japans blind. Sie haben ihre diagnostischen Fähigkeiten entwickeln können, weil sie nicht von der physischen Erscheinung abgelenkt werden. Sie folgen dem Fluss von chi mit ihren Fingern und spüren so seinen Puls und Rhythmus entlang der Akupunktur-Meridiane. Indem sie wahrnehmen, wo der Fluss von chi blockiert ist und wo er kraftvoll strömt, diagnostizieren sie entweder Gesundheit oder Krankheit. Die mystischen Traditionen sind voll mit Hinweisen auf Menschen, die das Leuchtende Energiefeld wahrnehmen können. Bei den Inka heißen sie kawak, Seher. In der Nazca-Ebene im Süden Perus gibt es eine verlassene Stadt namens Kawachi (»der Ort der Sehenden«), wo Menschen lernten, die leuchtende Natur des Lebens wahrzunehmen. Über die Jahre hinweg habe ich die Fähigkeit entwickelt, die Lichtströme zu sehen, die durch den leuchtenden Körper fließen. Ich kann die Abdrücke von Gesundheit und Krankheit lesen. Ich bin davon überzeugt, dass es sich hierbei um eine angeborene Fähigkeit handelt, die wir alle besitzen, aber entweder nicht entwickelt oder dadurch verloren haben, dass man uns im Alter von sieben oder acht Jahren erzählte, dass die materielle Welt die einzig »reale« Welt sei....

...Während die hinduistische Tradition von sieben Chakras ausgeht, lehrten mich die Schamanen, bei denen ich meine schamanistische Ausbildung erhielt, zwei weitere wahrzunehmen: das achte Chakra oberhalb des leuchtenden Körpers, aber noch im Leuchtenden Energiefeld, das wiracocha oder der Ursprung des Heiligen genannt wird; und das neunte Chakra außerhalb des Körpers, das im Unendlichen, in der Welt des Spirits liegt und mit der ganzen Schöpfung eins ist, bekannt als causay, der Punkt der nichtmanifesten Kreation – der Unendlichkeit. ....Wenn unser Energienachschub giftig wird, leiten die Chakras diese Gifte weiter ans zentrale Nervensystem, wodurch wir ernsthaft oder sogar lebensbedrohlich krank werden können. Unsere weitere Gesundheit hängt dann davon ab, wie wirksam wir unseren Energiehaushalt wieder erneuern können...

...Wenn wir die emotionalen Auswirkungen einer schmerzlichen Situation noch in der Situation selbst heilen können, hinterlässt sie keinen Abdruck im Leuchtenden Energiefeld. Wenn wir mitten in unserem Schmerz dem Mitgefühl und der Vergebung Raum geben, absorbiert das Leuchtende Energiefeld keine zurückbleibenden negativen Energien. Abdrücke im Leuchtenden Energiefeld können seltsame und scheinbar zusammenhanglose Ereignisse in der äußeren Welt bewirken...

..Während einige Yogaschulen behaupten, der Mensch sei nicht sein Körper, sagt der Schamane, dass wir sehr wohl unser Körper sind, aber auch noch viel mehr. Er weiß, dass die sichtbare und die unsichtbare Welt ineinander verwoben sind und sich gegenseitig bedingen. ..

...Das achte Chakra befindet sich im Leuchtenden Energiefeld. Es sitzt als rotierende Sonne über dem Kopf und stellt unsere Verbindung zum Großen Spirit dar. Das achte Chakra ist der Ort, an dem Gott in uns wohnt.... ...Wir finden dieses Chakra wieder in dem Licht, das Christus auf bildlichen Darstellungen umgibt, sowie in dem Feuer, das zu Pfingsten auf die Apostel herabkam, als sie das Geschenk des Heiligen Geistes empfingen. Wenn wir sterben, weitet sich das Chakra zu einer leuchtenden Kugel aus und umschließt die anderen sieben Chakras mit seinem Licht. Nach einer Periode der Versöhnung und Reinigung bildet das achte Chakra einen neuen Körper, wie es schon viele Lebzeiten zuvor immer wieder geschehen ist. Es führt uns zu unseren biologischen Eltern und zu den besten (nicht den einfachsten!) Lebensumständen für unser spirituelles Wachstum. Die traumatischen Erinnerungen an unsere letzte Inkarnation werden als Abdrücke im Leuchtenden Energiefeld auf unseren nächsten Körper übertragen....

...Der Entwicklungsprozess des neunten Chakras besteht darin, ein Geheimnis hüten zu können, sogar vor sich selbst. Dieses Geheimnis besagt, dass vor sehr langer Zeit die immense Kraft, die wir Gott nennen, ihren Platz in der nichtmanifesten Leere verlassen hat, um sich selbst zu erfahren. So manifestierte sie sich vor 12 Milliarden Jahren als die Singularität, die alle Materie in unserem Universum hervorbrachte. Die immense Kraft erkundschaftete sich selbst in allen Lebensformen, als Heuschrecken, Wale, Planeten und Monde. Da die immense Kraft jedoch allgegenwärtig und allwissend war, besaß jede ihrer Manifestationen auch diese Eigenschaften. Daher musste sie ihre eigene Natur vor sich selbst verbergen, um sich selbst in der Vielfalt ihrer Formen zu erkennen. Wenn dieses Zentrum erwacht ist, hört man ein tiefes, polterndes Lachen, das von den Bergen widerhallt und über den Himmel donnert....

....Wir alle verfügen über die Sensoren, die für den schamanistischen Weg des Sehens notwendig sind. Sie bestehen aus dem sechsten Chakra (das mystische »dritte Auge« in der Mitte der Stirn) und dem vierten Chakra, dem Herzen. Indem wir das dritte Auge und das Herz-Chakra mit dem visuellen Kortex verbinden, können wir mit den Augen des Geistes und des Herzens sehen. Die Aufgabe besteht darin, ein »Kabel« von diesen Chakras zur Leinwand im Gehirn zu legen. Als Student der Anatomie habe ich gelernt, dass die neuralen Verknüpfungen im menschlichen Gehirn, nachdem sie einmal etabliert worden sind, nur sehr schwer verändert werden können. Es ist unmöglich, neue neurologische Verbindungen zum visuellen Kortex zu legen. Wenn der Sehnerv bei einer Person durchtrennt ist, erblindet sie und hat keine Chance, ihr Augenlicht wiederzuerlangen. Dennoch träumt sie weiterhin in farbigen Bildern. Das Gehirn kann die bestehenden Verknüpfungen zum visuellen Kortex nicht umleiten. Um also mit den Augen des Herzen sehen zu können, müssen wir ein extrazerebrales Netzwerk außerhalb des Gehirns erschaffen. Die Schamanen können durch bestimmte Rituale, in denen das Sehen gelernt wird, extrazerebrale Verknüpfungen herstellen, die das dritte Auge und das Herz mit der Leinwand im visuellen Kortex verbinden, um auf diese Weise multisensorische Bilder der leuchtenden Welt zu erhalten. Das Gehirn von Kleinkindern hat in den ersten Lebensjahren zehn Mal mehr synaptische Verbindungen als beim Erwachsenen. Synapsen sind wie Äste, die von den Nervenzellen ausgehen und sich in alle Richtungen ausstrecken, bis sie auf einen anderen Ast stoßen, mit dem sie sich verbinden. Synaptische Verbindungen sind die Pfade, auf denen Information weitergegeben wird...

...Im Westen haben die Menschen keine neuralen Verknüpfungen entwickelt, um Energie wahrzunehmen. Daher müssen wir diese Verknüpfungen außerhalb des Gehirns herstellen. Man kann sie sich als Meridiane goldenen Lichts vorstellen, die außen am Kopf entlanglaufen und das dritte Auge und das Herz mit der Leinwand im Gehirn verbinden. Diese Pfade übertragen multimodale sensorische Daten – Bilder, Oberflächen, Klänge, Geschmacksempfindungen, Gefühle und Düfte. Verlier deinen Kopf, und verlass dich auf deine Sinne Die unsichtbare Welt kann nicht mit den Augen der Logik und Vernunft gesehen werden. Wir müssen den unschuldigen Blick des Kindes und seine direkte, ursprüngliche Wahrnehmung wieder finden. Ein Kind erforscht seinen Tastsinn, lernt Farben zu unterscheiden, schaut unter Steine und fragt immer wieder, warum etwas so ist, wie es ist. Hierbei handelt es sich um unmittelbare, ursprüngliche Wahrnehmung. Wenn Christus sagt, wir können das himmlische Reich erst dann betreten, wenn wir wie die Kinder werden, so meint er damit, dass wir wieder lernen müssen, die Welt mit einem unschuldigen Blick zu sehen, frei von festgefahrenen Vorstellungen. Vernunft und Sprache trennen uns von der direkten Erfahrung. Logik und Namen – obgleich praktisch – verhindern, dass wir das Mysterium des Lebens direkt erfahren können...

....Die Vermischung sensorischer Empfindungen wirkt nur auf denjenigen fremd, der sich schon von der ursprünglichen, unmittelbaren Erfahrung der natürlichen Welt abgeschnitten hat. Musiker sprechen oft davon, dass sie hören, wie die Luft nach Flügelschlägen klingt, wenn sie fliegende Vögel beobachten. Dieser »Allgemeinsinn« ist das Kennzeichen einer ursprünglichen Wahrnehmung, die die meisten von uns mit dem Aufkommen der Zivilisation verlernt haben. Wie der Philosoph Maurice Merleau-Ponty in seinem Buch Phänomenologie der Wahrnehmung schreibt: »Die synästhetische Wahrnehmung ist vielmehr die Regel, und wenn wir uns dessen selten bewusst sind, so weil das Wissen der Wissenschaft unsere Erfahrung verschoben hat und wir zu sehen, zu hören und überhaupt zu empfinden verlernt haben, vielmehr aus der Organisation unseres Körpers und der Welt, so wie die Physik sie auffasst, deduzieren, was wir sehen, hören und empfinden müssen.« Synästhesie wächst in dem Maße, wie wir uns des Berührungssinns, des Geschmackssinns, des Empfindungssinns und des Hörsinns bewusst werden. Eine meiner beliebtesten Synästhesie-Übungen besteht darin, die eigenen Gefühle zu »schmecken«. Bemerk deinen Geschmack im Mund. Ist er süß? Sauer? Hölzern? Metallisch? Denk nun an etwas, das dich traurig macht. Ändert sich dadurch der Geschmack im Mund? Denk an eine schöne Situation und achte wieder darauf, ob sich der Geschmack im Mund verändert...

....In manchen Phasen fühlen einige Klienten intensive Emotionen, ihre Hände oder Beine verkrampfen sich, oder ihre Körper zucken und geraten außer Kontrolle. Sobald sich das unangenehm anfühlen sollte, können sie den Prozess verlangsamen, indem sie ihre Arme rechts über links vor der Brust verschränken. (Diese Technik findet sich in jeder Kultur, um den Fluss von Energie zu unterbrechen. In Ägypten wurden die Pharaonen in dieser Haltung bestattet, damit sie auf ihren Reisen nach dem Tod geschützt waren, und in der modernen Kampfkunst wird diese Bewegung verwendet, um einen Schlag abzuwehren.)...

...Der Körper weiß, wie es ist zu sterben, denn er weiß auch, wie es ist, geboren zu werden. In neun von zehn Fällen kehrt das Leuchtende Energiefeld problemlos in die Welt des Spirits zurück. Entsprechend verlaufen auch neun von zehn Geburten ohne Komplikationen. Nur bei einer von zehn Geburten besteht ein erhöhtes Risiko, und selbst natürliche Geburten finden heute meistens im Krankenhaus statt, wo im Notfall immer ein Arzt erreichbar ist. Ein Heiler oder eine Heilerin muss nur dann das Leuchtende Energiefeld von den Chakras trennen, wenn der Ablösungsprozess nicht auf natürliche Weise geschieht.

(aus "Das geheime Wissen der Schamanen" von Alberto Villoldo)

...

Die Variablen variieren zuviel und die Konstanten sind nicht so konstant wie sie scheinen.
Finagles Fünfte Fundamentale Entdeckung

Erwin Schrödinger leistete mehr als nur ein mathematisches Rätsel mit fiktiven Katzen. Seine Gleichungen über subatomare Wellenmechanik, die ihm den Nobelpreis brachten, gehörten zu den wichtigsten Beiträgen zur Partikel-Theorie unseres Jahrhunderts. Später wandte er sich der Biophysik zu und lieferte in einem kleinen Büchlein mit dem Titel Was ist Leben? die erste mathematische Definition des Unterschieds zwischen lebendigen und toten Systemen. Als Nebenüberlegung stellte er die These auf, daß das Leben negative Entropie ist. Diese Erkenntnis sollte bei vielen seiner Leser ganz neue Ideen auslösen, einschließlich Norbert Wiener vom M.I.T. und Claud Shannon von Bell Labs, die sich nach Schrödinger so intensiv mit negativer Entropie beschäftigten, daß sie eine mathematische Informationstheorie entwickelten, und den Grundstein zur Wissenschaft der Kybernetik legten, aus der schließlich auch das Biest resultierte. Schrödinger glaubte selbst nicht an sein Katzenrätsel; er hatte es nur erfunden, um zu zeigen, daß irgendwas mit der Quantentheorie nicht stimmen konnte, wenn sie zu solchen Schlußfolgerungen führte. Schrödinger mochte die Quantentheorie nicht, weil sie ein anarchistisches Universum beschreibt, und er, wie auch sein guter Freund Albert Einstein, Determinist war. Und so hatte Schrödinger die Hoffnung, daß er eines Tages einen ernsthaften Fehler an ihr entdecken würde, obwohl er maßgeblich zu ihrer Entwicklung beitrug und jeden Tag mit ihr zu tun hatte. Das Katzenproblem geht aus von einer Katze, einem tödlich wirkenden Apparat, beispielsweise einem Gewehr oder Giftgaskügelchen, und einem Quantenprozeß, der schließlich diesen Apparat auslöst und die Katze tötet. Sehr simpel. Ein Experimentator würde, wenn er herausfinden wollte, wann die Waffe ausgelöst wurde und die Katze tötete, in das Laboratorium schauen, wo dieser Vorgang stattgefunden hat, und sich notieren, was geschehen war. Aber - so beobachtet Schrödinger hämisch - die moderne Physik sollte, wenn sie wirklich das ist, was man aus ihr gemacht hat, uns erlauben herauszufinden, was geschieht, ohne daß wir tatsächlich ins Labor gehen und nachschauen müssen. Wir müßten nur die Gleichungen des Quantenprozesses notieren und ausrechnen, wann die Phasenveränderung, die zur Auslösung der Waffe führt, eintreten muß. Das Dumme an der Sache ist, daß die Gleichungen zu mindestens zwei verschiedenen Lösungen führen. Für jede beliebige Zeitspanne, sagen wir eine halbe Stunde, geben uns die Gleichungen zwei Eigenwerte, von denen einer behauptet, daß die Katze nun definitiv tot ist, kaputt, spurlos versenkt und erledigt, und der andere, daß die Katze immer noch genauso lebendig herumläuft wie du und ich.
Inever died, saidhe; Inever died, saidhe.
Die meisten Physiker zogen es vor, Schrödingers verfluchte Katze zu ignorieren; schließlich funktionierte die Quantenmechanik, wozu also diese Aufregung über ein kleines Rätsel in der Mathematik? Einstein dagegen liebte Schrödingers Katze, weil sie mathematisch seine eigene Überzeugung demonstrierte, daß subatomare Vorgänge nicht so anarchistisch sein konnten, wie es die Wellenmechanik zu implizieren schien. Einstein war ein Mann der Verborgenen Variablen. Er bestand auf der Verborgenen Variablen - eine unsichtbare Hand, wie Adam Smith gesagt hätte -, die die scheinbar unbestimmte Quantenanarchie kontrollierte. Einstein war davon überzeugt, daß die Verborgene Variable deterministisch und mechanisch sein mußte und eines Tages entdeckt werden würde. «Gott würfelt nicht mit der Welt», pflegte er zu sagen. Jahrzehnt um Jahrzehnt verging, doch die Verborgene Variable blieb verborgen. In den siebziger Jahren löste Dr. Evan Harris Walker (sehr zu seiner eigenen Befriedigung) das Katzenparadoxon auf und definierte die Verborgene Variable (ebenfalls sehr zu seiner Befriedigung). Die Verborgene Variable, so sagte er, war das Bewußtsein. In manchen Abteilungen meckerte man, daß Walker Pantheismus als Quantenpsychologie getarnt in die Physik hineinschmuggeln wollte, aber viele jüngere Physiker, speziell die Acidheads, akzeptierten seine Lösung. Professor John Archibald Wheeler aus Princeton fand einen anderen Weg, um mit der Katze fertig zu werden - er nahm sie wörtlich. Jede Quantenunbestimmtheit, so schlug er vor, erschafft zwei Universen; folglich sind die Gleichungen beide buchstäblich wahr: in dem einen Universum lebt die Katze und in dem andern ist sie tot. Wir können natürlich immer nur ein Universum auf einmal verkraften, aber wenn die Mathematik behauptet, daß das andere Universum existiert, bei Gott, dann existiert es auch. Da außerdem ständig 0,5 Wahrscheinlichkeiten auftreten, jedesmal wenn man eine Münze wirft, zum Beispiel, gibt es sehr viele von diesen Universen, vielleicht unendlich viele. Zusammen mit zwei graduierten Studenten namens Everett und Graham entwickelte Wheeler sogar ein Modell, wo diese anderen Universen verzeichnet waren. Sie umgeben uns im Super-Raum von allen Seiten. Aus gewissen Quellen war zu entnehmen, daß der alte Wheeler wohl zuviel Sciencefiction gelesen haben mußte. In Wirklichkeit hatte Schrödinger selbst den Schlüssel zur wahren Lösung des Katzenparadoxons gegeben und zwar in seinem großartigen Essay über die Biophysik, wo er die These aufstellte, alles Leben sei negative Entropie. Kein Mensch war dahintergestiegen, bis zu Sarfattis Demonstration im Jahre 1986. Zur Zeit dieser Geschichte fischten die Physiker noch im Trüben und versuchten, diese Tatsache vor der Öffentlichkeit geheimzuhalten.

(aus "Schrödingers Katze - Das Universum nebenan" von Robert A. Wilson)

Dienstag, 18. September 2007

Aus dem Nachwort zu den Hesse-Gedichten

Ähnlich ungebrochen antwortet Hesse selbst im Januar 1934 einem Kritiker seiner Verse: "Ich habe in der Tat vor 'Herz und Schmerz' nicht die mindeste Scheu. Ich bin der Meinung, dass diese Reime, ständige Ornamente im Volkslied, schon den Eichendorff oder den Goethe keineswegs durch ihre Originalität erschüttert haben, sondern daß sie von allen deutschen Dichtern einige Jahrhunderte lang ebenso natürlich und harmlos gebraucht wurden, wie wir uns der Buchstaben und Interpunktion bedienen. So wenig ich das Bedürfnis habe, plötzlich das Komma oder das Fragezeichen durch irgendwelche neue Zeichen in irgendeinem persönlichen Jugendstil ersetzen zu wollen, habe ich Bedenken, diese alten heimeligen Reimpaare immer wieder zu verwenden. Die Sprach-Turnereien heutiger Originale werden altes Blech sein, noch ehe ihre Schöpfer graue Haare kriegen."...
...Die Liedhaftigkeit, die das Inhaltliche auf eine Weise in Klang und Rhythmus zu verwandeln vermag, daß es im Hörer auch unbewußt wirkt und weiterlebt, gehört zu den Geheimnissen der Lyrik und unterscheidet sich deutlich von Epik und Prosa. Doch geht jedes Abweichen von den traditionellen Effekten des Reims und Rhythmus auf Kosten des spezifisch Lyrischen und nimmt dem Gedicht etwas von dem, was es ausmacht, seine Mehrdimensionalität.
Deshalb kann Hesse den Vorwurf, artistisch einfallslos oder gar ein Epigone zu sein, getrost in Kauf nehmen, solange in den Gedichten seiner kritischen Kollegen das Neue einzig darin besteht, einen mehr oder weniger klaren Prosasatz schon dann als Gedicht auszugeben, wenn er in die äußere Form eines Gedichtes gebracht worden ist....
....Daß solche Gebilde, um noch als Gedicht begriffen werden zu können, geradezu angewiesen sind auf Interpretations-Prothesen, ist nicht verwunderlich. Ihre philologische Eingemeindung in die Gattung der Lyrik ist denn auch schwierig und macht sie abhängig vom Einfallsreichtum der jeweiligen Auslegung, zumal das einzige poetische Element, das solche "Gedichte" dann im Idealfall noch haben, aus komplizierten Analogien besteht, die entschlüsselt und begreiflich gemacht werden müssen.

(Volker Michels)

Die alte Shoppingmeile

Just (Hab ich heute einen niederdeutschen Bauern gefrühstückt?) mußte ich an die Einkaufsrunden aus meiner DDR-Kindheit denken, die ich immer mit meiner Mutter zusammen absolvierte. Diese begannen bei dem Gemüseladen, in welchem man Gemüse kaufte, führten die Straße entlang zum Käseladen, wo man Käse kaufte, weiter zum Fleischer, bei welchem man Wurst und Schnitzel holte, um die Ecke herum zum Fischladen, wo eventuelle Fischgelüste befriedigt wurden und nochmals um die Ecke zum Bäcker. Hier bekam man ofenfrisches Brot und Brötchen. Im Gemüseladen roch es meist erdig, mit einem Hauch Suppengrün, im Käseladen duftete es würzig-pikant, so dass einem sofort beim Eintritt das Wasser im Mund zusammenlief, beim Fleischer war die Luft ebenfalls würzig, allerdings weniger pikant, als vielmehr mit einem Schuß Blut vermengt, im Fischladen roch es keineswegs stark nach Fisch, sondern überwiegend nach Meerwasser. Dort gab es noch Bottiche mit lebenden Fischen. Wenn man einen davon wollte, wurde er mit dem Kescher herausgefischt und mit der Holzhammermethode erledigt. Und beim Bäcker duftete es herrlich nach Frischgebackenem. Für mich fiel immer sofort etwas ab: im Gemüseladen noch nicht so viel, außer es gab mal Bananen oder anderes rares Obst. Die ollen Äpfel wollte ich nie. Im Käseladen erhielt ich eine Scheibe butterweichen Käse in die Hand gedrückt und beim Fleischer eine frische Wiener. Aus dem Fischladen zog ich nie ab ohne meine geliebte Anchovispaste (die ich natürlich nicht aus der Hand aß) und beim Bäcker bekam ich ein Schweineohr, Mürbeplätzchen oder ähnliches. Manchmal erlaubte mir meine Mutter sogar, das ofenfrische Brot mit der verführerischen Kruste anzuknabbern, welches ich im Arm trug. Meist war ich nach solch einer Einkaufstour seelig und satt.
Wenn ich heute im Supermarkt bin, riecht es, wenn ich Glück habe, nach gar nichts, und wenn ich Pech habe, nach verfaulten Kartoffeln.

Montag, 17. September 2007

Herr N. ist wirklich drollig -

heute mußte ich ihm erklären, welcher Mitarbeiter aus dem Rechnungsbüro, mit denen wir täglich zu tun haben, welchen Nachnamen trägt. Ich arbeite zwar erst seit drei Monaten dort und er seit mehreren Jahren, trotzdem wußte er nicht, wie die einzelnen Mitarbeiter mit Nachnamen heißen.
Außerdem erinnert er mich immer mehr an meinen früheren Nachbarn, der sich stets für alles im Haus verantwortlich gefühlt hat und alles kontrollieren mußte. Herr N. ist nicht mehr nur Verantwortlicher für meine Jacke, sondern auch für das Fenster, für die Heizung und anscheinend hat er sich jetzt auch zum Verantwortlichen für meinen Hibiscus gemacht. Er kontrolliert die Heizungen, damit sie runtergedreht sind, wenn das Fenster offen ist und dreht sie wieder auf, schließt die Fenster, natürlich immer selbst, auch wenn er dafür durch das halbe Zimmer bis auf meine Seite laufen muss und stellt die Thermostate auf die seiner Meinung nach optimale Stellung, ebenfalls nicht nur auf seiner, sondern auch auf meiner Seite. Vielleicht traut er mir nicht zu, dass ich selbst das Thermostat rauf oder runter drehen kann. Obwohl es draußen relativ warm war, fror ich im Büro und zog meine Strickjacke über, worauf er sich meines Thermostates annahm und es auf 3 drehte. Ich allerdings hatte gedacht, es wäre aufgedreht gewesen, da ich es so verlassen hatte. Er erklärte mir aber, er hätte es früh abgedreht - und dann wundere ich mich die ganze Zeit, dass ich friere, sage ich zu ihm. Und heute morgen, als ich den Hibiscus gießen wollte, fiel mir auf, dass meine Wasserflasche, in der ich immer das Blumenwasser habe, bis oben hin gefüllt war. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass ICH das nicht gewesen bin, außer ich hätte die Flasche in einem Anfall geistiger Umnachtung nachgefüllt. Am Freitag war nur ein Viertel Wasser drin. Ich habe aber nichts dazu gesagt. Letzte Woche wunderte ich mich schon immer, dass die Erde des Hibiscus so lange feucht blieb. Ich habe den Verdacht, dass er ihn gießt, und zwar sogar dann, wenn ich da bin. Wenn ich nicht an der Erde nachfühlen würde, könnte das aber auch konkret in die Hose gehen.

Mutter zu Kind:

"Ich weiß es besser - ich bin erwachsen."

Tolles Argument. *gg*

Sonntag, 16. September 2007

Ein strahlender Spätsommertag,

oder wie mein Kumpel sagte: Altweibersommer - genau das richtige für uns; fast ein bißchen zu warm, ich war allerdings auch ziemlich warm angezogen, da man das ja nicht ahnen kann, dass die Temperaturen von einem Tag zum nächsten so schwanken. Mit meinem Wandervorschlag bin ich jedoch ganz schön reingefallen, da ich hätte schwören können, bei meinem letzten Besuch in Bernau dort einen entsprechenden Wegweiser gesehen zu haben. Heute war er nicht mehr da, wie auch einiges andere. Als erstes fiel mir auf, dass der blaue historische Briefkasten fehlte. Eines der alten verfallenen Häuser fehlte und auch der große alte Baum vor der evangelischen Kirche mit den Bänken drum herum. Da ist man nur ein Jahr nicht mehr dort gewesen und schon fehlt die Hälfte. Fast kommt es mir im Nachhinein vor, als sei der Tag dort im letzten Jahr irgendwie verzaubert gewesen. Sogar die Glocken der katholischen Kirche klangen damals anders. Vielleicht war das ja alles nur für einen verwunschenen Tag so, wie ich es erlebt habe. Zum Glück besitze ich aber noch ein hieb- und stichfestes Beweisfoto vom blauen Briefkasten. Die Sache mit dem Wegweiser erinnerte mich auch sehr an diesen verhexten Wegweiser aus Mörikes Novelle "Der Schatz", der den armen Wanderer im Kreis herumschickte, indem er heimlich stets seine Richtung wechselte. Uns blieb nichts anderes übrig, als einen anderen Weg einzuschlagen.
Ich höre in letzter Zeit immer häufiger, dass Pächter von Grundstücken enorme Pachterhöhungen aufgedrückt bekommen, bzw. irgendwelche wahnwitzigen und pingeligen Auflagen für ihre Gärten. Manche vermuten, dass damit die Leute von den Grundstücken vertrieben werden sollen. Auch mein Kumpel hat sowas vom Garten seiner Mutter erzählt. Und er meinte, es ist irgendwie ganz richtig, dass das Ding Parzelle heißt - halt ein kleiner Knast. Sie wissen jedenfalls nicht, ob sie den Garten behalten werden.

Bei diesem Bild war M. irritiert, weil ich so stand, dass man den Bernauer Funkturm nicht sehen konnte. Ich meinte darauf, dass ich ihn (bildtechnisch) hinter einem Baum verstecke, worauf er lästerte: "Mensch, das kannst du doch nicht machen, du kannst ihn doch nicht einfach verstecken, die suchen ihn doch...." *gg*

Entartete Würdenträger

http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,505960,00.html

Kann es sein, dass diese alten Männer hinter ihrem Ritualismus aus katholischen Traditionen noch nicht mitbekommen haben, dass der Nationalsozialismus seit mehr als 60 Jahren nicht mehr gefragt ist? Dass Künstler heute weder "artfremd" noch "rassisch minderwertig" sind, wenn ihre Kunst nicht in irgendjemandens Konzept passt? Fragen über Fragen....

...

Nein, ist das schön,
wollten wir doch Wandern gehn
dass am blauen Himmel ist
(als Zeichen von Bereitschaft)
ein Complize ist zu sehn
in strahlender Begleitschaft
Ich sag dir, Sonne
schienest du nur halb so hell
schminkt ich mir die Fratze grell
und zöge selbst die Bahnen,
die alleine vorbehalten dir,
du unrühmlich verließest.

Samstag, 15. September 2007

Nach Norden

Palmström ist nervös geworden;
darum schläft er jetzt nach Norden.

Denn nach Osten, Westen, Süden
schlafen, heißt das Herz ermüden.

(Wenn man nämlich in Europa
lebt, nicht südlich in den Tropen.)

Solches steht bei zwei Gelehrten,
die auch Dickens schon bekehrten -

und erklärt sich aus dem steten
Magnetismus der Planeten.

Palmström also heilt sich örtlich,
nimmt sein Bett und stellt es nördlich.

Und im Traum, in einigen Fällen,
hört er den Polarfuchs bellen.

(Christian Morgenstern, Galgenlieder)

Ah ja,

so überleben Spinnen den Winter: Hier.

Besonders interessant:
So können die meisten Kreuzspinnen Wintertemperaturen von –20°C auch in ungeschützten Standorten gut überstehen.
Das Erzeugen von Nachkommen vor dem Winteranbruch verhindert, dass manche Spinnenarten gefährdet werden oder gar aussterben.
Unsere Gartenkreuzspinne zum Beispiel ist im August reif. Die Paarungszeit zieht sich bis in den September hinein, und die Männchen sterben danach. Im Körper der Weibchen entwickeln sich die Eier, die im September/Oktober abgelegt werden. Danach sterben auch die Weibchen, während in großen Mengen die Jungtiere schlüpfen und sich geschützte Orte zum Überwintern suchen.

Also entweder ist sie jetzt gerade dabei, Unmengen von kleinen Babyspinnen zur Welt zu bringen, oder sie ist schon in die Kältestarre gefallen. Ich tippe auf letzteres. *gg*

Was ist der Mensch,

wenn seiner Zeit Gewinn, sein höchstes Gut
nur Schlaf und Essen ist? Ein Vieh, nichts weiter.
Gewiß, der uns mit solcher Denkraft schuf,
vorauszuschaun und rückwärts, gab uns nicht
die Fähigkeit und göttliche Vernunft,
um ungebraucht in uns zu schimmeln.

(aus "Hamlet" von Shakespeare)

Das Problem mit diesem Bücherkatalogisieren ist, dass ich immer kreuz und quer beginne in den Büchern zu schmökern, besonders wenn es Verse sind. *seufz*

Freitag, 14. September 2007

Seit die Post

ihr unternehmerisches Leitbild geändert hat, wartet man zwar doppelt so lange am Schalter als früher, aber dafür inmitten Unmengen blauer Luftballons und gelber Fußbälle. So kann man dieses aufregende designtechnische und eloquente Flair demnach extra lange genießen, welches schließlich seinen Höhepunkt in der besorgten Frage der Postmitarbeiterin findet, ob man denn schon ein Postbankkonto sein eigen nenne oder gerne Lotto spielen möchte. Gute Frau, wenn ich Lotto spielen möchte, dann würde ich mich gewiss nicht ausgerechnet bei der Post stundenlang in die Schlange stellen.

Donnerstag, 13. September 2007

Ein neuer Spion

flatterte heute zum Fenster herein, allerdings diesmal kein Spatz, sondern eine Blaumeise. Ich weiß gar nicht, was die Vögel an unserem Zimmer immer so interessant finden, dass sie dauernd so neugierig hineingucken. Und Herr N. hat alles verpasst. Als ich ihm das mit den Spatzen erzählte, stand er ja dauernd am Fenster und hat auf die Spatzen gewartet. Doch bevor er die Meise gesehen hatte, war sie natürlich schon wieder weg. Tja, Pech für ihn.

Außerdem erzählte ich ihm, dass ich nachts eine neue Karriere als Verkäufer für Fitnessgeräte anstrebe. Daraufhin meinte er nur, zum Glück könne ihm das nicht passieren, da er nie träumt. Na ja, wahrscheinlich bin ich wirklich natur-stoned und träume deshalb so viel. Zum ersten Mal dachte ich sogar daran, dass eventuell die Hirnhautentzündung in meiner Kindheit was damit zu tun haben könnte. Vielleicht hat sie ja doch bleibende Schäden hinterlassen, nur keine so sichtbaren, sondern mehr "traumhafte". :-/

Mittwoch, 12. September 2007

...

Das Fest war ein großer Erfolg. Am Ende fiel Franz Werfel betrunken in den Gartenteich, und Carl Zuckmayer übernachtete in der Hundehütte.
(aus "Witwe im Wahn" von Oliver Hilmes)

Dienstag, 11. September 2007

13 Stichpunkte und die Sache mit dem Langzeitgedächtnis

A. ist bei mir zu Besuch und übernachtet. Wie immer schnarcht er laut und schläft tief und fest. Irgendwann geht er aufs Klo, doch kaum ist er wieder da, ist er direkt gleich im Sitzen wieder eingeschlafen. Sein Körper ist viel muskulöser als ich ihn in Erinnerung habe. Warum muss er eigentlich so viel schlafen? Bin ich nicht interessant genug? Ich könnte ihn wecken, aber vielleicht ist er ja wirklich sehr müde. Oder ob er nur so tut, als schlafe er? Als ich herankomme, scheint es mir, als würde sich ein Grinsen auf seinem Gesicht formen. Und tatsächlich, jetzt kann er nicht mehr an sich halten, lacht und schlägt die Augen auf. Er geht im Zimmer zu einem Tisch, nimmt ein Stück Papier und beginnt zu schreiben. Es ist etwas, das ich lesen soll. Schön, wenn er schon nicht mit mir reden will, dann schreibt er wenigstens etwas. Er reicht mir das Blatt Papier und ich sehe darauf dreizehn(?), völlig zusammenhanglose Stichpunkte. Es geht zum Beispiel um den öffentlichen Nahverkehr in Berlin und seine "Unterhaltungszüge". Ihm zuliebe lese ich die Stichpunkte interessiert und stelle Fragen. Sein ganzes Gebaren wandelt sich nun in das eines Dozenten, aber nicht nur sein Gebaren, sondern auch sein Äußeres. Auf einmal trägt er Schnauzer und Brille und sitzt lässig schräg auf dem Tisch. Er ist jetzt völlig munter und seine Rolle scheint ihm Spaß zu machen. Es gefällt ihm wohl, mir etwas beizubringen. Also tue ich ihm den Gefallen und gehe die Stichpunkte weiter mit ihm durch, obwohl ich lieber etwas anderes getan hätte. Zum Beispiel zähle ich jetzt alle "Unterhaltungszüge" auf, die ich in Berlin kenne. Das wären U-Bahn, S-Bahn - Busse vielleicht auch? Er kennt noch einige mehr. Ich deklamiere mit seiner Hilfe sämtliche Stichpunkte mehrmals hintereinander bis ich sie verinnerlicht habe, bzw. meine sie zu können. An diesem Punkt breche ich die Sache ab und sage, dass ich jetzt alles auswendig kann. Er ist zufrieden, gleichzeitig relativiere ich aber wenig später meine Aussage mit der Bemerkung, dass mein Langzeitgedächtnis nicht besonders gut funktioniert, wobei ich mir innerlich dazudenke, dass ich spätestens in ein paar Tagen die Stichpunkte wieder vergessen haben werde, ohne dies aber auszusprechen. Es schwebt als lautlose Schlußfolgerung im Raume. Auf seinen fragenden Blick hin setze ich hinzu, dass ich dafür aber ein sehr gutes Kurzzeitgedächtnis habe. Da lächelt er, scheint beruhigt und antwortet: "Na das ist doch schon mal was."