Frage: Warum trägst du deine Armbanduhr immer links?
Weil ich so schreiben und gleichzeitig auf die Uhr schauen kann ohne abzusetzen. Besonders während Schule und Studium ist das viel praktischer, aber auch heute muß ich nicht erst absetzen und umständlich den Arm drehen, wenn ich zum Beispiel die Zeit notieren will.
Herr N. sagt zu mir, daß er gerne etwas hätte und sich wünscht. Ich beschwichtige ihn, indem ich sage, daß es damit schon noch klappen wird. Doch nun suche ich selbst etwas. Ich suche zuerst in meiner Erinnerung nach einem Gedicht, welches ich vor langer Zeit einmal auswendig gelernt habe. Es ist nicht nur ein Gedicht, sondern eine Art gereimte Formel, eine Schatzkarte, die mich irgendwo hinführen kann. Leider will mir nicht ein einziger Reim mehr einfallen, dabei müßte doch das alles irgendwo noch in meinem Gehirn sein. Aber so viel ich auch in meiner Erinnerung krame, ich kriege es einfach nicht mehr zusammen. Deshalb suche ich jetzt nach dem Zettel, auf dem dieses Gedicht stand. Er muß doch noch irgendwo hängen oder liegen. Aber auch diese Suche ist umsonst. Eine Frau kommt mir zu Hilfe, die dieses Gedicht im Hintergrund aufsagt, was mir nicht viel nützt, da es zu lang ist, um sich das alles zu merken, selbst wenn man es einmal auswendig wußte. Das Gedicht geht ungefähr so:
Zehn Schritte zu den Buchen
dort sollst du nicht suchen
Kehr die Nase nach Osten
folge den laufenden Pfosten usw.
aber alles noch sehr viel länger. Ärgerlich, daß es mir nicht mehr einfallen will, denn genau jetzt bräuchte ich es.
Der gesamte Traum spielt an wechselnden Orten, aber hauptsächlich in den Parks von Babelsberg. Einmal treffe ich in einem Park einen majestätischen, männlichen Löwen, der hinter einem Felsen sitzt. Eigentlich müßte ich die Wiese überqueren, aber ich denke mir, ich bin doch nicht lebensmüde, jetzt da entlangzugehen, wenn der Löwe dort frei herumstreift. Schließlich versuche ich es doch, als der Löwe abgelenkt ist, und schleiche mich hinter seinem Rücken über die Wiese.
Daß Hormone den Männergeschmack beeinflussen ist inzwischen bekannt. Bekannt ist an sich auch, daß Hormone die Geschmacksknospen beeinflussen, zumindest während einer Schwangerschaft. Darüber, wie die Pille die Geschmacksknospen beeinflußt gibt es vielleicht schon Untersuchungen, aber ich konnte dies gerade aus eigener Anschauung feststellen. Jeder Mensch hat ja so eine Art Geschmacksplan, der sich in der Kindheit aufbaut, der sich aber mit den Jahren ändern kann. Wie sehr solche an sich belanglosen Veränderungen mit dem biochemischen Gleichgewicht im Körper zusammenhängen, wird einem erst klar, wenn man es selbst erlebt und läßt einen nur noch mehr darüber staunen, wie so ein Organismus funktioniert und selbst auf winzigste Veränderungen reagiert.
Ich aß früher unheimlich gerne Dosenananas und konnte mit rohem Fisch überhaupt nichts anfangen. Der schmeckte für mich nach gar nichts. In den letzten Jahren veränderte sich mein Geschmack dahingehend, daß ich keine Dosenananas mehr essen konnte, weil ich die ekelhaft süß fand, mich aber immer fragte, ob die früher auch schon so süß gewesen sei, denn das war mir nie so vorgekommen. Stattdessen entdeckte ich meine Vorliebe für Sushi und rohen Fisch, was für mich ebenfalls ziemlich überraschend war, da ich nicht erwartet hätte, daß mir sowas noch einmal schmecken würde. Ich schob das dann halt auf das Alter. Doch jetzt kommt der Hammer: In einer dreimonatigen Pillenpause in diesem Jahr kehrte sich das ganze Ding wieder um. Ich aß tonnenweise Dosenananas und schon bloß beim Gedanken an rohen Fisch wurde mir schlecht, weshalb ich dachte, meine plötzliche Vorliebe für Sushi sei genau so plötzlich wieder verschwunden. Witzigerweise wunderte ich mich auch darüber, daß die Ananas auf einmal gar nicht mehr so süß schmeckt und dachte, ich hätte eine besonders gute Sorte erwischt. Wie sehr ich dabei einer biochemischen Illusion erlegen war, wurde mir gestern klar, als ich eine Dose Ananas wegschüttete, die mir unerträglich süß vorkam und es handelte sich um ganz genau dieselbe Sorte, die ich in den drei Monaten massenhaft verzehrt hatte. Außerdem denke ich wieder mit Appetit an rohen Fisch und aß heute Sushi, ohne daß ich es eklig fand. Es scheint also tatsächlich so, als seien die Hormone daran schuld, wenn ich plötzlich gerne rohen Fisch esse und die meisten Nahrungsmittel/Konserven aus dem Supermarkt als viel zu süß empfinde. Das sind sie zwar auch wenn ich keine Hormone nehme, aber da fällt es mir nur halb so stark auf und stört mich weniger. Es ist beinahe so, als würde mein Geschmack feiner und empfindlicher werden, weshalb ich dann natürlich Nahrungsmittel mit feineren Aromen bevorzuge, die für mich "pillenlos" eigentlich nach nichts schmecken würden.
greifen wieder um sich, also werde ich dieser schönen Tradition auch mal folgen:
Eine neue feste Stelle, aber zwiespältige Gefühle dazu,
mehr Arbeit,
ein neues Notebook,
ein neues Rückenleiden
und mehrere Katastrophen,
ein fertiggestellter Roman.
Das ganze Jahr war eine Gratwanderung zwischen Lachen und Weinen, ein Wolkenvertreiben inmitten eines ständigen Wolkenbruchs.
Der beste Kauf:
Das Internetradio - ich finde es immer noch jedes Mal genial, wenn ich in der Küche einfach so jede mp3 von meinem Computer und jeden Radiosender hören kann, ohne daß ich irgendwas verkabeln oder in die Ohren stecken muß.
Meine Mutter arbeitet im Traum noch in ihrem Verlag und nimmt mich, wie sie es in meiner Kindheit oft getan hat, mit zur Arbeit. Es findet eine Verlagsbesprechung statt, denn nicht nur das Redaktionsteam, sondern noch viel mehr Leute haben sich im Zimmer versammelt. Ich sitze mitten drin und werfe auch immer wieder ein paar Bemerkungen ein, obwohl ich gar nicht gefragt bin, aber anscheinend stört es niemanden. Doch eigentlich interessiert mich die Besprechung nicht besonders und ich höre nur mit halbem Ohr zu, da mich viel mehr die Bücher interessieren, die rund um die Schreibtische in niedrigen Regalen stehen. Aufmerksam studiere ich deren Buchrücken. Die Besprechung ist nun vorbei und beim Aufstehen fällt mein Blick auf eine Garderobe auf der ein Riemen mit einer Grubenlampe liegt. Diese Grubenlampe gehört zur Arbeitsausstattung der Verlagsmitarbeiter, allerdings fällt mir auf, daß meine Mutter keine hat. Diese auf der Garderobe gehört ihrem Kollegen im Zimmer. Warum man für die Verlagsarbeit Grubenlampen braucht, ist mir schleierhaft. Als ich den Flur betrete, kommt mir eine durchsichtige, kopflose Gestalt entgegen. Ich realisiere sofort - das muß ein Geist sein! Schnell verstecke ich mich hinter der Tür, doch der Geist hat mich gesehen und betritt das Zimmer. Nun hat er wieder ein Gesicht, in fürchterliches, schaut mich direkt an und erteilt mir irgendeinen Auftrag oder eine Aufgabe. Was das für eine war, habe ich jedoch vergessen, da ich im Traum trotzig dachte, ich laß mich doch nicht von so einem Verlags-Geist erpressen!
Witzige Wasserspeier am Dom zu Naumburg, ein Mönch und eine Nonne halb aus dem Turmfenster stürzend. Leider finde ich im Netz dazu keine Fotos, anscheinend kommen da nicht viele Fotografen hin. Deshalb hier aus dem Büchlein "Licht im Verborgenen" von Anneliese Hertzsch gescannt.
"Im Grenzbereich zwischen Halten und Fallen, in einer immerwährenden Schrecksekunde hat der Naumburger Meister sie verharren lassen."
Wie ein Weihnachtsmann bepackt kam ich heute zu Hause an, allerdings nicht nur wegen der Geschenke, ich hatte auch wieder jede Menge Bücher aus der alten Bibliothek dabei, die ich sowieso noch hätte abholen müssen. Die Künstlerin war heute sehr freigiebig und breitete ca. 10 selbstgetöpferte Stücke auf dem Tisch aus, die sie alle verschenkte. Jeder durfte sich aussuchen, was er haben wollte. Mir gefiel spontan diese Schale am besten,
weil sie so ein bißchen aussieht, als hätte man sie gerade aus einer Aztekenstadt ausgebuddelt. Außerdem wählte ich auch noch diese:
Einen schönen Schal bekam ich geschenkt,
und diesmal statt eines Weihnachtsmannes aus Schokolade einen aus Kuchen.
Einiges von meiner Amazon-Wunschliste ist abgearbeitet und einen Termin für einen Computer-Crashkurs (natürlich nicht einen Computercrash-Kurs, das ist die leichteste Übung) für meine Schwägerin brachte ich mit, den ich ihr geben soll, da sie so vieles nicht wisse, z.B. wie sie ihre Bilder auf dem Computer speichert. Ich fühlte ein wenig vor und fragte sie nach ihrem Windows-Explorer. "Äh, was für'n Ding? Ja, ich sage jetzt mal, daß ich sowas habe." Sie bestand darauf, daß ich an einem Sonntag gleich ganz früh komme, damit wir den vollen Tag Zeit haben (den wir wohl auch brauchen werden) und sie ist Frühaufsteherin. Aber was tut man nicht alles für die Verwandtschaft.
auch weil ich endlich mal wieder dazu komme, Filme zu entwickeln. Gehe ich arbeiten und bin abends fertig, habe ich wenig Lust, mich in ein rabenschwarzes Bad zu sperren und beim Filmeaufspulen vielleicht einzuschlafen. Diesmal testweise ein ISO 3200 - Film unter schlechtesten Lichtbedingungen verwendet, da ich für die alte 50iger Jahre-Spiegelreflex weder Blitz noch Lampen habe. Es ist trotzdem erstaunlich, wieviel man mit so wenig Licht noch auf den Film bekommt, auch wenn das Korn schon Nebelqualitäten aufweist.
Leere weitläufige Arbeitsräume, in welchen da und dort Liegen stehen, auf denen Menschen geheilt werden. Anscheinend passiert das durch mich in Verbindung mit Kollegen, die sich ebenfalls in den Räumen befinden. Wir machen dazu irgendwie nichts anderes, als neben den Liegen zu sitzen. Während einer Pause stehe ich am Fenster und schaue hinaus. Auf einmal preßt sich ein männlicher Körper drängend gegen meinen Rücken und mein Becken, umfaßt mit kräftigen Händen meinen Hals. Ich spüre erregten Atem in meinem Nacken und das harte Glied an meinen Schenkeln. Eigentlich erwarte ich den üblichen schnellen "Traumsex", wobei ich mir voll bewußt bin, daß dies ein Traum ist, deshalb überrascht es mich einigermaßen, als der Fremde unverhofft zärtlich wird. Mit seinen Händen zaust er meine Haare, berührt und streichelt Nacken und Hals, biegt in sanft nach hinten und küßt ihn. Dies tut er mit einer Ausdauer, leidenschaftlich und gleichzeitig so liebevoll, daß ich mich frage, ob der Fremde hinter mir vielleicht kein Fremder ist, sondern jemand, den ich kenne. Allerdings kann ich nicht lange darüber nachdenken, da die bestimmte Sanftheit seiner Hände so unglaubliche Lustgefühle in mir auslöst, daß ich mich nur noch kurz darüber wundern kann, bevor mir jegliche Fähigkeit zu Denken abhanden kommt. Ein Großteil der erotischen Begegnung spielt sich sozusagen die Schultern und den Hals aufwärts statt und dies mit einer Intensität, die mich erstaunt und wie ich sie noch nie erlebt habe. Seine Hände sind sensationell, egal wo sie sich befinden, ob sie nun Nacken und Hals streicheln oder die Innenseiten meiner Oberschenkel. Ich kann nicht genug von ihnen bekommen, möchte ihn jetzt aber auch in mir spüren. Es kommt zu einer heftigen Vereinigung im Stehen, danach bleibt er weiter hinter mir und wandert mit den Händen über meinen Körper. Jetzt werde ich allerdings neugierig und möchte wissen, wer er ist. Doch jedesmal, wenn ich versuche, mich umzudrehen, hält er mich so fest, daß dies nicht möglich ist, bzw. wenn es mir doch gelingt, einen Blick hinter mich zu werfen, ist er auf der Stelle verschwunden. Sobald ich wieder nach vorne schaue, ist er erneut dicht hinter meinem Rücken. Irgendwann, als es mir gelingt, mich richtig im gesamten Raum umzuschauen, sehe ich zwar jede Menge Männer durch das Zimmer gehen, aber alle wirken völlig teilnahmslos und uninteressiert. Meine prüfenden und musternden Blicke scheinen sie zu verwundern und sie ziehen mürrische Gesichter. Von denen kann es wohl niemand gewesen sein. Da ich mehr von seinen Händen möchte, stelle ich mich nun wieder demonstrativ mit dem Rücken zum Zimmer. Dies versuche ich mehrmals, doch bedauernd muss ich feststellen, der Mann, der hinter mir stand, ist und bleibt verschwunden, ohne dass ich weiß, wer er war.
Bemerkung: Das erinnert mich irgendwie an ein Märchen aus meiner Kindheit. Ich glaube, es hieß „Lebenswasser“ und wenn man dieses Wasser holte, durfte man sich nicht umschauen, egal was hinter einem passiert. Scheint so, als hätte ich aus den Märchen nichts gelernt.
Es ist ja sonst nicht so meine Art, aber ich möchte es doch einfach mal machen. Ich will es schon eine ganze Weile, aber ich dachte mir, Weihnachten ist vielleicht die beste Gelegenheit dafür. Ich möchte mich einfach mal bei allen meinen Lesern bedanken, insbesondere denen, die mich bereits seit vielen Jahren begleiten. Ich bedanke mich für die netten und aufmunternden Emails, die mich in unglaublicher Fülle erreichen, für den Zuspruch und die Unterstützung in schwierigeren Zeiten, durch jeden Sinn und Unsinn hindurch und trotz meiner teils suspekten Blogeinträge (ich bin mir manchmal selbst suspekt). Auch beim Bloggen gibt es Rück-, Nacken- und Tiefschläge, aber wenn ich all die Jahre Revue passieren lasse, überwiegt doch eindeutig das Positive über das Unerfreuliche und das ganz sicher wegen der Treue, Nachsicht und herzlichen Absichten der Mehrzahl von euch. Vielen Dank! Ich wünsche jedermann ein fröhliches und hoffentlich nach dem Vorweihnachtstrubel besinnliches Weihnachtsfest.
Ich erwache in meinem Bett und schaue zum Fenster, welches besonders groß ist und fast die gesamte Wand einnimmt. Es sind keine Vorhänge davor, sondern der schwache Schein einer straßenbeleuchteten Nacht fällt herein. Vor dem Fenster bemerke ich einen fremden Mann, der einige Blätter Papier in der Hand hält und interessiert darin liest. Das sind meine geschriebenen Texte. Erschreckt versuche ich mich zu bewegen, doch da ich noch in der Schlafstarre bin, gelingen mir nur ein paar ungeschickte Drehungen und Schlenker, die dem Mann jedoch anzeigen müßten, daß ich dabei bin, zu erwachen. Trotzdem kümmmert er sich gar nicht darum, sondern ist völlig in den Text vertieft. Anscheinend interessiere ich ihn nicht, sondern nur, was ich geschrieben habe, obwohl er meine hilflose Lage leicht ausnutzen könnte. Das ist beruhigend zu wissen, trotzdem mag ich es nicht, wenn fremde Leute einfach in meine Wohnung eindringen und ungefragt in meinen Sachen herumschnüffeln. Ich verhalte mich jetzt ruhig und warte, bis ich völlig wach bin, wobei ich jedoch wieder eingeschlafen sein muß. Denn als ich erneut aufwache, fällt kaltes Tageslicht durch das Fenster und der Mann ist verschwunden. Während ich wacher werde, bemerke ich schneebedeckte Dächer und dicke Schneeflocken, die in der Luft wirbeln. Oh! Es ist Weihnachtsmorgen und es schneit auch noch! Wie passend! Und ich erwache wirklich, völlig ohne Schnee.
Tagsüber schwebte ein richtig originaler pastelliger Canaletto-Himmel über der Stadt und der Weihnachtsmann ist auch schon unterwegs, wie man unschwer erkennen kann. Was für ein Zufall, daß ich ihn heute bereits getroffen habe! Etwas unvorsichtig der Gute, allerdings wirkte er auf mich ein klein wenig so, als hätte er zuviel dem Jack Daniel's zugesprochen. Er mußte deshalb tatkräftig von Frosty, dem Schneemann, gestützt werden. Das kann ja heiter werden!
Wiederum sah ich, wie es unter der Sonne zugeht: Zum Laufen hilft nicht schnell sein, zum Kampf hilft nicht stark sein, zur Nahrung hilft nicht geschickt sein, zum Reichtum hilft nicht klug sein; dass einer angenehm sei, dazu hilft nicht, dass er etwas gut kann, sondern alles liegt an Zeit und Glück.